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Title:
METHOD FOR SELECTIVE ACTUATION BY RECOGNITION OF THE PREFERENTIAL DIRECTION
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2015/036036
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to the selective actuation, in a chronological order, of at least two functions with an input means that is set up to capture at least two-dimensional coupled movements, in that, for each movement section, a preferential direction for the captured movement parallel to or in a direction along a parallel from at least two prescribed, non-parallel straight lines is ascertained and wherein each straight line or each direction along one of the straight lines has precisely one of the at least two functions associated with it, and only the function that is associated with the straight line that is parallel to the preferential direction or with the direction that corresponds to the preferential direction is actuated, and the selective actuation, in chronological order, of the at least two functions involves the use of only that portion of the respective movement section that is directed in the preferential direction in each case.

Inventors:
BECKMANN DIRK (US)
SCHUEMANN MAX (DE)
Application Number:
EP2013/069030
Publication Date:
March 19, 2015
Filing Date:
September 13, 2013
Export Citation:
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Assignee:
STEINBERG MEDIA TECHNOLOGIES GMBH (DE)
International Classes:
G06F3/01
Domestic Patent References:
WO2003071377A22003-08-28
WO2009142879A22009-11-26
Foreign References:
US5313229A1994-05-17
EP0609819A11994-08-10
US20050212760A12005-09-29
US20100079411A12010-04-01
US20050168443A12005-08-04
US20130027300A12013-01-31
US20130234937A12013-09-12
EP1484666A22004-12-08
US20090109173A12009-04-30
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
RAFFAY & FLECK (DE)
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Claims:
Ansprüche

1 . Verfahren zur in einer zeitlichen Abfolge jeweils selektiven Ansteuerung von mindestens zwei Funktionen mit einem Eingabemittel, das zur Erfassung mindestens zweidimensionaler gekoppelter Bewegungen eingerichtet ist, wobei Bewegungsabschnitte einander folgender Zeitabschnitte der erfassten Bewegung gewonnen werden, dadurch gekennzeichnet, dass für jeden Bewegungsabschnitt eine Vorzugsrichtung der erfassten Bewegung parallel zu einer oder in einer Richtung entlang einer Parallelen von mindestens zwei vorgegebenen nicht parallelen Geraden ermittelt wird und wobei jeder Geraden oder jeder Richtung entlang einer der Geraden genau eine der mindestens zwei Funktionen zugeordnet ist, und nur die Funktion angesteuert wird, die der zur Vorzugsrichtung parallelen Gerade oder der der Vorzugsrichtung entsprechenden Richtung zugeordnet ist und zur in zeitlicher Abfolge selektiven Ansteuerung der mindestens zwei Funktionen nur jeweils der in die Vorzugsrichtung gerichtete Anteil des jeweiligen Bewegungsabschnitts verwendet wird, und dass zur Ermittlung der jeweiligen Vorzugsrichtung jedes Bewegungsabschnitts die Bewegung des jeweiligen Bewegungsabschnitts und, sofern es sich nicht um den ersten Bewegungsabschnitt handelt, die Bewegung mindestens eines dem jeweiligen Bewegungsabschnitt in direkter Folge vorausgehenden Bewegungsabschnitts verwendet wird.

2. Verfahren nach dem vorstehenden Anspruch, wobei die Bewegungen der zur Ermittlung der jeweiligen Vorzugsrichtung verwendeten Bewegungsabschnitte gewichtet werden.

3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die jeweilige Vorzugsrichtung durch Vergleich der Anteile der Bewegungen der zur Ermittlung der Vorzugsrichtung verwendeten Bewegungsabschnitte oder deren Beträgen parallel zu den vorgegebenen Geraden oder Richtungen ermittelt wird .

4. Verfahren nach dem vorstehenden Anspruch 3, wobei zum Vergleich der Anteile der Bewegungen jeweils die Anteile parallel zu den vorgegebenen Geraden oder Richtungen oder deren Beträge der zur Ermittlung der Vorzugsrichtung verwendeten Bewegungsabschnitte gewichtet oder ungewichtet aufsummiert werden und diese aufsummierten Anteile verglichen werden.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 oder 4, wobei als die jeweilige Vorzugsrichtung diejenige gewählt wird, der der größte oder betragsmäßig größte Anteil der Bewegungen entspricht.

6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der jeweils zur selektiven Ansteuerung verwendete Anteil der erfassten Bewegung abhängig ist von der Schnelligkeit und Richtung der erfassten Bewegung.

7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Anzahl der Dimensionen des durch die Geraden aufgespannten Raums der Anzahl der Dimensionen des Raums entspricht, in dem das Eingabemittel zur Erfassung gekoppelter Bewegungen eingerichtet ist.

8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Anzahl der vorgegebenen Geraden oder Richtungen zur Ermittlung der Vorzugsrichtung mit der Anzahl der selektiv ansteuerbaren Funktionen übereinstimmt.

9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Verfahren die Erfassung der mindestens zweidimensionalen Bewegung unter Verwendung des Eingabemittels umfasst.

10. Verfahren zur Umwandlung einer mit einem Eingabemittel, das zur Erfassung mindestens zweidimensionaler gekoppelter Bewegungen eingerichtet ist, erfassten mindestens zweidimensionalen gekoppelten Bewegung in einen skalaren Wert und eine Information über die Auswahl einer von mindestens zwei vorgegebenen nicht parallelen Geraden oder Richtungen, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vorzugsrichtung der erfassten Bewegung parallel zu einer oder in einer Richtung entlang einer Parallelen von mindestens zwei vorgegebenen, nicht parallelen Geraden ermittelt wird und wobei jeder Geraden oder jeder Richtung genau ein Wert der Information über die Auswahl zugeordnet ist, und als skalarer Wert oder zu dessen Bestimmung nur jeweils der in die Vorzugsrichtung oder in die oder entgegen der Vorzugsrichtung gerichtete Anteil der erfassten Bewegung verwendet wird.

1 1 . Verfahren nach dem vorstehenden Anspruch 10, wobei das Verfahren die Erfassung der mindestens zweidimensionalen Bewegung unter Verwendung des Eingabemittels umfasst.

1 2. Computerprogrammprodukt, eingerichtet zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorstehenden Ansprüche.

1 3. Datenträger aufweisend ein Computerprogrammprodukt nach dem vorstehenden Anspruch.

14. Datenverarbeitungsanlage oder System von Datenverarbeitungsanlagen, eingerichtet zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 1 1 , aufweisend mindestens ein Eingabemittel, das zur Erfassung mindestens zweidimensionaler gekoppelter Bewegungen eingerichtet ist.

Description:
Verfahren zur selektiven Ansteuerung durch Erkennung der Vorzugsrichtung

Die vorliegende Anmeldung betrifft ein Verfahren zur in einer zeitlichen Abfolge selektiven Ansteuerung von mindestens zwei Funktionen mit einem Eingabemittel, das zur Erfassung mindestens zweidimensionaler gekoppelter Bewegungen eingerichtet ist. Sie betrifft des Weiteren ein Verfahren zur Umwandlung einer mit einem solchen Eingabemittel erfassten Bewegung sowie ein Computerprogrammprodukt, einen Datenträger und eine Datenverarbeitungsanlage.

Eingabemittel zur Erfassung mindestens zweidimensionaler gekoppelter Bewegungen sind aus dem Stand der Technik zahlreich bekannt. Bekannt ist hier beispielsweise eine Computermaus oder ein Trackball. Aber auch andere Eingabemittel, beispielsweise kamerabasierend sind bekannt. Sie sind abzugrenzen gegenüber Eingabemittel, wie beispielsweise ein Scrollrad, das nur zur eindimensionalen Erfassung von Bewegung eingerichtet ist. Eingabemittel zur Erfassung mindestens zweidimensionaler gekoppelter Bewegungen zeichnen sich dadurch aus, dass durch eine einzige Bewegung Bewegungsanteile in unterschiedlichen Dimensionen erfasst werden können. Dies ist beispielsweise auch bei Joysticks, Sensorhandschuhen oder optischen Erfassungsverfahren, sofern sie nicht rein eindimensional ausgelegt sind, der Fall. Zwar wird die Erfassung im Eingabemittel häufig noch durch mehrere einzelne Sensoren zur eindimensionalen Erfassung von Bewegungen durchgeführt werden. Um ein Eingabemittel zur Erfassung mehrdimensionaler gekoppelter Bewegungen handelt es sich jedoch auch dann, wenn mindestens zwei solche, eindimensionale Erfassungen zur Erfassung einer gekoppelten mehrdimensionalen Bewegung durchgeführt werden. Dies ist bei- spielsweise der Fall, wenn in einer optomechanischen Computermaus zwei Räder jeweils eindimensionale Bewegungen des Mausballs abgreifen und diese jeweils eindimensionalen Bewegungen dann zunächst einzeln erfasst werden.

Zwar weisen zum Beispiel Computermäuse auch Eingabemittel zur Erfassung lediglich eindimensionaler Eingaben auf, wie beispielsweise ein Scrollrad oder Tasten, doch verfügen sie auch über Mittel zur Erfassung gekoppelter mindestens zweidimensionaler Bewegungen. Diese Mittel können unterschiedlich ausgestaltet sein. Hier sind beispielsweise optische Abtastungen, aber auch mechanische Lösungen bekannt.

Bei derartigen Eingabemitteln, die zur Erfassung von zweidimensionalen gekoppelten Bewegungen eingerichtet sind und von dieser Anmeldung betroffen werden, ist es üblicherweise so, dass sie vom Benutzer frei geführt werden und daher auch bei der Absicht einer Führung in nur eine Richtung meist Bewegungsanteile in eine weitere oder mehrere weitere Richtungen auftreten und erfasst werden.

Da in verschiedenen Applikationen die Bewegungen in unterschiedliche Richtungen durchaus unterschiedliche Effekte aufweisen bzw. unterschiedlich interpretiert werden, ist auch eine unterschiedliche Behandlung solcher erfasster zweidimensionaler gekoppelter Bewegungen bekannt. Zum einen können die erfassten Bewegungen ungefiltert und ungeglättet zur weiteren Verarbeitung übernommen werden, und zum anderen kann jedoch auch ein Bewegungsanteil ignoriert oder eine entsprechende Glättung durchgeführt werden. So ist es beispielsweise bekannt, in einer Geste, die beispielsweise durch Betätigen einer Taste und Halten dieser Taste eingeleitet wird, eine Vorzugsrichtung zu erkennen und für die Dauer der Geste Bewegungsanteile, die von der Vorzugsrichtung abweichen, zu ignorieren. Dies führt jedoch dazu, dass der Benutzer, sofern er Bewegungsanteile in eine andere Richtung erfasst und verarbeitet wissen will, die Geste, beispielsweise durch Freigeben einer Taste, beenden muss.

Das grundlegende Problem liegt darin begründet, dass zwar eine Erfassung mehrdimensionaler gekoppelter Bewegungen gewünscht ist, jedoch in der be- kannten Umsetzung nicht immer eine optimale Lösung für Steuerungsaufgaben darstellt. Ein Umstieg auf mehrere eindimensionale Eingabemittel stellt häufig, genauso wie die Verwendung nach bekannten Verfahren erfassten Daten mehrdimensionaler gekoppelter Bewegungen, keinen sinnvollen Lösungsweg dar.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, ein Verfahren bzw. ein Computerprogrammprodukt, einen Datenträger oder eine Datenverarbeitungsanlage anzugeben, das bzw. die geeignet ist zur Behandlung bzw. Umwandlung von mehrdimensionalen gekoppelten Bewegungen in Steueranweisungen.

Gelöst wird die Aufgabe durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 , ein Verfahren gemäß Anspruch 10, ein Computerprogrammprodukt gemäß Anspruch 1 2, einen Datenträger gemäß Anspruch 1 3 und eine Datenverarbeitungsanlage gemäß Anspruch 14. Vorteilhafte Weiterbildungen, die nicht nur den Anspruch 1 , sondern auch die weiteren unabhängigen Ansprüche 1 0, 1 2, 1 3 und 14 betreffen, sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis 9 angegeben.

Gemäß Anspruch 1 handelt es sich bei dem erfindungsgemäßen Verfahren um ein Verfahren zur in einer zeitlichen Abfolge jeweils selektiven Ansteuerung von mindestens zwei Funktionen mit einem Eingabemittel, das zur Erfassung mindestens zweidimensionaler gekoppelter Bewegungen eingerichtet ist. Somit werden nacheinander Funktionen angesteuert, wobei jede Funktion durchaus mehrfach angesteuert werden kann. In einer zeitlichen Abfolge ist zu unterscheiden, welche der zur Verfügung stehenden mindestens zwei Funktionen jeweils angesteuert werden sollen.

Dazu wird die Bewegung mit dem Eingabemittel erfasst und werden Bewegungsabschnitte einander folgender Zeitabschnitte der erfassten Bewegung gewonnen. Für jeden Bewegungsabschnitt wird erfindungsgemäß eine Vorzugsrichtung ermittelt. Die Vorzugsrichtung ist parallel zu einer oder in einer Richtung entlang einer Parallelen von mindestens zwei vorgegebenen nicht parallelen Geraden gerichtet. Zur Ermittlung der Vorzugsrichtung wird erfindungsgemäß für jeden Bewegungsabschnitt die Bewegung des jeweiligen Bewegungsabschnitts und, sofern es sich nicht um den ersten Bewegungsabschnitt handelt, die Bewegung mindestens eines dem jeweiligen Bewegungsabschnitt in direkter Folge vorausgehenden Bewegungsabschnitts verwendet.

Dabei ist jeder der nicht parallelen Geraden oder jeder Richtung entlang einer der nicht parallelen Geraden genau eine der mindestens zwei Funktionen zugeordnet.

Angesteuert wird jeweils nur die Funktion, die der zur Vorzugsrichtung parallelen Geraden oder der der Vorzugsrichtung entsprechenden Richtung zugeordnet ist. Zur Ansteuerung der nach diesem Mechanismus ausgewählten Funktion wird dabei nur jeweils der in die Vorzugsrichtung gerichtete Anteil des jeweiligen Bewegungsabschnitts verwendet.

Die einzelnen Bewegungsabschnitte grenzen dabei vorteilhafterweise unmittelbar aneinander. Es sind aber auch Bewegungsabschnitte mit dazwischen liegenden Lücken denkbar.

Es sind somit mögliche Vorzugsrichtungen vorzugeben, wobei diese anhand von nicht parallelen Geraden definiert werden. Zum einen ist es möglich jede Gerade als eine mögliche Vorzugsrichtung aufzufassen, zum anderen ist es aber auch möglich, jede der zwei denkbaren Richtungen entlang einer Geraden als Vorzugsrichtung aufzufassen. Insoweit ergeben sich zwei an sich unterschiedliche Möglichkeiten der Durchführung des Verfahrens, wobei diese sich im Endergebnis sehr stark ähneln und eher in ihrer Implementierung unterscheiden.

Durch das Ermitteln einer Vorzugsrichtung für jeden Bewegungsabschnitt und das Berücksichtigen von vorausgegangenen Bewegungen, sofern es sich nicht um die erste Bewegung handelt, ist es möglich, besonders geeignete Steuerdaten zu generieren, basierend auf denen die Funktionen angesteuert werden. Denn dabei wird nicht nur für jeden Bewegungsabschnitt eine Vorzugsrichtung basierend auf den Daten dieses Bewegungsabschnitte gewonnen, sondern die Vorzugsrichtung der vorausgegangenen Bewegungen wirken in einer definierten Weise fort. Der Benutzer kann das Eingabemittel, das zur gekoppelten Erfassung von mehrdimensionalen Bewegungen eingerichtet ist, sehr effizient nutzen und gezielte Steuerungen vornehmen, ist dabei jedoch nicht über Gebühr einge- schränkt. Dadurch ergeben sich Möglichkeiten der Ansteuerung durch ein solches Eingabemittel, die den bekannten Möglichkeiten deutlich überlegen sind . So kann eine Ansteuerung schneller und genauer erfolgen. Eine entsprechende Datenverarbeitungsanlage oder ein entsprechendes System ist somit besonders effizient und genau.

Das Verfahren zeichnet sich dabei dadurch aus, dass ohne Unterbrechung einer Steuerung bzw. einer Geste, beispielsweise ohne Drücken bzw. Loslassen einer Taste, gezielte Steuerungen auch in unterschiedliche Richtungen bzw. Ansteue- rungen von unterschiedlichen Funktionen gezielt und selektiv möglich sind. Dies wäre zwar prinzipiell auch durch zwei oder mehr entkoppelte Eingabemittel, die nur eindimensionale Bewegungen erfassen, möglich, doch würde dies den Benutzer deutlich stärker einschränken bzw. die Bedienung deutlich erschweren. Somit ist es durch das erfindungsgemäße Verfahren bzw. durch die Erfindung möglich, die einfache Bedienbarkeit von Eingabemitteln zur Erfassung mehrdimensionaler gekoppelter Bewegungen zu nutzen, ohne auf die Genauigkeit bzw. Selektivität von mehreren einzelnen eindimensionalen Eingabemitteln zu verzichten.

Genutzt werden kann ein solches Vorgehen beispielsweise zur Navigation sowohl innerhalb von angezeigten Datensätzen, beispielsweise von Bild- oder Tondaten, als auch zur Ansteuerung von realen Maschinen, wie beispielsweise Kränen, Robotern oder Ähnlichem.

Mit besonderem Vorteil werden, sofern es sich nicht um den ersten Bewegungsabschnitt handelt, die Bewegungen einer Vielzahl dem jeweiligen Bewegungsabschnitt in direkter Folge vorausgehender Bewegungsabschnitte verwendet. Bewegungsabschnitte in direkter Folge sind solche, zwischen denen sich kein anderer Bewegungsabschnitt befindet, der erfasst wurde. Werden Bewegungsabschnitte mit dazwischen liegenden Lücken erfasst, so bleiben diese Lücken auch bei Betrachtung der Bewegungsabschnitte in Bezug auf ihre direkte Folge außer Betracht.

Mit besonderem Vorteil werden die Bewegungen der zur Ermittlung der jeweiligen Vorzugsrichtung verwendeten Bewegungsabschnitte gewichtet. Dabei wird vorteilhafterweise derart gewichtet, dass Bewegungsabschnitte, die länger zurückliegen, mit einem geringeren Gewicht einfließen.

Mit besonderem Vorteil wird die jeweilige Vorzugsrichtung durch Vergleich der Anteile der Bewegungen der zur Ermittlung der Vorzugsrichtung verwendeten Bewegungsabschnitte oder derer Beträge parallel zu den vorgegebenen Geraden oder Richtungen ermittelt. Durch einen solchen Vergleich wirken die vorausgegangenen Bewegungen insofern nach, als dass ihre Anteile entlang der vorgegebenen Geraden oder Richtungen mit in die Ermittlung der neuen Vorzugsrichtung einfließen. Somit wirken die vorausgehenden Vorzugsrichtungen nicht als solche nach, sondern werden allein die früheren Bewegungsanteile zur Ermittlung der neuen Vorzugsrichtung berücksichtigt. Dies ermöglicht eine besonders effiziente und genaue Steuerung .

Mit besonderem Vorteil werden zum Vergleich der Anteile der Bewegungen zur Ermittlung der Vorzugsrichtung jeweils die Anteile parallel zu den vorgegebenen Geraden oder Richtungen oder deren Beträge der zur Ermittlung der Vorzugsrichtung verwendeten Bewegungsabschnitte gewichtet oder ungewichtet aufsummiert und diese aufsummierten Anteile verglichen.

Bei einem Vergleich wird die Vorzugsrichtung gewählt, die mit dem größeren der Bewegungsanteile übereinstimmt. Sind die Bewegungsanteile gleich, kann eine beliebige Wahl getroffen werden oder keine Ansteuerung durchgeführt werden.

Insbesondere ist es vorteilhaft, wenn der jeweils zur selektiven Ansteuerung verwendete Anteil der erfassten Bewegung abhängig ist von der Schnelligkeit und Richtung der erfassten Bewegung . Schnellere Bewegungen führen in einem gleich langen Zeitabschnitt somit vorteilhafterweise zu größeren erfassten Bewegungsanteilen. Auch ist der zur Ansteuerung verwendete Anteil der erfassten Bewegung abhängig von deren Richtung im Verhältnis zur für den jeweiligen Bewegungsabschnitt ermittelten Vorzugsrichtung .

Mit Vorteil ist die Anzahl der Dimensionen des durch die Geraden aufgespannten Raums der Anzahl der Dimension des Raums entsprechend, in dem das Eingabe- mittel zur Erfassung gekoppelter Bewegungen eingerichtet ist. Dies ist keine Auswahlregel für die Anzahl der vorgegebenen Geraden, sondern betrifft allein die Anzahl der Dimensionen des Raums, der durch die Geraden aufgespannt wird . Eine klassische Computermaus ist beispielsweise zur Erfassung von zweidimensionalen gekoppelten Bewegungen eingerichtet. Somit bietet es sich beispielhafterweise an, die vorgegebenen Geraden so zu wählen, dass sie einen zweidimensionalen Raum aufspannen. Bei Eingabemitteln, die in einem dreidimensionalen Raum gekoppelte Bewegungen erfassen, wie dies beispielsweise häufig bei kameragestützten Erfassungen der Fall ist, bietet es sich an, die Geraden so zu wählen, dass sie ebenfalls einen dreidimensionalen Raum aufspannen.

Es ist jedoch auch möglich, die Anzahl der Vorzugsrichtungen nicht identisch zu der Anzahl der Dimensionen, in denen das Eingabemittel zur gekoppelten Erfassung eingerichtet ist, zu wählen. So ist es beispielsweise möglich, drei Vorzugsrichtungen in einer Ebene zu wählen und die Erfassung der Eingabe mit einem Eingabemittel zur Erfassung von zweidimensionalen gekoppelten Bewegungen durchzuführen. In einem solchen Fall kann beispielsweise eine Vorzugsrichtung horizontal und eine Vorzugsrichtung senkrecht verlaufen, während die dritte Vorzugsrichtung jeweils in einem Winkel von 45 ° Grad zu diesen beiden Richtungen verläuft. Aber auch der umgekehrte Fall, indem die Anzahl der Vorzugsrichtungen geringer ist als die Anzahl der Dimensionen, in denen das Eingabemittel zu gekoppelten Erfassung eingerichtet ist, ist denkbar. So kann beispielsweise eine Anordnung von zwei Vorzugsrichtung gewählte werden und die Erfassung der Eingabe mit einem Eingabemittel durchgeführt werden, das zur Erfassung von gekoppelten Bewegungen im dreidimensionalen Raum eingerichtet ist.

Prinzipiell kann die Vorzugsrichtung eines Bewegungsabschnitts und der in diese gerichtete Anteil des Bewegungsabschnitts ermittelt werden, indem der Bewegungsabschnitt jeweils auf die vorgegebenen Vorzugsrichtungen projiziert wird und die Länge dieser Projektionen verglichen wird . Die Vorzugsrichtung ist dann diejenige, bei der die Projektion des Bewegungsabschnitts die größte Länge aufweist. Bei mehreren identischen Längen in Bezug auf unterschiedliche Vorzugsrichtungen kann durch eine abweichende Regel entschieden werden. Die Länge der Projektion auf die jeweilige Vorzugsrichtung entspricht dann dem Anteil des Bewegungsabschnitts.

Ebenfalls stimmt vorteilhafterweise die Anzahl der vorgegebenen Geraden oder Richtungen zur Ermittlung der Vorzugsrichtung mit der Anzahl der selektiv ansteuerbaren Funktionen überein.

Insbesondere werden vorteilhafterweise mindestens zwei vorgegebene Geraden zur Ermittlung der Vorzugsrichtung und mindestens zwei Funktionen, die selektiv angesteuert werden können, verwendet. In einer alternativen Implementierung werden vorteilhafterweise drei vorgegebene Geraden oder mindestens drei vorgegebene Richtungen zur Ermittlung der Vorzugsrichtung verwendet und mindestens drei Funktionen zur selektiven Ansteuerung vorgehalten.

Mit besonderem Vorteil kann für jede Ermittlung einer Vorzugsrichtung ein zeitlich gewichteter gleitender Mittelwert der Bewegungen oder der Anteile der Bewegung parallel zu den vorgegebenen Geraden oder Richtungen oder deren Beträge der zur Ermittlung der jeweiligen herangezogenen Bewegungsabschnitte erzeugt und jeweils der Ermittlung der Vorzugsrichtung zugrunde gelegt werden.

Gelöst wird die Aufgabe auch durch ein Verfahren zur Umwandlung einer mit einem Eingabemittel, das zur Erfassung mindestens zweidimensionaler gekoppelter Bewegungen eingerichtet ist, erfassten mindestens zweidimensionalen gekoppelten Bewegung in einen skalaren Wert und eine Information über die Auswahl einer von mindestens zwei vorgegebenen nicht parallelen Geraden oder Richtungen. Dabei wird eine Vorzugsrichtung der erfassten Bewegung parallel zu einer oder in einer Richtung entlang einer Parallelen von mindestens zwei vorgegebenen, nicht parallelen Geraden ermittelt, und ist jeder Geraden oder jeder Richtung genau ein Wert der Information über die Auswahl zugeordnet. Dabei wird als skalarer Wert oder zu dessen Bestimmung nur jeweils der in die Vorzugsrichtung oder der in die oder entgegen der Vorzugsrichtung gerichtete Anteil der erfassten Bewegung verwendet. Mit Vorteil beinhaltet das Verfahren auch die Verwendung des skalaren Werts und der Information über die Auswahl zur Ansteuerung eines Vorgangs, eines Prozesses oder einer Maschine.

Auch umfasst das Verfahren insbesondere die Erfassung der mindestens zweidimensionalen Bewegung unter Verwendung des Eingabemittels.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens nach Anspruch 1 gemäß der obigen Ausführungen können ebenfalls angewandt werden.

Gelöst wird die Aufgabe auch durch ein Computerprogrammprodukt, eingerichtet zur Durchführung eines der vorstehend erläuterten Verfahren.

Ebenfalls gelöst wird die Aufgabe durch einen Datenträger aufweisend ein solches Computerprogrammprodukt.

Darüber hinaus wird die Aufgabe auch gelöst durch eine Datenverarbeitungsanlage oder ein System von Datenverarbeitungsanlagen oder ein System, eingerichtet zur Durchführung eines vorstehend geschilderten Verfahrens, aufweisend mindestens ein Eingabemittel, das zur Erfassung mindestens zweidimensionaler gekoppelter Bewegungen eingerichtet ist.

Mögliche Ausführungsformen und weitere Vorteile sollen im Folgenden rein exemplarisch und nicht beschränkend anhand einiger Beispiele sowie einer Figur erläutert werden:

Dabei zeigt die Figur:

Fig. 1 eine schematische Darstellung der Durchführung des Verfahrens.

Beispielsweise ist es denkbar, einen in einer Ebene verfahrbaren Aktuator durch eine klassische Computermaus in dieser Ebene zu verfahren. In einem solchen Fall oder auch generell werden vom Betriebssystem meist in gewissen, nicht unbedingt gleichen Zeitabständen Koordinaten für die Mausbewegung zur Verfügung gestellt. Vorgegeben werden könnten dann zwei Geraden, die senkrecht zueinanderste- hen. Die Anteile der Mausbewegung entlang dieser Geraden, basierend auf den vom Betriebssystem zur Verfügung gestellten Koordinaten, könnten dann gewichtet betragsmäßig aufsummiert und jeweils verglichen werden. Ein solches Vorgehen wäre für die Komponenten entlang einer Geraden in der folgenden Formel darstellbar: i

Dabei stellt Yi jeweils die Position projiziert auf eine der vorgegebenen geraden dar. Der Index i läuft vom ersten Bewegungsabschnitt (t = 1 ) bis zur aktuellen Zeit t bzw. dem aktuellen Bewegungsabschnitt. Wi stellt dabei den Gewichtungsfaktor dar, der beispielsweise als 0. ' e n für alle i < t und als 0, 1 für t = i angenommen werden kann. Der Gewichtungsfaktor kann jedoch auch abhängig von der gewünschten Implementierung anders gewählt werden. Vorteilhafterweise nimmt er jedoch für weiter zurückliegende Bewegungen kleinere Werte an.

Basierend auf dem vorausgehenden Wert ergibt sich dann in einer anderen Schreibweise beispielsweise die folgende Darstellung:

Die betragsmäßig und gewichtet aufsummierten Anteile entlang der vorgegebenen Geraden können dann miteinander verglichen werden. Ist der Anteil entlang der ersten Gerade größer als der Anteile entlang der zweiten, so wird die erste Gerade als Vorzugsrichtung gewählt und andersherum. Bei Identität kann eine beliebige Gerade als Vorzugsrichtung ausgewählt werden oder keine Aktion durchgeführt werden. Ist die Vorzugsrichtung bestimmt, wird die der Vorzugsrichtung zugeordnete Funktion mit dem entsprechenden Wert aufgerufen. Der Wert bestimmt sich anhand des Anteils der Bewegung entlang der Vorzugsrichtung. Ist beispielsweise der Y-Anteil größer, so wird die diesem Anteil entsprechende Vorzugsrichtung, hier also beispielsweise die zweite Gerade, als Vorzugsrichtung gewählt.

Den einzelnen Vorzugsrichtungen oder Geraden sind entsprechende Funktionen zugeordnet. In diesem Fall könnte es sich bei der Funktion, die der ersten Gerade zugeordnet ist, um die Funktion zur Bewegung des Aktuators in x-Richtung und bei der Funktion, die der zweiten Gerade zugeordnet ist, um die Funktion zur Bewegung des Aktuators in y-Richtung handeln.

In diesem Fall würde die Funktion zur Bewegung in y-Richtung dann mit dem Wert oder basierend auf dem Wert

angesteuert werden. Auf einem Wert basierend bedeutet, dass der Wert zur An- steuerung der Funktion in einer vorbestimmten Weise verändert, beispielsweise skaliert werden kann.

Soll eine Bewegung beispielsweise nur bei betätigter Maustaste erfolgen, so werden die entsprechenden Schritte nur mit solchen Koordinaten durchgeführt, die Bewegungen entstammen, während derer die Maustaste gedrückt war.

Alternativ zur Aufsummierung der Beträge können auch die absoluten Werte der Bewegungen entlang der vorgegebenen Geraden aufsummiert werden.

Auch wäre es denkbar, mit Richtungen entlang der Geraden zu arbeiten und die Anteile der Bewegung jeweils in positive bzw. negative Richtung auf einer der beiden Geraden zu zerlegen und diese entsprechend separat aufzusummieren. Dann würde man möglicherweise vier Funktionen vorhalten, von denen jeweils eine einer Richtung entlang einer Geraden zugeordnet ist. Die Funktionen könnten dann dazu eingerichtet sein, den Aktuator jeweils in eine Richtung auf der x- Achse bzw. in eine Richtung auf der y-Achse zu bewegen. Durch diese Ausfüh- rungen wird deutlich, dass sich häufig das Ergebnis der verschiedenen Implementierungen, in Bezug auf die Verwendung von Geraden als Vorzugsrichtung oder Richtungen auf Geraden als Vorzugsrichtung nicht oder nur kaum unterscheidet, sofern man ansonsten die absoluten Werte der Bewegungsanteile und nicht die die Beträge der Werte der Bewegungsanteile aufsummiert. Ein deutlicher Unterschied hingegen ist in dem Ergebnis der Implementierungen wahrzunehmen, wenn man solche vergleicht, bei denen die Beträge der Bewegungsanteile aufsummiert wurden, bzw. solche, bei denen die Werte der Bewegungsanteile direkt aufsummiert wurden. Denn beim Aufsummieren der Beträge werden Bewegungen der Computermaus entlang einer Geraden, jedoch mit unterschiedlichem Vorzeichen als Beträge aufsummiert und stärken dadurch gemeinsam eine Vorzugsrichtung. Werden die absoluten Werte aufsummiert, so heben sich die Bewegungen in entgegengesetzte Richtung entlang einer Geraden gegenseitig auf und stärken somit nicht diese Vorzugsrichtung, sondern verhalten sich weitestgehend neutral in Bezug auf die Festlegung einer Vorzugsrichtung.

Eine alternative Anwendung des Verfahrens, die jedoch auf die oben geschilderte Durchführung ebenfalls aufbauen kann, stellt die Navigation innerhalb eines Bildes dar. Beispielsweise kann einer ersten Gerade die Verschiebung des Bildausschnitts in x-Richtung und einer zweiten Gerade die Verschiebung des Bildausschnitts in y-Richtung als Funktion zugeordnet sein.

Alternativ kann beispielsweise auch eine Farbselektion in einer Darstellung eines HSV, HSL oder HSI Farbraums mit einem entsprechenden Verfahren durchgeführt werden. Ist das Eingabemittel zur Erfassung dreidimensionaler gekoppelter Bewegungen geeignet, können alle Anteile mit diesem Verfahren gesteuert werden. Ist das Eingabemittel nur zur Erfassung zweidimensionaler gekoppelter Bewegungen eingerichtet, so kann insbesondere die Auswahl der H und S Komponenten durch dieses Verfahren gesteuert werden. Ebenso ist aber auch die Navigation in einer Darstellung von Audiodaten möglich. So kann beispielsweise eine einer ersten Gerade zugeordnete Funktion zur Navigation auf der Zeitachse verwendet werden und eine zweite Funktion, die einer zweiten Geraden zugeordnet ist, zum Herein- und Herauszoomen eingerichtet sein. Figur 1 zeigt eine Schema- tische Darstellung der Durchführung des Verfahrens. Dargestellt sind als Pfeile drei vorgegebene Vorzugsrichtungen u, w, v. Darüber hinaus dargestellt ist ein Bewegungsabschnitt vom Punkt 1 zum Punkt 2. Gestrichelt eingezeichnet sind die Projektionen des Bewegungsabschnitts auf die drei vorgegebenen Vorzugsrichtungen u,v, w, bezeichnet mit U2, V2, W2. Die Projektion W2 weißt die größte Länge auf. Somit ist w die Vorzugsrichtung des Bewegungsabschnitte vom Punkt 1 zum Punkt 2. Die Länge der Projektion W2 bzw. die Projektion W2 stellt den zu verwendenden Anteil des Bewegungsabschnitts da.