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Title:
METHOD FOR THE SEPARATION OF ENANTIOMERIC MIXTURES FROM METAL COMPLEXES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/001990
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to methods for the separation of mixtures which contain enantiomers of metal complexes with aromatic and/or heteroaromatic ligands, to metal complexes and to electronic devices, particularly organic electroluminescent devices, containing said metal complexes. In the method, a mixture of enantiomers of a metal complex is reacted with an optically active boron compound to obtain a diastereomer mixture, and the diastereomer mixture is separated.

Inventors:
STOESSEL, Philipp (Guenthersburgallee 93, FRANKFURT AM MAIN, 60389, DE)
EHRENREICH, Christian (Eichbergstrasse 22, DARMSTADT, 64285, DE)
Application Number:
EP2017/065763
Publication Date:
January 04, 2018
Filing Date:
June 27, 2017
Export Citation:
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Assignee:
MERCK PATENT GMBH (Frankfurter Strasse 250, Darmstadt, 64293, DE)
International Classes:
C07F15/00; C07B57/00; C09B57/10; H01L51/00
Domestic Patent References:
WO2014023377A22014-02-13
WO2016015815A12016-02-04
WO2003048175A12003-06-12
WO2004085449A12004-10-07
WO2002060910A12002-08-08
WO2002068435A12002-09-06
WO2000022026A12000-04-20
WO2006061181A12006-06-15
WO1992018552A11992-10-29
WO2004070772A22004-08-19
WO2004113468A12004-12-29
WO2005014689A22005-02-17
WO2004041901A12004-05-21
WO2004113412A22004-12-29
WO2005040302A12005-05-06
WO2005104264A12005-11-03
WO2007017066A12007-02-15
WO2005011013A12005-02-03
WO2004013080A12004-02-12
WO2004093207A22004-10-28
WO2006005627A12006-01-19
WO2010006680A12010-01-21
WO2005039246A12005-04-28
WO2008086851A12008-07-24
WO2007063754A12007-06-07
WO2008056746A12008-05-15
WO2010136109A12010-12-02
WO2011000455A12011-01-06
WO2007137725A12007-12-06
WO2005111172A22005-11-24
WO2006117052A12006-11-09
WO2010054729A22010-05-20
WO2010054730A12010-05-20
WO2010015306A12010-02-11
WO2009062578A12009-05-22
WO2009148015A12009-12-10
WO2015169412A12015-11-12
WO2010050778A12010-05-06
WO2011042107A22011-04-14
WO2011088877A12011-07-28
WO2010108579A12010-09-30
WO2014094964A12014-06-26
WO2004058911A22004-07-15
WO2004037887A22004-05-06
Foreign References:
EP0842208A11998-05-20
EP0707020A21996-04-17
EP0894107A11999-02-03
EP1028136A22000-08-16
US20050069729A12005-03-31
JP2004288381A2004-10-14
EP1205527A12002-05-15
US20090134784A12009-05-28
EP1617710A12006-01-18
EP1617711A12006-01-18
EP1731584A12006-12-13
JP2005347160A2005-12-15
EP0652273A11995-05-10
US20090136779A12009-05-28
Other References:
CHEMISTRY - A EUROPEAN JOURNAL, vol. 18, no. 28, 2012, pages 8765 - 73
EUROPEAN JOURNAL OF INORGANIC CHEMISTRY, 2013, pages 4164 - 4172
M. S. ARNOLD ET AL., APPL. PHYS. LETT., vol. 92, 2008, pages 053301
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Claims:
Patentansprüche 1. Verfahren zur Auftrennung von Mischungen, die Enantiomere von

Metallkomplexen mit aromatischen und/oder heteroaromatischen Ligenden enthalten, umfassend die Schritte:

A) Bereitstellen einer Mischung von reaktiven Metallkomplexen, wobei die Mischung mindestens zwei Enantiomere der reaktiven Metallkomplexe umfasst;

B) Umsetzung der gemäß Schritt A) bereitgestellten Mischung mit einer optisch aktiven Borverbindung unter Erhalt einer Diastereo- meren-Mischung und

C) Auftrennung der gemäß Schritt B) erhaltenen Diastereomeren- Mischung. 2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass eine

Mischung von Metallkomplexen eingesetzt wird, deren reaktive

Metall komplexe der allgemeinen Formel (1 ) entsprechen: wobei für die verwendeten Symbole und Indizes gilt:

L ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten ein bidentaler

Ligand

L' ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten ein Ligand; n ist 1 , 2 oder 3, vorzugsweise 2 oder 3, besonders bevorzugt 3; m ist 0, 1 , 2, 3 oder 4, vorzugsweise 0, 1 oder 2, besonders

bevorzugt 0; dabei können auch mehrere Liganden L miteinander oder L mit L' über eine Einfachbindung oder eine bivalente oder trivalente Brücke verknüpft sein und so ein tridentates, tetradentates, pentadentates oder hexadentates Ligandensystem aufspannen. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die

reaktiven Metallkomplexe der allgemeinen Formel (1 ) eine Teilstruktur M(L)n der Formel (2) enthalten:

wobei für die verwendeten Symbole und Indizes gilt:

CyC ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten eine Aryl- oder Heteroarylgruppe mit 5 bis 18 aromatischen Ringatomen oder eine Fluoren- bzw. Azafluorengruppe, welche jeweils über ein Kohlenstoffatom an Ir koordiniert und welche jeweils mit einem oder mehreren Resten R substituiert sein kann und welche jeweils über eine kovalente Bindung mit CyD verbunden ist;

CyD ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten eine Heteroarylgruppe mit 5 bis 18 aromatischen Ringatomen, welche über ein neutrales Stickstoffatom oder über ein Carben-Kohlenstoff- atom an Ir koordiniert und welche mit einem oder mehreren Resten R substituiert sein kann und welche über eine kovalente Bindung mit CyC verbunden ist;

R ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F, Cl, Br, I, N(R1)2, CN, NO2, OH, COOH, C(=O)N(R1)2, Si(R1)s, B(OR1)2, C(=O)R1, C(=O)OR1, P(=O)(R1)2, S(=O)R1, S(=O)2R1, OSO2R1, eine geradkettige Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 1 bis 20 C-Atomen oder eine Alkenyl- oder Alkinylgruppe mit 2 bis 20 C- Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 3 bis 20 C-Atomen, wobei die Alkyl-, Alkoxy-, Thioalkoxy-, Alkenyl- oder Alkinylgruppe jeweils mit einem oder mehreren Resten R1 substituiert sein kann, wobei eine oder mehrere nicht benachbarte CH2-Gruppen durch R1C=CR1, C≡C, Si(R1)2, C=O, NR1, O, S oder CONR1 ersetzt sein können, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann, oder eine Aryloxy- oder Heteroaryloxygruppe mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, die durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann; dabei können zwei Reste R auch miteinander ein Ringsystem bilden; R1 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F, Cl, Br, I, N(R2)2, CN, NO2, Si(R2)s, B(OR2)2, C(=O)R2, C(=O)OR2,

P(=O)(R2)2, S(=O)R2, S(=O)2R2, OSO2R2, eine geradkettige Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 1 bis 20 C-Atomen oder eine Alkenyl- oder Alkinylgruppe mit 2 bis 20 C-Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 3 bis 20 C-Atomen, wobei die Alkyl-, Alkoxy-, Thioalkoxy-, Alkenyl- oder Alkinylgruppe jeweils mit einem oder mehreren Resten R2 substituiert sein kann, wobei eine oder mehrere nicht benachbarte CH2-Gruppen durch R2C=CR2, C≡C, Si(R2)2, C=O, NR2, O, S oder CONR2 ersetzt sein können, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R2 substituiert sein kann, oder eine Aryloxy- oder Heteroaryloxygruppe mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, die durch einen oder mehrere Reste R2 substituiert sein kann, oder eine Aralkyl- oder Heteroaralkylgruppe mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, die durch einen oder mehrere Reste R2 substituiert sein kann, oder eine Diarylaminogruppe, Diheteroarylaminogruppe oder Aryl- heteroarylaminogruppe mit 10 bis 40 aromatischen Ringatomen, welche durch einen oder mehrere Reste R2 substituiert sein kann; dabei können zwei oder mehrere Reste R1 miteinander ein Ringsystem bilden; R2 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F oder ein aliphatischer, aromatischer und/oder heteroaromatischer organischer Rest, insbesondere ein Kohlenwasserstoffrest, mit 1 bis 20 C-Atomen, in dem auch ein oder mehrere H-Atome durch F ersetzt sein können, dabei können zwei oder mehrere Substitu- enten R2 auch miteinander ein mono- oder polycyclisches Ringsystem bilden; n ist 1 , 2 oder 3, vorzugsweise 2 oder 3, besonders bevorzugt 3; dabei können auch mehrere Liganden L miteinander über eine

Einfachbindung oder eine bivalente oder trivalente Brücke verknüpft sein und so ein tridentates, tetradentates, pentadentates oder hexa- dentates Ligandensystem aufspannen; dabei kann auch ein Substituent zusätzlich an Ir koordinieren. 4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Metallkomplex einen, zwei oder drei biden- tate Liganden aufweist, wobei die bidentaten Liganden gleich oder verschieden bei jedem Auftreten ein Kohlenstoffatom und ein Stickstoffatom oder zwei Kohlenstoffatome oder zwei Stickstoffatome oder zwei Sauerstoffatome oder ein Sauerstoffatom und ein Stickstoffatom als koordinierende Atome aufweisen. 5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer der bidentaten Liganden ausgewählt ist aus den Strukturen der Formeln (L-1 -1 ), (L-1 -2) und (L-2-1 ) bis (L-2-4),

wobei * die Position der Koordination an das Metall darstellt die weiteren verwendeten Symbole gilt:

X ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden CR oder N mit der Maßgabe, dass maximal ein Symbol X pro Cyclus für N steht, wobei X C ist, falls an dieser Position der Ligand mit einer Brücke verbunden ist;

R die in Anspruch 3 genannten Bedeutungen aufweist; wobei die Liganden optional durch eine Brücke verbunden sein können, wobei die Bindung an die Brücke bevorzugt über die mit„o" markierte Position erfolgen kann; und/oder dass mindestens einer der bidentaten Liganden ausgewählt ist aus den Strukturen der Formeln (L-3) bis (L-30), wobei * die Position der Koordination an das Metall darstellt die weiteren verwendeten Symbole gilt:

X ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden CR oder N mit der Maßgabe, dass maximal ein Symbol X pro Cyclus für N steht, wobei X C ist, falls an dieser Position der Ligand mit einer Brücke verbunden ist; R, R1 die in Anspruch 3 genannten Bedeutungen aufweist wobei die Liganden optional durch eine Brücke verbunden sein können, wobei die Bindung an die Brücke bevorzugt über die mit„o" markierte Position erfolgen kann; und/oder dass mindestens einer der bidentaten Liganden ausgewählt ist aus den Strukturen der folgenden Formeln (L-31 ) und (L-32), wobei * die Position der Koordination an das Metall darstellt und für die weiteren verwendeten Symbole gilt:

X ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden CR oder N mit der Maßgabe, dass maximal ein Symbol X pro Cyclus für N steht, wobei X C ist, falls an dieser Position der Ligand mit einer Brücke verbunden ist;

R die in Anspruch 3 genannten Bedeutungen aufweist; wobei die Liganden optional durch eine Brücke verbunden sein können, wobei die Bindung an die Brücke bevorzugt über die mit„o" markierte Position erfolgen kann; und/oder dass mindestens einer der bidentaten Liganden ausgewählt ist aus den Strukturen der folgenden Formeln (L-39) bis (L-42),

wobei die Liganden (L-39) bis (L-41 ) jeweils über das explizit eingezeichnete Stickstoffatom und das negativ geladene Sauerstoffatom und der Teilligand (L-42) über die beiden Sauerstoffatome an das Metall koordinieren, X bei jedem Auftreten gleich oder verschieden CR oder N mit der Maßgabe ist, dass maximal ein Symbol X pro Cyclus für N steht, wobei X C ist, falls an dieser Position der Ligand mit einer Brücke verbunden ist und R die in Anspruch 3 genannten Bedeutungen aufweist, wobei die Liganden optional durch eine Brücke verbunden sein können, wobei die Bindung an die Brücke bevorzugt über die mit„o" markierte Position erfolgen kann, wobei X C ist, falls an dieser Position der Ligand mit einer Brücke verbunden ist oder in Formel (L-42) das Kohlenstoffatom einen Substituenten R aufweisen kann, falls der Ligand an dieser Position nicht mit einer Brücke verbunden ist.

6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Metallkomplex mindestens einen Liganden mit zwei Substituenten R und/oder zwei Substituenten R1 aufweist, die an benachbarte Kohlenstoffatome gebunden sind und die miteinander einen Ring gemäß einer Formeln (RI-1 ) bis (RI-8) bilden,

wobei R und R1 die in Anspruch 3 genannten Bedeutungen aufweisen, die gestrichelten Bindungen die Verknüpfung der beiden Kohlenstoffatome im Liganden andeuten und weiterhin gilt:

A1, A3 ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten C(R3)2, O, S, NR3 oder C(=O);

A2 ist C(R )2, O, S, NR3 oder C(=O); A4, A5 ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten CR1 oder N;

A6, A7 ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten eine Alkylengruppe mit 2 oder 3 C-Atomen, in welcher ein Kohlenstoffatom durch Sauerstoff ersetzt sein kann und welche mit einem oder mehreren Resten R1 substituiert sein kann; mit der Maßgabe, dass in A4-A6-A5 bzw. A4-A7-A5 nicht zwei Heteroatome direkt aneinander gebunden sind

G ist eine Alkylengruppe mit 1 , 2 oder 3 C-Atomen, welche mit einem oder mehreren Resten R2 substituiert sein kann, -CR2=CR2- oder eine ortho-verknüpfte Arylen- oder Heteroarylengruppe mit 5 bis 14 aromatischen Ringatomen, welche durch einen oder mehrere Reste R2 substituiert sein kann;

R3 ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten H, F, eine geradkettige Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 1 bis 10 C-Atomen, eine verzweigte oder cyclische Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 3 bis 10 C- Atomen, wobei die Alkyl- oder Alkoxygruppe jeweils mit einem oder mehreren Resten R2 substituiert sein kann, wobei eine oder mehrere nicht benachbarte CH2-Gruppen durch R2C=CR2, C≡C, Si(R2)2, C=O, NR2, O, S oder CONR2 ersetzt sein können, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 24 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R2 substituiert sein kann, oder eine Aryloxy- oder Heteroaryloxygruppe mit 5 bis 24 aromatischen Ringatomen, die durch einen oder mehrere Reste R2 substituiert sein kann; dabei können zwei Reste R3, welche an dasselbe Kohlenstoffatom gebunden sind, miteinander ein aliphatisches oder aromatisches Ringsystem bilden und so ein Spirosystem aufspannen; weiterhin kann R3 mit einem benachbarten Rest R oder R1 ein aliphatisches Ringsystem bilden; wobei R2 die in Anspruch 3 genannte Bedeutung aufweist; mit der Maßgabe, dass in diesen Gruppen nicht zwei Heteroatome direkt aneinander gebunden sind und nicht zwei Gruppen C=O direkt aneinander gebunden sind. 7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mischung von reaktiven Metall komplexen eingesetzt wird, deren reaktive Metall komplexe der allgemeinen Formel entsprechen wobei die Symbole L, L', m und n die in Anspruch 2 genannten Bedeutungen aufweisen und die Liganden L und/oder L' über eine Brücke verknüpft sind, wobei gegebenenfalls eine Teilstruktur der Formel (2) gemäß Anspruch 3 gebildet wird, so dass vorzugsweise ein Metallkomplex enthaltend einen hexadentaten tripodalen Liganden gebildet wird und die Liganden L und L' als drei bidentate Teilliganden angesehen werden können, die an das Iridium koordinieren. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die

Brücke, über die die Liganden verknüpft sind, der Formel (3) entspricht,

wobei die gestrichelte Bindung die Bindung der Liganden, vorzugsweise der bidentaten Liganden an diese Struktur darstellt und für die verwendeten Symbole gilt:

X1 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden C, welches auch substituiert sein kann, oder N;

X2 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden C, welches auch substituiert sein kann, oder N oder zwei benachbarte Gruppen X2 stehen zusammen für N, welches auch substituiert sein kann, O oder S, so dass ein Fünfring entsteht; oder zwei benachbarte

Gruppen X2 stehen zusammen für C, welches auch substituiert sein kann, oder N, wenn in dem Cyclus eine der Gruppen X3 für N steht, so dass ein Fünfring entsteht; mit der Maßgabe, dass maximal zwei benachbarte Gruppen X2 in jedem Ring für N stehen; dabei können gegebenenfalls vorhandene Substituenten auch miteinander oder mit Substituenten, die an X1 gebunden sind, ein Ringsystem bilden;

X3 ist bei jedem Auftreten in einem Cyclus C oder eine Gruppe X3 steht für N und die andere Gruppe X3 in demselben Cyclus steht für C, wobei die Gruppen X3 in den drei Cyclen unabhängig voneinander gewählt werden können; mit der Maßgabe, dass zwei benachbarte Gruppen X2 zusammen für C, welches auch substituiert sein kann, oder N stehen, wenn in dem Cyclus eine der Gruppen χ3 für N steht; oder dass die Brücke, über die die Liganden verknüpft sind, der Formel (4) entspricht,

wobei die gestrichelte Bindung die Bindung der Liganden, vorzugsweise der bidentaten Liganden an diese Struktur darstellt und für die verwendeten Symbole gilt:

X1 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden C, welches auch substituiert sein kann, oder N;

X3 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden CR oder N mit der Maßgabe, dass nicht zwei Stickstoffatome direkt aneinander gebunden sind, wobei R die oben genannten Bedeutungen aufweist; oder dass die Brücke, über die die Liganden verknüpft sind, der Formel (5) entspricht,

wobei die gestrichelte Bindung die Bindung der Liganden an diese Struktur darstellt und für die verwendeten Symbole gilt:

X1 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden C, welches auch substituiert sein kann, oder N; A ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden gewählt aus der Gruppe bestehend aus -O-C(=O)-, -NR-C(=O)- oder -CR2-CR2-, wobei R die oben genannten Bedeutungen aufweist und der Rest R, der an das Stickstoffatom gebunden ist, nicht H oder D ist; oder dass die Brücke, über die die Liganden verknüpft sind, der Formel (6), (7) oder (8) entspricht,

wobei die gestrichelte Bindung die Bindung der Liganden an diese Struktur darstellt und die verwendeten Symbole in Formel (6) die für

Formel (3) angegebenen Bedeutungen haben und die Symbole in Formel (7) die für Formel (4) angegebenen Bedeutungen haben und die Symbole in Formel (8) die für Formel (5) angegebenen Bedeutungen haben; dabei können die drei bidentaten Liganden außer durch die Brücke der Formel (3) bis (8) auch durch eine weitere Brücke zu einem Kryptat geschlossen sein. 9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die optisch aktive Borverbindung eine Borverbindung gemäß Formel (BE-1 ) ist, wobei die Symbole die folgende Bedeutung aufweisen: Za ist ausgewählt aus H, D, OR, Halogen, B(R)2;

zb, Zc ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden OR, N(R)2, eine geradkettige Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 1 bis 40 C-Atomen oder eine Alkenyl- oder Alkinylgruppe mit 2 bis 40 C- Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 3 bis 40 C-Atomen, wobei die Alkyl-, Alkoxy-, Thioalkoxy-, Alkenyl- oder Alkinylgruppe jeweils mit einem oder mehreren Resten R substituiert sein kann, wobei eine oder mehrere nicht benachbarte CH2-Gruppen durch RC=CR, C≡C, Si(R)2, C=O, NR, O, S, COOR oder CONR ersetzt sein können, dabei können die Reste R auch miteinander ein Ringsystem bilden;

R die in Anspruch 3 genannte Bedeutung aufweist, wobei mindestens einer der Reste Zb, Zc ein Chiralitätszentrum umfasst.

10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die

optisch aktive Borverbindung eine Verbindung gemäß Formel (BE-2) oder (BE-3) ist,

wobei Za die in Anspruch 9 genannte Bedeutung aufweist und die weiteren Symbole die folgende Bedeutung aufweisen:

W ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden NR, O oder S, vorzugsweise NR oder O und besonders bevorzugt O;

Ra, Rb, Rc, Rd

ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F, Cl, Br, I, N(R1)2, CN, NO2, OH, COOH, C(=O)N(R1)2, Si(R1)3, B(OR1)2, C(=O)R1, P(=O)(R1)2, S(=O)R1, S(=O)2R1, OSO2R1, eine geradkettige Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 1 bis 20

C-Atomen oder eine Alkenyl- oder Alkinylgruppe mit 2 bis 20 C- Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 3 bis 20 C-Atomen, wobei die Alkyl-, Alkoxy-, Thioalkoxy-, Alkenyl- oder Alkinylgruppe jeweils mit einem oder mehreren Resten R1 substituiert sein kann, wobei eine oder mehrere nicht benachbarte CH2-Gruppen durch R1C=CR1, C≡C, Si(R1)2, C=O, NR1, O, S oder CONR1 ersetzt sein können, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann, oder eine Aryloxy- oder Heteroaryloxygruppe mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, die durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann; dabei können zwei Reste Ra, Rb, Rc und/oder Rd auch miteinander ein Ringsystem bilden;

R, R1 die in Anspruch 3 genannte Bedeutung aufweisen.

1 1 . Metallkomplex erhältlich nach einem Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10.

12. Metallkomplex gemäß der allgemeinen Formel (1 b), worin die Symbole L und L' die in Anspruch 2 genannte Bedeutung haben und mindestens einer der Liganden L und/oder L' einen Bor- haltigen Substituenten mit einem Chiralitätszentrum umfasst.

13. Metallkomplex gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Bor-haltigen Substituent mit einem Chiralitätszentrum der Formel (BS-1 ) entspricht,

wobei die Symbole Zb und Zc die in Anspruch 9 genannte Bedeutung aufweisen und die gestrichelte Linie die Bindung an den Liganden darstellt.

14. Oligomer, Polymer oder Dendrimer enthaltend einen oder mehrere Metallkomplexe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 1 bis 13, wobei statt eines Wasserstoffatoms oder eines Substituenten ein oder mehrere Bindungen des Metallkomplexes zum Polymer, Oligomer oder Dendrimer vorhanden sind.

15. Formulierung, enthaltend mindestens einen Metallkomplex nach

einem oder mehreren der Ansprüche 1 1 bis 13 oder mindestens ein Oligomer, Polymer oder Dendrimer nach Anspruch 14 und mindestens ein Lösemittel.

16. Verwendung eines Metallkomplexes nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 1 bis 13 oder eines Oligomers, Polymers oder Dendr- imers nach Anspruch 14 zur Herstellung eines optisch aktiven Metallkomplexes, der vorzugsweise mindestens ein Boratom weniger aufweist als der eingesetzte Metallkomplex.

17. Verfahren zur Herstellung von optisch aktiven Übergangskomplexen, dadurch gekennzeichnet, dass eine nach Schritt C) eines Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 bis 10 erhaltene Zusammensetzung in einer Kupplungsreaktion unter Abspaltung von Borverbindungen umgesetzt wird.

18. Elektronische Vorrichtung enthaltend mindestens einen Metallkomplex nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 1 bis 13 oder ein Oligo- mer, Polymer oder Dendrimer nach Anspruch 14, wobei die elektro- nische Vorrichtung bevorzugt ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus organischen Elektrolumineszenzvorrichtungen, organischen integrierten Schaltungen, organischen Feld-Effekt-Transis- toren, organischen Dünnfilmtransistoren, organischen lichtemittierenden Transistoren, organischen Solarzellen, organischen optischen Detektoren, organischen Photorezeptoren, organischen Feld-Quench-

Devices, lichtemittierenden elektrochemischen Zellen, Sauerstoff- Sensoren, Sauerstoff-Sensibilisatoren oder organischen Laserdioden.

Description:
VERFAHREN ZUR AUFTRENNUNG VON ENANTIOMERENMISCHUNGEN

VON METALLKOMPLEXEN

Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zur Auftrennung von

Mischungen, die Enantiomere von Metallkomplexen mit aromatischen und/oder heteroaromatischen Ligenden enthalten. Ferner beschreibt die vorliegende Erfindung Metallkomplexe, die nach einem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlich sind, sowie deren Verwendung.

Die Verwendung von enantiomerenreinen Verbindungen in elektronischen Vorrichtungen ist mit Vorteilen verbunden. In Chemistry - A European Journal (2012), 18(28), 8765-73 wird beispielsweise dargestellt, dass enantiomerenreine Triplettemitter insbesondere in Sensoren Verwendung finden können. Ferner wird deren Anwendung zur Detektion von Nukleinsäuren oder Proteinen diskutiert (vgl. European Journal of Inorganic Chemistry (2013), 4164-4172.

Die Herstellung von enantiomerenreinen Verbindungen ist sehr aufwändig und mit hohen Kosten verbunden. Gemäß dem Stand der Technik werden enantiomerenreine Iridiumkomplexe insbesondere durch die Verwendung von enantiomerenreinen Liganden erhalten, so dass mit den Δ- und Λ-lso- meren ein Diastereomerengemisch gebildet wird, welches über eine übliche Säule getrennt werden kann. Nachteilig ist jedoch, dass die Herstellung von enantiomerenreinen Liganden sehr teuer ist, wobei nicht alle interessanten Liganden ein Chiralitätszentrum aufweisen. Zwar können die Liganden, welche ein Chiralitätszentrum aufweisen, gegen andere Liganden ausgetauscht werden. Allerdings gelingt dies nicht zuverlässig mit sterisch anspruchsvollen Liganden.

Ferner können enantiomerenreine Δ- und/oder Λ-lsomere aus den race- mischen Mischungen durch die Verwendung von chiralen Chromatogra- phiesäulen gewonnen werden. Diese Methode ist aufgrund der Kosten für diese Säulen ebenfalls sehr teuer.

Darüber hinaus zeigen bekannte Komplexe vielfach sehr hohe Sublimationstemperaturen oder geringe Löslichkeiten, so dass diese Komplexe nur sehr schwer verarbeitet werden können. Weiterhin sind auch bei den Komplexen noch Verbesserungen in Bezug auf die Eigenschaften bei Verwendung in einer organischen Elektrolumi- neszenzvorrichtung, insbesondere in Bezug auf Effizienz, Spannung und/oder Lebensdauer, wünschenswert.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher die Bereitstellung neuer Verfahren zur Auftrennung von Mischungen, die Enantiomere von Metallkomplexen mit aromatischen und/oder heteroaromatischen Liganden enthalten, das mit hoher Ausbeute und niedrigen Kosten durchgeführt werden kann. Weiterhin ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung von optisch aktiven Metallkomplexen bereitzustellen, welche sich als Emitter für die Verwendung in OLEDs eignen. Insbesondere sollte die Enantiomerenreinheit den Bedürfnissen entsprechend einstellbar sein. Ferner soll ein Verfahren zur Herstellung und zur Auf- trennung optisch aktiver Metallkomplexe zur Verfügung gestellt werden, das bei milderen Synthesebedingungen, insbesondere in Bezug auf Reaktionsdauer und Reaktionstemperatur, durchgeführt werden kann, jeweils verglichen mit Komplexen, die strukturell vergleichbare Liganden aufweisen. Weiterhin ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Metallkomplexe bereitzustellen, die keine facial-meridional-lsomerisierung zeigen, was bei Komplexen gemäß dem Stand der Technik ein Problem darstellen kann. Darüberhinaus ist die Bereitstellung von Emittern, die besonders einfach und schonend verarbeitet und insbesondere bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen sublimiert oder in hohen Konzentra- tionen gelöst werden können, eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung. Weiterhin ist die Aufgabe, Emitter bereitzustellen, welche verbesserte Eigenschaften in Bezug auf Effizienz, Betriebsspannung und/oder Lebensdauer zeigen. Überraschend wurde gefunden, dass Verfahren zur Auftrennung von Mischungen, die Enantiomere von Metallkomplexen mit aromatischen und/oder heteroaromatischen Ligenden enthalten, mit den nachfolgend beschriebenen Merkmalen, diese Aufgabe lösen, wobei sich die erhältlichen Metall komplexe sehr gut für die Verwendung in elektronischen Vor- richtungen, insbesondere in organischen Elektrolumineszenzvornchtungen eignen. Diese Verfahren, sowie die hierdurch erhältlichen Metallkomplexe und elektronische Vorrichtungen, welche diese Komplexe enthalten, sind daher der Gegenstand der vorliegenden Erfindung.

Gegenstand der Erfindung ist somit ein Verfahren zur Auftrennung von Mischungen, die Enantiomere von Metallkomplexen mit aromatischen und/oder heteroaromatischen Ligenden enthalten, umfassend die Schritte:

A) Bereitstellen einer Mischung von reaktiven Metallkomplexen, wobei die Mischung mindestens zwei Enantiomere des reaktiven Metall- komplexes umfasst; B) Umsetzung der gemäß Schritt A) bereitgestellten Mischung mit einer optisch aktiven Borverbindung unter Erhalt einer Diastereomeren- Mischung; und C) Auftrennung der gemäß Schritt B) erhaltenen Diastereomeren- Mischung.

In Schritt A) wird eine Mischung von reaktiven Metallkomplexen bereit- gestellt, wobei die Mischung mindestens zwei Enantiomere der Komplexe umfasst. Dabei bedeutet„reaktiv", dass der Komplex mindestens eine funktionelle Gruppe aufweist, die in der Lage ist, in Schritt B) mit der optisch aktiven Borverbindung zu reagieren. Bevorzugte funktionelle Gruppen sind ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Halogenen, insbesondere Cl, Br, I, Triflat, Mesylat oder Tosylat, besonders bevorzugt Cl, Br oder I, insbesondere Br.

In einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens kann vorgesehen sein, dass die beiden Enantiomere genau eines Metallkomplexes getrennt werden.

Die Reinheit der eingesetzten Metallkomplexe kann in einem weiten Bereich liegen, so dass grundsätzlich jede Mischung mit den genannten Merkmalen eingesetzt werden kann und die Mischung weitere Komponenten enthalten kann, beispielsweise Metallkomplexe, die sich von den Enantiomeren unterscheiden, die durch das Verfahren aufgetrennt werden sollten. Ferner kann die Mischung Liganden enthalten, die kein Metallatom komplexieren. In einer vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung wird jedoch eine relativ reine Metallkomplexmischung eingesetzt, so dass die in Schritt A) eingesetzte Mischung von reaktiven Metallkom- plexen mindestens 80 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 90 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens 95 Gew.-% und speziell bevorzugt mindestens 99 Gew.-% an Metallkomplex zweier Enantiomere aufweist, jeweils bezogen auf das Gewicht an Metallkomplex. Der Anteil an freien Liganden ist vorzugsweise auf höchstens 50 Gew.-%, besonders bevor- zugt höchstens 40 Gew.-%, insbesondere bevorzugt höchstens 20

Gew.-%, speziell bevorzugt höchstens 10 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt höchstens 5 Gew.-% begrenzt, bezogen auf das Gewicht an Metallkomplex. In einer bevorzugten Ausführungsform besteht die in Schritt A) eingesetzte Mischung von reaktiven Metallkomplexen vorzugs- weise im Wesentlichen aus einem Racemat des aufzutrennenden Metallkomplexes, bezogen auf die reaktiven, ligandhaltigen Komponenten.

Reaktive, ligandhaltige Komponenten sind Bestandteile, die bei den Reaktionsbedingen mit der eingesetzten Borverbindung reagieren können, so dass weder die eingesetzten Borverbindungen noch unter Umständen verwendete Katalysatoren hiervon umfasst sind.

In einer bevorzugten Ausführungsform wird ein monometallischer Metallkomplex eingesetzt. Monometallisch im Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet, dass der Metallkomplex nur ein einziges Metallatom enthält.

Die Bindung des Liganden an das Metall kann sowohl eine Koordinationsbindung als auch eine kovalente Bindung sein bzw. der kovalente Anteil an der Bindung kann je nach Ligand und Metall variieren. Wenn in der vorliegenden Anmeldung die Rede davon ist, dass der Ligand bzw. der Teil- ligand an das Metall koordiniert oder bindet, so bezeichnet dies im Sinne der vorliegenden Anmeldung jede Art der Bindung von dem Liganden bzw. Teilliganden an das Metall, unabhängig vom kovalenten Anteil der Bindung. Bevorzugt sind die erfindungsgemäß einzusetzen MetaNkomplexe und die erhältlichen MetaNkomplexe dadurch gekennzeichnet, dass diese nicht geladen, d. h. elektrisch neutral, sind. Dies wird auf einfache Weise dadurch erreicht, dass die Ladungen der Liganden so gewählt werden, dass sie die Ladung des komplexierten Metallatoms kompensieren.

Es kann vorgesehen sein, dass der reaktive Metallkomplex drei bidentate Liganden aufweist, wobei alle drei Liganden gleich gewählt sind oder zwei der bidentaten Liganden gleich gewählt sind und der dritte bidentate Ligand unterschiedlich von den ersten beiden bidentaten Liganden ist.

In einer weiteren Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass der reaktive Metallkomplex einen, zwei oder drei bidentate Liganden aufweist, wobei die bidentaten Liganden gleich oder verschieden bei jedem Auftreten ein Kohlenstoffatom und ein Stickstoffatom oder zwei Kohlenstoffatome oder zwei Stickstoffatome oder zwei Sauerstoffatome oder ein Sauerstoffatom und ein Stickstoffatom als koordinierende Atome aufweisen.

Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass der Metallkomplex drei bidentate Liganden aufweist, wobei zwei der bidentaten Liganden an das Iridium über jeweils ein Kohlenstoffatom und ein Stickstoffatom oder über zwei Kohlenstoffatome koordinieren und der dritte der bidentaten

Liganden an das Metallatom, vorzugsweise das Iridium, über ein Kohlenstoffatom und ein Stickstoffatom oder über zwei Kohlenstoffatome oder über zwei Stickstoffatome oder über ein Stickstoffatom und ein Sauerstoff- atom oder über zwei Sauerstoffatome koordiniert, besonders bevorzugt wird das Iridium über ein Kohlenstoffatom und ein Stickstoffatom koordiniert.

Es ist weiterhin bevorzugt, wenn es sich bei dem Metallacyclus, der aus dem Metall und dem bidentaten Liganden aufgespannt wird, um einen Fünfring, der vor allem dann bevorzugt ist, wenn die koordinierenden Atome C und N, C und C, N und N oder N und O sind. Wenn es sich bei den koordinierenden Atomen um O handelt, kann auch ein Metallasechs- ring bevorzugt sein. Dies wird im Folgenden schematisch dargestellt:

wobei M das Metall, insbesondere Ir, N ein koordinierendes Stickstoff- atom, C ein koordinierendes Kohlenstoffatom und O koordinierende Sauerstoffatome darstellen und die eingezeichneten Kohlenstoffatome Atome des bidentaten Liganden darstellen.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist jeder der bidentaten Liganden gleich oder verschieden entweder monoanionisch oder neutral. Besonders bevorzugt ist jeder der bidentaten Liganden monoanionisch.

Die in Schritt A) eingesetzte Mischung von reaktiven Metallkomplexen weist vorzugsweise Iridium als Metall auf.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Metall Ir(lll) und zwei bidentate Liganden koordinieren an das Iridium über jeweils ein Kohlenstoffatom und ein Stickstoffatom oder über zwei Kohlenstoffatome und ein dritter bidentate Liganden koordiniert an das Iridium über ein Kohlenstoffatom und ein Stickstoffatom oder über zwei Kohlenstoffatome oder über zwei Stickstoffatome oder über ein Stickstoffatom und ein Sauerstoffatom oder über zwei Sauerstoffatome, insbesondere über ein Kohlenstoffatom und ein Stickstoffatom. Besonders bevorzugt handelt es sich somit um einen Iridiumkomplex, in dem alle drei bidentaten Liganden ortho-metalliert sind, d. h. mit dem Iridium einen Metallacyclus bilden, in dem mindestens eine Metall-Kohlenstoff-Bindung vorliegt.

In einer bevorzugten Ausführungsform kann eine Mischung von Metallkomplexen eingesetzt werden, deren reaktive Metallkomplexe der allgemeinen Formel (1 ) entsprechen wobei für die verwendeten Symbole und Indizes gilt:

L ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten ein bidentaler Ligand;

L' ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten ein Ligand; n ist 1 , 2 oder 3, vorzugsweise 2, besonders bevorzugt 3; m ist 0, 1 , 2, 3 oder 4, vorzugsweise 0, 1 oder 2, besonders bevorzugt 0; dabei können auch mehrere Liganden L miteinander oder L mit L' über eine Einfachbindung oder eine bivalente oder trivalente Brücke verknüpft sein und so ein tridentates, tetradentates, pentadentates oder hexaden- tates Ligandensystem aufspannen. Dabei bedeutet„reaktiver Metallkomplex" wie oben beschrieben, dass der Komplex mindestens eine funktionelle Gruppe aufweist, die in der Lage ist, mit der optisch aktiven Borverbindung zu reagieren.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthalten die reak- tiven Metallkomplexe der allgemeinen Formel (1 ) eine Teilstruktur M(L) n der Formel (2):

wobei für die verwendeten Symbole und Indizes gilt:

CyC ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden eine Aryl- oder Heteroarylgruppe mit 5 bis 18 aromatischen Ringatomen oder eine Fluoren- bzw. Azafluorengruppe, welche jeweils über ein Kohlenstoffatom an Ir koordiniert und welche jeweils mit einem oder mehreren Resten R substituiert sein kann und welche jeweils über eine kovalente Bindung mit CyD verbunden ist; CyD ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden eine Heteroaryl- gruppe mit 5 bis 18 aromatischen Ringatomen, welche über ein neutrales Stickstoffatom oder über ein Carben-Kohlenstoffatom an Ir koordiniert und welche mit einem oder mehreren Resten R substituiert sein kann und welche über eine kovalente Bindung mit CyC verbunden ist; R ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F, Cl, Br, I,

N(R 1 ) 2 , CN, NO 2 , OH, COOH, C(=O)N(R 1 ) 2 , Si(R 1 )s, B(OR 1 ) 2 ,

C(=O)R 1 , C(=O)OR 1 , P(=O)(R 1 ) 2 , S(=O)R 1 , S(=O) 2 R 1 , OSO2R 1 , eine geradkettige Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 1 bis 20 C- Atomen oder eine Alkenyl- oder Alkinylgruppe mit 2 bis 20 C-Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 3 bis 20 C-Atomen, wobei die Alkyl-, Alkoxy-, Thioalkoxy-, Alkenyl- oder Alkinylgruppe jeweils mit einem oder mehreren Resten R 1 substituiert sein kann, wobei eine oder mehrere nicht benachbarte CH 2 -Gruppen durch R 1 C=CR 1 , C≡C, Si(R 1 ) 2 , C=O, NR 1 , O, S oder CONR 1 ersetzt sein können, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein kann, oder eine Aryloxy- oder Heteroaryloxygruppe mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, die durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein kann; dabei können zwei Reste R auch miteinander ein Ringsystem bilden; R 1 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F, Cl, Br, I,

N(R 2 ) 2 , CN, NO2, Si(R 2 )s, B(OR 2 ) 2 , C(=O)R 2 , C(=O)OR 2 , P(=O)(R 2 ) 2 , S(=O)R 2 , S(=O)2R 2 , OSO2R 2 , eine geradkettige Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 1 bis 20 C-Atomen oder eine Alkenyl- oder Alkinylgruppe mit 2 bis 20 C-Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 3 bis 20 C- Atomen, wobei die Alkyl-, Alkoxy-, Thioalkoxy-, Alkenyl- oder Alkinylgruppe jeweils mit einem oder mehreren Resten R 2 substituiert sein kann, wobei eine oder mehrere nicht benachbarte CH 2 -Gruppen durch R 2 C=CR 2 , C≡C, Si(R 2 ) 2 , C=O, NR 2 , O, S oder CONR 2 ersetzt sein können, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann, oder eine Aryloxy- oder Heteroaryloxygruppe mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, die durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann, oder eine Aralkyl- oder Heteroaralkylgruppe mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, die durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann, oder eine Diarylaminogruppe, Diheteroarylaminogruppe oder Arylheteroaryl- aminogruppe mit 10 bis 40 aromatischen Ringatomen, welche durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann; dabei können zwei oder mehrere Reste R 1 miteinander ein Ringsystem bilden;

R 2 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F oder ein

aliphatischer, aromatischer und/oder heteroaromatischer organischer Rest, insbesondere ein Kohlenwasserstoffrest, mit 1 bis 20 C-Atomen, in dem auch ein oder mehrere H-Atome durch F ersetzt sein können, dabei können zwei oder mehrere Substituenten R 2 auch miteinander ein mono- oder polycyclisches Ringsystem bilden; n ist 1 , 2 oder 3, vorzugsweise 2, besonders bevorzugt 3; dabei können auch mehrere Liganden L miteinander über eine Einfachbindung oder eine bivalente oder trivalente Brücke verknüpft sein und so ein tridentates, tetradentates, pentadentates oder hexadentates Liganden- system aufspannen; dabei kann auch ein Substituent zusätzlich an Ir koordinieren.

Wenn zwei Reste R bzw. R 1 miteinander ein Ringsystem bilden, so kann dieses mono- oder polycydisch, aliphatisch, heteroaliphatisch, aromatisch oder heteroaromatisch sein. Dabei können diese Reste, die miteinander ein Ringsystem bilden, benachbart sein, d.h. dass diese Reste an dasselbe Kohlenstoffatom oder an Kohlenstoffatome, die direkt aneinander gebunden sind, gebunden sind, oder sie können weiter voneinander entfernt sein. Unter der Formulierung, dass zwei oder mehr Reste miteinander einen Ring bilden können, soll im Rahmen der vorliegenden Beschreibung unter anderem verstanden werden, dass die beiden Reste miteinander durch eine chemische Bindung unter formaler Abspaltung von zwei Wasserstoffatomen verknüpft sind. Dies wird durch das folgende Schema verdeutlicht.

Weiterhin soll unter der oben genannten Formulierung aber auch verstanden werden, dass für den Fall, dass einer der beiden Reste Wasserstoff darstellt, der zweite Rest unter Bildung eines Rings an die Position, an die das Wasserstoffatom gebunden war, bindet. Dies soll durch das folgende Schema verdeutlicht werden:

Wie oben beschrieben, kann diese Ringbildung an Resten erfolgen, die an direkt aneinander gebundene Kohlenstoffatome gebunden sind, oder an Resten, die an weiter entfernt liegende Kohlenstoffatome gebunden sind. Bevorzugt ist eine solche Ringbildung aber bei Resten, die an direkt an- einander gebundene Kohlenstoffatome gebunden sind.

Eine Arylgruppe im Sinne dieser Erfindung enthält 6 bis 40 C-Atome; eine Heteroarylgruppe im Sinne dieser Erfindung enthält 2 bis 40 C-Atome und mindestens ein Heteroatom, mit der Maßgabe, dass die Summe aus

C-Atomen und Heteroatomen mindestens 5 ergibt. Die Heteroatome sind a

bevorzugt ausgewählt aus N, O und/oder S. Dabei wird unter einer Arylgruppe bzw. Heteroarylgruppe entweder ein einfacher aromatischer Cyclus, also Benzol, bzw. ein einfacher heteroaromatischer Cyclus, beispielsweise Pyridin, Pyrimidin, Thiophen, etc., oder eine kondensierte Aryl- oder Heteroarylgruppe, beispielsweise Naphthalin, Anthracen,

Phenanthren, Chinolin, Isochinolin, etc., verstanden. Ein aromatisches Ringsystem im Sinne dieser Erfindung enthält 6 bis 40 C-Atome im Ringsystem. Ein heteroaromatisches Ringsystem im Sinne dieser Erfindung enthält 1 bis 40 C-Atome und mindestens ein Heteroatom im Ringsystem, mit der Maßgabe, dass die Summe aus C-Atomen und Heteroatomen mindestens 5 ergibt. Die Heteroatome sind bevorzugt ausgewählt aus N, O und/oder S. Unter einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem im Sinne dieser Erfindung soll ein System verstanden werden, das nicht notwendigerweise nur Aryl- oder Heteroarylgruppen enthält, sondern in dem auch mehrere Aryl- oder Heteroaryl- gruppen durch eine nicht-aromatische Einheit (bevorzugt weniger als 10 % der von H verschiedenen Atome), wie z. B. ein C-, N- oder O-Atom oder eine Carbonylgruppe, unterbrochen sein können. So sollen beispielsweise auch Systeme wie 9,9'-Spirobifluoren, 9,9-Diarylfluoren, Triarylamin, Diarylether, Stilben, etc. als aromatische Ringsysteme im Sinne dieser Erfindung verstanden werden, und ebenso Systeme, in denen zwei oder mehrere Arylgruppen beispielsweise durch eine lineare oder cyclische Alkylgruppe oder durch eine Silylgruppe unterbrochen sind. Weiterhin sollen Systeme, in denen zwei oder mehrere Aryl- oder Heteroarylgruppen direkt aneinander gebunden sind, wie z. B. Biphenyl, Terphenyl, Quater- phenyl oder Bipyridin, ebenfalls als aromatisches bzw. heteroaromatisches Ringsystem verstanden werden.

Unter einer cyclischen Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe im Sinne dieser Erfindung wird eine monocyclische, eine bicyclische oder eine polycyclische Gruppe verstanden.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung werden unter einer Ci- bis C20- Alkylgruppe, in der auch einzelne H-Atome oder CH2-Gruppen durch die oben genannten Gruppen substituiert sein können, beispielsweise die Reste Methyl, Ethyl, n-Propyl, i-Propyl, Cyclopropyl, n-Butyl, i-Butyl, s-Butyl, t-Butyl, Cyclobutyl, 2-Methylbutyl, n-Pentyl, s-Pentyl, t-Pentyl, 2- Pentyl, neo-Pentyl, Cyclopentyl, n-Hexyl, s-Hexyl, t-Hexyl, 2-Hexyl, 3- Hexyl, neo-Hexyl, Cyclohexyl, 1 -Methylcyclopentyl, 2-Methylpentyl, n-Heptyl, 2-Heptyl, 3-Heptyl, 4-Heptyl, Cycloheptyl, 1 -Methylcyclohexyl, n-Octyl, 2-Ethylhexyl, Cyclooctyl, 1 -Bicyclo[2,2,2]octyl, 2-Bicyclo[2,2,2]- octyl, 2-(2,6-Dimethyl)octyl, 3-(3,7-Dimethyl)octyl, Adamantyl, Trifluor- methyl, Pentafluorethyl, 2,2,2-Trifluorethyl, 1 ,1 -Dimethyl-n-hex-1 -yl-, 1 ,1 - Dimethyl-n-hept-1 -yl-, 1 ,1 -Dimethyl-n-oct-1 -yl-, 1 ,1 -Dimethyl-n-dec-1 -yl-, 1 ,1 -Dimethyl-n-dodec-1 -yl-, 1 ,1 -Dimethyl-n-tetradec-1 -yl-, 1 ,1 -Dimethyl-n- hexadec-1 -yl-, 1 ,1 -Dimethyl-n-octadec-1 -yl-, 1 , 1 -Diethyl-n-hex-1 -yl-, 1 ,1 - Diethyl-n-hept-1 -yl-, 1 ,1 -Diethyl-n-oct-1 -yl-, 1 ,1 -Diethyl-n-dec-1 -yl-, 1 ,1 - Diethyl-n-dodec-1 -yl-, 1 ,1 -Diethyl-n-tetradec-1 -yl-, 1 ,1 -Diethyln-n-hexadec- 1 -yl-, 1 ,1 -Diethyl-n-octadec-1 -yl-, 1 -(n-Propyl)-cyclohex-1 -yl-, l -(n-Butyl)- cyclohex-1 -yl-, 1 -(n-Hexyl)-cyclohex-1 -yl-, 1 -(n-Octyl)-cyclohex-1 -yl- und 1 - (n-Decyl)-cyclohex-l -yl- verstanden. Unter einer Alkenylgruppe werden beispielsweise Ethenyl, Propenyl, Butenyl, Pentenyl, Cyclopentenyl, Hexenyl, Cyclohexenyl, Heptenyl, Cycloheptenyl, Octenyl, Cyclooctenyl oder Cyclooctadienyl verstanden. Unter einer Alkinylgruppe werden beispielsweise Ethinyl, Propinyl, Butinyl, Pentinyl, Hexinyl, Heptinyl oder Octinyl verstanden. Unter einer Ci- bis C4o-Alkoxygruppe werden beispielsweise Methoxy, Trifluormethoxy, Ethoxy, n-Propoxy, i-Propoxy, n-Butoxy, i-Butoxy, s-Butoxy, t-Butoxy oder 2-Methylbutoxy verstanden.

Unter einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 - 40 aromatischen Ringatomen, welches noch jeweils mit den oben genannten Resten substituiert sein kann und welches über beliebige Positionen am Aromaten bzw. Heteroaromaten verknüpft sein kann, werden beispielsweise Gruppen verstanden, die abgeleitet sind von Benzol, Naphthalin, Anthracen, Benzanthracen, Phenanthren, Benzophenanthren, Pyren, Chrysen, Perylen, Fluoranthen, Benzfluoranthen, Naphthacen, Pentacen, Benzpyren, Biphenyl, Biphenylen, Terphenyl, Terphenylen, Fluoren, Spiro- bifluoren, Dihydrophenanthren, Dihydropyren, Tetrahydropyren, eis- oder trans-lndenofluoren, eis- oder trans-Monobenzoindenofluoren, eis- oder trans-Dibenzoindenofluoren, Truxen, Isotruxen, Spirotruxen, Spiroiso- truxen, Furan, Benzofuran, Isobenzofuran, Dibenzofuran, Thiophen,

Benzothiophen, Isobenzothiophen, Dibenzothiophen, Pyrrol, Indol, Iso- indol, Carbazol, Indolocarbazol, Indenocarbazol, Pyridin, Chinolin, Iso- chinolin, Acridin, Phenanthridin, Benzo-5,6-chinolin, Benzo-6,7-chinolin, Benzo-7,8-chinolin, Phenothiazin, Phenoxazin, Pyrazol, Indazol, Imidazol, Benzimidazol, Naphthimidazol, Phenanthrimidazol, Pyridimidazol, Pyrazin- imidazol, Chinoxalinimidazol, Oxazol, Benzoxazol, Naphthoxazol,

Anthroxazol, Phenanthroxazol, Isoxazol, 1 ,2-Thiazol, 1 ,3-Thiazol, Benzo- thiazol, Pyridazin, Benzopyridazin, Pyrimidin, Benzpyrimidin, Chinoxalin, 1 ,5-Diazaanthracen, 2,7-Diazapyren, 2,3-Diazapyren, 1 ,6-Diazapyren, 1 ,8-Diazapyren, 4,5-Diazapyren, 4,5,9,10-Tetraazaperylen, Pyrazin, Phenazin, Phenoxazin, Phenothiazin, Fluorubin, Naphthyridin, Aza- carbazol, Benzocarbolin, Phenanthrolin, 1 ,2,3-Triazol, 1 ,2,4-Triazol, Benzotriazol, 1 ,2,3-Oxadiazol, 1 ,2,4-Oxadiazol, 1 ,2,5-Oxadiazol, 1 ,3,4- Oxadiazol, 1 ,2,3-Thiadiazol, 1 ,2,4-Thiadiazol, 1 ,2,5-Thiadiazol, 1 ,3,4-Thia- diazol, 1 ,3,5-Triazin, 1 ,2,4-Triazin, 1 ,2,3-Tnazin, Tetrazol, 1 ,2,4,5-Tetrazin, 1 ,2,3,4-Tetrazin, 1 ,2,3,5-Tetrazin, Purin, Pteridin, Indolizin und Benzo- thiadiazol.

Wenn mehrere der Substituenten, insbesondere mehrere Reste R, mitein- ander ein Ringsystem bilden, so ist die Bildung eines Ringsystems aus Substituenten, die an direkt benachbarten Kohlenstoffatomen gebunden sind, möglich. Weiterhin ist es auch möglich, dass die Substituenten an CyC und CyD in Formel (2) miteinander einen Ring bilden, wodurch CyC und CyD auch zusammen eine einzige kondensierte Aryl- bzw. Heteroaryl- gruppe als bidentaten Liganden bilden können.

In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist CyC eine Aryl- oder Heteroarylgruppe mit 6 bis 13 aromatischen Ringatomen, besonders bevorzugt mit 6 bis 10 aromatischen Ringatomen, ganz beson- ders bevorzugt mit 6 aromatischen Ringatomen, welche über ein Kohlenstoffatom an das Metall koordiniert, welche mit einem oder mehreren Resten R substituiert sein kann und welche über eine kovalente Bindung mit CyD verbunden ist. Bevorzugte Ausführungsformen der Gruppe CyC sind die Strukturen der folgenden Formeln (CyC-1 ) bis (CyC-19), wobei die Gruppe CyC jeweils an der durch # gekennzeichneten Position an CyD bindet und an der durch * gekennzeichneten Position an das Metall koordiniert,

wobei R die oben genannten Bedeutungen aufweist und für die weiteren verwendeten Symbole gilt:

X ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden CR oder N mit der Maßgabe, dass maximal zwei Symbole X pro Cyclus für N stehen; W ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden NR, O oder S; wobei die Liganden optional durch eine Brücke verbunden sein können, wobei die Bindung an die Brücke bevorzugt über die mit„o" markierte Position erfolgen kann, wobei die mit„o" markierte Position ein Kohlen- stoffatom darstellt, falls diese eine Brückenbindungsstelle darstellt.

Wenn die Gruppe CyC an eine Brücke gebunden ist, so erfolgt die Bindung bevorzugt über die mit„o" markierte Position der oben abgebildeten Formeln, so dass dann bevorzugt das mit„o" markierte Symbol X für C steht. Die oben abgebildeten Strukturen, die kein mit„o" markiertes

Symbol X enthalten, sind bevorzugt nicht direkt an eine Brücke gebunden, da eine solche Bindung an die Brücke aus sterischen Gründen nicht vorteilhaft ist. Bevorzugt stehen insgesamt maximal zwei Symbole X in CyC für N, besonders bevorzugt steht maximal ein Symbol X in CyC für N, ganz besonders bevorzugt stehen alle Symbole X für CR, mit der Maßgabe, dass, wenn CyC an eine Brücke gebunden ist, ein Symbol X für C steht und die Brücke an dieses Kohlenstoffatom gebunden ist.

Besonders bevorzugte Gruppen CyC sind die Gruppen der folgenden Formeln (CyC-1 a) bis (CyC-20a),

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen. Hierbei können die Liganden optional durch eine Brücke verbunden sein, wobei die Bindung an die Brücke bevorzugt über die mit„o" markierte Position erfolgen kann, wobei die mit„o" markierte Position ein Kohlenstoffatom darstellt, falls diese eine Brückenbindungsstelle darstellt. Die oben abgebildeten Strukturen, die kein mit„o" markiertes Kohlenstoffatom enthalten, sind bevorzugt nicht direkt an eine Brücke gebunden.

Bevorzugte Gruppen unter den Gruppen (CyC-1 ) bis (CyC-19) sind die Gruppen (CyC-1 ), (CyC-3), (CyC-8), (CyC-10), (CyC-12), (CyC-13) und (CyC-16), und besonders bevorzugt sind die Gruppen (CyC-1 a), (CyC-3a), (CyC-8a), (CyC-10a), (CyC-12a), (CyC-13a) und (CyC-16a).

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist CyD eine Heteroarylgruppe 5 bis 13 aromatischen Ringatomen, besonders bevorzugt mit 6 bis 10 aromatischen Ringatomen, welche über ein neutrales Stickstoffatom oder über ein Carben-Kohlenstoffatom an das Metall koordiniert und welche mit einem oder mehreren Resten R substituiert sein kann und welche über eine kovalente Bindung mit CyC verbunden ist.

Bevorzugte Ausführungsformen der Gruppe CyD sind die Strukturen der folgenden Formeln (CyD-1 ) bis (CyD-14), wobei die Gruppe CyD jeweils an der durch # gekennzeichneten Position an CyC bindet und an der durch * gekennzeichneten Position an das Metall koordiniert,

wobei X, W und R die oben genannten Bedeutungen aufweisen und die Liganden optional durch eine Brücke verbunden sein können, wobei die Bindung an die Brücke bevorzugt über die mit„o" markierte Position erfolgen kann, wobei die mit„o" markierte Position ein Kohlenstoffatom darstellt, falls diese eine Brückenbindungsstelle darstellt. Die oben abgebildeten Strukturen, die kein mit„o" markiertes Symbol X enthalten, sind bevorzugt nicht direkt an eine Brücke gebunden, da eine solche Bindung an die Brücke aus sterischen Gründen nicht vorteilhaft ist.

Dabei koordinieren die Gruppen (CyD-1 ) bis (CyD-4), (CyD-7) bis

(CyD-10), (CyD-13) und (CyD-14) über ein neutrales Stickstoffatom, (CyD-5) und (CyD-6) über ein Carben-Kohlenstoffatom und (CyD-1 1 ) und (CyD-12) über ein anionisches Stickstoffatom an das Metall.

Bevorzugt stehen insgesamt maximal zwei Symbole X in CyD für N, besonders bevorzugt steht maximal ein Symbol X in CyD für N, insbeson- dere bevorzugt stehen alle Symbole X für CR, mit der Maßgabe, dass, wenn eine Brücke an CyD gebunden ist, ein Symbol X für C steht und die Brücke an dieses Kohlenstoffatom gebunden ist.

Besonders bevorzugte Gruppen CyD sind die Gruppen der folgenden Formeln (CyD-1 a) bis (CyD-14b),

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen und die Liganden optional durch eine Brücke verbunden sein können, wobei die Bindung an die Brücke bevorzugt über die mit„o" markierte Position erfolgen kann, wobei die mit„o" markierte Position ein Kohlenstoffatom darstellt, falls diese eine Brückenbindungsstelle darstellt. Die oben abgebildeten Strukturen, die kein mit„o" markiertes Kohlenstoffatom enthalten, sind bevorzugt nicht direkt an eine Brücke gebunden.

Bevorzugte Gruppen unter den Gruppen (CyD-1 ) bis (CyD-10) sind die Gruppen (CyD-1 ), (CyD-2), (CyD-3), (CyD-4), (CyD-5) und (CyD-6), insbesondere (CyD-1 ), (CyD-2) und (CyD-3), und besonders bevorzugt sind die Gruppen (CyD-1 a), (CyD-2a), (CyD-3a), (CyD-4a), (CyD-5a) und (CyD-6a), insbesondere (CyD-1 a), (CyD-2a) und (CyD-3a).

In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist CyC eine Aryl- oder Heteroarylgruppe mit 6 bis 13 aromatischen Ringatomen, und gleichzeitig ist CyD eine Heteroarylgruppe mit 5 bis 13 aromatischen Ringatomen. Besonders bevorzugt ist CyC eine Aryl- oder Heteroarylgruppe mit 6 bis 10 aromatischen Ringatomen, und gleichzeitig ist CyD eine Heteroarylgruppe mit 5 bis 10 aromatischen Ringatomen. Ganz besonders bevorzugt ist CyC eine Aryl- oder Heteroarylgruppe mit 6 aromatischen Ringatomen und CyD eine Heteroarylgruppe mit 6 bis 10 aromatischen Ringatomen. Dabei können CyC und CyD mit einem oder mehreren Resten R substituiert sein. Die Liganden können, wie bereits erwähnt, verbrückt vorliegen, so dass bevorzugte Liganden durch die Formeln (L-1 ) und (L-2) dargestellt werden können

wobei die Gruppen CyC und CyD die zuvor, insbesondere in Formel (2) genannte Bedeutung aufweist und die gestrichelte Linie die optionale die Bindung an die Brücke darstellt.

Die oben genannten bevorzugten Gruppen (CyC-1 ) bis (CyC-20) und (CyD-1 ) bis (CyD-14) können in den bidentaten Liganden der Formeln (L- 1 ) und (L-2) beliebig miteinander kombiniert werden.

Insbesondere bevorzugt ist es, wenn die oben als besonders bevorzugt genannten Gruppen CyC und CyD, also die Gruppen der Formeln (CyC-1 a) bis (CyC-20a) und die Gruppen der Formeln (CyD1 -a) bis (CyD-14b) miteinander kombiniert werden. Sofern die Liganden über eine Brücke miteinander verbunden sind, sollte vorzugsweise mindestens eine der bevorzugten Gruppen CyC bzw. CyD eine geeignete Anknüpfungsstelle aufweisen, wobei geeignete Anknüpfungsstellen in den oben genannten Formeln mit„o" gekennzeichnet sind. Kombinationen, in denen weder CyC noch CyD eine solche geeignete Anknüpfungsstelle für eine Brücke aufweist, sind daher in Bezug auf verbrückte Liganden nicht bevorzugt.

Ganz besonders bevorzugt ist es, wenn eine der Gruppen (CyC-1 ), (CyC- 3), (CyC-8), (CyC-10), (CyC-12), (CyC-13) und (CyC-16), und insbesondere die Gruppen (CyC-1 a), (CyC-3a), (CyC-8a), (CyC-10a), (CyC-12a), (CyC-13a) und (CyC-16a), mit einer der Gruppen (CyD-1 ), (CyD-2) und (CyD-3), und insbesondere mit einer der Gruppen (CyD-1 a), (CyD-2a) und (CyD-3a), kombiniert wird.

Bevorzugte bidentaten Liganden L in der Struktur gemäß Formel (2) sind die Strukturen der folgenden Formeln (L-1 -1 ) und (L-1 -2), oder Strukturen der folgenden Formeln (L-2-1 ) bis (L-2-4),

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen und die Liganden optional durch eine Brücke verbunden sein können, wobei die Bindung an die Brücke bevorzugt über die mit„o" markierte Position erfolgen kann. Falls die Liganden unverbrückt sind, so kann die mit„o" markierte Position auch mit einem Rest R substituiert sein.

Besonders bevorzugte Liganden (L-1 -1 ) und (L-1 -2) sind die Strukturen der folgenden Formeln (L-1 -1 a) und (L-1 -2b), und besonders bevorzugte Liganden (L-2-1 ), (L-2-3) und (L-2-4) sind die Strukturen der folgenden Formeln (L-2-1 a) bis (L-2-4a),

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen und die Liganden optional durch eine Brücke verbunden sein können, wobei die Bindung an die Brücke bevorzugt über die mit„o" markierte Position erfolgen kann. Falls die Liganden unverbrückt sind, so kann die mit„o" markierte Position auch mit einem Rest R substituiert sein.

Wenn zwei Reste R, von denen einer an CyC und der andere an CyD in den Formeln (L-1 -1 ) und (L-1 -2), oder Strukturen der folgenden Formeln (L-2-1 ) bis (L-2-4) gebunden sind, miteinander ein aromatisches Ringsystem bilden, können sich überbrückte Liganden und beispielsweise auch Liganden ergeben, die insgesamt eine einzige größere Heteroaryl- gruppe darstellen, wie beispielsweise Benzo[h]chinolin, etc.. Die Ringbildung zwischen den Substituenten an CyC und CyD in den Formeln (L- 1 -1 ) und (L-1 -2), oder Strukturen der folgenden Formeln (L-2-1 ) bis (L-2-4) erfolgt dabei bevorzugt durch eine Gruppe gemäß einer der folgenden Formeln (Ar-1 ) bis (Ar-10),

wobei R 1 die oben genannten Bedeutungen aufweist und die gestrichelten Bindungen die Bindungen an CyC bzw. CyD andeuten. Dabei können die unsymmetrischen der oben genannten Gruppen in jeder der beiden Möglichkeiten eingebaut werden, beispielsweise kann bei der Gruppe der Formel (Ar-10) das Sauerstoffatom an die Gruppe CyC und die Carbonyl- gruppe an die Gruppe CyD binden, oder das Sauerstoffatom kann an die Gruppe CyD und die Carbonylgruppe an die Gruppe CyC binden.

Dabei ist die Gruppe der Formel (Ar-7) besonders dann bevorzugt, wenn sich dadurch die Ringbildung zu einem Sechsring ergibt, wie beispielsweise unten durch die Formeln (L-21 ) und (L-22) dargestellt.

Bevorzugte Liganden, die durch Ringbildung zweier Reste R an den unterschiedlichen Cyclen entstehen, sind die im Folgenden aufgeführten Strukturen der Formeln (L-3) bis (L-30), wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen und wobei die Liganden optional durch eine Brücke verbunden sein können, wobei die Bindung an die Brücke bevorzugt über die mit„o markierte Position erfolgen kann.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Liganden der Formeln (L-3) bis (L-30) steht insgesamt ein Symbol X für N und die anderen Symbole X stehen für CR, oder alle Symbole X stehen für CR.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist es bevorzugt, falls in den Gruppen (CyC-1 ) bis (CyC-20) oder (CyD-1 ) bis (CyD-14) oder in den Liganden (L-3) bis (L-30) eines der Atome X für N steht, wenn benachbart zu diesem Stickstoffatom eine Gruppe R als Substituent gebunden ist, welche ungleich Wasserstoff oder Deuterium ist. Dies gilt analog für die bevorzugten Strukturen (CyC-1 a) bis (CyC-20a) oder (CyD-1 a) bis (CyD- 14b), in denen bevorzugt benachbart zu einem nicht koordinierenden Stickstoffatom eine Gruppe R als Substituent gebunden ist, welche ungleich Wasserstoff oder Deuterium ist

Dabei ist dieser Substituent R bevorzugt eine Gruppe, ausgewählt aus CF3, OCF3, Alkyl- oder Alkoxygruppen mit 1 bis 10 C-Atomen, insbesondere verzweigten oder cyclischen Alkyl- oder Alkoxygruppen mit 3 bis 10 C-Atomen, einer Dialkylaminogruppe mit 2 bis 10 C-Atomen, aromatischen bzw. heteroaromatischen Ringsystemen oder Aralkyl- bzw. Heteroaralkyl- gruppen. Es handelt sich bei diesen Gruppen um sterisch anspruchsvolle Gruppen. Weiterhin bevorzugt kann dieser Rest R auch mit einem benachbarten Rest R einen Cyclus bilden.

Ein weiterer geeigneter bidentater Liganden für Metallkomplexe, in denen das Metall Iridium ist, ist ein Ligand der folgenden Formel (L-31 ) oder (L- 32),

wobei R die oben genannten Bedeutungen aufweist, * die Position der Koordination an das Metall darstellt, wobei die Liganden optional durch eine Brücke verbunden sein können, wobei die Bindung an die Brücke bevorzugt über die mit„o" markierte Position erfolgen kann und für die weiteren verwendeten Symbole gilt:

X ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden CR oder N mit der Maßgabe, dass maximal ein Symbol X pro Cyclus für N steht, wobei X C ist, falls an dieser Position der Ligand mit einer Brücke verbunden ist.

Wenn zwei Reste R, die in den Liganden (L-31 ) bzw. (L-32) an benachbarten Kohlenstoffatomen gebunden sind, miteinander einen aromatischen Cyclus bilden, so ist dieser zusammen mit den beiden benachbarten Kohlenstoffatomen bevorzugt eine Struktur der folgenden Formel (Ar-1 1 ), wobei die gestrichelten Bindungen die Verknüpfung dieser Gruppe im Liganden symbolisieren und Y gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für CR 1 oder N steht und bevorzugt maximal ein Symbol Y für N steht.

In einer bevorzugten Ausführungsform des Liganden (L-31 ) bzw. (L-32) bilden maximal zwei Reste R ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem. Es handelt sich also bevorzugt um Liganden der folgenden Formeln (L-33) bis (L-38),

wobei X bei jedem Auftreten gleich oder verschieden für CR oder N steht, jedoch die Reste R nicht miteinander ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem bilden und die weiteren Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen. ln einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung stehen im Liganden der Formel (L-31 ) bis (L-38) insgesamt 0, 1 oder 2 der Symbole X und, falls vorhanden, Y für N. Besonders bevorzugt stehen insgesamt 0 oder 1 der Symbole X und, falls vorhanden, Y für N.

Bevorzugte Ausführungsformen der Formeln (L-33) bis (L-38) sind die Strukturen der folgenden Formeln (L-33a) bis (L-38f),

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wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen und die Liganden optional durch eine Brücke verbunden sein können, wobei die Bindung an die Brücke bevorzugt über die mit„o" markierte Position erfolgen kann. Falls die Liganden unverbrückt sind, so kann die mit„o" markierte Position auch mit einem Rest R substituiert sein.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung steht die Gruppe X, die in ortho-Position zur Koordination an das Metall vorliegt, für CR. Dabei ist in dieser Rest R, der in ortho-Position zur Koordination an das Metall gebunden ist, bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus H, D, F und Methyl.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist es bevorzugt, falls eines der Atome X oder, wenn vorhanden, Y für N steht, wenn benachbart zu diesem Stickstoffatom eine Gruppe R als Substituent gebunden ist, welche ungleich Wasserstoff oder Deuterium ist.

Dabei ist dieser Substituent R bevorzugt eine Gruppe, ausgewählt aus CF3, OCF3, Alkyl- oder Alkoxygruppen mit 1 bis 10 C-Atomen, insbesondere verzweigten oder cyclischen Alkyl- oder Alkoxygruppen mit 3 bis 10 C-Atomen, einer Dialkylaminogruppe mit 2 bis 10 C-Atomen, aromatischen bzw. heteroaromatischen Ringsystemen oder Aralkyl- bzw. Heteroaralkyl- gruppen. Es handelt sich bei diesen Gruppen um sterisch anspruchsvolle Gruppen. Weiterhin bevorzugt kann dieser Rest R auch mit einem benachbarten Rest R einen Cyclus bilden. ln einer weiteren Ausführungsform kann maximal einer der bidentaten Liganden bei jedem Auftreten gleich oder verschieden ausgewählt sein aus den Liganden der folgenden Formeln (L-39) bis (L-42),

wobei die Liganden (L-39) bis (L-41 ) jeweils über das explizit eingezeichnete Stickstoffatom und das negativ geladene Sauerstoffatom und der Teilligand (L-42) über die beiden Sauerstoffatome an das Metall koordinieren, X die oben genannten Bedeutungen aufweist, wobei die Liganden optional durch eine Brücke verbunden sein können, wobei die Bindung an die Brücke bevorzugt über die mit„o" markierte Position erfolgen kann wobei X C ist, falls an dieser Position der Ligand mit einer Brücke verbunden ist oder in Formel (L-42) das Kohlenstoffatom einen Substituenten R aufweisen kann, falls der Ligand an dieser Position nicht mit einer Brücke verbunden ist.

Die oben ausgeführten bevorzugten Ausführungsformen für X sind auch bevorzugt für die Liganden der Formeln (L-39) bis (L-41 ).

Bevorzugte Liganden der Formeln (L-39) bis (L-41 ) sind daher die

Liganden der folgenden Formeln (L-39a) bis (L-41 a),

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen und die Liganden optional durch eine Brücke verbunden sein können, wobei die Bindung an die Brücke bevorzugt über die mit„o" markierte Position erfolgen kann und das Kohlenstoffatom einen Substitu- enten R aufweisen kann, falls der Ligand an dieser Position nicht mit einer Brücke verbunden ist. Falls die Brücke an eine andere Stelle bindet ist eine Gruppe R an dieser Position nicht vorhanden.

Besonders bevorzugt steht in diesen Formeln R für Wasserstoff, wobei die Liganden optional durch eine Brücke verbunden sein können, wobei die Bindung an die Brücke bevorzugt über die mit„o" markierte Position erfolgen kann, so dass es sich um die Strukturen der folgenden Formeln (L-39b) bis (L-41 b) handelt,

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen auf-

Im Folgenden werden bevorzugte Substituenten beschrieben, wie sie an den oben beschriebenen Liganden vorliegen können.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält der erfindungsgemäß einzusetzende Metallkomplex mindestens einen Liganden mit zwei Substituenten R oder zwei Substituenten R 1 , die an benachbarte Kohlenstoffatome gebunden sind und die miteinander einen aliphatischen Ring gemäß einer der nachfolgend beschriebenen Formeln bilden. Dabei können die beiden Substituenten R, die diesen aliphatischen Ring bilden, an einem oder mehreren der Liganden, vorzugsweise der bidentaten Liganden vorliegen und/oder an einer Brücke, durch die diese Liganden verbunden sein können, vorliegen. Der aliphatische Ring, der durch die Ringbildung von zwei Substituenten R miteinander oder von zwei Substituenten R 1 miteinander gebildet wird, wird bevorzugt durch eine der folgenden Formeln (RI-1 ) bis (RI-8) beschrieben,

wobei R 1 und R 2 die oben genannten Bedeutungen aufweisen, die gestrichelten Bindungen die Verknüpfung der beiden Kohlenstoffatome im Liganden andeuten und weiterhin gilt: A 1 , A 3 ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten C(R 3 )2, O, S, NR 3 oder C(=O);

A 2 ist C(R 1 ) 2 , O, S, NR 3 oder C(=O);

A 4 , A 5 ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten CR 1 oder N;

A 6 , A 7 ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten eine Alkylengruppe mit 2 oder 3 C-Atomen, in welcher ein Kohlenstoffatom durch Sauerstoff ersetzt sein kann und welche mit einem oder mehreren Resten R 1 substituiert sein kann; mit der Maßgabe, dass in A 4 -A 6 -A 5 bzw. A 4 -A 7 -A 5 nicht zwei Hetero- atome direkt aneinander gebunden sind; G ist eine Alkylengruppe mit 1 , 2 oder 3 C-Atomen, welche mit einem oder mehreren Resten R 2 substituiert sein kann, -CR 2 =CR 2 - oder eine ortho-verknüpfte Arylen- oder Heteroarylengruppe mit 5 bis 14 aromatischen Ringatomen, welche durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann;

R 3 ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten H, F, eine geradkettige Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 1 bis 10 C-Atomen, eine verzweigte oder cyclische Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 3 bis 10 C- Atomen, wobei die Alkyl- oder Alkoxygruppe jeweils mit einem oder mehreren Resten R 2 substituiert sein kann, wobei eine oder mehrere nicht benachbarte CH 2 -Gruppen durch R 2 C=CR 2 , C≡C, Si(R 2 )2, C=O, NR 2 , O, S oder CONR 2 ersetzt sein können, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 24 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann, oder eine Aryloxy- oder Heteroaryl- oxygruppe mit 5 bis 24 aromatischen Ringatomen, die durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann; dabei können zwei Reste R 3 , welche an dasselbe Kohlenstoffatom gebunden sind, miteinander ein aliphatisches oder aromatisches Ringsystem bilden und so ein Spirosystem aufspannen; weiterhin kann R 3 mit einem benachbarten Rest R oder R 1 ein aliphatisches Ringsystem bilden; mit der Maßgabe, dass in diesen Gruppen nicht zwei Heteroatome direkt aneinander gebunden sind und nicht zwei Gruppen C=O direkt aneinander gebunden sind.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist R 3 ungleich H.

In den oben abgebildeten Strukturen der Formeln (RI-1 ) bis (RI-8) sowie den weiteren als bevorzugt genannten Ausführungsformen dieser Strukturen wird formal eine Doppelbindung zwischen den zwei Kohlenstoffatomen abgebildet. Dies stellt eine Vereinfachung der chemischen

Struktur dar, wenn diese beiden Kohlenstoffatome in ein aromatisches oder heteroaromatisches System eingebunden sind und somit die Bindung zwischen diesen beiden Kohlenstoffatomen formal zwischen dem Bindungsgrad einer Einfachbindung und dem einer Doppelbindung liegt. Das Einzeichnen der formalen Doppelbindung ist somit nicht limitierend für die Struktur auszulegen, sondern es ist für den Fachmann offensichtlich, dass es sich hier um eine aromatische Bindung handelt. Wenn benachbarte Reste in den erfindungsgemäßen Strukturen ein aliphatisches Ringsystem bilden, dann ist es bevorzugt, wenn dieses keine aziden benzylischen Protonen aufweist. Unter benzylischen Protonen werden Protonen verstanden, die an ein Kohlenstoffatom binden, welches direkt an den Liganden gebunden sind. Dies kann dadurch erreicht wer- den, dass die Kohlenstoffatome des aliphatischen Ringsystems, die direkt an eine Aryl- oder Heteroarylgruppe binden, vollständig substituiert sind und keine Wasserstoffatome gebunden enthalten. So wird die Abwesenheit von aziden benzylischen Protonen in den Formeln (RI-1 ) bis (RI-3) dadurch erreicht, dass A 1 und A 3 , wenn diese für C(R 3 )2 stehen, so defi- niert sind, dass R 3 ungleich Wasserstoff ist. Dies kann weiterhin auch dadurch erreicht werden, dass die Kohlenstoffatome des aliphatischen Ringsystems, die direkt an eine Aryl- oder Heteroarylgruppe binden, die Brückenköpfe einer bi- oder polycyclischen Struktur sind. Die an Brücken- kopfkohlenstoffatome gebundenen Protonen sind aufgrund der räumlichen Struktur des Bi- oder Polycyclus wesentlich weniger azide als benzylische Protonen an Kohlenstoffatomen, die nicht in einer bi- oder polycyclischen Struktur gebunden sind, und werden im Sinne der vorliegenden Erfindung als nicht-azide Protonen angesehen. So wird die Abwesenheit von aziden benzylischen Protonen ist in Formeln (RI-4) bis (RI-8) dadurch erreicht, dass es sich dabei um eine bicyclische Struktur handelt, wodurch R 1 , wenn es für H steht, deutlich weniger azide als benzylische Protonen, da das korrespondierende Anion der bicyclischen Struktur nicht mesomerie- stabilisiert ist. Auch wenn R 1 in Formeln (RI-4) bis (RI-8) für H steht, handelt es sich dabei daher um ein nicht-azides Proton im Sinne der vor- liegenden Anmeldung.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Struktur gemäß Formel (RI-1 ) bis (RI-8) steht maximal eine der Gruppen A 1 , A 2 und A 3 oder A 4 , A 5 , A 6 und A 7 für ein Heteroatom, insbesondere für O oder NR 3 , und die anderen Gruppen stehen für C(R 3 )2 bzw. C(R 1 )2 oder A 1 und A 3 stehen gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für O oder NR 3 und A 2 steht für C(R 1 )2. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung stehen A 1 und A 3 gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für C(R 3 )2 und A 2 steht für C(R 1 )2 und besonders bevorzugt für C(R 3 )2 oder CH2. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Rest R 1 , der an das Brückenkopfatom, vorzugsweise an das Brückenkopfatom gemäß Formel (RI-4) gebunden ist, gleich oder verschieden bei jedem Auftreten gewählt aus der Gruppe bestehend aus H, D, F, einer geradkettigen Alkylgruppe mit 1 bis 10 C-Atomen, die mit einem oder mehreren Resten R 2 substituiert sein kann, bevorzugt aber unsubstituiert ist, einer verzweigten oder cyclischen Alkylgruppe mit 3 bis 10 C-Atomen, die mit einem oder mehreren Resten R 2 substituiert sein kann, bevorzugt aber unsubstituiert ist, oder einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 bis 12 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann. Besonders bevorzugt ist der Rest R 1 , der an das Brückenkopfatom gemäß Formel (RI-4) gebunden ist, gleich oder verschieden bei jedem Auftreten gewählt aus der Gruppe bestehend aus H, F, einer geradkettigen Alkylgruppe mit 1 bis 4 C-Atomen, einer verzweigten Alkylgruppe mit 3 oder 4 C-Atomen oder einer Phenylgruppe, die durch eine Alkylgruppe mit 1 bis 4 C-Atomen substituiert sein kann, bevorzugt aber unsubstituiert ist. Ganz besonders bevorzugt ist der Rest R 1 bei jedem Auftreten gleich oder verschieden gewählt aus der Gruppe bestehend aus H, Methyl oder tert-Butyl. in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform stehen beide Gruppen A 4 und A 5 in Formel (RI-4) für CR 1 und die beiden Reste R 1 sind gleich gewählt.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung stehen A 6 und A 7 gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für eine Alkylengruppe mit 2 oder 3 Kohlenstoffatomen, die mit einem oder mehreren Resten R 3 substituiert sein kann. Bevorzugt enthalten A 6 und A 7 somit keine Sauer- stoffatome in der Alkylengruppe. ln einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Rest R 1 , der an A 6 bzw. A 7 bindet, gleich oder verschieden bei jedem Auftreten ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus H, D, F, einer geradkettigen Alkyl- gruppe mit 1 bis 10 C-Atomen, die mit einem oder mehreren Resten R 2 substituiert sein kann, bevorzugt aber unsubstituiert ist, einer verzweigten oder cyclischen Alkylgruppe mit 3 bis 10 C-Atomen, die mit einem oder mehreren Resten R 2 substituiert sein kann, bevorzugt aber unsubstituiert ist, oder einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 bis 12 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann; dabei können zwei Reste R 1 miteinander einen Ring bilden und so ein polycyclisches, aliphatisches Ringsystem aufspannen. Dabei ist die Ringbildung auch möglich und bevorzugt zwischen einem Rest R 1 , der an A 6 gebunden ist, und einem Rest R 1 , der an A 7 gebunden ist. Die Ringbildung zwischen einem Rest R 1 , der an A 6 gebunden ist, und einem Rest R 1 , der an A 7 gebunden ist, erfolgt bevor- zugt durch eine Einfachbindung, Sauerstoff, eine Methylengruppe, die durch ein oder zwei Gruppen R 2 substituiert sein kann, bevorzugt aber unsubstituiert ist, oder eine Ethylengruppe, die durch ein oder mehrere Gruppen R 2 substituiert sein kann, bevorzugt aber unsubstituiert ist.

Besonders bevorzugt ist der Rest R 1 gleich oder verschieden bei jedem Auftreten gewählt aus der Gruppe bestehend aus H, F, einer geradkettigen Alkylgruppe mit 1 bis 4 C-Atomen oder einer verzweigten Alkylgruppe mit 3 oder 4 C-Atomen; dabei können zwei Reste R 1 miteinander einen Ring bilden und so ein polycyclisches, aliphatisches Ringsystem aufspannen.

Besonders bevorzugt stehen A 4 und A 5 gleich oder verschieden für CR 1 , und A 6 und A 7 stehen gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für eine Alkylengruppe mit 2 oder 3 Kohlenstoffatomen, die mit einem oder mehreren Resten R 1 substituiert sein kann, wobei für R 1 bevorzugt die oben genannten bevorzugten Definitionen gelten.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung stehen A 6 und A 7 jeweils für eine Ethylengruppe, die mit einem oder mehreren Resten R 1 substituiert sein kann. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung steht A 6 für eine Ethylengruppe und A 7 für eine Propylengruppe, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R 1 substituiert sein können. In nochmals einer weiteren Ausführungsform der Erfindung stehen A 6 und A 7 jeweils für eine Propylengruppe, die mit einem oder mehreren Resten R 1 substituiert sein können. Bevorzugte Ausführungsformen der Formel (RI-1 ) sind somit die

Strukturen der Formel (RI-1 -A), (RI-1 -B), (RI-1 -C) und (RI-1 -D), und eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Formel (RI-1 -A) sind die Strukturen der Formel (RI-1 -E) und (RI-1 -F),

wobei R 1 und R 3 die oben genannten Bedeutungen aufweisen und A 1 , A 2 und A 3 gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für O oder NR 3 steht.

Bevorzugte Ausführungsformen der Formel (RI-2) sind die Strukturen der folgenden Formeln (RI-2-A) bis (RI-2-F),

wobei R 1 und R 3 die oben genannten Bedeutungen aufweisen und A 1 , A 2 und A 3 gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für O oder NR 3 steht.

Bevorzugte Ausführungsformen der Formel (RI-3) sind die Strukturen der folgenden Formeln (RI-3-A) bis (RI-3-E),

wobei R 1 und R 3 die oben genannten Bedeutungen aufweisen und A 1 , A 2 und A 3 gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für O oder NR 3 steht.

Bevorzugte Ausführungsformen der Formel (RI-4-1 ) sind die Strukturen der folgenden Formeln (RI-4-1 ), (RI-4-2) oder (RI-4-3),

wobei A 4 und A 5 die oben genannten Bedeutungen aufweisen und die Ethylengruppen bzw. Propylengruppen, die der Übersichtlichkeit halber unsubstituiert eingezeichnet sind, durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein können, wobei R 1 die oben genannten Bedeutungen aufweist. Dabei können insbesondere auch zwei Reste R 1 , die an die beiden unterschiedlichen Ethylen- bzw. Propylengruppen gebunden sind, miteinander zu einem Ringsystem verknüpft sein. Bevorzugte Strukturen der Formeln (RI-4-1 ), (RI-4-2) oder (RI-4-3) sind die Strukturen der folgenden Formeln (RI-4-1 a), (RI-4-2a) oder (RI-4-3a),

wobei die Ethylengruppen bzw. Propylengruppen durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein können, wobei R 1 die oben genannten Bedeutungen aufweist. Dabei können insbesondere auch zwei Reste R 1 , die an die beiden unterschiedlichen Ethylen- bzw. Propylengruppen gebunden sind, miteinander zu einem Ringsystem verknüpft sein.

Bevorzugte Strukturen der Formeln (RI-4-1 ) und (RI-4-3), in denen zwei Reste R 3 miteinander zu einem Ringsystem verknüpft sind, sind die Strukturen der folgenden Formeln (RI-4-1 b) und (RI-4-3b),

wobei A 4 und A 5 die oben genannten Bedeutungen aufweisen, die

Ethylen- bzw. Propylengruppen durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein kann und G 1 für eine Ethylengruppe steht, die mit einem oder mehreren Gruppen R 2 substituiert sein kann, bevorzugt aber unsubstituiert ist, und G 2 für eine Einfachbindung, eine Methylen- oder Ethylengruppe, die jeweils mit einem oder mehreren Gruppen R 2 substituiert sein kann, bevorzugt aber unsubstituiert ist, oder für ein Sauerstoffatom steht.

Bevorzugt stehen A 4 und A 5 in den Formeln (RI-4-1 b) und (RI-4-3b) gleich oder verschieden für CR 1 . ln einer bevorzugten Ausführungsform der Struktur gemäß Formel (RI-5) stehen die Reste R 1 , die an den Brückenkopf gebunden sind, für H, D, F oder CH3. Weiterhin bevorzugt steht A 2 für C(R 1 )2 oder O, und besonders bevorzugt für C(R 3 )2. Bevorzugte Ausführungsformen der Formel (RI-5) sind somit eine Strukturen der Formel (RI-5-A) und (RI-5-B), und eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Formel (RI-5-A) ist eine Struktur der Formel (RI-5-C),

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Struktur gemäß Formel (RI-6), (RI-7) und (RI-8) stehen die Reste R 1 , die an den Brückenkopf gebunden sind, für H, D, F oder CH3. Weiterhin bevorzugt steht A 2 für C(R 1 )2. Bevorzugte Ausführungsformen der Formel (RI-6), (RI-7) und (RI-8) sind somit die Strukturen der Formeln (RI-6-A), (RI-7-A) und (RI-8-A),

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen.

Weiterhin bevorzugt steht die Gruppe G in den Formeln (RI-5), (RI-5-A), (RI-5-B), (RI-5-C), (RI-6), (RI-6-A), (RI-7), (RI-7-A), (RI-8) und (RI-8-A) für eine 1 ,2-Ethylengruppe, welche mit einem oder mehreren Resten R 2 substituiert sein kann, wobei R 2 bevorzugt gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für H oder eine Alkylgruppe mit 1 bis 4 C-Atomen steht, oder eine ortho-Arylengruppe mit 6 bis 10 C-Atomen, welche mit einem oder mehreren Resten R 2 substituiert sein kann, bevorzugt aber unsub- stituiert ist, insbesondere eine ortho-Phenylengruppe, welche mit einem oder mehreren Resten R 2 substituiert sein kann, bevorzugt aber unsub- stituiert ist.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung steht R 3 in den Gruppen der Formel (RI-1 ) bis (RI-8) und in den bevorzugten Ausführungsformen gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für F, eine geradkettige Alkylgruppe mit 1 bis 10 C-Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkylgruppe mit 3 bis 20 C-Atomen, wobei jeweils eine oder mehrere nicht benachbarte CH 2 -Gruppen durch R 2 C=CR 2 ersetzt sein können und ein oder mehrere H-Atome durch D oder F ersetzt sein können, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 14 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann; dabei können zwei Reste R 3 , welche an dasselbe Kohlenstoffatom gebunden sind, miteinander ein aliphatisches oder aromatisches Ringsystem bilden und so ein Spirosystem aufspannen; weiterhin kann R 3 mit einem benachbarten Rest R oder R 1 ein aliphatisches Ringsystem bilden.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung steht R 3 in den Gruppen der Formeln (RI-1 ) bis (RI-8) und in den bevorzugten Ausführungsformen gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für F, eine geradkettige Alkylgruppe mit 1 bis 3 C-Atomen, insbesondere Methyl, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 12 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann, bevorzugt aber unsubstituiert ist; dabei können zwei Reste R 3 , welche an dasselbe Kohlenstoffatom gebunden sind, miteinander ein aliphatisches oder aromatisches Ringsystem bilden und so ein Spirosystem aufspannen; weiterhin kann R 3 mit einem benachbarten Rest R oder R 1 ein aliphatisches Ringsystem bilden.

Beispiele für besonders geeignete Gruppen der Formel (RI-1 ) sind die im Folgenden aufgeführten Gruppen (RI-1 -1 ) bis (RI-1 -71 ):

Beispiele für besonders geeignete Gruppen der Formel (RI-2) sind die im Folgenden aufgeführten Gruppen (RI-2-1 ) bis (RI-2-14):

Beispiele für besonders geeignete Gruppen der Formel (RI-3), (RI-7) und (RI-8) sind die im Folgenden aufgeführten Gruppen (RI-3-1 ), (RI-7-1 ) und (RI-8-1 ):

Beispiele für geeignete Strukturen der Formel (RI-4-1 ) sind die folgenden Strukturen (RI-4-1 -1 ) bis (RI-4-1 -20):

Dabei sind die folgenden beiden Strukturen besonders bevorzugt:

Beispiele für geeignete Strukturen der Formel (RI-4-2) sind die folgenden Strukturen (RI-4-2-1 ) bis (RI-4-2-5):

Beispiele für geeignete Strukturen der Formel (RI-4-3) sind die folgenden Strukturen (RI-4-3-1 ) bis (RI-4-3-3):

Beispiele für geeignete Strukturen der Formel (RI-4-1 b) und (RI-4-3b) sind die folgenden Strukturen:

Dabei sind die drei folgenden Strukturen besonders bevorzugt:

Beispiele für besonders geeignete Gruppen der Formel (RI-5) sind die im Folgenden aufgeführten Gruppen (RI-5-1 ) bis (RI-5-22):

Beispiele für besonders geeignete Gruppen der Formel (RI-6) sind die im Folgenden aufgeführten Gruppen (RI-6-1 ) bis (RI-6-5):

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung stehen A 4 und A 5 beide gleich oder verschieden für CR 1 , oder A 4 und A 5 stehen beide für N Besonders bevorzugt stehen A 4 und A 5 gleich oder verschieden für CR 1 . Es handelt sich also besonders bevorzugt um Kohlenstoff-Brückenkopfatome.

Wie oben beschrieben, kann bevorzugt vorgesehen sein, dass CyD und/oder CyC bzw. die oben aufgeführten bevorzugten Ausführungsformen zwei benachbarte Kohlenstoffatome aufweist, die jeweils mit Sub- stituenten R und/oder Substituenten R 1 substituiert sind, die an benachbarte Kohlenstoffatome gebunden sind, wobei die jeweiligen Reste R und/oder R 1 zusammen mit den C-Atomen eine bi- bzw. polycyclische Struktur der oben genannten Formeln (RI-1 ) bis (RI-8) aufspannen.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält der Ligand L oder gegebenenfalls der Ligand L' genau eine Gruppe der Formeln (RI-1 ) bis (RI-8). Dabei kann entweder CyC oder CyD diese Struktur aufweisen. Generell kann die Gruppe gemäß einer der Formeln (RI-1 ) bis (RI-8) in jeder möglichen Position an CyC oder CyD gebunden sein.

In den folgenden Gruppen (CyC-1 -1 ) bis (CyC-19-1 ) und (CyD-1 -1 ) bis (CyD-10-1 ) sind jeweils die bevorzugten Positionen für benachbarte Gruppen X, welche für CR stehen, wobei die jeweiligen Reste R zusammen mit den C-Atomen, an die sie gebunden sind, einen Ring gemäß einer der oben genannten Formeln (RI-1 ) bis (RI-8) aufspannen, abgebildet,

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen und 0 jeweils die Positionen kennzeichnet, die für CR stehen, wobei die jeweiligen Reste R zusammen mit den C-Atomen, an die sie gebunden sind, einen Ring der oben genannten Formeln (RI-1 ) bis (RI-8) aufspannen.

Bevorzugte Positionen für die Bindung der Ringstruktur der oben genannten Formeln (RI-1 ) bis (RI-8) in den Liganden (L1 ) bis (L6) sind in den folgenden Strukturen (L1 -1 ) bis (L6-6) abgebildet:

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen und 0 jeweils die Positionen kennzeichnet, die für CR stehen, wobei die jeweiligen Reste R zusammen mit den C-Atomen, an die sie gebunden sind, einen Ring der oben genannten Formeln (RI-1 ) bis (RI-8) aufspannen.

Wenn in der Teilstruktur der Formel (2) Reste R gebunden sind, die nicht für eine Gruppe der Formel (RI-1 ) bis (RI-8) stehen, so sind diese Reste R bei jedem Auftreten gleich oder verschieden bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus H, D, F, Br, I, N(R 1 ) 2 , CN, Si(R 1 )s, B(OR 1 ) 2 , C(=O)R 1 , einer geradkettigen Alkylgruppe mit 1 bis 10 C-Atomen oder einer Alkenylgruppe mit 2 bis 10 C-Atomen oder einer verzweigten oder cydischen Alkylgruppe mit 3 bis 10 C-Atomen, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R 1 substituiert sein kann, wobei ein oder mehrere H-Atome durch D oder F ersetzt sein können, oder einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 bis 30 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein kann; dabei können zwei benachbarte Rest R oder R mit R 1 auch miteinander ein mono- oder polycyclisches, aliphatisches oder aromatisches Ringsystem bilden. Besonders bevorzugt sind diese Reste R bei jedem Auftreten gleich oder verschieden ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus H, D, F, N(R 1 )2, einer geradkettigen Alkylgruppe mit 1 bis 6 C-Atomen oder einer verzweigten oder cyclischen Alkylgruppe mit 3 bis 10 C- Atomen, wobei ein oder mehrere H-Atome durch D oder F ersetzt sein können, oder einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 bis 24 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein kann; dabei können zwei benachbarte Reste R oder R mit R 1 auch miteinander ein mono- oder polycyclisches, aliphatisches oder aromatisches Ringsystem bilden. Weiterhin ist auch eine Ringbildung zwischen CyC und CyD möglich, wie oben beschrieben.

Weiterhin ist es möglich, dass der Substituent R, der in der ortho-Position zur Metallkoordination gebunden ist, eine Gruppe darstellt, die ebenfalls an das Metall M koordiniert bzw. bindet. Bevorzugte koordinierende Gruppen R sind Aryl- bzw. Heteroarylgruppen, beispielsweise Phenyl oder Pyridyl, Aryl- oder Alkylcyanide, Aryl- oder Alkylisocyanide, Amine oder Amide, Alkohole oder Alkoholate, Thioalkohole oder Thioalkoholate, Phosphine, Phosphite, Carbonylfunktionen, Carboxylate, Carbamide oder Aryl- oder Alkylacetylide. Beispiele für Teilstrukturen IrL der Formel (2), in denen CyD für Pyridin und CyC für Benzol steht, sind die Strukturen der folgenden Formeln (TS-1 ) bis (TS-12):

wobei die verwendeten Symbole und Indizes die gleichen Bedeutungen aufweisen, wie oben beschrieben, X 1 gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für C oder N steht und W 1 gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für S, O oder NR 1 steht.

Die Formeln (TS-1 ) bis (TS-12) zeigen nur exemplarisch, wie der Substi- tuent R zusätzlich an das Metall koordinieren kann. Ganz analog sind ohne weiteres erfinderisches Zutun auch andere an Iridium koordinierende Gruppen R zugänglich, beispielsweise auch Carbene.

Wie oben beschrieben, kann auch statt einem der Reste R eine verbrückende Einheit vorhanden sein, die diesen Liganden L mit einem oder mehreren weiteren Liganden L bzw. L' verknüpft. In einer bevorzugten

Ausführungsform der Erfindung ist statt einem der Reste R, insbesondere statt der Reste R, die in ortho- oder meta-Position zum koordinierenden Atom stehen, eine verbrückende Einheit vorhanden, so dass die Liganden dreizähnigen oder mehrzähnigen oder polypodalen Charakter aufweisen. Es können auch zwei solcher verbrückenden Einheiten vorhanden sein. Dies führt zur Bildung makrocyclischer Liganden bzw. zur Bildung von Kryptaten.

Bevorzugte Strukturen mit mehrzähnigen Liganden bzw. mit polydentaten Liganden sind die Metallkomplexe der folgenden Formeln (V-1 ) bis (V-6),

wobei die verwendeten Symbole und Indizes die oben genannten Bedeutungen aufweisen.

Ebenso können die Liganden über cyclische Gruppen gemäß der Formeln (RI-1 ) bis (RI-8) miteinander verbrückt sein.

Dabei stellt in den Strukturen der Formeln (V-1 ) bis (V-6) V bevorzugt eine Einfachbindung oder eine verbrückende Einheit dar, enthaltend 1 bis 80 Atome aus der dritten, vierten, fünften und/oder sechsten Hauptgruppe (Gruppe 13, 14, 15 oder 16 gemäß IUPAC) oder einen 3- bis 6-gliedrigen Homo- oder Heterocyclus, die die Teilliganden L miteinander oder L mit L' miteinander kovalent verbindet. Dabei kann die verbrückende Einheit V auch unsymmetrisch aufgebaut sein, d. h. die Verknüpfung von V zu L bzw. L' muss nicht identisch sein. Die verbrückende Einheit V kann neutral, einfach, zweifach oder dreifach negativ oder einfach, zweifach oder dreifach positiv geladen sein. Bevorzugt ist V neutral oder einfach negativ oder einfach positiv geladen, besonders bevorzugt neutral. Dabei wird die Ladung von V bevorzugt so gewählt, dass insgesamt ein neutraler Komplex entsteht. Dabei gelten für die Liganden die oben für die Teilstruktur MLn genannten Bevorzugungen und n ist bevorzugt mindestens 2.

Die genaue Struktur und chemische Zusammensetzung der Gruppe V hat keinen wesentlichen Einfluss auf die elektronischen Eigenschaften des Komplexes, da die Aufgabe dieser Gruppe im Wesentlichen darin liegt, durch die Verbrückung von L miteinander bzw. mit L' die chemische und thermische Stabilität der Komplexe zu erhöhen.

Wenn V eine trivalente Gruppe ist, also drei Liganden L miteinander bzw. zwei Liganden L mit L' oder einen Liganden L mit zwei Liganden L' verbrückt, ist V bevorzugt gleich oder verschieden bei jedem Auftreten gewählt aus der Gruppe bestehend aus B, B(R 1 )-, B(C(R 1 )2)3,

(R 1 )B(C(R 1 ) 2 )3-, B(O)s, (R 1 )B(O)s-, B(C(R 1 ) 2 C(R 1 ) 2 )3,

(R 1 )B(C(R 1 ) 2 C(R 1 )2)3-, B(C(R 1 ) 2 O) 3 , (R 1 )B(C(R 1 ) 2 O) 3 -, B(OC(R 1 ) 2 ) 3 , (R 1 )B(OC(R 1 ) 2 ) 3 -, C(R 1 ), CO-, CN(R 1 ) 2 , (R 1 )C(C(R 1 ) 2 ) 3 , (R 1 )C(O) 3 ,

(R 1 )C(C(R 1 ) 2 C(R 1 ) 2 ) 3 , (R 1 )C(C(R 1 ) 2 O) 3 , (R 1 )C(OC(R 1 ) 2 ) 3 , (R 1 )C(Si(R 1 ) 2 ) 3 , (R 1 )C(Si(R 1 ) 2 C(R 1 ) 2 ) 3 , (R 1 )C(C(R 1 ) 2 Si(R 1 ) 2 ) 3 , (R 1 )C(Si(R 1 ) 2 Si(R 1 ) 2 ) 3 , Si(R 1 ), (R 1 )Si(C(R 1 ) 2 ) 3 , (R 1 )Si(O) 3 , (R 1 )Si(C(R 1 ) 2 C(R 1 ) 2 ) 3 , (R 1 )Si(OC(R 1 ) 2 ) 3 , (R 1 )Si(C(R 1 ) 2 O) 3 , (R 1 )Si(Si(R 1 ) 2 ) 3 , (R 1 )Si(Si(R 1 ) 2 C(R 1 ) 2 ) 3 ,

(R 1 )Si(C(R 1 ) 2 Si(R 1 ) 2 ) 3 , (R 1 )Si(Si(R 1 ) 2 Si(R 1 ) 2 ) 3 , N, NO, N(R 1 ) + , N(C(R 1 ) 2 ) 3 , (R 1 )N(C(R 1 ) 2 ) 3 + , N(C=O) 3 , N(C(R 1 ) 2 C(R 1 ) 2 ) 3 , (R 1 )N(C(R 1 ) 2 C(R 1 ) 2 ) + , P, P(R 1 ) + , PO, PS, P(O)s, PO(O)s, P(OC(R 1 ) 2 ) 3 , PO(OC(R 1 ) 2 ) 3 , P(C(R 1 ) 2 ) 3 , P(R 1 )(C(R 1 ) 2 ) 3 + , PO(C(R 1 ) 2 ) 3 , P(C(R 1 ) 2 C(R 1 ) 2 ) 3 , P(R 1 ) (C(R 1 ) 2 C(R 1 ) 2 ) 3 + , PO(C(R 1 ) 2 C(R 1 ) 2 ) 3 , S + , S(C(R 1 ) 2 ) 3 + , S(C(R 1 ) 2 C(R 1 ) 2 ) 3 + ,

oder eine Einheit gemäß Formel (V-7) bis (V-1 1 ),

wobei die gestrichelten Bindungen jeweils die Bindung zu den Teilliganden L bzw. L' andeuten und Z gleich oder verschieden bei jedem Auftreten ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus einer Einfachbindung, O, S, S(=O), S(=O) 2 , NR 1 , PR 1 , P(=O)R 1 , C(R 1 ) 2 , C(=O), C(=NR 1 ), C(=C(R 1 ) 2 ), Si(R 1 )2 oder BR 1 . Die weiteren verwendeten Symbole haben die oben genannten Bedeutungen. Wenn V für eine Gruppe CR2 steht, so können die beiden Reste R auch miteinander verknüpft sein, so dass auch Strukturen wie zum Beispiele 9,9-Fluoren geeignete Gruppen V sind.

Wenn V eine bivalente Gruppe ist, also zwei Liganden L miteinander bzw. einen Liganden L mit L' verbrückt, ist V bevorzugt gleich oder verschieden bei jedem Auftreten gewählt aus der Gruppe bestehend aus BR 1 , B(R 1 )2-, C(R 1 ) 2 , C(=O), Si(R 1 ) 2 , NR 1 , PR 1 , P(R 1 ) 2 + , P(=O)(R 1 ), P(=S)(R 1 ), O, S, Se, oder eine Einheit emäß Formel (V-12) bis (V-21 ),

wobei die gestrichelten Bindungen jeweils die Bindung zu den Teilliganden L bzw. L' andeuten, Y bei jedem Auftreten gleich oder verschieden für C(R 1 )2, N(R 1 ), O oder S steht und die weiteren verwendeten Symbole jeweils die oben aufgeführten Bedeutungen haben.

In einer bevorzugten Ausführungsform entsprechen die reaktiven

Metallkomplexe der allgemeinen Formel

Dabei weisen die Komplexe mindestens eine funktionelle Gruppe auf, die in der Lage ist, mit der optisch aktiven Borverbindung zu reagieren, wobei bevorzugte funktionelle Gruppen die vorne aufgeführten Gruppen sind.

Wobei die Symbole m, n und Liganden L und/oder L' die zuvor genannte Bedeutung aufweisenund über eine Brücke verknüpft sind, wobei gegebenenfalls eine Teilstruktur der Formel (2) gebildet wird, so dass vorzugsweise ein Metallkomplex enthaltend einen hexadentaten tripodalen Liganden gebildet wird und die Liganden L und L' als drei bidentate Teilliganden angesehen werden können, die an ein Metall koordinieren. Vorzugsweise wird ein monometallischer Metallkomplex in dem erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt. Die drei bidentaten Teilliganden können gleich sein, oder sie können unterschiedlich sein. Wenn alle drei bidentaten Teilliganden gleich gewählt sind, entstehen dadurch, C3-symmethsche Metallkomplexe, wenn auch die Einheit der Formel (1 ) C3-symmetrisch ist, was vorteilhaft bezüglich der Synthese der Liganden ist. Es kann aber auch vorteilhaft sein, die drei bidentaten Teilliganden unterschiedlich zu wählen bzw. zwei Teilliganden gleich und den dritten Teilliganden davon verschieden zu wählen, so dass Ci-symmetrische Metallkomplexe entstehen, weil dies größere Variationsmöglichkeiten der Liganden zulässt, so dass sich die gewünschten Eigenschaften des Komplexes, wie beispielsweise die Lage von HOMO und LUMO bzw. die Emissionsfarbe leichter variieren lassen. Außerdem lässt sich so auch die Löslichkeit der Komplexe verbessern, ohne lange aliphatische oder aromatische, löslichkeitsvermittelnde Gruppen anbringen zu müssen. Weiterhin weisen unsymmetrische Komplexe häufig eine geringere Sublimationstemperatur auf als ähnliche symmetrische Komplexe.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die drei bidentaten Teilliganden entweder gleich gewählt oder zwei der bidentaten Teilliganden sind gleich gewählt und der dritte bidentate Teilligand ist unterschiedlich von den ersten beiden bidentaten Teilliganden.

In einer bevorzugten Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Brücke, über die Liganden L und/oder L' verknüpft sind, eine Aryl- oder Heteroarylgruppe mit 5 bis 36 aromatischen Ringatomen ist, welche mit einem oder mehreren Resten R substituiert sein kann.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform entspricht die Brücke, über die die Liganden verknüpft sind, der Formel (3), wobei die gestrichelte Bindung die Bindung der Liganden, vorzugsweise der bidentaten Liganden an diese Struktur darstellt und für die verwendeten Symbole gilt:

X 1 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden C, welches auch substituiert sein kann, oder N;

X 2 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden C, welches auch substituiert sein kann, oder N oder zwei benachbarte Gruppen X 2 stehen zusammen für N, welches auch substituiert sein kann, O oder S, so dass ein Fünfring entsteht; oder zwei benachbarte Gruppen X 2 stehen zusammen für C, welches auch substituiert sein kann, oder N, wenn in dem Cyclus eine der Gruppen X 3 für N steht, so dass ein Fünfring entsteht; mit der Maßgabe, dass maximal zwei benachbarte Gruppen X 2 in jedem Ring für N stehen; dabei können gegebenenfalls vorhandene Substituenten auch miteinander oder mit Substituenten, die an X 1 gebunden sind, ein Ringsystem bilden;

X 3 ist bei jedem Auftreten in einem Cyclus C oder eine Gruppe X 3 steht für N und die andere Gruppe X 3 in demselben Cyclus steht für C, wobei die Gruppen X 3 in den drei Cyclen unabhängig voneinander gewählt werden können; mit der Maßgabe, dass zwei benachbarte Gruppen X 2 zusammen für C, welches auch substituiert sein kann, oder N stehen, wenn in dem Cyclus eine der Gruppen X 3 für N steht; dabei können die drei bidentaten Liganden außer durch die Brücke der Formel (3) auch durch eine weitere Brücke zu einem Kryptat geschlossen sein.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform entspricht die Brücke, über die die Liganden verknüpft sind, der Formel (4),

wobei die gestrichelte Bindung die Bindung der Liganden, vorzugsweise der bidentaten Liganden an diese Struktur darstellt und für die verwendeten Symbole gilt:

X 1 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden C, welches auch substituiert sein kann, oder N;

X 3 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden CR oder N mit der Maßgabe, dass nicht zwei Stickstoffatome direkt aneinander gebunden sind, wobei R die oben genannten Bedeutungen aufweist; dabei können die drei bidentaten Liganden außer durch die Brücke der Formel (4) auch durch eine weitere Brücke zu einem Kryptat geschlossen sein.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform entspricht die Brücke, über die die Liganden verknüpft sind, der Formel (5),

wobei die gestrichelte Bindung die Bindung der Liganden, vorzugsweise der bidentaten Liganden an diese Struktur darstellt und für die verwendeten Symbole gilt:

X 1 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden C, welches auch substituiert sein kann, oder N;

A ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden gewählt aus der

Gruppe bestehend aus -O-C(=O)-, -NR-C(=O)- oder -CR2-CR2-, wobei R die oben genannten Bedeutungen aufweist und der Rest R, der an das Stickstoffatom gebunden ist, nicht H oder D ist; dabei können die drei bidentaten Liganden außer durch die Brücke der Formel (5) auch durch eine weitere Brücke zu einem Kryptat geschlossen sein.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform entspricht die Brücke, über die die Liganden verknüpft sind, der Formel (6), (7) oder (8),

wobei die gestrichelte Bindung die Bindung der Liganden, vorzugsweise der bidentaten Liganden an diese Struktur darstellt und die verwendeten Symbole in Formel (6) die oben für Formel (3) angegebenen Bedeutungen haben und die Symbole in Formel (7) die für Formel (4) angegebenen Bedeutungen haben und die Symbole in Formel (8) die für Formel (5) an- gegebenen Bedeutungen haben.

Wenn X 1 oder X 2 für C steht, dann trägt dieses C-Atom bzw. N-Atom entweder ein Wasserstoffatom, oder es ist substituiert mit einem Substituenten ungleich Wasserstoff. Wenn zwei benachbarte Gruppen X 2 zu- sammen für N stehen und die Gruppen X 3 in demselben Cyclus beide für C stehen, dann trägt dieses N-Atom entweder ein Wasserstoffatom oder es ist substituiert mit einem Substituenten ungleich Wasserstoff. Bevorzugt ist das N-Atom substituiert mit einem Substituenten ungleich Wasserstoff. Wenn zwei benachbarte Gruppen X 2 zusammen für N stehen und eine der Gruppen X 3 in demselben Cyclus für N steht, dann ist das N-Atom, das für zwei benachbarte Gruppen X 2 steht, unsubstituiert. Wenn X 1 bzw. X 2 für ein substituiertes Kohlenstoffatom stehen bzw. wenn zwei benachbarte Gruppen X 2 für ein substituiertes Stickstoffatom stehen, ist der Substituent bevorzugt ausgewählt aus den Substituenten R, die zuvor, insbesondere für Formel (2) definiert sind.

Wenn zwei Reste R bzw. R 1 miteinander ein Ringsystem bilden, so kann dieses mono- oder polycyclisch, aliphatisch, heteroaliphatisch, aromatisch oder heteroaromatisch sein. Dabei können diese Reste, die miteinander ein Ringsystem bilden, benachbart sein, d.h. dass diese Reste an dasselbe Kohlenstoffatom oder an Kohlenstoffatome, die direkt aneinander gebunden sind, gebunden sind, oder sie können weiter voneinander entfernt sein. So ist beispielsweise auch die Ringbildung eines Restes R, der an der Gruppe X 2 gebunden ist, mit einem Rest R, der an der Gruppe X 1 gebunden ist, möglich. Wenn eine solche Ringbildung zwischen einem

Rest R, der an der Gruppe X 2 gebunden ist, mit einem Rest R, der an der Gruppe X 1 gebunden ist, erfolgt, so erfolgt diese Ringbildung bevorzugt durch eine Gruppe mit drei Brückenatomen, bevorzugt mit drei Kohlenstoffatomen und besonders bevorzugt durch eine Gruppe -(CR2)3- Bei dem Liganden handelt es sich in einer bevorzugten Ausführungsform, die vorzugsweise eine Brücke gemäß einer der Formeln (3) bis (8) aufweisen können, somit um einen hexadentaten, tripodalen Liganden mit drei bidentaten Teilliganden. Die Struktur des hexadentaten, tripodalen Liganden wird schematisch durch die folgende Formel (Lig) dargestellt:

wobei V die Brücke, vorzugsweise eine Brücke gemäß einer der Formeln (3) bis (8) darstellt und L1 , L2 und L3 gleich oder verschieden bei jedem Auftreten jeweils bidentate Teilliganden darstellen. Dabei bedeutet biden- tat, dass der jeweilige Teilligand im Komplex über zwei Koordinationsstellen an das Metall koordiniert bzw. bindet. Tripodal bedeutet, dass der Ligand drei Teilliganden aufweist, die an die Brücke V, vorzugsweise die Brücke der Formel (3) gebunden sind. Da der Ligand drei bidentate Teil- liganden aufweist, ergibt sich insgesamt ein hexadentater Ligand, also ein Ligand, der über sechs Koordinationsstellen an das Metall koordiniert bzw. bindet. Der Begriff„bidentater Teilligand" bedeutet im Sinne dieser Anmeldung, dass es sich bei dieser Einheit um einen bidentaten Liganden handeln würde, wenn die Brücke der Formel (3) bis (8) nicht vorhanden wäre. Durch die formale Abstraktion eines Wasserstoffatoms an diesem bidentaten Liganden und die Anknüpfung an die Brücke der Formel (3) bis (8) ist dieser jedoch kein separater Ligand mehr, sondern ein Teil des so entstehenden hexadentaten Liganden, so dass hierfür der Begriff„Teilligand" verwendet wird.

Der mit diesem Liganden der Formel (Lig) gebildete Metallkomplex Ir-(Lig) kann somit schematisch durch die folgende Formel dargestellt werden: wobei V die Brücke, vorzugsweise eine Brücke gemäß Formel (3) darstellt, L1 , L2 und L3 gleich oder verschieden bei jedem Auftreten jeweils bidentate Teilliganden darstellen und Ir für Iridium steht.

Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der Brücke der Formel (3) bis (8) ausgeführt.

Wenn X 1 bzw. X 2 für ein substituiertes Kohlenstoffatom stehen bzw. wenn zwei benachbarte Gruppen X 2 für ein substituiertes Stickstoffatom stehen, dann ist der Substituent bevorzugt ausgewählt aus den folgenden Substi- tuenten R:

R ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F, Cl, Br, I, N(R 1 ) 2 , CN, NO 2 , OH, COOH, C(=O)N(R 1 ) 2 , Si(R 1 )s, B(OR 1 ) 2 ,

C(=O)R 1 , C(=O)OR 1 , P(=O)(R 1 ) 2 , S(=O)R 1 , S(=O) 2 R 1 , OSO2R 1 , eine geradkettige Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 1 bis 20 C-Atomen oder eine Alkenyl- oder Alkinylgruppe mit 2 bis 20 C- Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 3 bis 20 C-Atomen, wobei die Alkyl-, Alkoxy-, Thioalkoxy-, Alkenyl- oder Alkinylgruppe jeweils mit einem oder mehreren Resten R 1 substituiert sein kann, wobei eine oder mehrere nicht benachbarte CH 2 -Gruppen durch R 1 C=CR 1 , C≡C, Si(R 1 )2, C=O, NR 1 , O, S oder CONR 1 ersetzt sein können, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein kann, oder eine Aryloxy- oder Heteroaryloxygruppe mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, die durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein kann; dabei können zwei Reste R auch miteinander ein Ringsystem bilden; R 1 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F, Cl, Br, I, N(R 2 ) 2 , CN, NO2, Si(R 2 )s, B(OR 2 ) 2 , C(=O)R 2 , C(=O)OR 2 , P(=O)(R 2 ) 2 , S(=O)R 2 , S(=O)2R 2 , OSO2R 2 , eine geradkettige Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 1 bis 20 C-Atomen oder eine Alkenyl- oder Alkinylgruppe mit 2 bis 20 C-Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 3 bis 20 C- Atomen, wobei die Alkyl-, Alkoxy-, Thioalkoxy-, Alkenyl- oder Alkinylgruppe jeweils mit einem oder mehreren Resten R 2 substituiert sein kann, wobei eine oder mehrere nicht benachbarte CH 2 -Gruppen durch R 2 C=CR 2 , C≡C, Si(R 2 ) 2 , C=O, NR 2 , O, S oder CONR 2 ersetzt sein können, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann, oder eine Aryl- oxy- oder Heteroaryloxygruppe mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, die durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann; dabei können zwei oder mehrere Reste R 1 miteinander ein Ringsystem bilden;

R 2 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F oder ein

aliphatischer, aromatischer und/oder heteroaromatischer organischer Rest, insbesondere ein Kohlenwasserstoffrest, mit 1 bis 20 C- Atomen, in dem auch ein oder mehrere H-Atome durch F ersetzt sein können.

Geeignete Ausführungsformen der Gruppe der Formel (3) bzw. (4) sind die Strukturen der folgenden Formeln (3-1 ) bis (3-4) oder (4-1 ) bis (4-4),

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen. ln einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung stehen entweder alle Gruppen X 1 in der Gruppe der Formel (3), (4) oder (5) für ein gegebenenfalls substituiertes Kohlenstoffatom, wobei der Substituent bevorzugt ausgewählt ist aus den oben genannten Gruppen R, so dass der zentrale trivalente Cyclus der Formel (3), (4) oder (5) ein Benzol darstellt. Besonders bevorzugt stehen alle Gruppen X 1 für CH. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung stehen alle Gruppen X 1 für ein Stickstoff- atom, so dass der zentrale trivalente Cyclus der Formel (3), (4) oder (5) ein Triazin darstellt. Bevorzugte Ausführungsformen der Formel (3) oder (4) sind somit die Strukturen der Formeln (3-1 ) oder (4-1 ).

Besonders bevorzugt ist die Struktur der Formel (3-1 ), (4-1 ) oder (5) eine Struktur der folgenden Formel (3-1 '), (4-1 ') oder (5-1 '),

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen.

Ferner kann vorgesehen sein, dass die Substituenten R, die in den Strukturen der Formeln (3) bis (8) bzw. deren bevorzugten Ausgestaltungen enthalten sein können, eine Ringstruktur der zuvor näher ausgeführten Formeln (RI-1 ) bis (RI-8) oder deren bevorzugten Ausführungsformen bilden.

Für bevorzugte Reste R am trivalenten zentralen Benzolring der Formel (3-1 ) oder (4-1 ) gilt: R ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F, CN, eine geradkettige Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 1 bis 10 C-Atomen oder eine Alkenylgruppe mit 2 bis 10 C-Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 3 bis 10 C-Atomen, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R 1 substituiert sein kann, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 24 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein kann; dabei kann der Rest R auch mit einem Rest R an X 2 ein Ringsystem bilden; R1 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F, CN, eine geradkettige Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 1 bis 10 C-Atomen oder eine Alkenylgruppe mit 2 bis 10 C-Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 3 bis 10 C-Atomen, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R 2 substituiert sein kann, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 24 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann; dabei können zwei oder mehrere benachbarte Reste R 1 miteinander ein Ringsystem bilden; R 2 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F oder ein

aliphatischer, aromatischer und/oder heteroaromatischer organischer Rest mit 1 bis 20 C-Atomen, in dem auch ein oder mehrere H-Atome durch F ersetzt sein können. Für besonders bevorzugte Reste R am trivalenten zentralen Benzolring der Formel (3-1 ) oder (4-1 ) gilt:

R ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F, CN, eine geradkettige Alkylgruppe mit 1 bis 4 C-Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkylgruppe mit 3 bis 6 C-Atomen, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R 1 substituiert sein kann, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 6 bis 12 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein kann; dabei kann der Rest R auch mit einem Rest R an X 2 ein Ringsystem bilden; R 1 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F, CN, eine geradkettige Alkylgruppe mit 1 bis 4 C-Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkylgruppe mit 3 bis 6 C-Atomen, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R 2 substituiert sein kann, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 6 bis 12 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann; dabei können zwei oder mehrere benachbarte Reste R 1 miteinander ein Ringsystem bilden; R 2 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F oder ein

aliphatischer oder aromatischer Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 12 C-Atomen.

Im Folgenden werden bevorzugte bivalente Arylen- bzw. Heteroarylen- einheiten beschrieben, wie sie in den Strukturen der Formeln (3), vorzugsweise (3-1 ) bis (3-4), und (6) vorkommen. Wie aus den Strukturen der Formeln (3), vorzugsweise (3-1 ) bis (3-4), und (6) ersichtlich, enthalten diese Strukturen drei ortho-verknüpfte bivalente Arylen- bzw. Hetero- aryleneinheiten.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung steht das Symbol X 3 in den Formeln (3), (4), (6) und (7) für C, so dass die Gruppen der Formeln (3), vorzugsweise (3-1 ) bis (3-4), durch die folgenden Formeln (3-a), vorzugsweise (3-1 a) bis (3-4a), und (4-a), vorzugsweise (4-1 a) bis (4-4a), (6-a) und (7-a) dargestellt werden können:

wobei die Symbole die oben aufgeführten Bedeutungen aufweisen.

Die Einheit der Formel (3) kann auch formal durch die folgende Formel (3') dargestellt werden, wobei die Formeln (3) und (3') dieselben Strukturen umfassen:

wobei Ar jeweils gleich oder verschieden für eine Gruppe der folgenden Formel (BA) steht:

wobei die gestrichelte Bindung jeweils die Position der Bindung der biden- taten Teilliganden an diese Struktur darstellt, * die Position der Verknüpfung der Einheit der Formel (BA) mit der zentralen trivalenten Aryl- bzw. Heteroarylgruppe darstellt und X 2 die oben genannten Bedeutungen aufweist. Dabei sind bevorzugte Substituenten an der Gruppe der Formel (BA) ausgewählt aus den oben beschriebenen Substituenten R. Die Gruppe der Formel (BA) kann somit einen heteroaromatischen Fünfring oder einen aromatischen oder heteroaromatischen Sechsring darstellen. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält die Gruppe der Formel (BA) maximal zwei Heteroatome in der aromatischen bzw. heteroaromatischen Einheit, besonders bevorzugt maximal ein

Heteroatom. Dies schließt nicht aus, dass Substituenten, die gegebenenfalls an dieser Gruppe gebunden sind, auch Heteroatome enthalten können. Weiterhin schließt diese Definition nicht aus, dass durch die Ringbildung von Substituenten kondensierte aromatische oder heteroaroma- tische Strukturen entstehen, wie beispielsweise Naphthalin, Benzimidazol, etc.. Die Gruppe der Formel (BA) ist somit bevorzugt ausgewählt aus Benzol, Pyridin, Pyrimidin, Pyrazin, Pyridazin, Pyrrol, Furan, Thiophen, Pyrazol, Imidazol, Oxazol und Thiazol. Wenn beide Gruppen X 3 in einem Cyclus für Kohlenstoffatome stehen, sind bevorzugte Ausführungsformen der Gruppe der Formel (BA) die Strukturen der folgenden Formeln (BA-1 ) bis (BA-17),

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen.

Wenn eine Gruppe X 3 in einem Cyclus für ein Kohlenstoffatom und die andere Grupp X 3 in demselben Cyclus für ein Stickstoffatom steht, sind bevorzugte Ausführungsformen der Gruppe der Formel (BA) die

Strukturen der folgenden Formeln (BA-18) bis (BA-25),

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen.

Besonders bevorzugt sind die gegebenenfalls substituierten Sechsring- Aromaten und Sechsring-Heteroaromaten der oben abgebildeten Formeln (BA-1 ) bis (BA-5). Ganz besonders bevorzugt ist ortho-Phenylen, also eine Gruppe der oben genannten Formel (BA-1 ).

Dabei können, wie auch oben bei der Beschreibung des Substituenten beschrieben, auch benachbarte Substituenten miteinander ein Ringsystem bilden, so dass kondensierte Strukturen, auch kondensierte Aryl- und Heteroarylgruppen, wie beispielsweise Naphthalin, Chinolin, Benzimida- zol, Carbazol, Dibenzofuran oder Dibenzothiophen, entstehen können. Eine solche Ringbildung ist im Folgenden schematisch an Gruppen der oben genannten Formel (BA-1 ) aufgeführt, was zu Gruppen der folgenden Formeln (BA-1 a) bis (BA-1 j) führt:

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen.

Generell können die ankondensierten Gruppen an jeder Position der Einheit gemäß Formel (BA) ankondensiert sein, wie durch die ankondensierte Benzogruppe in den Formeln (BA-1 a) bis (BA-1 c) dargestellt. Die

Gruppen, wie sie in den Formeln (BA-1 d) bis (BA-1j) an die Einheit der Formel (BA) ankondensiert sind, können daher auch an andere Positionen der Einheit der Formel (BA) ankondensiert werden.

Dabei können die drei Gruppen der Formel (BA), die in der Einheit der Formeln (3), (3-1 ) bis (3-4) oder ganz analog auch in Formel (6) vorhanden sind, gleich oder verschieden sein. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind alle drei Gruppen der Formel (BA) in der Einheit der Formeln (3), (3-1 ) bis (3-4) gleich und sind auch gleich substituiert.

Besonders bevorzugt sind die Gruppen der Formel (3-1 ) bis (3-4) ausgewählt aus den Gruppen der folgenden Formeln (3-1 b) bis (3-4b),

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen. Eine bevorzugte Ausführungsform der Formel (3-1 b) ist die Gruppe der folgenden Formel (3-1 b'),

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen.

Besonders bevorzugt sind die Gruppen R in den Formeln (3), (3-1 ) bis (3- 4) gleich oder verschieden H, D oder eine Alkylgruppe mit 1 bis 4 C- Atomen. Ganz besonders bevorzugt ist R = H. Ganz besonders bevorzugt sind also die Strukturen der folgenden Formeln (3-1 c) bis (3-2c),

wobei die verwendeten Symbole die oben genannten Bedeutungen aufweisen.

Wenn in den bidentaten Teilliganden bzw. in den bivalenten Arylen- bzw. Heteroarylengruppen der Formel (BA), welche in den Formeln (3), vorzugsweise (3-1 ) bis (3-4), oder den bevorzugten Ausführungsformen gebunden sind, Reste R gebunden sind, so sind diese Reste R bei jedem Auftreten gleich oder verschieden bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus H, D, F, Br, I, N(R 1 ) 2 , CN, Si(R 1 ) 3 , B(OR 1 ) 2 , C(=O)R 1 , einer geradkettigen Alkylgruppe mit 1 bis 10 C-Atomen oder einer Alkenyl- gruppe mit 2 bis 10 C-Atomen oder einer verzweigten oder cyclischen Alkylgruppe mit 3 bis 10 C-Atomen, wobei die Alkyl oder Alkenylgruppe jeweils mit einem oder mehreren Resten R 1 substituiert sein kann, oder einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 bis 30 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein kann; dabei können zwei benachbarte Rest R oder R mit R 1 auch miteinander ein mono- oder polycydisches, aliphatisches oder aromatisches Ringsystem bilden. Besonders bevorzugt sind diese Reste R bei jedem Auftreten gleich oder verschieden ausgewählt aus der

Gruppe bestehend aus H, D, F, N(R 1 )2, einer geradkettigen Alkylgruppe mit 1 bis 6 C-Atomen oder einer verzweigten oder cyclischen Alkylgruppe mit 3 bis 10 C-Atomen, wobei ein oder mehrere H-Atome durch D oder F ersetzt sein können, oder einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 bis 24 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein kann; dabei können zwei benachbarte Reste R oder R mit R 1 auch miteinander ein mono- oder polycydisches, aliphatisches oder aromatisches Ringsystem bilden. Bevorzugte Reste R 1 , die an R gebunden sind, sind bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F, N(R 2 )2, CN, eine geradkettige Alkylgruppe mit 1 bis 10 C-Atomen oder eine Alkenylgruppe mit 2 bis 10 C- Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkylgruppe mit 3 bis 10 C- Atomen, wobei die Alkylgruppe jeweils mit einem oder mehreren Resten R 2 substituiert sein kann, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 24 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann; dabei können zwei oder mehrere benachbarte Reste R 1 miteinander ein mono- oder polycydisches, aliphatisches Ringsystem bilden. Besonders bevorzugte Reste R die an R gebunden sind, sind bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, F, CN, eine geradkettige Alkylgruppe mit 1 bis 5 C-Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkylgruppe mit 3 bis 5 C-Atomen, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R 2 substituiert sein kann, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 13 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann; dabei können zwei oder mehrere benachbarte Reste R 1 miteinander ein mono- oder polycyclisches, aliphatisches Ringsystem bilden.

Bevorzugte Reste R 2 sind bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, F oder ein aliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 5 C-Atomen oder ein aromatischer Kohlenwasserstoffrest mit 6 bis 12 C-Atomen; dabei können zwei oder mehrere Substituenten R 2 auch miteinander ein mono- oder polycyclisches, aliphatisches Ringsystem bilden. im Folgenden werden bevorzugte Liganden L' beschrieben, wie sie in Formel (1 ) enthalten sein können. Entsprechend können auch die

Ligandengruppen L' gewählt sein, wenn diese über eine Brücke, beispielsweise eine Gruppe der Formel (3) beziehungsweise (4) oder verbrückende Einheit V an L gebunden sind, wie in Formeln (V-1 ), (V-2) und (V-3) angedeutet.

Die Liganden L' sind bevorzugt neutrale, monoanionische, dianionische oder trianionische Liganden, besonders bevorzugt neutrale oder monoanionische Liganden. Sie können monodentat, bidentat, tridentat oder tetradentat sein und sind bevorzugt bidentat, weisen also bevorzugt zwei Koordinationsstellen auf. Wie oben beschrieben, können die Liganden L' auch über eine Brücke, beispielsweise eine Gruppe der Formel (3) beziehungsweise (4) oder verbrückende Einheit V an L gebunden sein. Bevorzugte neutrale, monodentate Liganden L' sind ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Kohlenmonoxid, Stickstoffmonoxid, Alkylcyaniden, wie z. B. Acetonitril, Arylcyaniden, wie z. B. Benzonitril, Alkylisocyaniden, wie z. B. Methyl isonitril, Arylisocyaniden, wie z. B. Benzoisonitril, Aminen, wie z. B. Trimethylamin, Triethylamin, Morpholin, Phosphinen, insbeson- dere Halogenphosphine, Trialkylphosphine, Triarylphosphine oder Alkyl- arylphosphine, wie z. B. Trifluorphosphin, Trimethylphosphin, Tricyclo- hexylphosphin, Tri-te/t-butylphosphin, Triphenylphosphin, Tris(pentafluor- phenyl)phosphin, Dimethylphenylphosphin, Methyldiphenylphosphin, Bis(tert-butyl)phenylphosphin, Phosphiten, wie z. B. Trimethylphosphit, Triethylphosphit, Arsinen, wie z. B. Trifluorarsin, Trimethylarsin, Tricyclo- hexylarsin, Tri-tert-butylarsin, Triphenylarsin, Tris(pentafluorphenyl)arsin, Stibinen, wie z. B. Trifluorstibin, Trimethylstibin, Tricyclohexylstibin, Tri- tert-butylstibin, Triphenylstibin, Tris(pentafluorphenyl)stibin, stickstoffhaltigen Heterocyclen, wie z. B. Pyridin, Pyridazin, Pyrazin, Pyrimidin, Triazin, und Carbenen, insbesondere Arduengo-Carbenen.

Bevorzugte monoanionische, monodentate Liganden L' sind ausgewählt aus Hydrid, Deutend, den Halogeniden F-, Cl-, Br und I-, Alkylacetyliden, wie z. B. Methyl- C≡C-, tert-Butyl- C≡C-, Arylacetyliden, wie z. B. Phenyl- C≡C-, Cyanid, Cyanat, Isocyanat, Thiocyanat, Isothiocyanat, aliphatischen oder aromatischen Alkoholaten, wie z. B. Methanolat, Ethanolat,

Propanolat, iso-Propanolat, tert-Butylat, Phenolat, aliphatischen oder aromatischen Thioalkoholaten, wie z. B. Methanthiolat, Ethanthiolat, Propanthiolat, iso-Propanthiolat, tert-Thiobutylat, Thiophenolat, Amiden, wie z. B. Dimethylamid, Diethylamid, Di-iso-propylamid, Morpholid, Carboxylaten, wie z. B. Acetat, Trifluoracetat, Propionat, Benzoat,

Arylgruppen, wie z. B. Phenyl, Naphthyl, und anionischen, stickstoffhaltigen Heterocyclen, wie Pyrrolid, Imidazolid, Pyrazolid. Dabei sind die Alkylgruppen in diesen Gruppen bevorzugt Ci-C2o-Alkylgruppen, beson- ders bevorzugt Ci-Cio-Alkylgruppen, ganz besonders bevorzugt C1-C4- Alkylgruppen. Unter einer Arylgruppe werden auch Heteroarylgruppen verstanden. Diese Gruppen sind wie oben definiert.

Bevorzugte di- bzw. trianionische Liganden sind O 2- , S 2- , Carbide, welche zu einer Koordination der Form R-C≡M führen, und Nitrene, welche zu einer Koordination der Form R-N=M führen, wobei R allgemein für einen Substituenten steht, oder N 3- .

Bevorzugte neutrale oder mono- oder dianionische, bidentate oder höher- dentate Liganden L' sind ausgewählt aus Diaminen, wie z. B. Ethylen- diamin, Ν,Ν,Ν ' ' -Tetramethylethylendiamin, Propylendiamin, Ν,Ν,Ν ' ' - Tetramethylpropylendiamin, eis- oder trans-Diaminocyclohexan, eis- oder trans-N,N,N',N'-Tetramethyldiaminocyclohexan, Iminen, wie z. B. 2-[1 - (Phenylimino)ethyl]pyridin, 2-[1 -(2-Methylphenylimino)ethyl]pyridin, 2-[1 - (2,6-Di-iso-propylphenylimino)ethyl]pyridin, 2-[1 -(Methylimino)ethyl]pyridin, 2-[1 -(ethylimino)ethyl]pyridin, 2-[1 -(iso-Propylimino)ethyl]pyridin, 2-[1 - (reri-Butylimino)ethyl]pyridin, Diiminen, wie z. B. 1 ,2-Bis(methylimino)- ethan, 1 ,2-Bis(ethylimino)ethan, 1 ,2-Bis(iso-propylimino)ethan, 1 ,2-Bis- (tert-butylimino)ethan, 2,3-Bis(methylimino)butan, 2,3-Bis(ethylimino)- butan, 2,3-Bis(iso-propylimino)butan, 2,3-Bis(tert-butylimino)butan,

1 ,2-Bis(phenylimino)ethan, 1 ,2-Bis(2-methylphenylimino)ethan, 1 ,2-Bis- (2,6-di- iso-propylphenylimino)ethan, 1 ,2-Bis(2,6-di-tert-butylphenylimino)- ethan, 2,3-Bis(phenylimino)butan, 2,3-Bis(2-methylphenylimino)butan, 2,3-Bis(2,6-di-iso-propylphenylimino)butan, 2,3-Bis(2,6-di-tert-butylphenyl- imino)butan, Heterocyclen enthaltend zwei Stickstoffatome, wie z. B. 2,2 ' - Bipyridin, o-Phenanthrolin, Diphosphinen, wie z. B. Bis(diphenyl- phosphino)methan, Bis(diphenylphosphino)ethan, Bis(diphenylphosphino)- propan, Bis(diphenylphosphino)butan, Bis(dimethylphosphino)methan, Bis(dimethylphosphino)ethan, Bis(dimethylphosphino)propan, Bis(diethyl- phosphino)methan, Bis(diethylphosphino)ethan, Bis(diethylphosphino)- propan, Bis(di-ieri-butylphosphino)methan, Bis(di-tert-butylphosphino)- ethan, Bis(tert-butylphosphino)propan, 1 ,3-Diketonaten abgeleitet von 1 ,3- Diketonen, wie z. B. Acetylaceton, Benzoylaceton, 1 ,5-Diphenylacetyl- aceton, Dibenzoylmethan, Bis(1 ,1 ,1 -trifluoracetyl)methan, 3-Ketonaten abgeleitet von 3-Ketoestern, wie z. B. Acetessigsäureethylester, Carboxy- late, abgeleitet von Aminocarbonsäuren, wie z. B. Pyridin-2-carbonsäure, Chinolin-2-carbonsäure, Glycin, Ν,Ν-Dimethylglycin, Alanin, N,N-Dimethyl- aminoalanin, Salicyliminaten abgeleitet von Salicyliminen, wie z. B.

Methylsalicylimin, Ethylsalicylimin, Phenylsalicylimin, Dialkoholaten abgeleitet von Dialkoholen, wie z. B. Ethylenglykol, 1 ,3-Propylenglykol, Dithiolaten abgeleitet von Dithiolen, wie z. B. 1 ,2-Ethylendithiol, 1 ,3- Propylendithiol, Bis(pyrazolylboraten), Bis(imidazolyl)boraten, 3-(2- Pyridyl)-diazolen oder 3-(2-Pyridyl)-triazolen.

Bevorzugte tridentate Liganden sind Borate stickstoffhaltiger Hetero- cyclen, wie z. B. Tetrakis(1 -imidazolyl)borat und Tetrakis(1 -pyrazolyl)borat.

Bevorzugt sind weiterhin bidentate monoanionische, neutrale oder dianionische Liganden L', insbesondere monoanionische Liganden, welche mit dem Metall einen cyclometallierten Fünfring oder Sechsring mit mindestens einer Metall-Kohlenstoff-Bindung aufweisen, insbesondere einen cyclometallierten Fünfring. Dies sind insbesondere Liganden, wie sie allgemein im Gebiet der phosphoreszierenden Metallkomplexe für organische Elektrolumineszenzvorrichtungen verwendet werden, also Liganden vom Typ Phenylpyridin, Naphthylpyridin, Phenylchinolin, Phenyl- isochinolin, etc., welche jeweils durch einen oder mehrere Reste R substituiert sein können. Dem Fachmann auf dem Gebiet der phosphoreszierenden Elektrolumineszenzvorrichtungen ist eine Vielzahl derartiger Liganden bekannt, und er kann ohne erfinderisches Zutun weitere derartige Liganden als Ligand L' für Verbindungen gemäß Formel (1 ) auswählen. Generell eignet sich dafür besonders die Kombination aus zwei Gruppen, wie sie durch die folgenden Formeln (LT-1 ) bis (LT-25) dargestellt sind, wobei eine Gruppe bevorzugt über ein neutrales Stickstoffatom oder ein Carbenkohlenstoffatom bindet und die andere Gruppe bevorzugt über ein negativ geladenes Kohlenstoffatom oder ein negativ geladenes Stickstoffatom bindet. Der Ligand L' kann dann aus den Gruppen der Formeln (LT-1 ) bis (LT-25) gebildet werden, indem diese Gruppen jeweils an der durch # gekennzeichneten Position aneinander binden. Die Position, an der die Gruppen an das Metall koordinieren, sind durch * gekennzeichnet. Diese Gruppen können auch über eine oder zwei verbrückende Einheiten V an den Liganden L gebunden sein.

Dabei hat W die oben genannte Bedeutung und X steht bei jedem Auftreten gleich oder verschieden für CR oder N, wobei R dieselbe Bedeutung hat wie oben beschrieben. Bevorzugt stehen maximal drei Symbole X in jeder Gruppe für N, besonders bevorzugt stehen maximal zwei Symbole X in jeder Gruppe für N, ganz besonders bevorzugt steht maximal ein Symbol X in jeder Gruppe für N. Insbesondere bevorzugt stehen alle Symbole X für CR.

Ebenfalls bevorzugte Liganden L' sind η 5 -Cyclopentadienyl, η 5 -Penta- methylcyclopentadienyl, η 6 -ΒenzοΙ oder η 7 -Cycloheptatrienyl, welche jeweils durch einen oder mehrere Reste R substituiert sein können. Bevorzugte Reste R in den oben aufgeführten Strukturen sind bei jedem Auftreten gleich oder verschieden ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus H, D, F, Br, N(R 1 ) 2 , CN, B(OR 1 ) 2 , C(=O)R 1 , P(=O)(R 1 ) 2 , einer geradkettigen Alkylgruppe mit 1 bis 10 C-Atomen oder einer Alkenyl- oder Alkinylgruppe mit 2 bis 10 C-Atomen oder einer verzweigten oder cyclischen Alkylgruppe mit 3 bis 10 C-Atomen, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R 1 substituiert sein kann, wobei ein oder mehrere H-Atome durch D oder F ersetzt sein können, oder einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 bis 14 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein kann; dabei können zwei oder mehrere benachbarte Reste R auch miteinander ein mono- oder polycyclisches, aliphatisches, aromatisches und/oder benzoannelliertes Ringsystem bilden. Besonders bevorzugte Reste R sind bei jedem Auftreten gleich oder verschieden ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus H, D, F, Br, CN, B(OR 1 )2, einer geradkettigen Alkylgruppe mit 1 bis 5 C-Atomen, insbesondere Methyl, oder einer verzweigten oder cyclischen Alkylgruppe mit 3 bis 5 C-Atomen, insbesondere iso-Propyl oder tert-Butyl, wobei ein oder mehrere H-Atome durch D oder F ersetzt sein können, oder einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 bis 12 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein kann; dabei können zwei oder mehrere Reste R auch miteinander ein mono- oder polycyclisches, aliphatisches, aromatisches und/oder benzoannelliertes Ringsystem bilden. in einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung koordiniert L' über eine oder mehrere aromatische bzw. heteroaromatische Gruppen an das Metallatom, vorzugsweise Ir, aber koordiniert nicht über nicht-aromatische und nicht-heteroaromatische Gruppen. Die erfindungsgemäß einzusetzenden oder erhältlichen Komplexe können facial bzw. pseudofacial sein, oder sie können meridional bzw. pseudo- meridional sein.

Die Liganden L können je nach Struktur auch chiral sein. Dies ist beispiels- weise dann der Fall, wenn in der Struktur der Formel (RI-4) die Gruppen A 6 und A 7 unterschiedlich sind oder wenn sie Substituenten enthalten, beispielsweise Alkyl-, Alkoxy, Dialkylamino- oder Aralkylgruppen, welche ein oder mehrere Stereozentren aufweisen. Da es sich bei der Grundstruktur des Komplexes auch um eine chirale Struktur handeln kann, ist die Bildung von Diastereomeren und mehreren Enantiomerenpaaren möglich. Die erfindungsgemäß einzusetzenden Komplexe umfassen dann sowohl die Mischungen der verschiedenen Diastereomere bzw. die entsprechenden Racemate wie auch die einzelnen isolierten Diastereomere bzw. Enantiomere. Die erfindungsgemäß einzusetzenden reaktiven Metall komplexe sind prinzipiell durch verschiedene Verfahren darstellbar. Generell wird hierzu ein Metallsalz mit dem entsprechenden freien Liganden umgesetzt.

Es können ebenfalls Metallverbindungen, insbesondere Iridiumverbin- düngen, die sowohl Alkoholat- und/oder Halogenid- und/oder Hydroxy- wie auch Ketoketonatreste tragen, verwendet werden. Diese Verbindungen können auch geladen sein. Entsprechende Iridiumverbindungen, die als Edukte besonders geeignet sind, sind in WO 2004/085449 offenbart. Besonders geeignet sind [lrCl2(acac)2] ~ , beispielsweise Na[lrCl2(acac)2], Metallkomplexe mit Acetylacetonat-Derivaten als Ligand, beispielsweise lr(acac)3 oder Tris(2,2,6,6-Tetramethylheptan-3,5-dionato)iridium, und lrCl3-xH2O, wobei x üblicherweise für eine Zahl zwischen 2 und 4 steht.

Die Synthese der einzusetzenden Komplexe wird bevorzugt durchgeführt wie in WO 2002/060910 und in WO 2004/085449 beschrieben. Dabei kann die Synthese beispielsweise auch thermisch, photochemisch und/oder durch Mikrowellenstrahlung aktiviert werden. Weiterhin kann die Synthese auch im Autoklaven bei erhöhtem Druck und/oder erhöhter Temperatur durchgeführt werden.

Die Reaktionen können ohne Zusatz von Lösemitteln oder Schmelzhilfen in einer Schmelze der entsprechenden zu o-metallierenden Liganden durchgeführt werden. Gegebenenfalls können Lösemittel oder Schmelzhilfen zugesetzt werden. Geeignete Lösemittel sind protische oder aprotische Lösemittel, wie aliphatische und / oder aromatische Alkohle (Methanol, Ethanol, iso-Propanol, t-Butanol, etc.), Oligo- und Polyalkohole (Ethylenglykol, 1 ,2-Propandiol, Glycerin, etc.), Alkoholether (Ethoxy- ethanol, Diethylenglykol, Triethylenglycol, Polyethylenglykol, etc.), Ether (Di- und Triethylenglykoldimethylether, Diphenylether, etc.), aromatische, heteroaromatische und oder aliphatische Kohlenwasserstoffe (Toluol, Xylol, Mesitylen, Chlorbenzol, Pyridin, Lutidin, Chinolin, iso-Chinolin,

Tridecan, Hexadecan, etc.), Amide (DMF, DMAC, etc.), Lactame (NMP), Sulfoxide (DMSO) oder Sulfone (Dimethylsulfon, Sulfolan, etc.). Geeignete Schmelzhilfen sind Verbindungen, die bei Rautemperatur fest vorliegen, jedoch beim Erwärmen der Reaktionsmischung schmelzen und die Reaktanden lösen, so dass eine homogene Schmelze entsteht. Besonders geeignet sind Biphenyl, m-Terphenyl, Triphenylen, R- oder S- Binaphthol oder auch das entsprechende Racemat, 1 ,2-, 1 ,3-, 1 ,4-Bis- phenoxybenzol, Triphenylphosphinoxid, 18-Krone-6, Phenol, 1 -Naphthol, Hydrochinon, etc.. Dabei ist die Verwendung von Hydrochinon besonders bevorzugt.

Die einzusetzenden Metallkomplexe sind reaktiv, so dass diese mit einer Borverbindung umgesetzt werden können. Vorzugsweise umfassen diese reaktiven Metallkomplexe eine reaktive Gruppe beispielsweise eine Ab- gangsgruppe, die bvorzugsweise ausgewählt ist aus Halogen, besonders bevorzugt Cl oder Br. Die Halogenierung derartiger Komplexe ist beispielsweise in WO 2002/068435 beschrieben. Dementsprechend können Liganden zur Herstellung der einzusetzenden Metallkomplexe diese reaktiven Gruppen aufweisen oder die gemäß den zuvor dargestellten

Methoden hergestellten Komplexe können beispielsweise durch Halogenierung in reaktive Metallkomplexe überführt werden. Je nach vorgesehener Umsetzungsmethode des reaktiven Metallkomplexes mit der chiralen Borverbindung können die halogenierten Metallkomplexe über die Umsetzung mit Metallen oder metallorganischen Verbindungen, beispiels- weise t-Butyllithium, in Metallkomplexe mit einer metallorganischen reaktiven Gruppe überführt werden. Hierzu finden sich in den Beispielen weitere wertvolle Hinweise für den Fachmann, ohne dass hierdurch eine Begrenzung der Erfindung erfolgen soll. Durch diese Verfahren, gegebenenfalls gefolgt von Aufreinigung, wie z. B. Chromatographie, Umkristallisation oder Sublimation, lassen sich die erfindungsgemäß einsetzbaren Verbindungen gemäß Formel (1 ) in hoher Reinheit, bevorzugt mehr als 99 % (bestimmt mittels 1 H-NMR und/oder HPLC) erhalten.

Die oben genannten bevorzugten Ausführungsformen sind beliebig miteinander kombinierbar. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung gelten die oben genannten bevorzugten Ausführungsformen gleichzeitig.

Bei bevorzugten reaktiven Metallkomplexen handelt es sich um chirale Strukturen.

Die zuvor dargelegten reaktiven Metallkomplexe werden in Schritt B) mit einer optisch aktiven Borverbindung unter Erhalt einer Diastereomeren- Mischung umgesetzt. Der Ausdruck optisch aktiv bedeutet, dass eine Verbindung mindestens ein Chiralitätszentrum aufweist und diese

Verbindung nicht als Racemat vorliegt. Die Art der Borverbindung ist an sich unkritisch. Bevorzugt sind optisch aktive Borverbindungen gemäß Formel (BE-1 )

wobei die Symbole die folgende Bedeutung aufweisen: Z a ist ausgewählt aus H, D, OR, Halogen, B(R)2;

Z b , Z c ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden OR, N(R)2, eine geradkettige Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 1 bis 40 C-Atomen oder eine Alkenyl- oder Alkinylgruppe mit 2 bis 40 C- Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkyl-, Alkoxy- oder Thio- alkoxygruppe mit 3 bis 40 C-Atomen, wobei die Alkyl-, Alkoxy-, Thio- alkoxy-, Alkenyl- oder Alkinylgruppe jeweils mit einem oder mehreren Resten R substituiert sein kann, wobei eine oder mehrere nicht benachbarte CH 2 -Gruppen durch RC=CR, C≡C, Si(R)2, C=O, NR, O, S, oder CONR ersetzt sein können, dabei können die Reste R auch miteinander ein Ringsystem bilden;

R weist die zuvor genannte Bedeutung auf, wobei mindestens einer der Reste Z b und/oder Z c ein Chiralitätszentrum umfasst.

Die Art des Rests Z a kann insbesondere gemäß der zur Erhalt einer Diastereomerenmischung durchgeführten Reaktion gewählt werden. So kann beispielsweise der Metallkomplex mit einer metallorganischen Verbindung, unter anderem t-Butyllithium umgesetzt werden, um einen reaktiven Metallkomplex zu erhalten. Reaktive Metallkomplexe, die eine nukleophile Gruppe aufweisen, können bevorzugt mit einem Borelektrophil umgesetzt werden, so dass in diesem Fall die Gruppe Z a bevorzugt ausgewählt ist aus OR oder Halogen, besonders bevorzugt OR, Fluor, Chlor oder Brom, wobei R die zuvor genannte Bedeutung aufweist.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform kann die Umsetzung des reaktiven Metallkomplexes mit einer chiralen Borverbindung durch ein Übergangsmetall, beispielsweise Palladium, katalysiert werden. In diesem Fall umfasst die chirale Borverbindung vorzugsweise eine Gruppe Z a , die ausgewählt ist aus H, D, B(R)2, wobei R die zuvor genannte Bedeutung aufweist.

In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahren ist die optisch aktive Borverbindung eine Borverbindung gemäß Formel (BE-2) oder (BE-3), wobei Z a die zuvor genannte Bedeutung aufweist und die weiteren

Symbole die folgende Bedeutung aufweisen: W ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden NR, O oder S,

vorzugsweise NR oder O und besonders bevorzugt O;

R a , R b , R c , R d

ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F, Cl, Br, I, N(R 1 ) 2 , CN, NO 2 , OH, COOH, C(=O)N(R 1 ) 2 , Si(R 1 )s, B(OR 1 ) 2 ,

C(=O)R 1 , C(=O)OR 1 , P(=O)(R 1 ) 2 , S(=O)R 1 , S(=O) 2 R 1 , OSO 2 R 1 , eine geradkettige Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxygruppe mit 1 bis 20 C-Atomen oder eine Alkenyl- oder Alkinylgruppe mit 2 bis 20 C- Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkyl-, Alkoxy- oder Thio- alkoxygruppe mit 3 bis 20 C-Atomen, wobei die Alkyl-, Alkoxy-,

Thioalkoxy-, Alkenyl- oder Alkinylgruppe jeweils mit einem oder mehreren Resten R 1 substituiert sein kann, wobei eine oder mehrere nicht benachbarte CH 2 -Gruppen durch R 1 C=CR 1 , C≡C, Si(R 1 ) 2 , C=O, NR 1 , O, S oder CONR 1 ersetzt sein können, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein kann, oder eine Aryloxy- oder Heteroaryloxygruppe mit 5 bis 40 aromatischen Ringatomen, die durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein kann; dabei können zwei Reste R a , R b , R c , R d und/oder R 1 auch miteinander ein Ringsystem bilden;

R, R 1 weist die zuvor genannte Bedeutung auf.

Für bevorzugte Reste R, R a , R b , R c , R d in den Formeln (BE-1 ), (BE-2) und (BE-3) gilt: R, R a , R b , R c , R d ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F, C(=O)OR 1 , eine geradkettige AI kyl- oder Alkoxygruppe mit 1 bis 10 C-Atomen oder eine Alkenylgruppe mit 2 bis 10 C-Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 3 bis 10 C- Atomen, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R 1 substituiert sein kann, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 24 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein kann; dabei können zwei Rest R oder ein Rest R mit einem Rest R 1 ein Ringsystem bilden; R 1 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F, C(=O)OR 2 , eine geradkettige Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 1 bis 10 C-Atomen oder eine Alkenylgruppe mit 2 bis 10 C-Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 3 bis 10 C-Atomen, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R 2 substituiert sein kann, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 24 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann; dabei können zwei oder mehrere benachbarte Reste R 1 miteinander ein Ringsystem bilden; R 2 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F oder ein

aliphatischer, aromatischer und/oder heteroaromatischer organischer Rest mit 1 bis 20 C-Atomen, in dem auch ein oder mehrere H-Atome durch F ersetzt sein können.

Die Verbindungen gemäß Formeln (BE-1 ), (BE-2) und (BE-3) sind optisch aktiv, so dass diese Verbindungen mindestens ein Chiralitatszentrum aufweisen und nicht als Racemat vorliegen. Demgemäß sind die Reste Z b und/oder Z c beziehungsweise R 1 , R a , R b , R c und/oder R d so zu wählen, dass mindestens ein Chiralitätszentrum gebildet wird.

Für besonders bevorzugte Reste R, R a , R b , R c , R d in den Formeln (BE-1 ), (BE-2) und (BE-3) gilt: R ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F, C(=O)OR 1 , eine geradkettige Alkylgruppe mit 1 bis 4 C-Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkylgruppe mit 3 bis 6 C-Atomen, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R 1 substituiert sein kann, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 6 bis 12 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 1 substituiert sein kann; dabei können zwei Rest R oder ein Rest R mit einem Rest R 1 ein Ringsystem bilden; R 1 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F, C(=O)OR 2 , eine geradkettige Alkylgruppe mit 1 bis 4 C-Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkylgruppe mit 3 bis 6 C-Atomen, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R 2 substituiert sein kann, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 6 bis 12 aromatischen Ringatomen, das jeweils durch einen oder mehrere Reste R 2 substituiert sein kann; dabei können zwei oder mehrere benachbarte Reste R 1 miteinander ein Ringsystem bilden; R 2 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, D, F oder ein

aliphatischer oder aromatischer Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 12 C-Atomen.

Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass die Reste R a , R b , R c , R d in Summe höchstens 40, bevorzugt höchstens 20 Kohlenstoffatome aufweisen und vorzugsweise einen Alkyl- oder Cycloalkyrest darstellen.

Ferner kann vorgesehen sein, dass die optisch aktive Borverbindung ein Borondiester umfassend mindestens einen optisch aktiven Alkoholrest ist.

Ferner kann vorgesehen sein, dass der Borondiester eines optisch aktiven Alkohols ein Derivat eines cyclischen oder polycyclischen Diols, vorzugsweise eines Pinens, Weinsäurederivats oder von Campher abgeleiteten Diols ist.

In einer weiteren Ausgestaltung kann die optisch aktive Borverbindung Prolinderivat sein. Besonders bevorzugte Borverbindungen sind ausgewählt aus

wobei Z a die zuvor genannte Bedeutung hat und vorzugsweise H, B(R)2 oder Alkyl mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen ist. Ferner können auch die jeweils anderen Enantiomere der zuvor abgebildeten besonders bevorzugte Bor-haltigen Substituenten eingesetzt werden.

Die Borverbindung ist optisch aktiv, so dass diese zumindest ein Chirali- tätszentrum aufweist. Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahren kann hierbei eine Mischung der zwei Enantiomere der optisch aktiven Borverbindung eingesetzt werden, wobei durch das Mischungsverhältnis der beiden Enantiomere der eingesetzten Borverbindung die Enantiomerenreinheit der Metallkomplexmischung eingestellt werden kann, die durch das vorliegende Verfahren erhalten wird. Bevorzugt kann die optisch aktive Borverbindung mit einem Enantiomerenüberschuss von mindestens 80%, vorzugsweise mindestens 90%, besonders bevorzugt mindestens 95, speziell bevorzugt mindestens 99% und ganz besonders bevorzugt mindestens 99,9% eingesetzt werden. Je höher der Enantiomerenüberschuss der optisch aktiven Borverbindung desto höher die Enantiomerenreinheit eines Metallkomplexes nach der Auftrennung der Diastereomerenmischung und gegebenenfalls Abspaltung des Borsubsti- tuenten. Die Reaktionsbedingungen bei der Umsetzung des reaktiven Metall- komplexes mit der optisch aktiven Borverbindung gemäß Schritt B) kann gemäß an sich bekannten Verfahren durchgeführt werden, wobei die genauen Reaktionsbedingungen von der Art des eingesetzten reaktiven Metallkomplexes und der optisch aktiven Borverbindung abhängig sind. Hierzu liefern die Beispiele wertvolle Hinweise, ohne dass eine

Begrenzung der Erfindung hierdurch erfolgen soll.

Die Umsetzung gemäß Schritt B) kann in Lösung oder in einem Zweiphasensystem, beispielsweise einer wäßrigen Suspension durchgeführt werden, je nach Art der Reaktion. Geeignete Lösemittel sind protische oder aprotische Lösemittel, wie aliphatische und / oder aromatische Alkohle (Methanol, Ethanol, iso-Propanol, t-Butanol, etc.), Oligo- und Polyalkohole (Ethylenglykol, 1 ,2-Propandiol, Glycerin, etc.), Alkoholether (Ethoxyethanol, Diethylenglykol, Triethylenglycol, Polyethylenglykol, etc.), Ether (Di- und Triethylenglykoldimethylether, Diphenylether, etc.), aromatische, heteroaromatische und oder aliphatische Kohlenwasserstoffe (Toluol, Xylol, Mesitylen, Chlorbenzol, Pyridin, Lutidin, Chinolin, iso- Chinolin, Tridecan, Hexadecan, etc.), Amide (DMF, DMAC, etc.), Lactame (NMP), Sulfoxide (DMSO) oder Sulfone (Dimethylsulfon, Sulfolan, etc.).

In einer bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung kann die Umsetzung durch Übergangsmetallkatalyse, insbesondere Palladium- Katalyse insbesondere gemäß SUZUKI oder hiervon abgeleiteten Verfahren erfolgen, beispielsweise SUZUKI-MIYAURA. Diese Verfahren sind in der Fachwelt weithin bekannt, so dass hierauf Bezug genommen wird, wobei die Beispiele dem Fachmann weitere Hinweise bereitstellen.

In einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens beträgt das Stoffmengenverhältnis der optisch aktiven Borverbindung zu den Abgangs- gruppen des Metallkomplexes vorzugsweise 1 :1 bis 10:1 , bevorzugt 2:1 bis 4:1 .

Ferner kann vorgesehen sein, dass die Schritte B) und C) bei Temperaturen unterhalb von 140 °C, vorzugsweise unterhalb von 120 °C durch- geführt werden. ln Schritt C) wird die in Schritt B) erhaltene Diastereomerenmischung getrennt, um einen optisch aktiven Metall komplex zu erhalten. Die

Enantiomerenreinheit des erhaltenen Metallkomplexes hängt hierbei von der Reinheit der eingesetzten Borverbindung ab, so dass der Enantio- merenüberschuss des erhaltenen Metallkomplexes durch den Enantio- merenüberschuss der eingesetzten Borverbindung gesteuert werden kann. Vorzugsweise können enantiomerenreine Borverbindungen eingesetzt werden, so dass enantiomerenreine Metallkomplexe erhalten werden können.

Die Auftrennung der in Schritt B) erhaltenen Diastereomerenmischung kann durch übliche Methoden durchgeführt werden, wobei hierzu insbesondere Chromatographie, Umkristallisation und/oder Sublimation zählen. Insbesondere ist hierfür keine chirale Chromatographiesäue erforderlich, da es sich um Diastereomere handelt.

Die oben genannten bevorzugten Ausführungsformen sind beliebig miteinander kombinierbar. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung gelten die oben genannten bevorzugten Ausführungsformen gleichzeitig.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Auftrennung von Mischungen, die Enantiomere von Metallkomplexen mit aromatischen und/oder heteroaromatischen Ligenden enthalten, wird nachfolgend anhand einer schematischen Darstellung kurz erläutert.

Werden beispielsweise in der ortho-Metallierung C3- bzw. C3v- symmetrische Liganden eingesetzt, fällt üblicherweise ein racemisches Gemisch der C3-symmetrischen Komplexe, also des Δ- und des Λ-Enan- tiomers, an. Diese werden durch die Umsetzung mit einer chiralen Borverbindung in ein Diastereomerengemisch überführt, das durch gängige Methoden (z. B. Chromatographie / Kristallisation) getrennt werden. Dies ist im folgenden Schema am Beispiel eines C3-symmetrischen Liganden, der drei Phenylpyridin-Teilliganden trägt, gezeigt und gilt in analoger Form auch für alle anderen C3- bzw. C3v-symmetrischen Liganden. Analoge Verfahren können auch mit Komplexen Cs-symmetrischer Liganden durchgeführt werden.

Die durch die Umsetzung mit einer chiralen Borverbindung erhältlichen Iridiumkomplexe sind neu. Daher ist ein weiterer Gegenstand der vor- liegenden Erfindung Metallkomplexe, die nach einem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlich sind. Ferner sind Metallkomplexe gemäß der allgemeinen Formel (1 b) Gegenstand der vorliegenden Erfindung, worin die Symbole L und L' die zuvor genannte Bedeutung haben und mindestens einer der Liganden L und/oder L' einen Bor-haltigen Substituenten mit einem Chiralitätszentrum umfasst. Der Bor-haltige Substituent kann hierbei auch an eine Brücke, beispielsweise eine Gruppe der Formel (3) beziehungsweise (4) oder verbrückende Einheit V oder an einer Ringstruktur der Formel (RI-1 ) bis (RI-8) gebunden sein.

Bevorzugt kann vorgesehen sein, dass der Bor-haltige Substituent mit einem Chiralitätszentrum der Formel BS-1 ) entspricht,

wobei die Symbole Z b und Z c die zuvor genannten Bedeutung aufweisen

Die zuvor für die Formel (BE-1 ) dargelegten bevorzugten Ausführungsformen der Gruppen Z b und Z c gelten auch für die Formel (BS-1 ). Demgemäß stellen die Formeln (BS-2) und (BS-3) bevorzugte Ausgestaltungen eines Bor-haltigen Substituenten mit einem Chiralitätszentrum, der an einem Liganden gemäß Formel (1 b) gebunden ist, dar,

wobei die Reste R a , R b , R c , R d und W die zuvor genannte Bedeutung aufweisen und die gestrichelte Linie die Bindungsstelle darstellt.

Besonders bevorzugte Bor-haltigen Substituenten sind ausgewählt aus

wobei die gestrichelte Linie die Bindungsstelle darstellt. Ferner können auch die jeweils anderen Enantiomere der zuvor abgebildeten besonders bevorzugte Bor-haltigen Substituenten eingesetzt werden.

Die erfindungsgemäßen Metallkomplexe können auch durch geeignete Substitution, beispielsweise durch längere Alkylgruppen (ca. 4 bis 20 C- Atome), insbesondere verzweigte Alkylgruppen, oder gegebenenfalls substituierte Arylgruppen, beispielsweise Xylyl-, Mesityl- oder verzweigte Terphenyl- oder Quaterphenylgruppen, löslich gemacht werden. Insbesondere auch die Verwendung von ankondensierten aliphatischen Gruppen, wie sie beispielsweise durch die oben offenbarten Formeln (RI-1 ) bis (Rl- 8) dargestellt werden, führt zu einer deutlichen Verbesserung der Löslichkeit der Metallkomplexe. Solche Verbindungen sind dann in gängigen organischen Lösemitteln, wie beispielsweise Toluol oder Xylol, bei Raumtemperatur in ausreichender Konzentration löslich, um die Komplexe aus Lösung verarbeiten zu können. Diese löslichen Verbindungen eignen sich besonders gut für die Verarbeitung aus Lösung, beispielsweise durch Druckverfahren.

Die erfindungsgemäßen Metallkomplexe können auch mit einem Polymer gemischt werden. Ebenso ist es möglich, diese Metallkomplexe kovalent in ein Polymer einzubauen. Dies ist insbesondere möglich mit Verbindungen, welche mit reaktiven Abgangsgruppen, wie Brom, lod, Chlor, Boronsäure oder Boronsäureester, oder mit reaktiven, polymerisierbaren Gruppen, wie Olefinen oder Oxetanen, substituiert sind. Diese können als Monomere zur Erzeugung entsprechender Oligomere, Dendrimere oder Polymere Verwendung finden. Die Oligomerisation bzw. Polymerisation erfolgt dabei bevorzugt über die Halogenfunktionalität bzw. die Boron- Säurefunktionalität bzw. über die polymerisierbare Gruppe. Es ist weiterhin möglich, die Polymere über derartige Gruppen zu vernetzen. Die erfindungsgemäß erhältlichen Verbindungen und Polymere können als vernetzte oder unvernetzte Schicht eingesetzt werden. Weiterer Gegenstand der Erfindung sind daher Oligomere, Polymere oder Dendrimere enthaltend eine oder mehrere der oben aufgeführten erfindungsgemäßen Metallkomplexe, wobei statt eines oder mehrerer Wasserstoffatome und/oder Substituenten ein oder mehrere Bindungen des erfindungsgemäßen Metallkomplexes zum Polymer, Oligomer oder Dendrimer vorhanden sind. Je nach Verknüpfung des erfindungsgemäßen Metallkomplexes bildet diese daher eine Seitenkette des Oligomers oder Polymers oder ist in der Hauptkette verknüpft. Die Polymere, Oligomere oder Dendrimere können konjugiert, teilkonjugiert oder nicht-konjugiert sein. Die Oligomere oder Polymere können linear, verzweigt oder dendritisch sein. Für die Wiederholeinheiten der erfindungsgemäßen Metallkomplexe in Oligomeren, Dendrimeren und Polymeren gelten dieselben Bevorzugungen, wie oben beschrieben.

Zur Herstellung der Oligomere oder Polymere werden die erfindungs- gemäßen Monomere homopolymerisiert oder mit weiteren Monomeren copolymerisiert. Bevorzugt sind Copolymere, wobei die erfindungsge- mäßen Metallkomplexe zu 0.01 bis 99.9 mol%, bevorzugt 5 bis 90 mol%, besonders bevorzugt 5 bis 50 mol% vorhanden sind. Geeignete und bevorzugte Comonomere, welche das Polymergrundgerüst bilden, sind gewählt aus Fluorenen (z. B. gemäß EP 842208 oder WO 2000/022026), Spirobifluorenen (z. B. gemäß EP 707020, EP 894107 oder WO

2006/061 181 ), Para-phenylenen (z. B. gemäß WO 92/18552), Carbazolen (z. B. gemäß WO 2004/070772 oder WO 2004/1 13468), Thiophenen (z. B. gemäß EP 1028136), Dihydrophenanthrenen (z. B. gemäß WO

2005/014689), eis- und trans-lndenofluorenen (z. B. gemäß WO

2004/041901 oder WO 2004/1 13412), Ketonen (z. B. gemäß WO

2005/040302), Phenanthrenen (z. B. gemäß WO 2005/104264 oder WO 2007/017066) oder auch mehreren dieser Einheiten. Die Polymere, Oligo- mere und Dendrimere können noch weitere Einheiten enthalten, beispielsweise Lochtransporteinheiten, insbesondere solche basierend auf Triaryl- aminen, und/oder Elektronentransporteinheiten.

Für die Verarbeitung der erfindungsgemäßen Metallkomplexe aus flüssiger Phase, beispielsweise durch Spin-Coating oder durch Druckverfahren, sind Formulierungen der erfindungsgemäßen Metallkomplexe erforderlich. Diese Formulierungen können beispielsweise Lösungen, Dispersionen oder Emulsionen sein. Es kann bevorzugt sein, hierfür

Mischungen aus zwei oder mehr Lösemitteln zu verwenden. Geeignete und bevorzugte Lösemittel sind beispielsweise Toluol, Anisol, o-, m- oder p-Xylol, Methylbenzoat, Mesitylen, Tetralin, Veratrol, THF, Methyl-THF, THP, Chlorbenzol, Dioxan, Phenoxytoluol, insbesondere 3-Phenoxytoluol, (-)-Fenchon, 1 ,2,3,5-Tetramethylbenzol, 1 ,2,4,5-Tetramethylbenzol, 1 - Methylnaphthalin, 2-Methylbenzothiazol, 2-Phenoxyethanol, 2-Pyrrolidi- non, 3-Methylanisol, 4-Methylanisol, 3,4-Dimethylanisol, 3,5-Dimethyl- anisol, Acetophenon, α-Terpineol, Benzothiazol, Butylbenzoat, Cumol, Cyclohexanol, Cyclohexanon, Cyclohexylbenzol, Decalin, Dodecylbenzol, Ethylbenzoat, Indan, NMP, p-Cymol, Phenetol, 1 ,4-Diisopropylbenzol, Di- benzylether, Diethylenglycolbutylmethylether, Triethylenglycolbutylmethyl- ether, Diethylenglycoldibutylether, Triethylenglycoldimethylether, Di- ethylenglycolmonobutylether, Tripropyleneglycoldimethylether, Tetra- ethylenglycoldimethylether, 2-lsopropylnaphthalin, Pentylbenzol, Hexyl- benzol, Heptylbenzol, Octylbenzol, 1 ,1 -Bis(3,4-dimethylphenyl)ethan, Hexamethylindan, 2-Methylbiphenyl, 3-Methylbiphenyl, 1 -Methylnaphthalin, 1 -Ethylnaphthalin, Ethyloctanoat, Sebacinsäure-diethylester, Octyloctanoat, Heptylbenzol, Menthyl-isovalerat, Cyclohexylhexanoat oder Mischungen dieser Lösemittel.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher eine Formulierung, enthaltend mindestens einen erfindungsgemäß erhältlichen Metallkomplex oder ein Metallkomplex gemäß Formel (1 b) bzw. min- destens ein erfindungsgemäßes Oligomer, Polymer oder Dendrimer und mindestens eine weitere Verbindung. Die weitere Verbindung kann beispielsweise ein Lösemittel sein, insbesondere eines der oben genannten Lösemittel oder eine Mischung dieser Lösemittel. Die weitere Verbindung kann aber auch eine weitere organische oder anorganische Verbindung sein, die ebenfalls in der elektronischen Vorrichtung eingesetzt wird, beispielsweise ein Matrixmaterial. Diese weitere Verbindung kann auch polymer sein.

Der oben beschriebene erfindungsgemäße Metallkomplex bzw. die oben aufgeführten bevorzugten Ausführungsformen können in der elektronischen Vorrichtung als aktive Komponente oder als Sauerstoff-Sensibilisa- toren verwendet werden. Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit die Verwendung einer erfindungsgemäß erhältlichen Verbindung in einer elektronischen Vorrichtung oder als Sauerstoff-Sensibili- sator. Nochmals ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine elektronische Vorrichtung enthaltend mindestens eine erfindungsgemäße Verbindung.

Ferner können die erfindungsgemäß erhältlichen Metall komplexe oder Metallkomplexe gemäß Formel (1 b) zur Herstellung von optisch aktiven Metallkomplexen eingesetzt werden. Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher die Verwendung eines erfindungsgemäßen Metallkomplexes oder eines Oligomers, Polymers oder Dendrimers gemäß der vorliegenden Erfindung zur Herstellung eines optisch aktiven Metall- komplexes, der vorzugsweise mindestens ein Boratom weniger aufweist als der eingesetzte Metallkomplex. Hierbei wird vorzugsweise die Gruppe (BS-1 ) von dem eingesetzten Metallkomplex abgespalten. Demgemäß kann die Gruppe (BS-1 ) mittels geeigneter Verfahren durch einen beliebigen Rest ersetzt werden. Vorzugsweise können die erfindungsgemäß erhältlichen Metallkomplexe oder Metallkomplexe gemäß Formel (1 b) in bekannten Reaktionen, beispielsweise einer SUZUKI oder SUZUKI-MIYAURA Kupplung, umgesetzt werden, um funktionalisierte Komplexe zu erhalten. Zu den bevorzugten Resten R, durch die die Gruppe (BS-1 ) ersetzt werden kann, zählen unter anderem Alkylgruppen, Arylgruppen, Heteroarylgruppen, OH und/oder

Halogenide, vorzugsweise Br oder Cl. Hierzu können entsprechende Verbindungen, insbesondere Arylhalogenide, Heteroarylhalogenide, Alkyl- halogenide eingesetzt werden. Ferner kann die Gruppe (BS-1 ) reduktiv abgespalten werden, so dass statt der Gruppe (BS-1 ) Wasserstoff (vor- zugsweise H oder D) am Komplex gebunden ist.

Diese Komplexe der Formel (1 c) entsprechen worin die Symbole L und L' die zuvor genannte Bedeutung haben und mindestens einer der Liganden L und/oder L' eine Gruppe Q umfasst, wobei Q ausgewählt ist aus den zuvor genannten Resten R. Vorzugsweise ist Q ausgewählt aus aromatischen oder heteroaromatischen Ring- Systemen mit 5 bis 24 aromatischen Ringatomen.

Dementsprechend kann vorgesehen sein, dass eine nach Schritt C) des Verfahren erhaltene Zusammensetzung bzw. Metallkomplex in einer Kupplungsreaktion unter Abspaltung von Borverbindungen umgesetzt wird. Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit ein Verfahren zur Herstellung von optisch aktiven Metallkomplexen, wobei nach Schritt C) die erhaltene Zusammensetzung in einer Kupplungsreaktion unter Abspaltung von Borverbindungen umgesetzt wird, vorzugsweise unter Erhalt von Komplexen gemäß Formel (1 c). Durch diese Verfahren, gegebenenfalls gefolgt von Aufreinigung, wie z. B. Chromatographie, Umkristallisation oder Sublimation, lassen sich die erfindungsgemäß erhältlichen Verbindungen gemäß (1 c) in hoher Reinheit, bevorzugt mehr als 99 % (bestimmt mittels 1 H-NMR und/oder HPLC) erhalten.

Die erfindungsgemäßen Verbindungen bzw. Verbindungen, welche durch das erfindungsgemäße Verfahren erhalten werden, können in elektronischen Vorrichtungen eingesetzt werden. Unter einer elektronischen Vorrichtung wird eine Vorrichtung verstanden, welche Anode, Kathode und mindestens eine Schicht enthält, wobei diese Schicht mindestens eine organische bzw. metallorganische Verbindung enthält. Die erfindungsgemäße elektronische Vorrichtung enthält also Anode, Kathode und mindestens eine Schicht, welche mindestens einen erfindungsgemäßen Metall komplex enthält. Dabei sind bevorzugte elektronische Vorrichtungen ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus organischen Elektrolumineszenzvorrichtungen (OLEDs, PLEDs), organischen integrierten Schaltungen (O-ICs), organischen Feld-Effekt-Transistoren (O-FETs), organischen Dünnfilmtransistoren (O-TFTs), organischen licht- emittierenden Transistoren (O-LETs), organischen Solarzellen (O-SCs), wobei hierunter sowohl rein organische Solarzellen wie auch farbstoff- sensibilisierte Solarzellen verstanden werden, organischen optischen Detektoren, organischen Photorezeptoren, organischen Feld-Quench- Devices (O-FQDs), lichtemittierenden elektrochemischen Zellen (LECs), Sauerstoff-Sensoren oder organischen Laserdioden (O-Laser), enthaltend in mindestens einer Schicht mindestens einen erfindungsgemäßen Metallkomplex. Besonders bevorzugt sind organische Elektrolumineszenzvor- richtungen. Dies gilt insbesondere, wenn das Metall Iridium oder

Aluminium ist. Aktive Komponenten sind generell die organischen oder anorganischen Materialien, welche zwischen Anode und Kathode eingebracht sind, beispielsweise Ladungsinjektions-, Ladungstransport- oder Ladungsblockiermaterialien, insbesondere aber Emissionsmaterialien und Matrixmaterialien. Die erfindungsgemäß erhältlichen Verbindungen zeigen besonders gute Eigenschaften als Emissionsmaterial in organischen Elektrolumineszenzvorrichtungen. Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sind daher organische Elektrolumineszenzvorrichtungen.

Weiterhin können die erfindungsgemäß erhältlichen Verbindungen zur Erzeugung von Singulett-Sauerstoff oder in der Photokatalyse eingesetzt werden. Insbesondere wenn das Metall Ruthenium ist, ist der Einsatz als Photosensibilisator in einer farbstoffsensibilisierten Solarzelle („Grätzel- Zelle") bevorzugt.

Die organische Elektrolumineszenzvornchtung enthält Kathode, Anode und mindestens eine emittierende Schicht. Außer diesen Schichten kann sie noch weitere Schichten enthalten, beispielsweise jeweils eine oder mehrere Lochinjektionsschichten, Lochtransportschichten, Lochblockierschichten, Elektronentransportschichten, Elektroneninjektionsschichten, Exzitonenblockierschichten, Elektronenblockierschichten, Ladungs- erzeugungsschichten und/oder organische oder anorganische p/n-Über- gänge. Dabei ist es möglich, dass eine oder mehrere Lochtransport- schichten p-dotiert sind, beispielsweise mit Metalloxiden, wie M0O3 oder WO3 oder mit (per)fluorierten elektronenarmen Aromaten, und/oder dass eine oder mehrere Elektronentransportschichten n-dotiert sind. Ebenso können zwischen zwei emittierende Schichten Interlayers eingebracht sein, welche beispielsweise eine Exzitonen-blockierende Funktion auf- weisen und/oder die Ladungsbalance in der Elektrolumineszenzvornchtung steuern. Es sei aber darauf hingewiesen, dass nicht notwendigerweise jede dieser Schichten vorhanden sein muss.

Dabei kann die organische Elektrolumineszenzvornchtung eine emittieren- de Schicht enthalten, oder sie kann mehrere emittierende Schichten enthalten. Wenn mehrere Emissionsschichten vorhanden sind, weisen diese bevorzugt insgesamt mehrere Emissionsmaxima zwischen 380 nm und 750 nm auf, so dass insgesamt weiße Emission resultiert, d. h. in den emittierenden Schichten werden verschiedene emittierende Verbindungen verwendet, die fluoreszieren oder phosphoreszieren können. Insbesondere bevorzugt sind Dreischichtsysteme, wobei die drei Schichten blaue, grüne und orange oder rote Emission zeigen (für den prinzipiellen Aufbau siehe z. B. WO 2005/01 1013) bzw. Systeme, welche mehr als drei emittierende Schichten aufweisen. Es kann sich auch um ein Hybrid- System handeln, wobei eine oder mehrere Schichten fluoreszieren und eine oder mehrere andere Schichten phosphoreszieren. Eine weitere Aus- führungsform für weiß emittierende OLEDs sind Tandem-OLEDs. Weiß emittierende organische Elektrolumineszenzvorrichtungen können für Beleuchtungsanwendungen oder mit Farbfilter auch für Vollfarb-Displays verwendet werden.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält die organische Elektrolumineszenzvorrichtung den erfindungsgemäßen Metallkomplex als emittierende Verbindung in einer oder mehreren

emittierenden Schichten.

Wenn der erfindungsgemäße Metallkomplex als emittierende Verbindung in einer emittierenden Schicht eingesetzt wird, wird er bevorzugt in Kombination mit einem oder mehreren Matrixmaterialien eingesetzt. Die

Mischung aus dem erfindungsgemäßen Metallkomplex und dem Matrix- material enthält zwischen 0.1 und 99 Vol.-%, vorzugsweise zwischen 1 und 90 Vol.-%, besonders bevorzugt zwischen 3 und 40 Vol.-%, insbesondere zwischen 5 und 15 Vol.-% des erfindungsgemäßen Metallkomplexes bezogen auf die Gesamtmischung aus Emitter und Matrixmaterial. Entsprechend enthält die Mischung zwischen 99.9 und 1 Vol.-%, vorzugsweise zwischen 99 und 10 Vol.-%, besonders bevorzugt zwischen 97 und 60 Vol.-%, insbesondere zwischen 95 und 85 Vol.-% des Matrixmaterials bezogen auf die Gesamtmischung aus Emitter und Matrixmaterial. Als Matrixmaterial können generell alle Materialien eingesetzt werden, die gemäß dem Stand der Technik hierfür bekannt sind. Bevorzugt ist das Triplett-Niveau des Matrixmaterials höher als das Triplett-Niveau des Emitters. Geeignete Matrixmaterialien für die erfindungsgemäß erhältlichen Verbindungen sind Ketone, Phosphinoxide, Sulfoxide und Sulfone, z. B. gemäß WO 2004/013080, WO 2004/093207, WO 2006/005627 oder WO

2010/006680, Triarylamine, Carbazolderivate, z. B. CBP (N.N-Bis- carbazolylbiphenyl), m-CBP oder die in WO 2005/039246, US

2005/0069729, JP 2004/288381 , EP 1205527, WO 2008/086851 oder US 2009/0134784 offenbarten Carbazolderivate, Indolocarbazolderivate, z. B. gemäß WO 2007/063754 oder WO 2008/056746, Indenocarbazoldenvate, z. B. gemäß WO 2010/136109 oder WO 201 1/000455, Azacarbazole, z. B. gemäß EP 1617710, EP 161771 1 , EP 1731584, JP 2005/347160, bipolare Matrixmaterialien, z. B. gemäß WO 2007/137725, Silane, z. B. gemäß WO 2005/1 1 1 172, Azaborole oder Boronester, z. B. gemäß WO 2006/1 17052, Diazasilolderivate, z. B. gemäß WO 2010/054729, Diazaphospholderivate, z. B. gemäß WO 2010/054730, Triazinderivate, z. B. gemäß WO 2010/015306, WO 2007/063754 oder WO 2008/056746, Zinkkomplexe, z. B. gemäß EP 652273 oder WO 2009/062578,

Dibenzofuranderivate, z. B. gemäß WO 2009/148015 oder WO

2015/169412, oder verbrückte Carbazolderivate, z. B. gemäß US

2009/0136779, WO 2010/050778, WO 201 1/042107 oder WO

201 1/088877. Es kann auch bevorzugt sein, mehrere verschiedene Matrixmaterialien als Mischung einzusetzen, insbesondere mindestens ein elektronenleitendes Matrixmaterial und mindestens ein lochleitendes Matrixmaterial. Eine bevorzugte Kombination ist beispielsweise die Verwendung eines aromatischen Ketons, eines Triazin-Derivats oder eines Phosphinoxid-Derivats mit einem Triarylamin-Derivat oder einem Carbazol-Derivat als gemischte Matrix für den erfindungsgemäßen Metallkomplex. Ebenso bevorzugt ist die Verwendung einer Mischung aus einem ladungstransportierenden Matrixmaterial und einem elektrisch inerten Matrixmaterial, welches nicht bzw. nicht in wesentlichem Maße am Ladungstransport beteiligt ist, wie z. B. in WO 2010/108579 beschrieben. Ebenso bevorzugt ist die Verwendung von zwei elektronentransportierenden Matrixmaterialien, beispielsweise Triazinderivaten und Lactamderivaten, wie z. B. in WO

2014/094964 beschrieben. Weiterhin bevorzugt ist es, eine Mischung aus zwei oder mehr Triplett-

Emittern zusammen mit einer Matrix einzusetzen. Dabei dient der Triplett- Emitter mit dem kürzerwelligen Emissionsspektrum als Co-Matrix für den Triplett-Emitter mit dem längerwelligen Emissionsspektrum. So können beispielsweise die erfindungsgemäßen Metallkomplexe als Co-Matrix für längerwellig emittierende Triplettemitter, beispielsweise für grün oder rot emittierende Triplettemitter, eingesetzt werden. Dabei kann es auch bevorzugt sein, wenn sowohl der kürzerwellig wie auch der längerwellig emittierende Metallkomplex eine erfindungsgemäße Verbindung ist.

Die erfindungsgemäßen Metallkomplexe lassen sich auch in anderen Funktionen in der elektronischen Vorrichtung einsetzen, beispielsweise als Lochtransportmaterial in einer Lochinjektions- oder -transportschicht, als Ladungserzeugungsmaterial, als Elektronenblockiermaterial, als Lochblockiermaterial oder als Elektronentransportmaterial, beispielsweise in einer Elektronentransportschicht, je nach Wahl des Metalls und genauer Struktur des Liganden. Wenn es sich bei dem erfindungsgemäßen Metallkomplex um einen Aluminiumkomplex handelt, so wird dieser bevorzugt in einer Elektronentransportschicht eingesetzt. Ebenso lassen sich die erfindungsgemäßen Metallkomplexe als Matrixmaterial für andere phosphoreszierende Metall komplexe in einer emittierenden Schicht einsetzen.

Als Kathode sind Metalle mit geringer Austrittsarbeit, Metalllegierungen oder mehrlagige Strukturen aus verschiedenen Metallen bevorzugt, wie beispielsweise Erdalkalimetalle, Alkalimetalle, Hauptgruppenmetalle oder Lanthanoide (z. B. Ca, Ba, Mg, AI, In, Mg, Yb, Sm, etc.). Weiterhin eignen sich Legierungen aus einem Alkali- oder Erdalkalimetall und Silber, beispielsweise eine Legierung aus Magnesium und Silber. Bei mehrlagigen Strukturen können auch zusätzlich zu den genannten Metallen weitere Metalle verwendet werden, die eine relativ hohe Austrittsarbeit aufweisen, wie z. B. Ag, wobei dann in der Regel Kombinationen der Metalle, wie beispielsweise Mg/Ag, Ca/Ag oder Ba/Ag verwendet werden. Es kann auch bevorzugt sein, zwischen einer metallischen Kathode und dem organischen Halbleiter eine dünne Zwischenschicht eines Materials mit einer hohen Dielektrizitätskonstante einzubringen. Hierfür kommen beispielsweise Alkalimetall- oder Erdalkalimetallfluoride, aber auch die entsprechenden Oxide oder Carbonate in Frage (z. B. LiF, L12O, BaF2,

MgO, NaF, CsF, CS2CO3, etc.). Ebenso kommen hierfür organische Alkalimetallkomplexe in Frage, z. B. Liq (Lithiumchinolinat). Die Schichtdicke dieser Schicht beträgt bevorzugt zwischen 0.5 und 5 nm. Als Anode sind Materialien mit hoher Austrittsarbeit bevorzugt. Bevorzugt weist die Anode eine Austrittsarbeit größer 4.5 eV vs. Vakuum auf. Hierfür sind einerseits Metalle mit hohem Redoxpotential geeignet, wie beispielsweise Ag, Pt oder Au. Es können andererseits auch Metall/Metalloxid- Elektroden (z. B. AI/Ni/NiOx, Al/PtOx) bevorzugt sein. Für einige Anwen- düngen muss mindestens eine der Elektroden transparent oder teiltransparent sein, um entweder die Bestrahlung des organischen Materials (O-SC) oder die Auskopplung von Licht (OLED/PLED, O-LASER) zu ermöglichen. Bevorzugte Anodenmaterialien sind hier leitfähige gemischte Metalloxide. Besonders bevorzugt sind Indium-Zinn-Oxid (ITO) oder Indium-Zink-Oxid (IZO). Bevorzugt sind weiterhin leitfähige, dotierte organische Materialien, insbesondere leitfähige dotierte Polymere, z. B. PEDOT, PANI oder Derivate dieser Polymere. Bevorzugt ist weiterhin, wenn auf die Anode ein p-dotiertes Lochtransportmaterial als Lochinjektionsschicht aufgebracht wird, wobei sich als p-Dotanden Metalloxide, beispielsweise M0O3 oder WO3, oder (per)fluorierte elektronenarme

Aromaten eignen. Weitere geeignete p-Dotanden sind HAT-CN (Hexa- cyano-hexaazatriphenylen) oder die Verbindung NPD9 von Novaled. Eine solche Schicht vereinfacht die Lochinjektion in Materialien mit einem tiefen HOMO, also einem betragsmäßig großen HOMO.

In den weiteren Schichten können generell alle Materialien verwendet werden, wie sie gemäß dem Stand der Technik für die Schichten verwendet werden, und der Fachmann kann ohne erfinderisches Zutun jedes dieser Materialien in einer elektronischen Vorrichtung mit den erfindungsgemäßen Materialien kombinieren.

Die Vorrichtung wird entsprechend (je nach Anwendung) strukturiert, kontaktiert und schließlich hermetisch versiegelt, da sich die Lebensdauer derartiger Vorrichtungen bei Anwesenheit von Wasser und/oder Luft drastisch verkürzt.

Weiterhin bevorzugt ist eine organische Elektrolumineszenzvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere Schichten mit einem Sublimationsverfahren beschichtet werden. Dabei werden die Materialien in Vakuum-Sublimationsanlagen bei einem Anfangsdruck von üblicherweise kleiner 10 "5 mbar, bevorzugt kleiner 10 "6 mbar aufgedampft. Es ist auch möglich, dass der Anfangsdruck noch geringer oder noch höher ist, beispielsweise kleiner 10 "7 mbar. Bevorzugt ist ebenfalls eine organische Elektrolumineszenzvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere Schichten mit dem OVPD (Organic Vapour Phase Deposition) Verfahren oder mit Hilfe einer Trägergassublimation beschichtet werden. Dabei werden die Materialien bei einem Druck zwischen 10 "5 mbar und 1 bar aufgebracht. Ein Spezialfall dieses Verfahrens ist das OVJP (Organic Vapour Jet Printing) Verfahren, bei dem die Materialien direkt durch eine Düse aufgebracht und so strukturiert werden (z. B. M. S. Arnold et al., Äppl. Phys. Lett. 2008, 92, 053301 ). Weiterhin bevorzugt ist eine organische Elektrolumineszenzvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere Schichten aus Lösung, wie z. B. durch Spincoating, oder mit einem beliebigen Druckverfahren, wie z. B. Siebdruck, Flexodruck, Offsetdruck oder Nozzle-Printing, besonders bevorzugt aber LITI (Light Induced Thermal Imaging, Thermo- transferdruck) oder Ink-Jet Druck (Tintenstrahldruck), hergestellt werden. Hierfür sind lösliche Verbindungen nötig, welche beispielsweise durch geeignete Substitution erhalten werden.

Die organische Elektrolumineszenzvorrichtung kann auch als Hybrid- System hergestellt werden, indem eine oder mehrere Schichten aus Lösung aufgebracht werden und eine oder mehrere andere Schichten aufgedampft werden. So ist es beispielsweise möglich, eine emittierende Schicht enthaltend einen erfindungsgemäßen Metallkomplex und ein Matrixmaterial aus Lösung aufzubringen und darauf eine Lochblockier- schicht und/oder eine Elektronentransportschicht im Vakuum

aufzudampfen.

Diese Verfahren sind dem Fachmann generell bekannt und können von ihm ohne Probleme auf organische Elektrolumineszenzvorrichtungen enthaltend Verbindungen gemäß Formel (1 b) oder erfindungsgemäß erhältliche Metallkomplexe bzw. die oben aufgeführten bevorzugten Ausführungsformen angewandt werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich durch einen oder mehrere der folgenden überraschenden Vorteile gegenüber dem Stand der Technik aus:

1 . Die erfindungsgemäßen Verfahren können weithin angewandt werden, wobei keine ungewöhnlich teuren und aufwendigen Apparaturen notwendig sind.

2. Durch die erfindungsgemäßen Verfahren sind optisch aktive Metallkomplexe einfach und kostengünstig erhältich, wobei konventionelle Chromatographieverfahren eingesetzt werden können, so dass übliche Verfahren durch den Einsatz von optisch aktiven Borverbin- düngen leicht abgewandelt werden können, um optisch aktive Metallkomplexe zu erhalten. Die Verwendung von Chromatographieverfahren an chiralen Säulen ist nicht erforderlich.

3. Die erfindungsgemäßen Verfahren ermöglichen die Herstellung von optisch aktiven Metallkomplexen in sehr hoher Ausbeute und sehr hoher Reinheit bei außergewöhnlich kurzen Reaktionszeiten und vergleichsweise geringen Reaktionstemperaturen.

4. Optisch aktive Metallkomplexe sind mit einer Vielzahl von Vorteilen verbunden. So kann beispielsweise die Sublimationstemperatur von

Übergangsmetallkomplexen durch die Verwendung von enantiomeren- reinen Verbindungen statt den entsprechenden Racematen herabgesetzt werden. Ferner zeigen optisch aktive Metallkomplexe eine sehr hohe Löslichkeit in üblichen Lösungsmitteln, wobei die Löslich- keiten gegenüber Racematen deutlich gesteigert werden kann.

5. Die erfindungsgemäß erhältichen Metallkomplexe weisen eine hervorragende thermische Stabilität auf, was sich auch bei der Sublimation der Komplexe zeigt, wobei besondere Vorteile durch die Verwendung von verbrückten Liganden, insbesondere Liganden die Brücken gemäß Formel (3) oder (4) aufweisen, oder Liganden, die Ringstrukturen, bevorzugt Ringstrukturen gemäß Formeln (RI-1 ) bis (Ri-8), besonders bevorzugt (RI-4), enthalten, erzielt werden können. 6. Die erfindungsgemäß erhältlichen verbrückten/polypodalen Metallkomplexe zeigen weder thermisch noch photochemisch fac/mer- bzw. mer/fac-lsomerisierung, was zu Vorteilen in der Anwedung dieser Komplexe führt, wobei besondere Vorteile durch die Verwendung von verbrückten Liganden, insbesondere Liganden die Brücken gemäß Formel (3) oder (4) aufweisen, erzielt werden können. 7. Die erfindungsgemäß erhältlichen Metallkomplexe weisen teilweise ein sehr schmales Emissionsspektrum auf, was zu einer hohen Farbreinheit der Emission führt, wie sie insbesondere für Displayanwendungen wünschenswert ist, wobei besondere Vorteile durch die Verwendung von verbrückten Liganden, insbesondere Liganden, die Brücken gemäß Formel (3) oder (4) aufweisen, oder Liganden, die Ringstrukturen, bevorzugt Ringstrukturen gemäß Formeln (RI-1 ) bis (Ri-8), besonders bevorzugt (RI-4), enthalten, erzielt werden können. 8. Organische Elektrolumineszenzvorrichtungen enthaltend die erfindungsgemäßen Metallkomplexe als emittierende Materialien weisen eine sehr gute Lebensdauer auf, wobei besondere Vorteile durch die Verwendung von verbrückten Liganden, insbesondere Liganden die Brücken gemäß Formel (3) oder (4) aufweisen, oder Liganden, die Ringstrukturen, bevorzugt Ringstrukturen gemäß Formeln (RI-1 ) bis (Ri-8), besonders bevorzugt (RI-4), enthalten, erzielt werden können. 9. Organische Elektrolumineszenzvorrichtungen enthaltend die erfindungsgemäßen Metallkomplexe als emittierende Materialien weisen eine hervorragende Effizienz auf, wobei besondere Vorteile durch die Verwendung von verbrückten Liganden, insbesondere Liganden die Brücken gemäß Formel (3) oder (4) aufweisen, oder Liganden, die Ringstrukturen, bevorzugt Ringstrukturen gemäß Formeln (RI-1 ) bis (Ri-8), besonders bevorzugt (RI-4), enthalten, erzielt werden können. 10. Die erfindungsgemäß erhältlichen MetaNkomplexe ermöglichen weitere Vorteile, die von der jeweiligen Anwendung abhängig sind. So können Polarisationsfilter auf entsprechenden Devices eingespart werden. Außerdem eignen sich erfindungsgemäß erhältlichen Metallkomplexe insbesondere zur Verwendung in Sicherheitslabeln, da sie neben der Emission auch die Polarisation des Lichts als einfach auslesbares Merkmal aufweisen.

Diese oben genannten Vorteile gehen nicht mit einer Verschlechterung der weiteren elektronischen Eigenschaften einher.

Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele näher erläutert, ohne sie dadurch einschränken zu wollen. Der Fachmann kann aus den Schilderungen ohne erfinderisches Zutun weitere erfindungsgemäße elektronische Vorrichtungen herstellen und somit die Erfindung im gesamten beanspruchten Bereich ausführen.

Beispiele:

Die nachfolgenden Synthesen werden, sofern nicht anders angegeben, unter einer Schutzgasatmosphäre in getrockneten Lösungsmitteln durch- geführt. Die Metallkomplexe werden zusätzlich unter Ausschluss von Licht bzw. unter Gelblicht gehandhabt. Die Lösungsmittel und Reagenzien können z. B. von Sigma-ALDRICH bzw. ABCR bezogen werden. Die jeweiligen Angaben in eckigen Klammern bzw. die zu einzelnen Verbindungen angegebenen Nummern beziehen sich auf die CAS-Nummern der literaturbekannten Verbindungen.

A: Synthese hexadentater Liganden:

Beispiel L1 :

Ein Gemisch aus 54.1 g (100 mmol) 1 ,3,5-Tris(2-bromphenyl)benzol,

[380626-56-2], 98.4 g (350 mmol) 2-Phenyl-5-(4,4,5,5-tetramethyl-[1 ,3,2]- dioxaborolan-2-yl)-pyridin [879291 -27-7], 106.0 g (1 mol) Natriumcarbonat, 5.8 g (5 mmol) Tetrakis(triphenyphosphino)-palladium(0), 750 ml Toluol, 200 ml Ethanol und 500 ml Wasser wird unter sehr gutem Rühren 24 h unter Ruckfluss erhitzt. Nach 24 h fügt man 300 ml 5 Gew.-%ige wässrige Acetylcystein-Lösung zu, rührt weitere 10 h unter Rückfluss, lässt erkalten, trennt die wässrige Phase ab und engt die organische Phase zur Tockene ein. Man nimmt den braunen Schaum nach Einengen der organischen Phase aus der Suzuki-Kupplung in 300 ml eines Gemisches aus Dichlor- methan:Ethylacetat (8:1 , vv) auf und filtriert über ein mit Dichlormethan: Ethylacetat (8:1 , vv) vorgeschlämmtes Kieselgelbett (Durchmesser 15 cm, Länge 20 cm), um braune Anteile zu entfernen. Nach Einengen wird der verbliebene Schaum aus 800 ml Ethylacetat unter Zusatz von 400 ml Methanol in der Siedehitze und dann ein zweites Mal aus 1000 ml reinem Ethylacetat umkristallisiert und anschließend im Hochvakuum (p ca. 10 "5 mbar, T 280 °C) Kugelrohr-sublimiert. Ausbeute: 50.6 g (66 mmol), 66 %. Reinheit: ca. 99.7 % ig n. 1 H-NMR.

Beispiel L2:

Analog kann Ligand L2 dargestellt werden. Anstalle von 2-Phenyl-5- (4,4,5,5-tetramethyl-[1 ,3,2]dioxaborolan-2-yl)-pyridin [879291 -27-7] wird 2-[4-(4,4,5,5-tetramethyl-[1 ,3,2]dioxaborolan-2-yl)phenyl]-pyridin [908350- 80-1 ] verwendet. Ausbeute: 56.0 g (73 mmol), 73 %. Reinheit: ca. 99.5 %ig n. 1 H-NMR.

Beispiel L3:

Synthon S1 :

Ein Gemisch aus 29.0 g (100 mmol) 2-(4-bromophenyl)-4-tert-butyl-pyridin [1246851 -70-6], 25.4 g (100 mmol) Bis(pinacolato)diboran [73183-34-3], 49.1 g (500 mmol) Kaliumacetat, 1 .5 g (2 mmol) 1 ,1 -Bis(diphenyl- phosphino)ferrocendichlorpalladium(ll)-Komplex mit DCM [95464-05-4], 200 g Glaskugeln (3 mm Durchmesser), 700 ml 1 ,4-Dioxan und 700 ml Toluol wird 16 h unter Rückfluss erhitzt. Nach Abkühlen wird die Suspension über ein Celite-Bett filtriert und das Lösemittel im Vakuum entfernt. Der schwarze Rückstand wird mit 1000 ml heißem n-Heptan digeriert, es wird noch heiß über ein Celite-Bett abfiltriert, dann auf ca. 200 ml eingeengt wobei das Produkt zu kristallisieren beginnt. Die Kristallisation wird über Nacht im Kühlschrank vervollständigt, die Kristalle werden abfiltriert und mit wenig n-Heptan gewaschen. Aus der Mutterlauge kann eine zweite Produktfraktion gewonnen werden. Ausbeute: 26.6 g (79 mmol) 79 %. Reinheit: ca. 95 % ig nach 1 H NMR

Ligand L3:

Analog zu Ligand L1 kann Ligand L3 dargestellt werden. Anstalle von 2- Phenyl-5-(4,4,5,5-tetramethyl-[1 ,3,2]dioxaborolan-2-yl)-pyridin [879291 -27- 7] wird Synthon S1 verwendet. Ausbeute: 65.4 g (70 mmol), 70 %.

Reinheit: ca. 99 % ig nach 1 H-NMR.

B: Metallorganische Synthone:

1. Literaturbekannte Metallkomplex-Synthone MS:

2. Synthese der Metallkomplexe lr(L1):

Beispiel lr(L1):

Ein Gemisch aus 7.66 g (10 mmol) des Liganden L1 , 4.90 g (10 mmol) Tris-acetylacetonato-iridium(lll) [15635-87-7] und 120 g Hydrochinon [123- 31 -9] werden in einem 500 ml_ Zweihalsrundkolben mit einem glasummantelten Magnetkern vorgelegt. Der Kolben wird mit einem Wasserabscheider (für Medien geringerer Dichte als Wasser) und einem Luftkühler mit Argonüberlagerung versehen. Der Kolben wird in einer Metallheizschale platziert. Die Apparatur wird über die Argonüberlagerung von oben her 15 min. mit Argon gespült, wobei man das Argon aus dem Seitenhals des Zweihalskolbens ausströmen lässt. Über den Seitenhals des Zweihalskolbens führt man ein glasummanteltes Pt-100 Thermoelement in den Kolben ein und platziert das Ende kurz oberhalb des Magnetrührkerns. Dann wird die Apparatur mit mehreren lockeren

Wicklungen von Haushaltsaluminiumfolie thermisch isoliert, wobei die Isolation bis zur Mitte des Steigrohres des Wasserabscheiders geführt wird. Dann wird die Apparatur schnell mit einem Laborheizrührwerk auf 250 - 260 °C, gemessen am Pt-100 Thermofühler, der in die aufgeschmolzene, gerührte Reaktionsmischung eintaucht, erhitzt. Während der nächsten 1 .5 h wird das Reaktionsgemisch bei 250-260 °C gehalten, wobei wenig Kondensat abdestilliert und sich im Wasserabscheider sammelt. Nach Erkalten wird der Schmelzkuchen mechanisch zerkleinert und mit 500 ml Methanol ausgekocht. Die so erhaltene beige Suspension wird über eine Umkehrfritte filtriert, der beige Feststoff wird einmal mit 50 ml Methanol gewaschen und dann im Vakuum getrocknet. Rohausbeute: quantitativ. Der so erhaltene Feststoff wird in 1500 ml Dichlor- methan gelöst und über ca. 1 kg mit Dichlormethan vorgeschlämmtes Kieselgel (Säulendurchmesser ca. 18 cm) unter Luft- und Lichtausschluss filtriert, wobei dunkle Anteile am Start liegen bleiben. Die Kernfraktion wird herausgeschnitten, am Rotationsverdampfer weitgehend eingeengt, wobei gleichzeitig kontinuierlich MeOH bis zur Kristallisation zugetropft wird. Nach Absaugen, waschen mit wenig MeOH und Trocknen im Vakuum erfolgt die weitere Reinigung des gelben Produkts durch dreimalige kontinuierliche Heißextraktion mit Toluol:Acetonitril (3:1 , vv) und fünfmalige Heißextraktion mit Toluol (Vorlagemenge jeweils ca. 150 ml, Extraktionshülse: Standard Soxhletthülsen aus Cellulose der Fa. Whatman) unter sorgfältigem Luft- und Lichtausschluss. Ausbeute: 8.52 g (8.9 mmol), 89 %. Reinheit:> 99.9 % nach HPLC.

Beispiel lr(L2):

Analog kann lr(L2) unter Verwendung von L2 statt L1 dargestellt werden Die Reinigung erfolgt durch dreimalige Umkristallisation aus NMP unter Zusatz von Methanol beim Auskülen der Lösung. Ausbeute: 8.04 g (8.4 mmol), 84 %. Reinheit: > 99.7 % nach HPLC.

Beispiel lr(L3)

Analog kann lr(L3) unter Verwendung von L3 statt L1 dargestellt werden. Die Reinigung erfolgt durch fünfmalige Heißextraktion aus Toluol.

Ausbeute: 8.09 g (7.2 mmol), 72 %. Reinheit: > 99.7 % nach HPLC. 3. Halogenierung der Metallkomplexes lr(L1):

Allgemeine Durchführung:

Eine Lösung bzw. Suspension von 10 mmol des Komplexes, in 500 ml bis 2000 ml Dichlormethan, je nach Löslichkeit der Metall komplexe, wird unter Licht- und Luftausschluss bei -30 bis +30 °C mit 30-40 mmol N-Brom- succinimid versetzt und 20 h gerührt. In DCM schlecht lösliche Komplexe können auch in anderen Lösungsmitteln (TCE, THF, DMF, Chlorbenzol, etc.) und bei erhöhter Temperatur umgesetzt werden. Anschließend wird das Lösungsmittel im Vakuum weitgehend entfernt. Der Rückstand wird mit 100 ml Methanol unter Zusatz von 5 mL Hydrazinhydrat ausgekocht, der Feststoff wird abgesaugt, dreimal mit ca. 30 ml Methanol gewaschen und dann im Vakuum getrocknet.

Für die Darstellung von mono- und dibromierten Metall komplexen erfolgt die Durchführung analog zu dem oben beschriebenen Verfahren, jedoch werden statt 30-40 mmol N-Bromsuccinimid 10 mmol N-Bromsuccinimid für die Darstellung der monobromierten bzw. 20 mmol N-Bromsuccinimid für die Darstellung der dibromierten Metall komplexe eingesetzt. Das Rohprodukt wird chromatographisch aufgereinigt (z. B. auf einem Säulenautomat der Fa. Axel Semrau). eispiel lr(L1 -3Br):

Eine bei 0 °C gerührte Suspension von 9.6 g (10 mmol) lr(L1 ) in 2000 ml DCM wird auf einmal mit 7.1 g (40 mmol) N-Bromsuccinimid versetzt und dann weitere 20 h gerührt. Nach Entfernen von ca. 1900 ml des DCMs im Vakuum wird die gelbe Suspension mit 100 ml Methanol und 5 ml_ Hydrazinhydrat versetzt, unter Rühren ausgekocht, der Feststoff wird abgesaugt, dreimal mit ca. 30 ml Methanol gewaschen und dann im Vakuum getrocknet. Ausbeute: 1 1 .3 g (9.5 mmol) 95 %; Reinheit: > 99.0 %ig nach NMR.

Analo können fol ende Kom lexe dar estellt werden:

4. Borylierung der halogenierten Komplexe mit anschließender chromatographischer Trennung der entstandenen Diastereomere; allgemeine Durchführung

Variante 1 : In einem 250 mL-Zweihalskolben mit Rückflusskühler, Magnetrührfisch, Heizbad und Argonanschluss werden 5 mmol eines tribromierten Metallkomplexes , 30 mmol Bis[(+)-pinanediolato]diboron [230299-05-5], 45 mmol Kaliumacetat [127-08-2] und 0.45 mmol 1 ,1 -Bis(diphenyl- phosphino)-ferrocen-dichlorpalladium (II) [95464-05-4] eingewogen und mit 100 ml 1 ,4-Dioxan versetzt. Die Reaktionsmischung wird mit Argon inertisiert und unter Rückfluss für 24-48 Stunden gerührt. Nach Abkühlen wird die Reaktionslösung über Celite filtriert, das Celite wird mit 2 x 50 mL 1 ,4-Dioxan nachgewaschen. Anschließend wird das Filtrat am Rotationsverdampfer eingeengt und der verbleibende Rückstand extraktiv mit DCM und Wasser aufgearbeitet. Die organische Phase wird abgetrennt und mit gesättigter Natriumchloridlösung gewaschen. Die organische organische Phase wird mit 50 mL Ethanol versetzt und anschließend das Dichlor- methan am Rotationsverdampfer abrotiert. Der ausgefallene Feststoff wird abgesaugt, 2 mal mit je 10 mL Ethanol gewaschen und im Vakuum getrocknet. Anschließend wird die 1 :1 Mischung der erhaltenen Diastereo- mere mittels chromatographischer Methoden getrennt. Das jeweilige Produkt wird als lr(Lx-3Bor-(+)) bzw MSx-3Bor-(+) bezeichnet.

Variante 2:

in einem 250 mL-Zweihalskolben mit Rückflusskühler, Magnetrührfisch, Heizbad und Argonanschluss werden 5 mmol eines tribromierten Metallkomplexes , 30 mmol Bis(diethyl-D-tartrate glycolato)diboron [312693-46- 2], 45 mmol Kaliumacetat [127-08-2] und 0.45 mmol 1 ,1 -Bis(diphenyl- phosphino)-ferrocen-dichlorpalladium (II) [95464-05-4] eingewogen und mit 100 ml 1 ,4-Dioxan versetzt. Die Reaktionsmischung wird mit Argon inertisiert und unter Rückfluss für 24-48 Stunden gerührt. Nach Abkühlen wird die Reaktionslösung über Celite filtriert, das Celite wird mit 2 x 50 mL 1 ,4-Dioxan nachgewaschen. Anschließend wird das Filtrat am Rotationsverdampfer eingeengt und der verbleibende Rückstand extraktiv mit DCM und Wasser aufgearbeitet. Die organische Phase wird abgetrennt und mit gesättigter Natriumchloridlösung gewaschen. Anschließend wird die organische Phase mit 50 mL Ethanol versetzt und anschließend das Dichlor- methan am Rotationsverdampfer abrotiert. Der ausgefallene Feststoff wird abgesaugt, zweimal mit je 10 mL Ethanol gewaschen und anschließend im Vakuum getrocknet. Anschließend wird die 1 :1 Mischung der erhaltenen Diastereomere mittels chromatographischer Methoden getrennt. Das jeweilige Produkt wird als lr(Lx-3Bor-D) bzw MSx-3-Bor-D bezeichnet.

Variante 3:

In einem 250 mL-Zweihalskolben mit Rückflusskühler, Magnetrührfisch, Heizbad und Argonanschluss werden 5 mmol eines tribromierten Metallkomplexes , 30 mmol (3aS, 3' aS SA' S, 7 R, 7' R, 7 aS,T aS)-Do0ecahy0 o- 7,7',8,8,8',8'-hexamethyl-3a,3'a-diphenyl-2,2'-bi-4,7-methan ol-1 ,3,2- benzodioxaborol [916771 -67-0], 45 mmol Kaliumacetat [127-08-2] und 0.45 mmol trans-Dichlorobis(tricyclohexylphosphine)palla-dium(ll) [29934- 17-6] eingewogen und mit 100 ml 1 ,4-Dioxan versetzt. Die Reaktionsmischung wird mit Argon inertisiert und unter Rückfluss für 24-48 Stunden gerührt. Nach Abkühlen wird die Reaktionslösung über Celite filtriert, das Celite wird mit 2 x 50 ml_ 1 ,4-Dioxan nachgewaschen. Anschließend wird das Filtrat am Rotationsverdampfer eingeengt und der verbleibende Rückstand extraktiv mit DCM und Wasser aufgearbeitet. Die organische Phase wird abgetrennt und mit gesättigter Natriumchloridlösung gewaschen. Anschließend wird die organische Phase mit 50 ml_ Ethanol versetzt und anschließend das Dichlormethan am Rotationsverdampfer abrotiert. Der ausgefallene Feststoff wird abgesaugt, 2 mal mit je 10 ml_ Ethanol gewaschen und anschließend im Vakuum getrocknet. Anschließend wird die 1 :1 Mischung der erhaltenen Diastereomere mittels chromatographischer Methoden getrennt. Das jeweilige Produkt wird als lr(Lx-3Bor-S) bzw. MSx-3-Bor-S bezeichnet. Als Ausbeute wird zunächst die Ausbeute der Diastereomerenmischung angegeben, die Trennung der Diastereo- meren wird unter Punkt 5 näher beschrieben.

Analog dieser Vorschriften können folgende Verbindungen dargestellt werden: Variante 4: Borylierung der halogenierten Komplexe über Lithierung und anschließendes Quenchen mit einer elektrophilen Borverbindung.

In einem 250 mL-Zweihalskolben mit Magnetrührfisch und Argonan- schluss werden 1 mmol eines tribromierten Metallkomplexes in 100 mL absolutem THF suspensiert und unter Rühren im Aceton/Trockeneisbad auf -65°C Innentemperatur abgekühlt. Dann werden 15 mmol einer 1 .7 mol/L Lösung tert-ButvIlithium in Pentan [594-19-4] so zugetropt, dass die Innentemeratur -55°C nicht übersteigt. Es wird 5 h bei -65 °C gerührt, dann wird zügig das (3aS,4s,6S,7aR)-Hexahydro-3a,5,5-trimethyl-2-(1 - methylethoxy)-4,6-methano-1 ,3,2-benzodioxaborole (15 mmol) [819816- 59-6] in 20 mL absolutem THF zugetropft. Man lässt die Reaktionsmischung langsam auf Raumtemperatur erwärmen und rührt über Nacht bei Raumtemperatur. Dann wird 1 mL MeOH zugegeben und der Ansatz am Rotations-verdampfer eingeent. Der Rückstand wir in 100 mL DCM aufgenommen, einmal mit 25 mL Wasser und einmal mit 25 mL gesättigter NaCI-Lösung gewaschen, über Natriumsulfat getrocknet, und über eine Kieselgelbett filtriert. Das Kieselgel wird zweimal mit je 50 mL DCM nachgewaschen, zum Filrat werden 30 mL Ethanol zugegeben, das DCM wird am Rotationsverdampfer bis 500 mbar bei 50°C Badtemperatur abgezogen und der ausgefallene Feststoff wird über eine Umkehrfritte abge- saugt, zweimal mit je 5 mL Ethanol gewaschen und anschließend im Vakuum getrocknet. Das Rohprodukt kann chromatographisch aufgereinigt werden um Verunreinigungen vor der Trennung der Diastereo- meren zu entfernen. Anschließend wird die 1 :1 Mischung der erhaltenen Diastereomere mittels chromatographischer Methoden getrennt. Das jeweilige Produkt wird als lr(Lx-3Bor-(+)) bzw MSx-3Bor-(+) bezeichnet.

Es können folgende Verbindungen hergestellt werden:

5. Chromatographische Trennung der Diastereomeren via

präparativer HPLC am Beispiel von lr(L3-3Bor-(+)):

Λ- lr(L3-3Bor-(+)) und Δ lr(L3-3Bor-(+))

Zunächst wird eine analytische HPLC-MS Methode gewählt um die beiden Isomere zu trennen und anhand ihrer molaren Masse zu bestätigen. Hierbei findet keine Zuordnung des Λ bzw Δ Isomers statt. Daher werden die Isomere im folgenden als Isomer 1 (abgekürzt 11 ) bzw Isomer 2 (abgekürzt als 12) M -lr(Lx-3-Bor-y) und l2-lr(Lx-3Bor-y) bzw M -MSx-3Bor-y und I2- MSx-3Bor-y bezeichnet. Die Zahl der Bor-Atome wird durch die Zahl vor dem Wort "Bor" widergegeben.

Die analytische Trennung wird auf einem DIONEX Ultimate 3000

LC-System durchgeführt, die Detektion der Massen mit einem Massen- spektrometer mit APCI (Mode: positiv) lonenquelle. Zur Trennung wird eine Säule 150 mm x 4.6 mm/ 3 μιτι Purospher Star RP-18e verwendet. Es wird ein Gradientenprogramm mit einem Acetonitril/Tetrahydrofuran Lösungsmittelgemisch gefahren.

Figur 1 zeigt das Chromatogramm der analytischen Trennung der Isomere von lr(L3-3Bor-(+)).

Figur 2 zeigt die Zuordnung der Massenpeaks zu den Retentionszeiten der Isomere von lr(L3-3Bor-(+)).

Anschließend wird die analytische Methode als Ausgangspunkt für die präparative Trennung verwendet. Für die präparative Trennung werden 2000 mg des Diastereomeren Gemisches auf 30 HPLC Runs aufgeteilt. So können 840 mg des Isomers l1-lr(L3-3Bor-(+)) mit einer Reinheit von 99.5% und 864 mg des Isomers l2-lr(L3-3Bor-(+)) mit einer Reinheit von 99.6% erhalten werden.

Analog dieser Methode können folgende enantiomerenreine

Verbindun en erhalten werden:

5 g eines Gemisches aus M -lr(L2-Bor-(+)) und l2-lr(L2-Bor-(+)) wird an einem Säulenautomaten (Companion der Firma Axel Semrau) chromatographisch getrennt. Als Laufmittelgemisch wird ein Gradient aus Dichlor- methan und Toluol verwendet.

Ausbeute Säule: M -lr(L2-Bor-(+)) 2.1 g, Reinheit 98.2% und l2-lr(L2-Bor- (+)) 2.2 g, Reinheit 98.0%. Die beiden Diastereomere M -lr(L2-Bor-(+)) und l2-lr(L2-Bor-(+)) werden, getrennt voneinander, noch je dreimal mit Ethyl- acetat heißextrahiert und anschließend im Hochvakuum getempert.

Ausbeute: M -lr(L2-Bor-(+)) 1 .2 g, Reinheit 99.6% und l2-lr(L2-Bor-(+)) 1 .0 g, Reinheit 99.5%.

6. Suzuki-Kupplung der enantiomerenreinen borylierten Komplexe Variante 1 : Suzuki-Kupplung im zweiphasigen wässrig-organischen Medium

Ein Gemisch aus 1 mmol des borylierten Metallkomplexes, 6 mmol des Bromids, 12 mmol Trikaliumphosphat [7778-53-2], 30 ml Toluol, 10 ml Dioxan, 10 ml Wasser wird mit 0.12 mmol Tri-o-tolylphosphin [6163-58-2] und 0.02 mmol Palladium(ll)acetat [3975-31 -3] versetzt und 48 h bei 100 °C gut gerührt. Nach Erkalten trennt man die org. Phase ab, wäscht diese zweimal mit je 30 ml Wasser, einmal mit 30 ml gesättigter Kochsalzlösung, trocknet dann über Magnesiumsulfat, filtriert vom Magnesiumsulfat ab und engt das Filtrat zur Tockene ein. Das so erhaltene Rohprodukt wird chromatographisch oder Flash-chromatographisch (CombiFlash Torrent der Fa. Axel Semrau) gereinigt.

Variante 2: Suzuki-Kupplung im einphasigen dipolar-aprotischen Medium

Ein Gemisch aus 1 mmol des borylierten Metallkomplexes, 6 mmol des Bromids, 12 mmol Trikaliumphosphat-Trihydrat [22763-03-7] und 30 ml DMSO wird mit 0.1 mmol Tetrakis(thphenyphosphino)palladium(0) [14221 - 01 -3] versetzt und 48 h bei 80 °C gut gerührt versetzt . Nach Erkalten entfernt man das DMSO weitgehend im Vakkum, nimmt den Rückstand in 100 ml Dichlormethan auf, filtriert über ein mit Dichlormethan vorgeschlämmtes Kieselgel-Bett ab, wäscht dieses mit 50 ml Dichlormethan nach und engt dann die organische Phase im Vakuum zur Trockene ein. Die Weitere Reinigung des so erhaltenen Rohprodukts erfolgt wie unter Variante 1 beschrieben.

Beispiel I1 -Ir1 :

Durchführung nach Variante 2. Einsatz von 1 .49 g (1 mmol) 11 - lr(L2- 3Bor-(+)), 1 .40 g (6 mmol) 1 -Bromo-3-phenylbenzene [21 13-57-7], 3.20 g (12 mmol) Trikaliumphosphat-Trihydrat, 1 15 mg (0.1 mmol) Tetrakis- (triphenyphosphino)palladium(O). Ausbeute: 1 .10 g (0.78 mmol), 78 %. Reinheit: > 99.8 % n. HPLC.

Analog können folgende Verbindungen dargestellt werden:

7. Physikalische Eigenschaften der enantiomerenreinen Verbindungen verglichen mit dem Racemat

Die enantiomerenreinen Verbindungen zeichnen sich insbesonders durch verbesserte Löslichkeit und niedrigere Sublimationstemperaturen gegenüber dem Racemat aus. Von besonderer Bedeutung ist hier die Löslichkeit in Toluol (im folgenden abgekürzt als Toi) und 3-Phenoxytoluol (im

Folgenden abgekürzt als 3-PT), da diese Lösungsmittel zum Bau von losungsbasierten OLED-Devices verwendet werden. Für die Verarbeitung der erfindungsgemäßen Komplexe (Spin-Coating, InkJet-Printing, Nozzle- Printing, Rakeln etc.) werden langzeitstabile Lösungen mit Feststoff- gehalten von 5-20 mg/mL benötigt. Ebenso sind niedrige Sublimationstemperaturen der Komplexe (im Hochvakuum) für den Bau von Vakuum prozessierten OLED-Devices von entscheidender Bedeutung.

Beispiel: Herstellung der OLEDs

1) Vakuum-prozessierte Devices:

Die Herstellung von erfindungsgemäßen OLEDs sowie OLEDs nach dem Stand der Technik erfolgt nach einem allgemeinen Verfahren gemäß WO 2004/05891 1 , das auf die hier beschriebenen Gegebenheiten

(Schichtdickenvariation, verwendete Materialien) angepasst wird. In den folgenden Beispielen werden die Ergebnisse verschiedener OLEDs vorgestellt. Es werden gereinigte, beschichtete Glasplättchen verwendet (Reinigung in Miele Laborspülmaschine, Reiniger Merck Extran), die mit strukturiertem ITO (Indium Zinn Oxid) der Dicke 50 nm beschichtet sind und 25 Minuten mit UV-Ozon vorbehandelt (UV-Ozon Generator PR-100, Firma UVP) werden. Anschließend werden sie innerhalb von 30min, zur verbesserten Prozessierung mit 20 nm PEDOTPSS beschichtet (Poly(3,4- ethylenedioxythiophene) poly(styrenesulfonate), bezogen als CLEVIOS™ P VP AI 4083 von Heraeus Precious Metals GmbH Deutschland, aus wässriger Lösung aufgeschleudert) und anschließend bei 180°C 10min lang ausgeheizt. Diese beschichteten Glasplättchen bilden die Substrate, auf weiche die OLEDs aufgebracht werden. Die OLEDs haben prinzipiell folgenden Schichtaufbau: Substrat / Lochtransportschicht 1 (HTL1 ) bestehend aus HTM dotiert mit 5 % NDP-9 (kommerziell erhältlich von der Fa. Novaled), 20 nm / Lochtransportschicht 2 (HTL2) / optionale Elek- tronenblockerschicht (EBL) / Emissionsschicht (EML) / optionale Lochblockierschicht (HBL) / Elektronentransportschicht (ETL) / optionale Elektroneninjektionsschicht (EIL) und abschließend eine Kathode. Die Kathode wird durch eine 100 nm dicke Aluminiumschicht gebildet. Zunächst werden vakuum-prozessierte OLEDs beschrieben. Hierfür werden alle Materialien in einer Vakuumkammer thermisch aufgedampft. Dabei besteht die Emissionsschicht immer aus mindestens einem Matrixmaterial (Hostmaterial, Wirtsmaterial) und einem emittierenden Dotierstoff (Dotand, Emitter), der dem Matrixmaterial bzw. den Matrixmaterialien durch Co-Verdampfung in einem bestimmten Volumenanteil beigemischt wird. Eine Angabe wie M3:M2:lr1 (55%:35%:10%) bedeutet hierbei, dass das Material M3 in einem Volumenanteil von 55%, M2 in einem Anteil von 35% und Irl in einem Anteil von 10% in der Schicht vorliegt. Analog kann auch die Elektronentransportschicht aus einer Mischung zweier

Materialien bestehen. Der genaue Aufbau der OLEDs ist Tabelle 1 zu entnehmen. Die zur Herstellung der OLEDs verwendeten Materialien sind in Tabelle 6 gezeigt.

Die OLEDs werden standardmäßig charakterisiert. Hierfür werden die Elektrolumineszenzspektren, die Stromeffizienz (gemessen in cd/A) und die Spannung (gemessen bei 1000 cd/m 2 in V) bestimmt aus Strom- Spannungs-Helligkeits-Kennlinien (lUL-Kennlinien).

Des Weiteren werden die Leistungseffizienz (gemessen in Im/W) und die externe Quanteneffizienz (EQE, gemessen in Prozent) in Abhängigkeit der Leuchtdichte, berechnet aus Strom-Spannungs-Leuchtdichte-Kennlinien

(lUL-Kennlinien) unter Annahme einer lambertschen Abstrahlcharakteristik bestimmt. Die Elektrolumineszenzspektren werden bei einer Leuchtdichte von 1000 cd/m 2 bestimmt und daraus die CIE 1931 x und y Farbkoordinaten berechnet. Die Angabe U1000 in Tabelle 2 bezeichnet die

Spannung, die für eine Leuchtdichte von 1000 cd/m 2 benötigt wird.

EQE1000 bezeichnet die externe Quanteneffizienz bei einer Betriebsleuchtdichte von 1000 cd/m 2 .

Für ausgewählte Versuche wird die Lebensdauer bestimmt. Als Lebens- dauer wird die Zeit definiert, nach der die Leuchtdichte von einer bestimmten Startleuchtdichte aus auf einen gewissen Anteil abgesunken ist. Die Angabe LD50 bedeutet, dass es sich bei der genannten Lebensdauer um die Zeit handelt, bei der die Leuchtdichte auf 50% der Startleuchtdichte abgefallen ist, also von z.B. 1000 cd/m 2 auf 500 cd/m 2 . Je nach Emissionsfarbe wurden unterschiedliche Starthelligkeiten gewählt. Die Werte für die Lebensdauer können mit Hilfe dem Fachmann

bekannten Umrechnungsformeln auf eine Angabe für andere Startleuchtdichten umgerechnet werden. Hierbei ist die Lebensdauer für eine Startleuchtdichte von 1000 cd/m 2 eine übliche Angabe. Als Lebensdauer LD80 wird die Zeit definiert, nach der die Leuchtdichte bei Betrieb mit einem konstantem Strom von 40 mA/cm 2 auf 80% der Startleuchtdichte absinkt.

2) Verwendung von erfindungsgemäßen Verbindungen als Emittermaterialien in phosphoreszierenden OLEDs

Die erfindungsgemäßen Verbindungen lassen sich unter anderem als phosphoreszierende Emittermaterialien in der Emissionsschicht in OLEDs einsetzen. Als Vergleich gemäß dem Stand der Technik werden die Iridium-Verbindungen gemäß Tabelle 6 verwendet. Die Ergebnisse der OLEDs sind in Tabelle 2 zusammengefasst.

Tabelle 1 : Aufbau der vakuum- rozessierten OLEDs

Tabelle 2: Daten der Vakuum- rozessierten OLEDs

3) Vakuum-prozessierte blau emittierende Bauteile

Im folgenden Beispiel werden Daten blau emittierenden OLEDs vorgestellt. Die Prozessierung und Charakterisierung erfolgt wie in 2) beschrieben. Die Elektrolumineszenzspektren werden bei einer Leuchtdichte von 1000 cd/m 2 bestimmt und daraus die CIE 1931 x und y Farbkoordinaten berechnet. Die Angabe U1000 in Tabelle 8 bezeichnet die Spannung, die für eine Leuchtdichte von 1000 cd/m 2 benötigt wird.

EQE1000 bezeichnet die externe Quanteneffizienz bei einer Betriebs- leuchtdichte von 1000 cd/m 2 . Als Lebensdauer LD50 wird die Zeit definiert, nach der die Leuchtdichte bei einer Starthelligkeit von 1000 cd/m 2 auf 50% der Startleuchtdichte absinkt.

Tabelle 3: Aufbau der b auen vakuum- rozessierten OLEDs

Tabelle 4: Daten der blauen vakuum- rozessierten OLEDs

4) Lösungs-prozessierte Devices:

A: Aus niedermolekularen löslichen Funktionsmaterialien

Die erfindungsgemäßen Iridium-Komplexe können auch aus Lösung ver- arbeitet werden und führen dort zu prozesstechnisch wesentlich einfacheren OLEDs, im Vergleich zu den vakuumprozessierten OLEDs, mit dennoch guten Eigenschaften. Die Herstellung solcher Bauteile lehnt sich an die Herstellung polymerer Leuchtdioden (PLEDs) an, die in der

Literatur bereits vielfach beschrieben ist (z. B. in der WO 2004/037887). Der Aufbau setzt sich aus Substrat / ITO / Lochinjektionsschicht (60 nm) / Interlayer (20 nm) / Emissionsschicht (60 nm) / Lochblockierschicht (10 nm) / Elektronentransportschicht (40 nm) / Kathode zusammen. Dazu werden Substrate der Firma Technoprint (Sodalimeglas) verwendet, auf welche die ITO-Struktur (Indium-Zinn-Oxid, eine transparente, leitfähige Anode) aufgebracht wird. Die Substrate werden im Reinraum mit DI Wasser und einem Detergens (Deconex 15 PF) gereinigt und dann durch eine UV/Ozon-Plasmabehandlung aktiviert. Danach wird ebenfalls im Reinraum eine 20 nm Lochinjektionsschicht durch Spin-Coating aufgebracht. Die benötigte Spinrate hängt vom Verdünnungsgrad und der spezifischen Spin-Coater-Geometrie ab. Um Restwasser aus der Schicht zu entfernen, werden die Substrate für 30 Minuten bei 200 °C auf einer

Heizplatte ausgeheizt. Die verwendete Interlayer dient dem Lochtransport, in diesem Fall wird HL-X092 von Merck verwendet. Die Interlayer kann alternativ auch durch eine oder mehrere Schichten ersetzt werden, die lediglich die Bedingung erfüllen müssen, durch den nachgelagerten Pro- zessierungsschritt der EML-Abscheidung aus Lösung nicht wieder abgelöst zu werden. Zur Herstellung der Emissionsschicht werden die erfindungsgemäßen Triplettemitter zusammen mit den Matrixmaterialien in Toluol oder Chlorbenzol gelöst. Der typische Feststoffgehalt solcher Lösungen liegt zwischen 16 und 25 g/L, wenn, wie hier, die für eine Device typische Schichtdicke von 60 nm mittels Spincoating erzielt werden soll. Die lösungsprozessierten Devices vom Typl a enthalten eine

Emissionsschicht aus M4:M5:lrL (40%:45%:15%), die vom Typ 1 b enthalten eine Emissionsschicht aus M4:M5:lrL (20%:60%:20%), die vom Typ 2 enthalten eine Emissionsschicht aus M4:M5:lrLa:lrLb

(30%:34%:30%:6%), d.h. sie enthalten zwei verschiedene Ir-Komplexe. Die Emissionsschicht wird in einer Inertgasatmosphäre, im vorliegenden Fall Argon, aufgeschleudert und 10 min bei 160 °C ausgeheizt. Darüber wird die Lochblockierschicht (10nm ETM1 ) und die Elektronentransportschicht (40nm ETM1 (50%) / ETM2 (50%)) aufgedampft (Aufdampf- anlagen von Lesker o.a., typischer Aufdampfdruck 5 x 10 "6 mbar). Zuletzt wird eine Kathode aus Aluminium (100 nm) (hochreines Metall von

Aldrich) aufgedampft. Um das Device vor Luft und Luftfeuchtigkeit zu schützen, wird die Vorrichtung abschließend verkapselt und dann charakterisiert. Die genannten OLED-Beispiele sind noch nicht optimiert, Tabelle 5 fasst die erhaltenen Daten zusammen. belle 5: Ergebnisse mi t aus Lösung prozessierten Materialien

Tabelle 6: Strukturformeln der verwendeten Materialien

Beschreibung der Figuren

Figur 1 zeigt das Chromatogramm der analytischen Trennung der Isomere von lr(L3-3Bor-(+)).

Figur 2 zeigt die Zuordnung der Massenpeaks zu den Retentionszeiten der Isomere von lr(L3-3Bor-(+)).