Schlaefer, Werner (Bergstrasse 26 Krickenbach, D-67706, DE)
Zinsmeister, Axel (Hohlstrasse 8 Rothselberg, D-67753, DE)
Schlaefer, Werner (Bergstrasse 26 Krickenbach, D-67706, DE)
G.M. PFAFF AKTIENGESELLSCHAFT (Koenigstrasse 154 Kaiserslautern, D-67655, DE)
| 1. | Verfahren zum Aufnähen einer Fertigpatte und einer von ihr teilweise überdeckten Tasche auf ein Nahgutteil unter Verwendung einer Naheinheit mit einer Nahgutauflageplatte, einer Nahma schine und einer einen Nahguthalter aufweisenden Fuhrungsein richtung, gekennzeichnet durch folgende Schritte : a, die im Randbereich umgebuggte Tasche (T) und das Nähgutteil (W) werden vom Nahguthalter im Zusammenwirken mit der Nähgutauflageplatte reibschlüssig erfaßt, wobei die reibschlussige Halterung während der nachfolgenden Arbeits schritte ununterbrochen aufrechterhalten wird, b, die Patte (P) wird im Nahguthalter in ihrer späteren Gebrauchslage positioniert, c, das Nahgutteil (W), die Tasche (T) und die Patte (P) werden durch die Führungseinrichtung der Nähmaschine zugeführt, d, die Patte (P) wird durch eine Naht (N1) mit dem Nahgutteil (W) verbunden, e, der die Tasche (T) überlappende Teil der Patte (P) wird aus dem Bereich der Tasche (T) entfernt und f, die Tasche (T) wird durch eine Naht (N2) mit dem Nahgutteil (W) verbunden. |
| 2. | Naheinheit zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit folgenden Merkmalen : a, eine Nähmaschine (2) und eine oberhalb einer Nahgutauflage platte (1) angeordnete Faltvorrichtung (8) fOr eine Tasche (T), b, ein Nähguthalter (6 ; 7) mit einer Halteplatte (10 ; 32) fUr die auf einem Nahgutteil (W) plazierte Tasche (T), wobei die Halteplatte (10 ; 32) eine Aussparung (13 ; 34) fOr die Aufnahme zumindest des aufzunahenden Randbereiches einer Patte (P) sowie einen TaschennahtNahschlitz (12 ; 33) aufweist, mit einer schwenkbar gelagerten Andruck platte (14 ; 48) fUr zumindest den aufzunähenden Randbereich der Patte (P) und mit wenigstens einem durch Antriebsmittel (20 ; 54) verschiebbaren Faltelement (22 ; 53) fOr den die Tasche (T) überlappenden Teil der Patte (P), und c, eine Führungseinrichtung (5) zum Bewegen des Nähguthalters (6 ; 7) von der Faltvorrichtung (8) zur Nahmaschine (2) und zur Durchführung einer Relativbewegung zwischen Nähgut halter (6 ; 7) und Nahmaschine (2) beim Aufnähen der Patte (P) und der Tasche (T). |
| 3. | Naheinheit nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Andruckplatte (14) fur die Patte (P) auf der Halteplatte (10) fOr die Tasche (T) angeordnet ist und als Faltelement zwei flache Finger (22) vorgesehen sind, die mit der Kolbenstange (21) je eines eigenen auf der Halteplatte (10) befestigten Druckmittelzylinders (20) verbunden sind. |
| 4. | Naheinheit nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daB a, oberhalb der besonders flach ausgebildeten Halteplatte (32) fOr die Tasche (T) eine in horizontaler Ebene parallel zur Mittellinie der Tasche (T) verschiebbare Tragerplatte (39) angeordnet ist, die einen Nähschlitz (43) für die Taschennaht (N2) und mit größerem Abstand zu diesem eine Aussparung (44) zur Aufnahme der Patte (P) aufweist, b, die Andruckplatte (48) für die Patte (P) auf der Rager platte (39) angeordnet ist, c, an der Trägerplatte (39) ein im Bereich der Aussparung (44) quer verlaufender Faltstab (53) angeordnet ist und d, die Tragerplatte (39) mittels zweier Druckmittelzylinder (54) in zwei verschiedene Stellungen bewegbar ist, wobei in der einen Stellung ein in der Andruckplatte (48) vorge sehener Nahschlitz (52) fUr die Pattennaht (N1) über dem anzunähenden Randbereich der Patte (P) liegt und der TaschennahtNähschlitz (43) der Tragerplatte (39) gegenüber dem TaschennahtNahschlitz (33) der Halteplatte (32) ver setzt ist, wahrend in der anderen Stellung der Nahschlitz (52) der Andruckplatte (48) gegenuber dem jetzt aufgenahten Randbereich der Patte (P) versetzt ist, hingegen der TaschennahtNahschlitz (43) der Tragerplatte (39) mit dem TaschennahtNähschlitz (33) der Halteplatte (32) fluchtet. |
| 5. | Verfahren zum Aufnähen einer Rohpatte und einer von ihr teilweise überdeckten Tasche auf ein Nahgutteil unter Verwendung einer Naheinheit mit einer Nahgutauflageplatte, einer Nahmaschine und einer einen Nähguthalter aufweisenden Fuhrungseinrichtung, gekennzeichnet durch folgende Schritte : a, die im Randbereich umgebuggte Tasche (T) und das Nähgutteil (W) werden vom Nähguthalter im Zusammenwirken mit der Nah gutauflageplatte reibschlüssig erfaßt, wobei die reib schlüssige Halterung wahrend der nachfolgenden Arbeits schritte ununterbrochen aufrechterhalten wird, b, die Patte (RP) wird im Nahguthalter in einer gegenuber der fertigen Gebrauchslage um 180° gedrehten Ausrichtlage positioniert, c, das Nahgutteil (W), die Tasche (T) und die Patte (RP) werden durch die Führungseinrichtung der Nähmaschine zugeführt, d, die Tasche (T) wird durch eine Naht (Nl) mit dem Nähgutteil (W) verbunden, e, die Patte (RP) wird durch eine Naht (N2) mit dem Nähgutteil (W) verbunden, f, die Patte (RP) wird um die zuvor gebildete Naht (N2) in die Gebrauchslage umgeklappt und durch eine weitere Naht (N3) mit dem Nähgutteil (W) verbunden. |
| 6. | Naheinrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 5 mit folgenden Merkmalen : a, auf einer Nahgutauflageplatte (1) ist eine Nahmaschine (2) und oberhalb der Nahgutauflageplatte (1) eine Faltvorrich tung (8) fOr eine Tasche (T) angeordnet, b, ein Nähguthalter (70) ist mit einer Führungseinrichtung (5) verbunden, die zum Bewegen des Nähguthalters (70) von der Faltvorrichtung (8) zur Nahmaschine (2) und zur Durchführung einer Relativbewegung zwischen Nähguthalter (70) und Nah machine (2) beim Aufnahen der Tasche (T) und der Patte (RP) dient, c, der Nahguthalter (70) weist eine Halteplatte (73) für die auf dem Nähgutteil (W) plazierte Tasche (T) auf, wobei die Halteplatte (73) eine Aussparung (75) fOr die Aufnahme der rohen Schlußkante (K) der Patte (RP) sowie einen Nähschlitz (74) fOr die Taschennaht (N1) enthält, d, auf der Halteplatte (73) ist eine parallel zu deren Ebene verlaufende und parallel zur Mittellinie der Tasche (T) ver schiebbare Tragerplatte (80) angeordnet, die ebenfalls einen Nähschlitz (88) fOr die Taschennaht (N1) sowie eine Aus sparung (89) zur Aufnahme der Patte (RP) aufweist, e, auf der Tragerplatte (80) ist eine in die Aussparung (89) fOr die Patte (RP) einschwenkbare Andruckleiste (98) ange ordnet, die einen Nähschlitz (102) fur die erste Pattennaht (N2) aufweist, f, die Trägerplatte (80) enthalt einen Quersteg (90), der eine die Aussparung (89) fOr die Patte (RP) begrenzende Kante (91) sowie einen Nähschlitz (92) fOr die zweite Pattennaht (N3) aufweist, und g, die Tragerplatte (80) ist in zwei verschiedene Stellungen bewegbar, wobei in der einen Stellung der in der Andruck leiste (98) enthaltene Nähschlitz (102) fUr die erste Pattennaht (N2) tuber der offenen Schlußkante (K) der Patte (RP) liegt, der Nahschlitz (88) fUr die Taschennaht (N1) mit dem entsprechenden Nahschlitz (74) der Halteplatte (73) fluchtet und die Vorderkante (91) des Quersteges (90) unter der Patte (RP) liegt, während in der anderen Stellung der im Quersteg (90) enthaltene Nahschlitz (92) in der Nahstellung fUr die zweite Pattennaht (N3) liegt, der Nahschlitz (88) für die inzwischen ausgeführte Taschennaht (N1) gegenuber dem entsprechenden Nähschlitz (74) der Halteplatte (73) versetzt ist und die Vorderkante (91) des Quersteges (90) oberhalb der durch die Verschiebung der Tragerplatte (80) in die endgultige Gebrauchslage umgeschlagenen Patte (RP) liegt. |
| 7. | Naheinrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 5 mit folgenden Merkmalen : a, auf einer Nahgutauflageplatte (1) ist eine Nahmaschine (2) und oberhalb der Nähgutauflageplatte (1) eine Faltvorrich tung (8) fOr eine Tasche (T) angeordnet, b, ein Nahguthalter (110) ist mit einer Führungseinrichtung (5) verbunden, die zum Bewegen des Nahguthalters (110) von der Faltvorrichtung (8) zur Nahmaschine (2) und zur Durchführung einer Relativbewegung zwischen Nahguthalter (110) und Nah machine (2) beim Aufnahen der Tasche (T) und der Patte (RP) dient, c, der Nähguthalter (110) weist eine Halteplatte (73) fUr die auf dem Nähgutteil (W) plazierte Tasche (T) auf, wobei die Halteplatte (73) eine Aussparung (75) fUr die Aufnahme der rohen Schlußkante (K) der Patte (RP) sowie einen Nahschlitz (74) fUr die Taschennaht (N1) enthält, d, auf der Halteplatte (73) ist eine parallel zu deren Ebene verlaufende und parallel zur Mittellinie der Tasche (T) ver schiebbare Trägerplatte (80) angeordnet, die ebenfalls einen Nähschlitz (88) fUr die Taschennaht (N1) sowie eine Aus sparung (89) zur Aufnahme der Patte (RP) aufweist, e, auf der Halteplatte (73) ist zu beiden Seiten des Nähschlitzes (74) fUr die Taschennaht (N1) je eine durch eine entsprechende Aussparung (111) in der Trägerplatte (80) hindurchgreifende schwenkbewegliche Halterung (112118) vorgesehen, die je einen Druckmittelzylinder (119) tragt ; an den Kolbenstangen (120) der Zylinder (119) ist eine in die Aussparung (89) fUr die Patte (RP) einschwenkbare Andruck leiste (122) angeordnet, die einen Nahschlitz (123) fUr die erste Pattennaht (N2) aufweist und bei der die der Halte platte (73) benachbarte Seitenflache (124) abgeschragt ist, f, die Tragerplatte (80) enthalt einen Quersteg (90), der eine die Aussparung (89) fUr die Patte (RP) begrenzende Vorder kante (91) sowie einen Nähschlitz (92) fOr die zweite Pattennaht (N3) aufweist, und g, die Tragerplatte (80) ist in zwei verschiedene Stellungen bewegbar : in der einen Stellung fluchtet der Nähschlitz (88) fOr die Taschennaht (N1) mit dem entsprechenden Nähschlitz (74) der Halteplatte (73) und die Vorderkante (91) des Quersteges (90) liegt unter der Patte (RP) ; beim Bewegen der Tragerplatte (80) in die zweite Stellung verbleibt die Andruckleiste (122) in ihrer Andruckstellung ; in der zweiten Stellung liegt der im Quersteg (90) enthaltene Nahschlitz (92) in der Nah stellung fUr die zweite Pattennaht (N3), ist der Nähschlitz (88) fur die inzwischen ausgeführte Taschennaht (N1) gegenuber dem entsprechenden Nahschlitz (74) der Halteplatte (73) versetzt und liegt die Vorderkante (91) des Quersteges (90) oberhalb der durch die Verschiebung der Trägerplatte (80) in die endgultige Gebrauchslage umgeschlagenen Patte (RP), und h, die Andruckleiste (122) ist nach dem Bewegen der Trager platte (80) in deren zweite Stellung durch die Zylinder (119) unter dem Quersteg (90) herausziehbar. |
| 8. | Näheinheit nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Quersteg (90) ein Niederhalter (93) befestigt ist, der von einer durch den Nähschlitz (92) hindurchgreifenden und unter die Unterseite des Quersteges (90) vorspringenden Feder leiste (94) gebildet ist. |
| 9. | Naheinheit nach Anspruch 4,6,7 oder 8, dadurch gekenn zeichnet, daß die Halteplatte (32 ; 73) an einem Rahmen (30 ; 71) befestigt ist, die Tragerplatte (39 ; 80) mittels vier im Bereich ihrer Ecken angeordneten, seitlich tuber den Rand (40 ; 81) der Tragerplatte (39 ; 80) überstehenden Rollen (42 ; 83) in Führungsnuten (36 ; 77) von entsprechenden, auf dem Rahmen (30 ; 71) befestigten Lagerbockchen (35 ; 76) aufgenommen ist, und die Druckmittelzylinder (54 ; 84) am Rahmen (30 ; 71) abgestutzt sind. |
| 10. | Näheinheit nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsnuten (36 ; 77) der Lagerböckchen (35 ; 76) schrag nach abwarts verlaufende Endbereiche (38 ; 79) aufweisen. |
Der Unterschied zwischen Fertigpatten und Rohpatten besteht bekannt- lich darin, daß Fertigpatten eine gefaltete Schlußkante aufweisen, wahrend Rohpatten eine ungefaltete, offene und damit rohe, zum Ausfransen neigende Schlußkante enthalten. Dieser Unterschied bedingt auch unterschiedliche Annähverfahren. So werden Fertigpatten stets in einer der spateren Gebrauchslage entsprechenden Ausrichtlage auf das Nähgutteil aufgenäht, bei dem es sich um ein Hemdenteil, ein Hosenteil oder ein Jacken-bzw. Mantelteil handeln kann. Demgegenüber werden Rohpatten zunachst in einer gegenüber der spateren Gebrauchslage um 180° gedrehten Ausrichtlage positioniert, danach mit einer nahe der rohen Schlußkante gelegenen ersten Naht auf dem Nahgutteil befestigt, sodann um diese Naht in die Gebrauchslage umgeklappt und schlieblich mit einer zweiten Naht auf dem Nahgutteil aufgenaht. Das Verfahren zum Aufnahen von Rohpatten ist beispielsweise aus der PFAFF-Informations- schrift"PFAFF Special Service 310-01", Druckdatum 3/83, bekannt.
Durch die DE 41 24 164 C2 ist ein Verfahren zum Aufnahen einer Fertig- patte und einer Tasche auf ein Nahgutteil bekannt, bei dem die Patte derart auf dem Nähgutteil relativ zu der Tasche positioniert wird, daß sie zunachst eine nicht überlappende Lage einnimmt. Diese drei Werk- stückteile werden durch einen Nähguthalter erfaßt und tuber eine Auflageplatte der Näheinheit hinweg gemeinsam der Nähmaschine zuge- fuhrt. Daraufhin wird zunachst die Tasche auf das Nähgutteil aufge- naht. Im Anschluß daran wird das Nahgutteil mitsamt der aufgenähten Tasche mittels einer zusatzlichen, ortsfesten, mit Saugluft arbeitenden Haltevorrichtung auf der Auflageplatte festgehalten.
Währenddessen wird die Patte entweder durch eine Saugluft-Haltevor- richtung oder mittels einer mechanisch wirkenden Greif-Haltevor- richtung an einer Patten-Klemmplatte festgehalten, der gesamte
Nahguthalter mitsamt Patten-Klemmplatte und Patten-Haltevorrichtung vom Nähgutteil und der Tasche abgehoben und danach so weit horizontal verfahren, bis die Patte die Tasche in der gewünschten Weise überlappt. Nachdem der Nahguthalter wieder auf das Nahgutteil und die Tasche abgesenkt wurde, wird sodann die Patte in ihrer Gebrauchslage auf das Nahgutteil aufgenaht.
Durch die Maßnahme, nach dem Aufnahen der Tasche die Patte von einer ersten in eine zweite Lage zu überführen, muß während dieses Verfahrensschrittes die normale Haltefunktion des Nahguthalters, d. h. die Klemmfunktion im Zusammenwirken mit der Auflageplatte, aufgehoben sein. Da die Haltefunktion für die relativ zueinander zu verschiebenden Werkstückteile stattdessen von zwei zusätzlichen Haltevorrichtungen übernommen werden muß, ist der vorrichtungsmäßige Aufwand fOr die Durchführung dieses Verfahrens vergleichsweise grogs.
Ferner besteht die Gefahr, daß sich beim Übergang der Haltefunktion vom Nahguthalter auf die beiden zusatzlichen Haltevorrichtungen und umgekehrt, die Relativlage der Patte zur Tasche bzw. zur Lage der anschliebend zu nähenden programmierten Pattennaht verschiebt. Da die Pattennaht nur einen geringen Abstand zur oberen Pattenkante hat, worde eine derartige Verschiebung oder gar eine winkelförmige Verdrehung zu einem unschön aussehenden Nähergebnis führen.
Aus der DE 197 05 314 A1 sind ein Verfahren und eine Naheinheit zum Aufnahen einer Rohpatte bekannt, bei dem bzw. bei der die Patte in einer gegenüber der späteren Gebrauchslage um 180° gedrehten Ausricht- lage auf einem Nähguthalter plaziert wird. Der Nähguthalter übernimmt in bekannter Weise die gefaltete Tasche und fuhrt das Nahgutteil, die Tasche und die Patte der Nahmaschine zu, wo zunachst die Tasche aufgenaht wird. Im Anschluß daran wird der Nahguthalter zu einer ortsfesten Haltevorrichtung (98) bewegt, die das Nahgutteil mitsamt der aufgenahten Tasche und die noch lose Patte mittels Saugluft auf der Auflageplatte festhalt. Wahrenddessen wird der Nahguthalter angehoben und in horizontaler Richtung aus der Taschenaufnahlage in die Pattenannahlage verfahren. Beim Absenken des Nähguthalters setzt sich eine Halteleiste (80) in der Nahe der ersten herzustellenden Naht auf den Rand der Patte und hält diese anschließend fest. Sobald die
erste Pattenaht gebildet wurde, wird die Patte mit Hilfe einer Wendeleiste (66) um die Naht bzw. um die Halteleiste (80) in ihre Gebrauchslage geklappt und in dieser Lage festgehalten, woraufhin die zweite Pattennaht gebildet wird.
Durch die DE 197 15 340 A1 ist eine weitere Naheinheit bekannt, die zum Aufnähen von Rohpatten dient. Diese Naheinheit weist für die Funktionen des Haltens und Umklappens der Patte insgesamt drei auf einem Nahguthalter (40) angeordnete Bauteile auf, namlich eine Pattenklammer (53), eine Halteleiste (77) und eine als Klammer- Überwerfer bezeichnete Wendeleiste (74). Der Verfahrensablauf beim Aufnähen der Patte ist im wesentlichen der gleiche wie bei der Naheinheit nach der vorgenannten DE 197 05 314 A1, jedoch mit dem Unterschied, daß die Patte beim Umklappen in die Gebrauchslage nicht um die Halteleiste, sondern wie beim manuell durchgefuhrten Verfahren gemäß der erwahnten PFAFF-Informationsschrift um die erste Pattennaht umgeklappt wird. Auch bei dieser Naheinheit wird nach dem Aufnahen der Tasche der Nahguthalter zu einer ortsfesten Haltevorrichtung (93) bewegt, die sodann das Nähgutteil mitsamt aufgenahter Tasche durch Saugluft auf der Auflageplatte der Näheinheit festhält. Der Nähgut- halter wird sodann vom Nähgutteil und der Tasche abgehoben und in horizontaler Richtung um eine vorbestimmte Wegstrecke versetzt und sodann wieder auf das Nähgutteil und die Tasche aufgesetzt, woraufhin sich die Patte nunmehr in ihrer richtigen Position zur Tasche befindet.
Somit haben die beiden bekannten Naheinheiten zum Aufnähen einer Rohpatte ein wesentliches Merkmal gemeinsam, daß nämlich nach dem Aufnahen der Tasche die normale Haltefunktion des Nahguthalters, d. h. die Klemmfunktion im Zusammenwirken mit der Auflageplatte, aufgehoben wird, um ihn zumindest gegenüber dem Nahgutteil und der aufgenahten Tasche versetzen zu können. Insofern besteht daher auch eine Gemein- samkeit mit der durch die DE 41 24 164 C2 bekannten Naheinheit zum Aufnähen von Fertigpatten, d. h.., die beiden Naheinheiten zum Aufnahen von Rohpatten weisen die gleichen prinzipiellen Nachteile auf, namlich zum einen den großen vorrichtungsmäBigen Aufwand und zum anderen die
Gefahr, daß sich die Relativlage der Patte gegenuber der aufgenähten Tasche verschieben kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Aufnahen von Fertigpatten und ein Verfahren zum Aufnahen von Rohpatten auf ein Nähgutteil und jeweils eine Naheinheit zur Durchführung dieser Verfahren zu schaffen, bei denen unerwünschte Relativverschiebungen zwischen Patte, Tasche und Nahgutteil sicher vermieden werden. Die Aufgabe wird hinsichtlich der Verfahren durch die in den nebenge- ordneten Ansprüchen 1 und 5 angegebenen Arbeitsschritte und hinsicht- lich der entsprechenden Naheinheiten durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 2,6 und 7 gelöst.
Durch die beim Verfahren nach Anspruch 1 getroffene Maßnahme, die Fertigpatte gleich in ihrer spateren Gebrauchslage relativ zur Tasche zu positionieren, dann zuerst die Patte anzunahen und daraufhin den überlappenden Teil der Patte aus dem Bereich der Tasche zu entfernen, damit sodann auch diese aufgenäht werden kann, besteht die Möglich- keit, daß der Nahguthalter das Nahgutteil und die auf diesem plazierte Tasche wahrend all dieser Arbeitsschritte in fester Relativlage zuein- ander festhalten kann. Da nach dem Annähen der Patte deren Relativlage zum Nähgutteil fixiert ist, kann es daher beim Entfernen des tuber- lappenden Teils keine Relativverschiebung gegenüber der Tasche oder dem Nähgutteil geben. Somit ist gewährleistet, daß sowohl die Patte als auch die Tasche während des gesamten Verfahrensablaufes gegen ungewollte Relativbewegungen untereinander oder gegenüber dem Nahgutteil gesichert sind.
Zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 ist eine Näheinheit mit den Merkmalen des Anspruches 2 vorgesehen. Da die Näheinheit keine im Wechsel mit dem Nahguthalter wirksame Haltevorrichtung for das Nahgutteil und die Tasche und auch keine zusatzliche Haltevorrichtung for die Patte aufweist, ist der vorrichtungsmäßige Aufwand for die Durchführung des Verfahrens weitaus geringer als bei der Näheinheit nach der DE 41 24 164 C2.
Im Anspruch 3 ist eine besonders einfache Weiterbildung der Naheinheit angegeben. Bei der im Anspruch 4 angegebenen Weiterbildung handelt es sich um eine alternative Ausfuhrung. Diese unterscheidet sich gegen- tuber der erstgenannten dadurch, daß die Halteplatte für die Tasche besonders flach ausgebildet ist und daß oberhalb der Halteplatte eine relativ zu ihr verschiebbare Trägerplatte für die Patten-Andruckplatte und das Patten-Faltelement vorgesehen ist. Durch die geringere Dicke der Halteplatte bedingt, tritt zwischen dem aufzunähenden Randbereich der Patte und dem anderen, auf der Halteplatte aufliegenden Teil der Patte ein geringerer Höhenunterschied auf als bei dem Nähguthalter nach Anspruch 3. Der geringere Höhenunterschied wirkt sich dahingehend aus, daß die Patte im aufzunahenden Randbereich nur geringfügig abgelenkt wird, was insbesondere bei steiferem Pattenmaterial von Vorteil ist.
Durch die beim Verfahren nach Anspruch 5 getroffene Maßnahme, die Haltewirkung des Nähguthalters bezüglich des Nahgutteils und der auf ihm plazierten Tasche wahrend der gesamten Dauer des Arbeitssyklus, d. h. also bis zur Bildung der zweiten Pattennaht ununterbrochen aufrechtzuerhalten, ist somit in gleicher Weise wie beim Verfahren nach Anspruch 1 gewährleistet, daß sowohl die Patte als auch die Tasche wahrend des gesamten Verfahrensablaufes gegen ungewollte Relativbewegungen untereinander oder gegenuber dem Nähgutteil gesichert sind.
Ahnliches gilt auch fOr die in den Ansprüchen 6 und 7 angegebenen Näheinheiten zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 5. Da sie ebenfalls keine im Wechsel mit dem Nahguthalter wirksame Haltevor- richtung für das Nähgutteil und die Tasche aufweisen, ist der vorrichtungsmäßige Aufwand für die Durchführung des Verfahrens weitaus geringer als bei den Naheinheiten nach den DE 197 05 314 A1 und DE 197 15 340 A1.
In den anderen Unteransprüchen (Ansprüche 8 bis 10) sind vorteilhafte Weiterbildungen der Näheinheiten angegeben.
Die Erfindung ist anhand von vier Ausfuhrungsbeispielen erlautert. Es zeigen : Fig. 1 eine Ansicht einer Näheinheit ; Fig. 2 eine Draufsicht auf die Näheinheit ; Fig. 3 eine Draufsicht auf den Nahguthalter des ersten Ausführungs- beispieles nach dem Aufnähen einer Fertigpatte ; Fig. 4 eine Schnittdarstellung des Nähguthalters nach Linie IV-IV in Fig. 3 bei geöffneter Andruckplatte fOr die Patte und einge- legter Patte ; Fig. 5 eine Schnittdarstellung entsprechend Fig. 4 nach dem Aufnahen der Patte ; Fig. 6 eine Schnittdarstellung entsprechend Fig. 4 nach dem Aufnahen der Tasche ; Fig. 7 eine Draufsicht auf den Nahguthalter des zweiten Ausfuhrungs- beispieles nach dem Einlegen einer Fertigpatte bei geschlossener Andruckplatte fUr die Patte ; Fig. 8 eine Schnittdarstellung des Nähguthalters nach Linie VIII-VIII in Fig. 7 nach dem Einlegen einer Patte bei geöffneter Andruckplatte ; Fig. 9 einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 8 ; Fig. 10 eine Schnittdarstellung entsprechend Fig. 8, wobei die Situation dargestellt ist, in der nach dem Aufnähen der Patte deren die Tasche überlappender Teil teilweise umgeklappt ist ; Fig. 11 einen vergr6Berten Ausschnitt aus Fig. 10 ;
Fig. 12 eine Schnittdarstellung entsprechend Fig. 8 nach dem Aufnahen der Tasche ; Fig. 13 eine Draufsicht auf den Nahguthalter des zweiten Ausführungs- beispieles vor dem Aufnahen der Tasche ; Fig. 14 eine Draufsicht auf den Nahguthalter des dritten Ausführungs- beispieles nach dem Einlegen einer Rohpatte bei in Klemm- stellung befindlicher Andruckleiste fUr die Patte ; Fig. 15 eine Schnittdarstellung des Nähguthalters nach Linie XV-XV in Fig. 14 nach dem Einlegen einer Patte bei in Offenstellung befindlicher Andruckleiste ; Fig. 16 eine Schnittdarstellung entsprechend Fig. 15 nach dem Aufnähen der Tasche und nach der Bildung der ersten Pattennaht ; Fig. 17 eine Schnittdarstellung entsprechend Fig. 15, wobei die Situation dargestellt ist, in der die Patte in ihre Gebrauchslage umgeklappt wird ; Fig. 18 eine Draufsicht auf den Nahguthalter des dritten Ausfuhrungs- beispieles nach der Bildung der zweiten Pattennaht ; Fig. 19 eine Schnittdarstellung des Nahguthalters nach Linie IXX-IXX in Fig. 18 nach der Bildung der zweiten Pattennaht ; Fig. 20 einen vergr6Berten Ausschnitt aus Fig. 19 ; Fig. 21 eine Draufsicht auf den Nähguthalter des vierten Ausfuhrungs- beispieles nach dem Einlegen einer Rohpatte bei in SchlieB- stellung befindlicher Andruckleiste fUr die Patte ; Fig. 22 eine Schnittdarstellung des Nähguthalters nach Linie XXII- XXII in Fig. 21 nach dem Einlegen einer Patte bei in Offenstellung befindlicher Andruckleiste ;
Fig. 23 eine Schnittdarstellung entsprechend Fig. 22 nach dem Aufnähen der Tasche und nach der Bildung der ersten Pattennaht ; Fig. 24 eine Schnittdarstellung entsprechend Fig. 22, wobei die Situation dargestellt ist, in der die Patte in ihre Gebrauchslage geklappt wird.
Die in Fig. 1 und 2 dargestellte, fOr das Aufnahen von Patten P und Taschen T auf ein Nähgutteil W dienende Näheinheit entspricht der in der DE 42 34 968 C1 ausführlich beschriebenen Näheinheit. Sie weist daher ebenfalls eine Nahgutauflageplatte 1, eine Nahmaschine 2 mit einer angetriebenen Nadel 3 und einem auf-und abbewegbaren Nieder- halter 4 sowie eine Führungseinrichtung 5 für einen Nahguthalter 6,7 , 70 bzw. 110 auf. Der Naheinheit ist ferner eine zum Stand der Technik gehörende, z. B. durch die DE 41 13 131 C1 bekannte Faltvorrichtung 8 zugeordnet, die zum Umfalten bzw. Umbuggen der Randabschnitte der Taschen T dient.
Die Führungseinrichtung 5 ist in bekannter Weise so ausgebildet, daB sie den Nahguthalter 6 bzw. 7 senkrecht zur Flache der Auflageplatte 1 auf-und abbewegen kann. Ferner dient sie dazu, den Nahguthalter 6,7, <BR> <BR> <BR> 70 bzw. 110 zwischen der Faltvorrichtung 8 und der Nahmaschine 2 hin- und herzubewegen sowie die fUr die Herstellung der Pattennahte und der Taschennahte erforderliche Relativbewegung des Nahguthalters 6,7,70 bzw. 110 gegenüber der Nahmaschine 2 durchzufuhren.
Ausführungsbeispiel 1 Der in den Figuren 3 bis 6 dargestellte Nahguthalter 6 weist eine ebene Halteplatte 10 fUr das auf der Auflageplatte 1 liegende Nahgutteil W und die auf ihm plazierte Tasche T auf. Die Halteplatte 10 ist mit Hilfe einer Kupplungsleiste 11 an die Führungseinrichtung 5 ankuppelbar.
Die Halteplatte 10 enthalt einen Nahschlitz 12 für den Durchtritt der Nadel 3 beim Herstellen der im wesentlichen U-förmigen Taschennaht N2.
Mit geringem Abstand zum Nahschlitz 12 ist in der Halteplatte 10 eine
rechteckförmige Aussparung 13 ausgebildet. Der Aussparung 13 ist eine in diese hineinpassende Andruckplatte 14 for die Patte P zugeordnet.
Die Andruckplatte 14 ist an einem Ende einer bogenförmigen Blattfeder 15 befestigt, deren anderes Ende auf der Halteplatte 10 befestigt ist.
Die Blattfeder 15 dient nicht nur als Träger für die Andruckplatte 14, sondern zusatzlich auch als Gelenk, so daB die Andruckplatte 14 zwischen einer Andruckstellung gemäß Fig. 5 und 6 und einer Offen- stellung gemäß Fig. 4 hin-und herschwenkbar ist.
Die Blattfeder 15 ist so vorgespannt, daß sie die Andruckplatte 14 in der Andruckstellung halt. Mit der Blattfeder 15 ist ein Griff 16 verbunden, der es der Bedienungsperson ermöglicht, die Andruckplatte 14 in die Offenstellung zu schwenken.
Die Andruckplatte 14 enthalt einen breiten Nahschlitz 17 for die Bildung einer als Doppelnaht ausgefuhrten Pattennaht N1. Die mit 18 bezeichnete Unterbrechung des Nahschlitzes 12 bewirkt eine ent- sprechende Nahtunterbrechung for das Durchstecken eines Bleistiftes.
An der Unterseite der Halteplatte 10 ist zu beiden Seiten der Aussparung 13 je eine flache Anschlagleiste 19 befestigt. Die Dicke der Anschlagleisten 19 ist nur der Deutlichkeit halber in den Figuren 4 bis 6 so groß dargestellt. In Wirklichkeit muß sie kleiner sein als die Dicke der umgebuggten Randbereiche der Tasche T.
Auf der Halteplatte 10 ist zu beiden Seiten des Nahschlitzes 12 je ein Druckluftzylinder 20 angeordnet. An der Kolbenstange 21 jedes Zylinders 20 ist je ein flacher Finger 22 befestigt, der sich dicht oberhalb der Halteplatte 10 quer zur Bewegungsrichtung der Kolben- stangen 21 tuber den jeweiligen Schenkel des U-förmigen Nähschlitzes 12 hinweg erstreckt.
Die Arbeitsweise ist wie folgt : Zunächst wird das Nähgutteil W auf der Auflageplatte unterhalb der Faltvorrichtung 8 flach ausgebreitet und mit Hilfe nicht dargestellter Markierungen ausgerichtet. Danach wird die Tasche T in bekannter und deshalb nicht näher erläuterter Weise in der Faltvorrichtung 8 an drei
Seiten umgebuggt und sodann in mustergerechter Weise auf das Nahgut- teil W abgesenkt. Die Führungseinrichtung 5 bewegt nun den Nahgut- halter 6 in den Bereich der Faltvorrichtung 8 und übernimmt hierbei in bekannter Weise das Nahgutteil W und die auf ihm plazierte Tasche T.
Hierbei drückt die an der Unterseite mit einem Haftbelag versehene Halteplatte 10 das Nahgutteil W gegen die glatt polierte Oberflache der Auflageplatte 1.
Die Bedienungsperson schwenkt mit einer Hand die Andruckplatte 14 in ihre Offenstellung und legt mit der anderen Hand die Patte P mit dem aufzunahenden Randbereich in die Aussparung 13 ein, wobei sie die Pattenkante an den Anschlagleisten 19 ausrichtet. Nach Loslassen des Griffs 16 schwenkt die Blattfeder 15 die Andruckplatte 14 in die Andruckstellung gemma Fig. 5 zurück, wodurch der in der Aussparung 13 befindliche Randbereich der Patte P gegen das Nahgut W gedrückt wird.
Der übrige Teil der Patte P liegt hierbei lose auf der Halteplatte 10 und den Fingern 22. Insgesamt befindet sich die Patte P schon zum jetzigen Zeitpunkt in einer Lage, die der spateren Gebrauchslage entspricht, in der die Patte P die Tasche T teilweise überlappt.
Danach wird der Nahguthalter 6 durch die Führungseinrichtung 5 aus der Übernahmeposition im Bereich der Faltvorrichtung 8 in die Nahposition überführt, wobei die Halteplatte 10 das Nahgutteil W mit der Tasche T auf der Auflageplatte 1 entlangbewegt. Da das Nähgutteil W und die Tasche T von der Halteplatte 10 reibschlüssig erfaßt sind, gibt es hierbei weder eine Relativbewegung der beiden Werkstückteile W und T gegenüber dem Nähguthalter 10 noch untereinander. Da ferner auch die Patte P innerhalb des Nahguthalters 6 festgeklemmt ist, ist auch deren Relativlage zur Tasche T wahrend der Verschiebebewegung des Nahgut- halters 6 gesichert.
Der Nahguthalter 6 wird bei angehobenem Niederhalter 4 zunachst mit dem Nahschlitz 17 in Nahstellung gefahren. Sobald diese erreicht ist, wird der Niederhalter 4 auf die Andruckplatte 14 abgesenkt, wodurch diese noch fester gegen den eingeklemmten Randbereich der Patte P gedruckt wird. Im Anschluß daran wird bei nach wie vor auf dem Nähgut-
teil W und der Tasche T aufliegender Halteplatte 10 die Pattennaht Ni gebildet und damit die Patte P auf dem Nähgutteil W aufgenäht.
Nachdem die Patte P aufgenaht ist, wird der Nähguthalter 6 so weit verfahren, bis sich die Patte P auberhalb des Bereichs des Nieder- halters 4 befindet. Danach werden die Druckluftzylinder 20 beauf- schlagt, worauf sie mit Hilfe der Finger 22 den die Tasche T überlappenden Teil der Patte P gemäß Fig. 6 in Richtung der Andruckplatte 14 umschlagen.
Sobald der Nahschlitz 12 freiliegt, wird die Taschennaht N2 gebildet und damit die Tasche T auf dem Nähgutteil W aufgenäht. Während dieser Arbeitsschritte verbleibt der Nahguthalter 6 in seiner abgesenkten Lage, in der die Halteplatte 10 das Nähgutteil W und die Tasche T weiterhin reibschlüssig festhält und jegliche Relativbewegung der Werkstückteile W, T und P gegenüber dem Nahguthalter 6 und unter- einander verhindert. Auf diese Weise ist gewährleistet, daß die Patte P und die Tasche T exakt in der ursprunglichen gegenseitigen Ausrichtlage auf dem Nähgutteil W aufgenaht werden.
Ausführungsbeispiel 2 Der in den Figuren 7 bis 13 dargestellte Nahguthalter 7 weist einen im wesentlichen U-formigen Rahmen 30 mit einer Kupplungsleiste 31 auf, mit dessen Hilfe der Nähguthalter 7 an die Führungseinrichtung 5 ankuppelbar ist.
An der Unterseite des Rahmens 30 ist eine ebene und dabei besonders flache Halteplatte 32 fUr das Nähgutteil W und die auf ihm plazierte Tasche T befestigt. Die Halteplatte 32 enthält einen Nähschlitz 33 fUr den Durchtritt der Nadel 3 beim Herstellen der im wesentlichen U- förmigen Taschennaht N2. Mit geringem Abstand zum Nähschlitz 33 ist in der Halteplatte 32 eine rechteckförmige Aussparung 34 ausgebildet, die sich bis unter die Kupplungsleiste 31 erstreckt.
Auf dem Rahmen 30 sind angrenzend an die Halteplatte 32 vier Lager- böckchen 35 befestigt. In den Lagerbockchen 35 ist je eine Führungsnut 36 enthalten, die sich aus einem parallel zur Halteplatte 32
verlaufenden Mittelteil 37 und zwei schräg verlaufenden Endbereichen 38 zusammensetzt.
Der Nahguthalter 7 weist oberhalb der Halteplatte 32 eine ebene Trägerplatte 39 auf, die an ihren Seitenkanten 40 vier Böckchen 41 mit je einer tuber die Seitenkante 40 überstehenden frei drehbaren Rolle 42 aufweist. Die Tragerplatte 39 ist mit Hilfe der in die entsprechenden Führungsnuten 36 der Lagerböckchen 35 eingreifenden Rollen 42 auf dem Rahmen 30 bewegbar gelagert.
Die Trägerplatte 39 enthält für die Bildung der Taschennaht N2 einen Ndhschlitz 43, der dem Nahschlitz 33 in der Halteplatte 32 entspricht.
Mit größerem Abstand zum Nahschlitz 43 ist in der Trägerplatte 39 eine Aussparung 44 enthalten, die im wesentlichen der Grole und Form der aufzunahenden Patten P entspricht. In die Aussparung 44 mundet eine zweite, sehr viel schmalere Aussparung 45 in der Tragerplatte 39, die sich bis zwischen die Schenkel des Nahschlitzes 43 erstreckt. Den beiden Aussparungen 44,45 ist eine in diese hineinpassende, im wesentlichen T-förmige Platte 46 zugeordnet, die sich aus einem Stegteil 47 und einer Andruckplatte 48 fUr die aufzunähende Patte P zusammensetzt. Die Platte 46 ist von einer Blattfeder 49 gehalten, wobei die eine Halte der Blattfeder 49 auf der Tragerplatte 39 und die andere Halfte am Stegteil 47 befestigt ist.
Die Blattfeder 49 dient nicht nur als Träger für die Platte 46, sondern zusatzlich auch als Gelenk, so daB die Platte 46 zwischen einer Andruckstellung gemäß Fig. 12 und einer Offenstellung gemäß Fig.
8 und 10 hin-und herschwenkbar ist. Die Blattfeder 49 ist so vorge- spannt, daB sie die Platte 46 bzw. die Andruckplatte 48 in der Andruckstellung halt. Auf der Blattfeder 49 ist eine schmale Winkelplatte 50 befestigt, die ein Griffteil 51 aufweist.
Die Andruckplatte 48 enthalt einen breiten Nähschlitz 52 fUr die Bildung der Pattennaht N1. Die Form und Grole dieses Nähschlitzes 52 entspricht genau derjenigen des Nahschlitzes 17 des ersten Ausfuhrungsbeispieles.
In die Unterseite der Tragerplatte 39 ist ein drahtförmiger Faltstab 53 eingelassen und befestigt, der im unteren Bereich der Aussparung 44 quer zur Bewegungsrichtung der Tragerplatte 39 verläuft.
Auf dem Rahmen 30 ist zu beiden Seiten der Tragerplatte 39 je ein Druckluftzylinder 54 schwenkbar gelagert. Die Kolbenstangen 55 sind tuber Kugelgelenke 56 mit auf der Tragerplatte 39 befestigten Mitnehmerstücken 57 verbunden.
Die Arbeitsweise ist wie folgt : Wie beim ersten Ausführungsbeispiel wird das Nahgutteil W unterhalb der Faltvorrichtung 8 flach ausgebreitet und ausgerichtet. Sobald die Tasche T umgebuggt und auf dem Nähgutteil W plaziert ist, bewegt die Führungseinrichtung 5 den Nahguthalter 7 in den Bereich der Faltvor- richtung 8 und übernimmt die beiden Werkstückteile W und T. Hierbei druckt die an der Unterseite mit einem Haftbelag versehene Halteplatte 32 das Nahgutteil W gegen die Auflageplatte 1. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird die Tragerplatte 39 mit Hilfe der beiden Druckluft- zylinder 54 in die in den Figuren 7 und 8 dargestellte Lage bewegt, in der der Nähschlitz 52 fUr die Pattennaht N1 den normalen geringen Abstand zu dem in der Halteplatte 32 ausgebildeten Nahschlitz 33 fUr die Taschennaht N2 hat und der in der Trägerplatte 39 enthaltene Nahschlitz 43 für die Taschennaht N2 gegenüber dem Nahschlitz 33 versetzt ist.
Danach schwenkt die Bedienungsperson mit einer Hand die Platte 46 in ihre Offenstellung und legt mit der anderen Hand die Patte P in die Aussparung 44 der Tragerplatte 39 ein, wobei der grotte Teil der Patte P auf der Halteplatte 32 aufliegt und gemäB Fig. 9 auch oberhalb des Faltstabes 53 liegt. Die Patte P wird von der Bedienungsperson an der stumpfwinklig verlaufenden Begrenzungskante der Aussparung 44 ausgerichtet. Der aufzunahende Randbereich der Patte P steht tuber die Begrenzungskante der Aussparung 34 der Halteplatte 32 tuber und legt sich direkt auf das Nähgutteil W auf. Nach Loslassen des Griffteils 51 schwenkt die Blattfeder 49 die Platte 46 und damit deren Andruckplatte 48 in die Andruckstellung gemma Fig. 7 zurück, wodurch der aufzu- nahende Randbereich der Patte P gegen das Nähgutteil W gedruckt wird.
Der übrige Teil der Patte P wird von der Andruckplatte 48, die in
diesem Bereich eine flache Aussparung 58 (Fig. 8) aufweist, auf der Halteplatte 32 niedergehalten. Dabei liegt der Faltstab 53 nach wie vor unter diesem Teil der Patte P. Insgesamt befindet sich die Patte P schon zum jetzigen Zeitpunkt in einer Lage, die der späteren Gebrauchslage entspricht, in der die Patte P die Tasche T teilweise überlappt.
Danach wird der Nähguthalter 7 durch die Führungseinrichtung 5 in die Nähposition überführt. Da hierbei das Nahgutteil W und die Tasche T von der Halteplatte 32 reibschlüssig erfaBt sind und die Patte P durch die Andruckplatte 48 verrutschsicher gegen das Nahgutteil W angedruckt wird, ist die Relativlage der Werkstückteile W, T und P untereinander sowie gegenüber dem Nähguthalter 7 gesichert.
Der Nahguthalter 7 wird bei angehobenem Niederhalter 4 zunächst mit dem Nahschlitz 52 in Nahstellung gefahren. Sobald diese erreicht ist, wird der Niederhalter 4 auf die Andruckplatte 48 abgesenkt, wodurch diese noch fester gegen den aufzunähenden Randbereich der Patte P gedrückt wird. Im AnschluB daran wird bei nach wie vor auf dem Nahgutteil W und der Tasche T aufliegender Halteplatte 32 die Pattennaht N1 gebildet und damit die Patte P auf dem Nahgutteil W aufgenaht.
Nachdem die Patte P aufgenaht ist, wird der Nahguthalter 7 so weit verfahren, daß das Griffteil 51 unter den angehobenen Niederhalter 4 gelant. Danach wird durch Beaufschlagen der beiden Druckluftzylinder 54 die Tragerplatte 39 von der in den Figuren 7 und 8 gezeigten Ausgangsstellung in die in den Figuren 12 und 13 gezeigte Nahstellung relativ zur Halteplatte 32 verschoben. Diese Verschiebebewegung wird dadurch erleichtert, daB die Rollen 42 zu Beginn der Verschiebung im linken schrag verlaufenden Endbereich 38 der Führungsnuten 36 nach aufwarts geschoben werden und dadurch die Trägerplatte 39 von der Halteplatte 32 abheben, was zur Folge hat, daB die Tragerplatte 39 so lange keine Berührung mit der Halteplatte 32 hat, so lange sich die Rollen 42 innerhalb des Mittelteils 37 der Führungsnuten 36 bewegen.
Erst wenn gegen Ende der Verschiebebewegung die Rollen 42 in den rechten schrag verlaufenden Endbereich 38 der Führungsnuten 36
gelangen, wird die Tragerplatte 39 wieder auf die Halteplatte 32 abgesenkt.
Beim Anheben der Trägerplatte 39 wird das Griffteil 51 gegen den tuber ihm befindlichen Niederhalter 4 gedrückt und dabei so weit nach abwärts verschwenkt, daB die Platte 46 in die in Fig. 10 gezeigte Offenstellung gelant. Im Verlauf der Verschiebebewegung der Trägerplatte 39 wird bei weiterhin in Offenstellung gehaltener Platte 46 der die Tasche T uberlappende Teil der Patte P durch den Faltstab 53 wie in Fig. 10 und 11 dargestellt umgeschlagen. Da hierbei der Faltstab 53 mit vertikalem Abstand tuber die Naht N1 hinwegbewegt wird, ergibt sich ein gr6Berer Faltradius als wenn der Faltstab 53 dicht tuber die Naht N1 hinwegliefe. Dies führt dazu, daß das Umschlagen der Patte P erleichtert wird und zwar insbesondere dann, wenn sie wie z. B. bei Arbeitskleidung oder Uniforme aus vergleichsweise steifem Stoff besteht. Am Ende der Verschiebebewegung fluchtet der Nahschlitz 43 mit dem Nahschlitz 33 und befindet sich die Trägerplatte 39 daher in der Nahstellung fur die Taschennaht N2. In der in Fig. 12 darge- stellten Nähstellung der Trägerplatte 39 liegt das Griffteil 51 auBerhalb des Wirkbereiches des Niederhalters 4, so daB die Blattfeder 49 die Platte 46 wieder in die Andruckstellung verschwenkt und in ihr halt.
Nachdem die Tragerplatte 39 ihre Nahstellung erreicht hat, wird die Taschennaht N2 gebildet und damit die Tasche T auf dem Nahgutteil W aufgenaht. Wahrend all dieser Arbeitsschritte-d. h. auch wahrend des Verschiebens der Tragerplatte 39-verbleibt der Nahguthalter 7 in seiner abgesenkten Lage, in der die Halteplatte 32 das Nahgutteil W und die Tasche T weiterhin reibschlüssig festhält und jegliche Relativbewegung der Werkstückteile W, T und P gegenüber dem Nahguthalter 7 und untereinander verhindert. Auf these Weise ist auch beim zweiten Ausführungsbeispiel gewährleistet, daß die Patte P und die Tasche T exakt in der ursprunglichen gegenseitigen Ausrichtlage auf dem Nahgutteil W aufgenäht werden.
Ausführungsbeispiel 3 Der in den Figuren 14 bis 20 dargestellte Nähguthalter 70 ist im wesentlichen ähnlich aufgebaut wie der Nähguthalter 7 des zweiten Ausfuhrungsbeispiels. Er weist daher ebenfalls einen im wesentlichen U-formigen Rahmen 71 mit einer Kupplungsleiste 72 auf, mit dessen Hilfe der Nahguthalter 70 an die Führungseinrichtung 5 ankuppelbar ist.
An der Unterseite des Rahmens 71 ist eine ebene und dabei besonders flache Halteplatte 73 fUr das Nähgutteil W und die auf ihm plazierte Tasche T befestigt. Die Halteplatte 73 enthält einen Nahschlitz 74 für den Durchtritt der Nadel 3 beim Herstellen der im wesentlichen U- förmigen Taschennaht NI. Mit geringem Abstand zum Nähschlitz 74 ist in der Halteplatte 73 eine rechteckförmige Aussparung 75 ausgebildet, die sich bis unter die Kupplungsleiste 72 erstreckt.
Auf dem Rahmen 71 sind angrenzend an die Halteplatte 73 vier Lager- böckchen 76 befestigt. In den Lagerböckchen 76 ist je eine Führungsnut 77 enthalten, die sich aus einem parallel zur Halteplatte 73 verlaufenden Mittelteil 78 und zwei schrag verlaufenden Endbereichen 79 zusammensetzt.
Der Nahguthalter 70 weist oberhalb der Halteplatte 73 eine ebene Tragerplatte 80 auf, die an ihren Seitenkanten 81 vier Böckchen 82 mit je einer tuber die Seitenkante 81 überstehenden frei drehbaren Rolle 83 aufweist. Die Tragerplatte 80 ist mit Hilfe der in die entsprechenden Führungsnuten 77 der Lagerböckchen 76 eingreifenden Rollen 83 auf dem Rahmen 71 bewegbar gelagert. Auf dem Rahmen 71 ist zu beiden Seiten der Tragerplatte 80 je ein Druckluftzylinder 84 schwenkbar gelagert.
Die Kolbenstangen 85 sind tuber Kugelgelenke 86 mit auf der Rager- platte 80 befestigten Mitnehmerstücken 87 verbunden.
Die Tragerplatte 80 enthält für die Bildung der Taschennaht N1 einen Nähschlitz 88, der dem Nähschlitz 88 in der Halteplatte 73 entspricht.
Mit gr6Berem Abstand zum Nahschlitz 88 ist in der Tragerplatte 80 eine Aussparung 89 enthalten, die dazu dient, die offene Kante K der aufzunahenden Rohpatte RP aufzunehmen. Die Tragerplatte 80 enthalt
einen Quersteg 90, dessen Kante 91 die Aussparung 89 begrenzt. Der Quersteg 90 weist einen Nähschlitz 92 für die Bildung der zweiten Pattennaht N3 auf.
Auf dem Quersteg 90 ist ein Federblech 93 befestigt, das eine durch den Nähschlitz 92 hindurchgreifende, bis unter die Unterseite des Quersteges 90 vorspringende Federleiste 94 aufweist.
In die Aussparung 89 mundet eine zweite, sehr viel schmalere Aus- sparung 95 in der Tragerplatte 80, die sich bis zwischen die Schenkel des Nähschlitzes 88 erstreckt. Den beiden Aussparungen 89,95 ist eine im wesentlichen T-förmige Platte 96 zugeordnet, die sich aus einem Stegteil 97 und einer Andruckleiste 98 zusammensetzt. Die Platte 96 ist von einer Blattfeder 99 gehalten, wobei die eine Halfte der Blattfeder 99 auf der Tragerplatte 80 und die andere Halfte am Stegteil 97 befestigt ist.
Die Blattfeder 99 dient nicht nur als Träger für die Platte 96, sondern zusatzlich auch als Gelenk, so daB die Platte 96 zwischen einer Offenstellung gemab Fig. 15 und einer Andruckstellung gemma Fig.
16 hin-und herschwenkbar ist. Die Blattfeder 99 ist so vorgespannt, daB sie die Platte 96 bzw. die Andruckleiste 98 in der Andruckstellung halt. Auf der Blattfeder 99 ist eine schmale Winkelplatte 100 befestigt, die ein Griffteil 101 aufweist. Die Andruckleiste 98 enthalt einen Nahschlitz 102 fOr die Bildung der ersten Pattennaht N2.
Die Arbeitsweise ist wie folgt : Das Nahgutteil W wird unterhalb der Faltvorrichtung 8 flach ausge- breitet und ausgerichtet. Sobald die Tasche T umgebuggt und auf dem Nähgutteil W plaziert ist, bewegt die Fuhrungseinrichtung 5 den Nähtguthalter 70 in den Bereich der Faltvorrichtung 8 und übernimmt die beiden Werkstückteile W und T. Hierbei drückt die an der Unter- seite mit einem Haftbelag versehene Halteplatte 73 das Nähgutteil W gegen die Auflageplatte 1. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird die Tragerplatte 80 mit Hilfe der beiden Druckluftzylinder 84 in die in den Figuren 14 bis 16 dargestellte Lage bewegt, in welcher der
Nahschlitz 88 fOr die Taschennaht N1 mit dem Nahschlitz 74 in der Halteplatte 73 fluchtet.
Danach schwenkt die Bedienungsperson mit einer Hand die Platte 96 in ihre Offenstellung und legt mit der anderen Hand die offene Kante K der Patte RP durch die Aussparung 89 der Tragerplatte 80 und die Aussparung 75 der Halteplatte 73 hindurch auf das Werkstück W. Der Hauptteil der Patte RP erstreckt sich hierbei unter einem flachen Winkel schrag nach aufwärts und liegt mit der gegenüberliegenden Kante auf dem Quersteg 90 auf. Nach Loslassen des Griffteils 101 schwenkt die Blattfeder 99 die Platte 96 in die Andruckstellung zuruck, wodurch der aufzunahende Randbereich der Patte RP gegen das Nahgutteil W gedruckt wird. Danach wird der Nahguthalter 70 durch die Fuhrungs- einrichtung 5 in die Nähposition überführt. Da hierbei das Nahgutteil W und die Tasche T von der Halteplatte 73 reibschlüssig erfaBt sind und die Patte RP durch die Andruckleiste 98 verrutschsicher gegen das Nahgutteil W angedruckt wird, ist die Relativlage der Werktstückteile W, T und RP untereinander sowie gegenüber dem Nahguthalter 70 gesichert.
Der Nahguthalter 70 wird bei angehobenem Niederhalter 4 zunächst mit den sich überdeckenden Nähschlitzen 74,88 in Nahstellung gefahren.
Sobald diese erreicht ist, wird der Niederhalter 4 auf die Trager- platte 80 abgesenkt und als erstes die Taschennaht N1 gebildet. Im AnschluB daran wird bei nach wie vor auf dem Nahgutteil W und der Tasche T aufliegender Halteplatte 73 durch den Nähschlitz 102 der Andruckleiste 98 hindurch die erste Pattennaht N2 gebildet und damit die Patte RP auf dem Nahgutteil W befestigt.
AnschlieBend wird der Niederhalter 4 angehoben und durch Beaufschlagen der beiden Druckluftzylinder 84 die Tragerplatte 80 von der in den Figuren 14 bis 16 gezeigten Nahstellung in die in den Figuren 18 und 19 gezeigte Versatzstellung relativ zur Halteplatte 73 nach links verschoben. Diese Verschiebebewegung wird dadurch erleichtert, daB die Rollen 83 zu Beginn der Verschiebung im rechten schrag verlaufenden Endbereich 79 der Führungsnuten 77 nach aufwarts geschoben werden und dadurch die Tragerplatte 80 von der Halteplatte 73 abheben, was zur
Folge hat, daB die Tragerplatte 80 so lange keine Berührung mit der Halteplatte 73 hat, so lange sich die Rollen 83 innerhalb des Mittelteils 78 der Führungsnuten 77 bewegen. Erst wenn gegen Ende der Verschiebebewegung die Rollen 83 in den linken schrag verlaufenden Endbereich 79 der Führungsnuten 77 gelangen, wird die Tragerplatte 80 wieder auf die Halteplatte 73 abgesenkt.
Im Verlauf der Verschiebebewegung der Trägerplatte 80 wird bei weiterhin in Andruckstellung gehaltener Platte 96 der sich gemäB Fig.
16 rechts von der Pattennaht N2 erstreckende Teil der Patte RP durch die Kante 91 des sich von rechts nach links bewegenden Quersteges 90 wie in Fig. 17 gezeigt um Pattennaht N2 in die spätere Gebrauchslage umgeschlagen. Da hierbei der Quersteg 90 mit vertikalem Abstand tuber die Naht N2 hinwegbewegt wird, ergibt sich ein grbberer Faltradius als wenn der Quersteg 90 dicht tuber die Naht N2 hinwegliefe. Dies fuhrt dazu, daB das Umschlagen der Patte RP erleichtert wird und zwar insbesondere dann, wenn sie wie z. B. bei Arbeitskleidung oder Uniformen aus vergleichsweise steifem Stoff besteht. Gegen Ende der Verschiebebewegung senkt sich die Federleiste 94 auf die Faltkante der umgeschlagenen Patte RP und hält sie flach, so wie in Fig. 19 und 20 dargestellt. Nachdem die Trägerplatte 80 ihre Endstellung erreicht hat und wieder auf der Halteplatte 73 ruht, wird durch den jetzt in Nahstellung befindlichen Nahschlitz 92 hindurch die zweite Pattennaht N3 gebildet, durch die die Patte RP in ihrer Gebrauchslage auf dem Nähgutteil W befestigt wird. Da die ursprünglich offene Kante K jetzt durch die Patte RP abgedeckt ist und die zweite Pattennaht N3 dicht neben der Kante K liegt, ist die Kante K nicht nur unsichtbar, sondern auch gegen Ausfransen gesichert.
Wahrend all dieser Arbeitsschritte-d. h. auch während des Verschiebens der Tragerplatte 80-verbleibt der Nahguthalter 70 in seiner abgesenkten Lage, in der die Halteplatte 73 das Nahgutteil W und die Tasche T stets reibschlüssig festhält und jegliche Relative- wegung der Werktstückteile W, T und RP gegenüber dem Nahguthalter 70 und untereinander verhindert. Auf diese Weise ist gewährleistet, daB die Patte RP und die Tasche T exakt in der ursprunglichen gegen- seitigen Ausrichtlage auf dem Nahgutteil W aufgenaht werden.
Ausführungsbeispiel 4 Der in den Figuren 21 bis 24 dargestellte Nahguthalter 110 ist weitgehend identisch mit dem Nahguthalter 70 des dritten Ausfuhrungs- beispiels. Zur Vereinfachung der Beschreibung wird daher bei den einander identischen Bauteilen unter Verwendung derselben Bezugs- zeichen auf die ausfuhrliche Beschreibung des dritten Ausfuhrungsbei- spiels bezug genommen.
Der Nahguthalter 110 weist dementsprechend ebenfalls einen Rahmen 71 auf. An dessen Unterseite ist eine Halteplatte 73 befestigt, die einen Nahschlitz 74 für die Taschennaht Nl und eine Aussparung 75 enthalt.
Oberhalb der Halteplatte 73 ist eine Tragerplatte 80 angeordnet, die mittels zweier Druckluftzylinder 84 relativ zur Halteplatte 73 verschiebbar ist und einen Nahschlitz 88 fUr die Taschennaht N1 aufweist. Die Tragerplatte 80 enthält eine Aussparung 89, die dazu dient, die offene Kante K der aufzunahenden Rohpatte RP aufzunehmen.
Die Tragerplatte 80 enthalt ferner einen Quersteg 90, der einen Nahschlitz 92 fUr die zweite Pattennaht N3 aufweist und ein Federblech 93 mit einer Federleiste 94 trägt.
Bis hierhin ist der Nahguthalter 110 mit dem Nahguthalter 70 identisch. Nachfolgend werden die Unterschiede beschrieben.
In die Aussparung 89 mundet je eine seitlich der beiden Schenkel des Nähschlitzes 88 enthaltene langliche Aussparung 111. Im Bereich dieser beiden Aussparungen 111 ist je eine Blattfeder 112 angeordnet, wobei ein Schenkel 113 unter Zwischenschaltung einer dünnen Distanzplatte 114 auf der Halteplatte 73 befestigt ist. Der andere Schenkel 115 der Blattfeder 112 ist an der Unterseite eines flachen Ansatzes 116 befestigt, der ein Bestandteil eines stumpfwinklig geformten Hebels 117 ist. Die vom Nahguthalter 110 wegweisenden Enden der beiden Hebel 117 sind durch eine Griffleiste 118 miteinander verbunden.
Am anderen Ende jedes Hebels 117 ist ein Druckluftzylinder 119 befestigt. An den Kolbenstangen 120 ist je ein Haltestück 121 angeordnet. Die beiden Haltestücke 121 tragen gemeinsam eine flache
Andruckleiste 122, die ähnlich wie die Andruckleiste 98 des dritten Ausführungsbeispiels einen Nähschlitz 123 für die Bildung der ersten Pattennaht N2 aufweist. Die den Druckluftzylinder 119 zugewandte quer zur Verschiebungsrichtung der Trägerplatte 80 verlaufende Seitenfläche 124 der Andruckleiste 122 ist, wie am besten in den Figuren 22 und 23 erkennbar, um ca. 45° abgeschragt. Die unmittelbar gegenuberliegende Seitenflache 125 der Halteplatte 73, die eine Begrenzung der Aussparung 75 bildet, ist ebenfalls abgeschragt und zwar in hierzu korrespondierender Weise, d. h. die beiden Seitenflachen 124,125 verlaufen parallel zueinander wenn sich die Andruckleiste 122 in der in den Fig. 23 und 24 dargestellten Lage befindet.
Die Arbeitsweise ist wie folgt : Das Nahgutteil W wird unterhalb der Faltvorrichtung 8 flach ausge- breitet und ausgerichtet. Sobald die Tasche T umgebuggt und auf dem Nahgutteil W plaziert ist, bewegt die Führungseinrichtung 5 den Nähguthalter 110 in den Bereich der Faltvorrichtung 8 und übernimmt die beiden Werkstückteile W und T. Hierbei druckt die an der Unterseite mit einem Haftbelag versehene Halteplatte 73 das Nähgutteil W gegen die Auflageplatte 1. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird die Trägerplatte 80 mit Hilfe der beiden Druckluftzylinder 84 in die in den Figuren 21 bis 23 dargestellte Lage bewegt, in welcher der Nahschlitz 88 fUr die Taschennaht Nl mit dem Nähschlitz 74 in der Halteplatte 73 fluchtet.
Danach betatigt die Bedienungsperson mit einer Hand die Griffleiste 118, schwenkt dadurch die Andruckleiste 122 in ihre Offenstellung und legt mit der andern Hand die offene Kante K der Patte RP durch die Aussparung 89 der Tragerplatte 80 und die Aussparung 75 der Halteplatte 73 hindurch auf das Werkstück W. Der Hauptteil der Patte RP erstreckt sich hierbei unter einem flachen Winkel schräg nach aufwarts und liegt mit der gegenüberliegenden Kante auf dem Quersteg 90 auf. Nach Loslassen der Griffleiste 118 schwenkt die Blattfeder 112 die Andruckleiste 122 in die Andruckstellung zurück, wodurch der aufzunahende Randbereich der Patte RP gegen das Nahgutteil W gedruckt wird. Danach wird der Nahguthalter 110 durch die Führungseinrichtung 5 in die Nähposition überführt. Da hierbei das Nahgutteil W und die
Tasche T von der Halteplatte 73 reibschlüssig erfaBt sind und die Patte RP durch die Andruckleiste 112 verrutschsicher gegen das Nahgutteil W angedruckt wird, ist die Relativlage der Werkstucke W, T und RP untereinander sowie gegenüber dem Nähguthalter 110 gesichert.
Der Nahguthalter 110 wird bei angehobenem Niederhalter 4 zunachst mit den sich überdeckenden Nähschlitzen 74,88 in Nahstellung gefahren.
Sobald diese erreicht zist, wird der Niederhalter 4 auf die Trägerplatte 80 abgesenkt und als erstes die Taschennaht NI gebildet.
Im Anschluß daran wird bei nach wie vor auf dem Nahgutteil W und der Tasche T aufliegender Halteplatte 73 durch den Nähschlitz 123 der Andruckleiste 122 hindurch die erste Pattennaht N2 gebildet und damit die Patte RP auf dem Nahgutteil W befestigt.
Anschließend wird der Niederhalter 4 angehoben und durch Beaufschlagen der beiden Druckluftzylinder 84 die Tragerplatte 80 von der in den Figuren 21 bis 23 gezeigten Nahstellung relativ zur Halteplatte 73 nach links in die Versatzstellung verschoben. Diese Verschiebebewegung erfolgt in gleicher Weise wie beim dritten Ausführungsbeispiel beschrieben.
In Verlauf der Verschiebebewegung der Tragerplatte 80 wird bei weiterhin in Andruckstellung gehaltener Andruckleiste 122 der sich gemäß Fig. 23 rechts von der Pattennaht N2 erstreckende Teil der Patte RP durch die Kante 91 des sich von rechts nach links bewegenden Quersteges 90 wie in Fig. 24 gezeigt um die Andruckleiste 122 in die spätere Gebrauchslage umschlagen. Da hierbei der Quersteg 90 mit vertikalem Abstand tuber die Andruckleiste 122 hinwegbewegt wird, ergibt sich ein größerer Faltradius als wenn der Quersteg 90 dicht tuber die Andruckleiste 122 hinwegliefe. Dies fuhrt dazu, daß das Umschlagen der Patte RP erleichtert wird und zwar insbesondere dann, wenn sie wie z. B. bei Arbeitskleidung oder Uniformen aus vergleichsweise steifem Stoff besteht. Gegen Ende der Verschiebebe- wegung senkt sich die Federleiste 94 auf die Faltkante der umge- schlagenen Patte RP und druckt sie gegen die Andruckleiste 122.
Nachdem die Tragerplatte 80 ihre Endstellung erreicht hat und wieder auf der Halteplatte 73 ruht, werden die beiden Druckluftzylinder 119
beaufschlagt, die daraufhin die Andruckleiste 122 nach links bewegen.
Dabei gleitet die schräge Seitenfläche 124 der Andruckleiste 122 tuber die schrage Seitenflache 125 der Halteplatte 73 hinweg, wodurch die Andruckleiste 122 auf die Halteplatte 73 gehoben wird. Anschließend wird die Andruckleiste 122 so weit auf der Halteplatte 73 und dabei im Bereich der durch die Verschiebung der Tragerplatte 80 ebenfalls nach links verlagerten Aussparung 89 entlangbewegt, bis sie vollstandig aus dem Bereich des Querstegs 90 bzw aus der Aussparung 75 der Halteplatte 73 entfernt ist. Auf diese Weise wird die Andruckleiste 122 zugleich auch aus der im Bereich der ersten Pattennaht N2 gebildeten Faltzone der Patte RP herausgezogen, woraufhin die Federleiste 94 die Faltkante der umgeschlagenen Patte RP flach zusammendruckt.
Daraufhin wird durch den jetzt in Nähstellung befindlichen Nahschlitz 92 hindurch die zweite Pattennaht N3 gebildet, durch die die Patte RP in ihrer Gebrauchslage auf dem Nähgutteil W befestigt wird. Da die ursprunglich offene Kante K jetzt durch die Patte RP abgedeckt ist und die zweite Pattennaht N3 dicht neben der Kante K liegt, ist die Kante K nicht nur unsichtbar, sondern auch gegen Ausfransen gesichert.
Wahrend all dieser Arbeitsschritte-d. h. auch wahrend des Verschiebens der Trägerplatte 80-verbleibt der Nähguthalter 110 in seiner abgesenkten Lage, in der die Halteplatte 73 das Nahgutteil W und die Tasche T stets reibschlussig festhalt und jegliche Relative- wegung der Werkstückteile W, T und RP gegenuber dem Nähguthalter 110 und untereinander verhindert. Auf diese Weise ist gewährleistet, daß die Patte RP und die Tasche T exakt in der ursprunglichen gegenseitigen Ausrichtlage auf dem Nähgutteil W aufgenaht werden.
