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Title:
METHOD AND SYSTEM FOR CONDITIONING LOW-METAL PLASTIC WASTE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2009/115096
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method and a system for conditioning low-metal waste rich in plastic, which comprises waste from shredder processes that at least partly contains plastic, particularly from end-of-life vehicles. According to the invention, the method comprises the following steps: - separating ferromagnetic components (FE) from waste rich in plastic, - separating a first raw sand fraction (RS1) from the metal-reduced waste rich in plastic, - comminuting the fraction rich in plastic remaining after the separation of the first raw sand fraction (RS1), - separating a second raw sand fraction (RS2) after the comminution of the remaining fraction rich in plastic, and - separating the remaining fraction rich in plastic into a light fraction (LF) and into a heavy fraction (SF). The system according to the invention comprises the corresponding means for carrying out the individual steps.

Inventors:
DUNNEN, Bram den (Spitzwegstrasse 21, Braunschweig, 38106, DE)
KNUST, Michael (In der Teichwiese 5, Isenbüttel, 38550, DE)
GUSCHALL, Heiner (Dammstrasse 1, Hilchenbach, 57271, DE)
Application Number:
EP2008/002146
Publication Date:
September 24, 2009
Filing Date:
March 18, 2008
Export Citation:
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Assignee:
VOLKSWAGEN AKTIENGESELLSCHAFT (38436 Wolfsburg, DE)
SICON GMBH (Dammstrasse 1, Hilchenbach, 57271, DE)
DUNNEN, Bram den (Spitzwegstrasse 21, Braunschweig, 38106, DE)
KNUST, Michael (In der Teichwiese 5, Isenbüttel, 38550, DE)
GUSCHALL, Heiner (Dammstrasse 1, Hilchenbach, 57271, DE)
International Classes:
B03B9/06; B29B17/02
Attorney, Agent or Firm:
VOLKSWAGEN AG (Brieffach 1770, Wolfsburg, 38436, DE)
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Claims:

Patentansprüche

1. Verfahren zur Aufbereitung von metallarmen kunststoffreichen Abfällen (KA), bei dem die kunststoffreichen Abfälle (KA) zumindest in eine Leichtfraktion (LF) und eine Schwerfraktion (SF) aufgetrennt werden, mit folgenden aufeinanderfolgenden Verfahrensschritten:

- Abtrennen von ferromagnetischen Bestandteilen (FE) aus den kunststoffreichen Abfällen,

- Abtrennen einer ersten Rohsandfraktion (RS1) von den metallreduzierten kunststoffreichen Abfällen,

- Zerkleinern der nach der Abtrennung der ersten Rohsandfraktion (RS1) verbleibenden metallreduzierten kunststoffreichen Fraktion,

- Abtrennen einer zweiten Rohsandfraktion (RS2) nach der Zerkleinerung der verbleibenden kunststoffreichen Fraktion,

- Auftrennen der verbleibenden kunststoffreichen Fraktion in eine Leichtfraktion (LF) und eine Schwerfraktion (SF).

2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Abtrennung der ersten Rohsandfraktion (RS1) von den metallreduzierten kunststoffreichen Abfällen durch Siebung, insbesondere durch eine Siebung mit einer Lochgröße im Bereich von 10 -14 mm, insbesondere einer Lochgröße im Bereich von 10 - 12 mm erfolgt.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtrennung der zweiten Rohsandfraktion (RS2) durch Siebung, vorzugsweise durch eine Siebung mit einer Lochgröße im Bereich von 4 - 8 mm, insbesondere im Bereich von 4 - 6 mm, erfolgt.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Abtrennen der ersten Rohsandfraktion (RS1) eine Abtrennung von nichtferromagne- tischen Bestandteilen (NE) von der kunststoffreichen Fraktion erfolgt.

5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Abtrennung der nichtferromagnetischen Bestandteile (NE) eine Schwerguttrennung (SG) durchgeführt wird.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Abtrennen der ersten Rohsandfraktion (RS1) eine Trennung von Schwergut (SG) erfolgt.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Auftrennung der verbleibenden kunststoffreichen Fraktion in die Leichtfraktion (LF) und die Schwerfraktion (SF) durch Windsichtung erfolgt.

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Zerkleinerung der nach der Abtrennung der ersten Rohsandfraktion (RS1) verbleibenden kunststoffreichen Fraktion derart durchgeführt wird, dass das Volumen der in der kunststoff reichen Fraktion enthaltenen Bestandteile der Leichtfraktion (LF) vergrößert wird.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die aufzubereitenden metallarmen kunststoffreichen Abfälle (KA) einen Metallanteil von < 20%, insbesondere ca. 5 % an der Gesamtmenge aufweisen.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die erzeugte Leichtfraktion (LF) im Mittel ein Schüttgutgewicht < ca. 0,2 t/m 3 und die erzeugte Schwerfraktion (SF) im Mittel ein Schüttgutgewicht > ca. 0,3t/m 3 aufweist.

11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die aufzubereitenden kunststoffreichen Abfälle (KA) zumindest zum Teil Shredder-Rückstände metallhaltiger Stoffströme sind.

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11 , dadurch gekennzeichnet, dass die aufzubereitenden kunststoffreichen Abfälle (KA) zumindest zum Teil metallarme Kunststoffabfälle sind, die zumindest teilweise in Fahrzeug-Shredderprozessen erzeugt wurden und insbesondere eine Shredder-Leichtfraktion (SLF) und/oder eine Shredder-Schwerfraktion (SSF) aufweisen.

13. Anlage zur Aufbereitung von metallarmen kunststoffreichen Abfälle (KA), dadurch gekennzeichnet, dass Mittel nacheinander angeordnet sind, mit denen nacheinander folgende Verfahrensschritte durchführbar sind:

- Abtrennen von ferromagnetischen Bestandteilen (FE) aus den kunststoffreichen Abfällen (KA),

- Abtrennen einer ersten Rohsandfraktion (RS1) von den metallreduzierten, kunststoffreichen Abfällen,

Zerkleinern der nach dem Abtrennen der ersten Rohsandfraktion (RS1) verbleibenden kunststoffreichen Fraktion,

- Abtrennen einer zweiten Rohsandfraktion (RS2) nach dem Zerkleinern der verbleibenden kunststoffreicheη Fraktion,

- Auftrennen der verbleibenden kunststoffreichen Fraktion in eine Leichtfraktion (LF) und eine Schwerfraktion (SF).

14. Anlage nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass ein Magnetabscheider (MA1)zum Abtrennen der ferromag netischen Bestandteile (FE) aus den kunststoffreichen Abfällen (KA) vorgesehen ist.

15. Anlage nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Siebeinrichtung (SE1) zum Abtrennen der ersten Rohsandfraktion (RS1), vorzugsweise mit einer Lochgröße im Bereich von 10-14 mm, insbesondere mit einer Lochgröße im Bereich von 10-12 mm, vorgesehen ist.

16. Anlage nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass eine Siebeinrichtung (SE2) zum Abtrennen der zweiten Rohsandfraktion (RS2), vorzugsweise mit einer Lochgröße im Bereich von 4 - 8 mm, insbesondere im Bereich von 4 - 6 mm, vorgesehen ist.

17. Anlage nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass nach den Mitteln (SE 1) zum Abtrennen der ersten Rohsandfraktion Mittel (NE1) zum Abtrennen von nichtferromagnetischen Metallfraktionen (NE), vorzugsweise Mittel zur Wirbelstromabscheidung oder Mittel zur sensitiven Metalltrennung auf Basis der elektrischen Leitfähigkeit der nichtferromagnetischen Metallteile, vorgesehen sind.

18. Anlage nach einem der Ansprüche 13 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass nach den Mitteln (SE1) zur Abtrennung der ersten Rohsandfraktion (RS1) oder nach den Mitteln (NE1) zum Abtrennen von nichtferromagnetischen Metallfraktionen (NE) Mittel (ST) zur Abtrennung von Schwergut (SG), vorzugsweise mittels Luftstrom zur Separierung des Schwergutes, vorgesehen ist.

19. Anlage nach einem der Ansprüche 13 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass zum Auftrennen der verbleibenden kunststoffreichen Fraktion in eine Leichtfraktion (LF) und eine Schwerfraktion (SF) Mittel (WS) zur Windsichtung vorgesehen sind.

20. Anlage nach einem der Ansprüche 13 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (MH) zum Zerkleinern der nach der Abtrennung der ersten Rohsandfraktion (RS1) verbleibenden kunststoffreichen Fraktion derart ausgebildet sind, dass das Volumen der in der kunststoffreichen Fraktion enthaltenen Bestandteile der Leichtfraktion (LF) vergrößert wird.

21. Anlage nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (MH) zum Zerkleinern der kunststoffreichen Fraktion als Hammermühle ausgebildet sind.

Description:

Beschreibung

Verfahren und Anlage zum Aufbereiten von metallarmen Kunststoffabfällen

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anlage zur Aufbereitung von metallarmen Kunststoffabfällen, insbesondere von Shredder-Rückständen metallhaltiger Abfälle, insbesondere von metaliarmen, kunststoffreichen Stoffgemischen, die zumindest teilweise in Fahrzeug- Shredderprozessen erzeugt wurden, bei dem die Kunststoffabfälle zumindest in eine Leichtfraktion (Rohflusen) und eine Schwerfraktion (kunststoffreiche Fraktion) aufgetrennt werden.

Ein Verfahren zur Aufbereitung von Shredder-Rückständen ist beispielsweise aus der europäischen Patentschrift EP 1 332 001 B1 bekannt. Bei dem hier beschriebenen Verfahren erfolgt zunächst in separaten Vorprozessen eine Aufbereitung einer Shredder-Leichtfraktion und eine Aufbereitung einer Shredder-Schwerfraktion. Während des Vorprozesses der Aufbereitung der Shredder-Leichtfraktion erfolgt nach Abtrennung einer Schaumstoff- und gegebenenfalls einer Faserfraktion eine Zerkleinerung der verbleibenden Fraktion in einen Austrag < 50 mm. Von der zerkleinerten Fraktion wird eine ferromagnetische Fraktion abgetrennt. Die verbleibende nichtferromagnetische Fraktion wird einem Zerkleinerungsprozess zugeführt, in dem ein weiterer Aufschluss des Materials erfolgt. Von dem gut aufgeschlossenen Material wird in einem nachgeschalteten Verfahrensschritt eine Sandfraktion < 4 mm abgetrennt. Die verbleibende Fraktion wird einer Windsichtung und einer Dichtetrennung unterzogen und so die Fraktion in eine leichte Fraktion aus Flusen und eine schwere Fraktion getrennt. Die Shredder- Schwerfraktion wird einer Separation der ferromagnetischen Bestandteile unterzogen. Es folgt eine Klassierung des Reststromes und eine Abscheidung von nichteisenmetallhaltigen Fraktion. Dies kann derart erfolgen, dass zunächst eine Klassierung in Fraktionen größer und kleiner 20 mm erfolgt und diese Fraktionen separat dem Metallabscheider zugeführt werden. Im Vordergrund steht dabei eine möglichst saubere stoffliche Trennung in eine nichteisenmetallhaltige Fraktion und eine verbleibende metallarme Fraktion. In einer nachfolgenden Klassierung erfolgt die Abscheidung einer Sandfraktion mit einem Korndurchmesser kleiner 6 mm. Die verbleibende grobkörnige metallarme Fraktion wird anschließend in eine schwere Fraktion sowie eine hochdichte Restfraktion aufgetrennt. In dem sich anschließenden Hauptprozess werden die schweren Fraktionen aus den beiden Vorprozessen zusammengefasst. Diese werden zunächst in einem weiteren Zerkleinerungsschritt aufgeschlossen. Nach der Zerkleinerung erfolgt eine Dichtetrennung und die Abtrennung einer Leichtfraktion bestehend aus Kunststoff in gemahlener Form. Die verbleibende Schwerfraktion besteht größtenteils aus Nichteisen-Metallen.

Des Weiteren ist aus der deutschen Patentschrift DE 103 34 646 B4 ein Verfahren und eine Anlage zur Aufbereitung der Shredderleichtfraktion aus der Zerkleinerung von Schrotten und metallhaltigen Abfällen bekannt, bei dem die Shredderleichtfraktion im Anfallzustand die Prozesse Zerkleinerung, Klassierung und Luftstromsortierung durchläuft. Dabei wird das Aufgabegut zunächst im Rahmen einer selektiven Zerkleinerung so beansprucht, dass die spröden mineralischen Komponenten wie zum Beispiel Glas, Keramik, Beton und Sand, bei einer nachfolgenden Siebklassierung vollständig in das Feingut, und die mittels Prallbeanspruchung weitest- gehend unzerkleinerbaren, restlichen Bestandteile, wie zum Beispiel Kunststoff, Gummi, Metalle, in gröberen Stückgrößen ausgebracht werden. Für das Feingut sind dabei Stückgrößen < 2 mm und für die unzerkleinerten oder unzerkleinerbaren Bestandteile Stückgrößen 2 -20 mm und > 20 mm angegeben.

In der deutschen Offenlegungsschrift DE 10 2004 045 821 B4 wird ein Verfahren und eine Anlage zur Aufbereitung der Shredderleichtfraktion aus der Zerkleinerung von Schrotten und Metallischen Abfällen vorgeschlagen, bei dem das Material zunächst Auflockerungs- und Trock- nungsprozess zugeführt. Sind im Aufgabegutstrom noch sicherheitsrelevante Massivteile, dickwandige Metallstücke und grobe Steine vorhanden, so werden diese mit Hilfe eines Schwergutauslesers abgetrennt. Anschließend wird die Shredderleichtfraktion einer Siebklassierung unterzogen, wobei zunächst bei Grobgut > 20 mm sowie ein Zwischenprodukt < 20 mm entsteht. Das Zwischenprodukt wird zur Abtrennung des Feingutanteiles (Sandfraktion) < 2 mm einer weiteren Siebklassierung zugeführt. Wodurch neben der Sandfraktion eine Fraktion mit einer Stückgröße 2 - 20 mm entsteht. Mit den Fraktionen der Stückgrößen 2 - 20 mm und > 20 mm wird nachfolgend eine Aerostromsortierung mittels mehrstufig angeordneter Zick-Zack-Sichter durchgeführt, wobei durch unterschiedliche Luftgeschwindigkeiten in den einzelnen Sichtstufen zwei aus Fasern, Schaumstoffen, Folien und Holz bestehende Produkte, ein bzw. zwei vor allem aus stückigen Kunststoffen und Gummi bestehende Produkte sowie ein metallreiches und die gröberen mineralischen Bestandteile enthaltendes Produkt entstehen.

Des Weiteren ist aus der deutschen Patentschrift DE 196 29 473 C2 ein Verfahren zur Aufbereitung eines Kunststoffgemisches bekannt, welches beim Fahrzeug-Recycling entsteht. In einem ersten Verfahrenschritt werden hier die ferromagnetischen Bestandteile mittels eines Magnetabscheiders getrennt. Danach ist eine Grobsiebung > 10 mm vorgesehen, nach der die Bestandteile mit einer Korngröße > 10 mm einem Zerkleinerungsvorgang unterzogen werden und wiederum der Grobsiebung zugeführt werden. Die Bestandteile mit einer Korngröße < 10 mm werden dann einer Feinsiebung > 2 mm unterworfen und so eine Rohsandfraktion < 2 mm ab-

getrennt. Die verbleibende Fraktion wird danach in einem weiteren Schritt einer Trennung von Leicht- und Schwergut unterzogen.

Die Aufgabe der Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anlage zur Verfügung zu stellen, mit denen metallarme Kunststoffe verarbeitet werden können und in dem mechanischen Aufberei- tungsprozess qualitativ hochwertige Rohfraktionen erhalten werden, wodurch in folgenden Veredlungsprozessen stofflich verwertbare Fraktionen erzeugt werden können.

Die Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Aufbereitung von metallarmen Kunststoffabfällen nach dem Patentanspruch 1 und eine Anlage zur Aufbereitung von metallarmen Kunststoffabfällen nach dem Patentanspruch 13 gelöst. Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen dargestellt.

Gemäß dem erfinderischen Verfahren, bei dem die metallarmen Kunststoffabfälle in eine Leichtfraktion und eine Schwerfraktion aufgetrennt werden, werden die nachfolgenden Verfahrensschritte nacheinander durchgeführt:

Abtrennen von ferromagnetischen Bestandteilen aus den kunststoffreichen Abfällen, - Abtrennen einer ersten Rohsandfraktion,

Zerkleinern der nach der Abtrennung der ersten Rohsandfraktion verbleibenden metallreduzierten kunststoffreichen Fraktion,

Abtrennen einer zweiten Rohsandfraktion nach der Zerkleinerung der verbleibenden kunststoffreichen Fraktion,

Auftrennen der verbleibenden kunststoffreichen in eine Leichtfraktion und eine Schwerfraktion.

Ein wesentlicher Aspekt der Erfindung ist hier die Abtrennung der ersten Rohsandfraktion nach dem Abtrennen der ferromagnetischen Bestandteile aus den kunststoffreichen Abfällen, wodurch ein Teil der Bestandteile, die nicht der aufzuarbeitenden kunststoffreichen Fraktion zuzurechnen ist, bereits sehr frühzeitig den kunststoffreichen Abfällen entzogen wird und somit nur die in diesem Verfahrensschritt abtrennbaren Bestandteile dem weiteren Prozess unterworfen sind. Damit können dem Aufbereitungsprozess größere Mengen tatsächlich noch aufzubereitendes Material zugeführt werden. Des Weiteren werden die Verschleißkosten in den nachfolgenden Verfahrensschritten reduziert.

Nach einer vorteilhaften Ausbildung des Verfahrens erfolgt die Abtrennung der ersten Rohsandfraktion durch Siebung, insbesondere durch eine Siebung mit einer Lochgröße im Bereich von 10 -14 mm, vorzugsweise im Bereich von 10-20 mm.

Die Abtrennung der zweiten Rohsandfraktion erfolgt vorzugsweise ebenfalls durch Siebung, jedoch vorzugsweise durch eine Siebung mit einer Lochgröße im Bereich von 4 - 8 mm, insbesondere mit einer Lochgröße von 4 - 6 mm.

Nach einer bevorzugten Ausbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann nach dem Verfahrensschritt des Abtrennens der ersten Rohsandfraktion ein Verfahrensschritt einer Abtrennung von nichtferromagnetischen Metallteilen erfolgen. Dadurch wird erreicht, dass bereits in diesem Aufbereitungsstadium ein großer Teil der nichtferromagnetischen Metallteile abgetrennt werden und nicht erst bei der nachfolgenden Veredelung der einzelnen Fraktionen. Außerdem stehen diese Bestandteile dadurch in einem früheren Stadium der Aufbereitung einer Verwertung wieder zur Verfügung. Die Abscheidung der Metallteile kann auch als gestufte Abscheidung vorgesehen sein, wobei in der ersten Stufe nochmals eine Abscheidung von ferromagne- tischen Bestandteilen und in der zweiten Stufe eine Abtrennung der nichtferromagnetischen Metallteile erfolgt. Die Abtrennung der nichtferromagnetischen Metallteile kann entweder über eine Wirbelstomabscheidung oder über eine induktive Metalltrennung erfolgen.

Nach der Abtrennung der ersten Sandfraktion oder gegebenenfalls nach der Abtrennung der nichtferromagnetischen Metallteile ist nach einer Ausbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens eine Schwergutabtrennung vorgesehen. Während diesem Prozessschritt werden grobe und schwere Teile, beispielsweise durch eine Luftstromabtrennung entfernt, wodurch der Verschleiß in den nachfolgenden Verfahrenschritten ebenfalls reduziert wird.

Gemäß einer Ausbildung des Verfahrens erfolgt die Auftrennung der verbleibenden kunststoffreichen Fraktion in die Leichtfraktion und die Schwerfraktion mittels Windsichtung.

Eine weitere vorteilhafte Ausbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, dass die Zerkleinerung der nach der Abtrennung der ersten Rohsandfraktion verbleibenden kunststoffreichen Fraktion derart durchgeführt wird, dass das Volumen der in der kunststoffreichen Fraktion enthaltenden Bestandteile der Leichtfraktion vergrößert wird, wodurch in dem späteren Verfahrensschritt der Auftrennung der Kunststofffraktion in eine Leichtfraktion und eine Schwerfraktion diese Auftrennung sauberer und mit geringeren Aufwand erfolgen kann.

- A -

Nach einer Ausbildung der Erfindung weisen die aufzubereitenden metallarmen kunststoffreichen Abfälle einen Metallanteil von < 20 %, insbesondere ca. 5 % an der Gesamtmenge auf.

Vorzugsweise entsteht nach dem erfindungsgemäßen Verfahren eine kunststoffreiche Leichtfraktion mit einem Schüttgutgewicht < 0,2 t/m 3 im Mittel und eine kunststoffreiche Schwergutfraktion mit einem Schüttgutgewicht > 0,3 t/m 3 .

Gemäß der Erfindung können die aufzubereitenden kunststoffreichen Abfälle zumindest zum Teil Shredder-Rückstände metallhaltiger Abfälle, vorzugsweise zumindest zum Teil metallarme kunststoffreichen Abfälle aus Fahrzeug-Shredderprozessen sein und insbesondere eine Shred- der-Leichtfraktion und/oder eine Shredder-Schwerfraktion enthalten.

Gemäß der Erfindung weist die Anlage zur Aufbereitung von metallarmen Kunststoffabfällen nacheinander angeordnete Mittel auf, mittels derer nacheinander zumindest die Verfahrensschritte:

- Abtrennen von ferromagnetischen Bestandteilen aus den kunststoffreichen Abfälle, Abtrennen einer ersten Rohsandfraktion,

Zerkleinern der nach dem Abtrennen der ersten Rohsandfraktion verbleibenden kunststoffreichen Abfälle,

- Abtrennen einer zweiten Rohsandfraktion nach dem Zerkleinern der verbleibenden Kunststofffraktion,

- Auftrennen der verbleibenden kunststoffreichen Abfälle in eine Leichtfraktion und eine Schwerfraktion durchführbar sind.

Ein wesentlicher Aspekt der Erfindung ist der Einsatz einer Einrichtung zum Abtrennen der ersten Rohsandfraktion nach dem Abtrennen der ferromagnetischen Bestandteile aus den Kunststoffabfällen, wodurch ein Teil der Bestandteile, die nicht der aufzuarbeitenden Kunststofffraktion zuzurechnen ist, bereits sehr frühzeitig den kunststoffreichen Abfälle entzogen wird und somit nur die verbleibenden Bestandteile dem weiteren Prozess unterworfen sind. Damit können dem Aufbereitungsprozess größere Mengen tatsächlich noch aufzubereitendes Material zugeführt werden. Des Weiteren werden die Verschleißkosten in den nachfolgenden Teilen der Anlage reduziert.

Gemäß einer Ausbildung der erfindungsgemäßen Anlage ist als Mittel für das Abtrennen der ferromagnetischen Bestandteile ein Magnetabscheider vorgesehen.

Des Weiteren ist nach einer Weiterbildung als Mittel zum Abtrennen der ersten Rohsandfraktion eine Siebeinrichtung vorgesehen, vorzugsweise mit einer Lochgröße im Bereich von 10-14 mm, insbesondere mit einer Lochgröße im Bereich von 10-12 mm.

Als Mittel zum Abtrennen der zweiten Rohsandfraktion kann ebenfalls eine Siebeinrichtung, insbesondere mit einer Lochgröße im Bereich von 4-8 mm, vorzugsweise mit einer Lochgröße im Bereich von 4 - 6 mm, zum Einsatz kommen.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausbildung der erfindungsgemäßen Anlage sind den Mitteln zum Abtrennen der ersten Rohsandfraktion Mittel zum Abtrennen von nichtferromagnetischen Metallteilen (Metallfraktion) nachgeschaltet. Als Mittel für das Abtrennen der nichtferromagnetischen Metallfraktion können Mittel zur Wirbelstromabscheidung oder Mittel zur induktiven Metalltrennung auf Basis der elektrischen Leitfähigkeit der Bestandteile zum Einsatz kommen.

Durch die hier vorgesehene Abtrennung der nichtferromagnetischen Metallfraktion wird erreicht, dass bereits in diesem Aufbereitungsstadium ein großer Teil der nicht- ferromagnetischen Metallteile abgetrennt werden und nicht erst bei der nachfolgenden Veredelung der einzelnen Fraktionen. Außerdem stehen diese Bestandteile dadurch in einem früheren Stadium der Aufbereitung einer Verwertung wieder zur Verfügung.

Als Mittel zur sensitiven Metallabtrennung kann beispielsweise ein Metallseparator zum Einsatz kommen, induktiv auf Basis der elektrischen Leitfähigkeit der Bestandteile arbeitet.

Nach einer anderen Weiterbildung der Erfindung sind entweder den Mitteln zum Abtrennen der ersten Rohsandfraktion oder sofern vorhanden, den Mitteln zum Abtrennen von nichtferromagnetischen Metallfraktionen Mittel zur Abtrennung von Schwergut, vorzugsweise mittels Luftstrom, zur Separierung von Schwergut vorgesehen. Durch die Abtrennung von groben Bestandteilen kann der Verschleiß der nachfolgenden Teile der Anlage reduziert werden.

Eine weitere Ausbildung der Erfindung sieht vor, dass die Mittel zum Auftrennen der verbleibenden kunststoffreichen Fraktion in eine Leichtfraktion und eine Schwerfraktion Mittel zur Windsichtung sind.

Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Mittel zum Zerkleinern der nach der Abtrennung der ersten Rohsandfraktion verbleibenden Fraktion derart ausgebildet sind, dass das Volumen der

in der kunststoffreichen Fraktion enthaltenen Bestandteile der Leichtfraktion vergrößert wird, wodurch die nachfolgende Auftrennung der kunststoffreichen Fraktion in eine Leichtfraktion und eine Schwerfraktion sauberer und mit geringeren Aufwand erfolgen kann.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher beschrieben, die zugehörigen Figur zeigt ein schematisches Fließdiagramm der nacheinander folgenden Prozessschritte zum Erhalt einer kunststoffreichen Leichtfraktion (Rohflusen) LF und einer kunststoffreichen Schwerfraktion (Rohgranulat) SF, die beispielsweise einem Shredderprozess von Altfahrzeugen nachgeschaltet sein können. Neben den metallarmen kunststoffreichen Abfällen aus einem Shredderprozess können auch andere kunststoffreiche Abfälle mit Hilfe der Erfindung aufbereitet werden. Bei der Verwertung von Altfahrzeugen werden zunächst in einem an sich bekannten vorgeschalteten Shredderprozess in einem Shredder metallhaltige Abfälle durch einen Zerkleinerungsprozess aufgeschlossen. Im Nachgang erfolgt eine Abtrennung einer flugfähigen Shredder-Leichtfraktion SLF durch eine Absaugeinrichtung. Der nach der Absaugung verbleibende schwere, nichtflugfähige Stoffstrom wird auf einem Magnetabscheider in eine fer- romagnetische und eine nichtferromagnetische Fraktion getrennt. Die ferromagnetische Fraktion wird als Shredderschrott bezeichnet und stellt das primäre, direkt in der Metallurgie einsetzbare Produkt des Shredders dar. Die verbleibende schwere nichtferromagnetische Fraktion wird als Shredder-Schwerfraktion SSF bezeichnet.

Eine andere Möglichkeit eines Shredderprozesses besteht darin, dass im Shredderprozess die metallhaltigen Abfälle durch Zerkleinerung aufgeschlossen werden und im Nachgang eine Trennung von einer metallhaltigen Fraktion oder Fraktionen und einer metallarmen, kunststoffreichen Fraktion erfolgt.

Die Shredder-Leichtfraktion SLF wird allein oder zusammen mit der Shredder-Schwerfraktion SSF und gegebenenfalls mit weiteren metallarmen Kunststoffabfällen gemäß der Erfindung weiter aufbereitet und werden wenn sie dem erfindungsgemäßen Prozess unterworfen werden als metallarme kunststoffreiche Abfälle KA bezeichnet. Diese kunststoffreichen Abfälle weisen einen Metallanteil von < 20%, vorzugsweise einen Metallanteil im Größenbereich von 5 % auf.

Für die Einspeisung der metallarmen kunststoffreichen Abfälle sind ein oder mehrere Aufgabebehälter B1 und/oder B2 vorgesehen, um den erfindungsgemäßen Aufbereitungsprozess von vorgelagerten Prozessen, beispielsweise den Shredder-Prozess abzukoppeln.

In einem ersten Verfahrenschritt V1 werden die ferromagnetischen Bestandteile FE mittels eines Magnetabscheiders MA1 als ferromagnetische Fraktion abgetrennt, die damit einem metallurgischen Aufarbeitungsprozess zur rohstofflichen Wiederverwertung zugeführt werden können. Darauf folgt eine Abtrennung V2 einer ersten Rohsandfraktion RS1 mittels einer Siebeinrichtung SE1 , die im Ausführungsbeispiel eine Lochgröße im Bereich von 10 -12 mm aufweist. Durch die Abtrennung dieser Rohsandfraktion werden die nachfolgenden Prozessschritte bezüglich der abgetrennten Rohsandfraktion entlastet. An den Verfahrensschritt V2 schließt sich ein Prozessschritt „Abscheidung von nichtferromagnetischen Metallbestandteilen" (nichtferro- magnetische Metallfraktion), wie Kupfer, Messing und Aluminium an. Vorzugsweise können hier Mittel NE1 zur Wirbelstromabscheidung oder zur sensitiven Metallabtrennung mittels Färb- oder Fehlfarbendetektion zum Einsatz kommen. Bewährt hat sich hier der Einsatz der Anlage VARISORT der Firma S & S GmbH. Der nachfolgende Prozessschritt V4 der Abtrennung grober Bestandteile reduziert maßgeblich den Verschleiß im nächsten Prozessschritt V5 der Hauptzerkleinerung. Zum Einsatz können im Prozessschritt V4 zur Abtrennung der groben Bestandteile SG Mittel ST zur Luftstromtrennung, sogenannte Air Knife-Systeme, kommen. Nach der Abtrennung des Schwergutes erfolgt im Prozessschritt V5 eine Zerkleinerung der verbleibenden Fraktionen mittels einer Hammermühle MH. Die Zerkleinerung erfolgt dabei derart, dass das Volumen der in den verbleibenden Fraktionen enthaltenen Leichtfraktion (Rohflusen) LF vergrößert wird, wodurch in einem späteren Prozessschritt V7 eine verbesserte und fraktionssaubere Auftrennung der verbleibenden Fraktionen in eine Leichtfraktion (Rohflusen) LF und eine Schwerfraktion (Rohgranulat) SF möglich ist. Zur Auftrennung der verbleibenden Fraktion sind nach dem, Ausführungsbeispiel Mittel (WS) zur Windsichtung vorgesehen. Zwischen dem Prozessschritt V5 der Zerkleinerung, vorzugsweise bei 30 mm, insbesondere bei 20 mm, und dem Prozessschritt V7 der Auftrennung der verbleibenden Fraktionen ist ein Prozessschritt V6 vorgesehen, in dem eine zweite Rohsandfraktion RS2 mittels einer Siebeinrichtung SE2 abgetrennt wird. Die Lochgröße der Siebeinrichtung SE2 liegt vorzugsweise im Bereich von 4 - 6 mm.

Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Anlage werden als Endprodukte eine Rohflusenfraktion LF, die im Mittel ein Schüttgutgewicht < 0,2 t/m 3 aufweist, und eine Rohgranulatfraktion SF, die im Mittel ein Schüttgutgewicht > 0,3 t/m 3 aufweist, erhalten, die nach einer Veredelung einer stofflichen Verwertung zugeführt werden können.

Bezugszeichenliste

SSF Shredder-Schwerfraktion

SLF Shredder-Leichtfraktion

LF Leichtfraktion (Rohflusen)

SF Schwerfraktion (Rohgr ' anulat)

KA metallarme kunststoffreiche Abfälle

B1.B2 Aufgabebehälter

V1-V7 Prozessschritte

MA1 Magnetabscheider

RS1 erste Rohsandfraktion

SE 1 erste Siebeinrichtung

NE1 Mittel zur Abscheidung nichtferromagnetischer Metallteile

ST Mittel zur Luftstromtrennung

MH Hammermühle

RS2 zweite Rohsandfraktion

SE2 Siebeinrichtung

FE ferromagnetischen Bestandteile

NE nichtferromagnetische Metallteile

ST Mittel zur Schwergutabtrennung

SG Schwergut

FE ferromagnetische Bestandteile

WS Mittel zum Auftrennen in eine Leichtfraktion und eine Schwerfraktion