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Title:
METHOD AND SYSTEM FOR COOLING DOWN A GAS TURBINE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2016/078932
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for cooling down a gas turbine (2), wherein the gas turbine (2) is run down from the power operation thereof to cool-down operation, and wherein a liquid is sprayed into air sucked in by a compressor (3) of the gas turbine (2) during the cool-down operation, and wherein the liquid is sprayed into the sucked-in air in dependence on a humidity of the sucked-in air, a flow velocity of cooling air flowing in the gas turbine (2) in the region of at least one flow-guiding component of the gas turbine (2), which component is to be cooled, and a temperature difference between a temperature of the sucked-in air and a temperature of the at least one flow-guiding component of the gas turbine (2).

Inventors:
LARSON MARCO (DE)
Application Number:
EP2015/075890
Publication Date:
May 26, 2016
Filing Date:
November 06, 2015
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AG (DE)
International Classes:
F01D21/00; F02C7/143; F02C7/18; F02C9/20
Domestic Patent References:
WO2006021520A12006-03-02
Foreign References:
DE102012224009A12014-06-26
EP2365197A12011-09-14
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zum Abkühlen einer Gasturbine (2), wobei die Gasturbine (2) aus ihrem Leistungsbetrieb in einen Abkühlbe- trieb abgefahren wird, und wobei während des Abkühlbetriebs eine Flüssigkeit in eine von einem Verdichter (3) der Gasturbine (2) angesaugte Luft eingespritzt wird, wobei die Flüs¬ sigkeit in Abhängigkeit einer Luftfeuchtigkeit der angesaug¬ ten Luft, einer Strömungsgeschwindigkeit einer in der Gastur- bine (2) im Bereich von wenigstens einem zu kühlenden, strömungsführenden Bauteil der Gasturbine (2) strömenden Kühlluft und einer Temperaturdifferenz zwischen einer Temperatur der im Bereich des wenigstens einen zu kühlenden, strömungsführenden Bauteils strömenden Kühlluft und einer Temperatur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine (2) in die angesaugte Luft eingespritzt wird.

2. Verfahren zum Abkühlen einer Gasturbine (2), wobei die Gasturbine (2) aus ihrem Leistungsbetrieb in einen Abkühlbe- trieb abgefahren wird, und wobei während des Abkühlbetriebs eine Flüssigkeit in eine von einem Verdichter (3) der Gasturbine (2) angesaugte Luft eingespritzt wird, , wobei die Flüs¬ sigkeit in Abhängigkeit einer Luftfeuchtigkeit der angesaug¬ ten Luft, einer Strömungsgeschwindigkeit einer in der Gastur- bine (2) im Bereich von wenigstens einem zu kühlenden, strömungsführenden Bauteil der Gasturbine (2) strömenden Kühlluft und einer Temperaturdifferenz zwischen einer Temperatur der angesaugten Luft und einer Temperatur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine (2) in die ange- saugte Luft eingespritzt wird.

3. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei während des Abkühlbetriebs ein Öffnungsquerschnitt eines Ein¬ tritts in den Verdichter (3) über eine entsprechende Ansteue- rung von verstellbaren Einlassleitschaufeln zumindest teilweise vergrößert wird.

4. System (1) zum Abkühlen einer Gasturbine (2), aufweisend wenigstens eine stromauf eines Verdichters (3) der Gasturbine (2) anordbare Vorrichtung (6) zum Einspritzen einer Flüssigkeit in eine von dem Verdichter (3) angesaugte Luft und we- nigstens eine signaltechnisch mit der Vorrichtung (6) verbindbare Steuer- und/oder Regelelektronik (7), die eingerichtet ist, zum Einspritzen der Flüssigkeit in die angesaug¬ te Luft während eines Abkühlbetriebs der Gasturbine (2) die Vorrichtung (6) entsprechend anzusteuern, wobei das System (1) aufweist:

- wenigstens eine Sensoreinheit (8) zum Erfassen einer Luft¬ feuchtigkeit der angesaugten Luft,

- wenigstens eine Sensoreinheit (9) zum Erfassen einer Strö¬ mungsgeschwindigkeit einer in der Gasturbine (2) im Bereich von wenigstens einem zu kühlenden, strömungsführenden Bauteil der Gasturbine (2) strömenden Kühlluft,

- wenigstens eine Sensoreinheit (10) zum Erfassen einer Tem¬ peratur der im Bereich des wenigstens einen zu kühlenden, strömungsführenden Bauteils strömenden Kühlluft und

- wenigstens eine Sensoreinheit (11) zum Erfassen einer Tem¬ peratur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine (2),

- wobei die Sensoreinheiten (8, 9, 10) signaltechnisch mit der Steuer- und/oder Regelelektronik (7) verbindbar sind, und

- wobei die Steuer- und/oder Regelelektronik (7) eingerichtet ist, eine Temperaturdifferenz zwischen der Temperatur der im Bereich des wenigstens einen zu kühlenden, strömungsführenden Bauteils strömenden Kühlluft und der Temperatur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine

(2) zu ermitteln und die Vorrichtung (6) derart anzusteuern, dass die Flüssigkeit in Abhängigkeit der jeweilig erfassten Luftfeuchtigkeit der angesaugten Luft, der jewei¬ lig erfassten Strömungsgeschwindigkeit der Kühlluft und der jeweilig ermittelten Temperaturdifferenz zwischen der Temperatur der im Bereich des wenigstens einen zu kühlenden, strömungsführenden Bauteils strömenden Kühlluft und der Temperatur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine (2) in die angesaugte Luft einspritzbar ist ..

5. System (1) zum Abkühlen einer Gasturbine (2), aufweisend wenigstens eine stromauf eines Verdichters (3) der Gasturbine (2) anordbare Vorrichtung (6) zum Einspritzen einer Flüssigkeit in eine von dem Verdichter (3) angesaugte Luft und we¬ nigstens eine signaltechnisch mit der Vorrichtung (6) verbindbare Steuer- und/oder Regelelektronik (7), die einge- richtet ist, zum Einspritzen der Flüssigkeit in die angesaug¬ te Luft während eines Abkühlbetriebs der Gasturbine (2) die Vorrichtung (6) entsprechend anzusteuern, wobei das System (1) aufweist:

- wenigstens eine Sensoreinheit (8) zum Erfassen einer Luft- feuchtigkeit der angesaugten Luft,

- wenigstens eine Sensoreinheit (9) zum Erfassen einer Strö¬ mungsgeschwindigkeit einer in der Gasturbine (2) im Bereich von wenigstens einem zu kühlenden, strömungsführenden Bauteil der Gasturbine (2) strömenden Kühlluft,

- wenigstens eine Sensoreinheit (10) zum Erfassen einer Tem¬ peratur der angesaugten Luft und

- wenigstens eine Sensoreinheit (11) zum Erfassen einer Tem¬ peratur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine (2),

- wobei die Sensoreinheiten (8, 9, 10) signaltechnisch mit der Steuer- und/oder Regelelektronik (7) verbindbar sind, und

- wobei die Steuer- und/oder Regelelektronik (7) eingerichtet ist, eine Temperaturdifferenz zwischen der Temperatur der angesaugten Luft und der Temperatur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine (2) zu ermitteln und die Vorrichtung (6) derart anzusteuern, dass die Flüs¬ sigkeit in Abhängigkeit der jeweilig erfassten Luftfeuch¬ tigkeit der angesaugten Luft, der jeweilig erfassten Strö- mungsgeschwindigkeit der Kühlluft und der jeweilig ermit¬ telten Temperaturdifferenz zwischen der Temperatur der angesaugten Luft und der Temperatur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine (2) in die ange¬ saugte Luft einspritzbar ist.

6. System (1) gemäß einem der Ansprüche 4 oder 5, aufweisend wenigstens eine signaltechnisch mit der Steuer- und/oder Regelelektronik (7) verbindbare Einrichtung (12) zum Variieren eines Öffnungsquerschnitts eines Eintritts in den Verdichter (3) , die wenigstens einen Einlassleitschaufelkranz mit verstellbaren Einlassleitschaufeln aufweist, wobei die Steuer- und/oder Regelelektronik (7) eingerichtet ist, zum zumindest teilweisen Vergrößern des Öffnungsquerschnitts des Eintritts in den Verdichter (3) während des Abkühlbetriebs die Einrich¬ tung (12) entsprechend anzusteuern.

Description:
Beschreibung

Verfahren und System zum Abkühlen einer Gasturbine Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein System zum Abkühlen einer Gasturbine.

Um eine Gasturbine inspizieren und warten zu können, muss die Gasturbine zunächst aus ihrem Leistungsbetrieb abgefahren und ausreichend lange abgekühlt werden. Inspektions- bzw. War ¬ tungsarbeiten können nach Beendigung eines entsprechenden Abkühlungsvorgangs der Gasturbine, der in manchen Fällen etwa vierundzwanzig Stunden dauern kann, begonnen werden. Während des Abkühlungsvorgangs steht die Gasturbine nicht zu ihrer bestimmungsgemäßen Verwendung zur Verfügung.

Es ist daher technisch wünschenswert, die Dauer einer Abkühlung einer Gasturbine zu verkürzen und hierdurch eine Verfügbarkeit der Gasturbine zu erhöhen.

Einen technischen Lösungsansatz hierzu lehrt die WO

2006/021520 AI, wonach bei Abkühlung der Gasturbine eine Flüssigkeit in den Verdichter eingebracht wird, indem die Flüssigkeit dem Luftstrom vor dem Verdichter zugegeben wird.

Jedoch kann sich nach dem Stand der Technik nachteilig auswirken, dass eine übermäßige Zugabe von Flüssigkeit an den heißen Bauteilen der Gasturbine Schäden durch zu hohe Temperaturgradienten verursachen kann. Insbesondere bei sehr dick- wandigen Bauteilen können derartige Spannungsschäden auftreten .

Insofern stellt sich die Aufgabe, solche aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile zu vermeiden. Vor Allem sollen damit also Spannungsschäden durch zu hohe Temperaturgradienten an den Bauteilen der Gasturbine vermieden werden. Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind insbesondere in den abhän ¬ gigen Ansprüchen angegeben, die jeweils für sich genommen oder in verschiedener Kombination miteinander einen Aspekt der Erfindung darstellen können.

Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Abkühlen einer Gasturbine wird die Gasturbine aus ihrem Leistungsbetrieb in ei ¬ nen Abkühlbetrieb abgefahren und es wird, wie aus dem Stand der Technik bereits bekannt, während des Abkühlbetriebs eine Flüssigkeit in eine von einem Verdichter der Gasturbine ange ¬ saugte Luft eingespritzt.

Durch das Einspritzen der Flüssigkeit während des Abkühlbe- triebs der Gasturbine in die von dem Verdichter angesaugte

Luft wird die Luftfeuchtigkeit und Masse des Verdichterluft ¬ volumenstroms erhöht, wodurch der Verdichterluftvolumenstrom beim Durchströmen der Gasturbine eine größere Wärmemenge von den Bauteilen der Gasturbine aufnehmen kann. Hierdurch kann die Gasturbine schneller abgekühlt werden. Dadurch können In- spektions- und Wartungsarbeiten an der abgekühlten Gasturbine schneller begonnen werden. Gleichzeitig ist die Gasturbine schneller wieder zur Leistungserzeugung verfügbar. Zum Einspritzen der Flüssigkeit, beispielsweise Wasser oder Deionat, in die von dem Verdichter angesaugte Luft kann eine herkömmlich bereits vorhandene Vorrichtung verwendet werden, mit der Flüssigkeit im Leistungsbetrieb der Gasturbine zur Steigerung der Leistung der Gasturbine in die von dem Ver- dichter angesaugte Luft einspritzbar ist. Durch einen solchen Rückgriff auf herkömmlich vorhandene Vorrichtungen zur Durchführung des Verfahrens kann dieses kostengünstig realisiert werden . Durch das Einspritzen der Flüssigkeit in die von dem Verdichter angesaugte Luft entstehen in dieser Flüssigkeitströpfchen vorgebbarer Dimensionierung. Beim Verdampfen dieser

Flüssigkeitströpfchen vor oder nach ihrem Eintritt in den Verdichter wird der Luft Wärme entzogen. Hierdurch wird die Luft abgekühlt, was sich vorteilhaft auf die mit der Luft er ¬ zielbare Kühlleistung auswirkt. Weiterhin ist nach dem erfindungsgemäß Verfahren vorgesehen, dass die Flüssigkeit in Abhängigkeit einer Luftfeuchtigkeit der angesaugten Luft, einer Strömungsgeschwindigkeit einer in der Gasturbine im Bereich von wenigstens einem zu kühlenden, strömungsführenden Bauteil der Gasturbine strömenden Kühlluft und einer Temperaturdifferenz zwischen einer Temperatur der im Bereich des wenigstens einen zu kühlenden, strömungsführenden Bauteils strömenden Kühlluft und einer Temperatur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine in die angesaugte Luft eingespritzt wird. Hierdurch kann ver- hindert werden, dass, insbesondere dickwandige, Bauteile der Gasturbine durch einen zu hohen Temperaturgradienten beschädigt werden. Aus der Luftfeuchtigkeit der angesaugten Luft, der Strömungsgeschwindigkeit der Kühlluft und der Temperatur ¬ differenz zwischen der Temperatur der im Bereich des wenigs- tens einen zu kühlenden, strömungsführenden Bauteils strömenden Kühlluft und der Temperatur des wenigstens einen strö ¬ mungsführenden Bauteils der Gasturbine kann eine Kühlleistung des Verdichterluftmassenstroms ermittelt werden, die zur Re ¬ gelung der Einspritzung der Flüssigkeit in die von dem Ver- dichter angesaugte Luft verwendet wird. Insbesondere kann auf Basis der jeweilig ermittelten Kühlleistung des Verdichterluftmassenstroms ermittelt werden, wann und wie stark die Flüssigkeit in die von dem Verdichter angesaugte Luft einge ¬ spritzt werden kann, um Beschädigungen an Bauteilen der Gas- turbine durch zu hohe Temperaturgradienten zu vermeiden.

Alternativ wird die Flüssigkeit ebenfalls gemäß dem erfin ¬ dungsgemäßen Verfahren in Abhängigkeit einer Luftfeuchtigkeit der angesaugten Luft, einer Strömungsgeschwindigkeit einer in der Gasturbine im Bereich von wenigstens einem zu kühlenden, strömungsführenden Bauteil der Gasturbine strömenden Kühlluft und einer Temperaturdifferenz zwischen einer Temperatur der angesaugten Luft und einer Temperatur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine in die angesaugte Luft eingespritzt. Auch hierdurch kann verhindert werden, dass, insbesondere dickwandige, Bauteile der Gasturbine durch einen zu hohen Temperaturgradienten beschädigt werden. Aus der Luftfeuchtigkeit der angesaugten Luft, der Strömungsge ¬ schwindigkeit der Kühlluft und der Temperaturdifferenz zwischen der Temperatur der angesaugten Luft und der Temperatur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine kann eine Kühlleistung des Verdichterluftmassenstroms ermittelt werden, die zur Regelung der Einspritzung der Flüssigkeit in die von dem Verdichter angesaugte Luft verwendet wird. Insbesondere kann auf Basis der jeweilig ermittelten Kühlleistung des Verdichterluftmassenstroms ermittelt werden, wann und wie stark die Flüssigkeit in die von dem Verdichter angesaugte Luft eingespritzt werden kann, um Beschädigungen an Bauteilen der Gasturbine durch zu hohe Temperaturgradienten zu vermeiden.

Beide Alternativverfahren sind also insofern gleichwertig, als dass die jeweilige Kühlleistung des Verdichterluft- massenstroms ermittelt werden kann, und Beschädigungen an Bauteilen der Gasturbine durch zu hohe Temperaturgradienten verhindert werden können. Bevorzugt wird während des Abkühlbetriebs ein Öffnungsquer ¬ schnitt eines Eintritts in den Verdichter über eine entspre ¬ chende Ansteuerung von verstellbaren Einlassleitschaufeln zumindest teilweise vergrößert. Durch das Öffnen des Eintritts in den Verdichter kann der Verdichterluftmassenstrom erhöht werden, was mit einer verbesserten Kühlung der Gasturbine einhergeht. Verstellbare Einlassleitschaufeln sind herkömmlich bei einer Gasturbine vorhanden, so dass auch diese Aus ¬ gestaltung kostengünstig realisierbar ist, ohne dass hierzu zusätzliche Bauteile an der Gasturbine angeordnet werden müs- sen.

Das erfindungsgemäße System zum Abkühlen einer Gasturbine um- fasst zunächst wenigstens eine stromauf eines Verdichters der Gasturbine anordbare Vorrichtung zum Einspritzen einer Flüssigkeit in eine von dem Verdichter angesaugte Luft und we ¬ nigstens eine signaltechnisch mit der Vorrichtung verbindbare Steuer- und/oder Regelelektronik, die eingerichtet ist, zum Einspritzen der Flüssigkeit in die angesaugte Luft während eines Abkühlbetriebs der Gasturbine die Vorrichtung entspre ¬ chend anzusteuern.

Mit dem System sind die oben mit Bezug auf das Verfahren ge- nannten Vorteile entsprechend verbunden. Die Vorrichtung zum Einspritzen der Flüssigkeit in die von dem Verdichter angesaugte Luft kann durch eine herkömmlich bereits vorhandene Vorrichtung ausgebildet sein, mit der in einem Leistungsbe ¬ trieb der Gasturbine zur Steigerung der Leistung bzw. des Wirkungsgrads der Gasturbine eine Flüssigkeit in die von dem Verdichter angesaugte Luft eingespritzt werden kann. Durch diesen Rückgriff auf bereits vorhandene Komponenten ist das System kostengünstig realisierbar. Die Vorrichtung kann beispielsweise derart ausgebildet sein, dass alle durch die Ein- spritzung in der Luft entstehenden Flüssigkeitströpfchen bereits vor dem Eintritt in den Verdichter verdampft sind. Mit einer solchen Vorrichtung ist eine sogenannte EVAP-Kühlung der Luft durchführbar. Alternativ kann die Vorrichtung derart ausgebildet sein, dass durch das Einspritzen in der Luft ent- stehende Flüssigkeitströpfchen auch noch im Verdichter verdampfen. In einem solchen Fall erfolgt eine sogenannte nasse Verdichtung („wet compression") in dem Verdichter. Die Vorrichtung kann mehrere über ein Pumpsystem mit Flüssigkeit beaufschlagbare Düsen zum Einspritzen der Flüssigkeit in die von dem Verdichter angesaugte Luft aufweisen.

Die Vorrichtung kann kabelgebunden oder kabellos signaltechnisch mit der Steuer- und/oder Regelelektronik verbunden sein. Die Steuer- und/oder Regelelektronik kann separat aus- gebildet oder in eine Gasturbinenelektronik integriert sein.

Erfindungsgemäß umfasst das System weiterhin wenigstens eine Sensoreinheit zum Erfassen einer Luftfeuchtigkeit der ange- saugten Luft, wenigstens eine Sensoreinheit zum Erfassen ei ¬ ner Strömungsgeschwindigkeit einer in der Gasturbine im Be ¬ reich von wenigstens einem zu kühlenden, strömungsführenden Bauteil der Gasturbine strömenden Kühlluft, wenigstens eine Sensoreinheit zum Erfassen einer Temperatur der im Bereich des wenigstens einen zu kühlenden, strömungsführenden Bauteils strömenden Kühlluft und wenigstens eine Sensoreinheit zum Erfassen einer Temperatur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine, wobei die Sensoreinheiten signaltechnisch mit der Steuer- und/oder Regelelektronik verbindbar sind, und wobei die Steuer- und/oder Regelelektro ¬ nik eingerichtet ist, eine Temperaturdifferenz zwischen der Temperatur der im Bereich des wenigstens einen zu kühlenden, strömungsführenden Bauteils strömenden Kühlluft und der Tem- peratur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine zu ermitteln und die Vorrichtung derart anzu ¬ steuern, dass die Flüssigkeit in Abhängigkeit der jeweilig erfassten Luftfeuchtigkeit der angesaugten Luft, der jeweilig erfassten Strömungsgeschwindigkeit der Kühlluft und der je- weilig ermittelten Temperaturdifferenz zwischen der Temperatur der im Bereich des wenigstens einen zu kühlenden, strömungsführenden Bauteils strömenden Kühlluft und der Tempera ¬ tur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine in die angesaugte Luft einspritzbar ist. Mit dieser Ausgestaltung sind die oben mit Bezug auf die entsprechende Ausgestaltung des Verfahrens genannten Vorteile entsprechend verbunden. Die Luftfeuchtigkeit der angesaugten Luft, die Strömungsgeschwindigkeit der Kühlluft, die Temperatur der im Bereich des wenigstens einen zu kühlenden, strömungsführenden Bauteils strömenden Kühlluft und die Temperatur des wenigs ¬ tens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine können kontinuierlich oder in diskreten Zeitschritten erfasst und ausgewertet werden. Alternativ kann vorgesehen sein, die Strömungsgeschwindigkeit der Kühlluft nicht über eine Sensor- einheit zu erfassen, sondern aus Maschinenparametern, wie beispielsweise der Drehzahl der Gasturbine, dem Fluiddruck in der Kühlluft im Bereich der zu kühlenden Bauteile der Gastur- bine und dergleichen, sowie der Geometrie der Gasturbine, insbesondere von deren zu kühlenden Bauteilen, zu ermitteln.

Alternativ umfasst das System weiterhin erfindungsgemäß we- nigstens eine Sensoreinheit zum Erfassen einer Luftfeuchtig ¬ keit der angesaugten Luft, wenigstens eine Sensoreinheit zum Erfassen einer Strömungsgeschwindigkeit einer in der Gasturbine im Bereich von wenigstens einem zu kühlenden, strömungsführenden Bauteil der Gasturbine strömenden Kühlluft, wenigs- tens eine Sensoreinheit zum Erfassen einer Temperatur der angesaugten Luft und wenigstens eine Sensoreinheit zum Erfassen einer Temperatur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine, wobei die Sensoreinheiten signaltechnisch mit der Steuer- und/oder Regelelektronik verbindbar sind, und wobei die Steuer- und/oder Regelelektronik eingerichtet ist, eine Temperaturdifferenz zwischen der Temperatur der angesaugten Luft und der Temperatur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine zu ermitteln und die Vorrichtung derart anzusteuern, dass die Flüssigkeit in Abhängigkeit der jeweilig erfassten Luftfeuchtigkeit der an ¬ gesaugten Luft, der jeweilig erfassten Strömungsgeschwindig ¬ keit der Kühlluft und der jeweilig ermittelten Temperaturdif ¬ ferenz zwischen der Temperatur der angesaugten Luft und der Temperatur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine in die angesaugte Luft einspritzbar ist. Mit dieser Ausgestaltung sind die oben mit Bezug auf die entspre ¬ chende Ausgestaltung des Verfahrens genannten Vorteile ent ¬ sprechend verbunden. Die Luftfeuchtigkeit der angesaugten Luft, die Strömungsgeschwindigkeit der Kühlluft, die Tempera- tur der angesaugten Luft und die Temperatur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine können kontinuierlich oder in diskreten Zeitschritten erfasst und ausgewertet werden. Alternativ kann vorgesehen sein, die Strömungsgeschwindigkeit der Kühlluft nicht über eine Sensorein- heit zu erfassen, sondern aus Maschinenparametern, wie beispielsweise der Drehzahl der Gasturbine, dem Fluiddruck in der Kühlluft im Bereich der zu kühlenden Bauteile der Gastur- bine und dergleichen, sowie der Geometrie der Gasturbine, insbesondere von deren zu kühlenden Bauteilen, zu ermitteln.

Beide Alternativsysteme sind also insofern gleichwertig, als dass die jeweilige Kühlleistung des Verdichterluftmassen- stroms ermittelt werden kann, und Beschädigungen an Bauteilen der Gasturbine durch zu hohe Temperaturgradienten verhindert werden können. Bevorzugt umfasst das System wenigstens eine signaltechnisch mit der Steuer- und/oder Regelelektronik verbindbare Einrichtung zum Variieren eines Öffnungsquerschnitts eines Eintritts in den Verdichter, die wenigstens einen Einlassleitschaufel- kranz mit verstellbaren Einlassleitschaufeln aufweist, wobei die Steuer- und/oder Regelelektronik eingerichtet ist, zum zumindest teilweisen Vergrößern des Öffnungsquerschnitts des Eintritts in den Verdichter während des Abkühlbetriebs die Einrichtung entsprechend anzusteuern. Mit dieser Ausgestaltung sind die oben mit Bezug auf die entsprechende Ausgestal- tung des Verfahrens genannten Vorteile entsprechend verbun ¬ den. Die Einrichtung kann durch eine herkömmlich an der Gasturbine bereits vorhandene Baugruppe gebildet sein, wodurch diese Ausgestaltung kostengünstig realisierbar ist. Im Folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die anliegende Figur anhand einer bevorzugten Ausführungsform beispielhaft erläutert, wobei die nachfolgend dargestellten Merkmale sowohl jeweils für sich genommen als auch in unterschiedlicher Kombination miteinander einen Aspekt der Erfin- dung darstellen können. Es zeigt:

Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Ausführungsbei ¬ spiels für ein erfindungsgemäßes System. Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausfüh ¬ rungsbeispiels für ein erfindungsgemäßes System 1 zum Abküh ¬ len einer Gasturbine 2. Die Gasturbine 2 umfasst einen Ver- dichter 3, eine Turbine 4 und eine den Verdichter 3 fluid- technisch mit der Turbine 4 verbindende Brennkammer 5.

Das System 1 umfasst eine stromauf des Verdichters 3 der Gas- turbine 2 angeordnete Vorrichtung 6 zum Einspritzen einer

Flüssigkeit in eine von dem Verdichter 3 angesaugte Luft. Des Weiteren umfasst das System 1 eine über eine Signalverbindung S signaltechnisch mit der Vorrichtung 6 verbindbare Steuer- und/oder Regelelektronik 7. Die Steuer- und/oder Regelelekt- ronik 7 ist eingerichtet, zum Einspritzen der Flüssigkeit in die angesaugte Luft während eines Abkühlbetriebs der Gastur ¬ bine 2 die Vorrichtung 6 entsprechend anzusteuern.

Das System 1 umfasst des Weiteren wenigstens eine stromab der Vorrichtung 6 angeordnete Sensoreinheit 8 zum Erfassen einer Luftfeuchtigkeit der von dem Verdichter 3 angesaugten Luft, eine in der Gasturbine 2 angeordnete Sensoreinheit 9 zum Er ¬ fassen einer Strömungsgeschwindigkeit einer in der Gasturbine 2 im Bereich von wenigstens einem nicht gezeigten, zu kühlen- den, strömungsführenden Bauteil der Gasturbine 2 strömenden Kühlluft, eine in der Gasturbine 2 angeordnete Sensoreinheit 10 zum Erfassen einer Temperatur der im Bereich des wenigstens einen zu kühlenden, strömungsführenden Bauteils strömenden Kühlluft und eine in der Gasturbine 2 angeordnete Sensor- einheit 11 zum Erfassen einer Temperatur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine 2. Die Sensoreinheiten 8 bis 11 sind jeweils über eine Signalverbindung S signaltechnisch mit der Steuer- und/oder Regelelektronik 7 verbunden .

Die Steuer- und/oder Regelelektronik 7 ist eingerichtet, eine Temperaturdifferenz zwischen der Temperatur der im Bereich des wenigstens einen zu kühlenden, strömungsführenden Bauteils strömenden Kühlluft und der Temperatur des wenigstens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine 2 zu ermit ¬ teln. Des Weiteren ist die Steuer- und/oder Regelelektronik 7 eingerichtet, die Vorrichtung 6 derart anzusteuern, dass die Flüssigkeit in Abhängigkeit der jeweilig erfassten Luftfeuch- tigkeit der angesaugten Luft, der jeweilig erfassten Strömungsgeschwindigkeit der Kühlluft und der jeweilig ermittel ¬ ten Temperaturdifferenz zwischen der Temperatur der im Bereich des wenigstens einen zu kühlenden, strömungsführenden Bauteils strömenden Kühlluft und der Temperatur des wenigs ¬ tens einen strömungsführenden Bauteils der Gasturbine 2 in die angesaugte Luft einspritzbar ist.

Das System 1 umfasst ferner eine über eine Signalverbindung S signaltechnisch mit der Steuer- und/oder Regelelektronik 7 verbindbare Einrichtung 12 zum Variieren eines nicht gezeig ¬ ten Öffnungsquerschnitts eines Eintritts in den Verdichter 3. Die Einrichtung 12 umfasst wenigstens einen nicht gezeigten Einlassleitschaufelkranz mit verstellbaren Einlassleitschau- fein. Die Steuer- und/oder Regelelektronik 7 ist eingerichtet, zum zumindest teilweisen Vergrößern des Öffnungsquerschnitts des Eintritts in den Verdichter 3 während des Ab ¬ kühlbetriebs die Einrichtung 12 entsprechend anzusteuern. Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch das offenbarte Beispiel einge ¬ schränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.