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Title:
METHOD AND SYSTEM FOR THE PRODUCTION OF BLADES OF A MACHINE INTERACTING WITH A FLUID
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/041896
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method and a system for the production of blades (1) of a machine interacting with a fluid, in particular a fluid-driven machine, in particular a wind turbine, comprising a test device (19) for determining geometric deviations (A, B, C, D, E, F) from a target shape for one or more shaped blades (1), a device (21) for determining a deviation evaluation of one or more determined geometric deviations from the target shape for each blade with respect to its aerodynamic and/or mechanical consequences, a device (23) for assigning one or more corrective measures (100, 101, 102) with in each case a cost evaluation (100", 101", 102") to one or more determined geometric deviations (A, B, C, D, E, F) from the target shape for each blade, and a linking device (24) for linking a deviation evaluation, which has been determined for one or more of the determined geometric deviations, with the cost evaluation, which has been determined for one or more determined corrective measures, as well as for determining the corrective measures to be performed from the result of the linking.

Inventors:
STOEVESANDT, Bernhard (Hardenbergstr. 52, Bremen, 28201, DE)
SCHRAMM, Matthias (Stedinger Str. 41, Oldenburg, 26135, DE)
SAYER, Florian (Koenenkampstraße 29, Bremen, 28213, DE)
ROSEMANN, Heiko (Rheinstr. 18, Bremerhaven, 27570, DE)
DÖRSCH, Christian (Am Knie 2, Bremerhaven, 27570, DE)
Application Number:
EP2017/071764
Publication Date:
March 08, 2018
Filing Date:
August 30, 2017
Export Citation:
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Assignee:
FRAUNHOFER-GESELLSCHAFT ZUR FÖRDERUNG DER ANGEWANDTEN FORSCHUNG E.V. (Hansastraße 27c, München, 80686, DE)
International Classes:
G05B19/4099; F01D5/14; G05B19/418
Domestic Patent References:
WO2011044565A12011-04-14
Foreign References:
DE102013226422B32015-02-12
DE102010055775A12012-06-28
EP2816430A12014-12-24
DE102010055775A12012-06-28
DE102013226422B32015-02-12
DE102012213481A12014-02-06
Attorney, Agent or Firm:
PFENNING, MEINIG & PARTNER MBB (Joachimsthaler Straße 10-12, Berlin, 10719, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Herstellung von Schaufelblättern einer fluidgetriebenen Maschine, insbesondere einer Windturbine,

bei dem ein oder mehrere Schaufelblätter geformt werden, in einem Untersuchungsschritt für eines oder mehrere geformte Schaufelblätter geometrische Abweichungen von einer Sollform ermittelt werden,

einer oder mehreren ermittelten geometrischen Abweichungen von der Sollform für jedes Schaufelblatt bezüglich ihrer aerodynamischen und/oder mechanischen Konsequenzen jeweils eine erste Abwei- chungs- Bewertung zugeordnet wird,

einer oder mehreren ermittelten geometrischen Abweichungen von der Sollform für jedes Schaufelblatt eine oder mehrere Korrekturmaßnahmen mit jeweils einer Aufwandsbewertung zugeordnet werden und für eine oder mehrere der ermittelten geometrischen Abweichungen die Abweichungsbewertung mit der Aufwandsbewertung verknüpft werden und aus dem Ergebnis der Verknüpfung die durchzuführenden Korrekturmaßnahmen ermittelt werden.

2. Verfahren zur Herstellung von Schaufelblättern einer fluidgetriebenen Maschine, insbesondere einer Windturbine, bei dem

ein oder mehrere Schaufelblätter geformt werden,

in einem Untersuchungsschritt für eines oder mehrere geformte Schaufelblätter geometrische Abweichungen von einer Sollform ermittelt werden,

einer oder mehreren ermittelten geometrischen Abweichungen von der Sollform für jedes Schaufelblatt bezüglich ihrer aerodynamischen und/oder mechanischen Konsequenzen jeweils eine erste Abwei- chungs- Bewertung zugeordnet wird,

einer oder mehreren ermittelten geometrischen Abweichungen von der Sollform für jedes Schaufelblatt eine oder mehrere Korrekturmaßnahmen mit jeweils einer Aufwandsbewertung zugeordnet werden, ermittelten geometrischen Abweichungen für jedes Schaufelblatt bezüglich ihrer aerodynamischen und/oder mechanischen Konsequenzen unter Berücksichtigung der geplanten Korrektur jeweils eine zweite Abweichungs- Bewertung zugeordnet wird

und

für eine oder mehrere der ermittelten geometrischen Abweichungen die zweite Abweichungsbewertung oder die erste und die zweite Abweichungsbewertung mit der Aufwandsbewertung verknüpft werden und aus dem Ergebnis der Verknüpfung die durchzuführenden Korrekturmaßnahmen ermittelt werden.

3. Verfahren zur Herstellung von Schaufelblättern einer fluidgetriebenen Maschine, insbesondere einer Windturbine, bei dem

mehrere Schaufelblätter geformt werden,

in einem Untersuchungsschritt für mehrere geformte Schaufelblätter geometrische Abweichungen von einer Sollform ermittelt werden, einer oder mehreren ermittelten geometrischen Abweichungen von der Sollform für jedes Schaufelblatt bezüglich ihrer aerodynamischen und/oder mechanischen Konsequenzen jeweils eine erste Abweichungs- Bewertung zugeordnet wird,

einer oder mehreren ermittelten geometrischen Abweichungen von der Sollform für jedes Schaufelblatt eine oder mehrere Korrekturmaßnahmen mit jeweils einer Aufwandsbewertung zugeordnet werden und

für eine oder mehrere der ermittelten geometrischen Abweichungen die Abweichungsbewertung mit der Aufwandsbewertung verknüpft werden und aus dem Ergebnis der Verknüpfung Gruppen von zwei oder mehr Schaufelblättern einander für eine gemeinsame Verwendung in einer Windturbine zugeordnet werden, bei denen die Aufwandsbewertung eine festgelegte Schwelle überschreitet und deren Abweichungsbewertungen voneinander um weniger als einen festge- legten Wert differieren.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Verknüpfung der Abweichungsbewertung mit der Aufwandsbewertung ein Quotient aus der Aufwandsbewertung und der Abweichungsbewertung gebildet wird.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Ermittlung der Abweichungsbewertung der geometrischen Abweichung von der Sollform aufgrund eines bestehenden aerodynamischen Modells durch eine differenzielle Änderung eine Differenz eines aerodynamischen Wertes zugeordnet wird.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Abweichungsbewertung der geometrischen Abweichung von der Sollform jeweils Längsabschnitte eines Schaufelblattes gesondert betrachtet und bewertet werden.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Abweichungsbewertung in Form einer durch die geometrische Abweichung von der Sollform verursachte Leistungsabweichung der Windturbine unter festgelegten Bedingungen angegeben wird.

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Abweichungsbewertung in Form einer aufsummierten, durch die geometrische Abweichung von der Sollform verursachte Energiedifferenz über eine festgelegte Betriebszeit der Windturbine angegeben wird.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufwandsbewertung in Form eines Kostenaufwandes oder eines Zeitaufwandes oder eine Verknüpfung eines Zeitaufwandes mit einem Kostenaufwand angegeben wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Ermittlung der geometrischen Abweichungen von einer Sollform das jeweilige Schaufelblatt dreidimensional gescannt und eine Repräsentation des Schaufelblattes in einer Datenverarbeitungsanlage gespeichert wird.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass nachfolgend Korrekturen bei wenigstens einem der Schaufelblätter durch Abtragen von Teilen der Oberfläche oder durch Auftragen von Material durchgeführt werden.

System zur Herstellung von Schaufelblättern einer fluidgetriebenen Maschine, insbesondere einer Windturbine,

mit einer Untersuchungseinrichtung zur Ermittlung von geometrischen Abweichungen von einer Sollform für eines oder mehrere geformte Schaufelblätter,

mit einer Einrichtung zur Ermittlung einer Abweichungs-Bewertung einer oder mehrerer ermittelten geometrischen Abweichungen von der Sollform für jedes Schaufelblatt bezüglich ihrer aerodynamischen und/oder mechanischen Konsequenzen,

mit einer Einrichtung zur Zuordnung von einer oder mehreren Korrekturmaßnahmen mit jeweils einer Aufwandsbewertung zu einer oder mehreren ermittelten geometrischen Abweichungen von der Sollform für jedes Schaufelblatt, und

mit einer Verknüpfungseinrichtung zur Verknüpfung von einer Abweichungsbewertung von einer oder mehreren der ermittelten geometrischen Abweichungen mit der Aufwandsbewertung für eine oder mehrere ermittelte Korrekturmaßnahmen und zur Ermittlung der durchzuführenden Korrekturmaßnahmen aus dem Ergebnis der Verknüpfung.

Description:
Verfahren und System zur Herstellung von Schaufelblättern einer mit einem Fluid interagierenden Maschine

Die Erfindung liegt auf dem Gebiet des Maschinenbaus und der Fertigungstechnik sowie der Logistik und bezieht sich auf ein Verfahren und ein System zur Herstellung von Schaufelblättern einer Maschine.

Mit besonderem Vorteil kann das Verfahren und das System für Schaufelblätter von Maschinen verwendet werden, die mit einem Fluid, also beispielsweise einem Gas oder einer Flüssigkeit, interagieren, insbesondere für Schaufelblätter von luft- oder gasgetriebenen Maschinen, wie beispielsweise Windturbinen. Das Verfahren kann jedoch auch bei Maschinen verwendet werden, deren Schaufelblätter ihrerseits ein Fluid antreiben, wie beispielsweise bei Schiffsantrieben, die Propeller aufweisen, sowie bei Kompressoren.

Speziell wurde das erfindungsgemäße Verfahren und System jedoch für die Anwendung bei Windturbinen entwickelt. Schaufelblätter oder Rotorblätter von Windenergieanlagen oder einzelnen Windturbinen werden unter Berücksichtigung der aerodynamischen und der mechanisch-dynamischen Bedingungen entworfen. Hierbei ist insbesondere auch die Last durch typische angenommene Windstärken von Belang, sowie die geforderte Effizienz und Leistung der Windenergieanlage.

Die Eigenschaften eines einzelnen Schaufelblattes/Rotorblattes hängen dabei sehr stark von der äußeren Gestalt des Blattes ab. Es wird bei der Produktion versucht, Schaufelblätter reproduzierbar in der gewünschten und entworfenen Form herzustellen; jedoch kommt es regelmäßig zu Abweichungen von der Zielform. Hierdurch ergibt sich einerseits eine verminderte Leistung der Maschine und/oder das Risiko, dass ein Schaufelblatt den mechanischen/ dynamischen Belastungen auf Dauer nicht standhält.

Es ist innerhalb gewisser Grenzen möglich, Abweichungen von der Sollform bei einem Schaufelblatt durch eine Nachbearbeitung zu verringern oder teilweise zu beseitigen. Ein derartiges Verfahren ist beispielsweise aus der EP 2816430 AI bekannt. Dort wird eine dreidimensionale Abbildung eines gefer- tigten Schaufelblattes erzeugt, es werden Abweichungen von der Sollform identifiziert, und diese werden durch Nachbearbeitung beseitigt.

Aus der DE 10 2010 055 775 ist ein Verfahren zur Reparatur von Gasturbinenkomponenten bekannt, bei dem die Auswirkung einer Reparatur auf den Be- trieb der Gasturbine zunächst durch Berechnung ermittelt wird.

Aus der DE 10 2013 226 422 B3 ist ein Verfahren zur automatisierten Bewertung von Förderschaufeln einer aerodynamischen Maschine bekannt. Die DE 10 2012 213 481 AI lehrt ein Verfahren zur Qualitätsverbesserung bei der Fertigung von Werkstücken. Bei einem Bewertungsschritt wird dort bereits die Auswirkung eines geplanten und noch nicht durchgeführten Bearbeitungsschritts mit einberechnet.

Dabei sind das Vermessen der Schaufelblätter, das Identifizieren von Abweichungen und die Beseitigung von Abweichungen von der Sollform sehr aufwendig und teuer, so dass der Aufwand nicht immer in einem ökonomisch sinnvollen Verhältnis zum Nutzen steht.

Der vorliegenden Erfindung liegt vor dem Hintergrund des Standes der Tech- nik die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und ein System zur Herstellung von

Schaufelblättern zu schaffen, das eine möglichst effiziente Nachbearbeitung ermöglicht.

Die Aufgabe wird jeweils durch ein Verfahren mit den Merkmalen eines der Patentansprüche 1, 2 oder 3 sowie durch ein System mit den Merkmalen des

Patentanspruchs 12 gelöst. Die Ansprüche 4 bis 11 zeigen vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung auf.

Demgemäß bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zur Herstellung von Schaufelblättern einer mit einem Fluid interagierenden, insbesondere fluidge- triebenen Maschine, insbesondere einer Windturbine, bei dem ein oder mehrere Schaufelblätter geformt werden, in einem Untersuchungsschritt für eines oder mehrere geformte Schaufelblätter geometrische Abweichungen von einer Sollform ermittelt werden, einer oder mehreren ermittelten geometri- sehen Abweichungen von der Sollform für jedes Schaufelblatt bezüglich ihrer aerodynamischen und/oder mechanischen Konsequenzen jeweils eine erste Abweichungs-Bewertung zugeordnet wird, einer oder mehreren ermittelten geometrischen Abweichungen von der Sollform für jedes Schaufelblatt eine oder mehrere mögliche Korrekturmaßnahmen mit jeweils einer Aufwandsbe- wertung zugeordnet werden und für eine oder mehrere der ermittelten geometrischen Abweichungen die Abweichungsbewertung(en) mit der oder den Aufwandsbewertung(en) verknüpft werden und aus dem Ergebnis der Verknüpfung die durchzuführenden Korrekturmaßnahmen ermittelt werden. Dieses Verfahren bietet die Möglichkeit einer sinnvollen und wirksamen Qualitätskontrolle, die eine Bewertung der Auswirkungen von Abweichungen der Schaufelblätter von der Sollform erlaubt, wobei die Abweichungen zu dem Aufwand in Beziehung gesetzt werden können, der durch Korrekturmaßnahmen entsteht. Durch ein derartiges Verfahren können die Notwendigkeit einzelner Korrekturmaßnahmen und der Beitrag, den sie zu einer Verbesserung der Form eines Schaufelblattes leisten können, zueinander in Beziehung gesetzt werden, so dass auf einer systematischen Basis Korrekturmaßnahmen priorisiert werden können. Es müssen dabei nicht notwendigerweise alle Abweichungen von der Sollform bei den Schaufelblättern korrigiert werden, so dass in erheblichem Maße Korrekturaufwand eingespart werden kann. Den- noch kann durch ein derartiges Verfahren sichergestellt werden, dass mit minimiertem Korrekturaufwand ein bestimmter, festgelegter Standard bezüglich der Leistungsfähigkeit einer Maschine erreicht wird. Dieser Standard kann, wie weiter unten noch erläutert wird, auf verschiedene Weise gesetzt und definiert werden. Es kann beispielsweise für ein einzelnes Schaufelblatt sichergestellt werden, dass jede einzelne Abweichung von der Sollform bezüglich ihrer aerodynamischen oder mechanisch-dynamischen Auswirkungen unter einer bestimmten Schwelle bleibt oder mittels einer Korrekturmaßnahme unter diese Schwelle gebracht wird. Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass die Summe der Abweichungen eines Schaufelblattes von der Soll- form bestimmten Bedingungen genügt. Durch eine Auswahl von Korrekturmaßnahmen kann dies auch für ein Schaufelblatt, für das die Abweichungen anfänglich den Standard übersteigen, sichergestellt werden.

Durch das erfindungsgemäße Verfahren kann somit systematisch ein

Qualitätsstandard für Schaufelblätter von Maschinen, die mit einem Fluid in- teragieren, sichergestellt werden. Der Standard kann jeweils für die Herstellung eines bestimmten Satzes von Schaufelblättern individuell nach dem Wunsch des Herstellers festgelegt werden. Die Erfindung bezieht sich zudem auch auf ein alternatives Verfahren zur Herstellung von Schaufelblättern einer fluidgetriebenen Maschine, insbesondere einer Windturbine, bei dem ein oder mehrere Schaufelblätter geformt werden, in einem Untersuchungsschritt für eines oder mehrere geformte Schaufelblätter geometrische Abweichungen von einer Sollform ermittelt werden, einer oder mehreren ermittelten geometrischen Abweichungen von der

Sollform für jedes Schaufelblatt bezüglich ihrer aerodynamischen und/oder mechanischen Konsequenzen jeweils eine erste Abweichungs-Bewertung zugeordnet wird, einer oder mehreren ermittelten geometrischen Abweichungen von der Sollform für jedes Schaufelblatt eine oder mehrere mögliche Kor- rekturmaßnahmen mit jeweils einer Aufwandsbewertung zugeordnet werden, ermittelten geometrischen Abweichungen für jedes Schaufelblatt bezüglich ihrer aerodynamischen und/oder mechanischen Konsequenzen unter Berücksichtigung der möglichen Korrektur jeweils eine zweite Abweichungs- Bewertung zugeordnet wird und für eine oder mehrere der ermittelten geometrischen Abweichungen die zweite(n) Abweichungsbewertung(en) oder die erste(n) und die zweite(n) Abweichungsbewertung(en) mit der oder den Auf- wandsbewertung(en) verknüpft werden und aus dem Ergebnis der Verknüpfung oder der Verknüpfungen die durchzuführenden Korrekturmaßnahmen ermittelt werden. Bei diesem Verfahren wird für die Bewertung einzelner Korrekturmaßnahmen bei einer Abweichung von der Sollform nicht nur das Maß der Abweichung der Istform von der Sollform zugrunde gelegt, sondern speziell auch die durch die Korrekturmaßnahmen erreichbaren Verbesserungen. Dabei wird berücksichtigt, dass eventuell nicht alle Abweichungen von der Sollform durch die Kor- rekturmaßnahmen vollständig beseitigt werden können. Einige Abweichungen können durch Korrekturmaßnahmen möglicherweise nur teilweise beseitigt werden, so dass bei solchen Abweichungen teilweise Abhilfe geschaffen werden kann, an den entsprechenden Stellen des Schaufelblattes jedoch weiterhin Abweichungen von der Sollform verbleiben oder nicht ganz verschwinden. In diesem Fall kann die Sinnhaftigkeit von Korrekturmaßnahmen daran gemessen werden, wie weitgehend die Abweichungen von der Sollform beseitigt werden können bzw. wie nah der Sollform durch die Korrekturmaßnahmen gekommen werden kann. Die Erfindung bezieht sich in einer weiteren Ausführungsform auf ein Verfahren zur Herstellung von Schaufelblättern einer fluidgetriebenen Maschine, insbesondere einer Windturbine, bei dem mehrere Schaufelblätter geformt werden, in einem Untersuchungsschritt für mehrere geformte Schaufelblätter geometrische Abweichungen von einer Sollform ermittelt werden, einer oder mehreren ermittelten geometrischen Abweichungen von der Sollform für jedes Schaufelblatt bezüglich ihrer aerodynamischen und/oder mechanischen Konsequenzen jeweils eine erste Abweichungs-Bewertung zugeordnet wird, einer oder mehreren ermittelten geometrischen Abweichungen von der Sollform für jedes Schaufelblatt eine oder mehrere mögliche Korrekturmaß- nahmen mit jeweils einer Aufwandsbewertung zugeordnet werden und für eine oder mehrere der ermittelten geometrischen Abweichungen die Ab- weichungsbewertung mit der Aufwandsbewertung verknüpft werden und aus dem Ergebnis der Verknüpfung Gruppen von zwei oder mehr Schaufelblättern, bei denen die Aufwandsbewertung eine festgelegte Schwelle überschreitet und eine mechanische und/oder aerodynamische Unwucht ähnlich ist, jeweils für eine gemeinsame Verwendung in einer Windturbine gebildet werden.

Diese Variante des Verfahrens zieht in Betracht, dass trotz Korrekturmaßnahmen unter Berücksichtigung der Abweichungen von der Sollform und/oder der beschränkten Möglichkeiten, durch die Korrekturmaßnahmen die Sollform vollständig zu verwirklichen, auch die Entscheidung getroffen werden kann, Korrekturmaßnahmen gänzlich zu unterlassen oder so stark zu beschränken, dass der angestrebte Qualitätsstandard nicht erreicht oder ein geringerer Qualitätsstandard erreicht wird. In diesem Fall können die so beurteilten Schaufelblätter einer gesonderten Verwendung zugeführt werden, beispielsweise gemeinsam in einer Maschine eingesetzt werden, die geringeren Leistungsanforderungen entsprechen muss, oder die Schaufelblätter können derart zu Gruppen für eine Maschine zusammengestellt werden, dass ihre aerodynamischen und/oder mechanischen Unwuchten sich wenigstens teilweise ausgleichen.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der oben erläuterten Verfahren kann vorsehen, dass bei der Verknüpfung der Abweichungsbewertung mit der Aufwandsbewertung ein Quotient aus wenigstens einer Aufwandsbewertung und wenigstens einer Abweichungsbewertung gebildet wird. Die Quotienten- bildung ist eine mathematisch einfache Form, um den Korrekturaufwand zu dem hierdurch erreichten Nutzen oder zu der anfänglich vorliegenden Abweichung von der Sollform in Beziehung zu setzen. Bei einer solchen

Quotientenbildung können sowohl die Abweichungsbewertung als auch die Aufwandsbewertung mit einer Potenz versehen werden, die größer oder kleiner als eins ist, um eine nichtlineare Bewertung zu implementieren.

Es kann weiter vorgesehen sein, dass bei der Ermittlung der Abweichungsbewertung jeweils einer geometrischen Abweichung von der Sollform auf- grund eines bestehenden aerodynamischen Modells durch eine differenzielle

Änderung eine Differenz eines aerodynamischen Wertes zugeordnet wird. Grundsätzlich ist es möglich, die aerodynamische Form und Wirkung einmal für die Sollform und einmal für die tatsächlich bei der Vermessung ermittelte Form zu berechnen und zu vergleichen. Hierdurch kann die Auswirkung einer Abweichung von der Sollform, die einer mechanischen und/oder aerodynamischen Unwucht ähnlich ist, ermittelt werden. Dazu sind jeweils mehr oder weniger vollständige aerodynamische Berechnungen auf der Basis der Sollform und der tatsächlich gemessenen Form notwendig.

Es können jedoch auch, wie oben erwähnt, abgekürzte Berechnungen durchgeführt werden, indem nur die Unterschiede/Abweichungen von der Sollform in ein Berechnungsmodell eingesetzt und die Auswirkungen der Abweichungen näherungsweise berechnet werden.

Beispielsweise kann auch vorgesehen sein, dass bei der Abweichungsbewertung der geometrischen Abweichung von der Sollform jeweils Längsabschnitte eines Schaufelblattes gesondert betrachtet und bewertet werden.

Es kann alternativ oder zusätzlich auch vorgesehen sein, dass bei der Abweichungsbewertung der geometrischen Abweichung von der Sollform verschiedene Längsabschnitte eines Schaufelblattes unterschiedlich gewichtet werden. Dabei wirkt sich aus, dass Abweichungen von der Sollform bei solchen Abschnitten eines Schaufelblattes, die, einen Einsatz in einer rotierenden Maschine vorausgesetzt, sich in achsferneren Regionen bewegen, wegen der höheren Geschwindigkeit stärker wirksam werden als Abweichungen, die sich in achsnahen Regionen befinden. Demgemäß können erkannte Abweichungen in Abhängigkeit von ihrem Abstand zur Rotationsachse linear oder überlinear gewichtet sein.

Dies gilt insbesondere bei Betrachtung des aerodynamischen Aspekts. Bei Betrachtung von mechanischen Aspekten kann sich ergeben, dass die achsnäheren Bereiche mechanisch stärker belastet sind als die achsfernen Bereiche, so dass für diese Belange auch eine Stärkung der Gewichtung mit abnehmendem Abstand von der Rotationsachse in Betracht gezogen werden kann. Für einzelne Abweichungen eines Schaufelblattes von der Sollform kann ein Abweichungsmaß ermittelt werden, das beispielsweise von der betroffenen Fläche an der Oberfläche des Schaufelblattes oder auch von der Tiefe der Abweichung, gemessen von der Solloberfläche des Schaufelblattes, abhängen kann. Das Maß der Abweichungen kann dabei auch für aerodynamische Auswirkungen anders bewertet werden als für die mechanischen Auswirkungen. Mechanische und aerodynamische Auswirkungen können gemeinsam, jedoch auch getrennt voneinander betrachtet werden. Es kann auch vorgesehen sein, dass bei der Abweichungsbewertung der geometrischen Abweichung von der Sollform jeweils Abweichungen an der Druck- und an der Saugseite (an den beiden Wirkseiten) eines Schaufelblattes unterschiedlich gewichtet werden. Dabei kann zudem vorgesehen sein, dass eine gemeinsame Abweichungsbewertung der Summe der detektierten Abwei- chungen mit einer oder zwei festgelegten Schwellwerten verglichen wird. Die einzelnen Abweichungen können dabei gleich oder auch unterschiedlich gewichtet und beispielsweise summiert werden. Die gemeinsame Abweichungsbewertung kann für ein Schaufelblatt dann derart eingeordnet werden, dass ermittelt wird, ob diese in einem vorgegebenen Wertefenster, d. h. zwischen einem niedrigeren und einem höheren Schwellenwert, liegt. Liegt die Abweichungsbewertung außerhalb des Bewertungsfensters, also beispielsweise unterhalb der unteren oder oberhalb der oberen Schwelle, so kann beispielsweise entschieden werden, dass Korrekturmaßnahmen möglich und/oder notwendig sind. Es kann auch ein Schwellwert festgesetzt werden, bei dessen Überschreitung Korrekturmaßnahmen nicht weiter sinnvoll sind.

Es kann auch für die Relation der Aufwandsbewertung zur Abweichungsbewertung eine entsprechende Überprüfung von Schwellenwerten erfolgen, um die Effizienz von Korrekturmaßnahmen und ihre Sinnhaftigkeit zu er- mittein oder zu überprüfen.

Es kann bei dem Verfahren auch vorgesehen sein, dass die Abweichungsbewertung in Form einer durch die geometrische Abweichung von der Sollform verursachte Lastabweichung der Windturbine unter festgelegten Bedingungen ermittelt wird. Damit wird die Last und/oder die zusätzliche Last ermittelt, der eine Windturbine oder eine andere Maschine bei gegebenen äußeren Bedingungen unterworfen ist. Liegt diese Last über einem zulässigen Schwellwert, so ist die Maschine für die entsprechenden Bedingungen gemäß dem gegebenen Standard nicht einsetzbar, und es müssen Korrekturmaßnahmen durchgeführt werden oder das entsprechende Schaufelblatt muss einer anderen Verwertung zugeführt werden.

Es kann auch vorgesehen sein, dass die Abweichungsbewertung in Form einer durch die geometrische Abweichung von der Sollform verursachte Leistungsabweichung der Windturbine unter festgelegten Bedingungen ermittelt wird. In diesem Fall wird die von der Maschine umgesetzte Leistung bei den gegebenen Abweichungen ermittelt und mit den Bedingungen bei Einhaltung einer Sollform verglichen. Ist die Leistungsabweichung zu groß und überschreitet die Abweichung eine bestimmte Schwelle, die durch den Standard festgesetzt ist, so sind Korrekturmaßnahmen durchzuführen, oder das Schaufelblatt ist einer anderen Verwendung zuzuführen.

Es kann auch vorgesehen sein, dass die Abweichungsbewertung in Form einer aufsummierten, durch die geometrische Abweichung von der Sollform verursachten Energiedifferenz über eine festgelegte Betriebszeit der Windturbine ermittelt wird. In diesem Fall wird überprüft, ob beispielsweise eine Windturbine innerhalb einer vorgegebenen Frist aufsummiert eine bestimmte gegebene Energiemenge erzeugen kann oder ob sie durch die Abweichungen von der Sollform unter einer bestimmten Schwelle der erzeugbaren Energie bleibt. Die in der Frist erzeugbare Energie lässt sich einfach in einen wirt- schaftlichen Nutzen umrechnen, so dass die möglicherweise durchzuführenden Korrekturmaßnahmen, die sich ebenfalls kostenmäßig bewerten lassen, zu den ökonomischen Verlusten in Beziehung setzen lassen, die während des Betriebes in einer vorgegebenen Zeit ohne die Durchführung von Korrekturmaßnahmen eintreten.

Es kann beispielsweise vorgesehen sein, dass die Aufwandsbewertung in Form eines Kostenaufwandes oder eines Zeitaufwandes oder einer Verknüpfung eines Zeitaufwandes mit einem Kostenaufwand ermittelt wird. Dabei kann zudem vorgesehen sein, dass die Aufwandsbewertung nichtlinear ist, indem bei der Ermittlung des Gesamtaufwandes der Korrekturmaßnahmen bei ei- nem einzelnen Schaufelblatt die Einsparungen durch miteinander kombinierte Korrekturmaßnahmen berücksichtigt werden.

Zur praktischen Durchführung bei Ermittlung der Abweichungen eines tatsächlichen Schaufelblattes von einer Sollform kann vorgesehen sein, dass bei der Ermittlung der geometrischen Abweichungen von einer Sollform das jeweilige Schaufelblatt dreidimensional gescannt und eine Repräsentation des Schaufelblattes in einer Datenverarbeitungsanlage gespeichert wird Hierzu kann beispielsweise ein Scan mittels eines Lasers durchgeführt werden. Um eine dreidimensionale Abbildung/Repräsentation zu erreichen, kann auch ein Scan mit einem oder mehreren Lasern von unterschiedlichen Positionen aus relativ zu einem Schaufelblatt durchgeführt werden. Eine Aufnahme der tatsächlichen Schaufelblattgeometrie kann auch manuell oder mit anderen bekannten Abtastverfahren durchgeführt werden. Dabei kann die Erfassung in einer Rasterung erfolgen, die die für diesen Zweck erforderliche Ortsauflösung gewährleistet

Die Erfindung bezieht sich außer auf ein Verfahren der oben erläuterten Art auch auf ein System zur Herstellung von Schaufelblättern einer mit einem Fluid interagierenden, insbesondere fluidgetriebenen Maschine, insbesondere einer Windturbine, mit einer Untersuchungseinrichtung zur Ermittlung von geometrischen Abweichungen von einer Sollform für eines oder mehrere geformte Schaufelblätter, mit einer Einrichtung zur Ermittlung einer Abweichungs-Bewertung einer oder mehrerer ermittelter geometrischer Abweichungen von der Sollform für jedes Schaufelblatt bezüglich ihrer aerodynamischen und/oder mechanischen Konsequenzen, mit einer Einrichtung zur Zuordnung von einer oder mehreren Korrekturmaßnahmen mit jeweils einer Aufwandsbewertung zu einer oder mehreren ermittelten geometrischen Abweichungen von der Sollform für jedes Schaufelblatt und mit einer Verknüpfungseinrichtung zur Verknüpfung von einer Abweichungsbewertung, die für eine oder mehrere der ermittelten geometrischen Abweichungen ermittelt worden ist, mit der Aufwandsbewertung für eine oder mehrere ermittelte Korrekturmaßnahmen und zur Ermittlung der durchzuführenden Korrekturmaßnahmen aus dem Ergebnis der Verknüpfung. Das Verfahren und das System, wie sie oben erläutert wurden, erlauben ein systematisches Qualitätsmanagement bei der serienmäßigen Herstellung von Schaufelblättern von Maschinen, insbesondere Windenergiemaschinen.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen in Figuren einer Zeichnung gezeigt und nachfolgend erläutert. Dabei zeigt

Fig. 1 im Querschnitt schematisch ein Schaufelblatt einer Windenergieanlage,

Fig. 2 im Querschnitt ein Schaufelblatt mit von der Sollform abweichenden Erhebungen,

Fig. 3 im Querschnitt ein Schaufelblatt mit von der Sollform abweichenden Ausnehmungen,

Fig. 4 schematisch Teile einer Windenergieanlage,

Fig. 5 eine Einrichtung zum Scannen eines Schaufelblatts,

Fig. 6 ein System zur Bewertung von Abweichungen und Korrekturmaßnahmen sowie

Fig. 7 einen Teil der erzeugten Datenstruktur.

Figur 1 zeigt schematisch einen Schnitt senkrecht zur Längsachse eines Schaufelblattes einer Windenergieanlage in einer Sollform. Es ist das Tragflächenprofil des Schaufelblattes 1 erkennbar, wobei die Windrichtung durch den Pfeil 2 und die Anströmungsrichtung durch den Pfeil 3 angezeigt ist. Die Saugseite des Schaufelblattes ist mit der geschweiften Klammer 4 bezeichnet, wobei die Saugseite 4 von der Druckseite durch die gestrichelte Linie 5 getrennt wird. Die Druckseite des Schaufelblattes liegt der Saugseite 4 gegenüber.

Die Anströmungsrichtung 3 ergibt sich durch die Windrichtung 2 und die Fortbewegungsrichtung des angetriebenen Schaufelblattes 1. In Figur 2 ist schematisch im Querschnitt ein Schaufelblatt 1 dargestellt, das beispielsweise in einem Gießverfahren mit einer Gießform hergestellt sein kann. Es können sich als Abweichung von der idealen Sollform, wie sie in Figur 1 dargestellt ist, Erhebungen 6, 7, 8 ergeben, die sowohl auf der Saugseite als auch auf der Druckseite des Schaufelblattes entstehen können, beispielsweise durch Angusskanäle, Trennfugen von Gießformen oder Unregelmäßigkeiten beim Herauslösen eines Schaufelblattes aus der Gießform. Die Abweichungen 6, 7, 8 können die Form von örtlich begrenzten, hügelartigen Erhebungen oder auch die Form von Stegen (beispielsweise hervorgerufen durch Trennfugen von Gießformen) aufweisen.

In Figur 3 sind beispielhaft an einem Querschnitt eines Schaufelblattes 1 Abweichungen 9, 10 in Form von Vertiefungen, Löchern oder Ausnehmungen dargestellt.

Korrekturmaßnahmen zur Beseitigung der Abweichungen 6, 7, 8, 9, 10 können beispielsweise im einfachsten Fall vorsehen, dass Erhebungen 6, 7, 8 abgeschliffen werden und dass Vertiefungen 9, 10 mittels einer Spachtelmasse 11 verspachtelt werden. Nach dem Verspachteln durch Spachtelmasse kann die Kontur des Schaufelblattes durch Abschleifen, Fräsen oder andere abtragende Bearbeitungsverfahren an die Sollform angepasst werden.

Es sind jedoch auch andere Korrekturmaßnahmen denkbar. Beispielsweise können Erhebungen auf einer größeren Fläche abgeschliffen werden, um die Übergänge auf der Oberfläche des Schaufelblattes möglichst gleichförmig zu gestalten. Vertiefungen 9, 10 können auch zum besseren Halt einer Spachtelmasse zunächst vertieft und danach aufgefüllt werden. Es können auch zur Bearbeitung mehrere Abweichungen zusammengefasst und gemeinsam abgeschliffen und aufgefüllt werden. Es kann auch vorgesehen sein, im Bereich von Abweichungen gezielt Ausnehmungen in einem Schaufelblatt vorzusehen, die durch Einlageteile gefüllt werden. Die Einlageteile können eingeklebt und nachträglich verspachtelt und geschliffen werden.

Das Auffüllen von Material kann auch durch Auflegen zusätzlicher Materiallagen, Faserspritzen oder Gießauftrag erfolgen. Die vorliegende Erfindung hat das Ziel, festgestellte Abweichungen bei einem oder mehreren Schaufelblättern zunächst zu bewerten, um festzustellen, welche mechanischen und/oder aerodynamischen Wirkungen diese Abweichungen im Betrieb haben, ob die Abweichungen durch Korrekturmaß- nahmen beseitigbar sind, welchen Aufwand die Korrekturmaßnahmen im Einzelnen oder auch gruppenweise zusammengefasst und wie der Aufwand der Korrekturmaßnahmen zu den Wirkungen der Abweichungen ins Verhältnis gesetzt werden kann. Dabei kann auch berücksichtigt werden, inwieweit durch die vorgeschlagenen Korrekturmaßnahmen bei den gegebenen

Abweichungen dem Sollzustand / der Sollform des Schaufelblattes nahegekommen werden kann. Sind die Abweichungen beispielsweise nur teilweise korrigierbar, so ist der Aufwand der Korrekturmaßnahmen mit dem erzielbaren Erfolg und den verbleibenden Restabweichungen von der Sollform in Beziehung zu setzen und zu bewerten, ob ein festgesetzter Standard für die zugelassenen Abweichungen von der Sollform überhaupt erreicht wird und ob der Aufwand, der für die Korrekturmaßnahmen getrieben werden muss, in einem ökonomisch sinnvollen Verhältnis zum erreichbaren Nutzen steht. Auf der Basis einer solchen Analyse können dann die Korrekturmaßnahmen priori- siert und die wirksamsten Korrekturmaßnahmen mit dem

geringstnotwendigen Aufwand zuerst durchgeführt werden. Dabei kann eine

Liste erzeugt werden, die die Korrekturmaßnahmen nach der Priorität ordnet, und diese Liste kann so weit abgearbeitet werden, bis die Gesamtabweichung eines Schaufelblattes von der Sollform einen nach dem gesetzten Standard noch zulässigen Wert erreicht.

Figur 4 zeigt schematisch einen Teil einer Windenergieanlage mit einem Rotor 12, der eine Nabe 13 und drei Schaufelblätter 14, 15, 16 aufweist. Beispielhaft ist an dem Schaufelblatt 16 eine Längseinteilung in Abschnitte 16a, 16b, 16c, 16d, 16e gezeigt. Bei der Bewertung der Abweichungen des Schaufelblattes 16 von der Sollform kann beispielsweise die Information einfließen, in welchem der Längsabschnitte des Schaufelblattes die jeweiligen Abweichungen liegen. Dabei werden Abweichungen in radial weiter außen mit größerem Abstand von der Nabe 13 liegender Position stärker bewertet als radial weiter innen liegende Abweichungen. Eine Abweichung im Abschnitt 16e wirkt sich auf die Leistung einer Windenergieanlage wegen der größeren Anströmungs- geschwindigkeit stärker aus als eine Abweichung im Abschnitt 16a in Naben- nähe. Dabei hängt die Relevanz der einzelnen Abweichungen im Wesentlichen jedoch zusätzlich davon ab, welche Form und Größe die Abweichungen, beispielsweise Erhebungen oder Ausnehmungen, haben.

Figur 5 zeigt schematisch eine Einrichtung zur Erfassung der dreidimensionalen Form eines Schaufelblattes 16 mit einer Lichtquelle 17, die beispielsweise durch einen Laser gebildet sein kann, sowie einer Abtasteinrichtung 18 zur Erfassung der Reflexionen des Laserlichts. Die Abtastdaten werden an eine Analyseeinrichtung 19 geleitet, die aus den Daten die dreidimensionale tatsächliche Form des Schaufelblattes 16 ermittelt und diese mit einer Sollform vergleicht. Als Differenz wird ein Vektor oder eine Matrix 20 ausgegeben, der/die die Abweichungen A, B, C, D, E, F sowie ihre jeweilige Position am Schaufelblatt 16 und die jeweilige geometrische Form und Größe enthält. Dieser Vektor wird im Folgenden weiterverarbeitet.

In Figur 6 ist dargestellt, dass der Vektor A, B, C, D, E, F, der in Figur 6 mit 20 bezeichnet ist, in der Einrichtung 21 zur Ermittlung einer Abweichungsbewertung weiter verarbeitet wird. In der Einrichtung 21 wird den einzelnen lokalen Abweichungen A, B, C, D, E, F eines Schaufelblattes oder gegebenenfalls auch mehrerer Schaufelblätter jeweils einzeln eine Abweichungsbewertung Α', B', C, D', E', F' zugeordnet, wobei die geometrische Größe und Art der Abweichung sowie die Position der Abweichung an dem jeweiligen Schaufelblatt berücksichtigt und zu einer Abweichungsbewertung verarbeitet werden können. Die Abweichungsbewertung kann für jede einzelne Abweichung einen Wert darstellen, der beispielsweise durch den Vergleich der aerodynamischen Eigenschaften des Schaufelblattes mit der Abweichung mit

den entsprechenden aerodynamischen Eigenschaften ohne eine solche Abweichung, d. h. bei Einhaltung der Sollform, gewonnen werden kann.

Die Abweichung kann auch unter Berücksichtigung der mechanischen Konsequenzen, wie beispielsweise Bruch- und Biegefestigkeit, bestimmt werden, oder es können Parameter der mechanischen Festigkeit mit aerodynamischen Parametern verknüpft werden.

Beispielsweise kann das Maß der Änderung der aerodynamischen Eigenschaften durch eine Abweichung dadurch bestimmt werden, dass die Parameter der Abweichung mit einer numerischen simulationsbasierten Methode verar- beitet werden, die lokal am Querschnittsprofil oder in der Gesamtgeometrie des Schaufelblatts die Veränderung der Aerodynamik durch die ermittelten Abweichungen in der Geometrie bestimmt. Es kann dabei eine diffe renzielle Rechenmethode angewendet werden, die nicht die aerodynamischen Eigen- Schäften des gesamten Schaufelblattes für eine Abweichung neu berechnet, sondern lediglich Einwirkungen einer Abweichung auf die Aerodynamik angenähert bestimmt.

Als Ergebnis der Ermittlung der Abweichungsbewertung liegt ein Vektor 22 vor, der jeweils einer Abweichung A die entsprechende Bewertung A' zuordnet. Die einzelnen Abweichungen können dabei in dem Vektor ungeordnet vorliegen oder entsprechend der Höhe ihrer Bewertung priorisiert sein.

Im nächsten Schritt werden jeder einzelnen Abweichung A, B, C, D, E, F jeweils eine oder mehrere Korrekturmaßnahmen 100, 101, 102 zugeordnet (vgl. bei der Benennung auch Figur 7, in der ein Ausschnitt aus Figur 6, der die Abweichung A betrifft, vergrößert dargestellt ist).

Jeder Abweichung A, B usw. können eine oder mehrere mögliche Korrektur- maßnahmen zugeordnet werden, die jeweils die Auswirkung der Abweichung auf den Zustand und/oder die Performance des Schaufelblattes in unterschiedlichem Maß verbessern. Im Idealfall kann die entsprechende Korrekturmaßnahme den Sollzustand herstellen. Dabei besteht die Information über eine einzelne Korrekturmaßnahme 100,

101, 102 aus der Angabe der jeweiligen Maßnahme in Form einer Arbeitsanweisung, wie beispielsweise Spachteln oder Schleifen, wobei diese Informationen über die Korrekturmaßnahmen im engeren Sinn jeweils mit 100', 101', 102' bezeichnet sind, und den entsprechenden Aufwänden 100", 101", 102". Die jeweiligen Aufwände können beispielsweise in Form von Kostenaufwänden oder Zeitaufwänden bemessen sein.

An dieser Stelle kann jeder Abweichung oder auch den priorisierten Abweichungen mit der höchsten Relevanz bereits jeweils eine Korrekturmaß- nähme zugeordnet werden, wobei beispielsweise die am wenigsten aufwändigen Korrekturmaßnahmen gewählt werden können. Übersteigt die Summe der Abweichungen eine bestimmte Relevanz oder die Summe der Korrekturmaßnahmen einen bestimmten Aufwand, so kann entschieden werden, dass sich eine Reparatur/Korrektur des Schaufelblattes nicht lohnt. Es kann auch entschieden werden, dass nur eine bestimmte limitierte Anzahl der wichtigsten/relevantesten Abweichungen bearbeitet wird, weil diese den höchsten Einfluss auf die aerodynamischen und/oder mechanischen Eigenschaften des Schaufelblattes haben.

Dabei kann für die Auswahl der Abweichungen, die zu bearbeiten sind, außer dem jeweiligen Maß der Abweichung auch die Relation der notwendigen Korrekturmaßnahme zur Abweichungsbewertung herangezogen werden. Beispielsweise kann der Quotient aus einem Aufwand einer Korrekturmaßnahme und der Bewertung der Abweichung als Entscheidungsgrundlage für die Entscheidung dienen, ob eine bestimmte Abweichung durch eine Korrektur be- handelt wird oder nicht. Auch andere Verknüpfungen als ein direkter Quotient zwischen dem Korrekturaufwand und der Abweichungsbewertung sind denkbar.

Die Entscheidung kann jedoch auch davon abhängig gemacht werden, inwieweit die einzelnen möglichen Korrekturmaßnahmen 100, 101, 102 die jeweilige Abweichung beseitigen können. Hierzu kann jeder Korrekturmaßnahme 100, 101, 102 ein Ergebniszustand 100"', 101"', 102"' zugeordnet werden, der Aufschluss darüber gibt, wie weit durch die jeweilige Korrekturmaßnahme die Abweichung beseitigt werden kann. Es kann dann beispielsweise für jede Abweichung diejenige Korrekturmaßnahme ausgewählt werden, die die Abweichung am weitesten beseitigt und an der betreffenden Stelle das Schaufelblatt dem Sollzustand am nächsten bringt. Es kann jedoch auch diejenige Korrekturmaßnahme ausgewählt werden, bei der das Aufwand/Nutzen- Verhältnis in Bezug auf den Ergebniszustand optimal ist.

Die Ermittlung von potenziellen Korrekturmaßnahmen zu den jeweiligen Abweichungen A, B, C, D, E findet in der Einrichtung 23 statt.

Es ist zudem eine Verknüpfungseinrichtung 24 vorgesehen, in der den jeweiligen Abweichungen A, B, C, D, E die nach gegebenen Kriterien optimierten Korrekturmaßnahmen oder keine Korrekturmaßnahme zugeordnet werden. Die Abweichungen werden gemeinsam mit den vorgeschlagenen Korrekturmaßnahmen als Vektor 25 ausgegeben. In dem in Figur 6 gegebenen Beispiel ist der Abweichung A die Korrekturmaßnahme 100 mit dem Aufwand 100" und dem Ergebniszustand 100"' zugeordnet. Dieser Vektor 25 kann als

Arbeitsprogramm für eine Bearbeitungsmaschine verwendet werden, in die das jeweilige Schaufelblatt eingebracht werden kann.

Die Ergebnisse der ermittelten Abweichungen einer Serie von Schaufelblättern werden gespeichert und können ausgewertet werden, um langfristige Trends beim Auftreten von Abweichungen zu ermitteln und diesen entgegenzuwirken.

Die Erfindung erlaubt eine systematische Qualitätssicherung, die einerseits sicherstellt, dass die fertiggestellten Schaufelblätter den gestellten Qualitäts- anforderungen genügen, und andererseits dafür sorgt, dass der geforderte Qualitätsstandard mit einem minimierten Aufwand erreicht werden kann.