Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR TRACKING NETWORK PARAMETERS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/025769
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a method for tracking network parameters in a communication network formed by nodes and links between them, particularly in a packet-based IP network, with access controls for the purpose of limiting the traffic load, where the network parameters comprise a link/cost metric with link weights for the links, in which: a) a traffic matrix for the network is regularly ascertained, b) a blocking probability for traffic which is subject to an access control is determined from a current traffic matrix, c) a check is performed to determine whether the ascertained blocking probability satisfies a criterion for scheduled network operation, d) if the blocking probability does not satisfy the criterion and/or redetermination for limits used as part of the access controls using the current traffic matrix does not result in a blocking probability which satisfies the criterion then the current traffic matrix is used to determine a new link/cost metric for optimizing the transport of traffic through the network, e) new values for limits used as part of the access controls are determined on the basis of the new link/cost metric and, following determination of the new values for the limits, a check is performed to determine whether the criterion is satisfied when the limits are fixed at these values again, f) if the criterion is satisfied then the link weights are configured with the new link/cost metric in the network and the limits are stipulated at the new values, characterized in that in step d) the link/cost metric is first of all optimized for the transport of traffic through the network without taking account of error situations, and if it is established in the subsequent step e) that the criterion is not satisfied when the limits are fixed again on the basis of the new link/cost metric, optimized without taking account of error situations, then the process returns to step d) and the link/cost metric for transporting traffic through the network is optimized taking account of error situations.

Inventors:
CHARZINSKI, Joachim (Groschenweg 49, München, 81825, DE)
WALTER, Uwe (Höhefeldstr. 17/1, Weingarten, 76356, DE)
Application Number:
EP2007/058927
Publication Date:
March 06, 2008
Filing Date:
August 28, 2007
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
NOKIA SIEMENS NETWORKS GMBH & CO. KG (St. Martin Str. 76, München, 81541, DE)
CHARZINSKI, Joachim (Groschenweg 49, München, 81825, DE)
WALTER, Uwe (Höhefeldstr. 17/1, Weingarten, 76356, DE)
International Classes:
H04L12/56
Attorney, Agent or Firm:
NOKIA SIEMENS NETWORKS GMBH & CO. KG (Postfach 80 17 60, München, 81617, DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Nachführung von Netzparametern eines mit Knoten und dazwischen liegenden Links gebildeten Kommunikati- onsnetzes, insbesondere eines paketbasierten IP-Netzes, mit Zugangskontrollen zwecks Begrenzung der Verkehrslast, wobei die Netzparameter eine Link-Kostenmetrik mit Linkgewichten für die Links umfassen, bei dem: a) eine Verkehrsmatrix des Netzes regelmäßig ermittelt wird, b) eine Blockierwahrscheinlichkeit für einer Zugangskontrol ¬ le unterzogenen Verkehr aus der aktuellen Verkehrsmatrix bestimmt wird, c) überprüft wird, ob die ermittelte Blockierwahrscheinlich ¬ keit ein Kriterium für einen planmäßigen Netzbetrieb er- füllt, d) im Falle, dass die Blockierwahrscheinlichkeit das Krite ¬ rium nicht erfüllt und/oder eine Neubestimmung für im Rahmen der Zugangskontrollen verwendete Grenzen anhand der aktuellen Verkehrsmatrix nicht zu einer Blockierwahr- scheinlichkeit führt, welche das Kriterium erfüllt, an ¬ hand der aktuellen Verkehrsmatrix eine neue Link- Kostenmetrik zur Optimierung des Transports von Verkehr durch das Netz bestimmt wird, e) neue Werte für im Rahmen der Zugangskontrollen verwendete Grenzen auf Basis der neuen Link-Kostenmetrik bestimmt werden und nach der Bestimmung der neuen Werte für die Grenzen überprüft wird, ob das Kriterium bei Neufestset ¬ zung der Grenzen auf diese Werte erfüllt wird, f) falls das Kriterium erfüllt wird, die Linkgewichte mit der neuen Link-Kostenmetrik im Netz konfiguriert werden und die Grenzen auf die neuen Werte festgelegt werden, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt d) die Link-Kostenmetrik zunächst für den Trans ¬ port von Verkehr durch das Netz ohne Berücksichtigung von Fehlerfällen optimiert wird und im Falle, dass im anschlie ¬ ßenden Schritt e) festgestellt wird, dass das Kriterium bei Neufestsetzung der Grenzen auf Basis der neuen, ohne Berücksichtigung von Fehlerfällen optimierten Link-Kostenmetrik

nicht erfüllt ist, zu Schritt d) zurückgegangen wird und die Link-Kostenmetrik für den Transport von Verkehr durch das Netz unter Berücksichtigung von Fehlerfällen optimiert wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Optimierung der Link-Kostenmetrik unter Berücksichtigung von Fehlerfällen eine erste Optimierung umfasst, gemäß der

- in mehreren Optimierungsläufen unterschiedliche Link- Kostenmetriken, insbesondere für Multi-Path-Routing, ohne Berücksichtigung von Fehlerfällen ermittelt werden,

- für vorgegebene Fehlerfälle die Lastverteilungen dieser Link-Kostenmetriken in eine Liste von Fehlermustern aufgenommen werden, und - von den Link-Kostenmetriken diejenige ausgewählt wird, die in den Fehlerfällen die geringste maximale Linkaus ¬ lastung erzeugt.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Optimierung der Link-Kostenmetrik unter Berücksichtigung von Fehlerfällen eine zweite Optimierung umfasst, gemäß der eine Liste vorgegebener Fehlermuster gegeben ist,

- die Link-Kostenmetriken, insbesondere für Multi-Path- Routing, für die Liste vorgegebener Fehlermuster in Bezug auf die maximale Linkauslastung optimiert werden.

4. Verfahren nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Optimierung der Link-Kostenmetrik unter Berücksichtigung von Fehlerfällen zuerst die erste Optimierung durchgeführt wird und im Falle, dass im anschließenden Schritt e) festgestellt wird, dass das Kriterium bei Neufestsetzung der Grenzen auf Basis der gemäß der ersten Optimierung optimier- ten Link-Kostenmetrik nicht erfüllt ist, zu Schritt d) zu ¬ rückgegangen wird und die zweite Optimierung durchgeführt wird.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass, falls das Kriterium nicht erfüllt wird, die Netzverwaltung alarmiert wird.

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kriterium durch die Einhaltung eines Schwellenwertes ge ¬ geben ist.

7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass

änderungen der Topologie des Netzes bei der Bestimmung neuer Werte für die Grenzen berücksichtigt werden.

8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchführung des Verfahrens zur Nachführung von Netzparametern durch eine änderung der Topologie des Netzes ausgelöst wird.

9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren mit Hilfe eines zentralen Netzkontrollservers durchgeführt wird.

10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der zentrale Netzkontrollserver während der Durchführung des Verfahrens einen oder mehrere Netzparameter dem Netzbetreiber bereitstellt .

11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die bereitgestellten Netzparameter die Blockierwahrscheinlichkeit und/oder die Paketverzögerung zwischen Knoten und/ oder Paketverluste zwischen Knoten umfassen.

12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der zentralen Netzkontrollserver aktuelle und vergangene Netzparameter in einer Datenbank speichert.

13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die von dem zentralen Netzkontrollserver bereitgestellten Netzparameter durch den Netzbetreiber abgerufen werden und/oder automatisiert an den Netzbetreiber übermittelt werden .

14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der zentrale Netzkontrollserver aus den Netzparametern Tariftabellen für den Netzbetreiber ermittelt.

15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Ermittlung der Tariftabellen der zentrale Netzkontrollserver aus gesammelten Messdaten die zu jeweiligen Tageszeiten zu erwartende Verkehrslast bestimmt und daraus ab ¬ schätzt, wie viel zusätzliche Verkehrslast zu der jeweiligen Tageszeit ohne Ausfall von Knoten und/oder Links von dem Netz noch getragen werden kann.

16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Ermittlung der Tariftabellen eine vom Netzbetreiber bereitgestellte Funktion berücksichtigt wird, welche in Ab ¬ hängigkeit von der Tageszeit angibt, wie eine Tarifänderung die Verkehrslast verändert, wobei der zentrale Netzkontroll ¬ server mit Hilfe der Funktion berechnet, welche Tarifänderung zu einer jeweiligen Tageszeit zu einer gleichmäßigen Ver- kehrslast im Netz führt.

17. Kommunikationsnetz, insbesondere paketbasiertes IP-Netz, dadurch gekennzeichnet, dass

das Kommunikationsnetz derart ausgestaltet ist, das in dem Kommunikationsnetz ein Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche durchführbar ist.

18. Kommunikationsnetz nach Anspruch 17, gekennzeichnet durch einen zentralen Netzkontrollserver, eine Vielzahl von Routern, wobei in jedem Knoten ein Router vorgesehen ist, sowie eine Vielzahl von Netzzugangskontrollrechnern, wobei jedem Router ein Netzzugangskontrollrechner zugeordnet ist.

19. Netzrechner zur Verwendung als zentraler Netzkontrollserver in einem Kommunikationsnetz nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass - der Netzrechner für eine verteilte Durchführung eines

Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 16 ausgestaltet ist, - der Netzrechner Mittel zur Durchführung eines Teils der

Schritte des Verfahrens aufweist, und - der Netzrechner Mittel zur Kommunikation mit zumindest einer weiteren Vorrichtung zwecks verteilter Durchführung des Verfahrens aufweist.

Description:

Beschreibung

Verfahren zur Nachführung von Netzparametern

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Nachführung von Netzparametern eines mit Knoten und dazwischen liegenden Links gebildeten Kommunikationsnetzes mit Zugangskontrollen zwecks Begrenzung der Verkehrslast.

Eine der derzeit wichtigsten Entwicklungen auf dem Gebiet der Netze ist die Weiterentwicklung von herkömmlichen Datennetzen oder Paketnetzen für die übertragungen von so genanntem Echtzeitverkehr, d.h. Sprache, Audio-Informationen und Videosignalen. Die Gewährleistung von Echtzeitverkehr setzt die Ein- haltung von so genannten Dienstgütemerkmalen voraus. übertragener Verkehr darf zur Erhaltung der Dienstgüte Schwellwerte für die Verzögerung bzw. der Latenz, den Verwurf von Paketen und den Jitter, d.h. die Schwankungen in der übertragungszeit einzelner Pakete, nicht überschreiten. Eine wichtige Maßnahme für die Einhaltung von Dienstgüteparametern ist die Verkehrsbeschränkung für Paketnetze, über die Echtzeitverkehr übertragen werden soll. Diese Verkehrsbeschränkung wird in der Regel mit so genannten Zugangskontrollen vorgenommen, d.h. neu zu übertragender Verkehr muss angemeldet werden und wird nur zugelassen, wenn die Zulassung dieses Verkehrs nicht die überschreitung einer Grenze (auch Budget genannt) für den maximal zuzulassenden Verkehr bewirken würde.

Bei einer Festsetzung von Grenzen für eine den Verkehr be- schränkende Zugangskontrolle ist Folgendes zur berücksichti ¬ gen: Die Festsetzung der Grenzen soll einerseits die gewünschte übertragungsqualität gewährleisten, andererseits soll der über das Netz übertragene Verkehr optimiert werden, d.h. die Wahrscheinlichkeit für eine Nichtzulassung von Ver- kehr soll möglichst minimiert werden. Deshalb orientiert man sich bei der Festsetzung von Grenzen üblicherweise an der so genannten Verkehrsmatrix, d.h. dem Verkehrsvolumen, das zwischen (Rand) Knoten des Netzes übertragen werden soll. Als Maß

für die geeignete Festsetzung von Grenzen verwendet man häufig die so genannte Blockierwahrscheinlichkeit, d.h. ein Maß für die Wahrscheinlichkeit, dass ein zwischen zwei Knoten zu übertragender Verkehrsstrom nicht zugelassen wird bzw. die Häufigkeit, mit der ein solcher Verkehrsstrom abgewiesen wird. Eine Möglichkeit zu einer fairen Festsetzung von Grenzen ist, diese so festzusetzen, dass die Blockierwahrscheinlichkeiten für beliebige Richtungen über das Netz übertragene Verkehrsströme gleich sind. Eine wirtschaftlichere Festset- zung bevorzugt Verkehrsrichtungen, die mit einer hohen Verkehrsmenge beaufschlagt sind, um so den gesamten über das Netz übertragenen Verkehr zu steigern.

Eine änderung des über das Netz zu übertragenen Verkehrsauf- kommens und damit der Verkehrsmatrix resultiert in veränderten Blockierwahrscheinlichkeiten. Diese Veränderung der Blockierwahrscheinlichkeiten kann dazu führen, dass weniger Verkehr über das Netz übertragen wird als befördert werden könnte. Daher wird die Einstellung von den Grenzen für die Zu- gangskontrollen vom Betreiber bei Bedarf händisch an veränderte Verkehrssituationen angepasst.

Die Druckschrift DE 10 2004 045980 B3 offenbart ein Verfahren zur Nachführung von Netzparametern, bei dem die Verkehrsmat- rix des Netzes regelmäßig ermittelt wird und überprüft wird, ob die Blockierwahrscheinlichkeit für einer Zugangskontrolle unterzogenen Verkehr gemäß der aktuellen Verkehrsmatrix ein Kriterium für einen planmäßigen Netzbetrieb erfüllt. Ein planmäßiger Netzbetrieb ist hierbei insbesondere dann gege- ben, wenn die ermittelte Blockierwahrscheinlichkeit unterhalb eines Schwellenwerts liegt. In dem Verfahren wird bei der Nichterfüllung des Kriteriums für den planmäßigen Netzbetrieb zunächst versucht, neue Werte für im Rahmen der Zugangskon ¬ trolle verwendete Grenzen anhand der aktuellen Verkehrsmatrix zu bestimmen. Sollte nach Neufestsetzung der Grenzen die Blockierwahrscheinlichkeit das Kriterium für den planmäßigen Netzbetrieb erfüllen, werden die Grenzen auf die neuen Werte gesetzt. Der Druckschrift kann ferner entnommen werden, dass

im Falle, dass eine Neubestimmung der Grenzen nicht zur Erfüllung des Kriteriums für den planmäßigen Netzbetrieb führt, in einem zweiten Schritt neue Werte für die Linkgewichte der zum Routing verwendeten Link-Kostenmetrik anhand der aktuel- len Verkehrsmatrix mit Hilfe einer Optimierung berechnet werden. Anschließend wird mit Hilfe der neuen Link-Kostenmetrik wiederum überprüft, ob die neuen Linkgewichte zu Werten für die Grenzen führen, gemäß denen das Kriterium für den planmäßigen Netzbetrieb erfüllt ist. Sollte das Kriterium erfüllt sein, wird das Netz mit dem neuen Linkgewichten konfiguriert. Ein Nachteil des soeben diskutierten Dokuments besteht darin, dass eine Neufestsetzung der Grenzen über die Optimierung der Linkgewichte sehr rechenzeitaufwändig ist und es somit zu ei ¬ ner Verzögerung der Datenübertragung in dem Netz kommen kann.

Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, ein Verfahren zur Nachführung von Netzparametern eines Kommunikationsnetzes zu schaffen, bei dem bei der Veränderung der Verkehrsmatrix bzw. der Topologie des Netzes die Grenzen für die Zugangskontrol- len einfach und schnell angepasst werden können.

Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Patentansprüche ge ¬ löst. Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.

Das erfindungsgemäße Verfahren wird für Kommunikationsnetze verwendet, welche aus einer Vielzahl von Knoten und dazwischen liegenden Links charakterisiert sind, wobei das Kommu ¬ nikationsnetz vorzugsweise ein paketbasiertes IP-Netz (IP = Internet Protocol) ist. Das Kommunikationsnetz ist hierbei Zugangskontrollen unterworfen, über welche die Verkehrslast begrenzt wird. Die Zugangskontrollen werden dadurch erreicht, dass Budgets bzw. Grenzen festgelegt werden, welche angeben, bis zu welcher Verkehrslast ein in dem Netz angemeldeter Ver- kehr durch das Netz übertragen wird. Sollten diese Grenzen überschritten werden, kann kein planmäßiger Netzwerkbetrieb mehr gewährleistet werden und der angemeldete Verkehr wird zurückgewiesen und nicht im Netz übertragen. In dem erfin-

dungsgemäßen Verfahren wird das Weiterleiten (auch als "Routen" bezeichnet) von Verkehr über eine sog. Link-Kostenmetrik mit Linkgewichten für die Links bewerkstelligt.

In dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Verkehrsmatrix des Netzes in regelmäßigen Abständen ermittelt (Schritt a) ) . Anschließend wird die (bereits oben erwähnte) Blockierwahr ¬ scheinlichkeit für einer Zugangskontrolle unterzogenen Ver ¬ kehr aus der aktuellen Verkehrsmatrix bestimmt (Schritt b) ) . Schließlich wird in einem Schritt c) überprüft, ob die ermit ¬ telte Blockierwahrscheinlichkeit ein Kriterium für einen planmäßigen Netzbetrieb erfüllt. Im Falle, dass die Blockier ¬ wahrscheinlichkeit dieses Kriterium nicht erfüllt bzw. im Falle, dass eine Neubestimmung für im Rahmen der Zugangskon- trollen verwendete Grenzen anhand der aktuellen Verkehrsmat ¬ rix nicht zu einer Blockierwahrscheinlichkeit führt, welche das Kriterium erfüllt, wird in einem Schritt d) anhand der aktuellen Verkehrsmatrix eine neue Link-Kostenmetrik zur Optimierung des Transports von Verkehr durch das Netz bestimmt. In einem Schritt e) werden dann neue Werte für im Rahmen der Zugangskontrollen verwendete Grenzen auf Basis der neuen Link-Kostenmetrik bestimmt und nach der Bestimmung der neuen Werte für die Grenzen wird überprüft, ob das Kriterium bei Neufestsetzung der Grenzen auf diese Werte erfüllt wird. Ist dies der Fall, werden im Schritt f) die Linkgewichte mit der neuen Link-Kostenmetrik im Netz konfiguriert und die Grenzen auf die neuen Werte festgelegt.

Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich durch eine be- sondere Ausgestaltung des Schritts d) aus, gemäß dem eine neue Link-Kostenmetrik zur Optimierung des Transports von Verkehr bestimmt wird. Im Schritt d) wird - im Gegensatz zum Stand der Technik - die Link-Kostenmetrik zunächst für den Transport von Verkehr durch das Netz ohne Berücksichtigung von Fehlerfällen optimiert, was wesentlich weniger Rechenaufwand erfordert als eine Optimierung, welche Fehlerfälle be ¬ rücksichtigt. Unter einer Optimierung ohne Berücksichtigung von Fehlerfällen wird eine Optimierung verstanden, welche

keine Link- oder Knotenausfälle im Netz einbezieht. Oftmals führt eine derartige Optimierung bereits dazu, dass im an ¬ schließenden Schritt e) festgestellt werden kann, dass das Kriterium bei Neufestssetzung der Grenzen auf der Basis der neuen Link-Kostenmetrik erfüllt ist. Nur im Falle, dass im Schritt e) festgestellt wird, dass das Kriterium auf der Ba ¬ sis der neuen, ohne Berücksichtung von Fehlerfällen optimierten Link-Kostenmetrik nicht erfüllt ist, wird nochmals zu Schritt d) zurückgegangen und die Link-Kostenmetrik für den Transport von Verkehr durch das Netz unter Berücksichtigung von Fehlerfällen optimiert. Unter einer Optimierung unter Berücksichtigung von Fehlerfällen wird eine Optimierung verstanden, welche Knoten- oder Linkausfälle mitberücksichtigt. Der zweite Schritt der Optimierung kommt hierbei jedoch nur zum Einsatz, wenn die erste, weniger rechenzeitintensive Op ¬ timierung nicht erfolgreich war. Somit führt das erfindungs ¬ gemäße Verfahren in vielen Fällen aufgrund der vorgeschlage ¬ nen zweistufigen Optimierung in viel kürzerer Zeit zu gemäß der aktuellen Verkehrsmatrix geeigneten Grenzen bzw. Budgets, über welche die Zugangskontrollen im Netz geregelt werden.

In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst die ggf. durchgeführte Optimierung der Link-Kostenmetrik unter Berücksichtigung von Fehlerfällen ei- ne erste Optimierung, gemäß der:

- in mehreren Optimierungsläufen unterschiedliche Link- Kostenmetriken, insbesondere für Multi-Path-Routing, ohne Berücksichtigung von Fehlerfällen ermittelt werden,

- für vorgegebene Fehlerfälle die Lastverteilungen dieser Link-Kostenmetriken in eine Liste von Fehlermustern aufgenommen werden, und

- von den Link-Kostenmetriken diejenige ausgewählt wird, die in den Fehlerfällen die geringste maximale Linkaus ¬ lastung erzeugt.

Diese Optimierung erfordert sehr wenig Rechenzeit, da sie zu ¬ nächst ohne Berücksichtigung von Fehlerfällen Link- Kostenmetriken ermittelt. Anschließend werden Fehlerszenarien

aus einer Liste von Fehlermustern auf der Basis der ermittelten Link-Kostenmetriken betrachtet und es wird diejenige Link-Kostenmetrik ausgewählt, welche die geringste maximale, vorzugsweise relative Linkauslastung aller Links aufweist. Die Fehlerfälle werden somit nicht bei der eigentlichen Opti ¬ mierung, sondern anschließend über das Kriterium der geringsten maximalen Linkauslastung berücksichtigt.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann die Opti- mierung der Link-Kostenmetrik unter Berücksichtigung von Fehlerfällen alternativ oder zusätzlich zu der o.g. ersten Optimierung eine zweite Optimierung umfassen, gemäß der eine Liste vorgegebener Fehlermuster vorgegeben ist und die Link- Kostenmetriken, insbesondere für Multi-Path-Routing, für die Liste vorgegebener Fehlermuster in Bezug auf die maximale, vorzugsweise relative Linkauslastung optimiert werden, wobei das Optimierungsziel insbesondere die geringste maximale Linkauslastung ist. Dieses Verfahren ist zwar rechenzeitin- tensiv, liefert jedoch für jedes mögliche Fehlerszenario die optimale Link-Kostenmetrik.

In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird sowohl die erste als auch die zweite Optimierung verwendet, wobei zunächst die erste Optimierung durchgeführt wird und im Falle, dass im anschließenden Schritt e) festge ¬ stellt wird, dass das Kriterium bei Neufestsetzung der Grenzen auf Basis der gemäß der ersten Optimierung optimierten Link-Kostenmetrik nicht erfüllt ist, zu Schritt d) zurückge ¬ gangen wird und die zweite Optimierung durchgeführt wird. Auf diese Weise wird ein mehrstufiges Verfahren geschaffen, bei dem schrittweise die Optimierung verbessert wird, um zu er ¬ reichen, dass die Blockierwahrscheinlichkeit das Kriterium für einen planmäßigen Netzbetrieb erfüllt.

In einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird der Netzbetreiber alarmiert, falls das Kriterium nicht erfüllt wird. Der Netzbetreiber hat eine Möglichkeit, ent ¬ sprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten, um sein Netz derart

anzupassen, dass die angemeldete Verkehrslast im Netz getra ¬ gen werden kann.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das Kriterium für den planmäßigen Netzwerkbetrieb über die Einhaltung eines Schwellenwertes für die Blockierwahrscheinlichkeit gegeben.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird bei der Bestimmung neuer Werte für die Grenzen die Topologie des Net ¬ zes berücksichtigt, wobei insbesondere eine änderung der To ¬ pologie des Netzes die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens auslöst. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Netzparameter immer an die aktuelle Netztopologie ange- passt werden.

In einer weiteren Ausführungsform wird das erfindungsgemäße Verfahren mit Hilfe eines zentralen Netzkontrollservers durchgeführt, wobei der zentrale Netzkontrollserver während der Durchführung des Verfahrens vorzugsweise einen oder mehrere Netzparameter dem Netzbetreiber bereitstellt. In einer weiteren Ausführungsform umfassen diese bereitgestellten Netzparameter die Blockierwahrscheinlichkeit und/oder die Pa ¬ ketverzögerung zwischen Knoten und/oder Paketverluste zwi- sehen Knoten. Vorzugsweise berücksichtigt der zentrale Netz ¬ kontrollserver aktuelle und vergangene Netzparameter und speichert sie in einer entsprechenden Datenbank.

In einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfah- rens werden die von dem zentralen Netzkontrollserver bereitgestellten Netzparameter durch den Netzbetreiber abgerufen und/oder automatisiert an den Netzbetreiber übermittelt.

Der zentrale Netzkontrollserver kann in einer Ausführungsform aus Netzparametern Tariftabellen für den Netzbetreiber ermitteln. Bei der Ermittlung solcher Tariftabellen bestimmt der zentrale Netzkontrollserver vorzugsweise aus den gesammelten Messdaten die zu jeweiligen Tageszeiten zu erwartende Ver-

kehrslast und schätzt daraus ab, wie viel zusätzliche Ver ¬ kehrslast zu der jeweiligen Tageszeit ohne Ausfall von Knoten und/oder Links von dem Netz noch getragen werden kann. In einer bevorzugten Ausführungsform wird bei der Ermittlung der Tariftabellen eine vom Netzbetreiber bereitgestellte Funktion berücksichtigt, welche in Abhängigkeit von der Tageszeit an ¬ gibt, wie eine Tarifänderung die Verkehrslast verändert, wo ¬ bei der zentrale Netzkontrollserver mit Hilfe der Funktion berechnet, welche Tarifänderung zu einer jeweiligen Tageszeit zu einer gleichmäßigen Verkehrslast im Netz führt.

Neben dem oben beschriebenen Verfahren betrifft die Erfindung ferner ein Kommunikationsnetz, welches derart ausgestaltet ist, dass in dem Kommunikationsnetz das erfindungsgemäße Ver- fahren durchführbar ist. Ein solches Kommunikationsnetz um- fasst vorzugsweise einen zentralen Netzkontrollserver, eine Vielzahl von Routern, wobei in jedem Knoten ein Router vorgesehen ist, sowie eine Vielzahl von Netzzugangskontrollrech- nern, wobei jedem Router ein Netzzugangskontrollrechner zuge- ordnet ist.

Neben dem Kommunikationsnetz betrifft die Erfindung ferner einen Netzrechner zur Verwendung als zentralen Netzkontrollserver in dem obigen Kommunikationsnetz, wobei der Netzrech- ner für die verteilte Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ausgestaltet ist und Mittel zur Durchführung eines Teils der Schritte des Verfahrens aufweist sowie Mittel zur Kommunikation mit zumindest einer weiteren Vorrichtung zwecks verteilte Durchführung des Verfahrens.

Im Folgenden wird der Erfindungsgegenstand im Rahmen von Aus ¬ führungsbeispielen anhand von Figuren näher erläutert. Es zeigen :

Figur 1 den Ablaufplan einer erfindungsgemäßen Ausführungsform des Verfahrens,

Figur 2 den Ablaufplan aus Figur 1 mit zusätzlich vorgesehenem Input bei änderung der Netztopologie,

Figur 3 eine schematische Darstellung eines Netzkontroll ¬ servers mit den für die Erfindung benötigten Funktionen, und

Figur 4 eine Anordnung eines paketvermittelten Kommunikati- onsnetzes, in dem das erfindungsgemäße Verfahren durchführbar ist.

In Figur 1 sind die einzelnen, periodisch durchgeführten Schritte einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfah- rens dargestellt:

1: Berechnung der Verkehrsmatrix. 2: Berechnung der Blockierwahrscheinlichkeiten. 3: überprüfung, ob die Blockierwahrscheinlichkeiten Schwellenwerte übersteigen. Falls nicht, erfolgt nach einer Perio- dendauer wieder eine Neuberechnung der Verkehrsmatrix. Falls ein Schwellenwert überschritten wird, wird mit Punkt 4 fort ¬ gefahren .

4: Die Grenzen für die Zugangskontrollen werden neu berechnet. Eine Anpassung der berechneten Grenzen kann auf Grundla- ge von Erfahrungswerten zusätzlich stattfinden. Erfahrungsgemäß können berechnete oder nominelle Grenzen überschritten werden, weil die tatsächlich übertragene Verkehrsmenge in der Regel geringer ist, als die für die übertragung angemeldete. Daraus kann man einen Erfahrungswert für eine überbuchung ab- leiten (Schritt 5) und die Grenzen entsprechend anpassen (Schritt 6) .

5: Einbeziehung eines Erfahrenswertes für überbuchung. 6: Anpassung der Grenzen nach Maßgabe der überbuchung. 7: Berechnung der Blockierwahrscheinlichkeiten. 8: überprüfung, ob die berechneten Blockierwahrscheinlichkeiten unterhalb der Schwellen liegen. Falls die Schwellen nicht überschritten werden, wird wieder nach einer Periodendauer eine Neuberechnung der Verkehrsmatrix vorgenommen. Anderenfalls folgt Schritt 9. 9: Neuoptimierung der Link-Kostenmetriken, wobei beispielhaft die ECMP-Optimierung angegeben ist. In Schritt 9 erfolgt zunächst eine Optimierung ohne die Berücksichtigung von Feh-

lermustern, d.h. die Link-Kostenmetrik wird für den Normalfall ohne Knoten- bzw. Linkausfälle optimiert. 10: Neuberechnung der Grenzen. Die Grenzen werden analog zu dem obigen Schritt 5 auf der Basis der neuen, ohne Berück- sichtigung von Fehlerfällen optimieren Link-Kostenmetrik ermittelt, wobei ggf. wiederum eine Anpassung auf Grundlage von Erfahrungswerten erfolgt. Die Berechnung der neuen Grenzen oder Budgets erfolgt vorzugsweise ohne die Berücksichtigung von Fehlerfällen. 11: Berechnung der Blockierwahrscheinlichkeiten auf der Basis der neuen Grenzen.

12 : überprüfung, ob die neu berechneten Blockierwahrscheinlichkeiten niedriger als die Schwellenwerte sind. Falls das Schwellenkriterium nicht eingehalten wird, wird zum Schritt 9' übergegangen.

9': Neuoptimierung der Link-Kostenmetriken analog zum vorhergehenden Schritt 9, jedoch unter Berücksichtigung von Fehlerfällen. Hierbei wird insbesondere eine Neuoptimierung auf der Basis des Anspruchs 2 durchgeführt, welche wenig Rechen- zeit benötigt.

10': Neuberechnung der Grenzen mit der neuen Link- Kostenmetrik, analog zu Schritt 10. Hierbei wird bei der Er ¬ mittlung der Grenzen vorzugsweise das Auftreten von Fehlerfällen mitberücksichtigt. 11': Berechnung der Blockierwahrscheinlichkeiten auf der Basis der neuen, in Schritt 10' berechneten Grenzen. 12 ' : überprüfung, ob die neu berechneten Blockierwahrscheinlichkeiten niedriger sind als die Schwellenwerte, analog zu Schritt 12. Falls das Schwellenkriterium nicht eingehalten wird und das Ergebnis nach der Optimierung der Link- Kostenmetrik auch nicht viel besser als zuvor ist (d.h. die Blockierwahrscheinlichkeit ist nicht wesentlich kleiner ge ¬ worden) , wird der Netzbetreiber in Schritt 15 informiert, was durch den Pfeil mit der Bezeichnung "no, and not even much better" angedeutet ist. Sollte das Schwellenkriterium in

Schritt 12' erfüllt sein, wird der Router in Schritt 13 ent ¬ sprechend der neuen Link-Kostenmetrik konfiguriert. Anschlie ¬ ßend werden in Schritt 14 die Grenzen für die Zugangskontrol-

Ie auf die neu berechneten Werte festgelegt. Sollte der Fall auftreten, dass das Schwellenkriterium zwar immer noch nicht erfüllt ist, jedoch die Blockierwahrscheinlichkeit deutlich näher an der Schwelle liegt, wird zum einen der Netzbetreiber in Schritt 15 informiert und zum anderen auch eine Router- Konfiguration in Schritt 13 auf der Basis der neu berechneten Link-Metriken vorgenommen. Ferner werden in Schritt 14 die Grenzen für die Zugangskontrolle auf die neu berechneten Wer ¬ te festgelegt.

Fig. 2 zeigt eine Erweiterung des Vorgehens gemäß Fig. 1. In dem Verfahren der Fig. 2 wird eine Neuberechung der Grenzen in Schritt 5 nicht nur bei überschreiten der Schwellenwerte in Schritt 3 vorgenommen, sondern auch dann, wenn sich die Topologie im Netzwerk verändert. Die Veränderung der Topolo- gie im Netzwerk wird hierbei in einem Analyseschritt 16 er- fasst, wobei in diesem Schritt insbesondere der Ausfall von Links im Netz ermittelt wird. Es wird hierbei ferner ein Ti ¬ mer 17 verwendet, der zu laufen beginnt, wenn ein Link aus- fällt. Erst wenn eine vorgegebene Zeitperiode abgelaufen ist, ohne dass der ausgefallene Link im Netzwerk wieder zurückkehrt, wird die Berechnung gemäß Schritt 4 ausgelöst. Hier ¬ durch wird sichergestellt, dass nur bei längeren, permanenten Linkausfällen eine Neuberechnung der Grenzen durchgeführt wird.

Die in Bezug auf Fig. 1 und 2 beschriebenen Verfahren können noch derart abgewandelt werden, dass nach der Durchführung der Optimierung in Schritt 9' und dem anschließenden Durch- laufen der Schritte 10', 11' und 12' nochmals eine weitere

Optimierung durchgeführt wird, sofern die Blockierwahrscheinlichkeiten in Schritt 12 ' nicht unterhalb der Schwellenwerte liegen. Die weitere Optimierung ist hierbei eine gegenüber der vorangegangenen Optimierung 9' verbesserte Optimierung, welche jedoch mehr Rechenzeit benötigt. Insbesondere kann die Optimierung gemäß Anspruch 3 eingesetzt werden. Nach dem Durchführen dieser weiteren Optimierung folgen analog die weiteren Schritte der Neuberechnung der Grenzen, der Berech-

nung der Blockierwahrscheinlichkeiten und der überprüfung, ob die Blockierwahrscheinlichkeiten unterhalb der Schwellenwerte liegen. Nach der überprüfung werden die gleichen, in Bezug auf den vorangegangen Schritt 12 ' erläuterten Schritte je nach Ausgang der überprüfung eingeleitet.

Das erfindungsgemäße Verfahren kann mit einer Vielzahl von Optionen und Erweiterungen versehen werden. In einer Variante kann der Netzkontrollserver NCS Berechnungen durchführen, die mit dem sog. GoS- oder QoS-Parametern des Netzes zusammenhängen (GoS = Grade of Service, QoS = Quality of Service) . Es werden hierbei solche GoS- bzw. QoS-Parameter berücksichtigt, welche für den Netznutzer relevant sind. Solche Parameter sind die Blockierwahrscheinlichkeit, die Grenzen oder Budgets sowie ausgewählte Parameter für die Algorithmen zum Verwalten des Netzzugangs in den Netzzugangskontrollrechnern NAC. Der Netzkontrollserver kennt beispielsweise die Blockierwahrscheinlichkeit im Netz, und zwar sowohl aus eigenen Berechnungen als auch aus Messungen an den Netzzugangskontrollrech- nern. Diese Größe kann der Netzkontrollserver dann dem Netzbetreiber an einer geeigneten Schnittstelle zur Verfügung stellen, so dass dieser für ein bestimmtes, mit dem Endkunden vereinbartes Verkehrsangebot auch eine Zusage zur Blockier ¬ wahrscheinlichkeit machen kann.

Erfindungsgemäß können beliebige, im Netzkontrollserver be ¬ rechnete Daten bzw. Netzparameter dem Netzbetreiber an einer geeigneten Schnittstelle zur Verfügung gestellt werden. Vorzugsweise werden hierbei solche Daten zur Verfügung gestellt, welche für das SLA (SLA = Service Level Agreement) oder die

SLS (SLS = Service Level Specification, Teil eines SLA) rele ¬ vant sind. Der Netzbetreiber kann diese Parameter dann in seinen SLAs verwenden, die er mit seinen Kunden schließt. Insbesondere sind hierbei die Parameter Blockierwahrschein- lichkeit, Paketverzögerung und Paketverlust relevant. Bei der Paketverzögerung kann der Netzkontrollserver auf Basis der für die Netzzugangskontrollrechner ausgewählten Algorithmen zur Berechnung effektiver Bandbreiten, auf Basis der vorhan-

denen Budgets und auf der Basis der aus der Netztopologie be ¬ kannten Laufzeiten von Paketen auf den Leitungen des Netzes bestimmen, welche Verteilung der Paketdurchlaufzeiten durch das Netz von einem Eingang zu einem Ausgang zu erwarten ist. Entsprechend kann er dem Netzbetreiber auf Anforderung die entsprechenden Mittelwerte pro Eingangs-Ausgangs-Knotenpaar oder über das ganze Netz zur Verfügung stellen (eventuell ge- wichtet mit dem jeweiligen Verkehrsaufkommen) . Bei Paketverlusten, kann der Netzkontrollserver auf Basis der verwendeten Zugangskontroll-Algorithmen und eines einfachen analytischen Modells (z.B. dem M/D/1-s-Warteschlangenmodell) abschätzen, welche Paketverlustraten zu erwarten sind, und er kann diese Paketverluste dem Betreiber pro Eingangs-Ausgangs-Knotenpaar oder netzweit gemittelt zur Verfügung stellen.

In dem erfindungsgemäßen Verfahren sind noch folgende weitere Optionen möglich:

Die Grenzwerte für Blockierungen, Verzögerungen und Ver- luste können entweder auf der Basis der eingestellten Parameter im Netz bestimmt werden, oder es kann der umgekehrte Weg bestritten werden, wonach der Netzbetreiber einen Grenzwert vorgibt und der Netzkontrollserver die ent ¬ sprechenden Betriebsparameter der Netzzugangsrechner wählt. Dies ist für Verzögerungen und Verluste möglich.

Die Blockierwahrscheinlichkeit ergibt sich jeweils aus den Netzzugangs-Algorithmen, den Budgets und dem Verkehrsangebot. Falls der Netzbetreiber einen Blockierungswert vor ¬ gibt, kann der Netzkontrollserver einen Alarm ausgeben, wenn der vorgegebene Wert überschritten wird.

Netzparameter können, wie oben beschrieben, durch den Netzbetreiber abgerufen werden. Alternativ können die Parameter auch direkt über ein geeignetes Verfahren (Protokoll, Datenschnittstelle) in das Vertragsmanagement des Betreibers einfließen, welches die SLAs für Endkunden zur Verfügung stellt. Die durch den Netzbetreiber zugesicherten Parameter können beispielsweise auf einer automatisch generierten Webseite zur Verfügung gestellt werden.

Die momentanen QoS-Parameter (insbesondere die Blockierwahrscheinlichkeit, die Verzögerungsverteilung und die Verluste) können auf automatisch generierten Webseiten abrufbar gemacht werden, so dass die Kunden sich (bei einem gewissen Vertrauen in die Messarchitektur des Betreibers) selbst von der Einhaltung der Parameter überzeugen können. Der Netzkontrollserver führt über Messwerte aus dem Netz, die für die ihm bekannten SLA-Parameter relevant sind, eine Historie bzw. speichert diese Werte in einer Datenbank ab. Dadurch wird das Qualitätsmanagement des Betreibers unterstützt, und er kann im Falle von Kundenbeschwerden die eigenen Messwerte überprüfen.

Je nach Wunsch des Netzbetreibers können die Parameter ü- ber die Zeit gemittelt werden, oder es können nur die für das Verkehrsangebot der Hauptverkehrszeit (z.B. Hauptver ¬ kehrsstunde) geltenden Parameter verwendet werden. In die Blockierungswerte können auch Erfahrungen des Netzkontrollservers über die Häufigkeit und Dauer von Lei ¬ tungsausfällen im Netz einbezogen werden.

In einer weiteren Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht die Möglichkeit, dass der Netzkontrollserver die von dem Netzbetreiber verwendeten Tarife erstellt oder zumindest verifiziert, sofern ein Netzbetreiber seinen Kunden für die Reservierung von Bandbreite mit QoS-Zusicherung lastabhängige Tarife anbietet. Dies kann dadurch realisiert werden, dass der Netzkontrollserver die Tariftabellen (d.h. die Informationen darüber, für welche Bandbreite zu welchem Zeitpunkt wie ¬ viel bezahlt werden muss) automatisch erstellt, wobei er hierzu die aus Messdaten gesammelte Erfahrung verwendet, zu welcher Tageszeit welches Verkehrsangebot zu erwarten ist. Der Netzkontrollserver kann daraus abschätzen, wieviel zusätzliches Verkehrsangebot zur jeweiligen Tageszeit noch tragbar ist. Mit Hilfe einer zusätzlichen, vom Betreiber be- reitzustellenden Funktion Fl kann der Netzkontrollserver dann abschätzen, welche Tarifänderung sich jeweils für welche Tageszeit anbietet. Die Funktion Fl bildet hierbei das Paar (Tarifänderung, Tageszeit) in ein entsprechendes, zu erwar-

tendes Zusatzangebot an Verkehr ab. Es ist zu erwarten, dass die Funktion bezüglich der Tarifänderung eine negative Ableitung besitzt, d.h. eine Senkung des Tarifs wird zu einer Er ¬ höhung des angemeldeten Verkehrsangebots führen. Der Netzkon- trollserver bestimmt hierbei durch Invertierung der Funktion Fl die zur jeweiligen Tageszeit sinnvolle Tarifänderung mit dem Ziel, eine gleichmäßige Auslastung des Netzes für die Ta ¬ geszeiten und einen möglichst hohen Gewinn für den Betreiber sicherzustellen .

Bei der Verwendung von lastabhängigen, durch den Netzkontrollserver berechneten Tarifen, sind folgende Optionen möglich :

- Die jeweils von dem Netzkontrollserver berechneten Tarife werden automatisch über eine geeignete Schnittstelle (z.B. automatisch erzeugte Webseite oder als Bestandteil der Signalisierung zwischen Dienstnutzer und Netzzugangskon- trollrechner) den Endkunden zur Verfügung gestellt. Alternativ stellt der Netzkontrollserver die vorgeschlage- nen Tarife nur dem Netzbetreiber zur Verfügung, der daraufhin gelegentlich seine veröffentlichten Tarife überprüft .

Der Netzbetreiber kann die gewünschten tageszeitlichen Grenzen für die Tarife fest vorgeben und den Netzkontroll- Server selbst die Tarife bestimmen lassen. Im letzteren

Fall kann der Betreiber eine maximale Anzahl und eine Mindestdauer von Tariffenstern vorgeben.

- Der Netzkontrollserver kann die obige Funktion Fl, die üblicherweise vom Betreiber bereitgestellt wird, selbst em- pirisch ermitteln, indem er langsam und in kleinen Schritten in verkehrsschwachen Zeiten die Tarife senkt und die änderung des Verkehrsangebots beobachtet.

Der Netzbetreiber kann bei automatischem Betrieb eine untere Schranke für die Tarife explizit vorgeben. - Die Funktion Fl kann für unterschiedliche Netz-Eingänge und für unterschiedliche Rand-zu-Rand-Beziehungen unabhängig gewählt werden oder sie kann für das gesamte Netz als homogen angenommen werden.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird insbesondere der Vorteil erreicht, dass die Reaktionen des Netzkontrollservers bei der Metrikoptimierung durch Verwendung einer rechenzeit- sparenden Metrikberechnung ohne Fehlerfälle beschleunigt werden, so dass der Netzkontrollserver in kritischen Fällen (zu hohe Blockierung, Metriken müssen optimiert werden) schneller eine gute Lösung finden kann, als wenn er sofort die rechen- zeitaufwändige Optimierung unter Einschluss von Fehlerfällen durchführen würde.

Die übermittlung von Netzparametern zwischen dem Netzkontrollserver und dem Netzbetreiber gemäß einer Variante der Erfindung verringert für den Netzbetreiber den Aufwand bei der Festlegung von Parametern für SLAs. Außerdem wird das Risiko des Netzbetreibers verringert, wegen Nichteinhaltung von in der SLAs festgelegten Parametern Ausgleichzahlungen leisten zu müssen.

In der Variante der Erfindung, bei der der Netzkontrollserver lastabhängige Tarife ermittelt, ist die Realisation solcher Tarife durch den Netzbetreiber einfacher möglich und das Netz kann ohne großes Risiko durch den Netzbetreiber besser ausgelastet werden.

Figur 3 zeigt den Aufbau eines Netzkontrollservers mit Funk ¬ tionen für ein erfindungsgemäßes Vorgehen. Dieser Netzkontrollserver erhält drei verschiedene Typen von Input, und zwar Input von Routern des Netzes bzw. so genannten Router- Control-Agents (RCA) 1, welche ein Modul zur Topologieanalyse 2 und ein Modul zur Kontrolle der Linklast 3 mit Informatio ¬ nen versorgen. Weiterer Input kommt von den Netzwerk- Kontrollinstanzen bzw. den Netzzugangskontrollrechnern 4, welche die aktuelle Auslastung der Grenzen für die Zugangs- kontrollen und andere Informationen an ein Modul 5 zur überwachung der Budget-Ausnutzung übermitteln. Schließlich besteht die Möglichkeit, geplante Verkehrsmatrizen, Dienste, Bewertungskriterien und ähnliches über eine Benutzerschnitt-

stelle 7 einzugeben. Ein zentraler Bestandteil des Netzkontrollservers ist ein Modul 8 für die Beurteilung des Be ¬ triebszustands des Netzes und für Strategieentscheidungen. Diesem Modul wird - eventuell in vorverarbeiteter bzw. aufbe- reiteter Form, z.B. mittels eines Verarbeitungsmoduls 6 - der gesamte Input des Netzkontrollservers zugeleitet. Das Modul enthält einen Bestandteil für zu treffende Entscheidungen 9 und einen Bestandteil für die Beurteilung von verschiedenen Szenarien 10. Mit Hilfe des Zentralmoduls 8 werden dann fol- gende Informationen bzw. Ergebnisse erzeugt: eine optimierte Linkmetrik 11, neu berechnete Grenzen für die Zugangs ¬ kontrolle 12, eventuell durch Erfahrungswerte angepasst 13, und eine Aufbereitung der Strategie mit Erklärungen 14. Der Netzkontrollserver hat folgende Output-Module: einen Konfigu- rator für Router 15, einen Konfigurator für Grenzen für die

Zugangskontrollen 16 und eine Benutzerschnittstelle 17 für an den Netzbetreiber bzw. die Netzverwaltung weiterzugebende Informationen .

Dieser Netzkontrollserver kann benutzt werden, um die in Figur 1 bzw. Figur 2 dargestellten Verfahren zu implementieren. Alternativ können auch diese Verfahren in anderen Vorrichtungselementen, eventuell in verteilter Form, realisiert werden .

Figur 4 zeigt einen Ausschnitt aus einem paketvermittelnden Kommunikationsnetz, in dem das erfindungsgemäße Verfahren eingesetzt werden kann. Das Kommunikationsnetz besteht aus sechs Netzknoten bzw. Routern Rl bis R6. Netzknoten Rl ist über jeweils einen Verbindungsweg mit Netzknoten R2 und R3 verbunden. Netzknoten R2 ist wiederum über jeweils einen Verbindungsweg mit Netzknoten R3 und R4, Netzknoten R3 wiederum über jeweils einen Verbindungsweg mit Netzknoten R4 und R5 verbunden. Die Netzknoten R4 und R5 sind jeweils über einen Verbindungsweg mit dem Netzknoten R6 verbunden.

Anhand der Figur 4 wird im folgenden beispielhaft erläutert, wie Datenpakete unter Berücksichtigung von Link-Kosten-

metriken mittels Hash-Funktion-Verfahren vom (Eingangs-) Netzknoten Rl zum (Ziel-) Netzknoten R6 weitergeleitet bzw. geroutet und aufgeteilt werden. Die Zahlen in eckigen Klammern stellen die in diesem Fall bidirektional zu verstehenden Kostenmetriken für die Verbindungswege respektive Links dar. Für den Verbindungsweg zwischen Netzknoten Rl und R2 ist dies 1, für den Verbindungsweg zwischen Netzknoten Rl und R3 ist dies 2, für R2 - R3 : 1, für R2 - R4 : 2, für R3 - R4 : 1, für R3 - R5 : 1, für R4 - R6 : 2 und für R5 - R6 : 2. Die Angaben in geschweiften Klammern sollen darstellen, dass Netzknoten Rl ein Datenpaket mit der Adresskombination A zu Netzknoten R2 weiterleitet, wenn die Hash-Funktion Hl im Netzknoten Rl den Wert Hl von A = O, d.h. Hl(A)=O, liefert oder zu Netzknoten R3, wenn die Hash-Funktion Hl von A gleich 1, d.h. Hl(A)=I, ist. Entsprechend leitet Netzknoten R2 ein Datenpaket mit der Hash-Funktion H2 von A = 0 zu Netzknoten R4 weiter und ein Paket mit der Hash-Funktion H2 von A = 1 zu Netzknoten R3 weiter. Der Netzknoten R3 leitet Pakete mit der Hash-Funktion H3 von A = 0 an Netzknoten R4 weiter und Pakete mit der Hash- Funktion H3 von A = I an Netzknoten R5. Die Netzknoten R4 und R5 sollen in diesem Beispiel die Datenpakete bzw. den Verkehr nicht weiter aufteilen und zu Netzknoten R6 weiterleiten.

Folgende Optionen können bei der Optimierung der Link- Kostenmetriken mit Berücksichtigung von Fehlerfällen bzw. Fehlermustern angewendet werden:

Vorgabe der zu berücksichtigenden Fehlermuster systematisch, z.B. als Kombination der Komponenten "kein Ausfall", "alle einzelnen Linkfehler", "alle doppelten Link- fehler", "alle Knotenfehler".

Vorgabe der zu berücksichtigenden Fehlermuster als Liste der zu betrachtenden Szenarien.

Bestimmung der zu betrachtenden Szenarien z.B. aus Geschäftsbeziehungen, so dass die Verkehrsbeziehungen der wichtigsten Kunden besonders gut geschützt werden.

- Besonderer Schutz wichtiger Verkehrswege oder häufiger ausfallender Links durch gezieltes Erzeugen von Mehrwege- Alternativen an der entsprechenden Stelle.

Einschluss nur solcher Linkfehler, die nicht auf der physikalischen Ebene (z.B. durch SONET/SDH) bereits abgefangen werden, in der Liste der zu berücksichtigenden Szenarien . - Wenn Router mit unterschiedlicher Verfügbarkeit eingesetzt werden :

Einschluss nur derjenigen Router, die weniger verfügbar sind (z.B. weil nicht alle Komponenten gedoppelt sind), in die Liste der zu berücksichtigenden Knotenausfälle. - Automatische Bestimmung der zu berücksichtigenden Ausfallkomponenten anhand von Langzeitbeobachtungen der Fehlerhäufigkeit im Netzbetrieb.

Automatische Bestimmung der zu berücksichtigenden Ausfallkomponenten anhand von Informationen über vorhandene Ersatzwege aus dem Physical Layer (Transportnetz, z.B.

Signalisier-Information aus ASON/ASTN Automatically Swit- ched Optical Network bzw. Automatically Switched Transport Network) .

Bei einer Optimierung, bei der zunächst in mehreren Optimierungsläufen unterschiedliche Link-Kostenmetriken ohne Berücksichtigung von Fehlerfällen ermittelt werden (wie in Anspruch 2 definiert), sind folgende Optionen möglich: Von den Optimierungsläufen ohne Berücksichtigung von Fehler- fällen (erster Schritt) werden nur diejenigen Metriken in die anschließende Auswahl einbezogen, die jeweils im Gutfall die geringste maximale Linklast erzeugt haben. Dies kann ein ab ¬ solutes Kriterium sein oder es kann ein relatives Kriterium sein. Z.B. können in die Auswahlrunde (zweiter Schritt) nur die beste Metrik und solche, bei denen die maximale Linklast nicht mehr als einen gegebenen Faktor (z.B. 1.1 für 10 %) schlechter ist, einbezogen werden. Durch diese Vorauswahl (zusätzlicher Auswahlschritt) wird der Tradeoff zwischen Aus ¬ lastung im Gutfall und Auslastung im Fehlerfall geregelt.