PATENTANSPRüCHE
1. Verfahren zur Aufarbeitung des bei der Carbochlorierung von titanhaltigen Rohstoffen in einem Reaktor anfallenden, im wesentlichen aus Titandioxid, Koks und weiteren inerten Metalloxiden bestehenden Zyklonstaubs gekennzeichnet durch folgende Schritte: a) Bereitstellen einer ersten wässrigen Suspension des Zyklonstaubs, b) Abtrennen einer koksreichen Fraktion (1) aus der Suspension durch Flotation, c) Zugabe von Halogenwasserstoffsäure in die verbleibende Suspension, d) Abtrennen einer TiO 2 -reichen Fraktion (2) durch Flotation.
2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) die Flotation ohne Konditionierzeit durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt c) Flusssäure zugegeben wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3 dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt c) Flusssäure in einer Menge von 0,05 kg bis 50 kg HF/t Feststoff zugegeben wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt d) ein Flotationsmittel aus der Gruppe der Stickstoff- oder phosphorhaltigen Reagenzien ausgewählt ist.
6. Verfahren nach Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet, dass die phosphorhaltigen Reagenzien ausgewählt sind aus der Gruppe der Amine oder Phosphonate.
7. Verfahren nach Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet, dass das Flotationsmittel in einer Menge von 100 bis 2000 g/t Feststoff eingesetzt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die TiO 2 -reiche Fraktion (2) mit einem Bindemittel gemischt, anschließend agglomeriert, bei einer Temperatur von mindestens etwa 800 0 C thermisch behandelt und in den Reaktor rückgeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet, dass als Bindemittel Polymerlösungen, Tensidlösungen, Salzlösungen oder NaCI eingesetzt werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9 dadurch gekennzeichnet, dass als Bindemittel 10 bis 30 Gew.-% NaCI bezogen auf TiO 2 trocken eingesetzt werden.
11. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die TiO 2 -reiche Fraktion (2) mit einem feinkörnigen Trägermaterial gemischt, anschließend agglomeriert, bei einer Temperatur von mindestens etwa 800 0 C thermisch behandelt und in den Reaktor rückgeführt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11 dadurch gekennzeichnet, dass das feinkörnige Trägermaterial ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus TiO 2 , Ti-haltige Schlacke und Koks.
13. Verfahren zur Aufarbeitung des bei der Carbochlorierung von titanhaltigen Rohstoffen in einem Reaktor anfallenden, im wesentlichen aus Titandioxid, Koks und weiteren inerten Metalloxiden bestehenden Zyklonstaubs gekennzeichnet durch folgende Schritte: a) Bereitstellen einer ersten HCI-sauren wässrigen Suspension des Zyklonstaubs, b) Abtrennen einer koksreichen Fraktion (1) aus der HCI-sauren wässrigen Suspension durch Flotation, c) Entwässerung der verbleibenden ersten Suspension zu einem Filterkuchen, d) Anteigen des Filterkuchens mit Wasser zu einer zweiten Suspension, e) Zugabe von Halogenwasserstoffsäure in die zweite Suspension, f) Abtrennen einer TiO 2 -reichen Fraktion (2) durch Flotation.
14. Verfahren nach Anspruch 13 dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) die Flotation ohne Konditionierzeit durchgeführt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 13 dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt c) Flusssäure zugegeben wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15 dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt c) Flusssäure in einer Menge von 0,05 kg bis 50 kg HF/t Feststoff zugegeben wird.
17. Verfahren nach Anspruch 13 dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt d) ein Flotationsmittel aus der Gruppe der Stickstoff- oder phosphorhaltigen Reagenzien ausgewählt ist.
18. Verfahren nach Anspruch 17 dadurch gekennzeichnet, dass die phosphorhaltigen Reagenzien ausgewählt sind aus der Gruppe der Amine oder Phosphonate.
19. Verfahren nach Anspruch 17 dadurch gekennzeichnet, dass das Flotationsmittel in einer Menge von 100 bis 2000 g/t Feststoff eingesetzt wird.
20. Verfahren nach Anspruch 13 dadurch gekennzeichnet, dass die Tiü 2 -reiche Fraktion (2) mit einem Bindemittel gemischt, anschließend agglomeriert, bei einer Temperatur von mindestens etwa 800 0 C thermisch behandelt und in den Reaktor rückgeführt wird.
21. Verfahren nach Anspruch 20 dadurch gekennzeichnet, dass als Bindemittel Polymerlösungen, Tensidlösungen, Salzlösungen oder NaCI eingesetzt werden.
22. Verfahren nach Anspruch 21 dadurch gekennzeichnet, dass als Bindemittel 10 bis 30 Gew.-% NaCI bezogen auf TiO 2 trocken eingesetzt werden.
23. Verfahren nach Anspruch 13 dadurch gekennzeichnet, dass die TiO 2 -reiche Fraktion (2) mit einem feinkörnigen Trägermaterial gemischt, anschließend agglomeriert, bei einer Temperatur von mindestens etwa 800 0 C thermisch behandelt und in den Reaktor rückgeführt wird.
24. Verfahren nach Anspruch 23 dadurch gekennzeichnet, dass das feinkörnige Trägermaterial ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus TiO 2 , Ti-haltige Schlacke und Koks. |
VERFAHREN ZUR AUFARBEITUNG DES BEI DER CHLORIERUNG TITANHALTIGER ROHSTOFFE
ANFALLENDEN ZYKLONSTAUBS
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aufarbeitung des bei der Carbochlonerung von titanhaltigen Rohstoffen anfallenden, im Wesentlichen aus Titandioxid, Koks und weiteren inerten Metalloxiden wie Siliciumdioxid bestehenden Zyklonstaubs und zur Rückführung einer koksreichen und/oder einer TιO 2 -reιchen Fraktion in den Chlonerungsreaktor
Technologischer Hintergrund der Erfindung
Bei dem Verfahren zur Erzeugung von Titantetrachlond durch Chlorierung von titanhaltigen Rohstoffen in Anwesenheit von Koks bei Temperaturen um 1000 0 C in einem
Wirbelschichtreaktor bilden sich flüchtige Metallchloπde Beim Austragen der Metallchlonde aus dem Reaktor wird auch feinteihges Bettmaterial, insbesondere unreagierter titanhaltiger Rohstoff (TiO 2 ), weitere inerte Metalloxide aus dem Rohstoff (insbesondere SiO 2 1 w als Quarz) und Koks mitgerissen Dieses Gas-Feststoff-Gemisch wird auf ca 150°C abgekühlt über einen Zyklon wird der Feststoffanteil abgetrennt. Das so erhaltene Feststoffgemisch wird im Folgenden als Zyklonstaub bezeichnet üblicherweise wird anschließend aus dem Zyklonstaub der Eisenchloπdanteil ausgewaschen.
Der gewaschene Zyklonstaub enthält etwa 20 bis 40 Gew.-% TiO 2 , 30 bis 50 Gew.-% Koks und 10 bis 20 Gew.-% SiO 2 . Er kann als solcher nicht in den Reaktor zurückgeführt werden, weil es in Folge zu einer Anreicherung von Quarz im Fließbett des Chlorierungsreaktors und damit zu vorzeitiger Verschlackung kommen wurde.
Ein Verfahren zur Aufarbeitung und anschließenden Rückführung eines Teils des Zyklonstaubs in den Reaktor beschreibt die EP 0 714 992 B1. Bei diesem Verfahren wird der Zyklonstaub mit Hilfe eines Hydrozyklons in eine TιO 2 -angereιcherte und eine Koksangereicherte Fraktion getrennt. Die TιO 2 -angereιcherte Fraktion, die noch etwa 9 Gew.-% Quarz enthalt, kann nach weiterer Aufmahlung in den Reaktor zurückgeführt werden, wahrend die koksreiche Fraktion als Brennstoff geeignet ist, beispielsweise für Zementwerke oder Kohlekraftwerke. Die Aufmahlung der TιO 2 -angereιcherten Fraktion auf eine Korngroße < 0,1 mm ist erforderlich, um die rückgeführten TιO 2 -Partιkel hinreichend schnell zu TiCI 4
umzusetzen und um sicherzustellen, dass die rückgeführten Quarzpartikel überwiegend nicht im Fließbett verbleiben, sondern rasch mit dem Gasstrom wieder ausgetragen werden. Diese Verfahrensweise führt allerdings zu einer Anreicherung von Quarz im Zyklonstaub, zu stärkerer Verschlackung und ermöglicht nur eine Teilverwertung der TiO 2 - und Koksanteile des Zyklonstaubs.
Aufgabenstellung und Kurzbeschreibung der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Verfahren zur Abtrennung und Aufbereitung der TiO 2 - und Koksanteile des Zyklonstaubs bereitzustellen.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Aufarbeitung des bei der Carbochlorierung von titanhaltigen Rohstoffen in einem Reaktor anfallenden, im wesentlichen aus Titandioxid, Koks und weiteren inerten Metalloxiden bestehenden Zyklonstaubs gekennzeichnet durch folgende Schritte: a) Bereitstellen einer wässrigen Suspension des Zyklonstaubs, b) Abtrennen einer koksreichen Fraktion (1) aus der Suspension durch Flotation, c) Zugabe von Halogenwasserstoffsäure in die verbleibende Suspension, d) Abtrennen einer TiO 2 -reichen Fraktion (2) durch Flotation.
Weitere vorteilhafte Ausformungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Beschreibung der Erfindung
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht die weitgehende Auftrennung des Zyklonstaubs in die drei Feststoff-Fraktionen Titandioxid, Koks und Inertes. Im Folgenden sollen unter „Inertes" neben SiO 2 alle weiteren im Zyklonstaub enthaltenden Metalloxide außer TiO 2 verstanden werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren geht von einem Feststoff (Zyklonstaub) aus, der bei der Titandioxidherstellung nach dem Chloridverfahren in einem Gas-Feststoff-Gemisch aus dem Chlorierungsreaktor ausgetragen, abgekühlt - beispielsweise durch Einspritzen kühlen
Titantetrachlorids - und über einen Zyklon abgetrennt wird. Optional wird in einem weiteren
Schritt der Eisenchloπdanteil des Zyklonstaubs ausgewaschen
Anschließend wird in einem Schritt a) der Zyklonstaub mit Wasser zu einer ersten Suspension angeteigt
In einem anschließenden Schritt b) wird aus der Suspension des Zyklonstaubs der Koks mittels Flotation als Fraktion (1 ) abgetrennt Dazu wird der Suspension des Zyklonstaubs ein geeignetes Flotationsmittel zugesetzt Dem Fachmann sind zwar die üblichen Verfahren zur Flotation von Kohle bekannt, diese lassen sich jedoch nicht ohne weiteres auf die Flotation des im Vergleich hochporosen Koks anwenden
Im Rahmen der Erfindung grundsätzlich geeignet sind Flotationsmittel auf der Basis aromatischer und/oder ahphatischer Kohlenwasserstoffe (z B Mitteldestillate aus der Roholdestillation wie Dieselöl usw ), wie z B aus DE 103 20 191 A1 bekannt Besonders geeignet ist EKOFOL 440® EKOFOL 440® ist eine Sarnmler-Schaumer-Kombination des Herstellers EKOF Flotation GmbH enthaltend ahphatische Alkohole im C6- bis C10-Bereιch, Ester, Ether, Kohlenwasserstoffe und Tenside
Das Flotationsmittel wird in der Größenordnung von 10 g/t bis 5000 g/t Zyklonstaub bevorzugt 100 g/t bis 1500 g/t Zyklonstaub zugesetzt
Das Verfahren kann mit allen bekannten Flotationsanlagen durchgeführt werden, bevorzugt mit einer pneumatischen Flotationszelle (z B PNEUFLOT® von Humboldt-Wedag) Bevorzugt wird die Flotation ohne Konditionierzeit durchgeführt, insbesondere mit dem Flotationsmittel EKOFOL 440®
Die verbleibende Suspension enthalt in ihrem Feststoffanteil etwa 60 bis 99 Gew -% TiO 2 , etwa 1 bis 40 Gew -% Inertes und maximal etwa 2 bis 5 Gew -% Reste an Koks
In einem anschließenden Schritt c) wird der verbleibenden Suspension eine Halogenwasserstoffsaure vorzugsweise Flusssaure zugegeben Die Saure wird bevorzugt in einer Menge von 0,05 kg/t bis 50 kg/t Feststoff, insbesondere in einer Menge von 1 bis 10 kg/t Feststoff zugegeben Flusssaure wird vielfach zur Modifizierung der Silikatflotation benutzt, weil das Fluorid die Oberflacheneigenschaften von Silikaten beeinflusst und so in Abhängigkeit von den herrschenden Bedingungen entweder als aktivierendes Reagenz oder als passivierendes Reagenz („Drucker") wirkt
In einem anschließenden Schritt d) wird Titandioxid mittels Flotation als Fraktion (2) abgetrennt. Dazu wird ein geeignetes Flotationsmittel zugesetzt. Geeignete Flotationsmittel sind Stickstoff- oder phosphorhaltige Reagenzien, vorzugsweise Amine oder Phosphonate, insbesondere RESANOL BA®. RESANOL BA® ist eine Sammler-Schäumer-Kombination des Herstellers EKOF Flotation GmbH. Das Flotationsmittel wird bevorzugt in einer Menge von 100 g/t bis 2000 g/t Feststoff insbesondere 100 g/t bis 1000 g/t Feststoff zugesetzt. Die zugegebene Halogenwasserstoffsäure führt zu einer weitgehenden Passivierung der Oberfläche der SiO 2 -Partikel, so dass das Flotationsmittel überwiegend nicht an den SiO 2 - Partikeln adsorbiert. SiO 2 verbleibt entsprechend überwiegend als Rückstand in der Suspension.
Die Flotationsprodukte Koks-Fraktion (Fraktion (1 )) und TiO 2 -Fraktion (Fraktion (2)) fallen als wässrige Suspensionen an, die in einem anschließenden Schritt e) entwässert und gegebenenfalls getrocknet werden können. Die Entwässerung und Trocknung kann mit dem Fachmann bekannten Standardmethoden erfolgen.
In einer besonderen Ausformung wird das erfindungsgemäße Verfahren folgendermaßen geführt:
Es wird Eisenchlorid-haltiger Zyklonstaub eingesetzt, der in Schritt a) mit ggfs. HCI-saurem Wasser zu einer HCI-sauren ersten Suspension angeteigt wird. Nach der Koks-Abtrennung entsprechend Schritt b) wird die verbleibende erste Suspension zu einem Filterkuchen entwässert. Die Entwässerung kann mit dem Fachmann bekannten Standardmethoden erfolgen, beispielsweise mit Filterpressen.
Anschließend wird der erhaltene Filterkuchen, der zu etwa 60 bis 99 Gew.-% aus TiO 2 und zu etwa 40 bis 1 Gew.-% aus Inertem und Resten an in Schritt b) nicht vollständig abgetrenntem Koks (maximal 2 bis 5 Gew.-%) besteht, mit Wasser zu einer zweiten
Suspension angeteigt. Die zweite Suspension weist einen Feststoffgehalt von 1 bis 40 Gew.-
% auf.
Anschließend wird wie zuvor in Schritt c) der zweiten Suspension zunächst Flusssäure zugesetzt und in Schritt d) Titandioxid mittels Flotation als Fraktion (2) abgetrennt.
In Schritt e) werden wie zuvor die als wässrige Suspensionen angefallenen
Flotationsprodukte Koks-Fraktion (Fraktion (1 )) und TiO 2 -Fraktion (Fraktion (2)) entwässert und gegebenenfalls getrocknet.
Die entwässerte und ggf. getrocknete Koks-Fraktion (Fraktion (1 )) kann als Rohstoff für die Carbochlorierung eingesetzt werden oder als Brennstoff beispielsweise für die
Zementindustrie oder für Kohlekraftwerke Verwendung finden.
Die entwässerte und ggf. getrocknete TiO 2 -Fraktion (Fraktion (2)) kann als Rohstoff in den Chlorierungsreaktor rückgeführt oder als Rohstoff bei der Herstellung von Titandioxid nach dem Sulfatverfahren eingesetzt werden.
Bevorzugt wird die TiO 2 -Fraktion (Fraktion (2)) agglomeriert, um mit den Rohstoffen für die Chlorierung titanhaltiger Rohstoffe (Erz, Koks) auf herkömmliche Art zusammen in den Reaktor gefördert werden zu können und um im Chlorierungsreaktor in der blasenbildenden, fluktuierenden Wirbelschicht ausreichend lange verweilen zu können und zu TiCI 4 umgesetzt zu werden. Dazu wird der feuchte Filterkuchen (Fraktion (2)) vorzugsweise mit geeigneten Bindemitteln versetzt und anschließend agglomeriert. Die bei der Agglomeration gebildeten Grünkörper werden optional getrocknet und anschließend bei Temperaturen von mindestens etwa 800 0 C, alternativ bei Temperaturen von mindestens etwa 1250 0 C thermisch behandelt.
Als Bindemittel können Wasser, Polymerlösungen wie Polyethylenoxid, Methylcellulose, Stärke, Zuckerderivate usw. oder Tensid- oder Salzlösungen verwendet werden. Insbesondere eignen sich Alkalichloride wie Natriumchlorid als Bindemittel.
Die Verwendung von Natriumchlorid (Schmelzpunkt 801 0 C) in einer Größenordnung von 1 Gew.-% bis 99 Gew.-% kann die für die thermische Behandlung notwendige Temperatur senken, da sein Schmelzpunkt unter der Sintertemperatur des Titandioxids (ca. 1250 °C) liegt. Das geschmolzene Salz „verklebt" die TiO 2 -Partikel, so dass nach dem Abkühlen form- und förderstabile TiO 2 -Agglomerate resultieren. Ein weiterer Vorteil von Natriumchlorid als Bindemittel ist, dass dieses ohnehin dem Chlorierungsprozess zugesetzt werden muss und somit keine Verunreinigung für den Prozess darstellt. In einer bevorzugten Ausführung des Verfahrens werden 10 bis 30 Gew.-% NaCI bezogen auf trockenes TiO 2 als Bindemittel eingesetzt.
Die Verwendung anderer Bindemittel als NaCI, insbesondere die Verwendung von organischen Bindemitteln, kann dazu führen, dass diese sich bei der thermischen Behandlung zersetzen und keine Verfestigung der thermisch behandelten Grünkörper stattfindet. Deswegen ist in solch einem Fall bei der thermischen Behandlung eine höhere Temperatur, die mindestens im Bereich der Sintertemperatur von TiO 2 liegt, zur Bildung von form- und förderstabilen TiO 2 -Agglomeraten notwendig als beim Einsatz von Natriumchlorid.
In einer anderen Ausführung der Erfindung wird die Agglomeration der TiO 2 -Fraktion (Fraktion (2)) durch Hinzufügen anderer feinkörniger Trägermaterialien wie z.B. Ti-haltige Schlacke, Koks oder TiO 2 durchgeführt. Prinzipiell sind alle feinkörnigen Materialien geeignet, die den Chlorierungsprozess nicht stören.
Als Agglomerationsapparate können Pelletierteller, Pelletiertrommeln, Mischagglomeratoren wie z.B. Pflugscharmischer, Eirich-Mischer, Cyclomix oder andere dem Fachmann bekannte Aggregate eingesetzt werden.
Die thermische Behandlung der Grünkörper kann in Standardöfen wie Muffelöfen oder Drehrohröfen erfolgen. Der Feuchtegehalt der TiO 2 -Grünkörper liegt bevorzugt bei 5 bis 25 Gew.-%. Die thermische Behandlung sollte bevorzugt über 1 Stunde bis 8 Stunden dauern.
Die getrockneten Agglomerate werden zusammen mit den anderen Rohstoffen für die
Carbochlorierung in den Reaktor gefördert. Aufgrund der Größe der erhaltenen Agglomerate von bevorzugt 0,2 bis 1 ,5 mm können die Agglomerate zusammen mit anderen titanhaltigen Rohstoffen in den Reaktor gefördert werden, ohne dass es zu Problemen in der Förderanlage aufgrund von Feingut kommt. In einer bevorzugten Ausführung beträgt der Salzgehalt, der dem Reaktor in Form von TiO 2 -Agglomeraten zugeführt wird, weniger als 12 kg pro t der Gesamtmenge TiO 2 -Agglomeraten plus Erz.
In einer anderen Ausführung der Erfindung wird die TiO 2 -Fraktion des Zyklonstaubs (Fraktion (2)) in nicht-agglomerierter Form als trockenes Pulver in den Reaktor rückgeführt.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es, den spezifischen Rohstoffbedarf bei der Herstellung von Titantetrachlorid durch Carbochlorierung von titanhaltigen Rohstoffen zu reduzieren bzw. das Verfahren minimiert die Verluste an Koks und Titandioxid, ohne dass es zu einer vorzeitigen Verschlackung des Reaktors kommt.
Beispiele
Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Beispiele erläutert, ohne dass damit eine Einschränkung der Erfindung beabsichtigt ist.
Beispiel 1
Aus der Carbochlorierung gewonnener Zyklonstaub wurde mit HCI-saurem Wasser zu einer 5 Gew.-%igen Suspension angeteigt. Dieser HCI-sauren, Eisenchlorid-haltigen Suspension wurde zur Abtrennung des Kokses 300 g/t Feststoff EKOFOL 440® zugesetzt. Die Flotation erfolgte an einer PNEUFLOT ® (Humboldt-Wedag). Nach einer Flotationszeit von etwa 4 Minuten wurde eine Koks-reiche Suspension in HCI-saurem, Eisenchlorid-haltigem Wasser gewonnen (Fraktion (1)). Die Reinheit der Koks-Fraktion betrug in beiden Fällen >90 Gew.-% bei einer Ausbeute von >90 Gew.-%.
Die nach der Koks-Flotation verbleibende Suspension von TiO 2 und inerten Metalloxiden wurde mit einer Kammerfilterpresse entwässert. Der Filterkuchen hatte eine Zusammensetzung von etwa 70 Gew.-% TiO 2 , etwa 10 Gew.-% inerten Metalloxiden, geringen Anteilen von Koks und etwa 20 Gew.-% Wasser.
Anschließend wurde der Filterkuchen mit Wasser zu einer Suspension mit 100 g/l Feststoffgehalt angeteigt. Zu der Suspension wurden 10 kg HF pro t Feststoff gegeben. Der pH-Wert der Suspension betrug etwa 2. Anschließend wurden 500 g/ 1 Feststoff RESANOL BA® zugesetzt. Die Flotation des TiO 2 erfolgte an einer PNEUFLOT ® (Humboldt-Wedag). Nach einer Flotationszeit von etwa 8 Minuten wurde eine TiO 2 -reiche Suspension in Wasser gewonnen (Fraktion (2)). Die Reinheit der TiO 2 -Fraktion betrug >90 Gew.-% bei einer TiO 2 - Ausbeute von >70 Gew.-%. Die Suspension der TiO 2 -Fraktion wurde mit einer Kammerfilterpresse entwässert.
Der feuchte Filterkuchen der TiO 2 -Fraktion (15 Gew.-% Feuchte) wurde mit 15 Gew.-% NaCI versetzt, in einer Granuliertrommel agglomeriert und anschließend in einem Muffelofen bei 850 0 C 8 h thermisch behandelt.
Beispiel 2
Aus der Carbochlorierung gewonnener Zyklonstaub wurde mit HCI-saurem Wasser zu einer 10 Gew.-%igen Suspension angeteigt und nachfolgend wurde zur Koks-Flotation 700 g/t Feststoff EKOFOL 440® zugesetzt.
Anschließend wurde wie in Beispiel 1 weiter verfahren, und es wurden die gleichen Ergebnisse erzielt.
Beispiel 3
Aus der Carbochlorierung gewonnener Zyklonstaub wurde mit HCI-saurem Wasser zu einer 20 Gew.-%igen Suspension angeteigt und nachfolgend wurde zur Koks-Flotation 300 g/t Feststoff EKOFOL 440® zugesetzt.
Anschließend wurde wie in Beispiel 1 weiter verfahren und es wurden die gleichen Ergebnisse erzielt.
Beispiel 4
Aus der Carbochlorierung gewonnener Zyklonstaub wurde mit HCI-saurem Wasser zu einer 20 Gew.-%igen Suspension angeteigt. Aus dieser wurde durch Filtration an einer Kammerfilterpresse der Feststoff isoliert. Dieser hat eine Zusammensetzung von etwa 35% Koks, 30% Titandioxid, 25% Wasser und 10% inerten Metalloxiden.
Dieser Feststoff wurde mit Wasser zu einer Suspension mit 100 g/l Feststoffgehalt angeteigt und zur Abtrennung des Kokses 300 g/t Feststoff EKOFOL 440® zugesetzt. Die Flotation erfolgte an einer PNEUFLOT ® (Humboldt-Wedag). Nach einer Flotationszeit von etwa 4 Minuten wurde eine Koks-reiche Suspension in Wasser gewonnen (Fraktion (1)).
Die Reinheit der Koks-Fraktion betrug >90 Gew.-% bei einer Ausbeute von >90 Gew.-%.
Zu der nach der Koks-Flotation verbleibenden Suspension von TiO 2 und inerten Metalloxiden wurden 5 kg HF pro t Feststoff gegeben. Der pH-Wert der Suspension betrug etwa 2. Anschließend wurden 500 g/ 1 Feststoff RESANOL BA® zugesetzt. Die Flotation des TiO 2 erfolgte an einer PNEUFLOT ® (Humboldt-Wedag). Nach einer Flotationszeit von etwa 8 Minuten wurde eine TiO 2 -reiche Suspension in Wasser gewonnen (Fraktion (2)). Die Reinheit der TiO 2 -Fraktion betrug >90 Gew.-% bei einer TiO 2 -Ausbeute von >70 Gew.-%. Die Suspension der Ti0 2 -Fraktion wurde mit einer Kammerfilterpresse entwässert.
Der feuchte Filterkuchen der TiO 2 -Fraktion (15 Gew.-% Feuchte) wurde mit 15 Gew.-% NaCI versetzt, in einer Granuliertrommel agglomeriert und anschließend in einem Muffelofen bei 850 0 C 8 h thermisch behandelt.
Beispiel 5
Es wurde wie in Beispiel 4 verfahren mit dem Unterschied, dass der mit der Filterpresse isolierte Feststoff (Zyklonstaub) zu einer Suspension mit 300 g/l Feststoff anstelle von 100 g/l Feststoffgehalt angeteigt wurde. Es wurden die gleichen Ergebnisse wie in Beispiel 4 erzielt.
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