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Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR TREATING WASTE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2016/174513
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for treating waste, in particular domestic waste, comprising the provision of a closed building for receiving the waste, the roof of the building being designed as a semi-permeable membrane, the filling of the building with the waste, the waste being deposited in the form of a mound, performing a biological drying of the waste with the supply of air, the air discharge being carried out through the semi-permeable membrane, and discharging the dried waste from the building. According to the invention, the filling of the building and the performing of the biological drying and optionally the discharge of the waste is carried out with an unchanged arrangement of the roof and the filling of the building is carried out by dropping the waste from a continuous conveyor device.

Inventors:
MAIER, Beat René (Eichweg 34, Küttigen, CH-5024, CH)
Application Number:
IB2016/000450
Publication Date:
November 03, 2016
Filing Date:
April 08, 2016
Export Citation:
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Assignee:
HOLCIM TECHNOLOGY LTD (Zürcherstrasse 156, Rapperswil-Jona, CH-8645, CH)
International Classes:
F26B3/06; B09B3/00; C05F17/02; E04D12/00; F26B9/02; F26B25/00; F26B25/10
Domestic Patent References:
2004-06-10
2002-01-03
Foreign References:
US20020019045A12002-02-14
US20080051620A12008-02-28
US20080032393A12008-02-07
EP1146027A12001-10-17
DE20208885U12002-08-29
EP1736461A12006-12-27
FR2876399A12006-04-14
Attorney, Agent or Firm:
KESCHMANN, Marc (Haffner und Keschmann, Patentanwälte GmbHSchottengasse 3a, Wien, A-1010, AT)
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Claims:
Patentansprüche :

1. Verfahren zur Behandlung von Müll, insbesondere

Hausmüll, umfassend das Bereitstellen eines geschlossenen Gebäudes zur Aufnahme des Mülls, wobei das Dach des

Gebäudes als gas- und dampfdurchlässige, aber wasserdichte Membran ausgebildet ist, das Befüllen des Gebäudes mit dem Müll, wobei der Müll zu einer Miete aufgeschüttet wird, das Durchführen einer biologischen Trocknung des Mülls unter Luftzufuhr, wobei der Luftabzug durch die gas- und

dampfdurchlässige, aber wasserdichte Membran hindurch erfolgt, und das Austragen des getrockneten Mülls aus dem Gebäude, dadurch gekennzeichnet, dass das Befüllen des Gebäudes und das Durchführen der biologischen Trocknung und ggf> das Austragen des Mülls bei unveränderter Anordnung des Daches erfolgt und dass das Befüllen des Gebäudes durch Abwerfen des Mülls von einer kontinuierlichen

Fördereinrichtung erfolgt. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufschütten des Mülls bis zu einer solchen Höhe der Miete erfolgt, dass der Abstand zwischen dem Dach und der höchsten Stelle der Miete weniger als 2m, vorzugsweise weniger als 1,5m, insbesondere 20 bis 100cm, beträgt.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch

gekennzeichnet, dass die Miete während der biologischen Trocknung von unten belüftet wird. 4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch

gekennzeichnet, dass die gas- und dampfdurchlässige, aber wasserdichte Membran des Gebäudes flexibel ausgebildet ist und während des Befüllens des Gebäudes von der

Fördereinrichtung nach oben gedrückt wird.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Müll mit einer über die gesamte

Grundfläche des Gebäudes im wesentlichen gleichen

Schütthöhe aufgeschüttet wird.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Miete auf eine Höhe von mindestens 2m, insbesondere mindestens 3m aufgeschüttet wird.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Abwerfen des Mülls mit der

Fördergeschwindigkeit der kontinuierlichen

Fördereinrichtung erfolgt.

8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Fördergeschwindigkeit mindestens 2 m/s, bevorzugt mindestens 3 m/s beträgt.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Fördereinrichtung gemäß dem

Befüllungsfortschritt innerhalb des Gebäudes zurückgezogen wird.

10. Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, umfassend ein geschlossenes Gebäude zur Aufnahme des zu einer Miete aufgeschütteten Mülls, wobei das Dach des Gebäudes als gas- und

dampfdurchlässige, aber wasserdichte Membran ausgebildet ist, eine kontinuierliche Fördereinrichtung, die den Müll kontinuierlich in das Innere des Gebäudes fördert, und eine Belüftungseinrichtung zum Belüften der Miete, dadurch gekennzeichnet, dass das Dach des Gebäudes in seiner

Anordnung unveränderlich ausgebildet ist und die

Fördereinrichtung derart ausgebildet ist, dass deren ausgabeseitiges Ende das Dach des Gebäudes um maximal 2m, bevorzugt maximal 1,5m, insbesondere 20 bis 100cm,

unterschreitet .

11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Dach des Gebäudes als Flachdach ausgebildet ist.

12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch

gekennzeichnet, dass die gas- und dampfdurchlässige, aber wasserdichte Membran flexibel ausgebildet ist.

13. Vorrichtung nach Anspruch 10, 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Fördereinrichtung als Band- oder Schneckenförderer ausgebildet ist.

Description:
Verfahren zur Behandlung von Müll

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von Müll, insbesondere Hausmüll, umfassend das Bereitstellen eines geschlossenen Gebäudes zur Aufnahme des Mülls, wobei das Dach des Gebäudes als semipermeable Membran ausgebildet ist, das Befüllen des Gebäudes mit dem Müll, wobei der Müll zu einer Miete aufgeschüttet wird, das Durchführen einer biologischen Trocknung des Mülls unter Luftzufuhr, wobei der Luftabzug durch die semipermeable Membran hindurch erfolgt, und das Austragen des getrockneten Mülls aus dem Gebäude, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung eines solchen Verfahrens. Es besteht das Bestreben alternative Brennstoffe, d.h.

Brennstoffe mit einem im Vergleich zu hochwertigem Erdgas, Kohle oder Erdöl verringerten Brennwert beispielsweise für den Zementklinkerherstellungsprozess nutzbar zu machen, wobei solche alternativen Brennstoffe häufig in Form von Müll zur Verfügung stehen. Müll steht in besonders großen Mengen als Hausmüll zur Verfügung. Unter Hausmüll wird ein Abfallgemisch verstanden, das aus privaten Haushalten und vergleichbaren Einrichtungen stammt. Mit Rücksicht auf die einschlägigen Mülltrennungsvorschriften wird Hausmüll oft auch als Haushalts-Restmüll bezeichnet. Die stoffliche

Zusammensetzung von Hausmüll ist regional und saisonbedingt verschieden. Hausmüll enthält meist variierende Anteile Kunststoff, Feinmüll, Papier/Pappe, Windeln, Textilien, Glas, Metall, Verbundmaterial und Vegetabilien . Aus

brennstofftechnischer Sicht kann Hausmüll in die

Komponenten Wasser, Inertstoff, fossile BrennstoffSubstanz und organische BrennstoffSubstanz unterteilt werden, wobei weiters anzumerken ist, dass Hausmüll einen hohen Anteil an organischen Substanzen, d.i. ca. 30-60% (organische

Fraktion inkl. Wasser), aufweist.

Bisher war das Verwertungspotential für derartige

Abfallstoffe in der Zementindustrie aufgrund des

erheblichen Feuchtigkeitsgehalts limitiert, wenn die

Abfallstoffe direkt in die Brenneranlagen eingebracht werden, was aufgrund des Wassergehaltes zu einem erhöhten Wärmebedarf im Klinkerherstellungsverfahren zur Verdampfung des Wassers geführt hat. Darüber hinaus resultiert aus den erheblichen eingebrachten Wassermengen nach der Verdampfung des Wassers ein ungünstig hohes Volumen von

Gesamtprozessabgasen, was wiederum zu einem erhöhten

Aufwand beim Abgasmanagement führt.

Um Hausmüll in der Zementindustrie als alternativen

Brennstoff nutzen zu können, ist demgemäß eine

Vorbehandlung einschließlich einer Trocknung erforderlich. Typischerweise erfolgt die Trocknung unter Einsatz von hochwertigen teuren Brennstoffen, wie Erdgas oder Diesel, was jedoch in wirtschaftlicher Hinsicht nachteilig ist. Alternativ hierzu kann der Müll einer biologischen

Trocknung unterworfen werden. Unter biologischer Trocknung wird im Allgemeinen ein

Prozess verstanden, in welchem Hausmüll belüftet und somit von Luft durchströmt wird und dabei aerob verrottet. Der Hausmüll wird hierbei in einen Reaktor eingebracht und unter Zuführung von Sauerstoff werden die biologisch leichter zersetzbaren organischen Anteile des Hausmülls mikrobiell abgebaut. Die Zersetzung der organischen

Bestandteile durch Mikroorganismen ist eine exotherme

Reaktion, die innerhalb des Mülls eine Temperatursteigerung bedingt. Hierbei wird jedoch lediglich ein geringer Teil der organischen Anteile des Mülls zersetzt, wodurch dessen Energie weitestgehend erhalten bleibt und der Hausmüll als hochenergetischer Ersatzbrennstoff nutzbar bleibt. Die bei der aeroben Verrottung entstehende biologische Wärme bedingt eine Trocknung des Hausmülls. Mittels der bei diesem Prozess frei werdenden Energie nimmt die den

Hausmüll durchströmende Luft Wärme und Feuchtigkeit auf und dadurch wird eine Absenkung des Feuchtigkeitsgehalts innerhalb des Hausmülls bewirkt. Nach der biologischen Trocknung kann der Hausmüll als verbrennungstechnisch hochwertiger und C0 2 -neutraler Ersatzbrennstoff im

Zementherstellungsprozess genutzt werden. Die biologische Trocknung benötigt als externe

Energiequelle lediglich Strom für das Antreiben des

Belüftungssystems und ist somit weitaus energiesparender und billiger als die eingangs genannten, fossile

Energieträger erfordernden Trocknungsmethoden.

Die biologische Trocknung zielt im Unterschied zu anderen Kompostierungsverfahren darauf ab, den Hausmüll bei

möglichst kurzer Verweilzeit im Reaktor als qualitativ hochwertigen Ersatzbrennstoff nutzbar zu machen. Hierbei wird erstens der Energieinhalt im Hausmüll durch eine größtmögliche Entfernung des Wassers erhöht und zweitens ein Großteil des Heizwertes der organischen Stoffe

innerhalb des Mülls erhalten, da lediglich ein minimaler, organischer Abbau stattfindet.

Zur biologischen Trocknung kommt oftmals eine semipermeable Membran zum Einsatz, mittels welcher der zu einer Miete aufgeschüttete Müll abgedeckt wird, wobei unter semipermeabler Membran eine Membran verstanden wird, die gas- und dampfdurchlässig, aber wasserdicht ist. Die

Verwendung einer semipermeablen Membrane, beispielsweise GoreTex®-Membran, führt dazu, dass die aus der Miete austretende feuchte Luft durch die Membran nach außen entweichen kann, die Miete vor Regen und anderen

Umwelteinflüssen jedoch geschützt bleibt, sodass eine effiziente Trocknung gewährleistet ist. Weiters hat die Membran die Wirkung, dass die für die biologische Trocknung erforderlichen Bakterien in der Miete verbleiben und dass die Umgebung vor Geruchsbelästigung geschützt wird.

Es ist eine Vielzahl von Verfahren und Vorrichtungen zur biologischen Trocknung von Müll bekannt.

Die EP 1146027 AI beschreibt eine Vorrichtung zur

Kompostierung von organischen Abfällen, in welcher die Abfälle als trapezförmiger Haufen, sog. Miete, auf einem wasserfesten Betonboden aufgeschichtet sind und während des Trocknungsvorganges mit einer GoreTexO-Membran abgedeckt werden .

Die DE 20208885 Ul offenbart eine Verrottungsanlage für als Haufen aufgeschütteten Müll auf einem befestigten

Untergrund, wobei die Anlage eine wasserabweisende und luftdurchlässige Plane zur Abdeckung des Mülls aufweist. Weiters besitzt die Anlage mehrere Stellwände zur

seitlichen Begrenzung des Mülls, an denen die Plane

angebracht ist.

Auch in der EP 1736461 AI ist eine Vorrichtung zur

Kompostierung von organischen Abfällen beschrieben, in welcher die Abfälle als trapezförmiger Haufen auf einem undurchlässigen, festen Boden aufgeschichtet sind und mit einer GoreTex®-Membran abgedeckt werden. Die offenbarte Vorrichtung weist weiters Seitenwände auf, die der

seitlichen Begrenzung sowie zur Befestigung der GoreTex®- Membran dienen.

Bei diesen Verfahren ist als nachteilig anzusehen, dass der Müll .während...des Aufschüttens der Miete und während des Abtransportes des getrockneten Mülls vor Regen ungeschützt ist. Die entsprechenden Arbeiten können daher nur in niederschlagsfreien Perioden durchgeführt werden. In der Praxis werden solche Anlagen oft zusätzlich überdacht, was einen erheblichen finanziellen Aufwand bedingt. Außerdem erfordert das Aufbringen der Membran auf die Miete und das Abziehen der Membran von der Miete nach Abschluss des

Trocknungsprozesses aufwändige Vorrichtungen, sodass der apparative Aufwand und die Kosten für derartige Anlagen entsprechend hoch sind. Weiters besteht die Gefahr, dass die Membran mechanisch beschädigt wird. Zudem werden

Zugangswege zwischen den Mieten benötigt, was die

Gesamtfläche der Anlage empfindlich vergrößert. Ein

weiteres Problem ist die Bildung von Regenwasser-Pfützen auf der Membran, wenn diese nicht perfekt gespannt ist, da die Membran an den mit Pfützen bedeckten Stellen ihre

Atmungsaktivität verliert.

Um die oben beschriebenen Nachteile zu vermeiden, sind im Stand der Technik auch Anlagen vorgeschlagen worden, bei denen die Membran nicht aufgelegt und dann wieder abgezogen werden muss, sondern bei denen ein Gebäude mit einem permanenten Membrandach vorgesehen ist. Bei solchen

Gebäuden besteht jedoch das Problem, dass darauf geachtet werden muss, dass der vertikale Abstand zwischen der Miete und dem Membrandach nicht zu groß ist. Wenn der vertikale Abstand l-2m überschreitet, kondensiert die in der aus der Miete austretenden Luft enthaltene Feuchtigkeit bevor sie die Membran durchsetzen kann, sodass die Feuchtigkeit im Gebäude verbleibt. Allerdings erfordern die Befüllung und die Entleerung des Gebäudes mit herkömmlichen Radladern, Baggern und dgl. eine bestimmte Mindesthöhe des Gebäudes; mit solchen Ladeeinrichtungen ist es nicht möglich, den Müll bis knapp unter das Membrandach aufzuschütten. Es wurden daher Gebäude mit verstellbaren Membrandächern vorgeschlagen, wobei das Membrandach beispielsweise

höhenverstellbar oder aufklappbar ausgebildet ist. Das Membrandach wird für den Vorgang des Aufschüttens des Mülls daher angehoben oder aufgeklappt und für den

Trocknungsvorgang dann abgesenkt oder zugeklappt. Der

Aufwand für eine höhenverstellbare oder offenbare

Konstruktion des Daches ist jedoch hoch. Zudem ist das Material bei offenbaren Dachkonstruktionen während dem Be- und Entladen dem Niederschlag ausgesetzt.

Aufgrund der bereits oben erwähnten Pfützen-Problematik sind diese bestehenden Lösungen mit fixen Strukturen gemäß dem Stand der Technik nie vollkommen flach sondern eher schräg oder gewölbt ausgebildet, um die Ausbildung von Pfützen zu vermeiden.

Die WO 2004/048719 AI offenbart eine flexible Vorrichtung zur Abdeckung von organikhaltigem Abfall. Die Vorrichtung besitzt eine Abdeckplane, die eine Mehrzahl an mit

Flüssigkeit befüllbaren bzw. aufblasbaren Stützelementen und mit den Stützelementen verbundene wasserdichte und gasdurchlässige Flächengebilde aufweist. Die

Abdeckkonstruktion ist hierbei luftdicht am Boden

befestigt. Im aufgestellten Zustand sind die Stützelemente gefüllt und bilden mit den gasdurchlässigen Flächengebilden ein dreidimensionales, hallenförmiges Gebilde aus, in welchem sich der organikhaltige Abfall befindet. Im

abgesenkten Zustand sind die Stützelemente nicht gefüllt und das wasserdichte und gasdurchlässige Flächengebilde kommt direkt auf dem organikhaltigen Abfall zu liegen. Das Flächengebilde kann also je nach Bedarf gehoben oder gesenkt werden. In der FR 2876399 AI wird eine Vorrichtung zur biologischen Trocknung beschrieben, die zwei parallele Seitenwände und ein ein- und ausfahrbares Dach aufweist, wobei das Dach eine für Wasser undurchlässige Membran aufweist. In der WO 02/00572 AI wird ein System zur Trocknung von organischen Abfällen offenbart, das Seitenwände, eine

Rückwand, eine Tür sowie ein fixes geneigtes Dach aufweist, wobei das Dach aus einem Laminat besteht, das eine

semipermeable Membran aufweist. Das in der WO 02/00572 AI beschriebene Dach ist allerdings als Schrägdach

ausgebildet, was zu einem besonders hohen Freiraum zwischen dem zu einer Miete aufgeschütteten Müll und dem Dach führt. Dies begünstigt die Kondensation von Wasser innerhalb des Gebäudes, was wiederum den biologischen Trocknungsprozess erheblich verlangsamt. Ein großer Freiraum wird bei dieser Lösung zusätzlich durch das Erfordernis der Beladung mit in das Gebäude zu verfahrenden Transportfahrzeugen

hervorgerufen . Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung bereitzustellen, mit welchen die

vorgenannten Nachteile ohne großen vorrichtungstechnischen Aufwand überwunden werden können. Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung bei einem Verfahren der eingangs genannten Art vor, dass das Befüllen des Gebäudes und das Durchführen der biologischen Trocknung und ggf. das Austragen des Mülls bei unveränderter

Anordnung des Daches erfolgt und dass das Befüllen des Gebäudes durch Abwerfen des Mülls von einer

kontinuierlichen Fördereinrichtung erfolgt. Dadurch, dass das Befüllen des Gebäudes und das Durchführen der biologischen Trocknung und ggf. das Austragen des Mülls bei unveränderter Anordnung des Daches erfolgt, kann auf aufwändige Dachkonstruktionen mit höhenverstellbarem oder offenbarem Dach verzichtet und es kann mit einem fixen Dach das Auslangen gefunden werden. Dadurch, dass das fixe

Membrandach für den Befüllvorgang und das Austragen nicht entfernt oder weggeklappt zu werden braucht, bleibt das Verfahren von äußeren Einflüssen, wie beispielsweise

Schlechtwetter unbeeinflusst . Um bei einer solchen

Ausbildung den Müll dennoch in einer ausreichenden Höhe, d.h. bis knapp unter das Dach, aufschütten zu können, kommt erfindungsgemäß eine kontinuierliche Fördereinrichtung zum Einsatz, die den Müll zur Bildung einer Miete abwirft. Das Abwurfende der kontinuierlichen Fördereinrichtung kann hierbei ohne weiteres bis knapp unter das Membrandach positioniert bzw. angehoben werden, sodass die

erforderliche Füllhöhe in einfacher Weise gewährleistet ist . Eine bevorzugte Weiterbildung sieht vor, dass das

Aufschütten des Mülls bis zu einer solchen Höhe der Miete erfolgt, dass der Abstand zwischen dem Dach und der

höchsten Stelle der Miete weniger als 2m, vorzugsweise weniger als 1,5m, insbesondere 20 bis 100cm, beträgt. Ein besonders geringer vertikaler Abstand, wie z.B. ein Abstand von Im oder weniger ist besonders bevorzugt, weil sich der Müll im Laufe des Trocknungsvorganges setzt und

sichergestellt werden sollte, dass der vertikale Abstand zwischen der Miete und dem Membrandach sich während des Prozesses nicht auf mehr als 1,5m, insbesondere auf mehr als 2m vergrößert. Wie bereits zuvor erwähnt, wirkt sich eine Minimierung des vertikalen Abstands zwischen der Miete und dem Dach positiv auf die Vermeidung von Kondensationsvorgängen im Inneren des Gebäudes aus, wobei die Gefahr einer Kondensation umso geringer ist, je geringer der vertikale Abstand zwischen Miete und Dach gewählt ist.

In einer besonders bevorzugten Ausbildung wird die Miete während der biologischen Trocknung von unten belüftet. Bei der biologischen Trocknung wird der Hausmüll belüftet und somit von Luft durchströmt und dabei aerob verrottet, wobei die Zufuhr von Sauerstoff zum mikrobiellen Abbau der biologisch leichter zersetzbaren organischen Anteile des Hausmülls führt. Besonders vorteilhaft wirkt sich die

Belüftung hierbei aus, wenn die Luftzufuhr von unten erfolgt, die Luftaustrittsstellen der Belüftungsanlage also am Boden der Anlage angeordnet sind.

Eine bevorzugte Ausführung sieht vor, dass die

semipermeable Membran des Gebäudes flexibel ausgebildet ist und während des Befüllens des Gebäudes von der

Fördereinrichtung nach oben gedrückt wird. Hierdurch wird der vertikale Abstand zwischen der Miete und dem Dach des Gebäudes noch effizienter verringert. Bevorzugt ist, dass der Müll mit einer über die gesamte genutzte Grundfläche des Gebäudes im wesentlichen gleichen Schütthöhe aufgeschüttet wird. Dies gelingt insbesondere dadurch, dass der Müll erfindungsgemäß durch Abwerfen von der kontinuierlichen Fördereinrichtung aufgeschüttet wird. Wenn nun die Abwurfparabel durch Einstellung der

Geschwindigkeit des Fördermittels und/oder durch

Einstellung des Abwurfwinkels gezielt beeinflusst wird, kann der Müll auch bis in die Eck- und Randbereiche des Gebäudes gefördert werden, sodass sich eine möglichst einheitliche Füllhöhe ergibt und das Volumen des Gebäudes möglichst effizient genutzt werden kann. Außerdem führt eine einheitliche Füllhöhe dazu, dass überall die gleichen Belüftungsverhältnisse herrschen, da die bevorzugt von unten zugeführte Luft überall dieselbe Schütthöhe

durchströmt .

Besonders bevorzugt ist, dass die Miete auf eine Höhe von mindestens 2m, insbesondere mindestens 3m aufgeschüttet wird .

Weiters ist bevorzugt vorgesehen, dass das Abwerfen des Mülls mit der Fördergeschwindigkeit der kontinuierlichen Fördereinrichtung erfolgt. In einer besonders bevorzugten Ausbildung beträgt die Fördergeschwindigkeit mindestens 2 m/s, bevorzugt mindestens 3 m/s.

Eine bevorzugte Weiterbildung sieht vor, dass die

Fördereinrichtung gemäß dem Befüllungsfortschritt innerhalb des Gebäudes zurückgezogen wird. Die Befüllung beginnt somit an dem von der Einfahrtsöffnung des Gebäudes am weitesten entfernt gelegenen Ende und die Fördereinrichtung wird dann entsprechend dem Befüllungsfortschritt sukzessive zurückgefahren, bis sie schließlich durch die

Einfahrtsöffnung des Gebäudes wieder herausgefahren werden kann. Zudem kann " die Fördereinrichtung laterale Bewegungen bzw. Drehbewegungen ausführen, um eine gleichmäßige

Befüllung der Anlage zu gewährleisten.

Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung eine Vorrichtung umfassend ein geschlossenes Gebäude zur

Aufnahme des zu einer Miete aufgeschütteten Mülls, wobei das Dach des Gebäudes als semipermeable Membran ausgebildet ist, eine kontinuierliche Fördereinrichtung, die den Müll kontinuierlich in das Innere des Gebäudes fördert, und eine Belüftungseinrichtung zum Belüften der Miete, dadurch gekennzeichnet, dass das Dach des Gebäudes in seiner

Anordnung unveränderlich ausgebildet ist und die

Fördereinrichtung derart ausgebildet ist, dass deren ausgabeseitiges Ende das Dach des Gebäudes um maximal 2m, bevorzugt maximal 1,5m, insbesondere 20 bis 100cm,

unterschreitet .

Der besonders geringe Freiraum zwischen der obersten Seile der Miete und dem Dach der Vorrichtung verhindert die

Kondensation von Wasser innerhalb des Gebäudes weitgehend und beschleunigt den biologischen Trocknungsprozess .

Bevorzugt ist vorgesehen, dass das Dach des Gebäudes als Flachdach ausgebildet ist. Bei einem flach ausgebildeten Dach ist der vertikale Abstand zwischen dem im Wesentlichen mit einheitlicher Schütthöhe aufgeschütteten Müll und dem Membrandach im Wesentlichen gleich. Dadurch können Stellen mit erhöhtem vertikalen Abstand zwischen dem Müll und dem Membrandach, wie sie z.B. bei einem Schräg- oder Giebeldach auftreten, vermieden werden. Der im Wesentlichen einheitliche Abstand zwischen der Miete und dem Dach kann daher wesentlich besser im Hinblick auf die Verringerung der Kondensationsgefahr optimiert werden. Weiters ist bevorzugt vorgesehen, dass die

Fördereinrichtung als Band- oder Schneckenförderer

ausgebildet ist. Hierdurch wird eine kontinuierliche

Förderung des Mülls in das Innere der Anlage

sichergestellt .

Weiters wäre es denkbar, dass nicht nur das Dach des

Gebäudes als semipermeable Membran ausgebildet ist, sondern ebenfalls eine bzw. mehrere der Seitenwände des Gebäudes von semipermeablen Membranen gebildet werden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der

Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. In dieser zeigt Fig. 1 eine Schnittansicht zweier Varianten des erfindungsgemäßen Gebäudes und Fig. 2 eine Schnittansicht des erfindungsgemäßen Gebäudes samt Fördereinrichtung .

In Fig. 1 ist ein geschlossenes Gebäude 1 zur Aufnahme des zu einer Miete aufgeschütteten Mülls 2 dargestellt, wobei das Dach des Gebäudes 1 als semipermeable Membran 3

ausgebildet ist, die an den seitlichen Wänden 4 des

Gebäudes 1 befestigt ist und weiters von einer

Stützeinrichtung 5a, 5b gestützt wird. Die Stützeinrichtung kann hierbei entweder oberhalb 5a oder unterhalb 5b der semipermeablen Membran 3 angebracht sein und kann

beispielsweise in der Form eines starren Gerüsts oder dgl. ausgebildet sein. Beispielsweise könnte das Gerüst auch von flexiblen, z.B. aus Fiberglas gefertigten, Stangen gebildet sein, wodurch die gewünschte Flexibilität erreicht wird, aber die Bildung von Pfützen durch Regenwasser-Ansammlungen erfolgreich vermieden wird. Das Dach des Gebäudes ist in seiner Anordnung

unveränderlich ausgebildet. Der Freiraum 6 zwischen der Miete 2 und der semipermeablen Membran 3 ist gering, wodurch die Kondensation von Wasser innerhalb des Gebäudes 1 weitgehend verhindert und der biologische

Trocknungsprozess beschleunigt wird.

In Fig. 2 ist eine Schnittansicht des erfindungsgemäßen Gebäudes 1 samt Fördereinrichtung 7 dargestellt. Die

Fördereinrichtung 7 ist hier als Bandförderer ausgebildet. Fig. 2 zeigt, dass der Müll 8 mittels der Fördereinrichtung kontinuierlich in das Innere des Gebäudes 1 gefördert und dort zu einer Miete 2 aufgeschüttet wird. Die

Fördereinrichtung ist hierbei derart ausgebildet, dass deren auswurfseitiges Ende 11 das Dach 3 des Gebäudes 1 nur geringfügig unterschreitet.

Fig. 2 ist weiters zu entnehmen, dass die Fördereinrichtung 7 einen vorzugsweise bügelartigen, im Wesentlichen parallel zum Förderband und oberhalb desselben verlaufenden

Abstandhalter 12 aufweist, der sich über das abwurfseitige Ende 11 hinaus erstreckt. Wenn das abwurfseitige Ende 11 der Fördereinrichtung 7 entsprechend nach oben verfahren wird, um den Müll möglichst bis knapp unter das Membrandach 3 zu fördern, drückt der Abstandhalter 12 die flexible Membran 3 nach oben, um dadurch mehr Platz für die

Förderung des Mülls 8 zu schaffen. Die Fördereinrichtung 7 ist verfahrbar ausgebildet und umfasst Rollen 9, wodurch die Fördereinrichtung 7 gemäß dem Befüllungsfortschritt des Gebäudes 1 in Richtung des Pfeils 10 innerhalb des Gebäudes 1 zurückgezogen werden kann.