CLÜSSERATH, Ludwig (Nikolaus-Lenau-Str. 3, Bad Kreuznach, 55543, DE)
Patentansprüche:
1. Verfahren zur Reinigung, insbesondere Innenreinigung, von flexiblen schlauchartigen Gebilden (1), vorzugsweise von Beuteln (1), mit folgenden Verfahrensschritten:
1.1) das schlauchartige Gebilde (1) wird mit seiner öffnung (1a) über einen Behandlungsstutzen (2) gestülpt;
1.2) das schlauchartige Gebilde (1) wird zunächst mit einem Reini- gungs- und/oder Sterilisationsmittel und danach mit einem Spülmittel gefüllt sowie jeweils danach entleert;
1.3) abschließend wird das schlauchartige Gebilde (1) mit einem Produktmedium gefüllt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das schlauchartige Gebilde (1) vor jedem Füllvorgang evakuiert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungsmittel und das Spülmittel jeweils durch Unterdruck aus dem schlauchartigen Gebilde (1) entfernt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungsmittel und/oder das Spülmittel unter Berücksichtigung einer jeweils spezifischen Behandlungszeit in dem schlauchartigen Gebilde (1) verbleiben.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schritte "Einfüllen des Reinigungsmittels", "Entleeren" und "Einfüllen des
Spülmittels" mehrfach zyklisch durchlaufen werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das schlauchartige Gebilde (1) bei eingefülltem Medium (Reinigungs- und/oder Desinfektionsmittel, Spülmittel, Produktmedium) mechanisch angeregt wird, um eine vollständige Benetzung der Innenoberfläche zu erreichen.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das schlauchartige Gebilde (1) während und/oder nach und/oder vor einer
Innenreinigung zusätzlich auch von außen gereinigt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das schlauchartige Gebilde (1) ein eingebrachtes Belüftungsrohr (15) aufweist und/oder bedarfsgemäß belüftet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die öffnung (1a) des schlauchartigen Gebildes (1) vor Aufbringen auf den Behandlungsstutzen (2) in einem separaten Vorgang gereinigt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Behandlungsstutzen (2) vor Aufbringen des schlauchartigen Gebildes (1) auf den Behandlungsstutzen (2) in einem separaten Vorgang gereinigt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das schlauchartige Gebilde (1) in hochstehender aufrechter Position und/oder hängend an dem jeweiligen Befestigungsstutzen (2) befestigt wird.
12. Behandlungsanlage zur Reinigung von schlauchartigen Gebilden (1), ins- besondere von Beuteln (1), vorzugsweise zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 11, mit einem Behandlungsstutzen (2), welcher umlaufend und/oder linear zwischen verschiedenen Behandlungsstationen bewegt wird, und mit Vorratsbehältern (5, 6) für Reinigungsmittel und Spülmittel, die jeweils mit dem mit seiner öffnung (1a) über den Behandlungs- stutzen (2) gestülpten schlauchartigen Gebilde (1) kommunizieren. |
Verfahren und Behandlungsanlage zur Reinigung von schlauchartigen Gebilden
Beschreibung:
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung, insbesondere Innenreinigung, von flexiblen schlauchartigen Gebilden mit wenigstens einer öffnung.
Im Allgemeinen handelt es sich bei der Reinigung um eine Desinfektion, also um eine Behandlung des jeweiligen schlauchartigen Gebildes dergestalt, dass etwaige Keime oder Mikroorganismen vorzugsweise im Innern abgetötet oder entfernt werden. Es kommt also darauf an, das schlauchartige Gebilde, insbesondere den Beutel zur Aufnahme eines Getränkes, dergestalt zu behandeln, dass im Anschluss daran mikrobiologisch empfindliche Flüssigkeiten wie allgemein Getränke oder auch Getränkekonzentrate ohne Bedenken eingefüllt werden können.
Bei den schlauchartigen Gebilden mit wenigstens einer öffnung handelt es sich - wie gesagt - üblicherweise um Beutel, die in großen Mengen in der Getränkeoder auch Gastronomieindustrie eingesetzt werden und weite Verbreitung als Einweg-Lebensmittelbehälter aufweisen. So ist es beispielsweise in der Gastronomieindustrie üblich, Getränke wie beispielsweise Wein, oder allgemein Lebensmittel zu servieren, die in Abgabesystemen nach Bedarf aus getränkebildenden oder lebensmittelbildenden Basen wie Konzentraten oder gebrauchsfertigen Komponenten hergestellt werden. Diese Basen oder Konzentrate bzw. gebrauchsfertigen Komponenten werden in solchen Einwegbehältern bzw. schlauchartigen Gebilden respektive flexiblen Beuteln bevorratet.
Selbstverständlich können in derartige schlauchartige Gebilde bzw. Beutel aber auch trockene Lebensmittel wie Fertigsuppen, Nudeln, getrocknetes Gemüse, Suppenpulver oder dergleichen zur Herstellung einer Fertigsuppe eingefüllt werden. In jedem Fall ist die insbesondere keimfreie Ausgestaltung des schlauchartigen Gebildes vor der Füllung mit einem zugehörigen (beispiels-
weise flüssigen oder auch pulvrigen) Produktmedium von besonderer Bedeutung.
Es existieren im Stand der Technik bereits bestimmte Vorgehensweisen, um eine Einfülllinie mit einer Reinigungsvorrichtung auszurüsten, wie dies die WO 2004/058019 A1 beschreibt. In eine ähnliche Richtung zielt die DE 603 04 474 T2, die sich mit einem Schlauchanschlussstück für Wegwerflebensmittelbehälter beschäftigt. Ansätze dahingehend, die schlauchartigen Gebilde vor der Füllung zu reinigen finden sich bisher allerdings kaum. Das liegt daran, dass man davon ausgeht, dass die schlauchartigen Gebilde unmittelbar nach ihrer Herstellung befüllt werden, so dass sich eine Reinigung erübrigt. Hier setzt die Erfindung ein.
Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, ein derartiges Verfahren zur Reinigung von flexiblen schlauchartigen Gebilden anzugeben, welches mit geringem Aufwand für eine einwandfreie Desinfektion des schlauchartigen Gebildes bzw. des Beutels oder der Beutelpackung sorgt.
Zur Lösung dieser technischen Problemstellung ist Gegenstand der Erfindung ein Verfahren zur Reinigung, insbesondere Innenreinigung, von flexiblen schlauchartigen Gebilden mit wenigstens einer öffnung, vorzugsweise von Beuteln oder Beutelpackungen, mit folgenden Verfahrensschritten:
- das schlauchartige Gebilde wird mit seiner öffnung über einen Behand- lungsstutzen gestülpt;
- das schlauchartige Gebilde wird zunächst mit einem Reinigungsmittel und danach mit einem Spülmittel gefüllt sowie jeweils danach entleert;
- abschließend wird das schlauchartige Gebilde mit einem Produktmedium gefüllt.
Zusätzlich kann vor dem Stülpen der öffnung des schlauchartigen Gebildes auf den Behandlungsstutzen noch eine Reinigung des Behandlungsstutzens und/oder der öffnung des schlauchartigen Gebildes erfolgen.
Wie bereits ausgeführt, handelt es sich bei den schlauchartigen Gebilden in der Regel um Beutel oder auch Beutelpackungen. Das heißt, es können nach dem erfindungsgemäßen Reinigungsverfahren sowohl einzelne Beutel als auch mehrere Beutel gleichzeitig der beschriebenen Reinigung unterzogen werden. Bei den Beuteln handelt es sich im Allgemeinen um Einweg-Beutel, die nach dem Entleeren des darin bevorrateten Produktmediums entsorgt werden. Selbstverständlich können nach der beschriebenen Vorgehensweise auch Mehrwegbeutel behandelt werden, also solche, die nach der Entleerung des Produktmediums für eine Wiederbefüllung vorbereitet werden sollen. Das stellt allerdings meistens nur eine Vorgehensweise im Ausnahmefall dar.
Die Beutel selbst können beispielsweise aus einem Schlauch aus thermoplastischem Kunststoff (beispielsweise PE = Polyethylen) hergestellt werden, der jeweils abgelängt und durch einendseitige Versiegelung verschlossen wird. Das ist natürlich nur beispielhaft zu verstehen. Im übrigen hat es sich als günstig erwiesen, wenn das schlauchartige Gebilde vor jedem Füllvorgang evakuiert wird. In diesem Zusammenhang werden das Reinigungsmittel und das Spülmittel im Allgemeinen jeweils durch Unterdruck aus dem schlauchartigen Gebilde entfernt. Das stellt eine schnelle und sichere Vorgehensweise dar und ermöglicht im übrigen, dass die Füllungen in dem schlauchartigen Gebilde praktisch vollständig entfernt werden, bevor eine weitere Behandlung erfolgt.
Darüber hinaus ist es möglich, dass das Reinigungsmittel und/oder das Spülmittel für eine bestimmte Zeit, die so genannte und jeweils spezifische Be- handlungszeit, in dem schlauchartigen Gebilde verbleiben. Dadurch kann insbesondere beim Reinigungsmittel die erforderliche Einwirkungsdauer zielgenau eingestellt werden, um etwaige im Innern befindliche Rückstände, Mikroben oder dergleichen vollständig von der Innenwandung abzulösen.
In diesem Zusammenhang empfiehlt es sich, gegebenenfalls Zusatzmaßnahmen zu ergreifen, die die Reinigungswirkung erhöhen. So ist es denkbar, das schlauchartige Gebilde zusätzlich mit UV-Licht zur Keimabtötung zu bestrahlen, sofern das Licht bis ins Innere durch die Kunststoffhülle vordringt. Grundsätzlich ist natürlich auch eine Ankopplung des UV-Lichtes über den Behandlungsstutzen denkbar, so dass auf diese Weise die Innenfläche des schlauchartigen Gebildes beaufschlagt werden kann. Darüber hinaus empfiehlt es sich, wenn das schlauchartige Gebilde bei eingefülltem Medium (also bei eingefülltem Reinigungsmittel und/oder Spülmittel und/oder Produktmedium) mechanisch angeregt wird. Diese mechanische Anregung kann durch eine auf das schlauchartige Gebilde einwirkende Rüttelkraft erfolgen. Ziel ist es hier, eine vollständige Benetzung der Innenoberfläche zu erreichen und gegebenenfalls an der Innenoberfläche anhaftende Gasblasen von dieser zu entfernen. Jedenfalls kommt es darauf an, für eine vollständige Benetzung der Innen- Oberfläche des schlauchartigen Beutels zu sorgen.
Darüber hinaus liegt es im Rahmen der Erfindung, die einzelnen Schritte wie "Einfüllen des Reinigungsmittels", "Einfüllen des Spülmittels" und jeweils vorgeschaltetes "Entleeren" mehrfach zu durchlaufen. Dadurch wird die Reini- gungswirkung bzw. die anschließende Spülwirkung erhöht.
Im übrigen hat es sich bewährt, wenn das schlauchartige Gebilde während und/oder nach und/oder auch vor der Innenreinigung zusätzlich eine Außenreinigung erfährt. Diese Außenreinigung kann erfolgen, während der Beutel mit seiner öffnung auf den Behandlungsstutzen gestülpt worden ist, also bereits eine Fixierung erfährt. Natürlich sind auch andere Vorgehensweisen denkbar, nämlich dergestalt, dass der Beutel vor dem Aufstülpen auf den Behandlungsstutzen gereinigt wird.
Meistens stellt sich die Außenreinigung besonders dann vorteilhaft dar, wenn der Beutel mit dem Reinigungsmittel oder auch dem Spülmittel gefüllt ist und insofern an der Außenoberfläche keine Falten oder unzugänglichen Bereiche vorliegen. Die Außenreinigung kann dadurch vorgenommen werden, dass das schlauchartige Gebilde mit einer entsprechenden Reinigungs- und/oder Spül-
flüssigkeit oder einem entsprechenden Mittel beaufschlagt wird, wie dies auch im Zuge der Innenreinigung geschieht. Das heißt das Reinigungsmittel und das Spülmittel sind für die Innenreinigung und die Außenreinigung vorteilhaft identisch.
Darüber hinaus ist es von Vorteil, wenn die öffnung des schlauchartigen Gebildes vor ihrem Aufbringen auf den Behandlungsstutzen in einem separaten Vorgang gereinigt wird. Hier trägt die Erfindung dem Umstand Rechnung, dass die öffnung bzw. der Bereich der öffnung, welcher auf den Behandlungsstutzen aufgestülpt ist, im Zuge des beschriebenen Innenreinigungsvorganges nicht mehr zugänglich ist, folglich in dem beschriebenen separaten Vorgang zuvor gereinigt werden muss.
Darüber hinaus verfügt das schlauchartige Gebilde meistens über ein ein- gebrachtes Belüftungsrohr. Bei diesem Belüftungsrohr kann es sich um ein ohnehin im Beutel befindliches Röhrchen handeln, das in gebrauchsfertigem Zustand für die Abgabe des eingefüllten Produktmediums dient. Im einfachsten Fall ist das Röhrchen als Ansaugröhrchen ausgestaltet. Alternativ oder zusätzlich empfiehlt die Erfindung an dieser Stelle, dass das schlauchartige Gebilde bedarfsgemäß belüftet wird.
Eine solche Belüftung empfiehlt sich in der Regel bei jedem Vorgang des Entleerens. Denn im Allgemeinen werden die eingefüllten Medien (in der Regel das Reinigungsmittel und das Spülmittel) durch Unterdruck aus dem schlauch- artigen Gebilde bzw. dem Beutel entfernt. Damit sich bei diesem Vorgang nicht der Beutel insbesondere im Bereich seiner auf den Behandlungsstutzen aufgestülpten öffnung zusammenzieht und dadurch abgedichtet wird, muss hierbei jeweils belüftet werden. Dies kann über das ohnehin vorzusehende Belüftungsrohr oder über eine separate Belüftungsleitung erfolgen, die in das schlauch- artige Gebilde mündet.
Nach Abschluss des Reinigungsvorganges wird das schlauchartige Gebilde entweder an eine separate Füllmaschine übergeben oder - was grundsätzlich auch möglich ist - wird das Produktmedium über den Behandlungsstutzen in
den Beutel bzw. das schlauchartige Gebilde eingefüllt. Bei dem Produktmedium kann es sich grundsätzlich um eine Flüssigkeit bzw. ein Getränk, aber auch ein trockenes Medium, beispielsweise ein Trockenpulver, Nudeln oder dergleichen handeln, die in Beuteln abgefüllt werden.
Als Reinigungsmittel hat sich ein Desinfektionsmittel wie beispielsweise Peressigsäure bzw. Peroxyessigsäure als günstig erwiesen. Selbstverständlich kann allgemein auch Essigsäure oder eine Peroxycarbonsäure zum Einsatz kommen. Jedenfalls wirkt das Spülmittel bzw. Desinfektionsmittel stark oxi- dierend und damit keimabtötend, insbesondere beim Erwärmen.
Der Einsatz von Heißwasser als Sterilisationsmedium ist ebenfalls möglich.
Die Eignung von Peroxyessigsäure als Sterilisationsmittel in Verbindung mit der kaltaseptischen Abfüllung von Getränken in Kunststoffflaschen aus beispielsweise PE oder HDPE ist allgemein bekannt. Hierauf baut die Erfindung auf. Als Spülmittel empfiehlt sich die Verwendung von sterilisiertem oder auch destilliertem Wasser. Dabei sind sowohl das Desinfektions- bzw. Reinigungsmittel als auch das Spülmittel bzw. Sterilwasser jeweils in separaten Vorratsbe- hältern vorhanden, um über den Behandlungsstutzen in das jeweilige schlauchartige Gebilde eindringen zu können.
Die Anordnung des schlauchartigen Gebildes kann sowohl in hoch stehender bzw. aufrechter Position als auch hängend an dem jeweiligen Behandlungs- stutzen erfolgen. Selbstverständlich ist auch eine gemischte Anbringung denkbar und wird von der Erfindung umfasst. Dabei erfolgt die beschriebene Reinigung in der Regel in einer Behandlungsanlage, wie sie im Anspruch 11 beschrieben wird. Diese Behandlungsanlage kann als Rundläufer- und/oder Linearmaschine ausgelegt sein. Im erstgenannten Fall werden die Beutel um- laufend an einem Rotor befestigt und an verschiedenen Behandlungsstationen hintereinander den beschriebenen Verfahrensschritten, insbesondere dem Einfüllen des Reinigungsmittels, dem Entleeren, dem Einfüllen des Spülmittels und dem anschließenden Entleeren unterzogen. Es ist aber auch denkbar, diese Verfahrensschritte in einer Linearmaschine darzustellen. Dann werden
die schlauchartigen Gebilde nicht im Kreis geführt, sondern vielmehr von einer Behandlungsstation zur nächsten, wobei diese Behandlungsstationen linear nebeneinander oder hintereinander angeordnet sind.
Im Ergebnis werden ein Verfahren und eine zugehörige Behandlungsanlage beschrieben, die zum ersten Mal eine funktionsgerechte und kostengünstige Reinigung von schlauchartigen Gebilden, insbesondere Beuteln und hier vorzugsweise von Einweg-Beuteln ermöglichen. Tatsächlich wird der jeweilige Beutel zunächst mit einem Reinigungsmittel bzw. Desinfektionsmittel von etwaigen im Innern befindlichen mikrobioellen und anderen Rückständen gereinigt und anschließend mit Hilfe eines Spülmittels für die anschließende Befüllung vorbereitet. Hierin sind die wesentlichen Vorteile zu sehen.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert. Die Fig. 1 bis 7 zeigen die erfindungsgemäße Behandlungsanlage in verschiedenen Funktionszuständen.
In den Figuren ist generell eine Behandlungsanlage dargestellt, die sich zur Reinigung von schlauchartigen Gebilden 1 , im Ausführungsbeispiel zur Reini- gung von Beuteln 1 , insbesondere von Einweg-Beuteln 1 , besonders eignet. Zu diesem Zweck werden die schlauchartigen Gebilde bzw. Beutel 1 zunächst einmal über einen Behandlungsstutzen 2 der Behandlungsanlage gestülpt. Der Behandlungsstutzen 2 ist dabei im Ausführungsbeispiel und nicht einschränkend an einem lediglich angedeuteten Rotor 3 angeordnet und bewegt sich mit diesem (im Kreis) mit.
Tatsächlich sind über den Umfang des Rotors 3 mehrere Behandlungsstationen realisiert, an welchen jeweils unterschiedliche Behandlungen des schlauchartigen Gebildes vorgenommen werden. Grundsätzlich könnten die einzelnen Behandlungsstationen aber auch linear hintereinander angeordnet werden, was allerdings nicht dargestellt ist.
An seinem unteren Ende weist der Behandlungsstutzen 2 jeweils einen Anschlussstutzen 4 auf, welcher die Fluidleitungen zur Verbindung des
Behandlungsstutzens 2 mit den Behältern 5, 6 aufnimmt. Dabei ist es von besonderem Vorteil, wenn die Anschlüsse für die Verbindungen zu den Behältern 5a, 6a welche Fluid aus dem schlauchartigen Gebilde 1 entfernen, unterhalb der Verbindungen zu den Behältern 5b, 6b, welche Fluid zuführen angeordnet sind.
Darüber hinaus erkennt man in den Figuren (Vorrats-)Behälter 5, 6 für einerseits ein Reinigungsmittel (Behälter 5) und andererseits ein Spülmittel (Behälter 6). Tatsächlich sind an dieser Stelle jeweils zwei Behälter 5a, 5b respektive 6a, 6b realisiert. Dabei ist der jeweils eine Behälter 5a, 6a als Unterdruckbehälter ausgestaltet, während der andere Behälter 5b, 6b mit einem überdruck beaufschlagt ist. Auf diese Weise kann das im Behälter 6 befindliche Spülmittel bzw. Sterilwasser ebenso wie das Reinigungsmittel bzw. Desinfektionsmittel im Behälter 5 jeweils per überdruck in das schlauchartige Gebilde 1 nach öffnen zugehöriger Ventile 7a, 7b eingefüllt werden. Genauso lassen sich das Reinigungsmittel und das Spülmittel über Ventile 8a, 8b per Unterdruck aus dem schlauchartigen Gebilde respektive Beutel 1 entfernen. Man erkennt zusätzlich noch Pumpen 9, 10, einerseits um den erforderlichen überdruck zu erzeugen (Pumpen 10), andererseits zur Erzeugung von Unterdruck (Pumpen 9) in dem jeweils zugehörigen Behälter 5b, 6b bzw. 5a, 6a.
Ausweislich der Fig. 1 bis 6 erkennt man, dass die schlauchartigen Gebilde bzw. Beutel 1 in der Regel in aufrechter bzw. hochstehender Position von einer Behandlungsstation zur nächsten weiterbefördert werden, und zwar im Ausfüh- rungsbeispiel rotierend, weil der den jeweiligen Beutel 1 tragende Behandlungsstutzen 2 an dem Rotor 3 befestigt ist. Alternativ hierzu ist aber auch eine hängende Anbringung des schlauchartigen Gebildes respektive Beutels 1 entsprechend der Darstellung nach Fig. 7 möglich und denkbar.
Darüber hinaus gestattet es die Erfindung, dass das schlauchartige Gebilde bzw. der Beutel 1 nicht nur in der dargestellten Behandlungsanlage gereinigt werden kann, sondern auch eine anschließende Befüllung mit einem Produktmedium (meistens einer Flüssigkeit oder einem Pulver) in der Behandlungsanlage erfolgt. Alternativ oder zusätzlich hierzu ist es aber auch möglich, dass
der Beutel 1 nach dem Durchlaufen der einzelnen Behandlungsstationen an einen nicht dargestellten Füller oder eine entsprechende Füllmaschine übergeben wird, in welcher der Beutel 1 dann mit dem Produktmedium gefüllt wird.
Die Vorgehensweise ist wie folgt. In der Fig. 1 erkennt man den Beginn des Reinigungsverfahrens entsprechend der Erfindung. Dabei ist das schlauchartige Gebilde bzw. der Beutel 1 mit seiner öffnung 1a über den bereits angesprochenen Behandlungsstutzen 2 gestülpt worden. Zuvor oder bei diesem Vorgang hat der Bereich der öffnung bzw. die öffnung 1a eine separate Reinigung erfahren. Zu diesem Zweck ist in der Fig. 1 eine Düse 11 dargestellt, mit deren Hilfe Reinigungsmittel bzw. Desinfektionsmittel auf den Behandlungsstutzen 2 aufgesprüht worden ist, bevor der Beutel 1 mit der öffnung 1a übergestülpt wurde. Dabei mag das Reinigungsmittel dem unter überdruck stehenden Behälter 5b mit dem darin befindlichen Inhalt entstammen. Jeden- falls hat der Beutel 1 und hier insbesondere der Bereich der öffnung 1a vor den nachfolgenden Schritten eine eigene Reinigung erfahren.
Ebenfalls ist es von besonderem Vorteil, auch das Innere und/oder das äußere des Behandlungsstutzens 2 vor dem Aufstülpen des Beutels 1 zu reinigen. Auch für diese Reinigung des Behandlungsstutzens 2 kann die Düse 11 verwendet werden.
In dieser Behandlungsstation mag auch das äußere des Beutels 1 gereinigt werden. Das kann aber auch noch später erfolgen. Jedenfalls ist der Beutel 1 in der Behandlungsstation nach Fig. 1 evakuiert worden und zieht sich folglich zusammen.
Im Anschluss daran wird der Beutel 1 in die Behandlungsstation nach Fig. 2 mit Hilfe des an dem Rotor 3 befestigten Behandlungsstutzens 2 überführt. In dieser Station wird der Beutel 1 vollständig mit dem Reinigungs- bzw. Desinfektionsmittel befüllt. Zu diesem Zweck wird der unter überdruck stehende Behälter 5b mit dem Anschlussstutzen 4 über das geöffnete Ventil 7b verbunden, so dass das Desinfektionsmittel in den Beutel 1 eintreten kann. Eine lediglich angedeutete Steueranlage 12 sorgt dafür, dass die Ventile 7a, 7b, 8a, 8b
und die Pumpen 9, 10 entsprechend beaufschlagt werden. Die Steueranlage 12 stellt auch sicher, dass das Desinfektionsmittel unter Berücksichtigung einer bestimmten und spezifischen Behandlungszeit in dem Beutel 1 verbleibt. Die Behandlungszeit hängt dabei von dem Verschmutzungsgrad, dem Material des Beutels 1 , seiner Vorgeschichte etc. ab.
Zusätzlich mag beim Einfüllen des Reinigungs- bzw. Desinfektionsmittels entsprechend der Fig. 2 der Beutel 1 auch mit einer mechanischen Rüttelkraft beaufschlagt werden, wie dies ein Pfeil P in der Fig. 2 andeutet. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die gesamte Innenoberfläche des Beutels 1 mit dem Reinigungsmittel benetzt wird und insofern anhaftende Gasblasen eine Entfernung erfahren.
Anschließend wird der Beutel 1 in die Behandlungsposition nach Fig. 3 über- führt. Die Steueranlage 12 sorgt nun dafür, dass das Ventil 7b geschlossen wird und dafür das Ventil 8b eine öffnung erfährt. Auf diese Weise wird das
Desinfektionsmittel über den Behälter 5a mit Hilfe der Pumpe 9 zur Erzeugung von Unterdruck abgezogen. Im Anschluss daran wird der Beutel 1 mit dem
Spülmittel bzw. Sterilwasser entsprechend der Fig. 4 gefüllt. Es ist aber auch möglich, das Auffüllen und Entleeren mit dem Desinfektionsmittel mehrfach durchzuführen, also den in den Fig. 2 und 3 dargestellten Verfahrensablauf mehrfach zu durchlaufen.
In der Fig. 4 wird nun gezeigt, wie das schlauchartige Gebilde 1 nach dem Füllen mit dem Reinigungsmittel mit einem Spülmittel gefüllt wird. Das Spülmittel bzw. Sterilwasser im Ausführungsbeispiel wird zugeführt, indem das Ventil 7a eine öffnung erfährt, welches den unter überdruck befindlichen Behälter 6b, gefüllt mit dem Sterilwasser, mit dem Anschlussstutzen 4 verbindet, so dass das Sterilwasser von hieraus unmittelbar in den Beutel 1 ein- treten kann. Dabei ist ein vollständiges Auffüllen des Beutels 1 bis hin zu seinem Nennvolumen nicht erforderlich. Es kommt lediglich darauf an, dass die gesamte Innenoberfläche des Beutels 1 benetzt und hierauf eventuell befindliches Desinfektionsmittel abgespült wird.
In der nächsten Behandlungsstation nach Fig. 5 wird das zuvor in den Beutel 1 eingefüllte Spülmittel aus dem Beutel 1 entfernt. Dazu wird das Ventil 8a geöffnet, welches den dortigen Anschlussstutzen 4 und folglich den Beutel 1 mit dem unter Unterdruck stehenden Behälter 6a verbindet. Bei diesem Vorgang kann auch eine geringfügige Belüftung stattfinden. Hierzu ist eine separate Belüftungsleitung 13 in der Fig. 5 dargestellt, die mit einem eigenen Ventil 14 ausgerüstet ist, welches wiederum an die Steueranlage 12 angeschlossen und von dieser angesteuert wird. - Eine alternative Belüftung des Beutels 1 zeigt die Fig. 6. Hier ist der Beutel 1 mit einem eingebrachten Röhrchen oder Belüf- tungsröhrchen 15 ausgerüstet, welches auch nach dem beschriebenen Reinigungsverfahren in dem Beutel 1 verbleibt oder verbleiben kann. Tatsächlich ist es möglich, das anschließend eingefüllte Produktmedium über dieses Röhrchen 15 zuzuführen.
Die beschriebene Belüftung stellt sicher, dass sich der Beutel 1 nicht im unteren Bereich, d. h. im Bereich seiner öffnung 1a zusammenziehen kann und hierdurch abgedichtet wird. Jedenfalls gewährleistet die Belüftung, dass der Beutel 1 bei den beschriebenen Vorgehensweisen eine sichere und vollständige sowie schnelle Füllung erfährt.
In der Fig. 7 ist dann noch eine Variante dargestellt, bei welcher die Beutel 1 eine hängende Anbringung an dem Behandlungsstutzen 2 erfährt. Eine Befüllung kann dabei in den gleichen Behandlungsstationen respektive mit den gleichen Verfahrensschritten wie zuvor beschrieben vorgenommen werden.
Next Patent: CONVERTER AND METHOD FOR CONVERTING MECHANICAL ENERGY INTO ELECTRIC ENERGY
