VASOLD, Hannes (Otterbachstraße 26, Schweitenkirchen, 85301, DE)
MANTEI, Ingo (Max-Bruch-Straße 4, München, 80939, DE)
VASOLD, Hannes (Otterbachstraße 26, Schweitenkirchen, 85301, DE)
| Patentansprüche 1. Verfahren zum Aufschweißen einer Kugel (9) auf ein Blech (12) mit folgenden Schritten: • Bereitstellen einer Kugel (9), • Bereitstellen einer ersten Elektrode (1 ), • Erfassen der Kugel (9) mittels einer ersten Elektrode (1), • Bereitstellen eines Blechs (12), • Bereitstellen einer zweiten Elektrode (15), • Zusammendrücken des Blechs (12) und der Kugel (9), wobei die Kugel (9) mittels der ersten Elektrode (1 ) gegen das Blech (12) und das Blech (12) mittels der zweiten Elektrode (15) gegen die Kugel (9) gedrückt wird, • Verschweißen von Kugel (9) und Blech (12) durch Erzeugen eines Schweißstroms zwischen den beiden Elektroden (1 , 15). 2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Schweißstrom für weniger als 1 Sekunde, insbesondere für weniger als 60ms, insbesondere für weniger als 10ms erzeugt wird. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schweißstrom durch Entladen eines Kondensators erzeugt wird. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Erfassen der Kugel (9) durch Ansaugen der Kugel (9) mittels einer der ersten Elektrode (1 ) zugeordneten Ansaugeinrichtung (4) erfolgt. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Stirnseite (2) der ersten Elektrode (1 ) eine Ausnehmung (3) vorgesehen ist, in welche die Kugel (9) so eingesaugt wird, dass eine zu verschweißende Seite der Kugel (9) aus der Ausnehmung (3) heraussteht. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kugel (9) entlang eines Kleinkreises an einem Berührkreis einer Innenseite der Ausnehmung (3) anliegt. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kugel (9) zunächst an einer Zuführeinrichtung (5) gehalten wird und mittels der Zuführeinrichtung in den Ansaugbereich der Stirnseite (2) der ersten Elektrode (1 ) gebracht und durch Ansaugen mittels der der ersten Elektrode (1 ) zugeordneten Ansaugeinrichtung (4) an die erste Elektrode (1 ) übergeben wird. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kugel (9) durch Verschwenken der Zuführeinrichtung (5) um eine Schwenkachse (6) im Bereich der Stirnseite (2) der ersten Elektrode (1 ) gebracht wird. 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kugel (9) durch Ansaugen mittels einer der Zuführeinrichtung (5) zugeordneten Ansaugeinrichtung (10) an der Zuführeinrichtung (5) gehalten wird. 10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass an der Zuführeinrichtung (5) eine Ausnehmung (8) vorgesehen ist, in welche die Kugel (9) so eingesaugt wird, dass sie zumindest zum Teil noch aus der Ausnehmung (8) heraussteht. 11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kugel (9) auf ein Karosserieblech (12) eines herzustellenden Fahrzeugs aufgeschweißt wird. 12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11 , dadurch gekennzeichnet, dass das Zuführen der Kugel (9) zur ersten Elektrode (1 ) und das Verschweißen der Kugel (9) mit dem Blech (12) automatisiert mittels eines Roboter durchgeführt wird. |
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß den Merkmalen des Patentanspruches 1.
Aus älteren, teilweise nicht vorveröffentlichten Patentanmeldungen ist bereits bekannt, Kugeln oder kugelförmige bzw. kugelähnliche Geometrien als Ver- bindungs- oder Befestigungselemente im Karosseriebau einzusetzen. Eine wesentliche Voraussetzung für eine Industrialisierung dieser Fertigungsmethode besteht darin, dass es gelingt, die entsprechenden kugelförmigen oder kugelähnlichen Körper automatisiert möglichst präzise und prozessicher mit einem Blech zu verbinden.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren, insbesondere ein automatisiertes Verfahren zum Verbinden einer Kugel mit einem Blech anzugeben, das eine hohe Positionierungsgenauigkeit und eine hohe Verbindungsfestigkeit ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, die Kugel durch Widerstandspressschweißen mit dem Blech zu verbinden. Widerstandspressschweißen ermöglicht kurze Taktzeiten und eine hohe Positionierungsgenau- igkeit. Mit diesem Verfahren ist eine Positionierungsgenauigkeit der Kugel in Bezug erreichbar. Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, dass im Unterschied zu anderen Schweißverfahren kaum Schweißspritzer entstehen, was eine saubere, qualitativ hochwertige Schweißverbindung ermöglicht.
Das erfindungsgemäße Verfahren sieht vor, mittels einer ersten Elektrode eine auf ein Blech aufzuschweißende Kugel zu erfassen. In einem weiteren Schritt werden das Blech und die Kugel zusammengedrückt, wobei die Kugel mittels der ersten Elektrode gegen das Blech und das Blech von einer Blechrückseite her mittels einer zweiten Elektrode gegen die Kugel gedrückt wird, wodurch ein gewisser Anpressdruck aufgebaut wird. Anschließend erfolgt in einem einige Sekundenbruchteile dauernden Vorgang das Verschweißen der Kugel mit dem Blech, indem zwischen den beiden Elektroden ein durch das Blech und die Kugel fließender Schweißstrom erzeugt wird.
Es kann vorgesehen sein kann, dass der Schweißstrom für weniger als eine Sekunde, insbesondere für weniger als 60 ms, insbesondere für weniger als 10 ms erzeugt wird.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung wird der Schweißstrom durch Entladen eines Kondensators erzeugt, was den Vorteil hat, dass mit vergleichsweise geringem Aufwand kurzzeitig ein sehr hoher Schweißstrom erzeugt werden kann.
Das Erfassen der Kugel mittels der ersten Elektrode kann mittels einer an der ersten Elektrode vorgesehenen oder in die erste Elektrode integrierten Ansaugeinrichtung erreicht werden. Hierzu kann an einer Stirnseite der ersten Elektrode eine Ausnehmung vorgesehen sein, in welche die Kugel mittels einer Saugeinrichtung so angesaugt wird, dass zumindest eine zu verschweißende Seite der Kugel noch aus der Ausnehmung heraussteht. Die Saugeinrichtung kann an der ersten Elektrode angeordnet oder zumindest teilweise oder ganz in die erste Elektrode integriert sein. Die Ausnehmung kann beispielsweise kalottenförmig, konisch oder in sonstiger Weise topfför- mig gestaltet sein. Wichtig ist, dass die Ausnehmung so gestaltet ist, dass beim Ansaugen der Kugel die Kugel in definierter Weise, d. h. exakt in Bezug auf die erste Elektrode positioniert ist. Vorzugsweise berührt die Kugel eine Innenseite der Ausnehmung entlang eines Kleinkreises der Kugel.
Um das Erfassen der Kugel mittels der ersten Elektrode zu automatisieren, kann eine Zuführeinrichtung verwendet werden. Es kann vorgesehen sein, dass die Kugel zunächst an der Zuführeinrichtung gehalten wird und mittels der Zuführeinrichtung in den Bereich der Stirnseite der ersten Elektrode transportiert wird. Sobald sich die Kugel im .Ansaugbereich" der ersten Elektrode befindet, kann sie von der ersten Elektrode angesaugt und somit an die erste Elektrode übergeben werden.
Die Zuführeinrichtung kann als schwenkbare Zuführeinrichtung ausgebildet sein. Durch Verschwenken der Zuführeinrichtung um eine Schwenkachse kann die Kugel in den Ansaugbereich bzw. in den Bereich der Stirnseite der ersten Elektrode gebracht werden. Die Zuführeinrichtung kann ebenfalls mit einer Ansaugeinrichtung zum Ansaugen und Halten der zu transportierenden Kugel versehen sein. Hierzu kann an der Zuführeinrichtung eine Ausnehmung vorgesehen sein, in welche die Kugel so angesaugt wird, dass sie zumindest soweit aus der Ausnehmung heraussteht, dass sie von der Ansaugeinrichtung der ersten Elektrode angesaugt werden kann.
Das oben beschriebene Verfahren ist insbesondere zum Aufschweißen von Metallkugeln auf Karosseriebleche von Fahrzeugen geeignet. Bei den Kugeln kann es sich z. B. um Stahlkugeln oder Aluminiumkugeln oder um Kugeln aus einem anderen Metall bzw. einer Metalllegierung handeln. Das oben beschriebene Verfahren eignet sich gut, um automatisiert mittels eines Roboters durchgeführt zu werden. Im Folgenden wird die Erfindung im Zusammenhang mit der Zeichnung näher erläutert.
Fig. 1 , 2 zeigen das erfindungsgemäße Verfahren in schematischer Darstellung.
Fig. 1 zeigt eine erste Schweißelektrode 1 , die an einer Stirnseite 2 eine konische Ausnehmung 3 aufweist. In der Schweißelektrode 1 ist ein in Axialrichtung der Schweißelektrode verlaufender Ansaug- bzw. Unterdruckkanal 4 vorgesehen, der in die Ausnehmung 3 mündet. Der Ansaug- bzw. Unterdruckkanal 4 ist an eine hier nicht näher dargestellte Saugeinrichtung (z. B. Vakuumpumpe) angeschlossen.
Femer dargestellt ist eine schwenkbare Transport- bzw. Zuführeinrichtung 5. Sie weist einen um eine Schwenkachse 6 verschwenkbaren L-förmigen Schwenkarm 7 auf. Der in Bezug auf die Schwenkachse 6 abstehende Schenkel 7a des Schwenkarms 7 weist eine konische Ausnehmung 8 auf, in die von oben her eine Kugel 9, die z. B. aus Stahl oder einem anderen Metall bestehen kann, eingelegt ist. In dem Arm 7a ist ein Unterdruckkanal 10 integriert, welcher in die Ausnehmung 8 mündet. In dem Unterdruckkanal 10 kann mittels einer hier nicht näher dargestellten Saugeinrichtung ein Unterdruck erzeugt werden, wodurch die Kugel 9 zusätzlich an dem Schenkel 7a des Schwenkarms 7 bzw. in der Ausnehmung 8 gehalten werden kann.
In einem ersten Schritt ist die Zuführeinrichtung 5 von der ersten Elektrode weg verschwenkt. In dieser„Bestückungsposition" kann z. B. mittels eines Schlauchförderers oder einer anderen Fördereinrichtung eine Kugel 9 in die Ausnehmung 8 des Arms 7a platziert werden. Um ein„Herunterfallen" der Kugel zu verhindern, wird die Kugel dabei mittels Unterdrück angesaugt und somit fixiert. Sobald die Kugel 9 auf dem Schenkel 7a bzw. in der Ausnehmung 8 liegt, wird die Zuführeinrichtung 5 in die in Fig. 1 gezeigte Stellung um die Schwenkachse 6 verschwenkt. In dieser„Übergabestellung" befindet sich die Kugel 9 im Ansaugbereich der ersten Elektrode 1. Durch Abschalten des Saugdrucks der Zuführeinrichtung und Einschalten eines hinreichend hohen Saugdrucks an der ersten Elektrode 1 kann die Kugel 9 in die Ausnehmung 3 der ersten Elektrode 1 gesaugt und somit an die erste Elektrode 1 übergeben werden.
Anschließend kann die Kugel 9 mittels der ersten Elektrode 1 in Schweißposition gebracht werden. Die Kugel 9 kann hierzu an eine Schweißstelle 11 auf einem Blech 12 herangefahren werden, was in Fig. 2 dargestellt ist. Dabei wird der Saugdruck an der ersten Elektrode 1 aufrecht erhalten. Die Zuführeinrichtung 5 ist während dieser Phase in „Bestückungsstellung" verschwenkt (vgl. Fig. 2). Sie kann also mit einer weiteren Kugel bestückt werden (nicht dargestellt).
Anschließend wird die Kugel 9 exakt mittels der ersten Elektrode 1 ausgerichtet und positioniert und mittels der der ersten Elektrode 1 in einer durch den Pfeil 13 angedeuteten Richtung gegen das Blech 12 gedrückt. Von einer Rückseite 14 des Blechs 12 her drückt eine zweite Schweißelektrode 15. Wenn die Kugel 9 und das Blech 12 relativ zueinander exakt positioniert und zusammengedrückt sind, wird zwischen den beiden Schweißelektroden 1 , 15 ein Schweißstrom erzeugt, welcher durch die Kugel, den Berührbereich der Kugel mit dem Blech und das Blech fließt und ein Aufschmelzen bzw. Verschweißen der Kugel 9 mit dem Blech 12 bewirkt.
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