ZIMMER, Martin (Mühlenstraße 6, Rheinau, 77866, DE)
ZIMMER, Martin (Mühlenstraße 6, Rheinau, 77866, DE)
Patentansprüche :
1. Fräsaggregat mit einer gegenüber einem Gehäusekörper (20) quer zu ihrer Rotationsachse (111) um eine Nulllage federzentriert pendelnden Werkzeugaufnahmespindel (110) , wobei die Werkzeugaufnahmespindel (110) ein Fräswerkzeug (160) und eine Tastrolle (165) lagert, dadurch gekennzeichnet,
- dass die Werkzeugaufnahmespindel (110) an zwei mechanisch hintereinander gekoppelten Pendelträgern (80, 100) gelagert ist,
- wobei der erste Pendelträger (80) am Gehäusekörper (20) schwenkbar gelagert ist und
- wobei der zweite , die Werkzeugaufnahmespindel (110) tragende Pendelträger (100) am ersten Pendelträger (80) gelagert ist.
2. Fräsaggregat gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Gehäusekörper (20) eine Aggregatespindel (60) gelagert ist.
3. Fräsaggregat gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittellinie (111) der Werkzeugaufnahmespindel (110) quer zur Mittellinie (61) der Aggregatespindel (60) ausgerichtet ist.
4. Fräsaggregat gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Pendelträger (80, 100) separate Pendelachsen (71, 91) haben, die parallel zur Mittellinie (111) der Werkzeugaufnahmespindel (110) ausgerichtet sind.
5. Fräsaggregat gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Pendelträger (80, 100) einen Winkel einschließen, der zwischen 75 und 90 Winkelgraden liegt.
6. Fräsaggregat gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am Gehäusekörper (20) eine Ausnehmung (53) vorhanden ist, an der eine am zweiten Pendelträger (100) angeordnete Rückstellkugel (133) federbelastet anliegt.
7. Fräsaggregat gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Pendelträger (80, 100) zwei formsteif miteinander verbundene Pendelarme (81, 83; 101, 121) aufweist.
8. Fräsaggregat gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittellinie (111) der Werkzeugaufnahmespindel (110) eine auf einer zur Mittellinie (111) normalen Ebene liegende kreisförmige Fläche, deren Mittelpunkt die Nulllage darstellt, in jedem beliebigen Punkt schneiden kann.
9. Fräsaggregat gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser der kreisförmigen Fläche zwischen 2 und 10 Millimetern liegt.
10. Fräsaggregat gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslenkkraft zwischen 20 und 50 N liegt. |
Fräsaggregat mit pendelnder Werkzeugaufnahmespindel
Beschreibung:
Die Erfindung betrifft ein Fräsaggregat mit einer gegenüber einem Gehäusekörper quer zu ihrer Rotationsachse um eine Nullläge federzentriert pendelnden Werkzeugaufnahmespindel, wobei die Werkzeugaufnahmespindel ein Fräswerkzeug und eine Tastrolle lagert .
Die Benz-Werkzeugsysteme GmbH aus 77716 Haslach baut seit 1994 eine derartiges Fräsaggregat, bei dem die Werkzeugaufnahmespindel jeweils an zwei hintereinander angeordneten und senkrecht zueinander verfahrbaren Aggregateschlitten gelagert ist. Der einzelne Aggregateschlitten hat jeweils einen quer zur Mittellinie der Werkzeugaufnahmespindel orientierten Freiheitsgrad. Die gegenüber dem Aggregategehäuse im Millimeterbereich querschwingende Werkzeugaufnahmespindel wird über eine Schmidt-Kupplung angetrieben. Diese Kupplung vibriert bei kleinen Schlitten- auslenkungen .
Der vorliegenden Erfindung liegt die Problemstellung zugrunde, ein Fräsaggregat zu entwickeln, das bei einfacher Handhabung einen vibrationsarmen Lauf gewährleistet.
Diese Problemstellung wird mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Die Werkzeugaufnahmespindel ist an zwei mechanisch hintereinander gekoppelten Pendelträgern gelagert. Der erste Pendelträger ist am Gehäusekörper schwenkbar gelagert, während der zweite, die Werkzeugaufnahmespindel tragende Pendelträger, am ersten Pendelträger gelagert ist.
Mit der Erfindung wird ein Fräsaggregat zur Verfügung gestellt, dessen rotierende Werkzeugaufnahmespindel an zwei hintereinander angeordneten Pendelträgern gelagert ist. Jeder Pendelträger pendelt dabei gegenüber dem ihn tragenden Aggregateteil um wenige Winkelgrade hin und her. Die Werkzeugaufnahmespindel ist somit gegenüber dem Gehäuse des Fräsaggregats im Bereich von einigen Millimetern querbeweglich.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen. Es folgen Beschreibungen schematisch dargestellter Ausführungsbeispiele .
Figur 1 Fräsaggregat mit pendelnder Werkzeugaufnahmespindel;
Figur 2 Frontansicht zu Figur 1 ;
Figur 3 Schnitt B-B zu Figur 2 ;
Figur 4 Ausschnitt, vergrößert, von Figur 3, zusätzlich mit einer Nulllagenkontrolle;
Figur 5 Funktionsschema zu Figur 2;
Figur 6 Alternatives Funktionsschema;
Figur 7 Gehäusekörper zu Figur 1 ;
Figur 88: Erster Pendelträger zu Figur 1;
Figur 9: Zweiter Pendelträger zu Figur 1.
In der Figurenbeschreibung werden baugleiche Teile pro Welle, pro Achse und pro Pendelträger mit dem gleichen Bezugszeichen versehen.
Die Figur 1 zeigt ein Fräsaggregat (10) und einen in einer Werkzeugaufnahmespindel (110) aufgenommenen Bündigfräser (160) . Die Werkzeugaufnahmespindel (110) ist dabei an zwei räumlich hintereinander angeordneten Pendelträgern (80, 100) gelagert, wobei der erste Pendelträger (80) an einem Gehäusekörper (20) angelenkt ist. Der Gehäusekörper (20), aus dem oben eine Aggregatespindel (60) herausragt, umfasst beispielsweise einen Grundkörper (21) , einen Grundkörperdeckel (41) und eine Gehäusehaube (45) . Im Gehäusekörper (20) ist ein zweistufiger Getriebezug untergebracht. Alle Zahnräder (72, 77, 92, 114) des Getriebezuges, vgl. Figur 2, sind mit Ausnahme eines Planrades (67) z.B. geradverzahnte Stirnräder. Alle zwischen dem Planrad (67) und einem auf der Werkzeugaufnahmespindel (110) sitzenden Zahnrad (114) angeordneten Stirnräder (72, 77, 92) rotieren auf den Pendelachsen (71, 91) der Pendelträger (80, 100) .
In Figur 7 ist vom Gehäusekörper (20) der Grundkörper (21) und der Grundkörperdeckel (41) dargestellt. Der Grundkörper (21) besteht aus einem scheibenförmigen Abschnitt (22) und einem zumindest annähernd quaderförmigen Abschnitt (26) . Im scheibenförmigen Abschnitt (22) ist zentral die Aggregatespindel (60) gelagert, vgl. Figur 3.
Auf der außen in einem Hohlschaftkegel endenden Aggregatespindel (60) sind zwischen einem Wellenbund (62) und einem Planrad (67) zwei in 0-Anordnung montierte Schulterlager (63) über deren Innenringe fixiert. Beispielsweise ist zu Justierzwecken zwischen den Schulterlagern (63) und dem Planrad (67) eine Dis-
tanzscheibe angeordnet. Das Planrad (67) sitzt radial zentriert auf einem Absatz der Aggregatespindel (60) . Es ist mit der Aggregatespindel (60) über eine breitköpfige Zentralschraube (68) verschraubt. Zur Drehmomentübertragung ist in der zwischen dem Planrad (67) und der Aggregatespindel (60) gelegenen Montagefuge eine Passfeder (66) zur Drehmomentübertragung angeordnet.
Die Aggregatespindel (60) sitzt mit den Außenringen der Schulterlager (63) zentral im scheibenförmigen Abschnitt (22) des Grundkörpers (21) zwischen einem Gehäusebund (28) und einer Gehäusemutter (29) . An dem scheibenförmigen Abschnitt (22) sind ein der Aggregateverdrehsicherung dienender Indexbolzen (23), ein Druckluftzuführstift (24) und ein Abstützbolzen (25) festgeschraubt, vgl. Figur 2. Deren Mittellinien sind parallel zur Mittellinie (61) der Aggregatespindel (60) orientiert. Sie liegen zudem - um jeweils 120 Winkelgrade geteilt - auf einem Zylinder, dessen Mittellinie die Mittellinie (61) ist.
Das Planrad (67) kämmt mit dem Antriebsrad (77) einer Nebenwelle (70), auf der ein Abtriebsrad (72) angeformt ist. Das Abtriebsrad (72) hat z.B. den doppelten Durchmesser des Antriebsrades (77) . Die Nebenwelle (70) ist im quaderförmigen Abschnitt (26) des Gehäusekörpers (20) - zwischen dem Grundkörper (21) und dem Grundkörperdeckel (41) - in zwei Rillenkugellagern (73) gelagert, vgl. Figur 7. Der ebenfalls quaderförmige Grundkörperdeckel (41) liegt z.B. in einer planen Montagefuge (55) am Grundkörper (21) an.
Das auf der Nebenwelle (70) mittels einer Passfeder (74) drehfest gelagerte Antriebsrad (77) wird axial über eine verschraubte Scheibe (75) zusammen mit dem ersten Rillenkugellager (73) gegen den Nabenbund des Abtriebsrades (72) fixiert. Auch das zweite Rillenkugellager (73) wird mittels einer verschraubten Scheibe (75) gegen den anderen Nabenbund des Ab-
triebsrades (72) gepresst. Der Außenring des ersten Rillenkugellagers (73) liegt über einen Labyrinthdichtring (78) am Grundkörper (21) axial an. Zwischen dem Grundkörperdeckel (41) und dem Außenring des zweiten Rillenkugellagers (73) ist zum Spielausgleich eine Wellfeder (79) angeordnet.
Die Mittellinie (71) der Nebenwelle (70) ist zugleich auch die Pendelachse des ersten Pendelträgers (80) . Zur Lagerung des Pendelträgers (80) ist am Grundkörper (21) ein erster Drehzapfen (27) und am Grundkörperdeckel (41) ein mit diesem fluchtender zweiter Drehzapfen (42) starr befestigt. Beide Drehzapfen (27, 42) haben jeweils einen Montageflansch. Der Pendelträger (80) pendelt somit um einige Winkelgrade um eine vom Gehäusekörper (21) festgelegte Pendelachse (71), vgl. auch Figur 5.
Der erste Pendelträger (80) besteht aus einem vorderen (81) und einem hinteren Pendelarm (83), wobei der vordere Pendelarm (81) auf der dem Werkzeug (160) zugewandten Pendelträgerseite liegt, vgl. Figuren 8, 1 und 2. Jeder Pendelarm (81, 83) hat an seinen beiden freien Enden eine Lagerbohrung, wobei die Mittellinien der nach Figur 3 oben liegenden Lagerbohrungen auf der ersten Pendelachse (71) liegen, während die Mittellinien der unteren Lagerbohrungen auf der zweiten Pendelachse (91) liegen. Der vordere Pendelarm (81) sitzt über ein Nadellager (88) auf dem ersten Drehzapfen (27) . Der hintere Pendelarm (83) schwenkt auf einem - als Festlager ausgebildeten - doppelreihigen Kugellager (87), das auf dem zweiten Lagerzapfen (42) mittels einer Wellenmutter und im Pendelarm (83) über einen Bund und einen Schraubdeckel fixiert ist.
Die Mittellinien (71) und (91) haben hier einen Abstand von 56,1 Millimetern.
Der vordere Pendelarm (81) ist in erster Näherung ein einfach gekröpfter Stab mit großteils rechteckigen Querschnitten, vgl. Figur 8. Der hintere Pendelarm (83) besteht aus über einen Steg verbundenen Lageraugen. Am Stab und am Steg sind seitlich jeweils Rippen (82, 84) angeformt, die zumindest in der Frontansicht einen z.B. dreieckigen Querschnitt haben. Die beiden Rippen (82, 84) sind zum einen über eine zu den Pendelachsen (71, 91) parallele Quertraverse (86) und zum anderen über eine Pendelwelle (90) formsteif verbunden.
Die Pendelwelle (90) ist eine mehrfach gestufte, körperliche Achse, die neben der Verbindung der beiden Pendelarme (81, 83) ein Zwischenrad (92) und den zweiten Pendelträger (100) lagert. Dieser zweite Pendelträger (100) pendelt einige Winkelgrade um eine vom ersten Pendelträger (80) festgelegte Pendelachse (91) , vgl . auch Figur 5.
Im mittleren Bereich der Pendelwelle (90) sitzt rechts und links neben einem Bund je ein Kugellager (93), das sich dort jeweils über seinen Innenring abstützt. Die Innenringe werden mittels zweier Wellenmuttern (94) gegen den Bund gepresst. Die Außenringe der Kugellager (93) tragen das mit dem Abtriebsrad (72) kämmende Zwischenrad (92) . Es ist über einen Bund axial zwischen den Außenringen geführt .
In den beiden äußeren Bereichen hat die Pendelwelle (90) je einen Wellenbund (95), an dem über einen Zwischenring (97) ein Kugellager (96) mittels seines Innenringes anliegt. An den Innenringen der beiden Kugellager (96) liegen außen die beiden Pendelarme (81, 83) des ersten Pendelträgers (80) an. Die Pendelarme (81, 83) werden über zentral sitzende Scheiben (98) zusammen mit den Innenringen der Kugellager (96) und den Zwischenringen (97) gegen den jeweiligen Wellenbund (95) gepresst. Erst nach dieser Montage wird die Quertraverse (86) an den Rip-
pen (82, 84) der Pendelarme (81, 83) fixiert. Auf jedem Außenring der Kugellager (96) lagert schwimmend je ein Pendel- arm (101, 121) des zweiten Pendelträgers (100) .
Zwischen dem Pendelarm (101) und der rechten Wellenmutter (94) befindet sich der Grundkörper (21) und eine - daran befestigte - die Wellenmutter (94) über eine ringförmige Dichtung (48) kontaktierende Gehäusescheibe (46) . Ebenso ist zwischen dem Pendelarm (121) und der linken Wellenmutter (94) der Grundkörperde- ekel (41) und eine - daran befestigte - diese Wellenmutter (94) über eine weitere ringförmige Dichtung (48) berührende Gehäusescheibe (47) angeordnet. Die Gehäusescheiben (46, 47) tragen eine z,.B. zumindest annähernd halbzylinderförmige Gehäusehaube (45), vgl. Figur 1 und 2.
Die Pendelwelle (90) kontaktiert die Gehäuseteile (21, 41, 45) nicht in radialer Richtung. Axial zur Pendelwelle (90) schleifen die in den Gehäusescheiben (46, 47) positionierten Dichtungen (48) an den planen, feinbearbeiteten freien Stirnflächen der Wellenmuttern (94), sofern der erste Pendelträger (80) sich gegenüber dem Gehäusekörper (20) betriebsbedingt verlagert.
Der vordere Pendelarm (101), vgl. Figur 9, trägt einen Rohrkörper (102), in dem die Werkzeugaufnahmespindel (110) schwimmend gelagert ist. Letztere hat eine Mittellinie (111), die von der Mittellinie (91) z.B. einen Abstand von 46,5 Millimetern hat und zu dieser parallel verläuft. Der Abstand gegenüber der Mittellinie (71) beträgt in der Nulllage beispielsweise 65 Millimeter.
Die Werkzeugaufnahmespindel (110) ist eine sich beispielsweise von vorn nach hinten verjüngende Welle. Im vorderen Bereich hat sie eine zentrale Bohrung (112), in die das Werkzeug (160) eingesteckt und mittels eines radial auf eine Auflagefläche (162) wirkenden Gewindestifts fixiert wird. Alternativ trägt die Werk-
zeugaufnahmespindel (110) anstelle der zentralen Bohrung (112) ein Spannfutter.
Das in den Figuren 1 und 3 gezeigte Werkzeug (160) ist ein sog. Bündigfräser. Er setzt sich im Wesentlichen aus einem Walzenfräser (163) und einer Tastrolle (165) zusammen. Der Walzenfräser (163), sein Schaft (161) und der Lagerbolzen (164) für die Tastrolle (165) bestehen aus einem Teil. Die Tastrolle (165) ist auf dem Lagerbolzen (164) mittels eines Kugellagers (166) gelagert und axial über Sicherungsringe gehalten. Sie hat im Ausführungsbeispiel einen Außendurchmesser von 25 mm. Anstelle des Bündigfräsers kann auch ein Bündigfasefräser verwendet werden.
Auf der Werkzeugaufnahmespindel (110) sitzen innerhalb des Rohrkörpers (102) zwei über eine Distanzhülse (116) beabstandete, in O-Anordnung ausgerichtete, Schulterlager (115), ein Spindelrad (114) und eine Wellenmutter (118), vgl. Figur 3. Letztere drückt die Schulterlager (115), die Distanzhülse (116) und das mit dem Zwischenrad (92) kämmende Spindelrad (114) gegen einen am linken WeIlenendbereich angeordneten Wellenbund (113) . Vor dem linken Schulterlager (115) sitzt vor dem Rohrkörper (102) ein Labyrinthdichtring (119) .
Der vordere Pendelarm (101) kontaktiert den Grundkörper (21) über einen Dichtring (32), der in eine Gehäusenut (31) des Grundkörpers (21) eingelegt ist, vgl. Figur 7. Der Rohrkörper (102) hat keinen radialen Kontakt zum Grundkörper (21) .
Der hintere Pendelarm (121), vgl. auch Figur 9, ist eine Platte mit zwei großen Bohrungen. Die obere Bohrung, eine Stufenbohrung, ist auf dem Außenring des Kugellagers (96) gelagert. Die andere, untere Bohrung lagert zentrierend einen Rückstellflansch (131) . Dessen Mittellinie fluchtet mit der Mittellinie (111) der Werkzeugaufnahmespindel (110) . Beide Pendel-
arme (101, 121) des zweiten Pendelträgers (100) sind über eine Vierkantstabförmige Quertraverse (151) formsteif miteinander verbunden .
Im Grundkörperdecke1 (41) sitzt zwischen dem hinteren Pendelarm (121) und der hinteren Stirnfläche der Werkzeugaufnahmespindel (110) in einer Bohrung (33) ein Zentrierflansch (51) . Letzterer hat auf seiner der Werkzeugaufnahmespindel (110) abgewandten Seite eine Zylindersenkung, in deren Grund sich eine feinbearbeitete Kegelsenkung (53) befindet, deren Kegelwinkel z.B. 90 Winkelgrade beträgt.
Nach Figur 3 und 4 sitzt in der Kegelsenkung (53) eine Rückstellkugel (133), die über die Bohrung (137) des pendelarmseiti- gen Rückstellflansches (131) geführt wird. In der Bohrung (137) sitzt dazu beispielsweise eine Federhülse (134), die sich mittels einer Rückstellfeder (135) an einer im Rückstellflansch (131) ggf. verstellbar angeordneten Deckelschraube (136) abstützt. Die federbelastete Rückstellkugel (133) positioniert die - von den beiden Pendelträgern (80, 100) geführte - Werkzeugaufnahmespindel (110) gegenüber dem Gehäusekörper (20) in einer Nulllage, trotz der Gewichtskräfte der Pendelträger (80, 100), der Werkzeugaufnahmespindel (110) und des Werkzeugs (160) . Die Figuren 1 bis 3 stellen die Werkzeugaufnahmespindel (110) in der Nulllage dar.
Die Mittellinie (111) der Werkzeugaufnahmespindel (110) kann bei einem Betrieb des Fräsaggregats (10) jeden beliebigen Punkt einer Kreisfläche schneiden, die auf einer zur Mittellinie (111) normalen Ebene liegt und deren Mittelpunkt die Nulllage darstellt. Im Ausführungsbeispiel hat die Kreisfläche einen Durchmesser von fünf Millimetern.
Die Auslenkung der Werkzeugaufnahmespindel (110) wird mechanisch begrenzt durch den Durchmesser der radialen Innenwandung (52) der Zylindersenkung des Zentrierflansches (51) und durch den Durchmesser der zylindrischen Außenwandung (132) des in die Zylindersenkung hineinragenden Rückstellflansches (131) .
In Figur 4 wird ein im Zentrierflansch (51) maximal ausgelenkter Rückstellflansch (131) gezeigt. Die Rückstellkugel (133) kontaktiert die Kegelsenkung (53) in deren Randbereich. Gegenüber der Figur 3 ist hier in der Deckelschraube (136) ein induktives Wegmesssystem (141) integriert. Es besteht aus einer an der Deckelschraube (136) z.B. angeklebten Wegmessspule (142) und einem darin bewegbaren Eisenkern (143) . Der Eisenkern (143) ist an seinem Schaft in einer Bohrung der Deckelschraube (136) geführt. Auf dem Schaft ist ein Tastelement (144) aufgepresst, das, belastet durch die Schraubenfeder (145) , an der Rückstellkugel (133) anliegt. Der durch die Verlagerung der Rückstellkugel (133) bewirkte lineare Versatz des Eisenkerns (143) wird in einer Ansteuerschaltung und in einer nachgeschalteten Auswerteelektronik in eine konkrete Weglänge umgewandelt. Das Wegmesssystem (141) kann ggf. batteriegepuffert seine Messdaten an die Werkzeugmaschine senden. Somit besteht die Möglichkeit, den Normalenabstand des Fräsaggregats (10) gegenüber einem Werkstück (5 - 7) z.B. im Einzelfall nachzustellen.
Anstelle der die Rückstellkugel (133) belastenden mechanischen Schraubendruckfeder (135) kann auch ein pneumatisches, hydro- pneumatisches oder ein magnetisches Federelement oder Federsystem verwendet werden.
Die Figur 5 zeigt in einer vereinfachten Schemadarstellung eine weitere Rückstellvariante, jedoch ohne stabile Nulllage. Am Gehäusekörper (20) wirken z.B. drei oder mehr sternförmig angeord-
nete Federelemente (135) auf eine um die Mittellinie (111) der Werkzeugaufnahmespindel schwenkbare Zwischenhülse (108) . Die Lage der Zwischenhülse (108) bestimmt somit den zwischen dem Gehäusekörper (20) und ersten Pendelträger (80) gelegenen Winkel sowie den vom ersten (80) und zweiten Pendelträger (100) eingeschlossenen Winkel.
In Figur 6 werden die Federelemente (135) so angeordnet, dass sich der erste Pendelträger (80) federnd am Gehäusekörper (20) und der zweite Pendelträger (100) ebenfalls federnd am ersten Pendelträger (80) abstützt. Bei dieser Hintereinanderschaltung von Federsystemen gibt es ebenfalls keine feste Nulllage.
Die in den Figuren 5 und 6 gezeigten Federelemente (135) können ggf. durch spezielle Vorrichtungen einzeln gespannt bzw. eingestellt werden. Auch sind anstelle der gezeigten Schraubendruckfedern (135) , Zug-, Biege- und Torsionsfedern denkbar. Ferner können die Federelemente (135) auch hier durch pneumatische, hydropneumatische oder magnetische Federelemente oder Federsysteme ersetzt werden.
Zum Abfrasen eines überstehenden Anleimers (7), Einleimers oder Umleimers rollt die Tastrolle (165) auf der den Anleimer (7) tragenden Werkstückplatte (5) entlang, während der Walzenfräser (163) das in Figur 3 nach oben überstehende Material des Anleimers (7) zerspanend abträgt. Statt des Walzenfräsers (163) kann auch eine Schmirgelrolle oder dergleichen benutzt werden.
Während des Fräsvorganges wird das Fräsaggregat (10) von Maschinenschlitten (2) der Werkzeugmaschine CNC-gesteuert entlang der theoretischen Lage der Werkstückplatte (5) geführt. Dabei hat die Mittellinie (111) der Werkzeugaufnahmespindel (110) von der Werkstückplatte (5) einen Normalenabstand, der im Rahmen der Ma-
schinen- und Aggregatetoleranz z.B. genau einer Differenz aus dem Radius der Tastrolle (165) und einem Vorhalteweg von z.B. einem Millimeter entspricht. Ist nun die Istlage der werkstück- seitigen Oberflächenkontur (6) zur theoretischen Solllage deckungsgleich, befindet sich die Werkzeugaufnahmespindel (110) um den Vorhalteweg von der Nulllage. Damit wird das Werkzeug (160) durch die Rückstellfeder (135) gegen das Werkstück (5 - 7) gepresst .
Bezugszeichenliste :
2 Maschinenschlitten, Werkzeugmaschinenschlitten
3 Verfahrrichtung
5 Werkstückplatte
6 Oberflächenkontur
7 Anleimer, Einleimer, Umleimer
8 Fräsbahn
10 Fräsaggregat
20 Gehäusekörper
21 Grundkörper
22 Abschnitt, scheibenförmig
23 Indexbolzen
24 Druckluftzuführstift
25 Abstützbolzen
26 Abschnitt, quaderförmig
27 erster Drehzapfen
28 Gehäusebund
29 Gehäusemutter
31 Gehäusenut
32 Dichtring
33 Bohrung für (Zentrierflansch)
41 Grundkörperdeckel
42 zweiter Drehzapfen
45 Gehäusehaube
46, 47 Gehäusescheiben
48 Dichtung; ringförmig
51 Zentrierflansch
Innenwandung der Zylindersenkung Ausnehmung, KegelSenkung
Montagefuge, plan
Aggregatespindel Mittellinie, C-Achse Wellenbund Schulterlager Passfeder Planrad, Kronenrad Zentralschraube
Nebenwelle erste Pendelachse, Mittellinie Abtriebsrad, Stirnrad Rillenkugellager Passfeder Scheiben Antriebsrad, Stirnrad Labyrinthdichtring Wellfeder
Pendelträger, erster Pendelarm, vorn Rippe Pendelarm, hinten Rippe Quertraverse Kugellager, doppelreihig Nadellager
90 Pendelwelle
91 zweite Pendelachse, Mittellinie
92 Zwischenrad, Stirnrad
93 Kugellager
94 Wellenmuttern
95 We11enbund, außen
96 Kugellager (für 2. Pendelarme)
97 Zwischenringe
98 Scheiben (an Stirnseite)
100 Pendelträger, zweiter
101 Pendelarm, vorn
102 Rohrkörper
108 Zwischenhülse
110 Werkzeugaufnahmespindel
111 Rotationsachse, Mittellinie, A-Achse
112 zentrale Bohrung
113 Wellenbund
114 Spindelrad, Stirnrad
115 Schulterlager
116 Distanzhülse
118 Wellenmutter
119 Labyrinthdichtring
121 Pendelarm, hinten
131 Rückstellflansch
132 Außenwandung, zylindrisch
133 Rückstellkugel
134 Federhülse
135 Rückstellfeder, Schraubendruckfeder Federelemente
136 Deckelschraube, Einstellschraube
137 Bohrung
141 Wegmesssystem, induktiv
142 Wegmessspule
143 Eisenkern
144 Tastelement
145 Schraubenfeder
151 Quertraverse
160 Werkzeug, Bündigfräser
161 Schaft
162 Auflagefläche
163 Walzenfräser
164 Lagerbolzen
165 Tastrolle, Anlaufring
166 Kugellager
