Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
MINE PROTECTION SEAT COVER FOR VEHICLE SEATS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/037804
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a mine protection seat cover for vehicles seats having a seat shell (2) and a seat backrest (3) connected thereto. The seat cover is characterized by a protective plate (12) in the form of a composite of two protective layers (14, 15) that are covered on both sides by material (13) and are held together thereby, wherein the first protective layer (15) is a TABRE® layer and the second protective layer (14) is an aramid fiber with a metal mesh inlay.

More Like This:
Inventors:
WOLFF, Klaus S. (Hochmaisgasse 4/3/2, Wien, A-1130, AT)
Application Number:
EP2009/062734
Publication Date:
April 08, 2010
Filing Date:
October 01, 2009
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
WOLFF, Klaus S. (Hochmaisgasse 4/3/2, Wien, A-1130, AT)
International Classes:
F41H5/04; F41H7/04
Attorney, Agent or Firm:
UEXKÜLL & STOLBERG et al. (Beselerstr.4, Hamburg, 22607, DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche

1. Minenschutz-Sitzüberzug für Fahrzeugsitze, die eine Sitzschale (2} und eine daran anschließende Rückenlehne (3} aufweisen; gekennzeichnet durch eine Schutzplatte (12) in Form eines eines Verbundes zweier Schutzschichten (14, 15), die an beiden Seiten durch Stoff (13) überdeckt sind und von diesem zusammengehalten werden, wobei die erste Schutzschicht (15) eine TABRE®-Schicht und die zweite Schutzschicht (14) eine Aramidfaser mit Metallgewebeeinlage ist .

2. Minenschutz-Sitzüberzug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die TABRE®-Schicht (15) ein harzgebundener, poröser Aggregatwerkstoff ist.

3. Minenschutz-Sitzüberzug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die TABRE®-Schicht (15) 1 - 3 cm, vorzugsweise 1,5 cm dick ist.

4. Minenschutz-Sitzüberzug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Schutzschicht 0,5 - 2 cm, vorzugsweise 1 cm dick ist ,

5. Minenschutz-Sitzüberzug nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß dieser zumindest an der Unterseite (4) der Sitzschale (2) und an der Rückseite der Rückenlehne (3) eine derartige Schutzplatte (12) angeordnet ist.

6. Minenschutz-Sitzüberzug nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß auch auf der Oberseite (5) der Sitzschale

(2) eine derartige Schutzplatte (12) angeordnet ist.

7. Minenschutz-Sitzüberzug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß auch die Sitzschalen-Seitenteile (6) durch Schutzplatten (12) abdeckbar sind. 8, Minenschutz-Sitzüberzug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Schutzplatten (12) durch Stoffteile miteinander verbunden sind und zur Befestigung am Fahrzeugsitz (1) dienende Klettverschlüsse aufweisen.

Description:
Minβnschutz-Sitzübβrzug für Fahrzeugsitze

Die Erfindung betrifft einen Minenschutz-Sitzüberzug für Fahrzeugsitze, die eine Sitzschale und eine daran anschließende Rückenlehne aufweisen.

In vielen militärischen Krisengebieten herrschen absolute Bedrohungen durch Landminen, nämlich in der Regel durch Panzerminen oder improvisierte Sprengfallen. Diese liegen entweder aufgrund eines vorhergegangenen Krieges oder aufgrund einer Neuverlegung zur Terrorisierung der Einheimischen oder der Angehörigen von Beobachtermissionen wie UN, NATO oder auch NGO in der Regel an Hauptverkehrslinien vergraben. Bislang hat es keinen wirksamen Schutz gegen solche Bedrohungen gegeben, denn die Umrüstung kommerzieller Geländewagen beispielsweise durch Vorsehen spezieller Bodenplatten im Abstand zur Fahrzeugbodenplatte, nach außen verlagerten Rädern mit freiliegendem und mit größerem Abstand versehenen Halbachsen war aufgrund des dann erreichten Gesamtgewichtes des KFZ meist technisch nicht möglich. Hingegen waren durch Panzerungen geschützte Fahrzeuge für den Routineeinsatz zu teuer. Man hat daher behelfsmäßig einen Schutz durch unter dem Sitz und auf der Bodenplatte aufgelegte Sandsäcke zu erreichen versucht. Diese haben sich in der Praxis aber nur teilweise bewährt, denn Sandsäcke fliegen bei der Sprengung durch den Innenraum, so dass es fast immer zur Versprengung von Sitzteilen und Sandkörnern in das menschliche Gewebe kommt. Zwar erfolgt ein Abbau der Explosionsenergie, jedoch sterben die Insassen meist durch die sekundäre und tertiäre Explosionswirkung, also durch herumfliegende Teile wie Sandkörner oder Sitzteile.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, einen schnell im Fahrgastraum eines Kraftfahrzeugs anbringbaren und wieder ausbaubaren Schutz vor Landminen wie Panzer- und Personenminen oder improvisierten Sprengfallen zu schaffen.

Zur Lösung dieser Aufgabe dient ein Minenschutz-Sitzüberzug der eingangs genannten Art, welcher gekennzeichnet ist durch eine Schutzplatte in Form eines Verbundes zweier Schutzschichten, die an beiden Seiten durch Stoff überdeckt sind und von diesem zusammengehalten werden, wobei die erste Schutzschicht eine TABRE ® -Schicht und die zweite Schutzschicht eine Aramidfaser mit Metallgewebeeinlage ist.

Der erfindungsgemäße Minenschutz-Sitzüberzug ist also aus zwei Schutzschichten aufgebaut. Die erste Schicht in Richtung Bodenplatte des Fahrzeugs besteht aus einer TABRE ® -Schicht, die von der Firma AIGIS Engineering Solutions Ltd., mit Sitz in Großbritannien, hergestellt wird. „TABRE" steht dabei für Technology for Attenuating Blast Related Energy und ist ein harzgebundener, poröser Aggregatwerkstoff. Vorzugsweise ist die TABRE ® -Schicht 1 - 3 cm dick, insbesondere 1,5 cm dick. Je dicker die TABRE ® -Schicht ist, desto besser lässt sie sich verarbeiten, aber mit zunehmender Dicke besteht die Gefahr des Zerbröckeins, Aus dem Grund hat sich eine Schichtdicke von 1 bis 2 cm als zweckmäßig erwiesen. Die TABRE ® -Schicht ist durch ihre extrem große Oberfläche in der Lage, einen großen Teil der Explosionsenergie zu absorbieren.

Mit der TABRE ® -Schicht ist eine zweite Schutzschicht verklebt, die zur Ablenkung der Sprengpartikel dient und die eine Aramidfaserschicht mit Metallgewebeeinlage ist. Erhältlich ist eine solche Schicht unter dem Markennamen Dynema ® . Vorzugsweise hat die zweite Schutzschicht eine Dicke von 0,5 bis 2 cm und insbesondere von 0,7 bis 1 cm dick. Besonders vorteilhaft ist es, die zweite Schutzschicht in einer Dicke von 0,7 cm zu verarbeiten, da solche Schichten vom Hersteller erhältlich sind. Dickere Schichten haben natürlich einen größeren Vorteil beim Auffangen und Ablenken von Explosionsteilen, aber eine zunehmende Dicke erhöht das Gewicht des erfindungsgemäßen Minenschutz-Sitzüberzugs beträchtlich, was die Gefahr mit sich bringt, dass der Stoff des Überzugs ausleiert und die Schichten nicht mehr gut anliegen. Dies würde bei der Explosion zu möglichen Schwingungsauslenkungen kommen, die selber wieder zur Bedrohung für die zu schützende Person werden. Mehrere Schichten der zwei Werkstoffe nützen hingegen nichts, denn es muß eine Schicht TABRE ® in Richtung Explosionsherd gerichtet sein und davor darf sich nur Luft oder maximal Stoff befinden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Figuren naher erläutert; es zeigen:

Figur 1 einen schematischen Schnitt durch einen Fahrzeugsitz in der Seitenansicht;

Figur 2 eine Stirnansicht des Fahrzeugsitzes von Figur 1 mit einem Vertikalschnitt durch die Sitzschale;

Figur 3 einen vergrößerten Ausschnitt aus einem Schutzüberzug; und

Figur 4 eine Abwicklung des Schutzüberzugs aus Figur 3.

Nachfolgend sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet.

Figur 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch einen Fahrzeugsitz mit einer Sitzschale 2 und einer daran anschließenden Rückenlehne 3. Die Sitzschale 2 besitzt eine Unterseite 4 und eine Oberseite 5. Die Rückenlehne 3 besitzt eine Vorderseite 8 und eine Rückseite 9. Um den Fahrzeugsitz ist ein erfindungsgemäßer Schutzüberzug 1 gelegt, der aus Schutzplatten 12 für die Sitzfläche 5, die Sitzschalen- Unterseite A 1 die Rückenlehnen-Rückseite 9 sowie die Sitzschalen-Seitenteile 6 besteht. Die einzelnen Schutzplatten 12 bestehen aus einer ersten Schutzschicht 15 aus einem harzgebundenen, porösen Aggregatwerkstoff und einer damit verklebten zweiten Schutzschicht in Form einer Aramidfaser mit Metallgewebeeinlage. Die erste Schutzschicht 15 ist eine sogenannte TABRE Θ -Schicht mit einer Dicke von 1 bis 3 cm, vorzugsweise 1,5 cm, während die zweite Schutzschicht 14 eine Kevlar/Metallgewebeeinlage ist, wie sie unter der Marke Dynema ® im Handel erhältlich ist. Die zweite Schutzschicht 14 ist 0,5 bis 2 cm dick, vorzugsweise 0,7 bis 1 cm. Die beiden Schutzschichten 14 und 15 sind miteinander verklebt und von einer Stoffschicht 13 umhüllt, wie dies in Figur 3 erkennbar ist.

Aufgrund des hohen Gewichts der Schutzplatten 12 sind diese nur auf der Sitzfläche 5, der Unterseite 4 der Sitzschale 2, an den Sitzschalen-Seitenteilen 6 und an der Rückseite 9 der Rückenlehne 3 angeordnet, wie dies in den Figuren 1 und 2 deutlich erkennbar ist. An den Übergängen von den Sitzschalen- Seitenteilen 6 zur Unterseite 4, zur Oberseite 5 sowie von der Rückenlehnen-Rückseite 9 zur Vorderseite 8 ist nur Stoff 13 ohne die zwei miteinander verbundenen Schutzschichten 14 und 15 vorgesehen.

Es wird darauf hingewiesen, dass die dickere erste Schutzschicht 15 jeweils nach außen und unten angeordnet wird, also in Bezug auf die Sitzschale 2 jeweils nach unten, hinsichtlich der Rückenlehne 3 nach hinten oder außen und in Bezug auf die Seitenteile 6 ebenfalls nach außen.

Es wird ferner darauf hingewiesen, dass zum Anbringen des Sitzüberzugs an sich bekannte Klettverschlüsse 16 vorgesehen sind, die auf geeignete Weise mit dem Stoff 13 verbunden werden können. Figur 4 zeigt ein Beispiel für den Aufbau des erfindungsgemäßen Minenschutz-Sitzüberzugs, wobei in Klammern angegeben ist, für welche Sitzbereiche die einzelnen Schutzplatten, Stoffschichten oder Klettverschlüsse vorgesehen sind. Es ist dem Fachmann klar, dass der Sitzüberzug aber auch auf andere Weise zusammengestellt werden kann, beispielsweise in dem er zweiteilig ausgebildet wird, wobei eine Folge von Stoff- und Schutzschichten um die Rückenlehne und über die Sitzfläche gelegt und unter der Sitzschale zurückgeführt wird, wie dies der senkrechte Streifen A andeutet, während der zweite oder waagrechte Streifen B nur die Sitzfläche 2 umgibt. Dabei enthält dann entweder der Streifen A oder der Streifen B die Ξchutzplatte 12 für die Sitzschalen-Unterseite 4, wobei in der Mehrheit der Fälle die Schutzplatte 12 für die Sitzschalen-Oberseite 5 mit dem Streifen A verbunden sein wird, da die Sitzverankerungen in der Regel in Fahrzeuglängsrichtung auf Schienen angebracht sind. Es ist dem Fachmann ebenfalls klar, dass der Stoff 13 In den Übergangsbereichen von der Sitzschalen-Unterseite 4 zu den Seitenteilen 6 sowie zur Oberseite 5 mit elastischen Einlagen, beispielsweise mit Gummistreifen versehen sein kann, um den Sitzüberzug besser über die Sitzschale 2 zu spannen. Gleiches gilt natürlich auch für den Übergang von der Schutzplatte 12 für die Sitzschalen-Unterseite 4 zur Schutzplatte 12 für die Rückenlehnen-Rückseite 9 und ebenso für den über den Oberrand 10 der Rückenlehne 3 geführten Teil der Stoffbahn, die zur Rückenlehnen-Vorderseite 8 geführt und mittels Klettverschluss 16 im Bereich der Sitzfläche 2 am anderen Ende des Streifens A befestigt wird.