DI NICOLANTONIO, Aldo (Im Winkel, Recherswil, CH-4565, CH)
DELFINI, Stefano (Grenchenstrasse 34, Bettlach, CH-2544, CH)
ROSER, Jochen (Schwieberdinger Str. 79, Ludwigsburg, 71636, DE)
DI NICOLANTONIO, Aldo (Im Winkel, Recherswil, CH-4565, CH)
DELFINI, Stefano (Grenchenstrasse 34, Bettlach, CH-2544, CH)
| e Minimalmengenschmiersystem (10) für eine Werkzeugmaschine (90) oder ein handgehaltenes Arbeitswerkzeug, insbesondere handgehaltenes Elekt- rowerkzeug (92) zur Abgabe eines Schmiermittelfluids (30) für die Kühlung und/oder Schmierung eines Materialbearbeitungsvorgangs, umfassend mindestens eine Schwingeinheit (58); eine Elektronikeinheit (60) zum Beaufschlagen der wenigstens einen Schwingeinheit (58) mit wenigstens Steuer- und/oder Regelsignalen, eine Betriebsspannungseinheit (70) zur Bereitstellung einer elektrischen Energieversorgung der Elektronikeinheit (60); einen Vorratsbehälter (32) für das Schmiermittelfluid (30); wenigstens eine Düse (50), die der wenigstens einen Schwingeinheit (58) zur Zuführung und zur Zerstäubung des Schmiermittelfluids (30) in einem Werkzeugarbeitsbereich (94) zugeordnet ist, wobei eine Fluidzuleitung (48) den Vorratsbehälter (32) zur selbstansaugenden, insbesondere kapillarwirkenden Zuführung des Schmiermittelfluids (30) mit der Schwingeinheit (58) verbindet und zumindest ein zumindest teilweise durch die Schwingeinheit (58) verlaufender Fluidkanal (56) die Schwingeinheit (58) zur Impulsbeaufschlagung des Schmiermittelfluids(30) mit der Düse (50) verbindet; und wobei die mindestens eine Schwingeinheit (58) ein Volumen (18) mit anregungsaktiven Material umfasst, welches im Betrieb von der Betriebsspannungseinheit (17, 70) elektrisch versorgt ist und von der E- lektronikeinheit (20) gesteuert oder geregelt ist, so dass das Schmiermittelfluid (30) in dem Fluidkanal (56) mit einem Zerstäubungsimpuls (62) beaufschlagbar ist. Minimalmengenschmiersystem nach Anspruch 1 , wobei die Elektronikeinheit (60) ausgebildet ist, um die wenigstens eine Schwingeinheit (58) in einer Resonanzfrequenz (f_res) zu betreiben, wobei vorzugsweise die Elektronikeinheit (60) eine Regeleinheit (68) mit Frequenzanpassung zur Nachführung der Resonanzfrequenz (f_res) der wenigstens einen Schwingeinheit (58) umfasst. Minimalmengenschmiersystem nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das anregungsaktive Material (18) piezoelektrisch oder magne- tostriktiv ist, wobei vorzugsweise die wenigstens eine Schwingeinheit (58) an ihrem freien Ende (54) eine Schwingamplitude im Bereich von 2 μηη bis 200 μηη erreichen kann. Minimalmengenschmiersystem nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Betriebsfrequenz der wenigstens einen Schwingeinheit (58) im Bereich zwischen 10 kHz und 1000 kHz, vorzugsweise zwischen 15 kHz und 60 kHz, vorzugsweise über 20 kHz, insbesondere bei etwa 40 kHz liegt, und/oder die Elektronikeinheit (60) zur Regelung eines Fluidabgabevolu- mens eine taktbare Anregung der Schwingeinheit (58) insbesondere mit einer Periodendauer von 10-5000ms, bevorzugt 50 bis 1200ms vornehmen kann. Minimalmengenschmiersystem nach einem der vorangegangenen en Ansprüche, wobei zur Richtungsaufprägung und/oder zur Aufweitung des Fuid- nebels (30) ein durch ein Gebläse (40) erzeugbarer Luftstrom (42) eingesetzt ist. Minimalmengenschmiersystem nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Düse (50) und/oder der Fluidkanal (56) und/oder die Fluidzu- leitung (48) zur Beeinflussung eines Fluidabgabevolumens und bevorzugt zur Erzielung einer Kapillarwirkung zumindest eine Querschnittsverjüngung (78) umfasst, und/oder der Fluidkanal (56) ein- oder mehrfach gewinkelt oder gebogen durch die Schwingeinheit (58) verläuft. Minimalmengenschmiersystem nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Fluidzuleitung (48) in Schwingungsachsenrichtung (100) an die Schwingeinheit (58) angekoppelt ist, oder die Fluidzuleitung (48) im wesentlichen rechtwinklig zur Schwingungsachsenrichtung (100) im Bereich eines Schwingungsknotens (102) an die Schwingeinheit (58) angekoppelt ist. Werkzeugmaschine (90) oder handgehaltenes Arbeitswerkzeug, insbesondere handgehaltenes Elektrowerkzeug (92) umfassend ein Minimalmengenschmiersystem (10) nach einem der vorangegangenen en Ansprüche, wobei das Minimalmengenschmiersystem (10) zur Kühlung und/oder Schmierung eines Werkzeugarbeitsbereichs (94) in einem Gehäuse (20) der Werkzeug- maschine (90) bzw. des Arbeitswerkzeugs umfasst ist. 9. Werkzeugmaschine (90) oder handgehaltenes Elektrowerkzeug (92) nach Anspruch 8, wobei die Werkzeugmaschine (90) oder das Elektrowerkzeug (92) zumindest eine Schwingeinheit (58) zur Erzeugung zumindest einer Werkzeugarbeitsbewegung (96) umfasst, wobei die Schwingeinheit (58) gleichzeitig zum Betrieb des Minimalmengenschmiersystems (10) ausgelegt ist. 10. Werkzeugmaschine (90) oder handgehaltenes Elektrowerkzeug (92) nach Anspruch 8 oder 9, wobei die Werkzeugmaschine (90) oder das Elektrowerkzeug (92) ein rotierbares Werkzeug (98) umfasst, und zumindest die Schwingeinheit (58) mit Düse (50) am oder im Werkzeug (98) mitrotierbar angeordnet ist, wobei bevorzugt die Fluidzuleitung (48) die Schwingeinheit (58) über eine rotierbare Medienkupplung (46) mit einem außerhalb des Werkzeugbereichs (94) befindlichen Vorratsbehälter (32) verbindet. 1 1 . Nachrüstsystem für eine Werkzeugmaschine (90) umfassend ein Minimal- mengenschmiersystem (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Nachrüstsystem zur Kühlung und/oder Schmierung eines Werkzeugarbeitsbereichs (94) an einer Werkzeugmaschine (90) nachrüstbar angeordnet oder befestigt werden kann. |
Minimalmengenschmiersvstem
Stand der Technik
Die Erfindung betrifft ein Minimalmengenschmiersystem zur Abgabe eines Fluids für die Kühlung und/oder Schmierung eines Materialbearbeitungsvorgangs.
Im Rahmen von Materialbearbeitungsvorgängen, insbesondere in der spanenden Bearbeitung tritt häufig eine hohe Beanspruchung des Arbeitswerkzeuges, beispielsweise einer Bohrerspitze, einer Schneidklinge, einer Gravurnadel, einer Meißelspitze, etc. auf. Diese Beanspruchung kann zur Erhitzung oder Zerstörung des Werkzeugs führen. Zur Erhöhung der Werkzeuglebensdauer werden Kühl- und Schmierzusatzbetriebsstoffe, insbesondere Kühlschmierflüssigkeiten wie Wasser-Öl-Gemische zur Kühlung und Schmierung des Werkzeugs an einem Werkzeugarbeitsbereich abgegeben, die ein Absenken der Werkzeugtemperatur und eine Schmierung der Bearbeitungsstelle bewirken. Solch ein Kühlschmier- mittel, dass des weiteren als Fluid oder als Schmiermittelfluid bezeichnet wird, kann eine Flüssigkeit zur Kühlung von Materialbearbeitungsprozessen wie Wasser oder Alkohol oder ein Schmiermittel wie beispielsweise Rapsöl sein.
Daneben werden Fluide zum integrierten Kühlen und Schmieren wie eine Öl/Wasser Emulsion mit fakultativ weiteren Additiven wie Rostschutzmittel, Schaumbildungsmittel oder ähnliches betrachtet.
Insbesondere bei handgehaltenen Arbeitswerkzeugen ist es vorteilhaft, die Menge an benötigten Kühlschmierflüssigkeiten zu reduzieren, da diese nur einen begrenzten Vorrat an Schmierstoffen mit sich führen können. Zur Verringerung der benötigten Menge an Kühlschmierstoffen sind Minimalmengenschmiersysteme bekannt, die geringe Mengen des Kühlschmierstoffs in aerosolartiger Form in einem Werkzeugarbeitsbereich, an dem das Werkzeug das zu bearbeitende Werkstück bearbeitet, abgeben können. Dieses Aerosolgemisch kann extern oder durch einen oder mehrere Zuführungskanäle im Werkzeug selbst an den Werk- Zeugarbeitsbereich geführt werden (innere Zuführung). Insbesondere bei Zuführung innerhalb des Werkzeugs kann der Kühlschmierstoff direkt am Werkzeugarbeitsbereich abgegeben und somit effizient genutzt werden. Eine Minimalmen- genschmierung (MMS), die auch eine -kühlung bewirken kann, beschreibt in diesem Zusammenhang ein Kühl- und/oder Schmierverfahren mit einer geringen Fluidmenge, wobei bei der Kühlung Wärme durch Werkzeug und Materialspan abgeführt wird. Dabei werden nur geringe Fluidmengen, üblicherweise geringer als 100ml Kühlschmierstoff pro Stunde, oft weniger als 20ml pro Stunde verbraucht, wodurch sich die MMS deutlich von der Nassschmierung und -kühlung absetzt.
Offenbarung der Erfindung
Es wird ein Minimalmengenschmiersystem für eine Werkzeugmaschine oder ein handgehaltenes Arbeitswerkzeug, insbesondere handgehaltenes Elektrowerk- zeug vorgeschlagen, welches wenigstens eine Zerstäubereinheit zur Abgabe eines Fluids für die Kühlung und/oder Schmierung eines Materialbearbeitungsvor- gangs aufweist. Das Minimalmengenschmiersystem umfasst mindestens eine
Schwingeinheit, eine Elektronikeinheit zum Beaufschlagen der wenigstens einen Schwingeinheit mit wenigstens Steuer- und/oder Regelsignalen, eine Betriebsspannungseinheit zur Bereitstellung einer elektrischen Energieversorgung der Elektronikeinheit, einen Vorratsbehälter für das Schmiermittelfluid, wenigstens eine Düse, die der wenigstens einen Schwingeinheit zur Zuführung und zur Zerstäubung des Schmiermittelfluids in einem Werkzeugarbeitsbereich zugeordnet ist. Eine Fluidzuleitung verbindet den Vorratsbehälter zur selbstansaugenden, insbesondere kapillarwirkenden Zuführung des Schmiermittelfluids mit der Schwingeinheit und zumindest ein zumindest teilweise durch die Schwingeinheit verlaufender Fluidkanal verbindet die Schwingeinheit zur Impulsbeaufschlagung des Schmiermittelfluids mit der Düse. Die mindestens eine Schwingeinheit umfasst ein Volumen mit anregungsaktiven Material, welches im Betrieb von der Betriebsspannungseinheit elektrisch versorgt ist und von der Elektronikeinheit gesteuert oder geregelt ist, so dass das Schmiermittelfluid in dem Fluidkanal mit ei- nem Zerstäubungsimpuls beaufschlagbar ist.
Durch die Ultraschallzerstäubung kann eine feine Zerstäubung bei geringem Tröpfchendurchmesser erreicht werden. Durch die selbstsaugende Wirkung der Fluidzuleitung kann auf eine Pumpe verzichtet werden. Die Kühlwirkung kann in- stantan, d.h. ohne Vor- oder Nachlaufzeit zu- und abgeschaltet werden und weist keine Ansprechzeit auf. Durch eine variable Ansteuerung der Schwingungseinheit kann eine exakte und minimale Volumendosierung bereitgestellt werden. Der geringe Betriebsenergieverbrauch und die geringen Anforderungen an weitere Anbauteile ermöglicht einen vorteilhaften Einsatz des Systems in mobilen Arbeitswerkzeugen, insbesondere in handgehaltenen Elektrowerkzeugen. Eine einfache Reinigung des Systems kann aufgrund der großen Kanalquerschnitte durchgeführt werden. Dabei kann die Schwingeinheit vorteilhaft einen Ultraschallanregungsaktor umfassen. Das Schwingungssystem der Schwingeinheit, das eine mechanische Schwingungsfrequenz erzeugt, umfasst neben dem anregungsaktiven Material angekoppelte Komponenten, die den Ultraschall verstärken (Booster) und zu einem Wirkungsort übertragen (Sonotrode). Es können mehrere Schwingeinheiten mit gleicher oder unterschiedlicher Anregungsfrequenz betrieben werden, die dazu dienen, eine oder mehrere Fluidnebel mit unterschiedlichen Tröpfchengrößen zu erzeugen.
Das Minimalmengenschmiersystem erlaubt eine feine Zerstäubung mit beson- ders geringem Tröpfchendurchmesser im Bereich von höchstens 200 μηη, insbesondere im Bereich von höchstens 70 μηη. Das Sprühen erfolgt praktisch geräuschlos. Die Ultraschallzerstäubung kann unabhängig von einem gegebenenfalls vorhandenen Luftstrom erfolgen, so dass dieser Luftstrom spezifisch für den optimalen Transport der Fluidtröpfchen ausgelegt werden kann. Hierdurch ist die Fluidabgabe gleichmäßiger und der Fluidnebel kann gezielt geführt werden, wobei unerwünschte Kühlschmiermittelspritzer reduziert und gegebenenfalls komplett vermieden werden können. Da die Ultraschallzerstäubung des Fluids zudem unabhängig von der Medienzuführung erfolgt, können trotz der geringen Tröpfchengröße relativ große Zuführungs-Kanalquerschnitte im Bereich bis 2 mm, ty- pisch bis 1 mm zur Förderung des Fluids zum Zerstäuber gewählt werden, so dass eine Reinigung der Kanäle vereinfacht wird. Es können daher auch Fluide mit relativ großer Viskosität eingesetzt werden.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterentwicklung der Erfindung kann die Elektronik- einheit ausgebildet sein, um die wenigstens eine Schwingeinheit in einer Resonanzfrequenz f_res zu betreiben, wobei vorzugsweise die Elektronikeinheit eine Regeleinheit mit Frequenzanpassung zur Nachführung der Resonanzfrequenz der wenigstens einen Schwingeinheit umfasst, um die wenigstens eine Schwingeinheit in einer Resonanzfrequenz zu betreiben, wodurch eine möglichst hohe Leistungsausbeute erreicht und eine kompakte Bauweise der wenigstens einen
Schwingeinheit ermöglicht werden kann. Hierzu kann eine ausreichend hohe Güte der Schwingeinheit, bzw. des Schwingungssystems, ausgenutzt werden, um mit hoher Effizienz und geringem Energieverbrauch eine hohe mechanische Ausgangsleistung zur Verfügung zu stellen, wobei die Güte des ungedämpften Schwingungssystems Werte von typischerweise über 100 bis über 500 erreichen kann. Wird die Elektronikeinheit mit einer Regeleinheit versehen, die der Fre- quenzanpassung zur Nachführung der Resonanzfrequenz der wenigstens einen
Schwingeinheit dient, so kann die Resonanzfrequenz kontinuierlich angepasst werden, wenn zum Beispiel wegen einer unterschiedlichen Viskosität des abzugebenden Fluids oder unterschiedlichen Einsatzbedingungen, wie etwa bei niedrigen oder hohen Einsatztemperaturen oder Laständerungen sich die Resonanz- frequenz der wenigstens einen Schwingeinheit ändert. Damit wird im Betrieb stets eine optimale Leistungsausbeute ermöglicht.
Gemäß einer günstigen Weiterbildung der Erfindung kann das anregungsaktive Material zumindest einer Schwingeinheit piezoelektrisch oder magnetostriktiv ausgebildet sein, wobei vorzugsweise die wenigstens eine Schwingeinheit an ihrem freien Ende eine Schwingungsamplitude im Bereich von 2 μηη bis 200 μηη erreichen kann. Somit kann das anregungsaktive Material zumindest einer
Schwingeinheit ein piezoelektrisches Material sein, insbesondere eine Piezoke- ramik, so dass sich bei Anlegen einer elektrischen Spannung das piezoelektri- sehe Material verformt. Alternativ oder auch additiv können ein oder mehrere
Schwingeinheiten auch mittels eines magnetostriktiven Materials angetrieben werden. Diese verformen ihr Volumen durch ein angelegtes magnetisches Feld. Das antreibende magnetische Feld kann mittels einer stromdurchflossenen Magnetspule und mittels eines Eisenkerns an das magnetostriktive Material abgege- ben werden. Somit lässt sich der Anregungsaktor als piezoelektrischer Lange- vinschwinger oder als Magnetostriktionsschwinger ausbilden. Dabei ist es insbesondere weiterhin vorteilhaft, wenn die wenigstens eine Schwingeinheit an ihrem freien Ende eine Schwingungsamplitude im Bereich von 2 μηη bis 200 μηη erreichen kann. Eine entsprechend hohe Schwingamplitude ist vorteilhaft für eine effi- ziente Tröpfchenerzeugung im Fluidstrom und damit für einen feinen Nebel des
Fluids.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann die Betriebsfrequenz der wenigstens einen Schwingeinheit im Bereich zwischen 10 kHz und 1000 kHz, vorzugsweise zwischen 15 kHz und 60 kHz, besonders bevorzugt über 20 kHz, insbesondere zwischen 35 kHz und 45 kHz, etwa bei 40kHz, liegen. Aufgrund einer Anregungsfrequenz im Ultraschallbereich sinkt mit steigender Frequenz die Baugröße der Anregungskomponenten bei jedoch zunehmender mechanische Belastung des Schwingungssystems, wobei sich im ausgewählten Frequenzbereich vorteilhafte Größenverhältnisse bei hoher Ausgangsleistung mit günstigem Gewicht des Minimalmengenschmiersystems ergeben, was die Anwendung als handgehaltenes Minimalmengenschmiersystem bzw. bei der Integration in einem handgehaltenen Arbeitswerkzeug erleichtert.
Vorteilhaft kann eine Menge an abzugebendes Kühlschmierfluids mittels einer Zeittaktregelung durch die Elektronikeinheit einstellbar sein. So ist denkbar, dass die Elektronikeinheit zur Regelung eines Fluidabgabevolumens eine taktbare Anregung der Schwingungseinheit insbesondere mit einer Periodendauer von 10- 5000ms, bevorzugt 50 bis 1200ms vornehmen kann. Eine einfache Zeittaktregelung der Fluidabgabemenge kann auf mechanische Dosiermittel verzichten, wobei eine hochpräzise und effiziente Fluidabgabe durch eine elektronische An- steuerreglung der Schwingungseinheit ermöglicht werden kann.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann zur Richtungsaufprägung und/oder zur Aufweitung des Fuidnebels ein durch ein Gebläse erzeugter Luftstrom eingesetzt sein, der in der Düse geführt sein kann. Der Luftstrom unter- stützt die Zerstäubung des Fluidnebels und lenkt diesen auf die zu kühlende und/oder zu schmierende Bearbeitungsstelle, so dass ein geringer Fluideinsatz, eine hohe Kühl- und Schmierwirkung und eine geringe Verschmutzung außenliegender Werkzeug- und Werkstückbereiche ermöglicht wird. Gemäß einer weitern vorteilhaften Weiterbildung kann die Düse und/oder der
Fluidkanal und/oder die Fluidzuleitung zur Beeinflussung eines Fluidabgabevolumens und bevorzugt zur Erzielung einer Kapillarwirkung zumindest eine Querschnittsverjüngung umfassen, und/oder der Fluidkanal ein- oder mehrfach gewinkelt oder gebogen durch die Schwingeinheit verlaufen. Eine Querschnittsver- jüngung reguliert den Volumenstrom und kann durch den verringerten Querschnitt Kapillarkräfte sowohl ein Rückfliesen als auch ein selbständiges Ausfließen des Fluids verhindern. Dabei ist denkbar, die Querschnittsverjüngung anpassbar, insbesondere elektrisch oder mechanisch regelbar beispielsweise mittels einer elektrisch oder mechanisch wirkenden Drossel, Ventil oder dergleichen auszugestalten, um aktiv eine Volumenstromregelung und/oder eine Kapillarwirkung einstellbar zu machen. Eine einfache oder mehrfache Abwicklung oder gebogenen Ausgestaltung des Fluidkanals kann eine verbesserte Impulsübertra- gung von Schwingungseinheit auf das zu zerstäubende Fluid sicherstellen, sowie ein höheres Durchflussvolumen ermöglichen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung kann die Fluidzuleitung in Schwingungsachsenrichtung an die Schwingeinheit angekoppelt sein, oder die Fluidzuleitung im wesentlichen rechtwinklig zur Schwingungsachsenrichtung im Bereich eines Schwingungsknotens an die Schwingeinheit angekoppelt sein. Eine axiale Ankopplung der Fluidzuleitung in Schwingungsachsenrichtung ermöglicht eine einfache Einkopplung des Fluids in den pulsierenden Bereich der Schwingungseinheit, bei der der Fluidkanal nur geringen mechanischen Belastungen ausgesetzt wird. Des weiteren ist eine seitliche, im wesentlichen rechtwinklige Einkopplung an einer Schwingungsknotenstelle denkbar, an der eine mögliche Lagerstelle der Schwingungseinheit angeordnet ist, wobei der Fluidkanal kaum mechanisch belastet wird.
In einem nebengeordneten Aspekt betrifft die Erfindung eine Werkzeugmaschine oder ein handgehaltenes Arbeitswerkzeug, insbesondere ein handgehaltenes E- lektrowerkzeug, die bzw. das ein erfindungsgemäßes Minimalmengenschmiersystem umfasst, wobei das Minimalmengenschmiersystem zur Kühlung und/oder Schmierung eines Werkzeugarbeitsbereichs in einem Gehäuse der Werkzeugmaschine bzw. des Arbeitswerkzeugs umfasst ist. Somit wird vorgeschlagen, ein erfindungsgemäßes Minimalmengenschmiersystem in eine bereits bekannte Werkzeugmaschine zu integrieren, wobei eine solche Werkzeugmaschine oder ein handgehaltenes Elektrowerkzeug beispielsweise eine Drehmaschine, Fräsmaschine, Stichsäge, Kreissäge, Säbelsäge, Winkelschleifer, Ständer- oder handgehaltene Bohrmaschine, Schlagbohrmaschine, Bohrhammer, Diamantbohrsystem, Gravurschleifsystem oder ein vergleichbares materialabtragendes oder materialbearbeitendes Werkzeugmaschinensystem sein kann.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterentwicklung der erfindungsgemäßen Werkzeugmaschine oder des handgehaltenen Elektrowerkzeugs kann die Werkzeugmaschine oder das Elektrowerkzeug zumindest eine Schwingeinheit zur Erzeugung zumindest einer Werkzeugarbeitsbewegung umfassen, wobei die Schwingeinheit gleichzeitig zum Betrieb des Minimalmengenschmiersystems ausgelegt ist. Hierzu wird vorteilhaft das Vorhandensein einer Ultraschallschwingungseinheit, die zur Bereitstellung zumindest einer Arbeitsbewegung bereits in der Werkzeugmaschine bzw. in dem handgehaltenen Elektrowerkzeug vorhanden ist, zur Erzeugung eines Zerstäubungsimpulses des Fluids ausgenutzt. In der Werk- zeugsonotrode mit eingespanntem oder angekoppeltem Werkzeug können ein oder mehrere Fluidkanäle angeordnet oder geeignet befestigt sein, die zur Zerstäubung des Fluids geeignet sind. Beispielhaft kann solch ein Minimalmengen- schiersystem in eine ultraschallangetriebene Werkzeugmaschine oder in einem ultraschallangetriebenen und handgehaltenen Elektrowerkzeug wie Ultraschallmesser, Ultraschallbohrer, Ultraschallfliesenschneidsystem, Ultraschallpoliersystem, Ultraschallschleifsystem oder ähnliches integriert werden. Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterentwicklung kann die Werkzeugmaschine oder das Elektrowerkzeug ein rotierbares Werkzeug umfassen und zumindest die Schwingeinheit mit Düse am oder im Werkzeug mitrotierbar angeordnet sein, wobei bevorzugt die Fluidzuleitung die Schwingeinheit über eine rotierbare Medienkupplung mit einem außerhalb des Werkzeugbereichs befindli- chen Vorratsbehälter verbindet, um eine innere Fluidzuführung bereitzustellen.
Hierbei kann die rotierende Werkzeugbewegung konventionell, beispielsweise mittels eines Elektromotors erzeugt werden. Eine rotierbare Medienkupplung kann Fluid eines Vorratsbehälters aus einem stationären Werkzeugbereich in einen inneren Kanal eines rotierenden Werkzeugs, beispielsweise eine Frässchei- be oder einen Bohrer leiten. Die Impulsbeaufschlagung kann im stationären Bereich mittels einer Leistungsultraschallschwingungseinheit erfolgen, wobei die Schwingungseinheit auch im rotierenden Bereich angeordnet sein kann.
In einem weiteren nebengeordneten Aspekt betrifft die Erfindung ein Nachrüst- System für eine Werkzeugmaschine, die ein erfindungsgemäßes Minimalmen- genschmiersystem umfasst, wobei das Nachrüstsystem zur Kühlung und/oder Schmierung eines Werkzeugarbeitsbereichs an einer Werkzeugmaschine nach- rüstbar angeordnet oder befestigt werden kann. Somit ist ein variables Minimal- mengenschmiersystem vorgeschlagen, dass nachrüstbar an konventionelle Werkzeugmaschinen oder handgehaltene Arbeitswerkzeuge angeordnet oder befestigt werden kann. Das Nachrüstsystem kann elektrisch autark aktivierbar sein, allerdings ist ebenfalls denkbar, das System an die Elektrik der Werkzeugmaschine bzw. des handgehaltenen Elektrowerkzeug anzuschließen, um eine Aktivierung bzw. Deaktivierung mit dem Werkzeugeinsatz zu synchronisieren.
Zeichnungen Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung. In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Die Zeichnungen, die Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann wird die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen.
Es zeigen in schematischer Darstellung:
Fig. 1 ein Minimalmengendosiersystem nach dem Stand der Technik;
Fig. 2 eine Prinzipdarstellung eines zweiten und dritten Minimalmen- genschmiersystem nach dem Stand der Technik für eine äußere und innere Schmierung bzw. Kühlung;
Fig. 3 ein erstes Ausführungsbeispiel eines handgehaltenen Elektro- werkzeugs mit Minimalmengenschmiersystems im Längsschnitt; Fig. 4 ein zweites Ausführungsbeispiel eines handgehaltenen Elektro- werkzeugs mit Minimalmengenschmiersystem im Längsschnitt; Fig. 5 eine Detaildarstellung einer Düse des Ausführungsbeispiels der
Fig. 4;
Fig. 6 eine Blockdarstellung eine beispielhafte Ansteuerschaltung eines
Minimalmengenschmiersystems;
Fig. 7 ein Ausführungsbeispiel eines externen Minimalmengenschmiersystem zur Schmierung und Kühlung eines Sägeblatts;
Fig. 8 Prinzipdarstellung zweier weiterer Ausführungsbeispiele eines internen Minimalmengenschmiersystems für ein handgehaltenes Elektrowerkzeug mit Schwingungseinheit;
Fig. 9 eine Perspektivdarstellung eines handgehaltenen Elektrowerk- zeugs mit Minimalmengenschmiersystem;
Fig. 10 eine stationäre Werkzeugmaschine mit einem nachgerüsteten
Ausführungsbeispiel eines Minimalmengenschmiersystem.
Ausführungsform der Erfindung
In den Figuren sind gleiche oder gleichartige Komponenten mit gleichen Bezugszeichen beziffert.
Die Figuren 1 und 2 stellen aus dem Stand der Technik bekante Minimalmen- genschmiersysteme zur Kühlung und/oder Schmierung eines Bohrerwerkzeugs 98 einer Ständerbohrmaschine 90 dar. In Fig. 1 ist ein autark arbeitendes Mini- malmengenschmiersystem 10 dargestellt, dass ein Kühlmittelfluid an die Bohrstelle des Werkzeugarbeitsbereichs 94 einer Ständerbohrmaschine 90 abgibt. Das Schmiersystem 10 kann flexibel an verschiedene Werkzeugmaschinen 90 zur Kühlung und/oder Schmierung beigestellt werden. Die Zerstäubung erfolgt mittels Druckluft, die durch einen externen Kompressor erzeugt und in die Zerstäuberdüse eingekoppelt wird. Figuren 2a und 2b stellen in Prinzipdarstellungen eine äußere bzw. innere Minimalmengenschmierung dar. Während in Fig. 2a die Fluidzerstäubung am Werkzeugarbeitsbereich 94 durch eine externe Düse 50 erfolgt, wobei das Fluid 30 mittels eines Fluidkanals 56 zugeführt wird, erfolgt die Schmiermittelfluidzuführung in Fig. 2b durch eine Hohlspindel innerhalb des
Bohrwerkzeugs 98, wobei das Fluid 30 aus einem stationären Werkzeugbereich durch eine Fluidzuleitung 48 mittels einer Medienkupplung 46 in den rotierenden Bohrerbereich überführt wird und unmittelbar am Bohrort austreten kann. Die Figur 3 stellt ein erstes Ausführungsbeispiel eines handgehaltenen Elektro- werkzeugs 92 mit integriertem Minimalmengenschmiersysteme dar, wobei das Elektrowerkzeug 92 konventionell mittels eines Elektromotors 104 angetrieben wird. Das Elektrowerkzeuge 92 kann ein Ultraschallbohrsystem sein. Die bei der Bearbeitung entstehende Wärme an der Spitze des Bohrwerkzeugs 98 wird durch die Zerstäubung eines Schmiermittelfluids 30 aus einem Vorratsbehälter
32 abgeführt. Hierbei rotiert die Werkzeugspitze 98 in der durch einen Pfeil dargestellten Werkzeugarbeitsbewegungsrichtung 96. Der Vorratsbehälter 32 ist in dem Elektrowerkzeuge 92 integriert und führt das Schmiermittelfluid 30 über eine Fluidzuleitung 48 aus einem stationären Werkzeugbereich durch eine Medien- kupplung 46 in einen inneren Fluidkanal 34, 56 des Werkzeugs 98. Die Werkzeugarbeitsbewegung 96 wird mittels eines Elektromotors 104 erzeugt, wobei in longitudinaler Arbeitsrichtung 98 hochfrequente Longitudinalbewegungen in eine Schwingungsachsenrichtung 100 durch eine Schwingungseinheit 58 erzeugt werden, um eine Fluidzerstäubung zu ermöglichen und gegebenenfalls eine "Bohrhammerwirkung" zu erzielen. Das Schmiermittelfluid 30 tritt durch eine Düse 50 am Werkzeugkopf 98 aus und bewirkt eine Schmierung und Kühlung des Arbeitsbereichs 94. Die übrigen Komponenten des in der Figur 3 dargestellten ersten Ausführungsbeispiels werden in Zusammenhang mit dem in Figur 4 dargestellten Ausführungsbeispiel näher erläutert, allerdings mit dem Unterschied dass das Werkzeug 92 keinen Booster 58b und keine Sonotrode 58c umfasst, sondern lediglich eine Schwingungseinheit 58 mit Konverter 58a, der aus anre- gungsaktiven Piezoscheiben, die zwischen zwei Metallteilen eingespannt sind, besteht.
Die Figuren 4 und 5 zeigen eine zweite Ausführung eines handgehaltenen Elekt- rowerkzeugs 92 mit integrierter Schwingungseinheit 58 zur Erzeugung einer Arbeitsbewegung. Die Schwingungseinheit 58 bildet gleichzeitig ein Teil des Mini- malmengenschmiersystems 10, welches aus einer Düse 50 einen feinen Nebel eines Fluids 30 zur Kühlung oder Schmierung eines Arbeitsbereichs 94 abgibt. Fig. 4 zeigt einen Überblick über das Elektrowerkzeug 92 in Seitenansicht und Fig. 5 stellt ein Detail der Düse 50 dar. Das Elektrowerkzeug 92 ist z.B. als Gravurwerkzeug ausgebildet, mit dem Werkstückoberflächen angeritzt werden können. Das Elektrowerkzeug 92 weist ein Gehäuse 20 auf, das ein Griffteil 22 und ein Maschinenteil 24 aufweist. Das Griffteil 22 kann von einem Anwender bequem in der Hand gehalten werden, wobei dies so angeordnet ist, dass ein Schwerpunkt des Elektrowerkzeugs 92 im Bereich des Griffteils liegt. Im Maschinenteil 24 ist eine Schwingeinheit 58 sowie eine Elektronikeinheit 60 zum Beaufschlagen der Schwingeinheit 58 mit wenigstens Steuer- und/oder Regelsignalen angeordnet. Ferner umfasst das Elektrowerkzeug 92 eine Betriebsspannungseinheit 70, die innerhalb des Gehäuses 20 angeordnet ist, beispielsweise einen Akkumulatorpack 16 zur netzlosen Versorgung der Elektronikeinheiten 14 und 60. Die Batte- riespannungs- und Elektronikeinheit 60 ist mit der Schwingeinheit 58 verbunden, in welcher ein Konverterbereich mit anregungsaktivem Material 18, z.B. piezo- elektrisches oder magnetostriktives Material, angeordnet ist. Wird das anregungsaktive Material 18 der Schwingeinheit 58 mit elektrischen Signalen beaufschlagt, so wird in dem anregungsaktiven Material 18 eine hochfrequente mechanische Schwingung angeregt, die auf ein freies Ende 54 der Schwingeinheit 58 in der Düse 50 übertragen wird, so dass neben der Arbeitsschwingung der Werkzeugsonotrode 98 ein im Zuführkanal 34 der Schwingeinheit 58 zugeführtes
Kühl- und Schmiermittelfluid 30 in der Düse 50 in feinste Tröpfchen zerteilt wird. Am Maschinengehäuse 24a ist eine Schnittstelle 38 für einen Vorratsbehälter 32 für das Fluid 30 vorgesehen, z.B. eine Schnellkupplung, auf das der Vorratsbehälter 32, etwa ein Vorratsbehälter, aufgesteckt werden kann. Damit ist ein au- tarkes Arbeiten mit dem Elektrowerkzeug 92 möglich. Der Vorratsbehälter 32 kann auch wie in Fig. 3 fest mit dem Elektrowerkzeug 92 verbunden sein. Optio- nal kann auch ein Anschluss für einen stationäre Vorratsbehälter 32 vorgesehen sein, etwa eine Schlauchkupplung.
Die ausgeführte Schwingeinheit 58 umfasst ein System aus Sonotrode 58c, Booster 58b und Konverter 58a zur Anpassung und Übertragung der hochfrequenten mechanischen Schwingung. Alternativ kann die Schwingeinheit 58 nur aus einem einzelnen Konverter bestehen. Je nach Nutzervorgabe kann das Mi- nimalmengenschmiersystem 10 zusammen mit der Werkzeugsonotrode 50 mittels eines Bedienteils 28 ein- und ausgeschaltet werden. Das Bedienteil 28 kann für das elektrische Ein- und Ausschalten der Elektronikeinheit sowie zur Freigabe des Fluids 30 in die Düse 50 ausgebildet sein, etwa durch zwei Schalter, etwa einen Ein/Ausschalter und einen Freigabeschalter, die in Kombination betrieben werden. Daneben ist die Anordnung eines Temperatursensors im Werkzeugkopf denkbar, der das Minimalmengenschmiersystem bei Temperaturüberschreitung zur Kühlung aktivieren kann. Die Elektronikeinheit 60 kann vorteilhaft ausgebildet sein, um die wenigstens eine Schwingeinheit 58 in einer Resonanzfrequenz f_res zu betreiben, wobei vorzugsweise die Elektronikeinheit 60 eine Regeleinheit 68 mit Frequenzanpassung zur Nachführung der Resonanzfrequenz f_res der wenigstens einen Schwingeinheit 58 umfasst.
Die Schwingeinheit 58 kann an ihrem freien Ende 54 eine Schwingamplitude im Bereich von 2 μηη bis 200 μηη erreichen. Das freie Ende 54 ragt in Luftzuführungskanäle 44 der Düse 50 hinein und zerstäubt dort das Fluid 30 in feinste Tröpfchen. Das Fluid kann mittels Schwerkraft aus dem Vorratsbehälter 32 in ei- nen von der Fluidzuleitung 48 umfassten Zuführungskanal 34 von hinten durch die Schwingeinheit 58 oder alternativ durch einen Kanal 36 seitlich zugeführt werden, um im Inneren des freien Schwinger-Endes 54 zur Düse 50 geführt zu werden. Das Fluid 30 kann durch einen Luftstrom 42, 44 der von einem Gebläse 40 erzeugt ist, von der Düse 50 wegbefördert werden. Das Gebläse 40 kann bei- spielsweise an einer der Düse 50 gegenüberliegenden Seite des Maschinengehäuses 24a angeordnet sein. Der Luftstrom 42, 44 kann zur Richtungsaufprägung und/oder zur Aufweitung des Fluidnebels eingesetzt sein. Zum Transport des Fluids 30 zur Düse 50 wird ein selbstansaugender Effekt bedingt durch die Erdanziehung oder durch eine Kapillarwirkung der Fluidzuleitung 48 ausgenutzt. Die Betriebsfrequenz der Schwingeinheit 58 liegt beispielsweise im Bereich zwischen 10 kHz und 1000 kHz, vorzugsweise zwischen 15 kHz und 60 kHz, vorzugsweise über 20 kHz, insbesondere bei etwa 40 kHz. Dies ermöglicht eine vor- teilhaft kompakte Bauweise des Elektrowerkzeugs 92, da die Schwingeinheit 58 in ihrer Längserstreckung 58L an die Wellenlänge λ der Erregerfrequenz des anregungsaktiven Materials 18 angepasst werden kann. Fig. 6 zeigt ein schematisches Diagramm der Verknüpfung der einzelnen Betriebseinheiten eines ultraschallangeregten Minimalmengenschmiersystems 10, das in einer Werkzeugmaschine 90 oder in einem Arbeitswerkzeug, insbesondere in einem Elektrowerkzeug 92 integriert oder zusätzlich angebaut sein kann. Schematisch betrachtet umfasst das ultraschallangeregten Minimalmengen- schmiersystem 10 eine Betriebsspannungseinheit 70, die eine elektrische Betriebsspannung zum Betrieb des Minimalmengenschmiersystems 10 zur Verfügung stellt. Die Betriebsspannungseinheit 70 umfasst ein Netzspannungsmodul 72, 74, das aus einer Spannung aus dem öffentlichen Spannungsnetz, beispielsweise einer 240 Volt Wechselspannung, eine geeignete Gleichspannung, z.B. 24 oder 12 Volt, erzeugen kann, wobei die Betriebsspannungseinheit 70 sowohl zur Versorgung des Minimalmengenschmiersystems 10, als auch zur Spannungsversorgung des handgehaltenen oder stationären Werkzeugs 90, 92 dienen kann. In einer anderen Ausführungsform umfasst die Betriebsspannungseinheit 70 anstelle der Komponenten 72, 74 ein Akkuspannungsmodul 76, das die Spannungsversorgung mittels eines Akkumulatorpacks 16 oder einer Batterie bereitstellt. An der Betriebsspannungseinheit 70 ist eine Elektronikeinheit 60 angeschlossen, in der sich eine Regeleinheit 68 befindet. Die Regeleinheit 68 erzeugt elektrische Regel- und/oder Steuersignale zum Betrieb der Schwingeinheit 58. Hierzu kann die Regeleinheit 68 eine Rückkopplungsfunktion aufweisen, um eine Resonanzfrequenz des mechanischen Antriebssystems der Schwingeinheit
58 bei sich ändernden Resonanzbedingungen nachzuführen und eine frequenz- angepasste Spannungsversorgung zum Betrieb der Schwingeinheit 58 zur Verfügung zu stellen. Die Regeleinheit 68 ist an eine Leistungsstufe 64 und ein entsprechendes Anpassungsnetzwerk 66 angeschlossen.
In der Fig. 7 ist eine Prinzipdarstellungen eines Detailbereichs einer Stichsäge 92 mit Sägeblatt 98 zum Sägen eines Werkstücks dargestellt. Das Sägeblatt 98 bewegt sich in einer durch eine Doppelpfeil dargestellten Werkzeugarbeitsbewe- gungsrichtung 96 auf und ab. Im Werkzeugarbeitsbereich 94 wird ein Kühl- und Schmiermittelfluid 30 mittels einer Düse 50 eines Minimalmengenschmiersystems 10 eingebracht. Das Minimalmengenschmiersystem 10 ist über eine Fluid- zuleitung 48 mit einem externen Vorratsbehälter 32 verbunden. Die Schwin- gungseinheit 58 umfasst einen Konverter und wird mittels einer Betriebsspannungseinheit 70 und einer Elektronikeinheit 60 in Schwingungen versetzt. Das Schmiermittelfluid 30 durchfließt die Schwingungseinheit 58 mittels eines Zuführungskanals 34, wobei an der Düse 50 eine Querschnittsverjüngung 78 angeord- net ist, um eine Kapillarwirkung zu erzielen. Der Zerstäubungsnebel des Fluids
30 tritt an der Düsenöffnung 50 aus und kühlt den Sägebereich.
In der Fig. 8 sind zwei Varianten eines internen Minimalmengenschmiersystems 10, das in einem ultraschallbetriebenen Elektrowerkzeug 92 integriert ist, prinzi- pienhaft dargestellt. Das Werkzeug 98 wird durch das zerstäubte Fluid 30, dass über eine oder mehrere Düsen 50 am Werkzeugkopf vernebelt wird, gekühlt. In dem Elektrowerkzeug 92 ist bereits eine Schwingungseinheit 58 zur Erzeugung der Werkzeugarbeitsbewegung 96 in Schwingungsachsenrichtung 100 integriert. Die dargestellte Schwingungseinheit 58 umfasst einen Konverter 58a, einen Booster 58b und eine Sonotrode 58c, kann allerdings auch aus nur einem Konverter bestehen. Diese Schwingungseinheit 58 wird vorteilhaft zur Generierung eines Zerstäubungsimpulses 62 genutzt, indem ein Fluid 30 durch einen seitlichen Fluidzuführungskanal 36, der an einem Schwingungsknoten 102 der Schwingungseinheit 58 angeordnet ist, Fluid 30 durch die Schwingungseinheit 58 leitet. Das Fluid 30 nimmt entlang des Fluidkanals 56 den Zerstäubungsimpuls
62 auf, und wird an der Stirnfläche der Sonotrode 58c durch die Düse 50 zerstäubt. Fig. 8a stellt einen Fugenmeißel 92 dar, wobei ein meißeiförmiges Werkzeug 98 in linear oszillierende Schwingungen 96 durch die Schwingungseinheit 58 versetzt wird, die zugleich den Zerstäubungsimpuls 62 zur Zerstäubung des Fluids 30 ausüben. In Fig. 8b ist eine Gravurnadel 98 dargestellt, wobei diese durch mehrere Düsen 50 gekühlt wird, die durch eine mehrfache Abwinkelung und Aufspreizung des Fluidkanals 56 ausgebildet sind, wodurch der Zerstäubungsimpuls 62 besser aufgenommen und feiner verteilt abgegeben werden kann. Hierzu sind an der Stirnfläche des Schwingers 58 mehrere Düsenöffnun- gen 50 angeordnet. Alternativ kann der Zuführungskanal 36 nicht seitlich, sondern axial von hinten erfolgen.
Die Fig. 9 stellt perspektivisch ein Ultraschallwerkzeug 92 mit integriertem Mini- malmengenschmiersystem dar, wie es in der Fig. 8 prinzipienhaft dargestellt ist. Das ultraschallangetriebene Elektrowerkzeug 92 dient zum Schneiden von harten Materialien wie Fliesen oder Glas, wobei prozessbedingt eine hohe Reibungshitze entsteht. Zur Erhöhung der Lebensdauer, Verbesserung der Bearbei- tungsqualität und Senkung von Betriebskosten ist eine Kühlung des Werkzeugarbeitsbereichs 94 mittels eines Minimalmengenschmiersystems 10 vorgesehen. Das Fluid 30 ist in einem Vorratsbehälter 32 im oberen Gehäusebereich der handgehaltenen Elektrowerkzeugmaschine 92 untergebracht und kann nachgefüllt werden. Die Arbeitsschwingungseinheit 58 erzeugt ebenfalls den zur Zerstäubung notwendigen Zerstäubungsimpuls 62, wobei das Fluid 30 seitlich in die Schwingungseinheit 56 durch eine Fluidzuleitung 36, 48 eingeleitet und am Werkzeugkopf 98 über eine Düse 50 abgegeben wird.
Vorteilhaft kann das Minimalmengenschmiersystem 10 autark aufgebaut und somit variabel an Bearbeitungsbereichen verschiedener Arbeitswerkzeuge oder Werkzeugmaschinen 90 angeordnet werden. Es kann beispielsweise als Nach- rüstsystem an einer Werkzeugmaschine 90 angeordnet werden. So zeigt Fig. 10 eine Ständerbohrmaschine 90, an der ein Minimalmengenschmiersystem 10 angeordnet ist, das Fluid 30 am Bohrerkopf zur Kühlung und Schmierung des Bohrvorgangs abgeben kann. Das Nachrüstsystem umfasst einen nachfüllbaren Vorratsbehälter 32, sowie eine Schwingungseinheit 58, die batterie- oder netzbetrieben das Fluid 30 innerhalb des Fluidkanals 56 mit einem Zerstäubungsimpuls 62 beaufschlagt. Das Nachrüstsystem ist mittels einer geeigneten und anpassbaren Schmiersystembefestigung 108 so an die Werkzeugmaschine 90 befestigbar, dass der Zerstäubungsnebel des Fluids 30 exakt an der Spitze des Bohrwerkzeugs 98 abgegeben wird.
Mittels der Erfindung wird zum einem eine Technologie zum sauberen, sicheren und absolut geräuschfreien Kühlen und Schmieren eines Materialbearbeitungsvorgangs durch ein Kühl- und/oder Schmierfluids 30 bereitgestellt, zum anderen ein energiesparendes und kompaktes Minimalmengenschmiersystem 10 mit einem innovativen Antriebskonzept vorgeschlagen.
Next Patent: OPTOELECTRONIC COMPONENT AND METHOD FOR PRODUCING AN OPTOELECTRONIC COMPONENT
