Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
MIXTURE AND METHOD FOR PRODUCING A FIBER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/100777
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a mixture for producing a fiber or a molded part, said mixture containing at least one polymer solution, in particular a cellulose solution, and an adsorbing agent, wherein said mixture comprises a removable resisting agent for the adsorbing agent. The polymer solution also can be used as a resisting agent. In order to produce a fiber or a molded part, an adsorbing agent is mixed with a polymer solution, in particular a cellulose solution, wherein a removable resisting agent is applied to the adsorbing agent before or during the mixing process and wherein the resisting agent is removed after the fiber has been spun or after the molded part has been molded. Alternatively or in addition thereto, the invention relates to a method for producing a fiber or a molded part, an adsorbing agent, in particular activated charcoal, being mixed with a polymer solution, in particular a cellulose solution, said method being characterized in that the polymer is acetylated after the fiber has been spun or the molded part has been molded.

Inventors:
GLASER, Josef (Spanfeld 8, Helfenberg, A-4184, AT)
Application Number:
AT2011/000085
Publication Date:
August 25, 2011
Filing Date:
February 18, 2011
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
HELFENBERGER IMMOBILIEN LLC & CO TEXTILFORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGS KG (Rohrbacher Straße 6, Helfenberg, A-4184, AT)
GLASER, Josef (Spanfeld 8, Helfenberg, A-4184, AT)
International Classes:
D01F1/10; C08L1/02; D01F2/02; D01F6/00
Attorney, Agent or Firm:
BEER, Manfred et al. (Lindengasse 8, Wien, A-1070, AT)
Download PDF:
Claims:
Ansprüche

Mischung zum Herstellen einer Faser oder eines Formteils, die zumindest eine Polymerlösung, insbesondere eine Celluloselösung, und ein Adsorptionsmittel enthält, gekennzeichnet durch ein entfernbares Reservierungsmittel für das Adsorptionsmittel.

Mischung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Reservierungsmittel gasförmig, insbesondere Stickstoff, ist.

Mischung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Reservierungsmittel Paraffin ist.

Mischung nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Reservierungsmittel fest ist.

Mischung nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Reservierungsmittel flüssig ist.

Mischung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Reservierungsmittel löslich, insbesondere thermisch löslich oder in einem Lösungsmittel löslich oder unter Druck bzw. Vakuum löslich, ist.

Mischung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Adsorptionsmittel aus der Gruppe bestehend aus Aktivkohle, Diamant, Gold, Silber, Keramik, Ruß, Gesteinsmehlen und/oder Mischungen aus zwei oder mehreren dieser Bestandteile auswählbar ist.

Mischung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein organisches Gleitmittel, insbesondere eine Avivage, und/oder anorganisches Gleitmittel, insbesondere Graphit, enthält.

Verwendung einer Mischung nach einem der Ansprüche 1 oder 5 bis 8 zum Herstellen einer Faser oder eines Formteils, wobei die Polymerlösung, insbesondere die Celluloselösung, das entfernbare Reservierungsmittel für das

Adsorptionsmittel ist.

10. Verfahren zum Herstellen einer Faser oder eines Formteils, bei dem ein Adsorptionsmittel mit einer Polymerlösung, insbesondere einer Celluloselösung, vermischt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Adsorptionsmittel mit einem entfernbaren Reservierungsmittel reserviert wird und dass das Reservierungsmittel nach dem Spinnen der Faser bzw. dem Formen des Formteils entfernt wird.

11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Reservierungsmittel nach dem Spinnen der Faser bzw. dem Formen des Formteils gelöst, insbesondere thermisch gelöst oder durch ein Lösungsmittel gelöst oder durch Druck bzw. Vakuum gelöst, wird.

12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11 , dadurch gekennzeichnet, dass Polymer der Faser/des Formteils mit einem Rissbildner, vorzugsweise Schwefelsäure, in Kontakt gebracht wird.

13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Reservierungsmittel mit dem Adsorptionsmittel vermischt wird bevor das Adsorptionsmittel mit der Polymerlösung vermischt wird.

14. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das unreservierte Adsorptionsmittel mit der Polymerlösung vermischt wird

15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass als Reservierungsmittel ein Teil der Polymerlösung, insbesondere eine Celluloselösung, in das Adsorptionsmittel eingebracht wird und dass als Reservierungsmittel verwendetes Polymer nach dem Spinnen der Faser bzw. dem Formen des Formteils acetyliert wird.

16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass Polymer, insbesondere die Cellulose, durch Zugabe von Toluol und Essigsäureanhydrid acetyliert wird.

17. Verfahren nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass das acetylierte Polymer, insbesondere Cellulose-Acetat, gelöst, insbesondere durch ein Lösungsmittel, vorzugsweise Aceton und/oder ein Gemisch aus Dichlormethan und Methanol, gelöst, wird.

18. Verfahren Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das acetylierte Polymer und das Lösungsmittel von der Faser bzw. vom Formteil ausgewaschen werden.

19. -Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass als Adsorptionsmittel Aktivkohle, Diamant, Gold, Silber, Keramik, Ruß, Gesteinsmehle und/oder Mischungen aus zwei oder mehreren dieser Bestandteile verwendet werden.

Verfahren zum Herstellen einer Faser oder eines Formteils, bei dem ein Adsorptionsmittel, insbesondere Aktivkohle, mit einer Polymerlösung, insbesondere einer Celluloselösung, vermischt wird, dadurch gekennzeichnet, dass Polymer nach dem Spinnen der Faser bzw. dem Formen des Formteils acetyliert wird.

Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass Polymer zum Acetylieren mit Toluol und/oder Essigsäureanhydrid und/oder Isopropenyl-Acetat in Kontakt gebracht wird.

22. Verfahren nach Anspruch 20 oder 21 , dadurch gekennzeichnet, dass Polymer mit einem Rissbildner, vorzugsweise Schwefelsäure, in Kontakt gebracht wird.

23. Verfahren nach einem der Ansprüche 20 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass acetyliertes Polymer gelöst wird. 24. Verfahren nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass acetyliertes Polymer durch ein Lösungsmittel, vorzugsweise, Aceton und/oder ein Gemisch aus Dichlormethan und Methanol, gelöst wird.

25. Verfahren nach einem der Ansprüche 20 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass die Faser gewaschen und gegebenenfalls getrocknet wird.

26. Faser oder Formteil, dadurch gekennzeichnet, dass die Faser oder das Formteil aus einer Mischung nach einem der Ansprüche 1 bis 8 hergestellt ist. 27. Faser oder Formteil, dadurch gekennzeichnet, dass die Faser oder das Formteil nach einem Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 19 oder 20 bis 25 hergestellt ist.

Description:
Mischung und Verfahren zum Herstellen einer Faser

Die Erfindung betrifft eine Mischung zum Herstellen einer Faser oder eines Formteils, die zumindest eine Polymerlösung, insbesondere eine Celluloselösung, und ein Adsorptions- mittel enthält.

Des Weiteren betrifft die Erfindung die Verwendung einer solchen Mischung zum Herstellen einer Faser oder eines Formteils. Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Herstellen einer Faser, bei dem ein Adsorptionsmittel mit einer Polymerlösung, insbesondere eine Celluloselösung, vermischt wird.

Adsorptionsmittel sind in der Regel poröse Materialien, die auf Grund ihrer großen Oberfläche Moleküle durch physikalische Kräfte an sich binden. Ein bekanntes Adsorptionsmittel ist beispielsweise Aktivkohle, welches eine hochporöse Struktur aufweist.

Es ist bekannt, textile Flächengebilde aus Fasern, bei denen zumindest die Oberflächen- schicht Aktivkohle aufweist, auf Grund der Adsorptionseigenschaft der Aktivkohle als Schutztextilien zu verwenden. Die Qualität der Faser hängt dabei maßgeblich davon ab, wie viel der porösen Struktur der Aktivkohle genutzt werden kann. Je höher die freie Oberfläche der Aktivkohle an der Faseroberfläche ist, desto besser sind die Adsorptionseigenschaften der Faser insgesamt. Nachteilig bei der Herstellung solcher Fasern aus einer Spinnlösung ist jedoch, dass ein wesentlicher Teil der Oberfläche der Aktivkohle beim Spinnen der Faser "verstopft" wird, so dass nur ein relativ geringer Teil der porösen Struktur der Aktivkohle in der fertigen Faser genutzt werden kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Mischung, eine Verwendung sowie ein Verfahren der eingangs genannten Gattung zur Verfügung zu stellen, mit welchen die Adsorptionseigenschaften von Fasern oder Formteilen verbessert werden.

Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß mit einer Mischung, welche die Merkmale des Anspruches 1 aufweist.

Des Weiteren wird diese Aufgabe erfindungsgemäß mit einer Verwendung gelöst, welche die Merkmale des Anspruches 9 aufweist.

Darüber hinaus wird diese Aufgabe erfindungsgemäß mit Verfahren gelöst, welche die Merkmale des Anspruches 10 oder 20 aufweist. Bevorzugte und vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Mischung zum Herstellen einer Faser oder eines Formteils ein entfernbares Reservierungsmittel für das Adsorptionsmittel aufweist. Weiters ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass Adsorptionsmittel mit einem entfernbaren Reservierungsmittel reserviert wird und dass Reservierungsmittel nach dem Spinnen der Faser bzw. dem Formen des Formteils entfernt, d.h. von Oberfläche von zumindest einem Teil des Adsorptionsmittels entfernt, wird. Die Oberfläche von Adsorptionsmittel an der Oberfläche der fertigen Faser sowie gegebenenfalls zumindest teilweise über den Querschnitt der Faser wird somit wieder freigegeben, womit die poröse Struktur des Adsorptionsmittels in der Faser fast vollständig genutzt werden kann. Laborversuche haben ergeben, dass die nutzbare Oberfläche der Aktivkohle bei einer herkömmlichen Faser bei 15,17 m 2 /g liegt, wogegen erfindungsgemäß die nutzbare Oberfläche der Aktivkohle bei 339,85 m 2 /g, d.h. bei mehr als dem 22-fachen, liegt.

Unter Oberfläche des Adsorptionsmittels, insbesondere der Aktivkohle kann im Rahmen der Erfindung nicht nur die nach außen weisende Fläche des Adsorptionsmittels verstanden werden sondern ebenfalls die innere Oberfläche der porösen Struktur.

Unter„Reservierungsmittel" werden Mittel verstanden, welche die Oberfläche bzw. die poröse Struktur des Adsorptionsmittels vorübergehend "verstopfen" und welche sich aus dem Adsorptionsmittel wieder entfernen lassen, insbesondere nach dem Spinnen der Faser/dem Formen des Formteils entfernen lassen, die Zusammensetzung des Adsorptionsmittels nicht negativ beeinflussen und die Adsorptionseigenschaften des Adsorptionsmittels nach dem Entfernen nicht sättigen. Unter „reservieren" wird ein bewusstes, vorübergehendes Verstopfen bzw. Sättigen der Oberfläche des Adsorptionsmittels verstanden, so dass das Adsorptionsmittel solange es reserviert ist keine anderen Stoffe mehr aufnimmt. Unter "reserviertes bzw. unreserviertes Adsorptionsmittel" wird der Zustand des Adsorptionsmittels verstanden, in welchen das Adsorptionsmittel durch ein Reservierungsmittel vorübergehend "verstopft" ist bzw. nicht durch ein Reservierungsmittel "verstopft" ist. Als Reservierungsmittel kann beispielsweise festes oder flüssiges Paraffin verwendet werden. Es können aber auch andere Stoffe aus der Gruppe der Alkohole bzw. ganz allgemein Stoffe verwendet werden, welche die Zusammensetzung der Spinnlösung nicht negativ beeinflussen bzw. die Spinnlösung in Ihrer Eigenschaft nicht negativ verändern. Vorzugsweise kann das Reservierungsmittel nach dem Spinnen der Faser bzw. dem Formen des Formteils thermisch gelöst oder durch ein Lösungsmittel gelöst werden. Als Lösungsmittel können beispielsweise ionische Flüssigkeiten, N-Methylmorpholine oder N- oxide verwendet werden. Im Rahmen der Erfindung kann als Adsorptionsmittel Aktivkohle, Diamant, Gold, Silber, Keramik, Ruß, Gesteinsmehle und/oder Mischungen aus zwei oder mehreren dieser Bestandteile verwendet werden.

Im Rahmen der Erfindung kann die Polymerlösung mit einem Rissbildner vermischt werden oder die fertige Faser/das fertige Formteil kann mit einem Rissbildner in Kontakt gebracht werden. Als Rissbildner werden Stoffe verstanden, die feine Risse in der Faser/dem Formteil bilden, ohne dass dadurch die Faser bzw. das Formteil maßgeblich nachteilig beeinflusst wird. Als Rissbildner kommen beispielsweise Schwefelsäure, Trockenschwefel, Schwefeleis in Betracht. Die Entfernbarkeit des Reservierungsmittels ist somit nicht nur von der Oberfläche der fertig gesponnenen Faser bzw. des fertigen Formteils möglich. Durch diese feinen Risse kann das Reservierungsmittel in der Praxis über einen Großteil des Querschnitts der Faser entfernt werden.

Eine erste Ausführungsform der Erfindung wird am Beispiel der Herstellung einer Faser wie folgt dargestellt:

Das Reservierungsmittel wird mit dem Adsorptionsmittel, beispielsweise Aktivkohle, vermischt bevor das Adsorptionsmittel mit der Polymerlösung, insbesondere eine Celluloselösung, vermischt wird. Als Reservierungsmittel können gasförmige, feste oder flüssige Mittel verwendet werden, beispielsweise Stickstoff oder Paraffin, welche sich aus dem Adsorptionsmittel wieder entfernen lassen, die Zusammensetzung des Adsorptionsmittels nicht negativ beeinflussen und die Adsorptionseigenschaften des Adsorptionsmittels nicht sättigen. Nach dem Vermischen der reservierten Aktivkohle mit der Celluloselösung und gegebenenfalls mit Additiven, wie zum Beispiel Avivagen und/oder Graphit, kann die Faser aus der Mischung mit bereits bekannten Verfahren hergestellt werden. Das Reservierungsmittel wird dann von der Oberfläche des Adsorptionsmittels der fertigen Faser entfernt, beispielsweise durch ein Lösungsmittel gelöst und anschließend ausgewaschen. Paraffin hat die Eigenschaft, sich bei Erwärmen stark auszudehnen. Verwendet man Paraffin als flüssiges oder festes Reservierungsmittel, so wird dieses zuerst mit der Aktivkohle vermischt, um die Oberfläche bzw. die poröse Struktur der Aktivkohle bewusst vorübergehend zu verstopfen, d.h. vorübergehend zu sättigen, so dass die Aktivkohle beim Mischen mit der Celluloselösung durch keinen anderen Stoff gesättigt werden kann. Nach dem Vermischen der mit Paraffin reservierten Aktivkohle mit der Celluloselösung, kann eine Faser gesponnen werden. Wenn die fertige Faser erwärmt wird, dehnt sich das Paraffin derart aus, dass es sich an der Faseroberfläche und teilweise über den Querschnitt der Faser von der Oberfläche der Aktivkohle sowie aus der porösen Struktur der Aktivkohle löst. In weiterer Folge kann das thermisch von der Aktivkohle gelöste Paraffin dann mit einem fettlösenden Lösungsmittel gelöst und diese Lösung kann dann von der Faser abgewaschen werden.

Aktivkohle kann vor dem Vermischen mit der Celluloselösung auch mit Stickstoff als Reservierungsmittel reserviert, d.h. gesättigt werden, so dass sie keine anderen Stoffe mehr aufnimmt. Danach kann die Aktivkohle mit der Celluloselösung vermischt und eine Faser gesponnen werden. Wenn die Faser dann z.B. unter Druck oder unter Vakuum gesetzt wird, verflüchtigt sich der Stickstoff und die Oberfläche der Aktivkohle an der Faseroberfläche und teilweise über den Querschnitt der Faser wird wieder frei. Eine zweite Ausführungsform der Erfindung wird ebenfalls am Beispiel der Herstellung einer Faser beispielhaft wie folgt dargestellt:

Das unreservierte Adsorptionsmittel, beispielsweise Aktivkohle, wird direkt mit der Polymerlösung, insbesondere eine Celluloselösung, vermischt, wobei ein Teil der Polymerlösung als Reservierungsmittel verwendet wird und dieser Teil der Polymerlösung nach dem Spinnen der Faser bzw. dem Formen des Formteils durch ein niedermolekulares Lösungsmittel gelöst wird. Nach dem Vermischen des Adsorptionsmittels mit der Polymerlösung als Reservierungsmittel und gegebenenfalls mit Additiven, wie zum Beispiel organische und/oder anorganische Gleitmittel, kann die Faser aus der Mischung mit bereits bekannten Verfahren hergestellt werden. In dieser Ausführungsform ist weiters vorgesehen, dass wenigstens ein Anteil des als Reservierungsmittel verwendeten Polymers nach dem Spinnen der Faser bzw. dem Formen des Formteils acetyliert wird und dass das acetylierte Polymer, insbesondere die acetylierte Cellulose, und das Lösungsmittel von der Faser (analog wie beim Formteil) ausgewaschen wird.

Alternativ oder zusätzlich zum Reservieren des Adsorptionsmittels betrifft die Erfindung auch ein Verfahren zum Herstellen einer Faser oder eines Formteils, bei dem ein Adsorptionsmittel, insbesondere Aktivkohle, mit einer Polymerlösung, insbesondere einer Celluloselösung, vermischt wird, welches Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass Polymer nach dem Spinnen der Faser bzw. dem Formen des Formteils acetyliert wird. Durch die Acetylierung der Oberfläche der Cellulosefaser, die vorzugsweise Aktivkohle und gegebenenfalls Graphit aufweist, und anschließendem Lösen des entstandenen Gellulose-Acetats wird die nutzbare Oberfläche der Aktivkohle wesentlich -erhöht. Unter Oberfläche der Cellulosefaser wird ebenfalls die innerhalb von eventuell hervorgerufenen Rissen vorliegende Oberfläche verstanden.

Die acetylierte Cellulose kann aus der Faser/dem Formteil gelöst, insbesondere durch ein Lösungsmittel gelöst, werden. Die Faser/das Formteil kann in einem weiteren Schritt gewaschen und getrocknet werden.

Die Acetylierung der Cellulose als Polymer in einer fertigen Faser oder einem fertigen Formteil ist beispielhaft in der Fig. dargestellt, wobei die Faser oder das Formteil entweder mit einem bekannten Verfahren hergestellt sein kann oder, sofern ein Reservierungsmittel verwendet wird, bis auf die Reservierung des Adsorptionsmittels mit einem sonst bekannten Verfahren hergestellt sein kann.

Die Acetylierung der Cellulose als Polymer kann beispielsweise wie folgt erzielt werden: Die Oberfläche der Faser oder eines Formteils, welche beispielsweise einen Aktivkohleanteil von 30 bis 50 % bezogen auf die Cellulosemasse aufweist, welche(s) mit einem bekannten Verfahren oder bis auf die Reservierung des Adsorptionsmittels mit einem sonst bekannten Verfahren hergestellt sein kann, wird einer Reaktionslösung beinhaltend mit 100 ml Toluol absolut, 50 ml Essigsäureanhydrid und 0,1 ml Schwefelsäure (H 2 S0 4 ) als Katalysator und Rissbildner behandelt, d.h. in Kontakt gebracht. Das Verhältnis von Faser oder Formteil zur Reaktionslösung kann dadurch bestimmt sein, dass die Faser oder das Formteil vollständig mit der Reaktionslösung bedeckt ist. Alternativ oder zusätzlich zu Essigsäureanhydrid kann beispielsweise Isopropenyl-Acetat verwendet werden. Durch die Acetylierung wird der in der porösen Struktur des Adsorptionsmittels befindliche Teil der Cellulose in eine lösliche Form (Cellulose-Acetat) gebracht.

Im Rahmen der Erfindung kann der Faser oder dem Formteil zum Acetylieren entweder eine Reaktionsmischung im stöchiometrischen Überschuss zugegeben werden, d.h. es wird mehr Reaktionslösung verwendet, als zum Aceytiieren eines gewünschten Anteils an Cellulose notwendig wäre. In diesem Fall kann die Reaktion dann durch Lösen des Cellulose-Actetas und Waschen der Faser oder des Formteils gestoppt werden. Im Rahmen der Erfindung kann alternativ dazu auch nur genau die Menge an Reaktionslösung eingesetzt werden, welche zum Acetylieren einer vorbestimmten Menge an Cellulose notwendig ist, wobei die Acetylierung dann automatisch stoppt.

Durch die Schwefelsäure entstehen feine Risse in der Faser, ohne dass diese nachteilig beeinflusst wird. Somit kann Cellulose nicht nur am Umfang der Faser acetyliert werden, sondern es ist auch eine Acetylierung der Cellulose über einen Großteil des Querschnitts der Faser möglich. Die acetylierte, lösliche Cellulose wird anschließend nach folgendem Verfahren gelöst und ausgewaschen: - Zugabe von 150 ml Dichlormethan + 15 ml Methanol

- 4 Stunden Rühren (kalt)

- Zugabe von 150 ml Dichlormethan + 15 ml Methanol

- 24 Stunden Rühren (kalt)

- Zugabe von 150 ml Dichlormethan + 15 ml Methanol

- 24 Stunden Rühren (kalt)

Alternativ oder zusätzlich zum Dichlormethan-Methanol-Gemisch kann als Lösungsmittel für die acetylierte Cellulose auch Aceton verwendet werden. Die zum Acetylieren der Cellulose und/oder zum Lösen des Cellulose-Acetats verwendeten Mittel können nach deren Einsatz wiedergewonnen, beispielsweise durch ein Trennverfahren wiedergewonnen, werden. Allfällige Abfälle an Cellulose- Acetat und Aktivkohle können verworfen werden.

Die so entstandene Faser wird in einem weiteren Schritt beispielsweise mit Wasser gewaschen, d.h. das Lösungsmittel sowie das gelöste oder noch nicht gelöste Cellulose- Acetat werden von der Faser abgewaschen, und in einem weiteren Schritt getrocknet.

Die nutzbare Oberfläche der in diesen Laborversuchen verwendeten Aktivkohle als Adsorptionsmittel ist gegenüber einem Adsorptionsmittel ohne Reservierung bzw. gegenüber einer Faser/einem Formteil, bei welchem die Cellulose nicht acetyliert wurde, um mehr als das 22-fache angestiegen.

Im Rahmen der Erfindung können bekannte Verfahren zum Herstellen von Fasern angewandt werden, indem die Mischung wie oben beschrieben hergestellt und diese Mischung dann versponnen wird oder ein Hauptstrom aus im Wesentlichen reiner Polymerlösung und ein getrennter Teilstrom aus Polymerlösung und Mischung hergestellt wird und diese beiden vorerst getrennten Ströme dann gemeinsam versponnen werden.

Weiters kann die erfindungsgemäße Mischung bei an sich bekannten Spinnverfahren und Verfahren zur Garnherstellung und Umspinnungsverfahren verwendet werden, wie z.B. bei DREF-Verfahren oder CORE-Verfahren. Mit der erfindungsgemäßen Mischung bzw. deren Verwendung ist es möglich, Garne mit gezielten Kern(Seele)/Mantelstrukturen zu erstellen. Hierbei wird der Kern/die Seele (z.B. Aramide oder aromatische Polyamide), der/die je nach gewünschter Eigenschaft gewählt werden kann, mit der erfindungsgemäßen Faser umsponnen. Somit können vorteilhafterweise die Eigenschaften von Kern/Seele und Faser, wie z.B. Adsorptionsfähigkeit, Zugfestigkeit und Hitzebeständigkeit, miteinander kombiniert werden. Auch kann die erfindungsgemäße Mischung im Meltblow- Verfahren, beispielsweise zum Herstellen von Faservliesen, und/oder Elektro-Spinning-Verfahren verwendet werden.

Die Erfindung ist bei an sich bekannten Lyocellverfahren (N-Methylmorpholine, N-oxide, NMMNO) zur Herstellung einer Faser sowie bei Nassspinnverfahren anwendbar.

Durch das Lyocell-Verfahren kann die Faser eine Kern-Hülle-Struktur erhalten. Bei dieser Kern-Hülle-Struktur kann es vorkommen, dass die dünne Hülle einen geringeren Anteil an Aktivkohle aufweist als der Kern. Durch die erfindungsgemäße Acetylierung der Cellulose nach dem Spinnen der Faser kann die Hülle zumindest teilweise durch Acetylieren gelöst werden, wodurch man eine wesentlich stärker adsorbierende Faser enthält Die erfindungsgemäßen Fasern bzw. Formteile können unter anderem in Form von textilen Flächengebilden, wie z.B. Gestricke, Vliese, Faservliese oder dergleichen, für deren beispielsweise Verwendung als Schutzbekleidung oder Sportbekleidung bzw. in Form von Folien weiterverarbeitet werden. Zusammenfassend kann ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wie folgt dargestellt werden:

Eine Mischung zum Herstellen einer Faser oder eines Formteils, die zumindest eine Polymerlösung, insbesondere eine Celluloselösung, und ein Adsorptionsmittel enthält, weist ein entfembares Reservierungsmittel für das Adsorptionsmittel auf. Auch die Polymerlösung kann als Reservierungsmittel verwendet werden. Zum Herstellen einer Faser oder eines Formteils wird ein Adsorptionsmittel mit einer Polymerlösung, insbesondere einer Celluloselösung, vermischt, wobei das Adsorptionsmittel davor oder während dessen mit einem entfernbaren Reservierungsmittel reserviert wird und wobei das Reservierungsmittel nach dem Spinnen der Faser bzw. dem Formen des Formteils entfernt wird.

Alternativ oder zusätzlich dazu betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Herstellen einer Faser oder eines Formteils, bei dem ein Adsorptionsmittel, insbesondere Aktivkohle, mit einer Polymerlösung, insbesondere einer Celluloselösung, vermischt wird, dadurch gekennzeichnet, dass Polymer nach dem Spinnen der Faser bzw. dem Formen des Formteils acetyliert wird.