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Patent Searching and Data


Title:
MIXTURE FOR THE TREATMENT OF WASTE MATERIALS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2001/008753
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a mixture and a method for treating waste materials, to the use of said mixture during treatment of waste materials and to waste materials treated according to said method. The inventive mixture comprises (A) at least one zinc salt of a saturated or unsaturated, aliphatic or aromatic carboxylic acid, (B) at least one calcium salt of a saturated or unsaturated, aliphatic or aromatic carboxylic acid, (C) at least one water repellent agent, (D) at least one aminoalcohol and (E) NH¿3?.

Inventors:
Schwetlick, Wolfgang (Hinterbergstr. 25 Walchwil, CH-6318, CH)
Application Number:
PCT/EP2000/007486
Publication Date:
February 08, 2001
Filing Date:
August 02, 2000
Export Citation:
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Assignee:
GEODUR CIS AG (Oberallmendstr. 20a Zug, CH-6302, CH)
Schwetlick, Wolfgang (Hinterbergstr. 25 Walchwil, CH-6318, CH)
International Classes:
A62D3/30; A62D3/33; A62D3/37; B09C1/08; C04B18/04; C04B28/02; A62D101/08; A62D101/24; A62D101/43; (IPC1-7): A62D3/00
Attorney, Agent or Firm:
GRÜNECKER, KINKELDEY, STOCKMAIR & SCHWANHÄUSSER (Maximilianstr. 58 München, 80538, DE)
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Claims:
Patentansprüche
1. Gemisch, geeignet zur Behandlung von Abfallmaterialien, umfassend (A) mindestens ein Zinksalz einer gesättigten oder ungesättigten aliphatischen oder aromatischen Carbonsäure, (B) mindestens ein Calciumsalz einer gesättigten oder ungesättigten aliphati schen oder aromatischen Carbonsäure, (C) mindestens ein Hydrophobierungsmittel, (D) mindestens einen Aminoalkohol und (E) NH3.
2. Gemisch nach Anspruch 1, wobei Komponente (A) mindestens ein Zinksalz einer gesättigten oder ungesättigten Fettsäure ist.
3. Gemisch nach Anspruch 2, wobei die Fettsäure ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus gesättigten Fettsäuren mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen.
4. Gemisch nach Anspruch 3, wobei die Fettsäure Stearinsäure ist.
5. Gemisch nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei Komponente (B) min destens ein Calciumsalz einer gesättigten oder ungesättigten Fettsäure ist.
6. Gemisch nach Anspruch 5, wobei die Fettsäure ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus gesättigten Fettsäuren mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen.
7. Gemisch nach Anspruch 6, wobei die Fettsäure Stearinsäure ist.
8. Gemisch nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei Komponente (C) eine Invertseife ist.
9. Gemisch nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei Komponente (D) aus gewäh ! t ist aus der Gruppe, bestehend aus Mono, Di, Triethanolamin, Dimethyl aminoethanol, Diethylaminoethanol, NMethyldiethanolamin, Mono, Diund Tri isopropanolamin.
10. Gemisch nach einem der vorstehenden Ansprüche, umfassend 5090 Gew.% Komponente (A), 0,110 Gew.% Komponente (B), 520 Gew.% Komponente (C), 0,110 Gew.% Komponente (D) und 0,015 Gew.% Komponente (E).
11. Gemisch nach einem der vorstehenden Ansprüche, welches zusätzlich Wasser umfaßt.
12. Gemisch nach einem der vorstehenden Ansprüche, welches zusätzlich Mittel zum Ausfällen von Schwermetallen, Reduktionsmittel, Komplexierungsmittel, Bindemit tel oder puzzolanisch wirkende Mittel umfaßt.
13. Verfahren zur Behandlung von Abfallmaterialien, umfassend die Stufen (a) Zugabe eines Gemisches nach einem der Ansprüche 1 bis 12 zu Abfallmate rial und (b) Mischen der Bestandteile.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei vor Stufe (a) die Zusammensetzung des Ab fallmaterials bestimmt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 oder 14, wobei 0,5 bis 1,5 kg Gemisch pro Tonne Abfallmaterial zugegeben werden.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15, welches zusätzlich als Stufe (c) die Zugabe eines hydraulischen Bindemittels umfaßt.
17. Verfahren nach Anspruch 16, wobei das hydraulische Bindemittel ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus Zement, Tonerde und Portlandzement.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 oder 17, wobei 2 bis 30 Gew.% hydrau lisches Bindemittel, bezogen auf das Gewicht des Abfallmaterials, zugegeben werden.
19. Behandeltes Abfallmaterial, erhältlich durch das Verfahren nach einem der An sprüche 13 bis 18.
20. Verwendung des Gemisches nach einem der Ansprüche 1 bis 12 zur Behandlung von Abfallmaterial.
Description:
Gemisch zur Behandlung von Abfallmaterial Die Erfindung betrifft ein Gemisch und ein Verfahren zur Behandlung von Abfallmaterial sowie dessen Verwendung bei der Behandlung von Abfallmaterial.

Herkömmlicherweise werden Abfallmaterialien entweder unbehandelt oder nach Ver- brennung in einer Müliverbrennungsanlage auf eine Deponie gebracht. Dabei ist es wichtig, daß die Abfalimaterialien die güttigen Grenzwerte für Schadstoffe im Eluat, das mit Wasser ausgewaschen wird, einhalten. Schadstoffe können Schwermetalle, wie Cd, Cr, Hg, Cu, Ni oder Pb, und/oder organische Kontaminanten sein. Die Abfallmaterialien werden dazu mit Zement und/oder anderen puzzolanisch reagierenden Materialien be- handelt.

Bei einem anderen solchen Verfahren wird Abfallmaterial, wie Flugasche, neutral gewa- schen, wobei wasserlösliche Salze in dem Waschwasser gelöst und dadurch ausgewa- schen werden. Anschließend erfolgt eine Entwässerung der Suspension und das ent- wässerte Material wird mit Bindemittel, wie Zement, versetzt. Das pastöse Gemisch wird zum Aushärten in Blöcke gegossen oder direkt auf eine Deponie gebracht. Alternativ können Flugasche und Filterkuchen aus der Mü ! ! verbrennung direkt mit Tonzuschlägen und Bindemitteln versetzt werden.

Ein Nachteil dieser Verfahren ist ein relativ hoher Verbrauch an Zement, eine damit ver- bundene große Volumenerhöhung und hohe Kosten. Außerdem sind die herkömmli- chen Verfahren in bezug auf ihre Sicherheit gegenüber dem Austreten von umweltge- fährdenden Stoffen aus dem behandelten Abfallmaterial nicht ausreichend.

Abfallmaterialen werden außerdem vermehrt der Wiederverwertung zugeführt. Zahirei- che Abfallmaterialien, wie Kalkschlämme oder Schlämme aus der Wasseraufbereitung, enthalten wertvolle lnhaltsstoffe, wie CaO, Al203 und Silikate. Somit können sie bei- spielsweise in der Klinkerherstellung verwendet werden. Klinker ist ein Zwischenprodukt für die Herstellung von Zement und wird in der Regel aus natürlichem Rohmehl, das im wesentlichen aus CaO, Al203, Si02 und Fe203 besteht, hergestellt. Ein Teil des natürli- chen Rohmehls kann somit in Abhängigkeit von dessen Zusammensetzung durch Ab- fallmaterialien ersetzt werden.

Auch im Falle der Wiederverwertung ist es notwendig, daß die wiederverwerteten Abfall- materialien bestimmte Grenzwerte für den Austritt an Schadstoffen, wie Schwermetallen, nicht überschreiten.

Somit lag der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Gemisch und ein Verfahren zur Behandlung von Abfallmaterialien zur Verfügung zu stellen, das die vorstehend ge- nannten Probleme überwindet.

Diese Aufgabe wird durch ein Gemisch, geeignet zur Behandlung von Abfallmaterialien, umfassend (A) mindestens ein Zinksalz einer gesättigten oder ungesättigten aliphatischen oder aromatischen Carbonsäure, (B) mindestens eine Calciumsalz einer gesättigten oder ungesättigen aliphatischen oder aromatischen Carbonsäure, (C) min- destens ein Hydrophobierungsmittel, (D) mindestens einen Aminoalkohol, und (E) NH3, gelöst.

Komponente (A) ist mindestens ein Zinksalz einer gesättigten oder ungesättigten ali- phatischen oder aromatischen Carbonsäure. Vorzugsweise ist Komponente (A) minde- stens ein Zinksalz einer gesättigten oder ungesättigten Fettsäure, insbesondere einer gesättigten oder ungesättigten Fettsäure mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen, wie Palmito- leinsäure, Ölsäure, Erucasäure, Palmitinsäure, Margarinsäure, Stearinsäure, Arachin- säure oder Behensäure oder Gemische davon. Insbesondere bevorzugt ist Kompo- nente (A) das Zinksalz der Stearinsäure.

Komponente (A) kann gegebenenfalls mindestens zwei Zinksalze umfassen.

Vorzugsweise hat mindestens eines der Zinksalze einen Aktivgehalt von mindestens 15%, insbesondere 17%. Der Aktivgehalt an Zinksalz gibt die stöchiometrische Menge des Zinksalzes in der wäßrigen Lösung an.

Komponente (B) ist mindestens eine Calciumsalz einer gesättigten oder ungesättigten aliphatischen oder aromatischen Carbonsäure. Vorzugsweise ist Komponente (B) min- destens ein Calciumsalz einer gesättigten oder ungesättigte Fettsäure. Die Definition der Fettsäure ist wie vorstehend für Komponente (A) beschrieben.

Komponente (C) ist mindestens ein Hydrophobierungsmittel. Hydrophobierungsmittel für Putze und Beton sind bekannt. Diese können beispielsweise zur Hydrophobierung von Baustoffen, die Kalk und/oder Zement enthalten, eingesetzt werden. Hydrophobie- rungsmittel können mit den basischen Bestandteilen von Bindemitteln gemäß der nach- stehenden Gleichung reagieren : wobei der Rest R-COO-der Rest einer gesättigten oder ungesättigten aliphatischen oder aromatischen Carbonsäure und der Rest A ein Aminrest ist. Der Rest einer gesät- tigten oder ungesättigten aliphatischen oder aromatischen Carbonsäure ist vorzugswei- se ein Fettsäurerest. Die Definition der Fettsäure ist wie vorstehend für Komponente (A) beschrieben. Ein Beispiel eines kommerziell erhältlichen Hydrophobierungmittels ist ein unter dem Handeisnamen"LIGA MS"von der Firma Peter Greven Fett-Chemie GmbH & Co. KG vertriebenes reaktives Hydrophobierungsmittel. Ein weiteres Beispiel für Hydro- phobierungsmittel sind Invertseifen, wie Alkylammoniumsalze, wobei der Alkylrest gesät- tigt oder ungesättigt sein kann und vorzugsweise 1 bis 30 Kohlenstoffatome hat. Gege- benenfalls kann Komponente (C) in einem AlkohoiNVasser-Gemisch zugegeben wer- den.

Komponente (D) ist mindestens ein Aminoalkohol. Vorzugsweise wird Komponente (D) ausgewähit aus der Gruppe, bestehend aus Mono-, Di-, Triethanolamin, Dimethyl- aminoethanol, Diethylaminoethanol, N-Methyidiethanolamin, Mono-, Di-und Triisopro- panolamin, insbesondere Triethanolamin.

Außerdem umfaßt das Gemisch als Komponente (E) NH3.

Vorzugsweise enthalt das Gemisch 50-90 Gew.-%, insbesondere 70-80 Gew.-% Komponente (A). Wenn Komponente (A) zwei Zinksalze umfaßt, dann können 60-70 Gew.-%, insbesondere 65-68 Gew.-% eines ersten Zinksalzes und 5-15 Gew.-%, insbesondere 8-10 Gew.-% eines zweiten Zinksalzes mit einem Aktivgehalt von min- destens 15 %, insbesondere mindestens 17 % anwesend sein. Außerdem enthält das Gemisch vorzugsweise 0,1-10 Gew.-%, insbesondere 2-5 Gew.-% Komponente (B), 5-20 Gew.-%, insbesondere 12-15 Gew.-% Komponente (C), 0,1-10 Gew.-%, ins- besondere 2-5 Gew.-% Komponente (D) und 0,01-5 Gew.-%, insbesondere 0,1-0,7 Gew.-% Komponente (E).

Das Gemisch kann mit einem Lösungsmittel verdünnt sein. Das Lösungsmittel kann ausgewähit sein aus der Gruppe, bestehend aus Wasser, einem Alkohol und Gemi- schen davon. Der Alkohol kann ausgewahlt werden aus Ethanol, Isopropanol, Butylai- kohol. Bevorzugt ist das Lösungsmittel ein Gemisch aus Wasser und Alkohol, das vor- zugsweise aus 85 Gew.-% Wasser und 15 Gew.-% Alkohol besteht. Vorzugsweise wer- den 80 bis 99 Gew.-% Lösungsmittel, bezogen auf das Gewicht der Gesamtmischung, insbesondere 90 bis 98 Gew.-% Lösungsmittel zugegeben.

Außerdem kann das Gemisch zusätzliche Additive enthalten, die vorzugsweise ausge- wahit werden aus der Gruppe, bestehend aus Mitteln zum Ausfallen von Schwermetal- len, wie Natriumsulfid, Reduktionsmitteln, wie FeS04, Komplexierungsmitteln, wie Mer- captanverbindungen, Bindemitteln, wie Portlandzement oder puzzolanisch wirkenden Mitteln, wie ausgewähite Verbrennungsaschen. Beispiele für weitere verwendbare Addi- tive sind FeCi3, NaHS03, Harnstoff und Wasserglas. Die Menge und Art an Additiven kann nach der Art und der Konzentration der Schadstoffe in den Abfallmaterialien ge- wäh ! t werden.

Das erfindungsgemäße Gemisch kann insbesondere bei der Behandlung von Abfall- materialien, wie kontaminierten Böden, industriellen Reststoffen aus der Montan- industrie, der metal lverarbeitenden und chemischen Industrie, Schlämmen aus der in- dustriellen und kommunalen Abwasserreinigung, Reststoffen aus der Papiererzeugung oder Rückständen aus der Bodenwäsche, Müliverbrennung und Sonder- mü ! ! verbrennung eingesetzt werden.

Das erfindungsgemäße Gemisch eignet sich zur Behandlung von festen und wäßrigen Abfallmaterialien mit anorganischen und organischen Schadstoffen, wie Schwer- metallen, wasserlöslichen Salzen und organischen Verbindungen.

In dem erfindungsgemäßen Verfahren wird in einer Stufe (a) das erfindungsgemäße Gemisch zu den Abfallmaterialien zugegeben. Vorzugsweise werden 0,01 bis 5, bevor- zugter 0,05 bis 0,15 und insbesondere 0,12 Gew.-% Gemisch, bezogen auf das Gewicht des Abfallmaterials, zugegeben. In Abhängigkeit von der Menge der in dem Abfallmate- rial vorhandenen Schadstoffe kann das erfindungsgemäße Gemisch unverdünnt oder mit Wasser verdünnt zugegeben werden. Bei einer Menge an Schadstoffen von <5000 mg/Tonne Abfallmaterial ist es bevorzugt, das erfindungsgemäße Gemisch mit Wasser verdünnt zuzugeben, wobei das Verhältnis von erfindungsgemäßem Gemisch zu Was- ser vorzugsweise 1 : 20 bis 1 : 10 beträgt. Wenn die Menge an Schadstoffen zwischen >5000 mg/Tonne Abfallmaterial und <50000 mg/Tonne Abfallmaterial liegt, ist es bevor- zugt, das erfindungsgemäße Gemisch mit Wasser verdünnt zuzugeben, wobei das Ver- hältnis von erfindungsgemäßem Gemisch zu Wasser vorzugsweise 1 : 10 bis 1 : 5 beträgt Wenn die Menge an Schadstoffen >50000 mg/Tonne Abfallmaterial beträgt, ist es be- vorzugt, das erfindungsgemäße Gemisch mit Wasser verdünnt zuzugeben, wobei das Verhältnis von erfindungsgemäßem Gemisch zu Wasser vorzugsweise 1 : 5 bis 1 : 2,5 beträgt.

Bei erfindungsgemäßen Verfahren kann gegebenenfalls vor Stufe (a) die Zusammen- setzung der Abfallmaterialien bestimmt werden. Vorzugsweise werden 95 bis 100%, insbesondere 95 bis 98% der Inhaltsstoffe der Abfallmaterialien bestimmt. Die einzelnen Abfallmaterialien werden im Hinblick auf die für die nachfolgende Verwendung kritischen Konzentrationen an Schwermetallen, CaO, Al203, Fe203, Pros, Si02, Spurenelemente, wie Mangan, Fluor oder Phosphor, und Anionen, wie Chlorid, Cyanid oder Sulfat, unter- sucht. Wenn die Zusammensetzung bereits bekannt ist, ist eine solche Bestimmung nicht notwendig.

Die Konzentration gegebenenfalls zusätzlicher Additive, wie Reduktionsmittel oder Komplexbildner, kann in Abhängigkeit von der Schadstoffbelastung der Abfallmaterialien berechnet und angepaßt werden.

Durch die Zugabe des erfindungsgemäßen Gemisches werden Schadstoffe, wie Schwermetalle, in den Abfallmaterialien immobilisiert. Die Schadstoffe werden durch chemische oder physikalische Verfahren so modifiziert, daß sie aus den Abfallmateriali- en nicht mehr austreten können. Beispielsweise können die Schadstoffe durch Kom- plexbildung, Salzbildung und Ausfällen oder durch Veränderung des pH-Werts oder der Dichte der Abfallmaterialien immobilisiert werden.

Nach Zugabe des erfindungsgemäßen Gemisches und gegebenenfalls weiterer Additive werden die Bestandteile in einer Stufe (b) gemischt. Beim Mischen können Standard- mischaniagen oder modifizierte Mischaniagen verwendet werden. Wenn die Mischanla- gen modifiziert werden, können in an sich bekannter Weise der Energieeintrag, d. h. Mi- schen bei höherer Geschwindigkeit, die Mischzeit, der Mischablauf und die Kontrolle der Reaktionstemperatur verändert werden. Durch den höheren Energieeintrag wird eine bessere Homogenisierung der Masse erreicht, und der Energieeintrag beträgt vorzugs- weise mindestens etwa 60 Ampère, insbesondere etwa 75 Ampere. Die Mischzeit ist vorzugsweise mindestens 3,5 Minuten, insbesondere 4-10 Minuten, und die Reaktions- temperatur beträgt vorzugsweise mindestens etwa 20 °C, insbesondere mindestens etwa 35 °C.

Das erfindungsgemäße Gemisch und gegebenenfalls die zusätzlichen Additive können entweder gleichzeitig oder chargenweise zu den Abfallmaterialien zugegeben werden.

Wenn es erwünscht ist, den Reaktionsverlauf zu steuern, werden das Gemisch und ge- gebenenfalls die zusätzlichen Additive vorzugsweise nacheinander chargenweise zuge- geben, damit definierte Zwischenprodukte entstehen. Wenn das erfindungsgemäße Gemisch in mehreren Chargen während des Mischens zugegeben wird, kann außerdem zwischen den einzelnen Zugabestufen die Temperatur und der pH-Wert des entstehen- den Gemisches kontrolliert werden. Dadurch kann sichergestellt werden, daß die Um- setzung der Schadstoffe nahezu vollständig ist.

Durch das erfindungsgemäße Verfahren kann der Materialbedarf für die Immobilisierung von Abfallmaterialien minimiert werden. Außerdem ist die Volumenzunahme der Ab- fallmaterialien geringer als bei einem Verfahren, bei dem das erfindungsgemäße Ge- misch nicht verwendet wird. Vorzugsweise ist die Volumenzunahme 1,15 bis 1,35-fach.

Insgesamt entstehen dadurch niedrigere Gesamtkosten für Material, Behandlung, Transport und Deponie der Abfallmaterialien. Außerdem zeichnen sich die behandelten Abfallmaterialien dadurch aus, daß die vorgeschriebenen Grenzwerte für das Eluat, auch bei Anwendung von Testverfahren zur Prüfung des Langzeitverhaltens, sicher eingehalten werden. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin. daß damit Abfallmaterial, wie Flugasche, behandelt werden kann, ohne es vorher zu waschen.

Die behandelten Abfallmaterialien können in einer Stufe (c) mit einem hydraulischen Bindemittel versetzt werden. Das hydraulische Bindemittel kann aus der Gruppe, be- stehend aus Zement, Tonerde und Portlandzement, ausgewählt werden. Die mit einem hydraulischen Bindemittel versetzten Abfallmaterialien werden vorzugsweise auf eine Deponie gebracht.

Die mit den erfindungsgemäßen Verfahren behandelten Abfallmaterialien können auch zur Herstellung von Sekundärrohstoffen für den Deponiebau, als Ersatzstoffe für Ze- mentrohmehl oder bei der Herstellung von Pflanzensubstratpellets eingesetzt werden.

Beim Deponiebau können die erfindungsgemäß behandelten Abfallmaterialien als Profi- lierungsmaterialien, gasgängige Stützschichten oder Stützkorn zur Integration in Rest- stoffdichtungen verwendet werden. Außerdem können die erfindungsgemäß behandel- ten Abfallmaterialien in Abhängigkeit von ihrer Zusammensetzung als Au203-, Fe203- und/oder Si02-Ersatzprodukte zur Korrektur von fehlenden Gehalten an AI203, CaO, Fe203 und Si02 im natürlichen Steinbruchaufkommen, zum Ausgleich zu hoher Schad- stoffkonzentrationen in Rohmehl, wie Schwefel, oder zum Ausgleich zu hoher Konzen- trationen an CaO Verwendung finden. Auch zur Herstellung von Pfanzensubstratpellets mit definierten Stickstoffgehalten können die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelten Abfallmaterialien verwendet werden.

Für die Herstellung der Sekundärrohstoffe können insbesondere Waschrückstände aus der Grundstoffindustrie und von Bodenwaschanlagen, industrielle Feststoffe aus der Montanindustrie, der metaliverarbeitenden und chemischen Industrie und der Papier- industrie, Schlämme aus der industriellen und kommunalen Abwasserreinigung, Kessel- rost-und Filteraschen aus der Papierschlamm-und Klarschlammverbrennung sowie aus Holz-und Steinkohlenfeuerungsanlagen verwendet werden. Die mit den erfin- dungsgemäßen Verfahren behandelten Abfallmaterialien können nach der Behandlung pelletier oder granuliert werden, wobei die Pelletierung insbesondere für Abfallma- terialien, wie Filterstäube, Schlämme oder Rückstände aus industrieller Produktion, und die Granulierung für behandelte kontaminierte Erde angewendet wird. Dadurch kann das Einsatzspektrum behandelter Abfallmaterialien erheblich erweitert werden.

Nachstehend wird die vorliegende Erfindung anhand von Beispielen erläutert.

Beispiel 1 In einen 11 Erlenmeyerkolben wurden 67 g Zinkstearat, 9,5 g Zinkstearat mit einem Ak- tivgehalt von 15%, 4,7 g Calciumstearat, 14,3 g Palmitinammoniumchlorid, 4 g Trietha- nolamin und 0,5 g NH3 gegeben. Dann wurde das so erhaltene Gemisch bei ca. 20 °C mindestens 30 Minuten gerührt.

Beispiel 2 Zu 59,45 kg Elektrofilterasche MVA aus der Müllverbrennungsanlage in Zürich wurden 0,12 kg des Gemisches aus Beispiel 1 zugegeben und 1 Minute gemischt. Sodann wur- den 15,85 kg Portlandzement zugegeben und 4,0 Minuten gemischt. Anschließend wur- den 24,58 kg Wasser zugegeben und 1,5 Minuten gemischt. Die Temperatur während des Mischens betrug 36,5 °C. Man erhielt behandeltes AbfallmateRal mit einem pH-Wert von 11,6 nach der Behandlung und einem pH-Wert von 10,9 nach 28 Tagen.

Beispiel 3 50,26 kg gewaschene Elektrofilterasche MVA und 14,52 kg Abwasserreinigungs- schlamm aus der Müllverbrennungsanlage in Zürich wurden 2 Minuten gemischt. An- schließend wurden 0,12 kg des Gemisches aus Beispiel 1 zugegeben und 1 Minute ge- mischt. Sodann wurden 15,96 kg Portlandzement zugegeben und 4 Minuten gemischt.

Danach wurden 19,14 kg Wasser zugegeben und 1,5 Minuten gemischt. Die Tempera- tur während des Mischens betrug 42,1 °C. Man erhielt behandeltes Abfallmaterial mit einem pH-Wert von 11,6 nach der Behandlung und einem pH-Wert von 10,8 nach 28 Tagen.

Beispiel 4 49,94 kg gewaschene Elektrofilterasche, 14,43 Abwasserreinigungsschlamm und 3,96 kg Papierschlammverbrennungsasche aus der Mullverbrennungsanlage in Zürich wur- den 3 Minuten gemischt. Anschließend wurden 0,12 kg des Gemisches aus Beispiel 1 zugegeben und 1 Minute gemischt. Sodann wurden 1,51 kg FeCI3 und 1,51 kg Wasser- glas zugegeben und nach jeder Zugabe 2 Minuten gemischt. Danach wurden 9,9 kg Portlandzement zugegeben und 4 Minuten gemischt. Sodann wurden 18,63 kg Wasser zugegeben und 1,5 Minuten gemischt. Die Temperatur während des Mischens betrug 39,5 °C. Man erhielt behandeltes Abfallmaterial mit einem pH-Wert von 11,5 nach der Behandlung und einem pH-Wert von 10,7 nach 28 Tagen.

Beispiel 5 Zu 63,16 kg Elektrofilterasche aus der Müllverbrennungsanlage in Horgen wurden 0,12 kg einer Zusammensetzung gegeben, die 1 Teil des Gemisches aus Beispiel 1 und 5 Teile Wasser enthielt, und 1 Minute gemischt. Sodann wurden 2,05 kg Harnstoff und 1,50 kg FeSO4 zugegeben und nach jeder Zugabe 2 Minuten gemischt. Anschließend wurden 14,17 kg Portlandzement zugegeben und 4 Minuten gemischt. Danach wurden 19,00 kg Wasser zugegeben und 1,5 Minuten gemischt. Die Temperatur während des Mischens betrug 68,8 °C. Man erhielt behandeltes Abfallmaterial mit einem pH-Wert von 10,6 nach der Behandlung und einem pH-Wert von 10,4 nach 28 Tagen.

Beispiel 6 33,55 kg gewaschene Elektrofilterasche und 40,00 kg Abwasserreinigungsschlamm wurden 2 Minuten gemischt. Sodann wurden 0,12 kg derselben Zusammensetzung wie in Beispiel 5 zugegeben und 1 Minute gemischt. Anschließend wurden 14,12 kg Port- landzement zugegeben und 4 Minuten gemischt. Danach wurden 12,21 kg Wasser zu- gegeben und 1,5 Minuten gemischt. Die Temperatur während des Mischens betrug 39 °C. Man erhielt behandeltes Abfallmaterial mit einem pH-Wert von 11,4 nach der Be- handlung und einem pH-Wert von 10,7 nach 28 Tagen.

Beispiel 7 59,06 kg gewaschene Elektrofilterasche und 6,21 kg Papierschlammverbrennungs- asche aus der Müliverbrennungsanlage in Horgen wurden 3 Minuten gemischt. Sodann wurden 0,12 kg derselben Zusammensetzung wie in Beispiel 5 zugegeben und 1 Minute gemischt. Anschließend wurden 1,33 kg Wasserglas und 1,57 kg NaHSO3 zugegeben und nach jeder Zugabe 2 Minuten gemischt. Danach wurden 10,35 kg Portlandzement zugegeben und 4 Minuten gemischt. Sodann wurden 21,36 kg Wasser zugegeben und 1,5 Minuten gemischt. Die Temperatur während des Mischens betrug 56 °C. Man erhielt behandeltes Abfallmaterial mit einem pH-Wert von 10,8 nach der Behandlung und ei- nem pH-Wert von 10,2 nach 28 Tagen.

Beispiel 8 82,60 kg kontaminierter Boden von einem Gasfabrikgelände wurden mit 0,12 kg des Gemisches aus Beispiel 1 2 Minuten gemischt. Sodann wurden 6,60 kg Zement zuge- geben und 2 Minuten gemischt. Anschließend wurden 10,68 kg Wasser zugegeben und 1,5 Minuten gemischt. Die Temperatur während des Mischens betrug 25 °C. Man erhielt behandeltes Abfalimaterial mit einem pH-Wert von 11,3 nach der Behandlung und 10,2 nach 28 Tagen.