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Title:
MOBILE DIAGNOSTIC SYSTEM FOR THE EARLY DETECTION OF VASCULAR DISEASES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/025412
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a mobile diagnostic system (1) for the early detection of vascular diseases having a measuring module (2) and an evaluating module (7), with the measuring module (2) having a measuring sleeve (3) made from a textile material and at least one sensor (4) for measuring expansion, pressure, temperature and/or humidity, and with the evaluating module (7) having an evaluating and diagnostic unit which is designed to derive a biomarker identifying a vascular disease from the measured variable captured by the at least one sensor (4).

Inventors:
KRIEGMAIR MARTIN (DE)
OBERNEDER RALPH (DE)
HUBER IRMGARD (DE)
Application Number:
EP2019/069876
Publication Date:
February 06, 2020
Filing Date:
July 24, 2019
Export Citation:
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Assignee:
BLUELIFE GMBH (DE)
International Classes:
A61B5/02; A61B5/00
Foreign References:
US20140163336A12014-06-12
US20110160600A12011-06-30
US20030004423A12003-01-02
Other References:
HSIEN-TSAI WU ET AL: "Penile Arterial Waveform Analyzer for Assessing Penile Vascular Function in Young Adults", ANNALS OF BIOMEDICAL ENGINEERING, KLUWER ACADEMIC PUBLISHERS-PLENUM PUBLISHERS, NE, vol. 39, no. 11, 16 July 2011 (2011-07-16), pages 2857 - 2868, XP019964154, ISSN: 1573-9686, DOI: 10.1007/S10439-011-0342-1
KEDIA K R: "VASCULOGENIC IMPOTENCE: DIAGNOSIS AND OBJECTIVE EVALUATION USING QUANTITATIVE SEGMENTAL PULSE VOLUME RECORDER", BJU. BRITISH JOURNAL OF UROLOGY, J & C EDICIONES MEDICAS, ESPLUGUES DE LLOBREGAT, ES, vol. 56, 1 January 1984 (1984-01-01), pages 516 - 520, XP001051062, ISSN: 1139-4757
Attorney, Agent or Firm:
TRINKS, Ole (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Mobiles Diagnosesystem (1) zur Früherkennung von vaskulären Erkrankun- gen mit einem Messmodul (2) und einem Auswertemodul (7), wobei das Messmodul (2) eine Messmanschette (3) aus einem textilen Material und mindestens einen Sensor (4) zur Dehnung-, Druck-, Temperatur- und/oder Feuchtigkeitsmessung aufweist, und wobei das Auswertemodul (7) eine Auswerte- und Diagnoseeinheit aufweist, welche ausgebildet ist, von der von dem mindestens einen Sensor (4) erfassten Messgröße einen eine vas- kuläre Erkrankung identifizierenden Biomarker abzuleiten.

2. Diagnosesystem (1) nach Anspruch 1,

wobei der mindestens eine Sensor (4) in dem textilen Material der Mess- manschette (3) integriert oder Teil des textilen Materials der Messman- schette (3) ist.

3. Diagnosesystem (1) nach Anspruch 1 oder 2,

wobei das Messmodul (2) eine Speichereinheit (5) aufweist zum Zwischen- speichern von innerhalb einer vorgegebenen oder vorgebbaren Zeitperiode von dem mindestens einen Sensor (4) erfassten Messgrößen.

4. Diagnosesystem (1) nach Anspruch 3,

wobei der mindestens eine Sensor (4) über eine in dem textilen Material der Messmanschette (3) integrierte oder aus einem textilen Material beste- hende Datenleitung in Kommunikationsverbindung mit der Speichereinheit (5) steht oder bringbar ist zum insbesondere bedarfsweisen oder kontinu- ierlichen Übertragen der von dem mindestens einen Sensor (4) erfassten Messgrößen.

5. Diagnosesystem (1) nach Anspruch 3 oder 4,

wobei die Speichereinheit (5) eine Schnittstelle (6) aufweist, über welche die in der Speichereinheit (5) zwischengespeicherten Messgrößen des min- destens einen Sensors bedarfsweise oder kontinuierlich vorzugsweise drahtlos zu der Auswerte- und Diagnoseeinheit übertragbar sind.

6. Diagnosesystem (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 5,

wobei die Speichereinheit (5) lösbar mit der Messmanschette (3) direkt oder indirekt verbunden ist.

7. Diagnosesystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,

wobei der mindestens eine Sensor (4) ausgebildet ist, direkt oder indirekt das Auftreten einer insbesondere nächtlicher Erektion des Anwenders zu erfassen.

8. Diagnosesystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,

wobei die Auswerte- und Diagnoseeinheit ausgebildet ist, anhand der von dem mindestens einen Sensor (4) erfassten Messgrößen die Wahrschein- lichkeit oder das Risiko des Vorliegens einer erektilen Dysfunktion oder ei- nen eine erektile Dysfunktion identifizierenden Biomarker abzuleiten.

9. Diagnosesystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8,

wobei die Auswerte- und Diagnoseeinheit ausgebildet ist, anhand von über einen festgelegten oder festlegbaren Zeitraum von dem mindestens einen Sensor (4) erfassten Messgrößen die Wahrscheinlichkeit oder das Risiko des Vorliegens einer erektilen Dysfunktion oder einen eine erektile Dys- funktion identifizierenden Biomarker abzuleiten.

10. Diagnosesystem (1) nach Anspruch 8 oder 9,

wobei die Auswerte- und Diagnoseeinheit ausgebildet ist, über die abgelei- tete Wahrscheinlichkeit bzw. über das abgeleitete Risiko des Vorliegens ei- ner erektilen Dysfunktion oder über den abgeleiteten, eine erektile Dys- funktion identifizierenden Biomarker das Risiko einer vaskulären Erkran- kung oder das Risiko des Vorliegens einer vaskulären Erkrankung abzu- schätzen.

11. Diagnosesystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10,

wobei die Auswerte- und Diagnoseeinheit eine Displayeinrichtung aufweist zum Darstellen von aus den von dem mindestens einen Sensor (4) erfass- ten Messgrößen abgeleiteten Biomarkern, abgeleiteten Risikoindikatoren oder abgeleiteten prädiktiven Informationen.

12. Diagnosesystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11,

wobei die Auswerte- und Diagnoseeinheit als Anwendungssoftware insbe- sondere im Bereich mobiler Betriebssysteme ausgeführt ist.

Description:
MOBILES DIAGNOSESYSTEM ZUR FRÜH ERKENNUNG VON VASKU LÄREN

ERKRAN KUNGEN

Beschreibung

Die vorliegende Erfindung betrifft ein mobiles Diagnosesystem zur Früherkennung von vaskulären Erkrankungen.

In den letzten Jahren besteht ein zunehmendes Interesse in der Medizin und Pharmaindustrie an der Erforschung von Biomarkern insbesondere zur Früherken- nung von vaskulären Erkrankungen. Dies liegt insbesondere daran, dass vaskuläre Erkrankungen, insbesondere ein bevorstehender Herzinfarkt oder Schlaganfall, trotz intensivster Forschungsanstrengungen bis heute noch immer nicht hinrei chend - und/oder erst (zu) spät - diagnostiziert oder gar therapierbar ist. Dar- über hinaus sind vaskuläre Erkrankungen häufig von komplexer Natur und mit herkömmlichen Verfahren nur sehr aufwändig und/oder langwierig zu bestimmen.

Vor dem Hintergrund dieser Problemstellung liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Diagnosesystem anzugeben, mit welchem eine Früherken- nung von vaskulären Erkrankungen möglich ist, wobei das Diagnosesystem mobil ausgeführt ist und insbesondere zu Hause angewandt werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein mobiles Diagnosesystem gemäß dem unabhängigen Patentanspruch 1 gelöst, wobei vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Diagnosesystems in den entsprechenden abhängigen An- sprüchen angegeben sind.

Demgemäß betrifft die vorliegende Erfindung insbesondere ein mobiles Diagnose- system zur Früherkennung von vaskulären Erkrankungen, wobei das Diagnosesys- tem ein Messmodul sowie ein Auswertemodul aufweist. Das Messmodul weist eine aus einem textilen Material bestehende Messmanschette sowie mindestens einen Sensor auf, wobei der Sensor zur Dehnungs-, Druck-, Temperatur- und/oder Feuchtigkeitsmessung ausgebildet ist.

Die Messmanschette dient insbesondere als Überwachungsvorrichtung für die nächtliche Anschwellung und Steifigkeit des Penis. Die Überwachung der nächtli- chen Penisanschwellung wird als diagnostisches Verfahren eingesetzt, um festzu- stellen, ob eine vorhandene männliche Impotenz psychogener oder organischer Natur ist. Von daher ist der mindestens eine Sensor der Messmanschette ausge- bildet ist, direkt oder indirekt das Auftreten einer insbesondere nächtlicher Erek- tion des Anwenders zu erfassen. Die Auswerte- und Diagnoseeinheit des Diagno- sesystems ist ausgebildet, anhand der von dem mindestens einen Sensor erfass- ten Messgrößen die Wahrscheinlichkeit oder das Risiko des Vorliegens einer erek- tilen Dysfunktion oder einen eine erektile Dysfunktion identifizierenden Biomarker abzuleiten.

Die erektile Dysfunktion ist eine schwerwiegende Erkrankung. Dank moderner Un- tersuchungsmethoden ist heute bekannt, dass in der überwiegenden Zahl der Fälle organische Leiden eine Rolle spielen. Treten jedoch gleichzeitig nächtliche Erektionen auf, sind psychische Ursachen anzunehmen.

Der vorliegenden Erfindung liegt insbesondere die Erkenntnis zugrunde, dass die erektile Dysfunktion häufig auch Vorbote anderer, noch schwerer wiegender Er- krankungen ist. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die erektile Dysfunktion oft ein Hinweis auf bevorstehenden Herzinfarkt und Schlaganfall ist, da die Blut- gefäße des Penis denen des Herzens ähneln.

Viele Betroffene gehen aus falscher Scham zunächst nicht zum Andrologen oder Urologen. Oft aber ist eine rasche Untersuchung und Diagnose erforderlich, um Langzeitschäden zu vermeiden. Diagnostik der erektilen Dysfunktion liegt heute primär in der Hand der Urologen. Der Neurologe oder Psychotherapeut wird bei Bedarf konsiliarisch hinzugezogen. In vielen Fällen ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit erforderlich. Der Uro- loge wird zuerst in einem Anamnesegespräch klären, wie die sexuellen Probleme genau aussehen und seit wann sie bestehen. Hierin bieten sich erste Anzeichen, ob es psychische Faktoren gibt, die zum Potenzverlust führen. Es folgt eine Ri- siko- und Medikamentenanamnese, um herauszufinden, ob der Patient Vorerkran- kungen hat, welche zur erektilen Dysfunktion führen könnten, ob er Medikamente mit einem solchen Effekt einnimmt.

Eine körperliche Untersuchung und der Ultraschall können Hinweise auf Verlet- zungen geben; aus einer Blutprobe lässt sich auf hormonelle Störungen schließen. Bei nicht schwerwiegenden Befunden wird der Patient mit PDE-5-Hemmern ver- sorgt. Schlägt die Therapie nicht an oder gibt es Anzeichen für organische Schä- den (z. B. an Gefäßen), werden invasivere Methoden gewählt, um die Ursache zu finden. Hierzu zählen :

• Nächtliche penile Tumeszenz- und Rigiditätsmessung (NPTR-Messung)

• Corpus-Cavernosum-Elektromyogramm (CC-EMG)

• Penile Sympathische Hautantwort (PSH)

• Schwellkörperinjektionstestung (SKIT)

• Pharmakophalloarteriographie (PPAG)

• Pharmakokavernosometrie und -graphie (PKMG)

Die NPTR-Messung zeichnet nächtliche Erektionen auf. Ein Gesunder hat diese drei- bis sechsmal pro Nacht, mindestens zehn Minuten lang. Treten sie beim Kranken auf, ist eine organische Störung ausgeschlossen, es muss psychische Gründe für die erektile Dysfunktion geben. Bei der SKIT, die auch als Schwellkör- perinjektionstherapie genutzt wird, wird durch Medikamente (Papaverin, Phento- lamin und Prostaglandin) eine Erektion hervorgerufen. Hält sich diese über 15 Mi- nuten, kann eine Störung der Gefäße mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlos- sen werden. Eine während des Anflutens des Blutes gemachte Duplexsonographie bietet während dessen objektive Daten über den Blutfluss. CC-EMG und PSH mes- sen Nerven- bzw. Muskelaktivitäten. Mit ihnen können also nervöse und musku- läre Leiden ausgeschlossen werden. Bringt die SKIT ein verdächtiges Ergebnis, können mittels PPAG arterielle und mittels PKMG venöse Ursachen gesucht wer- den. Beim PPAG werden die Arterien des Schwellkörpers mit Kontrastmittel und Röntgengerät dargestellt. Beim PKMG wird der Druck im Penis gemessen, wäh- rend dieser durch Medikamente bzw. Kochsalzinfusion steif gehalten wird. Gelingt dies nur unter hohem Fluss von Kochsalz oder gar nicht, wird von einer venösen Abflussstörung ausgegangen.

Diese Methoden haben den Nachteil, dass diese in der Regel nicht ambulant oder gar in der vertrauten Umgebung des Patienten angewandt werden können. Des Weiteren ist bei den bisher verwendeten Methoden zur Diagnose einer erektilen Dysfunktion die Betreuung des Patienten durch medizinische Fachkräften unver- meidbar.

Dies führt häufig dazu, dass ein Betroffener sich scheut, sich auf eine erektile Dysfunktion zu untersuchen. Wenn die Diagnose dann doch erstellt wird, ist es häufig zu spät, das Diagnoseergebnis als ein wirksamer Biomarker für vaskuläre Erkrankungen, insbesondere einen bevorstehenden Herzinfarkt oder Schlaganfall zu deuten.

Mit dem mobilen Diagnosesystem gemäß der Erfindung ist es in einer einfachen Art und Weise möglich, eine erektile Dysfunktion zu diagnostizieren bzw. die für eine erektile Dysfunktion sprechenden Indikatoren zu erfassen, wie insbesondere das Ausbleiben von nächtlichen Erektionen. Das Diagnosesystem gestattet es, dass ein Betroffener alle für die Diagnose notwendigen Schritte ohne das Hinzu- ziehen von medizinischen Fachkräften in seiner vertrauten Umgebung vornehmen kann, wobei gleichzeitig seine gewöhnlichen Lebensumstände nicht oder nicht wirklich beeinträchtigt werden.

Hierzu ist vorgesehen, dass der Sensor als eine Messmanschette ausgebildet ist, welche über den Penis gestülpt wird. Die Manschette besteht aus einem textilen Material, welches dehnbare Fasern aufweisen kann, so dass ein optimaler Trag- komfort sichergestellt ist. Der mindestens eine Sensor des Diagnosesystems ist dabei derart in dem textilen Material der Messmanschette integriert oder gar Teil des textilen Materials, dass dieser haptisch unauffällig ist.

Das mobile Diagnosesystem weist ferner ein (getrennt von dem Messmodul aus- geführtes) Auswertemodul mit einer Auswerte- und Diagnoseeinheit auf. Die Aus- werte- und Diagnoseeinheit ist ausgebildet, die von dem mindestens einen Sensor erfasste Messgröße auszuwerten und entsprechend einen eine vaskuläre Erkran- kung identifizierenden Biomarker abzuleiten.

Der mindestens eine Sensor des Diagnosesystems kann als ein von der Messman- schette entfernbares Sensormodul ausgebildet sein. Allerdings ist es im Hinblick auf den Tragkomfort von Vorteil, wenn der mindestens eine Sensor in dem texti- len Material der Messmanschette integriert ist. Alternativ oder zusätzlich ist es hierzu auch denkbar, den Sensor zumindest bereichsweise selber aus einem texti- len Material oder einem ähnlichen flexiblen und haptisch angenehmen Material auszubilden.

Gemäß Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung weist das Diagnosesystem eine dem Messmodul zugeordnete Speichereinheit auf, um Messgrößen, die inner- halb einer vorgegebenen oder vorgebbaren Zeitperiode von dem mindestens ei- nen Sensor erfasst wurden, entsprechend Zwischenspeichern zu können. In die- sem Zusammenhang ist es beispielsweise denkbar, wenn der mindestens eine Sensor über eine Datenleitung in Kommunikationsverbindung mit der Speicherein- heit steht oder bringbar ist, um insbesondere bedarfsweise oder kontinuierlich die von dem mindestens einen Sensor erfassten Messgrößen zu der Speichereinheit zu übertragen. Dabei bietet es sich im Hinblick auf den Tragkomfort an, wenn die Datenleitung entweder in dem textilen Material der Messmanschette integriert ist oder aus einem entsprechenden Material, insbesondere textilen Material besteht, um einen haptisch angenehmen beziehungsweise unauffälligen Eindruck zu ver- mitteln.

Gemäß Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung weist die Speichereinheit, welche dem Messmodul des Diagnosesystems zugeordnet ist, eine entsprechende Schnittstelle auf, über welche die in der Speichereinheit zwischengespeicherten Messgrößen des mindestens einen Sensors bedarfsweise oder kontinuierlich vor- zugsweise drahtlos zu der Auswerte- und Diagnoseeinheit des Auswertemoduls übertragbar sind.

Durch diese Trennung zwischen dem Messmodul und dem Auswertemodul ist es insbesondere möglich, dass an dem Körper des Anwenders möglichst wenig Kom- ponenten anliegen beziehungsweise angebracht sind, um den Tragkomfort zu ver- bessern. Damit die Messmanschette bedarfsweise gereinigt, insbesondere gewaschen wer- den kann, ist es von Vorteil, wenn die dem Messmodul zugeordnete Speicherein- heit lösbar mit der Messmanschette direkt oder indirekt verbunden ist. Hierbei ist es beispielsweise aber auch denkbar, wenn die Speichereinheit nicht an der Mess- manschette selber, sondern beispielsweise an einem Brustring oder dergleichen vorgesehen ist. Auch ist es denkbar, wenn der mindestens eine Sensor drahtlos mit der Speichereinheit kommuniziert, um die entsprechenden Daten übertragen zu können.

Gemäß einer besonders bevorzugten Realisierung des erfindungsgemäßen Diag- nosesystems ist vorgesehen, dass die Auswerte- und Diagnoseeinheit ausgebildet ist, anhand der von dem mindestens einen Sensor erfassten Messgrößen die Wahrscheinlichkeit oder das Risiko des Vorliegens einer erektilen Dysfunktion oder einen eine erektile Dysfunktion identifizierenden Biomarker abzuleiten. Ins- besondere sollte die Auswerte- und Diagnoseeinheit ausgebildet sein, anhand von über einen festgelegten oder festlegbaren Zeitraum von dem mindestens einen Sensor erfassten Messgrößen die Wahrscheinlichkeit oder das Risiko des Vorlie- gens einer erektilen Dysfunktion oder einen eine erektile Dysfunktion identifizie- renden Biomarker abzuleiten, um die Zuverlässigkeit und Reproduzierbarkeit der Auswertung zu optimieren. Darüber hinaus kann auch eine Krankheitsentwicklung entsprechend verfolgt oder aufgezeichnet werden.

Gemäß einer Weiterbildung der zuletzt genannten Ausführungsformen ist die Aus- werte- und Diagnoseeinheit insbesondere ausgebildet, über die abgeleitete Wahr- scheinlichkeit beziehungsweise das abgeleitete Risiko des Vorliegens einer erekti- len Dysfunktion oder über den abgeleiteten, eine erektile Dysfunktion identifizie renden Biomarker das Risiko einer vaskulären Erkrankung oder das Risiko des Vorliegens einer vaskulären Erkrankung abzuschätzen.

In vorteilhafter Weise sollte die Auswerte- und Diagnoseeinheit eine Displayein- richtung oder dergleichen Kommunikationseinrichtung aufweisen, um von aus den von dem mindestens einen Sensor erfassten Messgrößen abgeleiteten Biomarker optisch oder akustisch auszugeben. Insbesondere bietet es sich in diesem Zusam- menhang an, wenn die Auswerte- und Diagnoseeinheit als Anwendungssoftware insbesondere im Bereich mobiler Betriebssysteme ausgeführt ist. Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen schema- tisch eine exemplarische Ausführungsform des erfindungsgemäßen Diagnosesys- tems beschrieben.

Es zeigt:

FIG. 1 schematisch eine exemplarische Ausführungsform des erfindungsge- mäßen Diagnosesystems.

Das erfindungsgemäße Diagnosesystem 1, welches schematisch in FIG. 1 darge- stellt ist, ist insbesondere als mobiles Diagnosesystem 1 ausgeführt, um die An- wendbarkeit zu Hause zu ermöglichen.

Insbesondere ist bei der exemplarischen Ausführungsform des erfindungsgemä- ßen Diagnosesystems 1 das Messmodul 2 und insbesondere die Messmanschette 3 mit dem mindestens einen darin integrierten Sensor 4 ausgelegt, eine Diagnostik der erektilen Dysfunktion durchzuführen.

Das erfindungsgemäße Diagnosesystem 1, wie es schematisch in FIG. 1 gezeigt ist, ist insbesondere ausgelegt, einen Biomarker für eine vaskuläre Erkrankung zu liefern.

Gerade bei vaskulären Erkrankungen, zu deren Behandlung der Patient möglicher- weise jahrelang Medikamente mit entsprechenden Nebenwirkungen einnehmen muss, ist die sichere Diagnose der Erkrankung essentiell. Hier gewinnen Biomar- ker mehr und mehr an Bedeutung, denn sie können eine schwierige Diagnose ab- sichern oder sie sogar erst ermöglichen. Insbesondere vaskulären Erkrankungen geht häufig ein frühes, symptomloses Krankheitsstadium voraus. In dieser Phase helfen Biomarker, symptomfreie Risikopersonen rechtzeitig und zuverlässig zu identifizieren.

Das erfindungsgemäße Diagnosesystem 1 ermöglicht es durch Selbstmessung ei- nen entsprechenden Biomarker für die Diagnostik zu gewinnen. Insbesondere ge- stattet das erfindungsgemäße System einen Schnelltest, so dass das Resultat aus dem Biomarkernachweis innerhalb von wenigen Tagen vorliegt, was für einen zü- gigen Therapiebeginn durch einen behandelnden Arzt von Bedeutung ist. In FIG. 1 ist schematisch der mindestens eine Sensor 4 des Messmoduls 2 ge- zeigt, welcher vorzugsweise in der Messmanschette 3 integriert ist. Ebenfalls ist schematisch eine dem Messmodul 2 zugeordnete Speichereinheit 5 gezeigt, in welcher die innerhalb einer vorgegebenen oder vorgebbaren Zeitperiode von dem mindestens einen Sensor 4 erfassten Messgrößen zwischengespeichert werden.

Die dem Messmodul 2 zugeordnete Speichereinheit 5 ist vorzugsweise über eine drahtlose Kommunikationsverbindung 6 mit dem Auswertemodul 7 des Diagnose- systems 1 verbindbar. Denkbar in diesem Zusammenhang ist beispielsweise eine Funkverbindung oder eine Bluetoothverbindung. Über diese Kommunikationsver- bindung 6 kann bedarfsweise oder kontinuierlich von dem Auswertemodul 7 die in der Speichereinheit 5 zwischengespeicherten Messgrößen abgefragt und ausgele- sen werden. Die Auswerte- und Diagnoseeinheit bzw. das Auswertemodul 7 ist ausgebildet, anhand der von dem mindestens einen Sensor 4 erfassten Messgrößen die Wahr- scheinlichkeit oder das Risiko des Vorliegens einer erektilen Dysfunktion oder ei- nen eine erektile Dysfunktion identifizierenden Biomarker abzuleiten. Über diesen Biomarker wiederum ist von der Auswerte- und Diagnoseeinheit eine Abschätzung über das Risiko einer vaskulären Erkrankung oder das Risiko des Vorliegens einer vaskulären Erkrankung möglich, welches auf einer entsprechenden Displayeinrich- tung dem Anwender gezeigt wird.