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Patent Searching and Data


Title:
MOBILE PACKAGE SORTING INSTALLATION AND METHOD
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/072509
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a mobile package sorting installation (100) which comprises: a container-like housing (10) that has a roof (12), a base (18) and lateral walls (14), at least parts of which can be opened, and which enclose, when in the closed state, a - preferably self-contained - inner chamber (16); a package sorting belt (22) having a package infeed part (24), a package conveyor part (28) and a plurality of package discharge parts (30) that are or can be operatively connected to the package infeed part (24) via the package conveyor part (28); and a control unit (36) that controls the package sorting belt (22) on the basis of package distribution information in order to selectively convey packages to said package discharge parts (30), wherein the package sorting belt (22) is located in the container-like housing (10), and said container-like housing (10) can be relocated, along with the package sorting belt (22) and the control unit (36), onto a lorry and/or a lorry trailer (34).

Inventors:
VOGEL, Meike (Seebacher Str. 91, Bad Duerkheim, 67098, DE)
FISCHER, Claus (Oberdorfstr. 40c, Duesseldorf, 40489, DE)
Application Number:
EP2018/075351
Publication Date:
April 18, 2019
Filing Date:
September 19, 2018
Export Citation:
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Assignee:
KFL GMBH (Seebacher Strasse 91, Bad Duerkheim, 67098, DE)
International Classes:
B07C3/00
Domestic Patent References:
WO2005111954A12005-11-24
WO2018106800A12018-06-14
WO2005111954A12005-11-24
Foreign References:
DE102010013963A12011-10-06
CN105905019A2016-08-31
DE10240229B32004-02-05
EP3254893A12017-12-13
EP1298552A12003-04-02
Attorney, Agent or Firm:
WITTE, WELLER & PARTNER ||PATENTANWAELTE MBB (Postfach 10 54 62, Stuttgart, 70047, DE)
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Claims:
Patentansprüche

Mobile Paketsortieranlage, mit einem containerartigen Gehäuse (10) mit einem Dach (12), einem Boden (18) und zumindest zum Teil zu öffnenden Seitenwänden (14), die im geschlossenen Zustand einen - vorzugsweise abgeschlossenen - Innenraum (16) umhäusen, einer Paketsortierstrecke (22) mit einem Paketzuführteil (24), einem Paketförderteil (28) und einer Vielzahl von Paketentnahmeteilen (30), die über den Paketförderteil (28) mit dem Paketzuführteil (24) betriebsmäßig verbunden oder betriebsmäßig verbindbar sind, und einer Steuereinheit (36), die die Paketsortierstrecke (22) in Abhängigkeit von Paketverteilinformationen steuert, um Pakete selektiv an die Paketentnahmeteile (30) zu befördern, wobei die Paketsortierstrecke (22) in dem containerartigen Gehäuse (10) angeordnet ist, und wobei das containerartige Gehäuse (10) mit der Paketsortierstrecke (22) und der Steuereinheit (36) auf einen Lastkraftwagen und/oder Lastkraftwagenanhänger (34) verlastbar ist.

Mobile Paketsortieranlage nach Anspruch 1 , wobei die Steuereinheit (36) in dem oder an dem containerartigen Gehäuse (10) angeordnet ist.

Mobile Paketsortieranlage nach Anspruch 1 oder 2, wobei das containerartige Gehäuse (10) eine Vielzahl von containerartigen Gehäusemodulen besitzt, die jeweils auf einen Lastkraftwagen verlastbar sind.

4. Mobile Paketsortieranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das containerartige Gehäuse (10) mit der Paketsortierstrecke (22) auf einem Fahrgestell montiert ist.

5. Mobile Paketsortieranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Paketförderteil (28) einen Antrieb aufweist, mit dem die Pakete in einer Vorzugsrichtung befördert werden können.

6. Mobile Paketsortieranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Paketsortierstrecke (22) Auswerfer aufweist und wobei die Steuereinheit (36) dazu eingerichtet ist, ein Paket mit Hilfe der Auswerfer einem ausgewählten Paketentnahmeteil (30) zuzuführen.

7. Mobile Paketsortieranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Steuereinheit (36) dazu eingerichtet ist, über eine Schnittstelle mit einem mobilen Endgerät zu kommunizieren.

8. Mobile Paketsortieranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Steuereinheit (36) ein eingebettetes System auf Basis eines ARM Prozessors aufweist.

9. Mobile Paketsortieranlage nach Anspruch 4, wobei das Fahrgestell eine Wegfahrsperre aufweist.

10. Mobile Paketsortieranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die mobile Paketsortieranlage (100) ein Sicherheitssystem aufweist, wobei das Sicherheitssystem zumindest eines von einem Video-Überwachungssystem, einem Neigungssensor und/oder einer Brandmeldeanlage aufweist.

1 1 . Mobile Paketsortieranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei die mobile Paketsortieranlage (100) eine Identifikationsnummer aufweist, die dazu eingerichtet ist, die mobile Paketsortieranlage zu kennzeichnen.

12. Mobile Paketsortieranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 1 1 , ferner mit einem globalen Positionsbestimmungssystem.

13. Mobile Paketsortieranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 12, ferner mit einem Konsolidierungsspeicher (26), wobei der Konsolidierungsspeicher (26) in dem Innenraum (16) des containerartigen Gehäuses (10) angeordnet ist und dazu eingerichtet ist, Pakete zwischenzuspeichern.

14. Mobile Paketsortieranlage nach Anspruch 13, wobei der Konsolidierungsspeicher (26) ein Regalsystem mit Regalböden aufweist, wobei die Regalböden ein Fördersystem für Pakete aufweisen.

15. Mobile Paketsortieranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei die mobile Paketsortieranlage (100) zusätzlich zu dem zumindest einen containerartigen Gehäusemodul eine Paketklappe (32) aufweist.

16. Verfahren zur Sortierung von Paketen, das aufweist:

Bereitstellen und Aufbauen einer mobilen Paketsortieranlage (100) mit: einem containerartigen Gehäuse (10) mit einem Dach (12), einem Boden (18) und zumindest zum Teil zu öffnenden Seitenwänden (14), die im geschlossenen Zustand einen - vorzugsweise abgeschlossenen - Innenraum (16) umhäusen, einer Paketsortierstrecke (22) mit einem Paketzuführteil (24), einem Paketförderteil (28) und einer Vielzahl von Paketentnahmeteilen (30), die über den Paketförderteil (22) mit dem Paketzuführteil (24) betriebsmäßig verbunden oder betriebsmäßig verbindbar sind, und einer Steuereinheit (36), die die Paketsortierstrecke (22) in Abhängigkeit von Paketverteilinformationen steuert, um Pakete selektiv an die Paketentnahmeteile (30) zu befördern, wobei die Paketsortierstrecke (22) in dem containerartigen Gehäuse (10) angeordnet ist, und wobei das containerartige Gehäuse (10) mit der Paketsortierstrecke (22) und der Steuereinheit (36) auf einen Lastkraftwagen und/oder Lastkraftwagenanhänger (34) verlastbar ist; und

Abbauen der mobilen Paketsortieranlage (100).

Description:
MOBILE PAKETSORTIERANLAGE UND -VERFAHREN

Die vorliegende Erfindung betrifft eine neue Paketsortieranlage und ein Verfahren für das Sortieren von Paketen, bei welchem die neue Paketsortieranlage verwendet wird. Eine gattungsgemäße Anlage ist aus der EP 1 298 552 A1 bekannt.

Das Aufkommen an Waren, die über das Internet bestellt und auf dem Versandweg ausgeliefert werden, ist von stetig steigender Bedeutung. Dies liegt vor allem an der hohen zeitlichen und örtlichen Flexibilität, die der Internethandel den Benutzern bzw. Kunden bietet. Beispielsweise ist ein vollbeschäftigter Arbeitnehmer nicht mehr auf die Ladenöffnungszeiten einer Warenhauskette oder eines Einzelhandelsgeschäfts angewiesen, sondern kann seine Erledigungen und Einkäufe zu jeder Tages- und Nachtzeit über das Internet unabhängig von dem eigenen Aufenthaltsort abarbeiten. Um dieser stetig steigenden Nachfrage nachzukommen bauen Logistikunternehmen zumeist in ländlichen Gebieten oder auf Brachflächen große überregionale Logistikumschlagzentren, in denen mehrere überregionale / internationale Großlieferungen eintreffen. Vor Ort werden die Pakete je nach Zielregion sortiert und durch Lastkraftwagen in regionale Logistikzentren verfrachtet. Für die Zustellung zum Kunden bzw. Endverbraucher werden die in den regionalen Logistikzentren eintreffenden Pakete je nach Zielgebiet (z.B. ein Stadtbezirk, oder ein Stadtkreis) auf Kleintransporter verladen, die die Zustellung zum Kunden übernehmen. Die auf den verbleibenden Kurzstrecken eingesetzten Kleintransporter verfügen im Vergleich zu Lastkraftwagen über ein wesentlich geringeres Beladevolumen, wodurch für die Verteilung von regionalen Logistikzentren zu den Endkunden bei großem Paketaufkommen eine Vielzahl von Kleintransportern eingesetzt werden muss, die gesamthaft gerade in verkehrsreichen Städten zu einer Zusatzbelastung für die Umwelt und den Straßenverkehr beitragen. Dieses Problem kann nicht einfach durch den Einsatz von Lastkraftwagen mit größerem Beladevolumen behoben werden, da diese aufgrund ihrer großen Dimensionierung gerade in städtischen Gebieten oftmals nur eingeschränkt rangierfähig sind.

Durch die Bereitstellung von stationären Paketstationen, welche gerade in städtischen Gebieten zumeist in der Nähe von Einkaufszentren und auf Parkplätzen großer Lebens- mittelketten für die Kunden bereitgestellt werden, wurde die oben genannte Problematik zumindest teilweise verbessert.

[0005] Die herkömmliche Nutzung des Versandwegs bedeutet, dass der Versender nur zu

bestimmten Öffnungszeiten des Logistikunternehmens eine Sendung aufgeben kann und dass der Empfänger die Sendung nur zu bestimmten Auslieferzeiten des Logistikunternehmens entgegennehmen kann. Dieses Zeitfenster ist in der Regel mit einem üblichen Tagesablauf, insbesondere bei Berufstätigen, nur schwer in Einklang zu bringen.

[0006] Durch die Paketstationen wird für den Kunden die Möglichkeit bereitgestellt, sich ein

Paket zu einer Paketstation seiner Wahl liefern zu lassen und es nach Beendigung seiner Arbeitszeit an dieser abzuholen, ohne auf die Servicezeiten des Logistikunternehmens angewiesen zu sein. Zudem bietet dieses Konzept für das Logistikunternehmen die Möglichkeit, eine Vielzahl von Paketen an einer Paketstation abzugeben (oder Retouren aufzunehmen), die sonst an eine Vielzahl von Adressen zugestellt werden müssten.

[0007] Im einfachsten Fall bietet die Paketstation einem Empfänger die Möglichkeit, dass seine

Sendung in der Paketstation hinterlegt wird und dort vom Empfänger rund um die Uhr abgeholt werden kann. Eine Paketstation kann aber auch einem Versender die Möglichkeit bieten, eine Sendung in der Paketstation einzulagern, wobei die Sendung dann zu den üblichen Arbeitszeiten des Versandunternehmens von der Paketstation abgeholt und auf den Versandweg gebracht wird.

[0008] Die eingangs genannte EP 1 298 552 A1 offenbart eine Paketstation mit einer Mehrzahl von vordefinierten Fächern. Möchte ein Logistikunternehmen eine Sendung zur Abholung bereitstellen, so lagert das Logistikunternehmen die Sendung in der Paketstation ein und verschafft dem Empfänger der Sendung eine Zugangsberechtigung, bspw. in Form eines Zahlencodes oder einer Chipkarte. Wenn der Empfänger seine Sendung abholen möchte, so erkennt die Paketstation anhand der Zugangsberechtigung welche Sendung an den Empfänger ausgegeben werden soll. In der Paketstation wird das Fach mit der gewünschten Sendung so verlagert, dass es vor einer verschlossenen Öffnung in der Paketstation zu ruhen kommt. Anschließend gibt die Paketstation den Teil der verschließbaren Öffnung frei, der zur Entnahme der gewünschten Sendung erforderlich ist. Nach der Entnahme der Sendung wird die Öffnung wieder verschlossen. Eine vergleichbare Paketstation ist auch aus der WO 2005/1 1 1954 A1 bekannt.

Nachteilig an diesen Paketstationen ist jedoch, dass für das oben beschriebene Problem der Verteilung von Paketen auf Zielgebiete und dem damit verbundenen hohen Bedarf an Kleintransportern keine Lösung bereitgestellt wird, die saubere, leise, effektive und damit zukunftssichere Logistikkonzepte in unsere Städte bringt.

Somit ist es eine Aufgabe der hier vorliegenden Erfindung, ein Anlage zu entwickeln, durch die der Liefer- und Logistikverkehr effizienter und ressourcenschonender gestaltet werden kann und damit ein Beitrag zur Luftreinhaltung in Städten geleistet werden kann.

Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird diese Aufgabe ausgehend von der eingangs genannten mobilen Paketsortieranlage dadurch gelöst, dass die Paketsortieranlage mobil ist und ein containerartiges Gehäuse mit einem Dach, einem Boden und zumindest zum Teil zu öffnenden Seitenwänden aufweist, die im geschlossenen Zustand einen - vorzugsweise abgeschlossenen - Innenraum umhäusen. Zudem weist die mobile Paketsortieranlage eine Paketsortierstrecke mit einem Paketzuführteil, einem Paketförderteil und einer Vielzahl von Paketentnahmeteilen auf, die über den Paketförderteil mit dem Paketzuführteil betriebsmäßig verbunden oder betriebsmäßig verbindbar sind. Ferner weist die mobile Paketsortieranlage eine Steuereinheit auf, die die Paketsortierstrecke in Abhängigkeit von Paketverteilinformationen steuert, um Pakete selektiv an die Paketentnahmeteile zu befördern, wobei die Paketsortierstrecke in dem containerartigen Gehäuse angeordnet ist, und wobei das containerartige Gehäuse mit der Paketsortierstrecke und der Steuereinheit auf einen Lastkraftwagen und/oder Lastkraftwagenanhänger verlastbar ist.

Gemäß einem weiteren Aspekt wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zur Sortierung von Paketen gelöst, wobei das Verfahren ein Bereitstellen und Aufbauen einer mobilen Paketsortieranlage gemäß Anspruch 1 sowie ein Abbauen der mobilen Paketsortieranlage gemäß Anspruch 1 umfasst. [0013] Pakete im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Gegenstände, die aufgrund ihrer Art, Größe, Form und Gewicht einzeln oder in Gruppen von Hand in eine logistische Transportkette eingebracht und dort automatisiert als Stückgüter verarbeitet werden können. Pakete im Sinne der vorliegenden Erfindung beinhalten somit handelsübliche Postpakete, aber auch kleine Päckchen, Großbriefe, normale Briefe sowie offene oder geschlossene Transportkisten, in denen wiederum eine Anzahl von kleineren Gegenständen einzeln oder in Gruppen enthalten sein können.

[0014] Die mobile Paketsortieranlage befindet sich in transportfähigem Zustand innerhalb

zumindest eines containerartigen Gehäuses, das mit einem konventionellen Lastkraftwagen und/oder Lastkraftwagenanhänger oder einem autonom fahrenden Fahrzeug (Chassis) auf üblichen Verkehrswegen von einem Ort zu einem anderen Ort transportiert werden kann. Das containerartige Gehäuse kann in Ausgestaltungen bspw. auch auf einem autonom fahrenden Fahrzeug(-gestell) montiert sein und durch dieses auf autonome Weise bewegt werden. In einigen Ausführungsbeispielen ist dieses containerartige Gehäuse ein Frachtcontainer, wie z.B. ein Seefrachtcontainer nach Maßgabe der internationalen Normung ISO 668. Solche Container verfügen über standardisierte Maße und besitzen eine Länge von z.B. 20 Fuß (6,096 m) oder 40 Fuß (12,192 m). Hierbei kann für die Konstruktion der mobilen Paketsortieranlage im einfachsten Fall die Rahmen struktur eines solchen Containers verwendet werden. Das Dach kann aus einem teil- oder volltransparenten Material hergestellt sein. Auch die Seitenwände können teil- oder volltransparente Sichtfenster aufweisen. Falls ein höherer Sicherheitsstandard benötigt wird, können auch einbruchssichere Materialien, z.B. Metallfaserverstärkte Kunststoffe, eingesetzt werden. Die Seitenwände können in einer möglichen Ausgestaltung z.B. am Dachrahmen des containerartigen Gehäuses durch zumindest zwei Gelenkverbindungen dachseitig befestigt und in vertikaler oder horizontaler Richtung aufklappbar sein. Vorteilhaft kann zumindest eine dieser Gelenkverbindungen mit einem Stellmotor, wie insbesondere einem elektrischen Antrieb, gekoppelt sein, über welchen eine Öffnungs- oder Schließbewegung teil- oder vollautomatisch ausführbar ist. In anderen Ausgestaltungen können die zumindest zum Teil zu öffnenden Seitenwände bspw. durch ein oder mehrere Roll- und/oder Schiebetüren realisiert sein, die sich bspw. nach oben oder zur Seite hin öffnen lassen. Es ist vorteilhaft, dass die zumindest zum Teil zu öffnenden Seitenwände in geschlossenem Zustand zumindest am Boden des containerartigen Gehäuses durch einen Verriegelungsmechanismus bzw. einen Verschluss gegen ein unbefugtes Öffnen und ein damit verbundenes unbefugtes Eindringen in den Innenraum des containerartigen Gehäuses gesichert sind. Es sei noch erwähnt, dass der Innenraum bei geöffneten Seitenteilen durch eine Rahmenstruktur des containerartigen Gehäuses umrandet ist. Durch das Öffnen der Seitenteile wird somit nicht die Fläche des Innenraums vergrößert, sondern wie bereits erwähnt, eine vergrößerte überdachte Fläche bereitgestellt. Die Paketsortierstrecke beinhaltet vorteilhaft ein Förderband, eine Rollenbahn oder einen anderen Fördermechanismus, mit welchem Pakete im Innenraum des containerartigen Gehäuses rotatorisch und/oder translatorisch bewegt werden können. Es kann vorteilhaft sein, wenn sich ein Teil der Paketsortierstrecke bei betriebsfertig aufgebauter Paketsortieranlage über den Innenraum heraus, bis auf die durch die Seitenteile überdachte Fläche und ggf. darüber hinaus erstreckt, da dadurch ein Beladen und Entladen für ankommende und abfahrende Lieferfahrzeuge vereinfacht wird. Unter einem Paketzuführteil wird im vorliegenden Fall ein Zugang zu der Paketsortierstrecke verstanden, durch den Pakete der Paketsortierstrecke definiert zugeführt werden können. Ein solcher Paketzuführteil kann z.B. durch eine Art Rampe oder Klappe bspw. mit einem separat angetriebenen Förderelement (z.B. ein Laufrollenband) oder ohne ein separat angetriebenes Förderelement realisiert sein. Vorteilhaft ist im Bereich des Paketzuführteils ein Lesegerät angeordnet, das dazu eingerichtet ist, zugeführte Pakete zu detektieren und/oder zu identifizieren. Das heißt mit anderen Worten, ankommende Pakete werden über den Paketzuführteil zu dem Paketförderteil befördert, wobei dieser Vorgang entweder manuell, teil- oder vollautomatisch ausgeführt werden kann. Der Paketförderteil weist entlang der Förderstrecke eine Vielzahl von Paketentnahmeteilen auf. Solche Entnahmeteile können zum Beispiel durch Abwurfarme, Rutschen oder andere seitliche Ausgänge entlang des Paketförderteils realisiert sein. Beispielsweise ist eine Realisierung über ein Förderband mit verschiedenen Abzweigungen möglich. Somit kann z.B. ein zu sortierendes Paket über den Paketzuführteil der mobilen Paketsortieranlage zugeführt werden. Vorteilhaft wird das Paket entweder manuell oder durch eine geeignete Sensorik erfasst. Aus den daraus resultierenden Paketinformationen kann z.B. der spätere Zielort des Paketes bestimmt werden, durch welchen wiederum der Paketentnahmeteil definiert wird. Auf Grundlage dieser Information kann das Paket somit über den Paketförderteil zu dem Paketentnahmeteil transportiert werden, an welchem es dann entweder manuell, teil- oder vollautomatisch entnommen werden kann.

[0016] Unter der Formulierung„betriebsmäßig verbunden oder betriebsmäßig verbindbar" wird hier vorliegend verstanden, dass die Verbindung zwischen dem Paketzuführteil und dem Paketförderteil bzw. zwischen dem Paketförderteil und der Vielzahl von Paketentnahmeteilen entweder bereits vor dem Aufbau der mobilen Paketsortieranlage besteht, oder eine solche Verbindung im Zuge eines Aufbaus hergestellt werden kann.

[0017] Die Steuereinheit der mobilen Paketsortieranlage kann mit anderen Worten als

Schaltzentrale bezeichnet werden, von weicher teil- oder vollautomatisierte Prozesse, die mit dem Aufbau, dem Betrieb oder dem Abbau der mobilen Paketsortieranlage in Verbindung stehen, gesteuert werden. Mit dieser Steuereinheit sind zudem die in der mobilen Paketsortieranlage verbaute Sensoren, Aktoren und/oder Sicherheitseinrichtungen verbunden und können über diese Steuereinheit gesteuert werden. Neben zumindest einem leistungsstarken Prozessor sowie einem leistungsstarken Arbeitsspeicher, ist es vorteilhaft, wenn die Steuereinheit eine hardwareseitige (z.B. eine Festplatte) oder eine virtuelle (z.B. eine Cloud) Speichereinheit aufweist, in welcher Daten, Protokolle von Prozessabläufen und/oder Programme hinterlegt werden können.

[0018] Des Weiteren ist es von Vorteil, dass z.B. in Kombination mit einem sich autonom

beladenden Regalsystem (OneShot), das z.B. in einen Kleintransporter geschoben werden kann sowie z.B. durch einen oder mehrere autonom fahrende mobile Assistenten bzw. fahrerlose Transportfahrzeuge, ein vollautomatisches Sortierdepot in kürzester Zeit in vakanten Hallen oder auf Parkplatzen aufgebaut werden kann. Die durch die mobile Paketsortieranlage ausgeschleusten Pakete können bspw. automatisch auf AGVs (autonom fahrende Fahrzeuge) befördert werden. Mittels dieser AGVs können die entladenen Pakete vorzugsweise an eine entsprechende Zieldestination (z.B. in eine Halle) verbracht werden. Die Zieldestination kann auch ein sich selbst beladendes Regalsystem sein, das bspw. von einem Fahrer als Ganzes in ein Auslieferfahrzeug geschoben werden kann. Mietet z.B. ein Paketlogistik-Unternehmen in den frühen Morgenstunden eine verfügbare, vakante Lagerhalle, einen Sportplatz oder einen Supermarktparkplatz, hat dieser Unternehmer so die Möglichkeit, auf einer zu dieser Zeit ungenutzten Fläche seine Pakete z.B. mitten in einer Stadt zu sortieren. Die Verlagerung der logistischen Sortierung und Verteilung von Paketen an wechselnde Einsatzorte wird durch die Kombination einer automatischen Sortierstrecke auf einem Lastkraftwagen und/oder -anhängern ermöglicht.

Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung weist die mobile Paketsortieranlage zumindest zum Teil zu öffnende Seitenwände auf, die zumindest teilweise nach oben aufklappbar sind und in aufgeklapptem Zustand arretierbar sind.

Dies hat den Vorteil, dass aufklappbare Seitenteile in aufgeklapptem Zustand eine Dachfunktion übernehmen können und somit zusätzlichen Schutz vor Wettereinflüssen bieten. Die Arretierbarkeit der Seitenwände kann beispielsweise durch zusätzliche, arretierbare Stützen realisiert sein. Dabei ist es vorteilhaft, bei der Auslegung der Seitenwände eventuelle statische Belastungen, z.B. durch Schneelasten, aber auch dynamische Belastungen, z.B. durch Windböen, zu berücksichtigen. Konstruktiv ist es dabei von Vorteil zusätzliche ausklappbare, ausfahrbare und/oder separat montierbare Stützstreben bzw. Abstützelemente wie z.B. Pfosten vorzusehen, die bevorzugt mit einem Gegengewicht und/oder mit einer Verankerung am Boden fixiert bzw. stabilisiert werden können. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der mobilen Paketsortieranlage, ist die

Steuereinheit in dem oder an dem containerartigen Gehäuse angeordnet.

Hierbei kann die Steuereinheit innerhalb des containerartigen Gehäuses, aber auch z.B. in Form eines zusätzlichen Außenaufbaus außerhalb des containerartigen Gehäuses angeordnet sein. Sie ist vorteilhaft durch die bekannte IP 54 Schutzart gegen Staub und Spritzwasser bzw. durch die IP 65 Schutzart gegen schräg fallenden Regen oder enorme Staubentwicklung z.B. durch Pappe von Paketen geschützt.

Dies hat den Vorteil, dass in der Steuereinheit verschiedene Befehle bzw.

Ausführungsprotokolle hinterlegt werden können, die entweder über eine interne Bedieneinheit, z.B. einen Knopf, Taster oder Schalter, und/oder über eine externe Bedieneinheit aufgerufen und ausgeführt werden können. Hierbei kann eine Vielzahl verschiedener Protokolle hinterlegt sein. Unter dem Begriff„Ausführungsprotokoll" wird ein computerba- sierter Programmablauf verstanden. Empfängt die Steuereinheit z.B. einen Ausführungsbefehl von z.B. einer Bedieneinheit, startet die Steuereinheit einen Programmcode bzw. ein Ausführungsprotokoll, welches zu dem eingegangenen Steuerbefehl gehört und führt daraufhin das entsprechende Programm aus. Beispielsweise kann über das Betätigen eines Schalters manuell ein Befehl zum Öffnen oder Schließen von einem oder von mehreren Seitenteilen des containerartigen Gehäuses erzeugt werden. Nach der Betätigung des Schalters wird von der Steuereinheit ein entsprechender Befehl durch Starten eines entsprechenden Ausführungsprotokolls ausgeführt. Für diesen beispielhaften Betriebsablauf ist es vorteilhaft, dass die Seitenteile mit einem automatischen Antriebssystem zum Öffnen und Schließen ausgestattet sind, welches mit der Steuereinheit über eines oder mehrere Kabel oder kabellos verbunden ist und somit über die Steuereinheit angesprochen werden kann. Weitere beispielhafte Betriebsabläufe können sich z.B. auf Bewegungsabläufe oder Start- und Stoppvorgänge der Paketsortierstrecke, auf ein Erfassen und/oder Auswerten von Paketverteilinformationen, auf eine Steuerung von Sortierabläufen anhand der Paketverteilinformationen sowie auf eine Steuerung von dem Paketentnahmeteil beziehen. Hierbei können vorteilhaft für jeden beliebigen Betriebsvorgang einzelne oder sich durch Synergieeffekte ergänzende Betriebsabläufe in Form von Ausführungsprotokollen in der Steuereinheit hinterlegt sein. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass bei einer Anordnung der Steuereinheit in dem containerartigen Gehäuse, die mobile Paketsortieranlage bereits betriebsfertig verkabelt ist. Es muss also keine externe Steuereinheit angeschlossen werden, was die Fehleranfälligkeit beim Aufbau und Betrieb mindert. Zudem kann dadurch auch der Verschleiß von Bauteilen verringert werden, da z.B. kein Verkabeln durch Steckverbindungen vor der Inbetriebnahme notwendig ist.

[0024] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung besitzt das containerartige Gehäuse eine Vielzahl von containerartigen Gehäusemodulen, die jeweils auf einen Lastkraftwagen verlastbar sind.

[0025] Dies hat den großen Vorteil, dass durch die Verlastbarkeit auf einem Lastkraftwagen, der

Transport der einzelnen containerartigen Gehäusemodule zu einer Zieldestination erleichtert wird. In anderen Ausgestaltungen kann die Vielzahl von containerartigen Gehäusemodulen vorzugsweise auch jeweils autonom, besonders bevorzugt mit Hilfe eines satellitengesteuerten Navigationssystems, zu einer Zieldestination bewegt werden. Hierbei können die containerartigen Gehäusemodule beispielsweise als Standard ISO 668 Container (10 Fuß, 20 Fuß oder 40 Fuß) ausgeführt sein. Durch diese internationale Normung kann eine Transportierbarkeit z.B. auch durch ausländische Lastkraftwagen sichergestellt werden. Zudem werden diese ISO 668 Standardcontainer weltweit in sehr großen Stückzahlen hergestellt, wodurch ein vorteilhafter Skaleneffekt entstehen kann, welcher zu geringeren Anschaffungskosten führt und die Herstellung der mobilen Paketsortieranlagen wesentlich ökonomischer gestaltet. Zudem sind gängige Lastkraftwagen (aber auch Transportschiffe und Cargo-Flugzeuge) auf diesen ISO 668 Standard ausgelegt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die mobilen Paketsortieranlagen modular aufbaubar (kaskadierbar) und/oder erweiterbar sind. Somit können zum Beispiel größere mobile Paketumschlaganlagen durch eine Vielzahl von modular erweiterbaren einzelnen mobilen Paketsortieranlagen realisiert werden.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung besitzt das containerartige Gehäuse einen selbstragenden Rahmen, an dem das Dach und die Seitenwände befestigt sind.

Ein selbsttragender Rahmen kann horizontal und/oder vertikal verlaufende Balken besitzen, die eine zusätzlich offene Stützstruktur bilden. Das Dach und/oder die Seitenwände können dann die offene Fläche verschließen. Vorteilhaft ist der Rahmen statisch stabil.

Diese Ausgestaltungsform bietet den Vorteil, dass eine Leichtbauweise realisiert werden kann, wodurch der Transport sowie der Aufbau und Abbau erleichtert werden. Zudem gibt es neuartige Materialien, wie z.B. faserverstärkte Verbundwerkstoffe, die neben einer sehr geringen Dichte (d.h. geringes Gewicht) eine hohe Stabilität z.B. gegen Stöße bieten, was zum Beispiel für eine einbruchsichere Ausgestaltung vorteilhaft ist. Ebenfalls kann auf diese Weise ein kostengünstiges Gehäuse bereitgestellt werden. Bei dieser Ausgestaltung kann zudem auf den Einsatz von zusätzlichen Stützelementen verzichtet werden, wodurch der Gesamtaufbau kompakter gestaltet werden kann.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist das containerartige Gehäuse mit der

Paketsortierstrecke auf einem Fahrgestell montiert. Hierbei ist es bevorzugt, dass das containerartige Gehäuse zusammen mit dem

Fahrgestell eine Einheit bildet, d.h. mit diesem entweder reversibel oder irreversibel verbunden ist. Es ist z.B. auch möglich, das Fahrgestell eines Lastkraftwagens oder das Fahrgestell eines Lastkraftwagenanhängers bei dem Aufbau des containerartigen Gehäuses als einen Teil der Stützstruktur bzw. des Rahmens zu verwenden. In einem solchen Fall repräsentiert das Fahrgestell den Unterbau bzw. den Bodenbereich des containerartigen Gehäuses. Dadurch entsteht der Vorteil, dass bei der konstruktiven Auslegung, die Struktur des Fahrgestells in die Gesamtstruktur eingebunden werden kann, wodurch bei der Auslegung die Konstruktion als Ganzes herangezogen werden kann. Zudem bietet diese Ausgestaltungsform den Vorteil, dass die mobile Paketsortieranlage hochgradig mobil ist und somit der terrestrische Transport bedeutend vereinfacht wird. Die mobile Paketsortieranlage kann bei dieser Ausgestaltungsform für den Einsatz bzw. den Aufbau auf einer als Einsatzort ausgewählten Freifläche lediglich geparkt werden, ohne dass ein Kran notwendig ist, der die mobile Paketsortieranlage von dem Fahrgestell auf die Freifläche verlasten muss. Hierdurch können zusätzliche Kosten sowie Arbeitszeit für den Aufbau eingespart werden.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist der Paketförderteil einen elektrischen, hydraulischen oder pneumatischen Antrieb auf, mit dem die Pakete in einer Vorzugsrichtung befördert werden können.

Ein solcher Antrieb bietet den Vorteil, dass während des Betriebes der Paketsortieranlage weniger Störungen, z.B. durch Verklemmen eines Paketes, auftreten, da die Pakete aktiv angetrieben werden. Unter dem elektrischen, hydraulischen oder pneumatischen Antrieb kann hier vorliegend auch eine Vielzahl von elektrischen, hydraulischen oder pneumatischen Antrieben verstanden werden, die an vorteilhaften Positionen bzw. Einbauorten des Paketförderteils angeordnet sein können. Beispielhafte Antriebe können elektrische Stellmotoren sein.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist die Paketsortierstrecke Auswerfer auf, wobei die Steuereinheit dazu eingerichtet ist, ein Paket mit Hilfe der Auswerfer einem ausgewählten Paketentnahmeteil zuzuführen. [0034] Hierbei wird unter dem Begriff„Auswerfer" vorliegend eine Vorrichtung zum Separieren bzw. Vereinzeln einer Vielzahl von sich auf einer Paketsortierstrecke befindenden Paketen verstanden. Die Auswerfer können teil- oder vollautomatisch angesteuert sein und helfen in einer vorteilhaften Ausführungsform, die Pakete in verschiedene Zieldestinationen innerhalb der Sortieranlage (z.B. wenn eine Unterteilung der Pakete in verschiedene Stadtbezirke vorgenommen wird) zu vereinzeln. Hierbei kann beispielsweise die Zieldestination eines Paketes in Form von Paketinformationen über einen Sensor erfasst werden, wobei abhängig von dem erfassten Ziel ein entsprechender Auswerfer das entsprechende Paket automatisiert zu einem entsprechenden Paketentnahmeteil innerhalb der Paketsortieranlage weiterleitet. Ein solcher Auswerfer kann im einfachsten Fall als eine Art Weiche auf einem Paketförderband bzw. Paketförderteil zum Beispiel an einer Abzweigung installiert sein. Der Auswerfer kann beispielsweise aus Kunststoff oder Metall hergestellt sein. Mit anderen Worten ist ein Auswerfer eine Einrichtung zum Wechseln und/oder verlassen der Förderspur eines Paketes auf einem Paketförderteil. Diese Ausgestaltungsform hat zudem den Vorteil, dass ebenfalls die Störanfälligkeit während der Benutzung herabgesetzt werden kann.

[0035] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist die Steuereinheit dazu eingerichtet, über eine

Schnittstelle mit einem mobilen Endgerät zu kommunizieren.

[0036] Eine solche Schnittstelle kann vorteilhaft in der Steuereinheit integriert sein oder

zumindest mit dieser über ein oder mehrere Kabel oder kabellos verbunden sein und somit dazu eingerichtet sein, mit der Steuereinheit zu kommunizieren. In der Praxis kann eine solche Schnittstelle z.B. hardwareseitig durch einen USB- oder HDMI-Anschluss realisiert sein. Zudem ist eine Verwendung von Funksystemen mit Funksende- und Empfangseinheiten (mit z.B. einer Antenne) vorteilhaft. Ebenfalls sind kabellose Schnittstellen, z.B. über einen Router mittels eines übergeordneten Systems, eines Servers, eines Netzwerks (z.B. Ethernet) oder einer Cloud, realisierbar. Vorteilhaft kann auch eine LPWAN (Low Power Wide Area Network) verwendet werden. Besonders vorteilhaft ist eine Ausgestaltungsform, in der die Schnittstelle eine Vielzahl von redundanten Schnittstellen aufweist, wodurch die Ausfallsicherheit des Systems (failsafe Prinzip) erhöht wird. Es ist vorteilhaft die Schnittstelle derart in dem oder an dem containerartigen Gehäuse anzuordnen, dass weder Interferenzen mit anderen elektrischen Systemkomponenten noch Empfangs- und/oder Sendestörungen, z.B. durch Abschirmung, entstehen.

[0037] Ein weiterer Vorteil ist, dass Informationen über die mobile Paketsortieranlage direkt vom

Benutzer / Arbeiter abgerufen werden können, ohne dass eine unmittelbare physische Präsenz notwendig ist. Beispielsweise kann eine solche Kommunikation durch eine Applikation realisiert werden, die bereits auf dem mobilen Endgerät vorinstalliert ist oder auf diesem heruntergeladen werden kann. Werden von einem Benutzer des mobilen Endgerätes Informationen über die mobile Paketsortieranlage angefragt, kommuniziert das mobile Endgerät über die Schnittstelle mit der Steuereinheit, die dazu eingerichtet ist, die angefragten Informationen wiederum über die Schnittstelle an den Benutzer zu übermitteln. Unter dem Begriff„mobiles Endgerät" werden hierbei Mobiltelefone, Tablets, Laptops und andere Geräte zur drahtlosen Kommunikation verstanden.

[0038] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist die Steuereinheit ein eingebettetes System auf Basis eines ARM Prozessors auf.

[0039] Hierbei wird unter dem Begriff„eingebettetes System" ein elektronischer Rechner oder auch Computer verstanden, der in einen technischen Kontext eingebunden bzw. eingebettet ist. Dabei übernimmt der Rechner entweder Überwachungs-, Steuerungs- oder Regelfunktionen oder ist für eine Form der Daten- bzw. Signalverarbeitung zuständig, beispielsweise beim Verschlüsseln bzw. Entschlüsseln, Codieren bzw. Decodieren oder Filtern von Daten bzw. Datenströmen. In einem komplexen Gesamtsystemen kann durch eine Vernetzung einer Vielzahl von ansonsten autonomen, eingebetteten Systemen untereinander ein Gesamtsystem realisiert werden, welches dazu ausgebildet ist, komplexe Aufgaben, z.B. Bewegungs- oder Programmabläufe, vollständig autonom auszuführen.

[0040] Dies hat den Vorteil, dass nicht wie üblich eine SPS basierte Steuereinheit zum Einsatz kommt. Ein System auf der Basis eines ARM Prozessors bietet eine Architektur, die sich durch einen effizienten Befehlssatz auszeichnet und zudem eine kompakte Bauweise / Implementierung erlaubt. Zudem verfügen solche System über eine erhöhte Ausfüh- rungsgeschwindigkeit bei gleichzeitig geringerem Energiebedarf im Vergleich zu anderen Systemarchitekturen (z.B. SPS).

[0041] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist das Fahrgestell eine Wegfahrsperre auf.

[0042] Die Wegfahrsperre dient dabei als Einrichtungen, mit welcher verhindert werden kann, dass sich im hier vorliegenden Fall das Fahrgestellt bzw. die mobile Paketsortieranlage unbefugt von ihrem Abstellpunkt entfernt. Die Wegfahrsperre kann eine mechanische Wegfahrsperre und/oder eine elektronische Wegfahrsperre beinhalten. Wegfahrsperren haben den Vorteil, dass die mobile Paketsortieranlage auch auf leicht abschüssigem bzw. abfallendem Gelände geparkt und verwendet werden kann, ohne dass die Gefahr des Wegrollens besteht. Zudem erhöht sich die Gesamtstabilität der mobilen Paketsortieranlage durch eine solche Wegfahrsperre, da durch diese auch (leichte) Stöße durch z.B. ankommende Abhol- und Belieferungsfahrzeuge abgedämpft werden können.

[0043] In einer ergänzenden Ausgestaltung kann das Fahrgestell der mobilen Paketsortieranlage auch eine Fahrgestellsteuerung aufweisen. Vorzugsweise kann diese bspw. über eine Sicherheits-SPS realisiert werden. Die Fahrgestellsteuerung kann vorzugsweise Überwachungsfunktionen übernehmen, die bspw. der körperlichen Sicherheit von Passanten und Arbeitern sowie der Schadensvermeidung an Materialien und Gebrauchsgegenständen dienlich sein kann. Vorzugsweise können Überwachungs-, Hub- und/oder Nivelliersysteme vorhanden sein. Die Fahrgestellsteuerung eines elektrischen Verfahrsystems kann vorzugsweise den Anhänger unabhängig von einem Zugfahrzeug bewegen. Diese kann bspw. mittels Walzen, die an einer Aufhängung eines oder mehreren Fahrgestellräder vorgesehen sind, realisiert sein. Im Falle einer abgekoppelten, unkontrollierten Rollbewegung des Hängers kann vorzugsweise ein sofortiges Bremsen eingeleitet werden, wodurch ein solches System vorzugsweise auch als eine Art Wegfahrsperre dienen kann. Ebenfalls kann das Schlingern während einer Fahrt durch Abbremsen der Fahrgestellräder durch die Fahrgestellsteuerung ausgesteuert werden. Diese Fahrgestellsteuerung kann durch entsprechende Sensorik, bspw. angetriggert sein und/oder dazu eingerichtet sein, eigene oder fremdverfasste Programme auszuführen und/oder funktionale Befehle an unterlagerte Teilsteuerungen abzusetzen. Vorzugsweise kann die Befehlsausführung überwacht sein und die jeweils generierten oder erfassten Daten/ Informationen verarbei- ten. Bspw. können ein oder mehrere Erschütterungssensoren und/oder Geokoordinaten- sender vorgesehen sein, sodass auch ein Unfallschreiber realisiert werden kann.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist die mobile Paketsortieranlage ein

Sicherheitssystem auf, wobei das Sicherheitssystem zumindest eines von einem Video- Überwachungssystem, einem Neigungssensor und/oder einer Brandmeldeanlage aufweist.

Ein Sicherheitssystem bietet den Vorteil, dass durch Video Uberwachungs- und

Verfolgungssystem Arbeitsgeschehnisse z.B. der Auf- und Abbau der mobilen Paketsortieranlage sowie deren Betrieb aktiv und passiv überwacht werden können. Dadurch können die Haftungsübergänge von Paketen von einem anliefernden Fahrzeug auf ein abziehendes Fahrzeug dokumentiert und/oder in einem Schadens- und/oder Verlustfall erfasst werden (oder z.B. auch im Nachhinein kriminelle Aktivitäten nachvollzogen werden), was für einen Haftungsfall von großem Vorteil ist. Über einen Neigungssensor kann das Gefälle des Untergrunds, auf welchem die mobile Paketsortieranlage abgestellt wird, analysiert und gegebenenfalls auch die Lage der Paketsortieranlage korrigiert werden, z.B. falls es sich um ein abschüssiges Gelände handelt, welches einen Normalbetrieb der Anlage stören würde. Eine Brandmeldeanlage bietet den Vorteil, dass ein ausbrechendes Feuer bzw. Rauchentwicklung in einem frühen Stadium erfasst werden kann, wodurch ein Löschen vor dem Entstehen eines Sach- und/oder Personenschadens initiiert werden kann. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist die mobile Paketsortieranlage eine

Identifikationsnummer auf, die dazu eingerichtet ist, die mobile Paketsortieranlage zu kennzeichnen.

Im einfachsten Fall kann eine solche Identifikationsnummer über einen eindeutigen alphanumerischen Code realisiert werden. Falls komplexere und/oder umfangreichere Informationen verschlüsselt werden sollen, kann z.B. auch ein Barcode, ein Matrixcode oder ein QR-Code eingesetzt werden. Grundsätzlich ist jegliche Art von Codierung möglich, mit welcher optisch Informationen verschlüsselt werden können. Eine solche Kennzeichnung kann z.B. für ankommende Abhol- und Belieferungsfahrzeuge hilfreich sein, um den beabsichtigten Verladeort / Abholungsort eindeutig zu identifizieren. Zudem bietet eine solche Identifikationsnummer (nachfolgend als ID bezeichnet) den Vorteil, dass eine eindeutige Unterscheidung von typengleichen Anlagen sichergestellt ist. Dies kann beispielsweise auch bei der Wartung und Instandhaltung der Anlagen von Vorteil sein, da eventuelle Störmeldungen direkte gekoppelt mit der ID der Anlage übermittelt werden können. Zudem kann eine solche ID auch als Information an ein mobiles Endgerät übermittelt werden, wodurch der Benutzer dieses Endgerätes ebenfalls eine zusätzliche Überprüfungsmöglichkeit erhält.

[0048] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist die mobile Paketsortieranlage ferner ein

globales Positionsbestimmungssystem auf.

[0049] Ein globales Positionsbestimmungssystem basiert allgemein auf dem Prinzip der

Triangulation unter Verwendung von mehreren Funksendern, wie z.B. Funksendern auf Satelliten. Alternativ oder ergänzend können terrestrische Sender, wie Telekommunikationssender des Mobilfunknetzes, WLAN und andere Sender ausgewertet werden. Mit einem solchen System kann nicht nur die Position eines Objektes bzw. Empfängers, sondern auch dessen Geschwindigkeit bestimmt werden. Die Bewegungsrichtung des Empfängers kann vorteilhaft ebenfalls ermittelt werden und als künstlicher Kompass oder zur Ausrichtung von elektronischen Karten dienen. Die Ausstattung der mobilen Paketsortieranlage mit einem solchen System hat den Vorteil, dass die genaue geographische Position der mobilen Paketsortieranlage über die Koordinaten des globalen Positionsbestimmungssystems ermittelt werden kann. Das globale Positionsbestimmungssystem wird nachfolgend auch als GPS bezeichnet. Somit kann beispielsweise ein Paketabholer oder ein Paketlieferer die geographisch exakte Position bzw. die Zieldestination vor Ankunft mittels eines GPS-fähigen Gerätes über eine GPS- Identifikationsnummer der mobilen Paketsortieranlage ermitteln. Dadurch kann die mobile Paketsortieranlage auch unter der Annahme eines häufig wechselnden Einsatzortes stets präzise angefahren werden.

Neben einem GPS kann die mobile Paketsortieranlage zudem auch eine Vielzahl anderer Sensoren aufweisen. Hierbei können beispielsweise Inkrementalgeber, Lichtgitter, Lichtschranken, Waagen, Sensoren zur Volumenmessung, Scanner, Gyroskope sowie Sensoren zur optischen Zeichenerkennung Verwendung finden. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist die mobile Paketsortieranlage ferner einen Konsolidierungsspeicher auf, wobei der Konsolidierungsspeicher in dem Innenraum des containerartigen Gehäuses angeordnet ist und dazu eingerichtet ist, Pakete zwischenzu- speichern.

Im vorliegenden Fall wird unter einem„Konsolidierungsspeicher" ein Zwischenspeicher für die Zwischenlagerung von Paketen verstanden, welcher während der Betriebszeit der mobilen Paketsortieranlage zur Verfügung steht. Eine Vielzahl solcher Konsolidierungsspeicher, verteilt z.B. über ein gesamtes Stadtgebiet, kann den Speicher eines großen Logistikzentrums zumindest teilweise entlasten oder ersetzen. Dadurch können z.B.

Pakete, die nach ihrer Anlieferung die mobile Paketsortieranlage nicht im direkten An- schluss wieder verlassen bzw. direkt auf Transportfahrzeuge verteilt werden zumindest zeitweise zwischengelagert werden. Dies kann beispielsweise von Bedeutung sein, wenn von einem Kunden Selbstabholung an der mobilen Paketsortieranlage angefragt wurde, oder wenn ein Kunde eine Retoursendung an einer mobilen Paketsortieranlage abgibt.

Zudem kann ein solcher Konsolidierungsspeicher von Vorteil sein, wenn für einen

Kunden/ ein Ziel mehrere Pakete aus unterschiedlichen Anlieferungen bestimmt sind. Bspw. kann mittels einer Steuerungssoftware die Anzahl der Pakete für einen bestimmten Kunden bekannt sein, wodurch alle Pakete so lange eingelagert werden können, bis auch das letzte Paket für diesen Kunden eingetroffen ist. Die für diesen Kunden bestimmten Pakete können gesamthaft, konsolidiert auf ein Auslieferfahrzeug verladen werden und in einer einzigen Tour dem Kunden zugestellt werden. Das hat den Vorteil, dass der Kunde wesentlich seltener für den Paketempfang bereitstehen muss, und dass der Straßenverkehr durch ein geringeres Liefer-Verkehrsaufkommen entlastet werden kann.

Ein Konsolidierungsspeicher, bspw. realisiert als Zusatzmodul zu der mobilen

Paketsortieranlage, vorzugsweise mit dem Zusatz eines automatischen Wareneingangs, der bei einem größeren Warenumschlag als Zwischenpuffer wirken kann, hat den Vorteil, dass in diesem alle Pakete einer Lieferung eingelagert werden, bis der Transportunternehmer das letzte Paket bestätigt. Daraufhin wird das vordere Tor bzw. das Beladetor geschlossen. Erst wenn dieses geschlossen ist, wird das Entladetor (hier vorliegend auch als hinteres Tor bezeichnet) zur weiteren Verteilung der Ware geöffnet und die Ware kann ausgefördert werden. In Kombination mit der mobilen Paketsortieranlage können z.B. größere Mengen an Paketen, bspw. Retouren, entgegengenommen werden. Die Übergabe der Pakete kann bspw. aus dem automatischen/ automatisierten Wareneingang/ Warenausgang, der bspw. in einer Hallenwand vorgesehen sein kann, zum Beispiel an Mitarbeiter, Regalbediengeräte, Fördertechnik oder an ein fahrerloses Transportfahrzeugs (AGVs) erfolgen. Alternativ oder ergänzend kann die Warenannahme, Warenabgabe, ein Sortieren, ein Einlagern und/oder ein Auslagern bspw. in ein Regalsystem auch über einen Roboter(-arm) erfolgen.

[0054] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist der Konsolidierungsspeicher ein Regalsystem mit Regalböden auf, wobei die Regalböden ein Fördersystem für Pakete aufweisen.

[0055] Dies hat den Vorteil, dass ein Einlagern und ein später folgendes Auslagern der Pakete voll- oder teilautomatisch erfolgen kann. Eine solche Teil- oder Vollautomatisierung kann beispielsweise durch eine bestimmte Algorithmik der Steuereinheit realisiert sein, die dazu ausgebildet ist, ein Einlagern und ein später folgendes Auslagern von Paketen z.B.

anhand einer Paketkennnummer und einem für diese Paketkennnummer vorher festgelegten Regalspeicherplatz umzusetzen.

[0056] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist die mobile Paketsortieranlage zusätzlich zu dem zumindest einen containerartigen Gehäusemodul eine Paketklappe auf.

[0057] Unter einer Paketklappe wird hier vorliegend eine zusätzliche Paketeinlass- und

Auslassöffnung an dem containerartigen Gehäusemodul verstanden, welche zum Beispiel in Form einer Zugangsklappe an einer der zu öffnenden Seitenwände angeordnet sein kann. Über eine solche Paketklappe können aus der mobilen Paketsortieranlage auch bei geschlossenen Seitenteilen Pakete entnommen bzw. Retoursendungen aufgegeben werden. Ein Vorteil dieser Ausgestaltungsform ist, dass über die Paketklappe Privatkunden bedient werden können. Beispielsweise kann das Öffnen oder Schließen der Paketklappe bei der Abholung von Paketen oder für eine Retoursendung von Paketen über eine Applikation (APP) eines mobilen Benutzerendgerätes von einem Privatkunden angesteuert werden. Hierfür ist es vorteilhaft, wenn die Paketklappe zum Beispiel durch die Einga- be eines kundenspezifischen Zugangscodes angesteuert werden kann. Ein solcher Zugangscode kann beispielsweise auch weiterführende Paketinformationen enthalten, durch welche zum Beispiel ein Programm ausgeführt wird, durch das vollautomatisch das zu dem Code gehörende Paket aus dem Konsolidierungsspeicher entnommen, zu der Paketklappe transportiert und an dieser vom Kunden entnommen werden kann. Dies bringt den zusätzlichen Vorteil, dass die Paketklappe für den Endkunden rund um die Uhr einsatzbereit ist, was eine Warenbewegung auch zu verkehrsgünstigen Zeiten z.B. nachts ermöglicht, in welchen Servicemitarbeiter für den Endkunden nicht unmittelbar zur Verfügung stehen.

[0058] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu

erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.

[0059] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel der mobilen Paketsortieranlage in aufgebautem

Zustand aus der Vogelperspektive;

Fig. 2 perspektivische Ansicht eines Ausführungsbeispiels der mobilen Paketsortieranlage in aufgebautem Zustand;

Fig. 3 Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels der mobilen Paketsortieranlage mit hochgeklappten Paketentnahmeteilen (in abtransportfähigem Zustand);

Fig. 4 ein Ausführungsbeispiel einer tragenden Rahmenstruktur des containerartigen Gehäuses;

Fig. 5 ein Ausführungsbeispiel einer vorteilhaften Architektur der Steuereinheit; Fig. 6 Verfahrensfließbild eines Ausführungsbeispiel eines automatisierten

Wareneingangs/ Warenausgangs mit Paketklappe und autonom andockendem Fahrzeug;

Fig. 7 Verfahrensfließbild eines Ausführungsbeispiel eines automatisierten

Wareneingangs/ Warenausgangs mit Paketklappe;

Fig. 8 Verfahrensfließbild eines Ausführungsbeispiel eines automatisierten

Wareneingangs/ Warenausgangs mit einer Tür/einem Tor mit Gitterkäfig;

Fig. 9 Verfahrensfließbild eines Ausführungsbeispiel eines automatisierten

Wareneingangs/ Warenausgangs zum automatischen Empfangen an einer Haustür;

Fig. 10 ein Ausführungsbeispiel eines automatisierten Wareneingangs und Warenausgangs mit einer Paketklappe;

Fig. 1 1 ein Ausführungsbeispiel einer Paketklappe für Pakete;

Fig. 12 ein Ausführungsbeispiel einer Paketklappe für Paletten und/oder Corletten.

Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer mobilen Paketsortieranlage 100 in

aufgebautem/einsatzbereitem Zustand aus der Vogelperspektive. Die mobile Paketsortieranlage 100 weist ein containerartiges Gehäuse 10 auf, welches vorzugsweise als quaderförmige, käfigartige Rahmenkonstruktion, besonders bevorzugt mit den Abmaßen gemäß der internationalen Normung ISO 668 als 20 Fuß oder 40 Fuß ISO-Container ausgeführt ist und somit den gängigen Maßen für See- und Landfracht entspricht. Das containerartige Gehäuse 10 ist beispielsweise als Stahlrahmenkonstruktion oder vorzugsweise auch in Leichtbauweise (z.B. aus einer Aluminiumlegierung) hergestellt und weist ein Dach 12 sowie zumindest zum Teil aufklappbare Seitenwände 14 auf. Die aufklappbaren Seitenwände 14 umhäusen einen vorzugsweise (bei zugeklappten Seitenwänden 14) abgeschlossenen Innenraum 16 des containerartigen Gehäuses 10. Im hier gezeigten Ausführungsbeispiel sind die vier Seitenwände 14 jeweils aufklappbar und befinden sich in gezeigter Darstellung in vollständig aufgeklapptem Zustand, sodass die Seitenwände 14 mit dem Dach 12 eine gemeinsame, vorzugsweise ebene Fläche bilden, wodurch die überdachte Fläche vergrößert wird. Dies ist besonders vorteilhaft, da die Seitenwände 14 in aufgeklapptem Zustand zusätzlich zu dem Dach 12 einen Witterungsschutz bieten, durch den ein Arbeiten an der mobilen Paketsortieranlage 100 vereinfacht ist.

Die Seitenwände 14, die in aufgeklapptem Zustand als zusätzliche Dachflächen fungieren, können bspw. als selbsttragende Konstruktion ausgeführt sein oder zusätzliche Abstützungen bzw. Stützstreben aufweisen, durch die die Seitenwände 14 auf dem Boden abstützbar sind, um beispielsweise witterungsbedingte, statische und/oder dynamische Lasten zu tragen. Vorzugsweise ist zumindest ein Teil des Daches 12 bzw. ein Teil der Seitenwände 14 aus (semi-) transparentem, lichtdurchlässigem Material. Beispielsweise kann das Dach 12 eine Lichtkuppel und/oder ein Fenster aufweisen und vorzugsweise mit zusätzlicher Beleuchtungstechnik zur Beleuchtung der Arbeitsplätze (für Innen und Außen) ausgestattet sein. Die Beleuchtungstechnik kann vorzugsweise in dem Dach 12 implementiert sein.

Bei der statischen und dynamischen Auslegung des Daches 12 bzw. der Seitenwände 14 ist vorzugsweise eine eventuell auftretende Schneelast, eine Sturmsicherung sowie die Abführung von Regenwasser berücksichtigt. Optional können beispielsweise auch eine oder mehrere Planen vorgesehen sein, die an dem containerartigen Gehäuse 10 vorzugsweise lösbar befestigbar sind.

Das containerartige Gehäuse 10 der mobilen Paketsortieranlage 100 weist einen Boden 18 auf, der vorzugsweise auf einem in Fig. 1 nur im Ansatz gezeigten Rahmen 20 montiert ist. Der Rahmen 20 trägt hier sowohl statische und dynamische Lasten als auch das Eigengewicht der mobilen Paketsortieranlage 100. Vorzugsweise weist der Rahmen 20 zusätzlich einen Unterbau auf, welcher als eine Art Wechselbrücke, bspw. mit Wechselbrückenständern 21 , fungiert und bspw. mit Containereckbeschlägen ausgestaltet sein kann. Solche vorteilhaften Containereckbeschläge können zum Verriegeln an einem Fahrgestell eines Lastkraftwagens bspw. sog. Twist-Locks aufweisen. Vorzugsweise können auch Staplerlaschen vorgesehen sein, mit deren Hilfe der Rahmen 20 und mit ihm die mobile Paketsortieranlage 100 bspw. durch einen Gabelstapler anhebbar ist.

[0065] Ein Ausführungsbeispiel des Rahmens 20 ist in Fig. 4 dargestellt, wobei der Rahmen hier zusätzlich zu einer quaderförmigen umrahmenden Struktur mehrere Querverstrebungen sowie eine Längsverstrebung aufweist, die zusätzliche Stabilität gewährleisten. Die Verstrebungen sind hier vorzugsweise miteinander verschweißt oder reversibel lösbar miteinander verbunden. In dem in Fig. 4 gezeigten Beispiel weist der Rahmen 20 vier Wechselbrückenständer 21 auf, die von der Rahmenstruktur in Richtung des Bodens abragen und dazu eingerichtet sind, den Rahmen auf einer vorzugsweise einstellbaren Höhe über dem Boden in einer nivellierten Lage zu halten. Die Wechselbrückenständer 21 können einsteckbar oder abklappbar sein und können vorzugsweise über einen Splint gesichert werden. Die Wechselbrückenständer 21 (die nivellierenden Ständer) sind vorteilhaft auch bei einer auf einem Anhängerfahrgestell oder einem autonom fahrenden Fahrzeug(-gestell) montierten mobilen Paketsortieranlage vorgesehen.

[0066] In einem Ausführungsbeispiel (hier nicht gezeigt) kann die mobile Paketsortieranlage 100 auf einem Lastkraftwagen verladen werden und mit diesem an einen beliebigen Einsatzort gefahren werden. An dem Einsatzort kann die Paketsortieranlage auf die vorzugsweise vorhandenen Wechselbrückenständer 21 des Rahmens 20 gestellt werden, durch die die Höhe des Rahmens 20 über dem Boden und somit die Arbeitshöhe (Förderhöhe) anpassbar ist. In einem weiteren hier nicht gezeigten Ausführungsbeispiel kann die mobile Paketsortieranlage 100 mittels eines Gabelstaplers auf dem Boden oder vorzugsweise auf einem Gegenrahmen abgestellt werden. Ein solcher Gegenrahmen kann beispielsweise an einem Einsatzort der mobilen Paketsortieranlage 100 aus Diebstahlschutzgründen vorinstalliert sein, und vorzugsweise ebenfalls eine Einstellbarkeit der Förder-, Arbeitsbzw. Bedienhöhe gewährleisten.

[0067] Die in Fig. 1 gezeigte mobile Paketsortieranlage 100 weist eine Paketsortierstrecke 22 auf, die in einer Längsrichtung des containerartigen Gehäuses 10 vorzugsweise mittig in dem containerartigen Gehäuse 10 angeordnet und auf dem Boden 18 bzw. dem vorzugsweise vorhandenen Rahmen 20 derart befestigt ist, dass keine Relativbewegen zwischen der Paketsortierstrecke 22 und dem containerartigen Gehäuse 10 möglich ist. Die Pa- ketsortierstrecke 22 weist ein Paketzuführteil 24 auf, welcher hier mit einem vorteilhaft vorhandenen jedoch nicht notwendigen Konsolidierungsspeicher 26 derart verbunden ist, dass in dem Konsolidierungsspeicher 26 zwischengespeicherte Pakete aus einem Innenraum des Konsolidierungsspeichers 26 über den Paketzuführteil 24 auf die Paketsortierstrecke 22 gelangen können (hier nicht gezeigt). Der Konsolidierungsspeicher 26 ist in einem solchen Fall die anliefernde Wechselbrücke. An dieser werden bspw. Pakete ausgelagert und über die Sortierung auf die Paketentnahmeteilen 30 verteilt und von dort aus in Zustellfahrzeuge verteilt. Es ist bspw. auch möglich einen separaten Speicher vorzusehen, der vorzugsweise oberhalb der Sortieranlage angeordnet ist. Ein solcher separater Speicher ist vorzugsweise mit einem Regalbediengerät ausgestattet, durch welches eingelagerte Pakete am Boden abgeholt und oben in den Speicher eingelagert werden können. Ein solcher Speicher kann bspw. auf dem Dach 12 des containerartigen Gehäuses 10 angeordnet sein. Der Konsolidierungsspeicher 26 steht in Fig. 1 auf Wechselbrückenständern 21. In einem hier nicht dargestellten Ausführungsbeispiel ist ein Konsolidierungsspeicher 26 in dem Innenraum 16 des containerartigen Gehäuses 10 angeordnet und dazu eingerichtet, Pakete zwischenzuspeichern.

[0068] Zur Befördern von Paketen, die vorzugsweise in dem Konsolidierungsspeicher 26

zwischengespeichert sind, weist die Paketsortierstrecke 22 einen Paketförderteil 28 auf, der beispielsweise in Form eines Laufrollenbandes, eines Textilbandes, eines Schuhsor- ters oder einer anderen Art von (vorzugsweise linearen) Beförderungsmechanismus ausgestaltet sein kann. Vorzugsweise kann der Paketförderteil 28 mit einem mechanischen, elektrischen und/oder pneumatischen Antrieb, welcher manuell, teil-oder vollautomatisch ausgeführt sein kann, gekoppelt sein und entlang einer Vorzugsrichtung bewegt werden. Ebenfalls vorteilhaft sind Ausführungen, bei denen zusätzliche Sackhalter zur Kleinteilversackung, Ausschleuser und/oder Schütter für eine automatisierte Beladung, bspw. von kleinen Containern auf Rollen mit der Grundfläche einer Euro-Palette, die bspw. direkt auf Lastenfahrräder geladen werden können, vorgesehen sind.

[0069] Von der Paketsortierstrecke 22 zweigt eine Vielzahl von Paketentnahmeteilen 30 (im hier gezeigten Fall sechs Paketentnahmeteilen 30) quer zu der Längsachse des containerartigen Gehäuses 10 ab. Zusätzlich dazu ist ein Paketentnahmeteil 30 in Richtung der Längsachse des containerartigen Gehäuses 10 auf der dem Paketzuführteil 24 gegen- überliegenden Seite angeordnet und ragt entlang der Paketsortierstrecke 22 ab. Die Vielzahl von Paketentnahmeteilen 30 ist über den Paketförderteil 28 mit dem Paketzuführteil 24 betriebsmäßig verbindbar oder betriebsmäßig verbunden. Es sei darauf hingewiesen, dass die Vielzahl von Paketentnahmeteilen 30 nicht notwendigerweise orthogonal zu der Längsachse des containerartigen Gehäuses 10 bzw. parallel zu der Längsachse des containerartigen Gehäuses 10, sondern ebenfalls auch schräg dazu (ungleich 90° bzw. ungleich 0°) von der Paketsortierstrecke 22 abragen kann.

[0070] Die mobile Paketsortieranlage 100 weist in Fig. 1 an der dem Konsolidierungsspeicher 26 zugewandten Seitenwand 14 des containerartigen Gehäuses 10 zusätzlich eine Paketklappe 32 auf, durch die bspw. Pakete, Paletten und/oder Corletten direkt dem Paketzuführteil 24 der mobilen Paketsortieranlage 100 zuführbar sind. Die Paketklappe 32 befindet sich im hier gezeigten Fall in aufgeklapptem Zustand.

[0071] An vier der sieben Paketentnahmeteilen 30 sind in Fig. 1 jeweils Kleintransporter zur

Entnahme von Paketen aus den Paketentnahmeteilen 30 der mobilen Paketsortieranlage 100 dargestellt. Hierbei sei erwähnt, dass die Kleintransporter lediglich zur Erklärung der Funktionsweise der mobilen Paketsortieranlage 100 dienen und nicht Teil der mobilen Paketsortieranlage 100 sind.

[0072] Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel der mobilen Paketsortieranlage 100 in aufgebautem

Zustand. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist lediglich eine der aufklappbaren Seitenwände 14 dargestellt. Die mobile Paketsortieranlage 100 weist in diesem Ausführungsbeispiel acht Paketentnahmeteile 30 auf. Jeweils drei Paketentnahmeteile 30 ragen an den beiden Längsseiten des containerartigen Gehäuses 10 (im vorliegenden Fall orthogonal) von der Paketsortierstrecke 22 ab. Weitere zwei Paketentnahmeteile 30 ragen an den beiden Schmalseiten des containerartigen Gehäuses 10 von der und parallel zu der Paketsortierstrecke 22 ab. Somit bietet die mobile Paketsortieranlage 100 hier Arbeitsplätze für bis zu acht Personen. In Fig. 2 ist der Rahmen 20 bzw. die mobile Paketsortieranlage 100 auf einem einachsigen Anhänger 34 bzw. Fahrgestell montiert, wobei in anderen Ausführungsbeispielen ein zweiachsiger oder mehrachsiger Anhänger oder Fahrgestelle einsetzbar sind. Vorzugsweise ist in dem Innenraum 16 oder an einem Rahmen einer ausgeklappten Seitenwand 14 der mobilen Paketsortieranlage zusätzliches Messequipment vorgesehen, dass vorzugsweise zur Volumenmessung und/oder Erkennung (von Paketlabels) eingerichtet ist. In anderen hier nicht gezeigten Ausführungsformen können eine oder auch mehrere Seitenwände 14 zumindest teilweise auch nicht aufklappbar sein, sondern z.B. in Form eines Rollladen ausgeführt werden, wobei in einem solchen Fall (auch gewichtsbedingt) die Gesamtstatik der mobilen Paketsortieranlage zu bedenken ist. Vorzugsweise kann unterhalb des Messrahmens in dem Rahmen der Seitenwand 14 eine Waage installiert sein.

[0073] Die Paketentnahmeteile 30 weisen in Fig. 2 ein zum Boden hin gerichtetes Gefälle auf, durch welches die Entnahme von Paketen, die über die Paketsortierstrecke 22 bzw. über den Paketförderteil 28 befördert werden, erleichtert ist. Zudem weisen die Paketentnahmeteile 30 vorzugsweise Seitenbegrenzungen auf, durch die zum einen eine Führung der Pakete bei der Entnahme gegeben ist, als auch ein Herunterfallen von Paketen verhinderbar ist. Die Paketentnahmeteile 30 sind über Halterungen an dem Rahmen 20 derart angeordnet, dass ein Ein- und Ausklappen der Paketentnahmeteile 30 gewährleistet ist. Um ein eventuelles Herunterfallen von Paketen zu verhindern, sind die Paketentnahmeteile 30 vorzugsweise verlängerbar ausgeführt. Bspw. können an den Paketentnahmeteile 30 eine oder mehrere zum Dach 12 abragende Kanten vorgesehen sein. Ebenfalls können die Paketentnahmeteile 30 auch direkt an eine automatische Abnahme, wie z.B. ein Regalbediensystem für einen OneShot, ein autonom fahrendes Fahrzeug oder einen kleinen Container, in den die Pakete sanft hineinrutschen können und nur mit geringem Aufwand von Bedienpersonal zurechtgerückt werden können, angeschlossen sein.

[0074] Beispielsweise kann die mobile Paketsortieranlage 100 als 3,5 Tonnen schweres

Gesamtsystem (oder auch als 8 Tonnen Variante) ausgestaltet sein, welches auf dem Anhänger 34 angeordnet ist und beispielsweise eine Fläche (Bodenfläche) von 6,5 x 2,55 Meter (max.) aufweist. In vorteilhaften Ausführungsbeispielen kann der Anhänger mit einer mechanischen Diebstahlsicherung und/oder einer elektrisch verriegelbaren bzw. abschließbaren Kupplung ausgestaltet sein und zudem über eine Antischlinger-Kupplung und/oder eine Auflaufbremse verfügen. Zudem kann der Anhänger 34 mit einem Stabilisierungssystem, einer in einem vorteilhaft vorhandenen Bugrad integrierten Stützlastwaage, einer selbst nachstellenden Bremse, einem manuell bedienbaren Fahrsystem zum selbstständigen Rangieren des Anhängers 34 am Einsatzort, einem Fahrwerksdämpfer, einem Hebesystem, einem hydraulischen Fahrwerkssystem und/oder einer Containerverriegelung mit einer vorzugsweisen Schließüberwachung bspw. am Fahrgestell versehen sein. Zudem ist es vorteilhaft, wenn der Anhänger 34 im Stand durch eine bspw. mechanische Sicherung der Räder und der Kupplung vor einem Wegrollen gesichert werden kann. Zudem kann der Anhänger 34 mit einem vorteilhaften Unfallschreiber versehen sein.

[0075] In einem oberen Eck des containerartigen Gehäuses 10 ist in Fig. 2 beispielhaft eine

Steuereinheit 36 angeordnet. Hierbei sei erwähnt, dass die Steuereinheit 36 in anderen bevorzugten Ausführungsformen an oder in dem containerartigen Gehäuse 10 in verschiedenen Positionen und Lagen angeordnet sein kann. Die Steuereinheit 36 ist dazu eingerichtet, die Paketsortierstrecke 22 bzw. den Paketförderteil 28 abhängig von Paketverteilinformationen zu steuern, um Pakete selektiv an die entsprechenden, in den Paketverteilinformationen enthaltenen, Paketentnahmeteile 30 zu befördern. Durch dieses selektive Auswählen der Paketentnahmeteile 30 durch die Steuereinheit 36 anhand der Paketverteilinformationen können Pakete bspw. anhand verschiedener Bestimmungsbereiche (z.B. anhand von Postleitzahlen) klassifiziert und durch die Steuereinheit 36 entsprechend selektiert werden. In weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann die Steuereinheit 36 bspw. ein eingebettetes System auf Basis eines ARM Prozessors aufweisen.

[0076] Die Steuereinheit 36 weist vorzugsweise eine Anbindung an eine LIN-BUS, CAN-BUS, 1 - Wire, USB, UART, RS232, RS485, LTE (M2M), WLAN, Funk, Low Power Wide Area Networt (LPWAN), Long Range Wide Area Network (LoRaWAN), GSM, Bluetooth, me- connect™ von Mercedes Benz, und/oder connect business™ von Mercedes Benz auf und ist vorzugsweise dazu eingerichtet, sämtliche Informationen von vorzugsweise in der mobilen Paketsortieranlage 100 vorhandenen Sensoren, Aktoren, Displays und oder sonstigen elektronischen Gerätschaften zu verarbeiten, zu steuern und/oder darzustellen. Die Steuereinheit 36 ist vorzugsweise mit einem witterungsbeständigen Display ausgestattet, über welches verschiedenste Informationen durch eine Bedienperson abgerufen und/oder über welches verschiedenste Steuerbefehl eingegeben werden können. Es ist von Vorteil, wenn Sensoren und Aktoren über die Steuereinheit 36 an ein TSN-Ethernet anbindbar sind (basierend auf den Standards TCP und UDP unterstützt Ethernet die Durchgängigkeit zwischen Büronetzwerken und der zu steuernden Anlage). Die Steuereinheit 36 sowie weitere elektrische Komponenten sind vorzugsweise mit separaten Erdungen (auch gegen elektrostatische Aufladung) versehen, um einen sicheren Betrieb der mobilen Paketsortieranlage 100 zu gewährleisten.

[0077] Beispielsweise kann die Steuereinheit 36 dazu eingerichtet sein, über geeignete Sensorik eine eigenständige Paketerkennung zu ein- und ausgehenden Paketen durchzuführen, wobei beispielsweise Volumenerkennung, Objekterkennung, Formerkennung, Barcodeerkennung, Texterkennung, Sonderkennzeichen-Erkennung (z.B. zerbrechlich, Gefahrgut), Gewichterkennung und/oder Schadenserkennung erfolgen kann. Es sei erwähnt, dass eine solche Erkennung von Paketen in anderen Ausführungsvarianten auch manuell durch einen Arbeiter erfolgen kann. Vorzugsweise sind sicherheitsrelevante oder betriebsrelevante Verbindungen und/oder Kommunikationswege in redundanter Form vorhanden.

[0078] Fig. 3 zeigt das aus Fig. 2 bekannte Ausführungsbeispiel der mobilen Paketsortieranlage

100 in transportbereitem Zustand, insbesondere also mit eingeklappten Paketentnahmeteilen 30 sowie eingeklappten Paketzuführteilen 24, welche in eingeklapptem Zustand vollständig in dem Innenraum 16 des containerartigen Gehäuses 10 der mobilen Paketsortieranlage 100 angeordnet sind. Dies ermöglicht, dass beim Transport der mobilen Paketsortieranlage 100 die zulässigen Transportmaße für den Straßen- und Seeverkehr nicht überschritten werden, da die Gesamtgröße der mobilen Paketsortieranlage 100 vorzugsweise den Containergrößen gemäß ISO 668 entspricht.

[0079] Die einzelnen Elemente der Paketfördertechnik 22, 24, 28, 30 sind vorzugsweise als

einzelne funktionale Bausteine aufgebaut, sodass eine Skalierbarkeit gewährleistet werden kann, durch die die mobile Paketsortieranlage 100 vergrößerbar, teilbar oder mit anderen Modulen erweiterbar ist.

[0080] Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer vorteilhaften Systemarchitektur der

Steuereinheit 36, die zur Kommunikation über Ethernet eingerichtet ist. Im hier vorliegenden Fall sind auf einer übergeordneten dezentralen Systemebene ein Scanserver 38, ein Leitstand 40, ein zentraler Sorter 44, sowie ein Serial Shipping Container Code Manager (SSCC) 46 über ein dezentral organisiertes Netzwerk, beispielsweise über ein TCP/1 P- Protokoll für die Vermittlung und den Transport von Datenpaketen, jeweils untereinander und mit der Steuereinheit 36 verbunden. TCP/1 P-Protokolle (Transmission Control Proto- col/lnternet Protocol) werden bei LAN und WAN verwendet und bilden sozusagen das Rückgrat für alle Kommunikationsverbindungen im Internet. Der Scanserver 40 dient hierbei vorzugsweise zur dezentralen Verwaltung von Dokumenten und Daten. Der zentrale Sorter 44 ist beispielsweise ein logistisches Sortier- und Verteilsystem, beispielsweise in Form eines überregionalen Verteilzentrums. Der SSCC-Manager 46 dient zur eindeutigen Identifizierung von Versandeinheiten, wie z.B. Paletten, Containern, Kartons und/oder Paketen. Ergänzend zu dem TCI/IP-Standard können beispielsweise auch Open Plattform Communication (OPC) Unified Architecture (UA) Protokolle verwendet werden, die zu den industriell verwendeten Machine to Machine (M2M) Kommunikationsprotokollen gehören. Auch eine Implementierung von Time-Sensitive Networking (TSN), durch welches eine Reihe von Standards bezeichnet wird und durch das verschiedene Mechanismen zur Übertragung von Daten über Ethernet-Netzwerke vorzugsweise in Echtzeit bereitgestellt werden, ist denkbar. Die Steuereinheit 36 umfasst im hier vorliegenden Fall eine primäre Hauptsteuerplatine (Primary DEO Board) 48 (beispielsweise in Form einer Altera DEO Board) sowie eine zweite Hauptsteuerplatine (Backup DEO Board) und einen Videoserver 52, die vorzugsweise kabelgebunden (beispielsweise durch eine Linienverkabelung) an das Ethernet angeschlossen sind und somit mit den übergeordneten dezentralen Systemeinrichtungen 40, 42, 44, 46 in kommunikativer Verbindung stehen. Auch die in der mobilen Paketsortieranlage 100 verbauten Sensoren 54, Aktoren 56 und vorzugsweise vorhandenen Not-Ausschalter 58 sind vorzugsweise über ein oder mehrere Kabel mit dem Ethernet verbunden. Vorzugsweise weist die Fördertechnik 22, 24, 28, 30 im Innenraum 16 des containerartigen Gehäuses 10 einen oder mehrere Sensoren 54, bspw. ein Inkrementalgeber, ein Lichtgitter, eine Lichtschranke und/oder eine Videoüberwachung, auf.

Es sei erwähnt, dass die in Fig. 5 gezeigten Systemkomponenten einer möglichen Systemarchitektur der Steuereinheit 36 lediglich vorteilhaft sind und sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination untereinander in anderen Ausführungsbeispielen einsetzbar sind. Eine derart aufgebaute Systemarchitektur weist beispielsweise zwei

Haupt(steuer)platinen in redundanter Ausführung auf und ist darüber hinaus eine modula- re, skalierbare, kommunikationsoffene und Hersteller-unabhängige Steuerungstechnik für Sortieranlagen mit einem Datenbankanschluss. Zudem sind die integrierte Sicherheitstechnik (beispielsweise Not-Ausschalter 58) oder separat vorhandene Sicherheitssteuerungen sowie das Verbauen von Standardmodulen vorteilhaft. Eine Open-Source-basierte individualisierte Programmierung (beispielsweise mit Linux) ist wünschenswert, eine Anbindung an Android oder iOS denkbar. Zudem ist eine Auslegung gemäß der Norm IEC 622443 für industrielle Kommunikationsnetze mit zusätzlichem Schutz vor Trojanern und/oder Viren vorteilhaft.

[0082] Eine derart aufgebaute Systemarchitektur der Steuereinheit 36 ermöglicht eine

Kommunikation aller Sensoren 54 und Aktoren 56 untereinander und dient daher als Basis für ein effizientes und genaues Tracking während des Paketverteil- und/oder Sortiervorgangs und eignet sich ebenfalls für den Einsatz in bereits vorhandenen Paketsortieranlagen als zusätzliches Teil-Modul oder als Ersatz-Steuertechnik bei einem Um- und/oder Neubau solcher Paketsortieranlagen. Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der redundanten und sicherheitstechnisch ausfallsicher ausgeführten Verbindung der einzelnen Komponenten untereinander, beispielsweise auch in der Kabel-ungebundenen Kommunikation zu übergeordneten Systemen/Servern/Cloud-Einrichtungen.

[0083] Durch die Auswertung der Kommunikation der einzelnen Module untereinander

zusammen mit den beispielhaften übergeordneten Systemmodulen 38, 40, 42, 44 sowie einer vorzugsweise algorithmischen Auswertung der Sensor- und Aktordaten kann ein auf einen jeweiligen Betriebszustand der mobilen Paketsortieranlage 100 abgestimmter Betrieb (beispielsweise das Anfahren der mobilen Paketsortieranlage, ein normaler Produktionsbetrieb am Vormittag, ein Nachmittagsbetrieb, eine Verarbeitung von Kleinpakten, einen Notbetrieb sowie beispielsweise Wartungs- und/oder Reparaturservices) ermöglicht werden. Ebenfalls kann die Steuereinheit 36 mit einer derart ausgeführten Systemarchitektur vorzugsweise dazu eingerichtet sein, mit anderen Gewerken der mobilen Paketsortieranlage 100, wie beispielsweise dem Anhänger 34, zu kommunizieren.

[0084] Fig. 6 zeigt ein Verfahrensfließbild eines Ausführungsbeispiels eines automatisierten

Wareneingangs/ Warenausgangs mit Paketklappe und autonom andockendem Fahrzeug. In einem ersten Schritt S100 kann eine Vorankündigung des autonom andockenden Fahrzeugs bei einem Kunden erfolgen (bspw. drei Minuten vor Eintreffen des Lieferfahrzeugs), wobei die Vorhersage der Eintreffzeit vorzugsweise unter Berücksichtigung von Informationen eines Routenplaners erfolgt. Dem Kunden kann vorzugsweise über eine Applikation, bspw. auf einem seiner mobilen Endgeräte, die Möglichkeit gegeben werden, eine für ihn passende Vorwarn-Zeit einzustellen. In einem nicht notwendigerweise dem Schritt S100 nachgeordneten Schritt S101 kann beispielsweise eine Kameraüberwachung an einer Tür erfolgen, an der das autonom andockende Fahrzeug andocken soll, wobei die Kameraüberwachung beispielsweise an einem Wareneingang permanent aktiv sein kann und bei der Überwachung vorzugsweise zwischen Menschen, Tieren und Fahrzeugen unterscheidet. In einem Schritt S102 kann sich das autonom andockende Fahrzeug beispielsweise über Funk anmelden. In einem Schritt S103 ist auch eine Übermittlung einer Paketscheinnummer denkbar, jedoch nicht zwingend notwendig. Nach einer solch vorteilhaften Übermittlung der Paketscheinnummer im Schritt S103 kann beispielsweise in einem Schritt S104 eine Validierung des Paketscheins erfolgen, der mittels eines elektronischen Datenaustauschs (EDI) abgleichbar ist. In einem Schritt S105 kann ein Andocken des autonom andockenden Fahrzeugs erfolgen. In einem Schritt S106 kann beispielsweise eine Überprüfung der Richtigkeit der Zustellung eines Paketes an eine angefahrene Adresse erfolgen, bevor sich in einem Schritt S107 ein vorderes Tor der Paketklappe 32 öffnet (siehe bspw. Fig. 10). Ein anzulieferndes Paket kann nach dem Andocken von dem Fahrzeug an die Paketklappe 32 übergeben und in diese hineinbefördert werden (Schritt

5108) . Nachfolgend erfolgt ein Schließen des vorderen Tores der Paketklappe 32 (Schritt

5109) . Das Hineinbefördern eines Paketes kann beispielsweise über einen Fördermechanismus 60 erfolgen, der vorzugsweise in Form eines Laufrollenbandes, eines Textilban- des oder einer anderen Art von (linearen) Beförderungseinrichtungen ausgestaltet ist. Darauffolgend kann in einem Schritt S1 10 ein Vermessen und Verwiegen des hineingeförderten Paketes erfolgen (bspw. eine Prüfung nach DIN-VDE-Norm). In einem Schritt S1 1 1 kann ein Validieren des Pakets mittels EDI-Daten erfolgen. Nach erfolgreicher Validierung kann in einem Schritt S1 12a eine Bestätigung an das autonom andockende Fahrzeug versendet werden und vorzugsweise gleichzeitigen ein Datentransfer an ein vorteilhaft vorhandenes Warenwirtschaftssystem erfolgen (Schritt S1 12b). Nach einem Erhalt der Bestätigung im Schritt S1 12a kann das Fahrzeug in einem Schritt S1 13a beispielsweise abfahren, wohingegen in einem Schritt 1 13b ein Öffnen eines hinteren Tores (nicht dargestellt) des Wareneingangs erfolgen kann. In einem Schritt S1 14 kann das Paket beispielsweise über den Fördermechanismus 60 bspw. mittels eines Laufrollen- Förderbands hineinbefördert werden. Nach Abschluss des Anliefervorgangs kann eine Bestätigung an das zuständige Transportunternehmen bzw. Transportfahrzeug über das System versendet werden (Schritt S1 15).

[0085] Fig. 7 zeigt ein Verfahrensfließbild eines Ausführungsbeispiels eines automatisierten

Wareneingangs/ Warenausgangs mit Paketklappe. In einem Schritt S200 kann eine Vorhersage bzw. Vorankündigung bei einem Kunden gemäß dem Schritt S100 (siehe Fig. 6) erfolgen. In einem vorteilhaften Schritt S201 kann ebenfalls die in Fig. 6 beschriebene Kameraüberwachung gemäß Schritt S101 erfolgen. Im Anschluss daran oder auch zeitgleich kann bspw. ein Paketbote über eine Klingel 62 klingeln (Schritt S202), worauf in einem Schritt S203 bspw. ein Scanner 64 sowie ein Display 66 an einer Außenfassade aktiviert werden kann (vergl. Fig. 10). In einem Schritt S204 kann der Paketbote beispielsweise den Barcode einscannen (NVC SSCC), worauf folgend in einem nicht notwendigen Schritt S205 beispielsweise über das Display 66 eine Anzeige in Form von "Herzlich Willkommen" erfolgen kann. Nicht notwendigerweise kann im Schritt S206 auch eine Identifikation des Paketboten erfolgen. Wie bereits in Fig. 6 im Schritt S106 erwähnt, kann das System in einem Schritt S207 die Richtigkeit der Zustellung des Paketes an den Adressaten überprüfen. Stimmt die Adresse überein, öffnet in einem Schritt S208 das vordere Tor der Paketklappe 32, woraufhin lediglich vorteilhaft in einem Schritt S209 über das Display 66 eine Anzeige in Form von "bitte legen Sie das Paket ein" erfolgen kann. In einem Schritt S210 scannt der Paketbote den Barcode des Paketes und legt das Paket in die Paketklappe 32 ein. Nachfolgend schließt das vordere Tor der Paketklappe 32 (Schritt S21 1 ). Die nachfolgenden Schritte S212 bis S217 entsprechen im Wesentlichen den Schritten S1 10 bis S1 15 (siehe Fig. 6), wobei im Speziellen Schritt S214a dem Schritt S1 12b entspricht und in einem Schritt S214b anders als in Fig. 6 eine Bestätigung an den Paketboten erfolgt.

[0086] Fig. 8 zeigt ein Verfahrensfließbild eines Ausführungsbeispiels eines automatisierten

Wareneingangs/ Warenausgangs mit einer Tür /einem Tor mit Gitterkäfig. Die Schritte S300 bis S307 entsprechen den Schritten S200 bis S207 aus Fig. 7 und sind als lediglich vorteilhaft zu erachten. In einem Schritt S308 kann das System beispielsweise eine Meldung an ein mobiles Endgerät eines Paketadressaten übermitteln, dass das anzuliefernde Paket vor der Tür ist. In einem Schritt S309 kann (bspw. auf dem Display 66, siehe Fig. 10) eine Meldung in Form von "Bitte stellen Sie das Paket an den markierten Ort hinter der Tür ab" erfolgen, wobei dieser Schritt nicht notwendig ist. Nachfolgend kann das Öffnen der Tür über zwei Varianten erfolgen. In einer ersten Variante S310a erfolgt das Öffnen der Tür automatisch, wohingegen in einer zweiten Variante S310b der Empfänger die Tür über ein mobiles Endgerät öffnen kann. In einem Innenraum hinter der Tür ist es beispielsweise vorstellbar, dass in einem Schritt S31 1 durch einen Bewegungsmelder eine Beleuchtung eingeschaltet, eine Alarmanlage in diesem Bereich ausgeschaltet und/oder eine interne Videoüberwachung scharf geschaltet wird. Über eine scharf geschaltete Videoüberwachung ist es beispielsweise möglich, dass dem Empfänger Echtzeitvideobilder von dem Eingang hinter der geöffneten Tür angezeigt werden (Schritt S312). In einem Schritt S313 stellt der Paketbote das Paket in dem Innenraum hinter der Tür ab, scannt mit einem eigenen Scanner das Paket in einem Schritt S314 und schließt die Tür in einem Schritt S315. Es kann beispielsweise eine Rückmeldung an den Empfänger erfolgen, wenn bei erfolgreichem Wiedereinrasten der Tür nach der Schließung bspw. ein Türkontakt in Form eines Signals an das System übermittelt wird (Schritt S316). Nachfolgend kann beispielsweise in einem Schritt S317a der Bewegungsmelder angeschaltet werden, die Alarmanlage wieder scharf geschaltet werden und die interne Videoüberwachung in einen Ruhemodus übergehen. Gleichzeitig kann beispielsweise in einem Schritt S317b über eine Auswertung der Kamerabilder ein Vorhandensein des Paketes überprüft werden, woraufhin eine Meldung nach erfolgreicher Übermittlung des Paketes an den Transportunternehmer sowie über die Applikation an das mobile Benutzerendgerät des Empfängers erfolgen kann.

Fig. 9 zeigt ein Verfahrensfließbild eines Ausführungsbeispiels eines automatisierten Wareneingangs/ Warenausgangs zum automatischen Empfangen an einer Haustür.

Dieses Verfahren unterscheidet sich im Wesentlichen von dem in Fig. 8 beschriebenen Verfahren dadurch, dass nach dem Klingeln des Paketboten in Schritt S303 ein mobiles Endgerät des Empfängers klingelt (Schritt S400). Der Empfänger kann vorzugsweise auf seinem mobilen Endgerät überprüfen, wer vor der Tür steht (Schritt S401 ). [0088] Fig. 10 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines automatisierten Wareneingangs/

Warenausgangs mit Paketklappe 32, die sowohl in Kombination mit der mobilen Paketsortieranlage 10 als auch unabhängig davon vorteilhaft ist. Die in Fig. 10 dargestellte Paketklappe 32 befindet sich hier an einer Außenfassade 68 eines Containers oder eines Gebäudes und oberhalb einer Laderampe, vor der hier zur Veranschaulichung ein schematisch dargestelltes Kleintransportfahrzeug zum Pakettransport geparkt ist. An einem an der Außenfassade 68 angebrachten Bedienpult 69 der Paketklappe 32 steht eine Bedienperson (bspw. der Fahrer des Kleintransportfahrzeuges) und blickt auf eine Klingel 62, einen Scanner 64, ein Display 66 sowie eine Kamera 70 des Bedienpultes 69. In dem in Fig. 10 dargestellten Zustand befindet sich die Paketklappe 32 in geöffnetem Zustand, wobei ein Fördermechanismus 60 der Paketklappe 32 bis zu einer Kante der Laderampe herausragt, um damit ein Anliefern bzw. eine Abholung von Paketen zu erleichtern.

[0089] Fig. 1 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer vorteilhaften Paketklappe für Pakete, die an der Außenfassade 68 angeordnet ist, wobei zusätzlich zu der an der Außenfassade 68 vorgesehenen Kamera 70 eine zweite Kamera 70 an einer Oberseite in einem Innenraum hinter der Außenfassade 68 angeordnet ist und von dieser Position in den Innenraum blickt, um eine Videoüberprüfung bspw. eines in die Paketklappe 32 eingeführten Paketes zu ermöglichen. Die Paketklappe 32 in Fig. 1 1 befindet sich in geschlossenem Zustand. Zusätzlich zu dem hinter der Außenfassade 68 liegenden Fördermechanismus 60 kann in dem Innenraum hinter der Außenfassade 68 ein Lichtgitter, eine Waage sowie eine sonstige Einrichtung, beispielsweise zum Ausrichten des eingelegten Paketes vorhanden sein. Durch den Fördermechanismus 60 ist es möglich, ein in die Paketklappe 32 eingelegtes Paket in ein dahinterliegendes Regalsystem zu befördern, das sich vorzugsweise automatisch bewegen kann und somit ein vollautomatisches Einlagern / Zwischenlagern von Pakete in verschiedene Regalböden gewährleistet werden kann. Beispielsweise kann an einer Regalrückwand ein zweites Tor vorhanden sein, durch welches ein Auslagern der eingelagerten Pakete ermöglicht wird. An der Außenfassade kann zusätzlich ein Drucker 72 angeordnet sein, der den Ausdruck einer Quittung nach erfolgreicher Ablieferung des Paketes bzw. nach dem Einlegen des Paketes in die Paketklappe 32 ermöglicht.

[0090] Fig. 12 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Paketklappe für Paletten und/oder Corletten.

Die Paketklappe 32 befindet sich hier in einem zu Dreivierteln geöffneten Zustand und besitzt ein Fachsystem 75. In dem Innenraum des Fachsystems 75 ist der Fördermechanismus 60 in Form eines Rollenbandes angeordnet. Das Fachsystem 75 besitzt hier ein erstes Fach 76 und ein zweites Fach 78 und kann vorzugsweise über Schienen 80 seitlich entlang einer Verfahrrichtung 82 zu einem Fördersystem 84 bewegt werden. Die Schienen 80 sind beispielsweise in einem Innenraum einer Lagerhalle angeordnet. In der hier gezeigten Darstellung ist in dem Innenraum des ersten Fachs 76 eine Kamera 70 zur videovisuellen Überwachung von Paletten und/oder Corletten angeordnet.

[0091] Das seitlich bewegbare Fachsystem 75 lässt sich seitlich hinter der an der Außenfassade

68 angeordneten Paketklappe 32 bewegen. Das erste Fach 76 befindet sich bei geöffneter Paketklappe 32 bspw. direkt hinter der Paketklappe 32. Nach dem Öffnen der Paketklappe 32 kann eine Palette/ Corlette in den Innenraum des ersten Fachs 76 übergeben werden. Diese kann bspw. mit einem Stapler oder einem Hubwagen eingebracht oder verschoben oder hineingefördert werden. Zusätzlich ist vorzugsweise eine Absicherung gegen Personenschäden oder Materialquetschungen vorhanden. Durch das Verschieben entlang der Verfahrrichtung 82 kann beispielsweise ein leeres Fach vor das Tor geschoben werden. Vorzugsweise wird durch entsprechende Sicherheitseinrichtungen ein Fremdeintritt bzw. Fremdzugriff von außen durch eine geöffnete Paketklappe 32 bspw. mechanisch abgesichert oder auch videotechnisch überwacht. Das entlang der Verfahrrichtung 82 bewegte Fach (im dargestellten Fall das erste Fach 76) kann beispielsweise in verschobenem Zustand entladen werden. Dies kann beispielsweise durch die anschließende Fördertechnik 84 erfolgen oder auch durch Ausförderung auf einem fahrerlosen Transportfahrzeug oder durch Mitnahme mittels eines Staplers oder eines Hubwagens.

[0092] Währenddessen, kann das zweite Fach 78 beispielsweise über die Paketklappe 32

beladen werden und nach Freigabe des ersten Fachs 76 (nach vollständiger Leerung) in eine der Verfahrrichtung 82 entgegengesetzte Richtung bewegt werden, sodass auch das zweite Fach 78 entladen werden kann. Nach Beenden der Warenübergabe schließt die Paketklappe 32. Hierbei ist eine softwaretechnische Anbindung bspw. über eine in Fig. 5 beschriebene Systemarchitektur vorteilhaft. Dabei ist es beispielsweise möglich, ein Einlesen von Frachtpapieren mittels des Scanners 64 vollautomatisch an das System zu übermitteln und nach erfolgreicher Ablieferung bspw. einer Palette einen Ausdrucken als Bestätigung in Papierform mittels des Druckers 74 zu erzeugen. [0093] Bei einem größeren Warenumschlag ist es vorteilhaft, einen Zwischenpuffer einzubauen, so dass keine Wartezeiten durch ständiges Schließen und Öffnen des vorderen Tores der Paketklappe 32 bzw. des hinteren Tores entstehen. Als Zwischenpuffer ist beispielsweise ein Regalsystem mit einem zusätzlichen Fördersystem 84 bspw. auf den Regalböden angeordnet, die zur Zwischenlagerung von Paketen eingerichtet sind. In einem solchen Zwischen puffer können beispielsweise sämtliche Pakete einer Lieferung eingelagert werden, bis ein Transportunternehmer das letzte abzuliefernde Paket bestätigt und darauffolgend das vordere Tor geschlossen werden kann. Erst nach einem erfolgreichen Schließen des vorderen Tores der Paketklappe 32 wird beispielsweise ein hinteres Tor geöffnet und die Ware ausbefördert. Die Übergabe der Pakete kann beispielsweise direkt an Mitarbeiter, Regalbediengeräte, sonstige Fördertechnik oder fahrerlose Transportfahrzeuge erfolgen.

[0094] Im Nachfolgenden sollen weitere vorteilhafte jedoch nicht zwingend notwendige

Ausgestaltungsvarianten sowie weitere vorteilhafte Eigenschaften der mobilen Paketsortieranlage aufgezeigt werden, die jeweils einzeln und in beliebiger Kombination miteinander Verwendung finden können.

[0095] In anderen hier nicht gezeigten Ausführungsbeispielen können einzelne oder alle

Seitenwände 14 jeweils zweiteilig ausgestaltet sein, wobei ein unterer Teil der Seitenwände 14 vorzugsweise unterhalb der Abnahmehöhe der Fördertechnik 22, 28, 30 nach unten klappbar ausgestaltet sein kann, um zum einen als Rampe für mobile Assistenten zu dienen, die bspw. unterhalb der Fördertechnik parken können, und zum anderen als Podest für den (Nachmittags-) Betrieb zu dienen, während dem beispielsweise Mitarbeiter auf den heruntergeklappten Seitenwänden 14 stehen können. Ein oberer Teil der zweiteiligen Seitenwände 14 ist vorzugsweise hochklappbar (vergl. Fig. 1 ) und dient jeweils als zusätzliche Überdachung, wobei eine vom Boden (der Standfläche der mobilen Paketsortieranlage 100) gemessene Höhe vorzugsweise einer Höhe von z.B. 2,5 bis 3,5 Metern entspricht, die es (Klein-) Transportfahrzeugen erlaubt, mit Ihrem Heck darunter zu parken, um eine Verteilung von Pakete zu erleichtern.

[0096] In weiteren Ausführungsbeispielen kann die mobile Paketsortieranlage 100 bspw. einen

Solarlüfter, eine Klima-Anlage mit verschiedene Regelfunktionen, eine Standheizung (planar oder mit Tank), eine Videoüberwachung des Standbereiches, eine Einbruchssicherung, einen Erste-Hilfe-Kasten, eine oder mehrere verschließbare Schubladen für Ersatzmaterialien (bspw. Labels, Scanner), eine Schließüberwachung für Klappen und Türen, ein Einbruchswarnmeldesystem, einen Rauchmelder, einen Gasmelder, einen Luftwächter, einen Temperatur-, Druck-, Feuchtesensor, einen RFI D-Tag Lesegerät und/oder einen Feuerlöscher aufweisen.

[0097] In weiteren Ausführungsbeispielen können bspw. auch Solarzellen bzw.

Photovoltaikzellen auf oder an dem Dach 12 vorgesehen sein, um bspw. einen Stand-by Betrieb sowie eine Lüftung des Innenraumes 16 oder bei Stromausfall ein geregeltes Herunterfahren aller Geräte zu gewährleisten. Zudem ermöglicht dies eine zumindest teilweise Autarkie der mobilen Paketsortieranlage 100, bspw. für einen Notbetrieb zum Zuklappen der Seitenwände 14. In weiteren Ausführungsbeispielen kann zusätzlich oder alternativ zu einer Photovoltaikanlage ein Batteriespeicher (bspw. Li-Polymer) oder auch eine Brennstoffzelle für eine lückenlose Energieversorgung eingesetzt werden. Ebenfalls kann die mobile Paketsortieranlage 100 eine externe Energieeinspeisung aufweisen, wobei vorzugsweise eine 230 Volt / 16 Ampere Energieversorgung mit einer Umschaltung für einen Betrieb an normalen Steckdosen vorgesehen ist. Die externe Energieeinspeisung weist vorzugsweise eine Stromzähleinheit, besonders bevorzugt mit Strom-, Span- nungs-, und Frequenzüberwachung, und/oder einen Spannungswandler auf.

[0098] Vorzugsweise weist die mobile Paketsortieranlage 100 ein Gyroskop (eine Drei-Achs- Beschleunigungsmesser) auf, durch welches ein Ausnivellieren/ Ausrichten für eine Gewährleistung einer einwandfreien Funktion der Sortiertechnik ermöglicht wird. Zudem kann ein Neigungsalarm vorgesehen sein, der ab einem für den Betrieb der mobilen Paketsortieranlage 100 kritischen Neigungswinkel ein Warnsignal erzeugt. Ebenfalls ermöglicht ein Gyroskop die Aufzeichnung von Transportbewegungen (bspw. zwischen einer Autobahnstrecke und einer Buckelpiste) sowie die Überwachung der Balance.

[0099] Ein RFI D-Tag Lesegerät ermöglicht bspw. einen oder mehrere Abgleiche eines gültigen

Führerscheines des Fahrers, eines richtigen Zugfahrzeugs und/oder eines richtigen Containers. Bei erfolgreichem Abgleich kann beispielsweise eine Freigabe erfolgen, wodurch ein Haftungsausschluss sichergestellt werden kann. [00100] Vorzugsweise kann auch eine Logbuch Aufzeichnung der Fahrten / Routen, der

Positionen, der Betriebsstunden, der Betriebszustände, der Beladung und/oder des Betreibers erfolgen, wodurch die Nachvollziehbarkeit während des Betriebes und Transportes der mobilen Paketsortieranlage 100 gesichert werden kann.

[00101] Zudem ist bei der Ausgestaltung der Arbeitsplätze vorzugsweise eine entsprechende

Arbeitsplatzergonomie zu berücksichtigen (z.B. eine Höhe für den Abgriff von Paketen von den Paketentnahmeteilen 30 von ca. 83 cm). Zudem können beispielsweise auch Heizstrahler zum Beheizen des Fußraumes zum Einsatz kommen, um bspw. eine Arbeit bei widrigen Wetterbedingungen zu erleichtern. Zudem ist es vorteilhaft, den Innenraum 16 des containerartigen Gehäuses 10 abhängig von der Außentemperatur zu beheizen, um auch bei kalten Temperaturen einen materialschonenden Betrieb der Anlage zu gewährleisten. Ebenfalls ist es vorteilhaft, wenn zum Zweck der Arbeitsplatzsicherheit und des Anlagenschutzes an jedem Arbeitsplatz ein Not-Aus bzw. Not-Halt vorgesehen und für einen Arbeiter leicht erreichbar ist. Vorzugsweise erfolgt die Auslegung der Arbeitsplatzsicherheit anhand gültiger Normen, wie z.B. die der EN 13849-1 , nach welcher über den qualitativen Ansatz der EN 954-1 hinausgehend, auch eine quantitative Berechnung der Sicherheitsfunktionen erfolgen muss, wodurch oftmals eine zusätzliche Einbindung einer Sicherheitssteuerung notwendig erscheint. Eine solche Sicherheitssteuerung könnte beispielsweise an der oder in der Steuereinheit 36 angeordnet sein oder mit dieser über ein oder mehrere Kabel oder kabellos verbunden sein.

[00102] In einer weiteren Ausgestaltung kann dem Fahrer die Möglichkeit geboten werden, wie in der mobilen Paketsortieranlage 100, in seiner Unternehmerbox eine Vorsortierung zu machen. Hierfür kann in dem Kleintransporter beispielsweise ein variables Aluminium- (oder anderes Leichtbaumaterial) Regal (OneShot) eingebaut sein, welches Regalböden aufweist, die sich vorzugsweise mittels eines einfachen Mechanismus verstellen lassen (bspw. durch Ziehen eines Knopfes oder eines Bolzens). Die Regale sind vorzugsweise zumindest von oben, bei Bedarf auch an den Seiten, mit Regenplane abdeckbar.

[00103] Ebenfalls ist es möglich einen zusammenhängenden Regalkasten bzw. eine

Regalkassette, dessen/deren Dimensionierung genau auf einen Innenraum eines Kleintransporters abgepasst ist, einzusetzen. Ein solcher Regalkasten kann bspw. an max. vier Punkten im Fahrzeug verankert sein und jeweils Regale an einer rechts, links und hinten Innenseite des Kleintransporters bereitstellen. Ein solcher Regalkasten kann mittels eines Scherenhubes (bspw. elektrohydraulisch) von einer Verladekante in das Fahrzeug verbracht werden. Vorzugsweise können Rollen vorgesehen sein, mit deren Hilfe die Position des Regalkastens veränderbar ist. Ein Scherenhubwagen kann beispielsweise in der mobilen Paketsortieranlage 100 mitgeführt werden. Auch weitere Modifikationen sind vorstellbar. So kann beispielsweise ein automatisches, autonomes Einlagern in den Regalkasten mit einer Paketgrößenmessung für optimale Platzausnutzung (Integration von künstlicher Intelligenz) kombiniert werden. Ebenfalls ist eine Anbindung an ein automatisches Regalbediengerät denkbar. Zudem kann eine Übergabeplattform vorgesehen sein, auf die z.B. von einem mobilen Assistenten oder von einem Regalbediensystem ein Paket übergeben werden kann. Darauffolgend kann eine Größenvermessung erfolgen, woraufhin ein passendes Regalfach wählbar ist, in welches das Paket transportiert werden kann. Vorzugsweise weist das Regalfach eine dazugehörige Regalfachnummer auf, die bei Einlagerung des Paketes vom System registriert, gespeichert und dem Fahrer über ein mobiles Endgerät an der entsprechenden Auslieferposition angezeigt werden kann. Vorzugsweise kann ein Regalbediengerät vorgesehen sein, das entlang eines Schienensystems im Regal verfahrbar ist und vorzugsweise Pakete durch eine Art Aufzugfunktion auf verschiedene Regalhöhen befördern kann. Vorzugsweise kann die Einlagerung der Pakete in die einzelnen Regalfächer über ein Langlochrollen-Fördersystem erfolgen, das vorzugsweise einer definierten Paketbreite entspricht und somit ein platzsparendes Einlagern ermöglicht.