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Title:
MODIFIED CELLULOSE FIBERS, PRODUCTION AND USE THEREOF
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/018383
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for producing composite materials, characterized in that: modified cellulose fibers are produced in one step; (A) cellulose fibers are treated with an aqueous emulsion of (B) at least one ethylene copolymer having a molecular weight Mn of no more than 20,000 g/mol, comprising as integrated comonomers (a) 50 to 95% by weight of ethylene, (b) 5 to 50% by weight of at least one comonomer comprising at least one alkylized or cycloalkylized amino group bonded to a polymerizable group by means of a spacer, (c) 0 to 30% by weight of further comonomers; and modified cellulose fibers are mixed in a further step with (C) at least one thermoplast (D) and optionally one or more additives.

Inventors:
PFEIFFER, Thomas (Forststr.43, Böhl-Iggelheim, 67459, DE)
PFISTNER, Heike (Don-Carlos-Strasse 17, Ludwigshafen, 67071, DE)
CSIHONY, Szilard (Johannisstraße 22, Weinheim, 69469, DE)
GARCIA CASTRO, Ivette (Leiningerstraße 82, Ludwigshafen, 67067, DE)
NEUß, Michael (Ginsterweg 4, Carlsberg, 67316, DE)
ZELINSKI, Thomas (Kirchengasse 16, Neuleiningen, 67271, DE)
Application Number:
EP2010/061241
Publication Date:
February 17, 2011
Filing Date:
August 03, 2010
Export Citation:
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Assignee:
BASF SE (67056 Ludwigshafen, DE)
MONDI FRANTSCHACH GMBH (Frantschach, St. Gertraud/Lavanttal, A-9413, AT)
PFEIFFER, Thomas (Forststr.43, Böhl-Iggelheim, 67459, DE)
PFISTNER, Heike (Don-Carlos-Strasse 17, Ludwigshafen, 67071, DE)
CSIHONY, Szilard (Johannisstraße 22, Weinheim, 69469, DE)
GARCIA CASTRO, Ivette (Leiningerstraße 82, Ludwigshafen, 67067, DE)
NEUß, Michael (Ginsterweg 4, Carlsberg, 67316, DE)
ZELINSKI, Thomas (Kirchengasse 16, Neuleiningen, 67271, DE)
International Classes:
C08J3/24; B27N3/00; C08L23/04
Attorney, Agent or Firm:
BASF SE (67056 Ludwigshafen, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Herstellung von Verbundwerkstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass man in einem Schritt modifizierte Cellulosefasern herstellt, indem man (A) Cellulosefasern mit

wässriger Emulsion von

(B) mindestens einem Ethylencopolymer mit einem Molekulargewicht Mn bis maximal 20.000 g/mol

behandelt, welches als Comonomere eingebaut enthält

(a) 50 bis 95 Gew.-% Ethylen,

(b) 5 bis 50 Gew.-% mindestens ein Comonomer, das mindestens eine al- kylierte oder cycloalkylierte Aminogruppe aufweist, die über einen Spacer mit einer polymerisierbaren Gruppe verbunden ist,

(c) 0 bis 30 Gew.-% weiteren Comonomeren,

danach trocknet

und indem man in einem weiteren Schritt modifizierte Cellulosefasern mit

(C) mindestens einem Thermoplasten

(D) und gegebenenfalls einem oder mehreren Zuschlagstoffen

vermischt.

2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei Comonomer (b) um eine Verbindung der allgemeinen Formel I oder I a handelt,

Y- entspricht, wobei die Variablen wie folgt definiert sind:

R1 gewählt aus Wasserstoff, unverzweigtem und verzweigtem Ci-Cio-Alkyl, R2 gewählt aus Wasserstoff, unverzweigtem und verzweigtem Ci-Cio-Alkyl, R3 gleich oder verschieden und gewählt aus Wasserstoff und unverzweigtem und verzweigtem Ci-Cio-Alkyl und C3-Ci2-Cycloalkyl, wobei zwei Reste R3 miteinander unter Bildung eines 3 bis 10-gliedrigen Rings verbunden sein können, X gewählt aus Sauerstoff, Schwefel und N-R4,

R4 gewählt aus Wasserstoff und unverzweigtem und verzweigtem Ci-Cio-Alkyl, A1 eine divalente Gruppe, gewählt aus Ci-Cio-Alkylen, C4-Cio-Cycyloalkylen und

Phenylen,

Y- ist ein Anion einer anorganischen oder organischen Säure. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Variablen wie folgt gewählt werden:

R1 Wasserstoff oder Methyl,

R2 Wasserstoff,

R3 jeweils gleich und gewählt aus Methyl und Ethyl.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man Cellulosefasern (A) wählt aus Holzfasern. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass man Cellulosefasern (A) wählt aus Langfaserzellstoff.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass man Thermoplast (C) wählt aus Polyethylen, Polypropylen, Polyvinylchlorid Po- lystyrol und Polyester.

7. Cellulosefasern, behandelt mit mindestens einer wässrigen Emulsion von

(B) mindestens einem Ethylencopolymer mit einem Molekulargewicht Mn bis maximal 20.000 g/mol, welches als Comonomere eingebaut enthält

(a) 50 bis 95 Gew.-% Ethylen,

(b) 5 bis 50 Gew.-% mindestens ein Comonomer, das mindestens eine alky- lierte oder cycloalkylierte Aminogruppe aufweist, die über einen Spacer mit einer polymerisierbaren Gruppe verbunden ist,

(c) 0 bis 30 Gew.-% weiteren Comonomeren.

8. Cellulosefasern nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie frei sind von Thermoplast (C).

9. Cellulosefasern nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewichtsverhältnis Cellulosefasern (A) zu Ethylencopolymer (B) im Bereich von

1000 : 1 bis 20 : 1 liegt.

10. Cellulosefasern nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass man Cellulosefasern wählt aus Langfaserzellstoff.

1 1. Cellulosefasern nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Restfeuchtegehalt im Bereich von 0,1 bis 20 Gew.-% aufweisen.

12. Verwendung von modifizierten Cellulosefasern nach einem der Ansprüche 7 bis 1 1 zur Herstellung von Verbundwerkstoffen. 13. Verwendung von modifizierten Cellulosefasern nach einem der Ansprüche 7 bis 1 1 zur Herstellung von Verbundwerkstoffen, die mindestens einen Thermoplast (C) aufweisen.

14. Verwendung von modifizierten Cellulosefasern nach einem der Ansprüche 7 bis 1 1 zur Herstellung von Verbundwerkstoffen, die Glasfasern aufweisen.

15. Verbundwerkstoffe, hergestellt unter Verwendung von modifizierten Cellulosefasern nach einem der Ansprüche 12 bis 14. 16. Gebäudeaußenteile, Gebäudeinnenteile, Profilteilen, Möbeln oder Hohlkörpern, hergestellt unter Verwendung von Verbundwerkstoffen nach Anspruch 15.

17. Verwendung von Verbundwerkstoffen nach einem der Ansprüche 12 bis 14 zur Herstellung von Gebäudeaußenteilen, Gebäudeinnenteilen, Profilteilen, Palet- ten, Innenauskleidungen und Unterbodenverkleidungen im Automobilbereich,

Möbeln oder Hohlkörpern.

Description:
Modifizierte Cellulosefasern, ihre Herstellung und Verwendung

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Verbundwerkstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass man in einem Schritt modifizierte Cellulosefasern herstellt, indem man

(A) Cellulosefasern mit

wässriger Emulsion von

(B) mindestens einem Ethylencopolymer mit einem Molekulargewicht M n bis maximal 20.000 g/mol

behandelt, welches als Comonomere eingebaut enthält

(a) 50 bis 95 Gew.-% Ethylen,

(b) 5 bis 50 Gew.-% mindestens ein Comonomer, das mindestens eine alkylierte oder cycloalkylierte Aminogruppe aufweist, die jeweils über einen Spacer mit einer polymerisierbaren Gruppe verbunden ist,

(c) 0 bis 30 Gew.-% weiteren Comonomeren,

und indem man in einem weiteren Schritt modifizierte Cellulosefasern mit

(C) mindestens einem Thermoplasten

(D) und gegebenenfalls einem oder mehreren Zuschlagstoffen

vermischt.

Weiterhin betrifft die vorliegende Anmeldung Cellulosefasern, behandelt mit mindestens einer wässrigen Emulsion von

(B) mindestens einem Ethylencopolymer mit einem Molekulargewicht M n bis maximal 20.000 g/mol, welches als Comonomere eingebaut enthält

(a) 50 bis 95 Gew.-% Ethylen,

(b) 5 bis 50 Gew.-% mindestens ein Comonomer, das mindestens eine alkylierte oder cycloalkylierte Aminogruppe aufweist, die über einen Spacer mit einer polymerisierbaren Gruppe verbunden ist,

(c) 0 bis 30 Gew.-% weiteren Comonomeren.

Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung von erfindungsgemäßen Cellulosefasern zur Herstellung von Verbundwerkstoffen.

Holz als Werkstoff ist der Menschheit schon seit mehreren Jahrtausenden bekannt. Es zeichnet sich durch eine gute Verfügbarkeit an den meisten Stellen der Welt aus. Auch ist Holz durch zahlreiche Verarbeitungstechniken vielseitig zu verwerten. In zahlreichen Ländern findet Holz auch heute noch Anwendungen im Außenbereich von Gebäuden, beispielsweise bei der Herstellung von Dächern, Fassaden, Fensterrahmen, Veranden, weiterhin zur Herstellung von Bänken wie beispielsweise Parkbänken, und zur Herstel- lung von Hohlkörpern wie beispielsweise Hohlkammerprofilen für Terrassendielen oder Fensterbänke. Ein gravierender Nachteil bei der Verwendung von Holz im Außenbereich von Gebäuden ist jedoch seine mangelnde Witterungsbeständigkeit. Insbesondere feucht-warme Witterung kann zu einem Verfaulen führen. Versuche, Holz durch Beschichten, beispielsweise durch Lackschichten gegen die Witterungseinflüsse zu schützen, können ein Verfaulen zwar verlangsamen, jedoch nicht vollkommen verhindern. Lackierungen haben außerdem den Nachteil, dass sie in regelmäßigen Abständen erneuert werden müssen. Außerdem sind zahlreiche Lackierungen empfindlich gegen mechanische Belastungen und Beschädigungen, die beispielsweise zu einem Abblättern der Lackierung führen können. Weiterhin ist die Formgebung von Holz nur durch aufwändige Ver- fahren möglich, die viel Abfall verursachen.

Es hat nicht an Versuchen gefehlt, Holz durch Kunststoffe zu ersetzen. Kunststoffe wie beispielsweise Polyvinylchlorid oder Polyolefine wie Polyethylen oder Polypropylen haben jedoch thermische Ausdehnungskoeffizienten, die sich in vielen Außenanwen- düngen als zu groß herausstellen. Auch ist die Steifigkeit in vielen Fällen zu gering.

Als Lösung zahlreicher Probleme werden in der jüngsten Zeit Verbundwerkstoffe aus Holz und Kunststoff (auch: naturfaserverstärkte Kunststoffe genannt, englisch: wood- plastic composites, kurz: WPC) angeboten. Diese stellt man durch Vermischen von Kunststoff und Holzfasern her. Derartige Verbundwerkstoffe zeigen eine deutlich höhere Witterungsstabilität als reines Holz und bessere mechanische Eigenschaften als einige reine Kunststoffe, zum Beispiel Polyethylen oder Polypropylen. Außerdem kann man mit genannten Verbundwerkstoffen Formgebungsverfahren ausüben wie mit reinen thermoplastischen Kunststoffen, beispielsweise Spritzgießen und Extrusion.

Ein Problem von Verbundwerkstoffen aus Holz und Kunststoff ist jedoch in vielen Fällen eine nicht ausreichende Anbindung der Bestandteile Holz und Kunststoff aneinander. Bei nicht ausreichender Anbindung lässt die mechanische Festigkeit in vielen Fällen doch zu wünschen übrig.

Aus WO 2008/101937 sind Verbundwerkstoffe aus natürlichen Fasern, beispielsweise Holz, und thermoplastischen Polymeren sowie gegebenenfalls weiteren Stoffen bekannt. Zur Herstellung der Verbundwerkstoffe vermischt man natürliche Fasern, Thermoplast und bestimmte Ethylencopolymerwachse sowie gegebenenfalls weitere Stoffe. In einigen Fällen dauert die Verarbeitung jedoch verhältnismäßig lange, was verfahrenstechnisch ungünstig ist. Außerdem lassen sich einige der mechanischen Eigenschaften wie Zugfestigkeit, Biegefestigkeit Schlagzähigkeit, Bruchspannung, Reißdehnung und/oder Streckdehnung noch verbessern. Aus WO 2007/1 18264 ist ein Verfahren zur Behandlung von cellulosischem Fasermaterial bekannt, bei dem mit Magnesiumionen-haltigen Lösungen behandelt wird. Man erhält behandelte Materialien, die sich gut für Verpackungen eignen, aufgrund von auf- tretenden Abbaureaktionen aber nicht für Verbundwerkstoffe. Auch lassen sich in vielen Fällen die Wasser abweisenden Eigenschaften noch verbessern.

Es bestand daher die Aufgabe, ein Verfahren zur Herstellung von Verbundwerkstoffen bereit zu stellen, durch das die Homogenität und damit die Eigenschaften von Verbundwerkstoffen verbessert werden. Es bestand weiterhin die Aufgabe, Verbundwerkstoffe bereit zu stellen, die besonders gute mechanische Eigenschaften wie Zugfestigkeit, Biegefestigkeit Schlagzähigkeit, Bruchspannung, Reißdehnung und/oder Streckdehnung sowie geringere Wasseraufnahme aufweisen. Weiterhin bestand die Aufgabe, Verwendungen für Verbundwerkstoffe bereit zu stellen.

Dementsprechend wurde das eingangs definierte Verfahren gefunden, das im Folgenden auch erfindungsgemäßes Verfahren genannt wird. Das erfindungsgemäße Verfahren geht aus von Cellulosefasern (A). Cellulosefasern im Rahmen der vorliegenden Erfindung umfassen auch lignocellulosehaltige Fasern. Beispiele für Cellulosefasern (A) sind Fasern von Flachs, Sisal, Hanf, Kokos, von Abaca (sogenanntem Manilahanf), aber auch Reisspelzen, Bambus, Stroh und Erdnussscha- len. Bevorzugte Beispiele für Cellulosefasern (A) sind Holzfasern. Dabei kann es sich bei Holzfasern um Fasern von frisch gewonnenem Holz handeln oder von Altholz. Weiterhin kann es sich bei Holzfasern um Fasern unterschiedlicher Holzarten wie Weichhölzern von z.B. Fichten, Kiefern, Tannen oder Lärchen und Harthölzern von z.B. Buchen und Eichen handeln. Auch Holzabfälle wie beispielsweise Hobelspäne, Sägespäne oder Sägemehl sind geeignet. Die Holzzusammensetzung kann in ihren Bestandtei- len wie Cellulose, Hemicellulose und Lignin variieren.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung handelt es sich bei Cellulosefasern (A) um Zellstoff. Bei Zellstoff kann es sich um ungebleichten oder gebleichten Zellstoff handeln. Zellstoff im Sinne der vorliegenden Erfindung kann durch alkalische oder saure Aufschlussverfahren gewonnen werden.

Zellstoff im Sinne der vorliegenden Erfindung kann einen Ligningehalt im Bereich von null bis 20 Gew.-% aufweisen. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weisen Cellulosefasern (A) eine Kappa-Zahl im Bereich von null bis 100 auf.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung haben Cellulosefasern (A) eine mittlere Länge im Bereich von 0,1 bis 100 mm, vorzugsweise von 1 bis 10 mm. In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung handelt es sich bei Cellulosefasern (A) um Langfaserzellstoff. Langfaserzellstoff im Rahmen der vorliegenden Erfindung kann eine Länge im Bereich von 1 bis 7 mm aufweisen. Langfaserzellstoff im Sinne der vorliegenden Erfindung kann eine Partikelbreite im Bereich von 10 bis 50 μm aufweisen.

Langfaserzellstoff im Sinne der vorliegenden Erfindung kann ein Fasergewicht (englisch coarseness) im Bereich von 100 bis 500 mg/m aufweisen.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung liegt das Verhältnis Länge/Dicke von Cellulosefasern (A) im Bereich von 500 zu 1 bis 50 zu 1 , insbesondere dann, wenn man Cellulosefasern (A) aus Langfaserzellstoff wählt. In einer anderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wählt man Cellulosefasern (A) aus Kurzfaserzellstoffen, die beispielsweise eine Länge von 0,2 bis 1 ,5 mm und ein Verhältnis Länge/Durchmesser im Bereich von 200:1 bis 40:1 aufweisen können. Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst mindestens zwei Schritte, insbesondere mindestens zwei separate Schritte. In einem Schritt, der im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch als erster Schritt bezeichnet wird, behandelt man Cellulosefasern mit mindestens einer wässrigen Emulsion von

(B) mindestens einem Ethylencopolymer, im Rahmen der vorliegenden Anmeldung auch kurz Ethylencopolymer (B) genannt, mit einem Molekulargewicht M n bis maximal 20.000 g/mol, bevorzugt 1.000 bis 15.000 g/mol, welches als Comonomere einpolyme- risiert enthält

(a) 50 bis 95 Gew.-%, bevorzugt 55 bis 90 Gew.-%, besonders bevorzugt 60 bis 80 Gew.-% Ethylen,

(b) 5 bis 50 Gew.-%, bevorzugt 10 bis 45 Gew.-%, besonders bevorzugt 20 bis 40 Gew.-% mindestens ein Comonomer, das mindestens eine alkylierte oder cycloaylkylierte Aminogruppe aufweist, die über einen Spacer mit einer polyme- risierbaren Gruppe verbunden ist,

(c) Null bis insgesamt 30 Gew.-%, bevorzugt bis insgesamt 20 Gew.-% und besonders einem oder mehreren weiteren Comonomeren.

Dabei sind Angaben in Gew.-% auf gesamtes Ethylencopolymer (B) bezogen. Als Spacer, mit alkylierte oder cycloalkylierte Aminogruppen an eine polymerisierbare Gruppe gebunden sein können, kommen cyclische oder lineare organische Gruppen in Frage, die 1 bis 20 C-Atome und gegebenenfalls mindestens ein Heteroatom umfas- sen. Als Heteroatome sind Schwefel und insbesondere Stickstoff und Sauerstoff zu nennen.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist Ethylencopolymer (B) eine kinematische Schmelzviskosität v im Bereich von 60 bis 150.000 mm 2 /s auf, bevorzugt von 300 bis 90.000 mm 2 /s, gemessen bei 120 0 C nach DIN 51562.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung liegt der Schmelzpunkt von Ethylencopolymer (B) im Bereich von 40 bis 1 10 0 C, bevorzugt im Bereich bis 100 0 C, be- stimmt durch DSC nach DIN 51007.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung liegt die Dichte von Ethylencopolymer (B) im Bereich von 0,85 bis 0,99 g/cm 3 , bevorzugt bis 0,97 g/cm 3 , bestimmt nach DIN 53479.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung handelt es sich bei Comonomer (b) um eine Verbindung der allgemeinen Formel I oder I a

Y- in denen die Variablen wie folgt definiert sind:

R 1 und R 2 sind gleich oder verschieden; R 1 wird gewählt aus Wasserstoff und

unverzweigtem und verzweigtem Ci-Cio-Alkyl, wie beispielsweise Methyl, Ethyl, n- Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, iso-Butyl, sec.-Butyl, tert.-Butyl, n-Pentyl, iso-Pentyl, sec- Pentyl, neo-Pentyl, 1 ,2-Dimethylpropyl, iso-Amyl, n-Hexyl, iso-Hexyl, sec.-Hexyl, n- Heptyl, n-Octyl, 2-Ethylhexyl, n-Nonyl, n-Decyl; besonders bevorzugt CrC 4 -AIkVl wie Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, iso-Butyl, sec.-Butyl und tert.-Butyl, insbesondere Methyl; R 2 wird gewählt aus unverzweigtem und verzweigtem Ci-Cio-Alkyl wie beispielsweise Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, iso-Butyl, sec.-Butyl, tert.-Butyl, n-Pentyl, iso-Pentyl, sec.-Pentyl, neo-Pentyl, 1 ,2-Dimethylpropyl, iso-Amyl, n-Hexyl, iso-Hexyl, sec.-Hexyl, n-Heptyl, n-Octyl, 2-Ethylhexyl, n-Nonyl, n-Decyl; besonders bevorzugt d- C 4 -AIkVl wie Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, iso-Butyl, sec.-Butyl und tert.- Butyl, insbesondere Methyl;

und ganz besonders bevorzugt Wasserstoff.

R 3 sind verschieden oder vorzugsweise gleich und gewählt aus Wasserstoff und verzweigtem und bevorzugt unverzweigtem Ci-Cio-Alkyl, beispielsweise Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, iso-Butyl, sec.-Butyl, tert.-Butyl, n-Pentyl, iso- Pentyl, sec.-Pentyl, neo-Pentyl, 1 ,2-Dimethylpropyl, iso-Amyl, n-Hexyl, iso-Hexyl, sec.- Hexyl, n-Heptyl, n-Octyl, 2-Ethylhexyl, n-Nonyl, n-Decyl; bevorzugt Methyl, Ethyl, n- Propyl, n-Butyl, n-Pentyl, iso-Pentyl, n-Hexyl, n-Heptyl, n-Octyl, n-Nonyl, n-Decyl; be- sonders bevorzugt CrC 4 -AIkVl wie Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, iso- Butyl, sec.-Butyl und tert.-Butyl, ganz besonders bevorzugt Methyl;

C3-Ci2-Cycloalkyl wie beispielsweise Cyclopropyl, Cyclobutyl, Cyclopentyl, Cyclohexyl, Cycloheptyl, Cyclooctyl, Cyclononyl, Cyclodecyl, Cycloundecyl und Cyclododecyl; be- vorzugt sind Cyclopentyl, Cyclohexyl und Cycloheptyl.

Dabei können zwei Reste R 3 miteinander unter Bildung eines gegebenenfalls mit d- C 4 -Al kylresten substituierten 3- bis 10-gliedrigen, bevorzugt 5- bis 7-gliedrigen Rings verbunden sein,

besonders bevorzugt kann eine N(R 3 )2-Gruppe gewählt sein aus

Wenn die Reste R 3 verschieden sind, so kann einer der Reste R 3 vorzugsweise Wasserstoff sein.

X wird gewählt aus Schwefel, N-R 4 und insbesondere Sauerstoff.

R 4 wird gewähltaus Wasserstoff sowie unverzweigtem und verzweigtem Ci-Cio-Alkyl wie beispielsweise Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, iso-Butyl, sec.-Butyl, tert.-Butyl, n-Pentyl, iso-Pentyl, sec.-Pentyl, neo-Pentyl, 1 ,2-Dimethylpropyl, iso-Amyl, n-Hexyl, iso-Hexyl, sec.-Hexyl, n-Heptyl, n-Octyl, 2-Ethylhexyl, n-Nonyl, n-Decyl; besonders bevorzugt Ci-C 4 -Alkyl wie Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, iso- Butyl, sec.-Butyl und tert.-Butyl, insbesondere Methyl oder Wasserstoff, bevorzugt Wasserstoff; A 1 wird gewählt aus divalenten Gruppen wie

Ci-Cio-Alkylen, wie beispielsweise -CH 2 -, -CH(CH 3 )-, -(CH 2 J 2 -, -CH 2 -CH(CH 3 )-, eis- und trans-CH(CH 3 )-CH(CH 3 )-, -(CH 2 J 3 -, -CH 2 -CH(C 2 H 5 )-, -(CH 2 J 4 -, -(CH 2 J 5 -, -(CH 2 J 6 -,

-(CH 2 J 7 -, -(CH 2 ) 8 -, -(CH 2 Jg-, -(CH 2 JiO-; vorzugsweise C 2 -C 4 -Al kylen; wie -(CH 2 J 2 -, -CH 2 -

CH(CH 3 )-, -(CH 2 ) 3 -, -(CH 2 J 4 - und -CH 2 -CH(C 2 H 5 )-, besonders bevorzugt -(CH 2 J 2 -, -

(CH 2 J 3 -, -(CH 2 J 4 - und ganz besonders bevorzugt -(CH 2 J 2 -.

C 4 -Ci o-Cycyloa I kylen wie beispielsweise

vorzugsweise

isomerenrein oder als Isomerengemisch,

und

Phenylen, beispielsweise ortho-Phenylen, meta-Phenylen und besonders bevorzugt para-Phenylen.

Y- ist ein Anion einer anorganischen oder organischen Säure, beispielsweise Sulfat oder Phosphat, bevorzugt ein einfach negativ geladenes Anion, beispielsweise HaIo- genid, insbesondere Chlorid oder Bromid, weiterhin Hydrogensulfat, Ci -C 4 -Al kylsu If at, insbesondere Methylsulfat, Dihydrogenphosphat, Formiat, Acetat, Propionat, Stearat, Palmitat, Citrat, Tartrat. Für den Fall, dass Y" gewählt wird aus Anionen von mehrbasi- gen Säuren, beispielsweise Sulfat oder Phosphat, kann ein Anion Y" zur elektrischen Neutralisation von mehr als einem Äquivalent Comonomer (b) dienen. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bedeutet R 1 Wasserstoff oder Methyl. Ganz besonders bevorzugt bedeutet R 1 Methyl.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bedeuten R 1 Wasserstoff oder Methyl und R 2 Wasserstoff.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bedeuten R 1 Wasserstoff oder Methyl und R 2 Wasserstoff, beide Gruppen R 3 sind gleich und stehen jeweils für Methyl oder Ethyl. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung steht X-A 1 -N(R 3 )2 für

0-CH 2 -CH 2 -N(CHs) 2 . In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung steht X-A 1 -N(R 3 ) 2 für

0-CH 2 -CH 2 -CH 2 -N(CHs) 2 .

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung steht X-A 1 -N(R 3 )3 Y " für

O-CH 2 -CH 2 -N(CH 3 )3 Y-, wobei Y- gewählt wird aus Acetat, Stearat, Palmitat und Me- thylsulfat (CH 3 SO 4 -).

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung steht X-A 1 -N(R 3 )3 Y" für

O-CH 2 -CH 2 -CH 2 -N(CH 3 )3, wobei Y- gewählt wird aus Acetat, Stearat, Palmitat und Methylsulfat (CH 3 SO 4 -).

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält Ethylencopolymer (B) keine weiteren Comonomere (c) einpolymerisiert.

In einer anderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält Ethylencopoly- mer (B) mindestens ein weiteres Comonomer mit einpolymerisiert, gewählt aus

Ci-C 2 o-Alkylestern von ethylenisch ungesättigten C 3 -Cio-Monocarbonsäuren, kurz auch ethylenisch ungesättigte C 3 -Cio-Carbonsäureester genannt, beispielsweise Me- thyl(meth)acrylat, Ethyl(meth)acrylat, n-Butyl(meth)acrylat, n-Hexyl(meth)acrylat, 2- Ethylhexyl(meth)acrylat, n-Octyl(meth)acrylat, n-Decyl(meth)acrylat, 2- Propylheptyl(meth)acrylat,

Mono- und Di-Ci-Cio-alkylestern von ethylenisch ungesättigten C 4 -Cio-Dicarbonsäuren, beispielsweise Maleinsäuremono- und Dimethylester, Maleinsäuremono- und Diethyl- ester, Fumarsäuremono- und Dimethylester, Fumarsäuremono- und Diethylester, Ita- consäuremono- und Dimethylester, Maleinsäuremono- und Di-n-butylester und Maleinsäuremono- und Di-2-ethylhexylester,

Vinylester oder Allylester von Ci-Cio-Carbonsäuren, bevorzugt Vinylester oder AIIyI- ester von Essigsäure oder Propionsäure, besonders bevorzugt ist Vinylpropionat und ganz besonders bevorzugt Vinylacetat.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung liegt Comonomer (b) in protonier- ter Form vor.

Die Herstellung von Ethylencopolymer (B) kann nach an sich bekannten Verfahren zur Copolymerisation von Ethylen (a), Comonomer (b) und gegebenenfalls weiteren Co- monomeren (c) in gerührten Hochdruckautoklaven oder in Hochdruckrohrreaktoren erfolgen. Die Herstellung in gerührten Hochdruckautoklaven ist bevorzugt. Gerührte Hochdruckautoklaven sind bekannt, eine Beschreibung findet man beispielsweise in Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, 5. Auflage, Stichworte: Waxes, Bd. A 28, S. 146 ff., Verlag Chemie Weinheim, Basel, Cambridge, New York, Tokio, 1996. Bei ihnen verhält sich überwiegend das Verhältnis Länge/Durchmesser in Intervallen von 5:1 bis 30:1 , bevorzugt 10:1 bis 20:1. Die gleichfalls anwendbaren Hochdruckrohrreaktoren findet man ebenfalls in Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, 5. Auflage, Stichworte: Waxes, Bd. A 28, S. 146 ff., Verlag Chemie Weinheim, Basel, Cambridge, New York, Tokio, 1996. Details zur Herstellung von Ethylencopolymer sind auch in WO 2008/101937 genannt.

Die Herstellung von wässrigen Emulsionen von Ethylencopolymer (B) ist an sich bekannt. Vorzugsweise geht man so vor, dass man ein oder mehrere Ethylencopolymere (B) man in einem Gefäß platziert, beispielsweise einem Kolben, einem Autoklaven oder einem Kessel und erwärmt das oder die Ethylencopolymere (B) und eine oder mehrere Bransted-Säuren und gegebenenfalls weitere Substanzen, beispielsweise Wasser, zu, wobei die Reihenfolge der Zugabe von Bransted-Säure bzw. Bransted-Säuren sowie gegebenenfalls weitere Substanzen beliebig ist. Wünscht man, die betreffende Emulsion bei einer Temperatur über 100 0 C herzustellen, ist es vorteilhaft, unter erhöhtem Druck zu arbeiten und das Gefäß entsprechend zu wählen. Man homogenisiert die entstehende Emulsion, beispielsweise durch mechanisches oder pneumatisches Rühren oder durch Schütteln. Man erwärmt vorteilhaft auf eine Temperatur über den Schmelzpunkt von Ethylencopolymer (B). Vorteilhaft erwärmt man auf eine Temperatur, die mindestens 10 0 C, besonders vorteilhaft auf eine Temperatur, die mindestens 30 0 C über dem Schmelzpunkt von Ethylencopolymer (B) liegt.

Man kann so viel Bransted-Säure einsetzen, dass Ethylencopolymer (B) in partiell oder vorzugsweise vollständig neutralisierter Form vorliegt. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung setzt man einen Überschuss an Bransted-Säure ein. Wenn Ethylencopolymer (B) eine Verbindung der allgemeinen Formel I a ist, so kann man auf den Zusatz von Bransted-Säure verzichten.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist die im ersten Schritt eingesetzte wässrige Emulsion einen Feststoffgehalt im Bereich von 1 bis 40 Gew.-% auf, bevorzugt sind 10 bis 30 Gew.-%, besonders bevorzugt 15 bis 25 Gew.-%.

Die Behandlung von Cellulosefasern (A) mit wässriger Emulsion von Ethylencopolymer (B) kann man bei Temperaturen im Bereich von 10 bis 70°C durchführen, bevorzugt sind 20 bis 60°C. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann man bei der Behandlung mit wässriger Emulsion von Ethylencopolymer (B) ein oder mehrere Hilfsmittel zusetzen, beispielsweise Hydrophobierungsmittel oder Leimungsmittel. In einer anderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung setzt man bei der Behandlung mit wässriger Emulsion von Ethylencopolymer (B) keine Hilfsmittel zu.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann man die Behandlung von Cellulosefasern (A) mit wässriger Emulsion von Ethylencopolymer (B) unter Homoge- nisieren durchführen, beispielsweise durch oder mit Hilfe von statischen Mischern oder durch Pumpen.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung homogenisiert man unter verhältnismäßig geringem Energieeintrag, beispielsweise 0,2 bis 5,0 kWh/t.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung liegt der pH-Wert im ersten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens im Bereich von 4 bis 10, bevorzugt 6 bis 9.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung führt man den ersten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens bei Normaldruck durch.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann man den ersten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens in einem Rührbehälter durchführen. Nach der Behandlung von Cellulosefasern (A) mit wässriger Emulsion von Ethylencopolymer (B) trocknet man die erfindungsgemäß behandelten Cellulosefasern. Dazu trennt man Wasser zumindest zu einem gewissen Anteil und gegebenenfalls Abfälle ab. Man erhält modifizierte Cellulosefasern. Nach dem ersten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens kann man die erfindungsgemäß behandelten Cellulosefasern vom Wasser und eventuellen Abfällen durch mechanische Methoden abtrennen, beispielsweise durch Abpressen oder Filtrieren.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann man Wasser durch thermi- sches Trocknen entfernen, beispielsweise bei Temperaturen im Bereich von 100 bis 300 0 C.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung trocknet man erfindungsgemäß behandelte Cellulosefasern thermisch auf einen Restfeuchtegehalt im Bereich von null bis 20 Gew.-%, bevorzugt mindestens 0,1 Gew.-%, besonders bevorzugt 5 bis 10

Gew.-%. Der Restfeuchtegehalt wird beispielsweise durch IR-Spektroskopie bestimmt. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung führt man das Trocknen durch eine Kombination von mindestens zwei Operationen durch, beispielsweise durch eine Kombination von einer mechanischen Methode, gefolgt durch thermisches Trocknen. Zum Entfernen von Wasser kann man beispielsweise Filter oder Pressen einsetzen.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann man abgetrenntes Wasser, welches noch Reste von Ethylencopolymer (B) enthält, zurückführen und beispielsweise zum Behandeln einer weiteren Portion Cellulosefasern (A) einsetzen.

In einem weiteren Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrensvermischt man modifizierte Cellulosefasern, also Cellulosefasern, die man durch erfindungsgemäßes Behandeln von Cellulosefasern (A) mit wässriger Emulsion von Ethylencopolymer (B) erhalten hat, mit (C) mindestens einem Thermoplasten

und gegebenenfalls mit (D) einem oder mehreren Zuschlagstoffen.

Dabei werden unter Thermoplast (C) beliebige thermoplastisch verformbare Polymere verstanden, die neu oder Recyclat aus alten thermoplastischen Polymeren sein können. Bevorzugt wählt man Thermoplast (C) aus Polyolefinen, bevorzugt Polyethylen, insbesondere HDPE, Polypropylen, insbesondere isotaktisches Polypropylen, und Polyvinylchlorid (PVC), beispielsweise Weich-PVC und insbesondere Hart-PVC, weiterhin Polyvinylacetat oder Mischungen von Polyethylen und Polypropylen.

Bevorzugt wählt man Thermoplast (C) aus Polyethylen, Polypropylen, Polyvinylchlorid, Polystyrol und Polyester.

Dabei schließen Polyethylen und Polypropylen jeweils auch Copolymere des Ethylens bzw. Propylens mit einem oder mehreren α-Olefin oder Styrol mit ein. So werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung unter Polyethylen auch Copolymere mit umfasst, die neben Ethylen als Hauptmonomer (mindestens 50 Gew.-%) ein oder mehrere Co- monomere einpolymerisiert enthalten, gewählt aus Styrol oder α-Olefine wie beispielsweise Propylen, 1 -Buten, 1 -Hexen, 4-Methyl-1-Penten, 1-Octen, 1-Decen, 1-Dodecen, n-α-C22H44, n-α-C24H48 und n-α-C2oH4o. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung werden unter Polypropylen auch Copolymere mit umfasst, die neben Propylen als Hauptmo- nomer (mindestens 50 Gew.-%) ein oder mehrere Comonomere einpolymerisiert enthalten, gewählt aus Styrol, Ethylen, 1 -Buten, 1 -Hexen, 4-Methyl-1-Penten, 1-Octen, 1- Decen, 1-Dodecen, n-α-C22H44, n-α-C24H48 und n-α-C2oH4o.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist Thermoplast (C) ein mittle- res Molekulargewicht M w im Bereich von 50.000 bis 1.000.000 g/mol auf. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung vermischt man weiterhin mit mindestens einem Zuschlagstoff (D). Beispiele für Zuschlagstoffe (D) sind Verträglichkeitsvermittler (english: coupling agents), beispielsweise maleinierte Polyethylene oder Po- lypropylene, oder Copolymere aus Ethylen oder Propylen und Acrylsäure oder Meth- acrylsäure. Weitere Beispiele für geeignete Zuschlagstoffe (D) sind Stabilisatoren, insbesondere Licht- und UV-Stabilisatoren, beispielsweise sterisch gehinderte Amine (HALS), 2,2,6,6-Tetramethylmorpholin-N-Oxide oder 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-N- Oxide (TEMPO) und andere N-Oxydderivate wie NOR. Weitere Beispiele für geeignete Zuschlagstoffe (D) sind UV-Absorber wie beispielsweise Benzophenon oder Benzotria- zole. Weitere Beispiele für geeignete Zuschlagstoffe (D) sind Pigmente, die ebenfalls eine Stabilisierung gegen UV-Licht bewirken können, wie beispielsweise Titandioxid, Ruß, Eisenoxid, andere Metalloxide und organische Pigmente, beispielsweise Azo- und Phthalocyanin-Pigmente. Weitere Beispiele für geeignete Zuschlagstoffe (D) sind Biozide, insbesondere Fungizide. Weitere Beispiele für geeignete Zuschlagstoffe (D) sind Säurefänger, beispielsweise Erdalkalihydroxide oder Erdalkalioxide oder Fettsäuresalze von Metallen, insbesondere Metallstearate, besonders bevorzugt Zinkstearat und Calciumstearat, und weiterhin Kreide und Hydrotalcite. Dabei können einige Fettsäuresalze von Metallen, insbesondere Zinkstearat und Calciumstearat, auch als Schmiermittel bei der Verarbeitung wirken.

Weitere Beispiele für Zuschlagstoffe (D) sind Antioxidantien wie auf Basis von Phenolen, wie alkylierte Phenole, Bisphenole, bicyclische Phenole oder Antioxidantien auf Basis von Benzofuranonen, organischen Sulfiden und/oder Diphenylaminen. Weitere Beispiele für geeignete Zuschlagstoffe (D) sind Weichmacher Ester von Dicarbonsäu- ren wie Phthalate, organische Phosphate, Polyester und Polyglycolderivate. Weitere Beispiele für geeignete Zuschlagstoffe (D) sind Schlagzähmodifikatoren und Flammschutzmittel.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung führt man das Vermischen in einem Extruder durch, beispielsweise in einem gleichläufigen oder gegenläufigen Doppelschneckenextruder.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden modifizierte Cellulosefa- sern, Thermoplast (C) und gegebenenfalls ein oder mehrere Additive (D) in einer Direktextrusion dem Extruder zugeführt, aufgeschmolzen, gemischt und zum fertigen Halbzeug aus Verbundwerkstoff verarbeitet.

Beispiele für Halbzeuge sind Gebäudeinnenteile, Gebäudeaußenteile wie beispielsweise Fassadenteile, weiterhin Profilteile, Innenauskleidungen und Unterbodenverkleidun- gen im Automobilbereich, Möbel und Hohlkörper. In einer anderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden modifizierte Fasern (A), Thermoplast (C) und gegebenenfalls ein oder mehrere Additive (D) durch Vermischen zunächst zu einem Verbundwerkstoff verarbeitet, der beispielsweise in Granulatform anfällt, und danach beispielsweise zu einem oder mehreren Halbzeugen verarbeitet.

Man wählt die Temperatur, bei der man vermischt, vorzugsweise so, dass sie mindestens 10 0 C, bevorzugt mindestens 20 0 C über dem Schmelzpunkt von Thermoplast (C) liegt.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung vermischt man

60 bis 90 Gew.-% modifizierte Cellulosefasern und

10 bis 40 Gew.-% Thermoplast (C), bezogen auf das jeweilige Gewicht. Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Cellulosefasern, behandelt mit mindestens einer Emulsion von

(B) einem Ethylencopolymer mit einem Molekulargewicht M n bis maximal 20.000

g/mol, welches als Comonomere eingebaut enthält

(a) 50 bis 95 Gew.-% Ethylen,

(b) 5 bis 50 Gew.-% mindestens ein Comonomer, das mindestens eine alkylierte oder cycloalkylierte Aminogruppe aufweist, die über einen Spacer mit einer po- lymerisierbaren Gruppe verbunden ist,

(c) 0 bis 30 Gew.-% weiteren Comonomeren. Comonomer (b) und gegebenenfalls weiteres Comonomer (c) sind vorstehend beschrieben. Die erfindungsgemäßen Cellulosefasern, die im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch als„modifizierte Cellulosefasern" oder„erfindungsgemäße modifizierte Cellulosefasern" bezeichnet werden, eignen sich besonders gut zum Einsatz im vorstehend beschriebenen Verfahren.

Erfindungsgemäße modifizierte Cellulosefasern lassen sich sehr gut separieren, und die Zugfestigkeit eines aus solchen Fasern gebildeten Blattes ist um 30 bis 80% geringer als jene eines Blatts aus unbehandelten Fasern. Die Separierbarkeit betrifft dabei weder die Einzelfaserfestigkeit noch die Faser-Matrixbindung.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind erfindungsgemäße modifizierte Cellulosefasern frei von Thermoplast (C), d.h. der Anteil an Thermoplast liegt im Bereich von null bis 0,5 Gew.-%, bezogen auf das Trockengewicht von erfindungsgemäßen modifizierten Cellulosefasern. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung liegt in erfindungsgemäßen modifizierten Cellulosefasern das Gewichtsverhältnis Cellulosefasern (A) zu Ethylencopo- lymer (B) im Bereich von 1000 : 1 bis 20:1 , bevorzugt 500 : 1 bis 50 : 1. In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind Cellulosefasern (A), die als eines der Ausgangsmaterialien zur Herstellung von erfindungsgemäßen modifizierten Cellulosefasern dienen, gewählt aus Langfaserzellstoff. Dabei sind Langfaserzellstoff wie vorstehend definiert. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weisen erfindungsgemäße modifizierte Cellulosefasern einen Restfeuchtegehalt im Bereich von null bis 20 Gew.-%, bevorzugt 5 bis 10 Gew.-%. Der Restfeuchtegehalt wird beispielsweise durch IR- Spektroskopie oder durch mehrstündiges Lagern im Trockenschrank bestimmt. Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung von erfindungsgemäßen modifizierten Cellulosefasern zur Herstellung von Verbundwerkstoffen, und zwar vorzugsweise von solchen, die mindestens einen Thermoplasten (C) enthalten. Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Verbundwerkstoffen unter Verwendung von erfindungsgemäßen modifizierten Cellulosefasern.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Verbundwerkstoffe, hergestellt unter Verwendung von erfindungsgemäßen modifizierten Cellulosefasern. Erfindungsgemäße Verbundwerkstoffe eignen sich ausgezeichnet als oder zur Herstellung von Gebäudeinnen- oder außenteilen oder von Profilteilen. Beispiele für Gebäudeinnenteile sind Geländer, beispielsweise für Treppen im Innenraum, und Paneele. Beispiele für Gebäudeaußenteile sind Dächer, Fassaden, Dachkonstruktionen, Fensterrahmen, Veranden, Geländer für Außentreppen, Terrassendielen und Verkleidungen beispielsweise für Gebäude oder Gebäudeteile. Beispiele für Profilteile sind technische Profile, Verbindungs-Scharnier, Formteile für Innenanwendungen wie beispielsweise Formteile mit komplexen Geometrien, Multifunktionsprofile oder Verpackungsteile und Dekorationsteile, Möbelprofile und Bodenprofile. Weiterhin sind erfindungsgemäße Verbundwerkstoffe für Verpackungen geeignet, beispielsweise für Kästen und Kisten. Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung von erfindungsgemäßen Verbundwerkstoffen als oder zur Herstellung zur Herstellung von Möbeln, beispielsweise von Tischen, Stühlen, insbesondere Gartenmöbeln und Bänken wie beispielsweise Parkbänken, zur Herstellung von Profilteilen und zur Herstellung von Hohlkörpern wie beispielsweise Hohlkammerprofilen für Terrassendielen oder Fensterbänken. Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Gebäudeaußenteilen, Möbeln, Profilteilen oder Hohlkörpern unter Verwendung von mindestens einem erfindungsgemäßen Verbundwerkstoff. Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Gebäudeinnenteile und Gebäudeaußenteile, Profilteile, Möbel und Hohlkörper, hergestellt unter Verwendung von mindestens einem erfindungsgemäßen Verbundwerkstoff.

Erfindungsgemäße Gebäudeaußenteile und Bänke zeigen vorzügliche Witterungsbeständigkeit auf, weiterhin einen hervorragenden Griff und sehr gute mechanische Eigenschaften wie beispielsweise Schlagzähigkeit, guten Biege-E-Modul und eine geringe Wasseraufnahme, was zu einer guten Witterungsabhängigkeit führt. Außerdem sind die thermischen Eigenschaften sehr gut. Weiterhin haben sie ein holzähnliches, ästhetisches Aussehen.

Die Erfindung wird durch Beispiele erläutert. 1. Herstellung von Ethylencopolymer

In einem Hochdruckautoklaven, wie er in der Literatur beschrieben ist (M. Buback et al., Chem. Ing. Tech. 1994, 66, 510), wurden Ethylen und N,N-Dimethylaminoethyl- methacrylat (DMAEMA)

kontinuierlich copolymerisiert. Dazu wurde Ethylen (12,0 kg/h) unter dem Reaktionsdruck von 1700 bar in den Hochdruckautoklaven kontinuierlich eingespeist. Getrennt davon wurde die in Tabelle 1 angegebene Menge N,N-Dimethylaminoethylmethacrylat, gegebenenfalls verdünnt mit der in Tabelle 1 , Spalte 5 angegebenen Menge Isodode- kan, zunächst auf einen Zwischendruck von 260 bar verdichtet und anschließend mit Hilfe eines weiteren Kompressors unter dem Reaktionsdruck von 1700 bar in den Hochdruckautoklaven kontinuierlich eingespeist. Getrennt davon wurde die in Tabelle 1 angegebene Menge Initiatorlösung, bestehend aus tert.-Amylperoxypivalat (in Isodo- dekan, Konzentration siehe Tabelle 1), unter dem Reaktionsdruck von 1700 bar in den Hochdruckautoklaven kontinuierlich eingespeist. Getrennt davon wurde gegebenenfalls die in Tabelle 1 angegebene Menge Propionaldehyd zunächst auf einen Zwischendruck von 260 bar verdichtet und anschließend mit Hilfe eines weiteren Kompressors unter dem Reaktionsdruck von 1700 bar in den Hochdruckautoklaven kontinuierlich eingespeist. Die Reaktionstemperatur betrug etwa 220 0 C. Man erhielt Ethylencopolymer mit den aus Tabelle 2 ersichtlichen analytischen Daten. Tabelle 1 Herstellung von Ethylencopolymeren

Unter ΪReaktor ist die maximale Innentemperatur des Hochdruckautoklaven zu verstehen.

Abkürzungen: DMAEMA: N,N-Dimethylaminoethylmethacrylat, PA: Propionaldehyd, ID: Isododekan (2,2,4,6,6-Pentamethylheptan), PA in ID: Lösung von Propionaldehyd in Isododekan, Gesamtvolumen der Lösung.

PO: tert.-Amylperoxypivalat,

c(PO): Konzentration von PO in ID in mol/l

EC: Ethylencopolymer

Der Umsatz bezieht sich auf Ethylen und ist in Gew.-% angegeben

Unter„Gehalt" ist der Anteil an einpolymerisiertem Ethylen bzw. DMAEMA im jeweiligen Ethylencopolymer zu verstehen. η: dynamische Schmelzeviskosität, gemessen bei 120 0 C in einem Platte/Kegel- Viskosimeter (PP 35 Ti) 1 ,0 mm Spalte, und D = 10 [1/s] nach DIN 53018-1

Der Gehalt an Ethylen und N,N-Dimethylaminoethylmethacrylat in den Ethylencopolymeren wurde durch 1 H-NMR-Spektroskopie bestimmt. Die Dichte wurde bestimmt nach DIN 53479. Der Schmelzpunkt T me ιt bzw. Schmelzbereich wurde bestimmt durch DSC (Differential scanning calorimetry, Differentialthermo- analyse) nach DIN 51007 bestimmt.

2. Herstellung von wässrigen Emulsionen von Ethylencopolymeren

2.1 Herstellung von essigsauren Emulsionen

2.1.1 Allgemeine Herstellvorschrift

In einem 2-Liter-Autoklaven mit Ankerrührer wurde die in Tabelle 3 angegebene Menge Ethylencopolymer (B) nach Beispiel 1 vorgelegt. Man erhitzte unter Rühren auf 130 0 C und tropfte anschließend innerhalb von 15 Minuten die in Tabelle 3 angegebene Menge 37 Gew.-% wässrige Essigsäure gemäß Tabelle zu, Zulauf 1. Danach wurde innerhalb von 30 Minuten die restliche Menge Wasser hinzugeben, Zulauf 2, und weitere 15 Minuten bei 130 0 C (Außentemperatur) gerührt. Danach wurde die Außentemperatur auf 100°C gesenkt, eine Stunde bei 100 0 C gerührt und dann innerhalb von 15 Minuten auf Zimmertemperatur abgekühlt. Man filtrierte mit einem Perlonfilter (100 μm) und erhielt die betreffenden wässrigen Emulsionen. Einzelheiten sowie Eigenschaften der erhaltenen Emulsionen sind in Tabelle 3 zusammengestellt.

2.1.2 Alternative Herstellvorschrift für Produkt B.2

In einem 2-Liter-Autoklaven mit Ankerrührer wurden 199,9 g Wasser mit 42,4 g Essigsäure als Vorlage eingewogen. Man erhitzte die Mischung unter Rühren für 30 min auf 1 10 0 C (Außentemperatur). Anschließend wurden 300 g eines bei 115°C aufgeschmolzenen Ethylen/DMAEMA Copolymers, hergestellt gemäß Beispiel 1 , mittels eines be- heizbaren Zulauftrichters schnellstmöglich zugegeben. Nach Ende des Zulaufs wurde noch 10 Minuten bei ca. 97°C (Innentemperatur) gerührt. Anschließend wurden 250 g Wasser in 15 min. bei 130°C (Außentemperatur) zudosiert und danach 707,7 g Wasser schnellstmöglich zugegeben. Anschließend wurde bei 97°C (Innentemperatur) 2 Stunden weiter gerührt. Die Emulsion wurde auf 60 0 C (Innentemperatur) abgekühlt und danach über Perlon-Filter (100 mm) abfiltriert.

Tabelle 3: Emulsionen von Ethylencopolymeren (B)

2.2 Herstellung von phosphorsauren Emulsionen

In einem 2-Liter-Autoklaven mit Ankerrührer wurde 225 g Ethylencopolymer (B.2) nach Beispiel 1 sowie Phosphorsäure und Wasser gemäß Tabelle 4 vorgelegt. Man erhitzte unter Rühren auf 130 0 C und anschließen ließ man die Mischung 2 Stunden rühren lassen. Dann wird die Emulsion innerhalb von 15 Minuten auf Zimmertemperatur abgekühlt. Man filtrierte mit einem Perlonfilter (100 μm) und erhielt die betreffenden wässri- gen Emulsionen.

Tabelle 4: Emulsionen von Ethylencopolymeren (B)

3. Erfindungsgemäße Behandlung von Cellulosefasern

In einem Normaufschlaggerät mit einem Fassungsvermögen von 2,5 I wurden 60 g trockener ungebleichter Langfaserkraftzellstoff als Zellstoff (A.1 ) und 2 Liter Wasser mit folgenden Eigenschaften vorgelegt:. Zu diesem Zellstoffbrei wurde 3 g Emulsion von Ethylencopolymer (B.2) aus Tabelle 3, Beispiel 2 bei Zimmertemperatur über einen Zeitraum von 10 min (30 000 Umdrehungen des Propellers) vermischt. Der so erhältliche Zellstoffbrei wurde anschließend auf einer Filternutsche abgesaugt und Normblätter am Rapid-Köthen-Blattbildner erzeugt.

Man erhielt erfindungsgemäße modifizierte Cellulosefasern. Sie wiesen eine ausgezeichnete Debonding-Wirkung von 78% auf. Diese Debonding-Wirkung wurde gemessen als prozentuale Verringerung der Blattfestigkeit im Verhältnis zu einem Zellstoff ohne die erfindungsgemäße Behandlung.

4. Herstellung von erfindungsgemäßem Verbundwerkstoff VWS.1

In einem Doppelschneckenextruder wurden Polyethylen (C.1 ), ein HDPE mit einem MFR von 31 g/10 min, gemessen bei 190 0 C und einer Belastung von 2,16 kg nach ISO 1 133 und erfindungsgemäße modifizierte Cellulosefasern nach Beispiel 3 im Gewichtsverhältnis 7 : 3 bei sowie 1 Gew.-% Ethylen-Methacrylsäure-Copolymer (D.1), bezogen auf Summe aus Polyethylen (C.1) und erfindungsgemäße modifizierte Cellulosefasern nach Beispiel 3 bei 200 0 C miteinander extrudiert. Man erhielt einen erfindungsgemäßen Verbundwerkstoff VWS.1 , der im Vergleich zu dem betreffenden unverstärkten HDPE die dreifache Steifigkeit (E-Modul) und die doppelte Zugfestigkeit aufwies.