MAESER, Martin (Schillerstrasse 2/2, Ulm, 89077, DE)
Ansprüche :
1. Form (1) zur Herstellung von Formsteinen (2) insbesondere aus Beton (BF) , wobei die Form (1) wenigstens zwei Formnester (FN; 3 - 6) aufweist dadurch gekennzeichnet, dass benachbarte Formnester (FN; 3, 4; 3, 5; 3, 6) durch doppelwandige Nestwände (NW) voneinander getrennt sind, wobei die doppelwandigen Nestwände (NW) aus einer ersten, dem einen Formnest (FN; 3) zugeordneten Wand
(W; 3a, 3b, 3d) und einer dem zweiten Formnest (FN;
4; 5; 6) zugeordneten zweiten Wand (W; 4c; 5b) bestehen, wobei die doppelwandigen Nestwände (NW) mittels
Distanzstegen (DS) verbunden sind und wobei die Nestwände (NW) , Nestböden (NB) und die
Distanzstege (DS) einteilig aus einem elastischen
Material (M) ausgebildet sind, wobei eine Steifigkeit der Nestwände (NW) eines
Formnests (3) durch Wahl geeigneter Nestwandparameter wie insbesondere Zusammensetzung des Materials (M) und/oder Dicke (d-W, d-DS, d-NB) des Materials (M) und/oder Struktur des Materials (M) der Nestwand (NW) derart vorbestimmt ist, dass die Nestwände (NW) durch den vom frischen Beton aus dem Formnest (FN; 3, 4; 3, 5; 3, 6) heraus auf die Nestwände (NW) wirkenden hydrostatischen Druck
(p) allenfalls eine schwache Ausbauchung (Bl) ausbilden, ■ wobei die schwache Ausbauchung (Bl) innerhalb eines Toleranzbereichs für die Abmessungen des ausgehärteten Formsteins (2) liegt und dass durch eine zum Entschalen der ausgehärteten Formsteine (2) senkrecht auf den jeweiligen Nestboden (NB) wirkende Druckkraft (D) eine starke Ausbauchung (B2) der Nestwände (NW) erzeugbar ist,
■ wobei die starke Ausbauchung (B2) im elastischen Bereich der Nestwände (NW) liegt und
■ wobei sich die Nestwände (NW) bei dieser Formveränderung von dem jeweiligen erhärteten Formstein (2) ablösen.
2. Form nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Formnest (FN) eine Höhe (H) aufweist, welche höher ist als eine Höhe (h) eines in dem Formnest (FN) herstellbaren Formsteins (2) .
3. Form nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den doppelwandigen Nestwänden (NW) Versteifungsrippen (VR) angeordnet sind.
4. Form nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Versteifungsrippen (VR) berührungsfrei zu den Nestwänden (NW) verlaufen.
5. Form nach einem der vorhergehenden Ansprüche 3 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Versteifungsrippen (VR) einteilig aus einem elastischen Material (M) ausgebildet sind.
6. Form nach einem der vorhergehenden Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Versteifungsrippen (VR) miteinander ein Rippengitter (RG) bilden, in welchem sich die Versteifungsrippen (VR) als hochkant stehende Streifen (ST) schneiden.
7. Form nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Distanzstege (DS) miteinander ein Distanzgitter (DG) bilden, in welchem sich die Distanzstege (DS) als flach liegende Stege (STG) schneiden.
8. Form nach einem der vorhergehenden Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Versteifungsrippen (VR) jeweils ausschließlich mittels den Distanzstegen (DS) verbunden sind.
9. Form nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Form (1) aus einem Zweikomponenten- Kunststoff (ZKK) mit einer ersten elastischen Komponente (EKl) und einer zweiten gegenüber der ersten Komponente (EKl) weniger elastischen Komponente (EK2) herstellbar ist, wobei die Nestwände (NW) , die Nestböden (NB) und die Distanzstege (DS) aus der ersten elastischen Komponente (EKl) herstellbar sind und wobei die Versteifungsrippen (VK) aus der zweiten weniger elastischen Komponente (EK2) herstellbar sind.
10. Form nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine durchschnittliche Stegdicke (d-VR) der Versteifungsrippen (VR) wenigstens doppelt so groß ist wie eine durchschnittliche Stegdicke (d-DS, d-W, d-NB) der Distanzstege (DS) oder der Nestwände (NW) oder der Nestböden (NB) .
11. Form nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als elastisches Material (M) Polyamid verwendbar ist.
12. Vorrichtung (V) zur Herstellung von Formsteinen mit einer elastischen Form (1) insbesondere in einem wet-casting- Verfahren, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (V) die elastische Form (1) , ein Druckmittel (15) und ein Produktionsbrett (8) umfasst, wobei die Form (1) an einer Formunterseite (FU) unter elastischer Verformung von Wänden (W) eines ^ Formnests (FN) der Form (1) auf das Produktionsbrett (8) niederdrückbar ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Form (1) wenigstens zwei Formnester (FN) aufweist und dass Nestwände (NW) zwischen benachbarten Formnestern
(FN) jeweils durch zwei voneinander beabstandete Wände (W) gebildet sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Formunterseite (FU) der Form (1) und/oder eine der Formunterseite (FU) der Form (1) zugewandet Druckseite (B) des Druckmittels (15) eine Struktur (Sl, S2) aufweist, mittels welcher die Form (1) in wenigstens einem Bereich vorrangig verformbar ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Formnest (FN) eine Höhe (H) aufweist, welche größer ist als eine Höhe (h) eines in dem Formnest (FN) herstellbaren Formsteins (2) . |
"Form zur Herstellung von Formsteinen und Vorrichtung zur Herstellung von Formsteinen"
Die Erfindung betrifft eine Form zur Herstellung von Formsteinen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine Vorrichtung zur Herstellung von Formsteinen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 12.
Aus der GB 1 469 290 ist eine einteilige Form zur Herstellung von Formsteinen bekannt, welche durch Wände getrennte Ausnehmungen aufweist und flexibel ist. Die Formsteine werden durch Verbiegen der Form aus den Ausnehmungen gelöst. Eine derartige Form ist in Folge des aufwendigen und nicht reproduzierbaren Entschalungsvorgangs nur für die Produktion von Kleinserien geeignet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Form zur Herstellung von Formsteinen zu entwickeln, welche kostengünstig herstellbar ist und insbesondere das Entschalen von Formsteinen, die im sogenannten wetcasting-Verfahren hergestellt werden, erleichtert.
Diese Aufgabe wird ausgehend von den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 bzw . . des Oberbegriffs des Anspruchs 12 durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 bzw. des Anspruchs 12 gelöst. In den Unteransprüchen sind vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen angegeben.
Bei der erfindungsgemäßen Form zur Herstellung von Formsteinen insbesondere aus Beton mit wenigstens zwei
Formnestern sind benachbarte Formnester durch doppelwandige Nestwände voneinander getrennt, wobei die doppelwandigen Nestwände aus einer ersten, dem einen Formnest zugeordneten Wand und einer dem zweiten Formnest zugeordneten zweiten Wand bestehen, wobei die doppelwandigen Nestwände durch Distanzstege verbunden sind und wobei die Nestwände, Nestböden und die Distanzstege einteilig aus einem elastischen Material ausgebildet sind, wobei eine Steifigkeit der Nestwände eines Formnests durch Wahl geeigneter Nestwandparameter wie insbesondere Zusammensetzung des Materials und/oder Dicke des Materials und/oder Struktur des Materials der Nestwand derart vorbestimmt ist, dass die Nestwände durch den vom frischen Beton aus dem Formnest heraus auf die Nestwände wirkenden hydrostatischen Druck allenfalls eine schwache Ausbauchung ausbilden, wobei die schwache Ausbauchung innerhalb eines Toleranzbereichs für die Abmessungen des ausgehärteten Formsteins liegt und dass durch eine zum Entschalen der ausgehärteten Formsteine senkrecht auf den jeweiligen Nestboden wirkende Druckkraft eine starke Ausbauchung der Nestwände erzeugbar ist, wobei die starke Ausbauchung im elastischen Bereich der Nestwände liegt und wobei sich die Nestwände bei dieser Formveränderung von dem jeweiligen ausgehärteten Formstein ablösen. Mit einer derartig ausgeführten Form ist es möglich, den Entschalungsvorgang gezielt und sicher auszuführen, wobei der Entschalungsvorgang durch ein Ablösen der den Formstein begrenzenden Formwände von dem Formstein initiierbar ist. Kern der Erfindung ist eine Form, die elastisch so verformbar ist, dass sich die Formwände bei gezielter Krafteinwirkung auf die Formunterseite der Form in Richtung ihrer Normalen von Seitenwänden des Formsteins entfernen. Durch diese neue Möglichkeit, den Formstein aus seinem Formnest zu lösen, ist
es möglich, auf die Verwendung von Schalöl zu verzichten, welches bei herkömmlichen Steinformen verwendet wird, um ein Anhaften des Formsteins an der Form weitestgehende zu verhindern. Ein Verzicht auf die Verwendung von Schalöl schont die Umwelt, spart Kosten und erhöht die Qualität der Formsteine, da von dem Schalöl verursachte Flecken an der Steinoberfläche sicher vermieden werden. Weiterhin ist der Entschalungsvorgang mit einer derartigen Form ohne Abweichungen wiederholbar und erlaubt somit eine industrielle Produktion von Formsteinen.
Die Erfindung sieht vor, das Formnest höher als den darin herzustellenden Formstein auszubilden. Hierdurch befindet sich im Formnest nach dem Wenden der Form unter dem Formstein ein Freiraum, welcher nach dem Ablösen des Formsteins ein Herabgleiten des Formsteins an den Wänden des Formnestes ermöglicht, ohne dass die Form angehoben werden muss. Somit kann der gesamte Lösevorgang, bei dem sich die Formsteine von den Wänden des Formnestes und dem Nestboden des Formnestes lösen bei auf dem Produktionsbrett liegender Form erfolgen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung von Formsteinen mit einer elastischen Form insbesondere in einem wet-casting-Verfahren, bei welchem fließfähige Formmasse in Formen gefüllt wird, die Formmasse zu Formsteinen in den Formen erhärtet, die Formen um 180° gewendet und die Formsteine anschließend entschalt werden, sieht vor, die Vorrichtung aus einer elastischen Form, einem Druckmittel und einem Produktionsbrett zu bilden, wobei die gewendete Form an einer Formunterseite unter elastischer Verformung von Wänden eines Formnests der Form auf das Produktionsbrett niederdrückbar ist. Mit einer derartigen Form lassen sich Formsteine im industriellen Umfang herstellen, da der Entschalungsvorgang einfach und reproduzierbar ist und nicht
händisch bzw. durch nicht definierte Maßnahmen erfolgt.
Bei Mehrfachformen, das sind Formen mit mindestens zwei Formnestern, sind die vertikalen Formwände benachbarter Nester voneinander getrennt. Dies ermöglicht ein spezielles elasto-mechanisches Verhalten des Formnestes, weil sich die vertikalen Formwände im Wesentlichen horizontal bzw. seitlich in x-Richtung bewegen bzw. verformen können und weil sich die einen Formboden bzw. Nestboden bildende horizontale Formwand im Wesentlichen nach oben und unten bzw. vertikal in z- Richtung bewegen kann. Durch diese halbelastische Konstruktion jedes Formnestes bedingt, wird das Entschalungsverhalten der Form einerseits begünstigt und garantiert anderseits dem gegossenen Stein die notwendige Maßgenauigkeit. Im Fertigungsprozess steht die Form auf einem Produktionsbrett. Die einzelnen Formkammern der Form werden z.B. mit Beton gefüllt. Nach dem Aushärten des Betons werden die Steine entschalt. Die Entschalungsrichtung ist nach einem Wenden der Form parallel zu den vertikalen Formwänden durch die Formöffnung hindurch. Steine die in Formkammern vergossen werden verkleben nach dem Aushärten des Betons mit der Formwand. Um dies zu vermindern wird beispielsweise Schalöl verwendet. Klebeverbindungen weisen unter Scherbeanspruchung sehr hohe Festigkeiten auf. Unter Zugbelastung kann eine Verklebung nur geringe Kräfte aushalten. Wäre die Formkammer sehr unelastisch und würde sich nicht verformen, müssten zur Entschalung des Produktes immens hohe Kräfte aufgewendet werden, um die Scherkräfte der Verklebung an den vertikalen Seitenwänden zu brechen. Deshalb ist es vorteilhaft beim Entschalen dafür zu sorgen, dass sich die vertikalen Seitenwände der Form in Normalrichtung zur Steinoberfläche von dieser lösen, weil dann unter Zugbelastung die Klebeverbindung an den Seitenwänden geknackt wird. Zum Entschalen wird mit dem nach dem Wenden der Form oben liegenden Produktionsbrett ein Druck auf den Formboden bzw. Nestboden ausgeübt, der zum Ausknicken bzw. Ausbauchen der
Formwände führt. Die Verklebung zwischen den vertikal stehenden Flanken von Stein und Form wird durch eine Zugbeanspruchung beim Verformen der Formwände gebrochen. Bedingt durch die Unterfüllung der Form, bei welcher das Formnest nicht bis zur vollen Höhe mit Beton ausgegossen wurde, entsteht beim Ausknicken bzw. Ausbauchen der Formwände zwischen Formstein und Formnest ein Spalt, durch den Luft zwischen den Formstein und die sich lösende Wand eindringt. Die Steine werden von der Form gelöst und fallen nach unten durch. Genauer steuern lässt sich der Entschalungsvorgang bzw. das Ablösen der Form von den Formsteinen, wenn statt eines flächig wirkenden Drucks insbesondere punktuell Druck auf den Formboden aufgebracht wird. Dies führt dazu, dass der Formboden ebenfalls verformt wird und somit auch die Verklebung einer Stirnfläche des Steines mit dem Nestboden unter Zug geöffnet wird. Je geringer das Widerstandsmoment der Seitenwände gegen Biegung gewählt wird, umso einfacher wird der Entschalungsprozess ablaufen. Die Biegefestigkeit der Seitenwände ist insbesondere durch die Parameter E-Modul des verwendeten Formmaterials und/oder Wandstärke der Formwände und/oder Verrippungen an den Formwänden bestimmt. Bei der Auslegung der Form ist der hydrostatische Druck des eingefüllten flüssigen Betons zu beachten, welcher zu einer Ausbeulung der vertikalen Seitenwände im Formnest führen kann. Deshalb ist das Widerstandsmoment an den Formwänden so zu wählen, dass die Ausbeulung im tolerierten Bereich der Steintoleranz liegt. Für Formen, die mit Modellen hergestellt werden z.B. durch Vergießen mit Gießharz oder Spritzguss, oder Vakuum-Tiefziehen, gibt es auch die Möglichkeit eine negative Ausbeulung am Modell vorzusehen. Insbesondere sieht die Erfindung vor, dass die Wände der unbefüllten Form in Richtung des Formnests gewölbt sind, um einem hydrostatischen Druck einer Füllmasse entgegenzuwirken. Für die Erfindung ist es wesentlich, dass sich möglichst viele und möglichst große Formfläche in Normalrichtung von der Steinfläche lösen. Die
Verklebungen werden so einfach und effizient gelöst. Deshalb kann man bei diesen Formen ohne Schalöl arbeiten.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden in der Zeichnung anhand von schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen beschrieben.
Hierbei zeigt:
Figur 1: eine perspektivische Ansicht einer Form, wobei die Form an einer Ecke aufgebrochen dargestellt ist;
Figur 2: eine Detailansicht der in der Figur 1 gezeigten Form im Bereich der aufgebrochenen Formnester;
Figur 3: eine schematische Schnittdarstellung einer entsprechend den Figuren 1 und 2 ausgeführten Form, die auf einem Produktionsbrett aufliegt und deren Nester bereits mit Beton befüllt sind;
Figur 4: eine Detailansicht aus der Figur 3, wobei der Beton bereits erhärtet ist;
Figur 5: eine Detailansicht entsprechend der Figur 4, wobei die Form mit dem darin erhärteten Formstein bereits gewendet ist und auf einer Unterseite der Form bereits eine Druckplatte aufliegt;
Figur 6: eine Momentaufnahme während des
Entschalungsvorgangs, wobei die gewendete Form gerade maximal mit der Druckplatte belastet bzw. verformt wird;
Figur 7: eine Detailansicht zur Figur 6;
Figur 8: die noch durch die Druckplatte belastete Form, wobei die Formsteine bereits von den Nestwänden und den Nestböden gelöst sind;
Figur 9: das Abheben der Form und der Druckplatte von den aus den Formnestern gelösten Formsteinen;
Figur 10: eine schematische Darstellung einer alternativen Vorgehensweise beim Entschalen;
Figur 11: eine schematische Darstellung einer weiteren alternativen Vorgehensweise beim Entschalen;
Figur 12: eine perspektivische Ansicht einer Form mit
Versteifungsrippen, wobei die Form an einer Ecke aufgebrochen dargestellt ist;
Figur 13: eine Detailansicht der in der Figur 12 gezeigten Form im Bereich der aufgebrochenen Formnester;
Figur 14: eine perspektivische Ansicht auf eine Unterseite der in der Figur 12 gezeigten Form, wobei die Formnester zu der Unterseite durch ihre Nestböden geschlossen sind;
Figur 15 - 17: zeigen eine Ausführungsvariante zu der in den Figuren 12 bis 14 dargestellten Form und
Figur 18, 19: zwei schematische Darstellungen einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
In der Figur 1 ist eine Form 1 in einer perspektivischen Ansicht dargestellt, wobei die Form 1 an einer Ecke E aufgebrochen gezeigt ist. Die Form 1 ist einteilig ausgebildet und besteht aus einem elastisch verformbaren Material M. Die Figur 2 zeigt eine Detailansicht auf die in
der Figur 1 dargestellte Form im Bereich der Ecke E. In der Detailansicht sind im Schnittbereich drei Formnester FN bzw. 3, 4, 5 erkennbar. Die Formnester FN sind voneinander durch doppelwandige Nestwände NW getrennt. Die Nestwänden NW bestehen jeweils aus zwei dünnen Wänden W z.B. 3d, 4b bzw. 4c, 5a benachbarter Formnester FN bzw. 3, 4 bzw. 4, 5. Die dünnen Wände W sind durch Distanzstege DS verbunden sind. Die einzelnen Wände W der einzelnen Formnester FN sind an einer Unterseite FU der Form 1 jeweils durch Nestböden NB verbunden. Eine Oberseite FO der Form 1 ist durch die Distanzstege DS definiert. In die Wände W der einzelnen Formnester FN sind Kerben 7 eingeformt. Somit ist die Form 1 zur Herstellung von Formsteinen mit Distanzstegen geeignet. Die Distanzstege DS weisen eine Dicke d-DS, die Wände W eine Dicke d-W und die Nestböden NB eine Dicke d-NB auf. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform für die Form 1 gilt d-DS = d-W = d-NB, wobei die Dicken in einem Bereich von 1mm bis 4mm und insbesondere bei 2mm liegen, sofern die Distanzstege bzw. Wände bzw. Nestböden keine versteifenden Strukturen aufweisen. Ein Abstand zwischen benachbarten Wänden d-WW ist insbesondere so bemessen, dass beide Wände ohne Behinderung der jeweils anderen Wand ausbauchbar sind.
In der Figur 3 ist in schematischer Schnittdarstellung eine nach Art der in den Figuren 1 und 2 gezeigten Form ausgeführte Form 1 dargestellt. Diese Form 1 liegt mit ihrer Unterseite FU auf einem Produktionsbrett 8 auf und ihre Formnester FN sind bereits mit frischem, flüssigem Beton BF befüllt. Die Formnester FN weisen eine Höhe H auf, wobei der frische Beton BF die Formnester FN nur bis zu einer Höhe h füllt, welche geringer ist als die Höhe H der Formnester FN. Erfindungsgemäß ist es insbesondere vorgesehen, dass die Füllhöhe h etwa 70% bis 90% der Höhe H des Formnestes FN beträgt und insbesondere bei etwa 80% der Höhe H des Formnestes FN liegt. Hierdurch verbleibt in dem Formnest FN ein Freiraum 9, welcher im mittleren Formnester FN durch eine
Schraffur gekennzeichnet ist. Auf Grund eines hydrostatischen Drucks p, mit welchem der frische Beton BF auf die dünnen, elastischen Wände W des Formnest FN wirkt, stellt sich an diesen eine schwache Ausbauchung Bl ein, welche in der Figur 3 an der linken Wand W des linken Formnests FN exemplarisch und übertrieben dargestellt ist. Die Form 1 ist durch Materialwahl und/oder Materialstärke und/oder Struktur so konstruiert, dass eine maximale Ausbauchung die einzelne Wand W maximal um eine für diese Wand W zulässige Toleranz ausgebraucht wird. Diese Abweichung in x' -Richtung liegt beispielsweise bei bl = 0,4 mm.
Die Figur 4 zeigt das linke Formnest FN der Figur 3 in Detailansicht, wobei der frische Beton sich bereits zu einem erhärteten Beton BE verfestigt hat und einen Formstein 2 bildet. Beim Erhärten haftet der entstehende Formstein 2 zunehmend an den dünnen Wänden W der Form 1 und an dem Nestboden NB der Form 1 an. Durch diese flächigen Anhaftungen bzw. Verklebungen 10 wird der Formstein 2 in seinem Formnest FN gehalten, wobei die Anhaftung bzw. Verklebung 10 zwischen Seitenflächen 11, 12 und einer Bodenfläche 13 der Formsteins 2 und dem Formnest FN so stark ist, dass der Formstein 2 auch in der Form gehalten wird, wenn diese zum Entschalen derart gewendet wird, dass die Form 1 mit ihrer Oberseite FO auf einem weiteren Produktionsbrett 14 aufliegt, wie dies in der Figur 5 gezeigt ist. Das erste Produktionsbrett 8 dient nun als Druckplatte 15, welche die Form 1 jedoch noch nicht wesentlich belastet. Der oben beschriebene Freiraum 9 liegt nun zwischen dem zweiten Produktionsbrett 14 und dem in der Form 1 haftenden Formstein 2.
Die Figur 6 zweigt eine Momentaufnahme während des Vorgangs eines definierten Entschalens des Formsteins 2 aus der Form 1. Hierzu wird mit der Druckplatte 15 eine Druckkraft D in eine Pfeilrichtung z nach unten in Richtung des zweiten Produktionsbretts 14 ausgeübt, welche zu einer elastischen
Verformung insbesondere der einzelnen Wände W der doppelwandigen Nestwände NW führt. Hierbei nähern sich die benachbarten Wände W welche jeweils die doppelwandige Nestwand NW bilden, aneinander an und bilden Ausbauchungen B2. Somit werden die Wände W gezwungen sich in Richtungen x, x' also jeweils senkrecht zu den Seitenflächen 11, 12 von dem Formstein 2 abzuheben. Mit einer derartigen Bewegung der Wände W lassen sich die Anhaftungen bzw. Verklebungen 10 der Wände W an dem Formstein 2 vergleichsweise leicht lösen. Das Lösen wird wie in der Figur 7, welche einen vergrößerten Ausschnitt der Figur 6 zeigt, dargestellt insbesondere dadurch unterstützt, dass aus dem unter dem Formstein 2 liegenden Freiraum 9 Luft zwischen die Wand W des Formnests FN und den Formstein 2 nachströmen kann. Nach dem Ablösen der Wände W des Formnests FN von dem Formstein 2 haftet dieser nur noch an dem Nestboden NB des Formnestes FN. Da der Formstein 2 nach dem Ablösen der Wände W nur noch durch die Verklebung 10 mit dem Nestboden NB gehalten wird und diese konstant mit seiner in die Pfeilrichtung z wirkenden Gewichtskraft belastet, löst sich die Verklebung 10 guasi von selbst und der Formstein 2 fällt durch den Freiraum 9 auf die Produktionsunterlage 14. Diese Situation ist in der Figur 8 dargestellt. Die elastische Verformung der Form 1 durch die Druckplatte 15 wird aufrecht erhalten bis sich alle Formsteine 2 von den Nestböden NB gelöst haben. Dieses Lösen wird erfindungsgemäß insbesondere durch leichte Vibrationen der Produktionsunterlage 14 und/oder der Druckplatte 15 unterstützt .
In der Figur 9 ist schließlich dargestellt wie die Druckplatte 15 gemeinsam mit der Form 1 von den aus den Formnestern FN gelösten Formsteinen 2, welche auf der Produktionsunterlage 14 liegen, abgehoben wird. In dieser Darstellung ist erkennbar, dass sich die Form 1 aus ihrer elastischen Verformung (vergleiche Figur 6 bis 8) vollständig zurückverformt hat.
In der Figur 10 ist schematisch eine alternative Vorgehensweise für das Entschalen dargestellt. Im Gegensatz zu dem in den Figuren 3 bis 9 dargestellten Vorgehen wird hier nicht mit einer Druckplatte auf die Formunterseite der zum Entschalen gewendeten Form eingewirkt, sondern die zum Entschalen gewendete Form 1 wird an ihrer Formunterseite FU im Bereich der Nestböden NB durch Stifte 17 verformt, welche insbesondere mittig auf die Nestböden NB einwirken und hierbei auch das Ablösen der Bodenfläche 13 des Formsteins 2 von dem Nestboden NB unterstützten, indem der Formstein 2 bis auf die Produktionsunterlage 14 gedrückt wird.
In der Figur 11 ist schematisch eine weitere alternative Vorgehensweise beim Entschalen dargestellt. Die Figur 11 zeigt eine Draufsicht auf eine Formunterseite FU einer Form 1. Mit gestrichelten Linien sind Wände W angedeutet, welche an umlaufenden Kante K in die Nestböden NB übergehen und mit diesen Formnester FN bilden. Zum Entschalen wird die Form 1 durch nicht dargestellte Stempel, welche beispielsweise an einer Druckplatte befestigt sind, in schraffiert gekennzeichneten Druckbereichen 18 belastet (exemplarisch an einem der Formnester dargestellt) . Die Druckbereiche 18 liegen im Bereich der umlaufenden Kanten 19. Insbesondere ist es vorgesehen die Kanten 19 nur in Mittelbereichen 20 zu belasten und somit den Druckbereich 18 nicht auf Eckbereiche 21 zu erstrecken. Hierdurch wird eine starke Verformung der Eckbereiche 21 vermieden.
In der Figur 12 ist eine perspektivische Ansicht einer Form 1 mit Versteifungsrippen VR, wobei die Form an einer Ecke E aufgebrochen dargestellt ist. Wie bei der in den Figuren 1 und 2 gezeigten Form 1 sind benachbarte Formnester FN bzw. 3 bis 6 durch doppelwandige Nestwände NW voneinander getrennt.
Die Figur 13 zeigt eine Detailansicht auf die in der Figur 12 dargestellte Form im Bereich der Ecke E. In der Detailansicht sind im Schnittbereich die drei Formnester FN bzw. 3, 4, 5 erkennbar. Die Formnester FN sind voneinander durch doppelwandige Nestwände NW getrennt. Die Nestwänden NW bestehen jeweils aus zwei dünnen Wänden W z.B. 3d, 5b bzw. 3a, 4c benachbarter Formnester FN bzw. 3, 5 bzw. 3, 4. Die dünnen Wände W sind durch Distanzstege DS verbunden sind. Die einzelnen Wände W der einzelnen Formnester FN sind an einer Unterseite FU der Form 1 jeweils durch Nestböden NB verbunden. Eine Oberseite FO der Form 1 ist durch die Distanzstege DS definiert. In die Wände W der einzelnen Formnester FN sind Kerben 7 eingeformt. Somit ist die Form 1 zur Herstellung von Formsteinen mit Distanzstegen geeignet. In den Nestwänden NW bzw. zwischen den dünnen, elastischen Wänden W ist sind Versteifungsrippen VR angeordnet, die miteinander ein Rippengitter RG bilden, in welchem sich die Versteifungsrippen VR als hochkant stehende Streifen ST schneiden. Das Rippengitter RG ist an die Distanzstege DS angeformt und verstärkt somit die Form 1. Ein Entschalen der in den Figuren 12 und 13 gezeigten Form 1 erfolgt beispielweise analog zu den Darstellungen in den Figuren 10 bzw. 11. Hierbei wird es vermieden Druck auf die Versteifungsrippen VR auszuüben. Die Versteifungsrippen VR weisen eine Dicke d-VR auf, welche insbesondere wenigstens zweimal so groß ist wie eine Dicke d-W der Wände W.
In der Figur 14 ist eine perspektivische Ansicht auf eine Unterseite FU der in der Figur 12 gezeigten Form 1 gezeigt, wobei die einzelnen Formnester FN zu der Unterseite FU durch ihre Nestböden NB geschlossen sind.
In den Figuren 15 bis 17 ist eine Form 1 in schematischer Schnittansicht gezeigt. Im Unterschied zu der in den Figuren 12 bis 14 gezeigten Form weist die Form 1 ein Rippengitter RG auf, welches gegenüber einer Formunterseite FU zurückversetzt
ist. Hierdurch ist es möglich ein planes Produktionsbrett 8 als Druckplatte 15 zu verwenden (siehe Figur 16) und bei der zum Entschalen gewendeten Form 1 die Formunterseite FU in eine Richtung z um einen Abstand a gegen ein weiteres Produktionsbrett 14 niederzudrücken, ohne das Rippengitter RG zu belasten oder zu verformen. In der Figur 17 ist die Form 1 bei niedergefahrener Druckplatte 15 dargestellt. Der Abstand zwischen der Druckplatte 15 und dem Produktionsbrett 14 hat sich von Al auf A2 um a verringert. Versteifungsrippen VR des Rippengitters RG bleiben hierbei ohne Verformung in ihrer Position stehen und Wände W der Form 1 wölben sich auf Grund der Druckbelastung aus Formnestern FN heraus in Richtung der Versteifungsrippen VR des Rippengitters RG und werden hierbei elastisch verformt. Bei einer Entlastung der Form 1 stellt sich wieder der in der Figur 16 gezeigte unverformte Zustand ein, in welchem die Versteifungsrippen VR und die Wände W parallel zueinander liegen. Die Figuren 16 und 17 zeigen zwei Ansichten einer erfindungsgemäßen Vorrichtung V, welche sich aus der Form 1, der Druckplatte 15 und dem Produktionsbrett 14 zusammensetzt.
In den Figuren 18 und 19 ist in Anlehnung an die Figuren 16 und 17 schematisch eine weitere erfindungsgemäße Vorrichtung V dargestellt. Die Vorrichtung V umfasst eine Form 1, ein Druckmittel DM und ein Produktionsbrett 14. Die Form 1 weist Formnester FN auf, welche durch doppelwandige Nestwände NW voneinander getrennt sind, welche jeweils zwei Wänden W, die über einen Distanzsteg DS verbunden sind, umfassen. An einer Formunterseite FU weist die Form 1, welche in der Figur 18 bereits in einer gewendeten Stellung gezeigt ist, eine Struktur Sl auf, welche durch Rippen R gebildet ist, die auf der Formunterseite FU umlaufend um Nestböden NB der Formnester FN angeordnet sind. Exemplarisch ist im rechten Formnest FN ein bereits erhärteter Formstein 2 dargestellt. Das Druckmittel DM ist als Druckplatte 15 ausgeführt, welche an einer Druckseite B eine Struktur S2 aufweist, die durch
Stifte 17 gebildet, die mittig auf die Nestböden NB der Formnester FN ausgerichtet sind. Durch ein Niederdrücken des Druckmittels DM auf die Unterseite FU der auf dem Produktionsbrett 8 liegenden Form 1 (siehe Figur 17) werden insbesondere die Wände W und die Nestböden NB der Formnester FN der Form 1 elastisch verformt und hierdurch die an der Form 1 anhaftenden Formsteine 2 gelöst. Hierbei führt die Struktur Sl der Form 1 insbesondere zu einer Verformung der Wände W und die Struktur S2 des Druckmittels DM führt insbesondere zu einer Verformung des Nestböden NB.
Die Erfindung ist nicht auf dargestellte oder beschriebene Ausführungsbeispiele beschränkt. Sie umfasst vielmehr Weiterbildungen der Erfindung im Rahmen der Schutzrechtsansprüche .
Bezugszeichenliste:
1 Form
2 Formstein
3 - 6 Formnest
7 Kerbe
8 Produktionsbrett
9 Freiraum
10 Anhaftungen bzw. Verklebungen
11, 12 Seitenfläche von 2
13 Bodenfläche von 2
14 weiteres Produktionsbrett
15 Druckplatte
16
17 Stift
18 Druckbereich
19 Kanten
20 Mittelbereichen
21 Eckbereiche
Al Abstand zwischen 15 und 14
A2 Abstand zwischen 15 und 14 a Abstand
B Druckseite von DM
BF frischer Beton
Bl schwache Ausbauchung bl Maß für Bl
D Druckkraft
DG Distanzgitter
DM Druckmittel
DS Distanzsteg d-DS Stegdicke von DS d-NB Stegdicke von NB d-W Stegdicke von W d-WW Abstand zwischen benachbarten Wänden W d-VR durchschnittliche Stegdicke von VR
E Ecke von 1
EKl erste elastische Komponente
EK2 zweite, weniger elastische Komponente
FN Formnest
FO Oberseite der Form 1
FU Unterseite der Form 1
H Höhe von FN h Höhe h von 2
M elastischen Material
NB Nestboden
NW doppelwandige Nestwände p hydrostatischen Drucks von BF
R Rippe an 1
RG Rippengitter RG
ST Streifen
•STG flach liegende Stege
51 Struktur von 1
52 Struktur von DM V Vorrichtung
VR Versteifungsrippen VR
W Wand x, x' Richtungen
ZKK Zweikomponenten-Kunststoff z Pfeilrichtung
Next Patent: COMMUNICATION CONTROL METHOD
