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Title:
MOLDING COMPOUND OR COATING SYSTEM (PMMA-FREE) HAVING IR-REFLECTING PROPERTIES IN COMBINATION WITH A SURFACE LAYER OR FILM CONTAINING PMMA
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/144429
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to covered, dyed, infrared-reflecting molded bodies which can be used as an IR blocking layer and employed, for example, in construction or automobile construction, for example as a vehicle roof module having thermally insulating properties.

Inventors:
CLAMER, Elisabeth (Herta-Mansbacher-Straße 150, Darmstadt, 64289, DE)
ENDERS, Michael (Kastanienweg 18, Dieburg, 64807, DE)
NEUHÄUSER, Achim (Färberweg 54, Mainz, 55128, DE)
Application Number:
EP2011/056691
Publication Date:
November 24, 2011
Filing Date:
April 28, 2011
Export Citation:
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Assignee:
EVONIK RÖHM GMBH (Kirschenallee, Darmstadt, 64293, DE)
CLAMER, Elisabeth (Herta-Mansbacher-Straße 150, Darmstadt, 64289, DE)
ENDERS, Michael (Kastanienweg 18, Dieburg, 64807, DE)
NEUHÄUSER, Achim (Färberweg 54, Mainz, 55128, DE)
International Classes:
B32B27/08; B32B27/20; B32B27/30; C08K3/20
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Claims:
Patentansprüche

Dunkelfarbiger Kunststoffformkörper, dadurch

gekennzeichnet,

a. dass der Kunststoffformkörper aus mindestens zwei Schichten, einer Träger- und einer Deckschicht, besteht,

b. dass die Deckschicht aus einem transparenten

Kunststoff besteht,

c. dass es sich bei der Trägerschicht um eine

Polymerschicht handelt,

d. dass eine Schicht, bei der es sich nicht um die

Deckschicht handelt, zumindest ein anorganisches, reflektierendes Pigment enthält,

e. dass eine Schicht ein oder mehrere weitere

Farbmittel enthält, und

f. dass der Kunststoffformkörper eine Totale Solar

Reflectance (TSR) von mindestens 10% aufweist.

Kunststoffformkörper gemäß Anspruch 1, dadurch

gekennzeichnet, dass es sich bei der Deckschicht, um eine Schicht aus Polyamid, Polyvinylflourid,

Polycarbonat , Alkylacrylat-Styrol-Acrylnitril- Terpolymer, Styrol-Acrylnitril-Copolymer oder

Poly (meth) acrylat , bevorzugt aus Poly (meth) acrylat handelt .

Kunststoffformkörper gemäß Anspruch 1, dadurch

gekennzeichnet, dass es sich bei der Trägerschicht, um eine Schicht aus einem thermoplastischen Kunststoff, wie PVF, PVDF, COC, COP, POM, ASA, SAN, Polyester, Polyamid, thermoplastischen Polyurethan, Polycarbonat, ABS oder aus einer Mischung, mindestens eines dieser Polymere zu mindestens 50 Gew% enthaltend, handelt.

4. Kunststoffformkörper gemäß Anspruch 1, dadurch

gekennzeichnet, dass die Trägerschicht zumindest ein anorganisches, IR-reflektierendes Pigment enthält.

Kunststoffformkörper gemäß Anspruch 1, dadurch

gekennzeichnet, dass der Kunststoffformkörper zusätzlich eine weitere Schicht aufweist, und dass es sich bei einer der Schichten, die nicht Poly (meth) acrylatschicht ist, um eine Klebschicht mit einer Dicke zwischen 1 und 100 μπι handelt.

Kunststoffformkörper gemäß Anspruch 5, dadurch

gekennzeichnet, dass sich die Klebschicht zwischen der Deckschicht und der Trägerschicht befindet.

7. Kunststoffformkörper gemäß Anspruch 5, dadurch

gekennzeichnet, dass die Klebschicht zumindest ein anorganisches, IR-reflektierendes Pigment enthält.

8. Kunststoffformkörper gemäß mindestens einem der

Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Deckschicht um eine PMMA-Folie, bzw. -Platte mit einer Dicke zwischen 15 ym und 25 mm handelt.

Kunststoffformkörper gemäß mindestens einem der

Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das oder die weiteren Farbmittel in der Deckschicht enthalten sind .

10. Kunststoffformkörper gemäß mindestens einem der

Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der L*-Wert nach CieLab unter 51 beträgt. 11. Kunststoffformkörper gemäß mindestens einem der

Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die das anorganische, IR-reflektierende Pigmente enthaltende Schicht zwischen 0,01 und 5,0 Gew% des Pigments enthält, und dass es sich bei dem anorganischen, IR- reflektierenden Pigment um ein Metalloxid mit einer

Partikelgröße zwischen 50 nm und 5,0 m, bevorzugt zwischen 200 nm und 2,5 m handelt.

12. Verwendung eines Kunststoffformkörpers nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 11 in Fassaden-,

Gebäudedach-, Fahrzeugdachelementen oder -modulen oder in Fahrzeuganbauteilen.

13. Verwendung eines Kunststoffformkörpers gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerschicht auf der Außenseite, d.h. der Sonnenseite, montiert ist.

14. Verwendung eines Kunststoffformkörpers gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht auf der Außenseite, d.h. der Sonnenseite, montiert ist.

Description:
Formmasse oder Beschichtungssystem (PMMA-frei) mit IR re lektierenden Eigenscha ten in Kombination mit einer

PMMA-haltigen Deckschicht oder Folie Gebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft gedeckt eingefärbte,

infrarotreflektierende Formkörper, die als IR-Sperrschicht dienen können und zum Beispiel in der Bauindustrie oder im Automobilbau beispielsweise als Fahrzeugdachmodul mit wärmeschützenden Eigenschaften eingesetzt werden können.

Aufgrund der sehr guten Eigenschaften von PMMA werden die entsprechenden Formmassen auch zu Coextrusionsschichten oder als Deckschichten von hinterspritzten Teilen

verarbeitet. Diese Schichten dienen als Deckschicht u. a. von Folien, Platten, Profilen und Rohren, deren

Hauptkomponente bzw. Trägerschicht aus teilweise anderen Kunststoffen bestehen. Diese Kunststoffe, wie z. B. PVC, Polystyrol, Polycarbonat , ABS und ASA, haben weitere wichtige Eigenschaften wie Schlagzähigkeit und/oder

niedriger Preis.

Als Anwendungen für diese farbigen Coextrudate oder

hinterspritzten Gegenstände gelten beispielsweise

Bauanwendungen, wie Regenrohre und Fensterrahmen;

Automobilanwendungen, wie Dachmodule, Abdeckungen im Außen- und Innenbereich (Blenden) , Spoiler und Spiegelgehäuse;

Haushalts- und Sportanwendungen, wie Werkzeugabdeckungen, Außenpanelen für Boote und Skifolien. Problem bei diesen farbigen coextrudierten oder hinterspritzten Gegenständen ist jedoch, dass sie häufig IR-absorbierend sind und damit sich zum Beispiel ein Fahrzeuginnenraum durch ein solches Dachmodul leicht aufheizt.

Stand der Technik

Um ein solches Aufheizen zu verhindern, ist es bekannt, gedeckt IR-transparent-eingefärbte Poly (meth) acrylat

( PMMA) -Formmassen zum Witterungsschutz von

Kunststoffformkörpern aus beispielsweise Polyvinylchlorid (PVC) einzusetzen. Der beschichtete Kunststoffformkörper wird dann mit einem Farbmittel wie beispielsweise T1O 2 versehen, das an der Grenzschicht der beiden

Kunststoffformkörper die IR-Strahlung reflektiert und so die übermäßige Aufheizung des Gegenstandes verhindert.

DE 27 19 170 beschreibt ein Verfahren zum Schutz von

PVC-Schichten gegen Sonnenlichteinwirkungen durch eine dauerhaft auf die PVC-Schicht aufgebrachte Schicht, die sowohl mit UV-Stabilisatoren als auch mit IR-Reflektoren ausgerüstet ist. Als IR-Reflektoren werden Bleichchromat , Molybdatrot, Molybdatorange, Chromoxydgrün, Antimonsulfid, Cadmiumsulfoselenid, Cadmiumsulfid,

Anthrachinonschwarzpigment , Anthrachinondunkelblaupigment , Monoazopigment oder Phthalocyanine verwendet. Einige diese Pigmente sind heute nicht mehr zulässig. Als Material für die Deckschicht wird ein nicht näher spezifiziertes PMMA beschrieben .

DE 26 05 325 beschreibt ebenfalls ein Verfahren zum Schutz von PVC-Oberflächen, die aufgebrachte Schutzschicht wird s deckend eingefärbt, dass im IR-Bereich eine möglichst hohe Reflektion und im UV-Bereich eine möglichst geringe

Durchlässigkeit erreicht wird. Das Ziel wird durch die Verwendung mindestens eines IR-reflektierenden Schwarz- oder Farbpigments erreicht, Für die dunkleren Farbpigmente werden keine überwiegend IR-absorbierenden Pigmente

verwendet. Als Pigment wird in den Beispielen Titandioxid oder Anthrachinonschwarz in Kombination mit einem UV- Absorber eingesetzt.

In WO 2009 097 205 ist eine Beschichtungszusammensetzung mit IR-reflektierenden Nanopartikeln und einem dazu

geeigneten Dispergieradditiv auf Basis eines

Triblockcopolymers beschrieben. In WO 2008 097 895 bzw. in WO 2009 097 205 wird ein dreischichtiger Automobillack beschrieben, bei dem in einer Schicht Farbpigmente und in einer anderen Schicht IR-Reflektorpigmente enthalten sind. Beide Systeme sind nicht zur Herstellung von Abdeckungen oder Formteilen geeignet. Ziel dieser Anwendungen ist die Bereitstellung schwarzer Lacke, die trotz der dunklen Farbe nur vermindert aufheizen. Eine Formmasse, gleichfalls einschichtig, enthaltend

Farbpigmente und IR-Reflektorpigmente findet sich in EP 18 173 75. Ein ähnliches System ist in DE 10 2007 061 052 beschrieben. Einschichtige Systeme haben jedoch weiter den Nachteil, dass die Gestaltungsfreiheit stark eingeschränkt ist, und dass eine ausreichende Wärmeformbeständigkeit in Kombination mit einer guten Witterungsbeständigkeit nur schlecht zu realisieren ist.

Ein mehrschichtiges, transparentes System aus zwei mit einem PU-Kleber verbundenen PMMA-Schichten mit IR-Absorbern in einer PMMA-Schicht findet sich zusätzlich in EP 20 323 60. Dieses System ist jedoch farblos und damit zwar weniger wärmedurchlässig als entsprechend getönte, dafür jedoch besonders als Fahrzeugverglasung bzw. -dachverglasung zu lichtdurchlässig. Eine analoge undurchsichtige, gefärbte Variante ist nicht beschrieben. Reine PMMA-Systeme können sich jedoch bei Temperaturen oberhalb von 100 °C, genauer oberhalb von 105 °C verändern. So können Trübungen oder ein Verformen des Formteils auftreten. Insbesondere bei

Außenanwendungen unter direkter Sonneneinstrahlung ist dies für dunkel eingefärbte, sich leicht aufheizende Bauteile ein Nachteil.

Entsprechende, einschichtige, IR-Reflektorpigmente und dunkle Farbpigmente enthaltende Formmassen aus

Polymethacrylaten oder ASA (Acrylnitril-Styrol- Alkylacrylat-Terpolymeren) finden sich in US 2007 01 294 70 bzw. in US 2007 01 294 82. Auch diese einschichtigen

Formmassen sind in der Form nur bedingt thermisch stabil und damit für besonders dunkle Fahrzeugabdeckungen

ungeeignet . Ein entsprechendes System mit einer Deckschicht und einer Trägerschicht aus PVC, PE oder PP ist in EP 19 163 52 beschrieben. Auch diese Kunststoffe sind jedoch unter besonderer Wärmentwicklung bei 100 °C nicht mehr

formstabil. Oft verändern sich diese Materialien bereits bei Temperaturen oberhalb von 85 °C. Beschriebene

Anwendungen sind vor allem Bauanwendungen, wie PVC- Fensterrahmen, nicht jedoch Automobilbau. An letztere werden jedoch sowohl in Bezug auf die Hitzebeständigkeit als auch auf das optische Erscheinungsbild höhere

Anforderungen gestellt. In EP 18 173 83 wird ein einschichtiges System beschrieben, bei dem es sich um ein Kunststoffformteil, eine

Lackschicht, ein Fasermaterial, eine hydraulisch abbindende Masse wie Beton oder ein Verbundmaterial handelt. Die IR- Reflexion kann u.a. durch Zugabe von reflektierenden

Pigmenten und Farbstoffen, die sich, verbunden mit

entsprechenden Nachteilen zwingend in der gleichen Schicht befinden, erreicht werden. Eventuelle Farbstoffe befinden sich in der gleichen Schicht. EP 18 173 83 gibt eine Lehre, wie man bezogene Teile in einem Fahrzeuginnenraum, wie Ledersitze oder Armaturen oder auch Bauteile wie

Dachpfannen, Fensterrahmen bis hin zu Fassaden bei dunkler Farbe wenig aufheizend ausstattet. EP 18 173 83 gibt jedoch keine Lehre wie ein optisch ansprechendes Formteil, z.B. als Dachmodul in einem Fahrzeug, herzustellen ist. Zudem ist diese Lehre wohl nicht ausreichend, um die hohen

Anforderungen bezüglich einer a) hohen Strahlenbelastung und b) besonders guten Wärmedämmung eines

Fahrzeuginnenraumes , z.B. durch ein Dachmodul, gerecht zu werden.

Au gabe

Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, gegenüber dem Stand der Technik zumindest gleichwertige, bevorzugt in ihren Eigenschaften verbesserte dunkel gedeckt eingefärbte Kunststoffformteile für Außenanwendungen zur Verfügung zu stellen. Insbesondere sollen Kunststoffformteile zur

Verfügung gestellt werden, die gegenüber dem Stand der Technik mit höherer Variabilität bzgl. optischer

Gestaltung, Witterungsbeständigkeit oder Haptik zu

gestalten sind und eine hohe Temperaturbeständigkeit bis über 100 °C aufweisen.

Unter dunklen Farbtönen werden braune, graue, dunkelgrüne, dunkelblaue oder schwarze Farbtöne verstanden, Mischtöne sind ebenfalls möglich.

Darüber hinaus bestand die Aufgabe dunkel eingefärbte Kunststoffformteile zur Verfügung zu stellen, die ein Aufheizen des Kunststoffformteils oder eines Bereichs, der zum Beispiel aus Sicht der Sonneneinstrahlung hinter dem Kunststoffformteil liegt, zu minimieren.

Weiterhin bestand die Aufgabe, dass der

Kunststoffformkörper unabhängig von der Einfärbung

wetterfest sein muss.

Darüber hinaus bestand die Anforderung an das dunkel eingefärbte Formteil, dass in diesem eine gute und

dauerhafte Haftung zwischen Deckschicht und zu

beschichtendem Kunststoffformkörper gewährleistet sein muss . Darüber hinaus sollen die eingefärbten oder farblosen

Formmassen gut zu verarbeiten sein und bei der

Verarbeitungstemperatur stabil sein. Lösung

Gelöst wurden die Aufgaben durch Bereitstellung eines neuartigen dunkelfarbigen, wenig aufheizenden

Kunststoffformkörpers, der folgende Eigenschaften aufweist: a. Der Kunststoffformkörper besteht aus mindestens zwei

Schichten, einer Träger- und einer Deckschicht.

b. Bei der Deckschicht handelt es sich um eine transparente KunststoffSchicht .

c. Bei der Trägerschicht handelt es sich um eine

Polymerschicht, die besonders wärmeformstabil bis mindestens 100 °C ist.

d. Ein anorganisches, IR-reflektierendes Pigment, welches in einer Schicht, bei der es sich nicht um die

Deckschicht handelt, enthalten ist.

Wichtig ist, dass der Kunststoffformkörper eine Totale Solar Reflectance (TSR) von mindestens 10%, bevorzugt von mindestens 15% und besonders bevorzugt von mindestens 20 % aufweist. Die TSR wird gemäß ASTM E903-96, die

Standardtestmethode für Solare Absorption, Reflektion, and Transmission für Materials Using Integrating Spheres .

Bei der Deckschicht aus einem transparenten Kunststoff kann es sich um eine Deckschicht aus Polyamid (PA) ,

Polyvinylflorid (PVF) , Polyvinyldifluorid (PVDF) ,

Polycarbonat (PC) , Alkylacrylat-Styrol-Acrylnitril- Terpolymer (ASA) , Styrol-Acrylnitril-Copolymer (SAN) oder Poly (meth) acrylat handeln. Bevorzugt handelt es sich um eine Poly (meth) acrylatschicht . Poly (meth) acrylate sind in der Fachwelt bekannt. Diese Polymere werden im Allgemeinen durch radikalische Polymerisation von Mischungen erhalten, die (Meth) acrylate enthalten. Der Ausdruck (Meth) acrylate umfasst Methacrylate und Acrylate sowie Mischungen aus beiden. Bevorzugte Poly (meth) acrylate sind durch

Polymerisation von Mischungen erhältlich, die mindestens 20 Gew.-%, insbesondere mindestens 60 Gew.-% und besonders bevorzugt mindestens 80 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der zu polymerisierenden Monomere,

Methylmethacrylat aufweisen.

Bei der Poly (meth) acrylat-Schicht handelt es sich besonders bevorzugt um eine PMMA-Schicht . Dabei kann es sich

alternativ um eine PMMA-Folie mit einer Dicke zwischen 15 und 150 μπι oder um eine PMMA-Platte mit einer Dicke

zwischen 0,15 und 25 mm handeln. Ein Beispiel für die PMMA- Komponente ist die Formmasse Plexiglas ® 7H. Sie ist

kommerziell von der Firma Evonik Röhm GmbH erhältlich. Des Weiteren kann die Deckschicht weitere Polymere

enthalten, somit als Polymerblend vorliegen, um die

Eigenschaften zu modifizieren. Hierzu gehören unter anderem PA, PVF, PVDF, ASA, Polyacrylnitrile, Polystyrole,

Polyether, Polyester, Polycarbonate und Polyvinylchloride. Diese Polymere können einzeln oder als Mischung eingesetzt werden, wobei auch Copolymere, die von den zuvor genannten Polymeren ableitbar sind, den Formmassen beigefügt werden können. Zu diesen gehören insbesondere Styrol-Acrylnitril- Polymere (SAN) , die vorzugsweise den Formmassen in einer Menge von bis zu 45 Gew.-% beigefügt werden. Besonders bevorzugte Styrol-Acrylnitril-Polymere können durch die Polymerisation von Mischungen erhalten werden, die aus 70 bis 92 Gew.-% Styrol, 8 bis 30 Gew.-% Acrylnitril und 0 bis 22 Gew.-% weiterer Comonomere, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der zu polymerisierenden Monomere, bestehen.

Das Gewichtsmittel des Molekulargewichts M w der

erfindungsgemäß als Matrixpolymere zu verwendenden Homo- und/oder Copolymere kann in weiten Bereichen schwanken, wobei das Molekulargewicht üblicherweise auf den

Anwendungs zweck und die Verarbeitungsweise der Formmasse abgestimmt wird. Im Allgemeinen liegt es aber im Bereich zwischen 20 000 und 1 000 000 g/mol, vorzugsweise 50 000 bis 500 000 g/mol und besonders bevorzugt 80 000 bis

300 000 g/mol, ohne dass hierdurch eine Einschränkung erfolgen soll. Bei der Trägerschicht handelt es sich um eine Schicht aus einem besonders, bis mindestens 100 °C, bevorzugt bis mindestens 110 °C wärmeformbeständigen, thermoplastischen Polymer. Bevorzugte thermoplastische Polymere sind

insbesondere Polyester, Polyamide, ASA, Styrol-Acrylnitril (SAN) , thermoplastische Polyurethane, Polycarbonate,

Acrylnitril-Butadien-Styrol-Terpolymer (ABS) ,

Polyoxymethylen (POM), PVF, PVDF, Cycololefin ( co ) polymere (COP bzw. COC) oder Mischungen aus diesen Polymeren, bzw. Polymermischungen, die zumindest eines dieser Polymere zu mindestens 50 Gew% enthalten. Die Trägerschicht kann eine Dicke zwischen 15 μπι und 25 mm aufweisen.

Alternativ können auch Duroplasten, die auf Basis von Melamin, Epoxid oder Phenol hergestellt wurden, als

Trägerschicht verwendet werden. In einer erfindungsgemäßen Aus führungs form enthält die Trägerschicht zumindest ein anorganisches, IR- reflektierendes Pigment. In einer bevorzugten

Ausführungsform, dass nur ein anorganisches, IR- reflektierendes Pigment im Formkörper enthalten ist, kann dieses in der Trägerschicht sein.

In einer alternativen Ausführungsform enthält der

Kunststoffformkörper zusätzlich eine weitere Schicht. Bei dieser weiteren Schicht handelt es sich bevorzugt um eine Klebschicht mit einer Dicke zwischen 1 und 100 m.

Besonders bevorzugt befindet sich die Klebschicht zwischen der Deckschicht und der Trägerschicht.

In einer alternativen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung befindet sich auch, bevorzugt ausschließlich, in der Klebschicht das anorganische, IR-reflektierende

Pigment .

Bei der Klebschicht kann es sich um ein Klebsystem oder ein Haftvermittlersystem handeln. Insbesondere können

Polyurethankleber, Butadien-Styrol-Copolymere, bzw.

Butadien und Styrol enthaltende Terpolymere, Polyacrylate, Epoxide oder andere Kleber bzw. Haftvermittler verwendet werden. Die Wahl des geeigneten Klebers ergibt sich dem Fachmann aus den beiden zu verbindenden Substraten, z.B. aus dem Material der Träger- und der Deckschicht.

Die Schicht, die mit dem anorganischen, IR-reflektierenden Pigment ausgestattet ist, enthält erfindungsgemäß zwischen 0,01 und 5,0 Gew%, bevorzugt zwischen 0,05 und 3,0 Gew%, und ganz besonders bevorzugt zwischen 0,1 und 2,0 Gew% dieses Pigments. Bei diesen anorganischen, IR- reflektierenden Pigment handelt es sich bevorzugt um ein Metalloxid mit einer Partikelgröße zwischen 50 nm und 5,0 μπι, bevorzugt zwischen 100 nm und 3,0 μπι und besonders bevorzugt zwischen 200 nm und 2,5 μπι.

Durch den Einsatz von einem oder verschiedenen Infrarot- ( IR- ) reflektierenden, anorganischen Farbpigmenten in den erfindungsgemäßen Formkörpern können deutlich höhere Totale Solar Reflectances bei Sonneneinstrahlung erreicht werden als mit Formkörpern, die aus konventionell dunkel

eingefärbten Polymeren bestehen oder mit diesem beschichtet sind .

Es wurde nun gefunden, dass man durch den Einsatz von

Pigmenten der Klassen

C.I. Nomenklatur nach Colour Index, The Society of Dyers and Colourists (SDC) in Polymeren dunkel gedeckt eingefärbte Formmassen

hergestellt werden können, ohne dass der damit ausgerüstete Kunststoffformkörper bzw. hiermit hergestellte Formkörper sich zu sehr im Sonnenlicht aufheizt. Die Eigenschaft „dunkel" lässt sich durch den L*-Wert gemäß DIN 6174

(01/1979) : Farbmetrische Bestimmung von Farbabständen bei Körperfarben nach der CieLAB-Formel ; definieren. Bei den dunkel gedeckt eingefärbten Formmassen liegt der L*-Wert nach CieLab bei unter 51, bevorzugt unter 41 und ganz besonders bevorzugt unter 31. WO 00/24817 (Ferro) beschreibt Korund-Hämatit Strukturen, in die Oxide des Aluminiums, Antimons, Wismuts, Bors,

Chroms, Kobalts, Galliums, Indiums, Eisens, Lanthans,

Lithiums, Magnesiums, Mangans, Molybdäns, Neodyms, Nickels, Niobs, Siliziums, Zinns eingebunden sind.

Die erfindungsgemäßen wärmeformbeständigen, IR-Strahlung reflektierende Kunststoffformkörpers können in vielen

Bereichen, insbesondere in der Bauindustrie oder im

Fahrzeugbau zur Anwendung kommen. Bevorzugt werden die Formkörper in Fassaden-, Gebäudedach-,

Fahrzeugdachelementen und -modulen oder Fahrzeuganbauteilen eingesetzt. Dabei können die Kunststoffformkörper entweder mit der Trägerschicht oder mit der Deckschicht auf der Außenseite montiert werden. Mit Außenseite ist in diesem Fall die Seite gemeint, die der höheren

Bestrahlungbelastung, in der Regel der höheren

Wärmestrahlenbelastung ausgesetzt ist. In der Regel handelt es sich bei der Außenseite damit um die Sonnenseite. In einer alternativen Verwendung können die

erfindungsgemäßen Kunststoffformkörper auch auf ein

Substrat aufgebracht werden. Bei diesen Substraten kann es sich beispielsweise um Glas, Beton, Mauerwerk, Holz oder Metall handeln. In diesem Fall liegt eine Anwendung als IR- reflektierende Oberflächenverkleidung, z.B. in der

Bauindustrie vor. Alternativ können die erfindungsgemäßen

Kunststoffformkörper auch mit weiteren Kunststoffen zu Kunststoffverbundmaterialien zusammengebracht werden. Dazu werden die Kunststoffformkörper mit Hilfe üblicher Methoden wie Hinterschäumen, Hinterspritzen, Laminierung oder

Verkleben auf den zweiten Kunststoffformkörper aufgebracht. Alternativ oder zusätzlich kann man auch auf den

erfindungsgemäßen Kunststoffformkörper mit Hilfe der aufgeführten Methoden mindestens eine weitere

Kunststoffschicht aufbringen.

Die Farbmittel bzw. Farbmittelmischungen, die in einer der Schichten, bevorzugt in der Deckschicht enthalten sind, werden zusätzlich zur Variation und Abstimmung der Farbe eingesetzt. Diese Farbmittel können sowohl IR- reflektierend, wie z.B. Titandioxid, als auch IR- durchlässig sein. Bei den Farbmitteln kann es sich darüber hinaus um organische Farbstoffe oder um weitere organische bzw. anorganische Pigmente, bzw. auch um Mischungen daraus handeln.

Der Anteil dieser zusätzlichen Farbmittel kann zwischen 0 und 3,0 Gew.-%, bevorzugt zwischen 0 und 2,5 Gew.-% und besonders bevorzugt zwischen 0 und 2,0 Gew.-% bezogen auf die Matrix der Deckschicht betragen.

Die Herstellung der Formkörper kann beispielsweise

folgendermaßen erfolgen: Farbmittel und Formmasse der

Deckschicht werden als Dryblend homogenisiert und

anschließend mittels Extrusion zu einem Film oder einer Platte verarbeitet.

Entsprechend kann die Trägerschicht, je nach

Ausführungsform das IR-reflektierende Pigment enthaltend, hergestellt werden. Anschließend wird eine der beiden Schichten zunächst mittels Walzen mit einer Klebschicht versehen und

anschließend mit der zweiten Schicht verbunden.

Alternativ können auch alle Schichten in einem Schritt coextrudiert werden - und je nach Aus führungs form mit einer Kleb- oder Haftvermittlerschicht versehen werden.

Die erfindungsgemäßen Formkörper (gleichbedeutend

Kunststoffformkörper) werden wie folgt geprüft. Dazu werden zunächst aus den eingefärbten und transparenten Formkörpern Pressplättchen in einer Dicke von 0,5 mm mit Hilfe einer Presse hergestellt. Die einzelnen Pressplatten werden im folgenden zu einen 2-Schicht-Aufbau verpresst.

Beispiele

Zum Fließpressen der PLEXIGLAS ® -Standard-Formmasse wird ein Fließpresswerkzeug gemäß Fig.l, bestehend aus Pressring (1), Verdrängerscheibe (4), sowie Boden- (3) und

Deckscheibe (2) mit einem Innendurchmesser der Bodenscheibe von 50mm verwendet. Weiterhin werden zwei

temperaturgeregelte Heizplatten (2000 W) , eine

Hydraulikpresse und ein Temperaturfühler mit Siganlfunktion eingesetzt.

Allgemeine Durchführungsvorschrift zur Herstellung der Probenkörper Eine Heizplatte wird auf eine Temperatur von 250°C

eingestellt. 14g einer Standard-Formmasse (Materialangabe siehe jeweiliges Beispiel) wird in die obere Kammer des Fließpresswerkzeugs eingefüllt und das Werkzeug auf die Heizplatte gestellt. Der Temperaturfühler wird in eine Aufnahmebohrung, die im Pressring (1) vorhanden ist, eingesteckt. Eine zweite Heizplatte wird derart auf das Fließpresswerkzeug gestellt, dass das Werkzeug sowohl von unten als auch von oben beheizt wird. Erreicht die

Temperatur des Fließpresswerkzeugs den Wert von 210°C, wird das heiße Fließpresswerkzeug von den Heizplatten genommen und in eine Hydraulikpresse gestellt. Hier wird sofort mit einem Druck von 100 kN das Werkzeug verpresst, so dass ein Teil der Schmelze von der oberen Kammer in die untere

Kammer fließt.

Nach Abkühlung auf Raumtemperatur wird das Werkzeug

umgedreht auf einem Entformungsring erneut in die Presse gegeben und mit Hilfe eines Stempels (Durchmesser < 40mm) entformt. Der so hergestellt Formkörper wird mit der

Pressplatte entnommen und stellt damit die Trägerschicht dar .

Auf diese wird durch erneutes Verpressen eine PMMA- Deckschicht mit einer Dicke von 750ym aufgebracht. Als Deckschicht wird PLEXIGLAS ® Film 99524 verwendet.

Beispiel 1

Als farbloses Kunststoffgranulat ( Standard-Formmasse ) wird der Blend Cyrex ® EXP-310 der Evonik Cyro LLC verwendet.

Dieser wird mit 1 Gew% IR-reflektierendem Pigment (Ferro PK 10204) versetzt und mit Hilfe eines Extruders compoundiert . Das entstandene farbige Kunststoffgranulat wird zu einer Rundscheibe mit 120 mm Durchmesser und 4 mm Dicke

verpresst.

Beispiel 2 Als farbloses Kunststoffgranulat ( Standard-Formmasse ) wird Makroion ® 2607 der Firma Bayer Material Science verwendet. Dieser wird mit 1 Gew% IR-reflektierendem Pigment (Ferro PK 10204) versetzt und mit Hilfe eines Extruders compoundiert . Das entstandene farbige Kunststoffgranulat wird zu einer Rundscheibe mit 120 mm Durchmesser und 4 mm Dicke

verpresst .

Vergleichsbeispiel 1 (VB1)

Als Vergleich wurde PLEXIGLAS® 8N mit 1 Gew% IR- reflektierendem Pigment (Ferro PK 10204) analog zu den beispielen 1 und 2 verpresst. Eine zweite Verpressung mit einer PMMA-Deckschicht entfiel hier aber, so dass ein einschichtiges System nach Stand der Technik vermessen wurde .

An den Proben wurde die Wärmeformbeständigkeitstemperatur (HDT) nach ISO 75 bestimmt und die Totale Solar Reflectance (Gesamtsolarreflexion, TSR) nach AS TM E 903 berechnet, basierend auf optische Messungen mittels Photospektrometrie (gemessen mit einem Varian Cary 5000) an der mit PMMA- beschichteten Seite.

Gegenüber dem Stand der Technik (VB1) erkennt man, dass die erfindungsgemäßen Kunststoffformkörper bei vergleichbarer TSR eine deutlich bessere Wärmeformbeständigkeit aufweisen. Angaben zur Zeichnung Fig.

Fig.l: Fließpresswerkzeug

(1) Pressring

(2) Deckscheibe

(3) Bodenscheibe

(4) Verdrängerscheibe




 
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