| Überwachungseinrichtung für spannungslos geschaltete Fahrleitungsanlagen oder Freileitungen Patentansprüche 1. Überwachungseinrichtung für spannungslos geschaltete Fahrleitungsanlagen mit Tragseilen, Fahrdrähten und Hängern sowie Erdungsleitungen, Freileitungen und Kabelanlagen, dadurch gekennzeichnet, dass Fahr- oder Freileitungen bzw. Kabelanlagen in Segmente (Si-Sn) von jeweils zwei parallel laufenden Strängen aufgeteilt sind und ein Leitungs¬ widerstand (RFL) durch Kurzschließen der Stränge jedes Segmentes an einem Ende gebildet ist, dass die freien Enden der Segmente (Si-Sn) mit jeweils einem Messwiderstand (RM) vorgegebener Größe sowie jeweils einer Spannungsquelle (VDC) zu jeweils einem geschlossenen Stromkreis (SKi-SKn) geschaltet sind und dass jeder Stromkreis mit einer Messvorrichtung (MV) zur Messung des Schleifenstroms verbunden ist, die mit einer Überwachungseinrichtung (ÜE) zur Auslösung eines Alarmes einer Alarmeinrichtung (AL) bei Überschreiten eines vorgegebenen Grenzwertes oder Unterbrechung des Schleifenstromes ausgestattet ist. 2. Überwachungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahr-, Frei- oder Kabelanlagen in Segmente (Si-Sn) aufgeteilt sind. 3. Überwachungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Fahrleitungsanlagen in Segmente (Si-Sn) bestehend aus Fahrdrahtabschnitten und zugehörigen Tragseilabschnitten eingeteilt sind. 4. Überwachungseinrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Segmente (Si-Sn) ca. 2 - 8 km lang sind . 5. Überwachungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass jeder mit einem Segment (Si-Sn) gebildete Stromkreis (SKi-SKn) mit einer stabilisierten Spannungsquelle (VDC) verbunden ist. 6. Überwachungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stromkreise (SKi-SKn) mit den jeweils zugehörigen Messvorrichtung (MV) mit einem Multiplexer (MP) verbunden sind, an der seinerseits mit einem zentralen Rechner (CPU) mit Auswerteeinheit (AE) gekoppelt ist und dass dem Multiplexer (MP) ein Taktgeber (TG) zur taktweisen Zuschaltung der Messvorrichtungen (MV) an den zentralen Rechner (CPU) zugeordnet ist. 7. Überwachungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Stromkreise (SK!-SKn) mit der jeweils zugehörigen Messvorrichtung (MV) direkt oder über den Multiplexer (MP) über eine Funkverbindung verbunden sind . |
Fahrleitungsanlagen oder Freileitungen
Die Erfindung betrifft eine Überwachungseinrichtung für spannungslos geschaltete Fahrleitungsanlagen, Erdungs ¬ leitungen, Freileitungen und Kabelanlagen während Neubauoder Servicemaßnahmen gegen Diebstahl.
Insbesondere Neubaumaßnahmen von elektrifizierten Eisenbahnstrecken oder deren nachträgliche Elektrifizierung erfordern einen erheblichen Bau- und Montageaufwand, der sich bei längeren Strecken über mehrere Monate hinziehen kann. Da sich die Baustelle mit dem Fortschritt der Baumaßnahme immer weiter vom Startpunkt der Baumaßnahme fortbewegt, lässt sich naturgemäß nur der unmittelbare Baustellenbereich überwachen und gegen Diebstahl wertvoller Baumaterialien absichern.
Für Fahrleitungsanlagen, die aus Tragseilen, Fahrdrähten, Spannseilen, Erdkabeln sowie Erdungsleitungen für Potential- und Schutzmaßnahmen bestehen, oder auch für Freileitungen und Kabelanlagen zur Energieübertragung, werden hochwertige Materialien verwendet. Insbesondere werden Buntmetalle eingesetzt, bzw. beinhalten die verwendeten Materialien diese und verleiten daher wegen der erheblichen Schrottpreise zum Diebstahl.
Die Gefahr von Diebstahl ist insbesondere bei Neubaustrecken in dünn besiedelten Gebieten bzw. in Gebieten mit geringerem Lebensstandard besonders hoch. Wegen der mit einem Diebstahl verbundenen Verluste und Mehraufwendungen besteht ein besonderes Interesse daran, auch von der Ferne feststellen zu können, ob gerade ein Diebstahlversuch stattfindet und wenn ja, möglichst noch an welchem Ort, um Sicherheits ¬ personal oder Polizei, Grenzpolizei o.dgl. gezielt in Marsch setzen zu können und den Diebstahlversuch möglichst
frühzeitig abzuwehren und somit den entstandenen Schaden möglichst in Grenzen zu halten.
Bisher bestand die einzige Kontrollmöglichkeit in sporadi ¬ schen oder regelmäßigen Kontrollen der Neubaustrecke bis zu deren Inbetriebnahme. Ab diesem Zeitpunkt, also wenn die gesamte Strecke unter Nennspannung steht, ist ein Diebstahl nahezu ausgeschlossen, da Leitungsunterbrechungen und
Erdschlüsse durch das Fahrleitungsmanagement ständig überwacht werden. Das erfolgt durch ständige Leitungsmessung und Alarmauslösung beim Feststellen von Leitungsunter- brechungen oder Erdschlüssen.
Bei Neubaustrecken von Fahrleitungsanlagen oder Freileitungsstrecken, die spannungslos geschaltet sind, besteht eine derartige Möglichkeit allerdings nicht.
Aber auch bei unter Nennspannung stehenden Fahrleitungsan- lagen kann das zum Fahrdraht gehörende Erdkabel unbemerkt teilweise oder ganz gestohlen werden.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe, eine möglichst einfach zu realisierende Überwachungseinrichtung für spannungslos geschaltete Fahrleitungsanlagen oder Fei- leitungen während Neubau- oder Servicemaßnahmen gegen
Diebstahl zu schaffen, die zudem schnell installiert werden kann und die Überwachung vorgegebener Steckenabschnitte erlaubt .
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird bei einer Überwachungseinrichtung für spannungslos geschaltete
Fahrleitungsanlagen mit Tragseilen, Fahrdrähten und Hängern sowie Erdungsleitungen, Freileitungen und Kabelanlagen dadurch gelöst, dass Fahr- oder Freileitungen bzw. Kabelanlagen in Segmente von jeweils zwei parallel laufenden Strängen aufgeteilt sind und ein Leitungswiderstand durch Kurzschließen der Stränge jedes Segmentes an einem Ende gebildet ist, dass die freien Enden der Segmente mit jeweils einem Messwiderstand vorgegebener Größe sowie jeweils einer Spannungsquelle zu jeweils einem geschlossenen Stromkreis geschaltet sind und dass jeder Stromkreis mit einer
Messvorrichtung zur Messung des Schleifenstromes verbunden ist, die mit einer Überwachungseinrichtung zur Auslösung eines Alarmes einer Alarmeinrichtung bei Über- oder
Unterschreiten eines vorgegebenen Grenzwertes oder bei
Unterbrechung des Schleifenstromes ausgestattet ist.
Die Fahr- oder Freileitungen bzw. Kabelanlagen sind
bevorzugt in gleich lange Segmente aufgeteilt.
Fahrleitungsanlagen werden in Segmente, bestehend aus
Fahrdrahtabschnitten und zugehörigen Tragseilabschnitten und zugehörigen Hängern eingeteilt, wobei die Segmente bevorzugt ca. 2 - 8 km lang sind. Ferner ist jeder mit einem Segment gebildete Stromkreis mit einer stabilisierten Spannungsquelle gleicher Größe
verbunden, die bevorzugt eine Gleichspannung von 5 V
liefert .
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die
Stromkreise (SKi-SK n ) mit den jeweils zugehörigen Mess ¬ vorrichtungen (MV) mit einem Multiplexer (MP) verbunden, der seinerseits mit einem zentralen Rechner (CPU) mit
Auswerteeinheit (AE) gekoppelt ist, wobei dem Multiplexer (MP) ein Taktgeber (TG) zur taktweisen Zuschaltung der
Messvorrichtungen (MV) an den zentralen Rechner (CPU) zugeordnet ist.
Die Stromkreise sind weiterhin mit der Messvorrichtung direkt oder über den Multiplexer über eine Funkverbindung verbunden .
Wird die Fahrleitungsanlage in dem überwachten Abschnitt, d.h. der Fahrdraht und das Tragseil, durchtrennt, so wird gleichzeitig der Stromfluss unterbrochen und es wird Alarm ausgelöst .
Wird zusätzlich der Fahrleitungswiderstand überwacht, so wird bei einer Änderung des Widerstandes beim Heraus ¬ schneiden eines vorgegebenen Mindestabschnittes des
Fahrdrahtes Alarm ausgelöst, wenn lediglich ein Fahrdraht ¬ abschnitt durchtrennt wird.
Für die Alarmauslösung kann bevorzugt eine Funkübertragung von der Überwachungseinrichtung zu einer Überwachungszentrale eingesetzt werden. Die erfindungsgemäße Überwachungseinrichtung lässt sich besonders einfach und schnell installieren und gewährleistet eine schnelle und sichere Erkennung eines Diebstahlver ¬ suches .
Für die genaue Eingrenzung des Ortes des Diebstahls besteht auch zusätzlich die Möglichkeit, dass von der Überwachungs ¬ einrichtung nach der Auslösung des Alarms ein Impuls oder eine Impulsfolge ausgesendet und die Laufzeit bis zum
Eintreffen eines Echos von der Unterbrechungsstelle gemessen wird. Aus der Laufzeit des Impulses kann die Entfernung von der Messstelle einfach berechnet werden. Das ist dann vorteilhaft, wenn beispielsweise der Fahrdraht und das Tragseil komplett durchtrennt worden sind.
Das hat den besonderen Vorteil, dass der Zugriff sehr präzise vorbereitet und erfolgreich durchgeführt werden kann.
Die Funktion der erfindungsgemäßen Schleifenstrommessung wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel näher
erläutert . den zugehörigen Zeichnungen zeigen
Fig. 1 : ein Ersatzschaltbild, veranschaulichend die
Wirkungsweise der Schleifenstrommessung;
Fig. 2: ein schematisches Blockschaltbild einer kompletten
Überwachungseinrichtung; und
Fig. 3: ein schematisches Blockschaltbild zur zentralen
Überwachung einer Vielzahl von Segmenten von
Fahrleitungsanlagen mit Tragseilen, Fahrdrähten und Hängern und Erdungsleitungen, Feileitungen und
Kabelanlagen .
Es versteht sich, dass die am Beispiel einer Fahrleitungsanlage nachfolgend beschriebene Überwachungseinrichtung gleichermaßen zur Überwachung von Freileitungen und
Kabelanlagen oder auch bei der Lagerhaltung von Fahrleitungen, Freileitungen, Erdkabeln entsprechend eingesetzt werden kann, die sich noch nicht im regulären Betrieb befinden . In Fig. 1 ist ein Ersatzschaltbild mit einem Fahrleitungs ¬ widerstand RFL / - einem Messwiderstand R M sowie einer
Spannungsquelle VDC (U = 5 V) dargestellt, die bevorzugt eine stabilisierte Spannung bereitstellt.
Mit dem nachfolgend näher erläuterten Schaltprinzip kann die Entwendung von Teilen von Fahrleitungsanlagen sicher erkannt und Alarm ausgelöst werden. Selbstverständlich können auch durch Unwetter o.dgl. verursachte Schäden festgestellt werden .
Um das zu erreichen, werden zwei Fahrdrähte oder ein
Fahrdraht mit zugehörigem Tragseil einer Fahrleitungsanlage in gleich lange Segmente Si-S n unterteilt, die z.B. jeweils 2 - 8 km lang sind. Anschließend werden die Segmente an einem Ende miteinander, den Fahrleitungswiderstand R FL bildend, verbunden und mit einem Messwiderstand R M und einer
Spannungsquelle VDC zu einem Schleifenstromkreis SK;j_-SK n gem. Fig. 1 komplettiert.
Fig. 2 zeigt ein schematisches Blockschaltbild einer
kompletten Überwachungseinrichtung, bei der dem Schleifenstromkreis SKi-SK n eine Messvorrichtung zugeordnet ist, die mit einer Überwachungseinheit ÜE und einer Alarmeinrichtung AL verbunden ist.
Es besteht nun die Möglichkeit, die Vorrichtung gem. Fig. 2 ohne Alarmeinrichtung vor Ort am Segment Sl-Sn anzubringen und bei Überschreiten von Sollwerten ein Funksignal an eine zentrale Alarmeinrichtung AL zu senden, oder aber es werden die Messsignale von der Messvorrichtung MV über Funk an eine zentrale Überwachungseinrichtung ÜE gesendet.
In Fig. 3 ist eine besonders kostengünstige und beliebig ausbaubare Variante der erfindungsgemäßen Überwachungsein- richtung dargestellt. In diesem Fall ist jeder Schleifenstromkreis SKi-SK n mit einer Messvorrichtung MV und einer Funkeinheit FE zur Übertragung der Messsignale der Mess ¬ einheiten ME versehen. Für den Empfang aller Messsignale ist ein zentraler Multiplexer MP vorgesehen, der mit einem
Rechner CPU zur Verarbeitung der Messsignale gekoppelt ist. Der Rechner CPU ist seinerseits mit einer Alarmeinrichtung AL und einer Anzeigeeinrichtung AE zur Anzeige der
Entfernung zum Ort der Störung verbunden.
Um nun eine vernünftige Verarbeitung und Zuordnung der übertragenen Messsignale zu gewährleisten, ist der
Multiplexer MP mit einem Taktgeber TG verbunden. Dieser Taktgeber TG erlaubt nach Art eines Ringzählers nacheinander die Freigabe der Funkkanäle der einzelnen Messvorrichtungen MV der Schleifenstromkreise SK;j_-SK n .
Werden nun die Fahrleitung und das Tragseil komplett durchgeschnitten, so wird der Strom im Schleifenstromkreis SKi-SK r auf 0 A abfallen und der Spannungsabfall über dem Messwiderstand R M wird ebenfalls auf 0 V abfallen. Wird die Spannung über dem Messwiderstand RM überwacht, kann bei einem
Spannungsabfall auf 0 V oder wenn der Schleifenstrom
überwacht wird, bei einem Abfall auf 0 A, Alarm ausgelöst werden.
Nicht so leicht zu erkennen ist die Entwendung lediglich des Fahrdrahtes, wenn das Tragseil nicht beschädigt wird. In diesem Fall wird der Schleifenstrom abfallen, da sich der Fahrleitungswiderstand R FL erhöht. Zunächst ist der zu erwartende Strom zu berechnen.
Die Fahrleitung hat einen Ersatzquerschnitt von beispiels-
2
weise von 240 mm (Tragseil + Fahrdraht + Hänger) . Damit ergibt sich bei 20 °C ein Gleichstromwiderstand R2o ° c von 0,0782 Ω/km. Das sind die bekannten Ausgangswerte. Der Fahrleitungswiderstand beträgt gem. Gleichung [1]:
RPL = 8 km x 0, 0782 Ω/km = 0, 6256 Ω [1]
Der vorgegebene Messwiderstand beträgt gem. Gleichung [2]:
R M = 0, 1 Ω [2]
Daraus ergibt sich ein Gesamtwiderstand gem. Gleichung 3 von:
R ges = RFL + R M = 0, 625 Ω + 0,1 Ω = 0, 725 Ω [3] Mit Gleichung [3] lässt sich nun bei einer Spannung von 5V VDC der fließende Strom ermitteln:
I = U/R = 5V/0,7256Q = 6,89 A [4}
Folglich fällt bei diesem Strom nach dem ohmschen Gesetz über R M eine Spannung von 0,689 V ab. Wenn man nun ein AU von +- 5 mV zulässt, so sind die Spannungsgrenzen 694 mV und 684 mV. Der fließende Strom würde dabei Werte von 6,94 bzw. 6,84 A betragen.
Wenn man die Gleichung [4] nach dem Widerstand umstellt, erhält man: R = U/I [5]
Der Gesamtwiderstand beträgt damit:
R ges = 5V/6,84A = 0,7310Ω [6]
Somit ergibt sich nach Umstellung von Gleichung [3] für den Fahrleitungswiderstand RPL = R ges - R M = 0,7310Ω - 0,1 Ω = 0, 6310Ω [7]
Nach Subtraktion der Gleichung [1] von der Gleichung [7] ergibt sich ein A RFL von 5,4 mQ.
Nun kann die äquivalente Länge der Fahrleitung errechnet werden . Δ1 = ARFL/R20°C = 5 , 4mQ/ 78 , 2mQ/km = 69m [8]
Das bedeutet, dass die Fahrleitung bei komplettem Querschnitt theoretisch 69 m länger werden müsste. Wenn jetzt davon ausgegangen wird, dass der Querschnitt von Fahrdraht
2
und Tragseil gleich ist (Tragseil 120 mm und Fahrdraht 120
2
mm ), so ist die entwendete Fahrdrahtlange doppelt so groß. Das bedeutet, dass zur Alarmauslösung 2x69m = 138m Fahrdraht herausgeschnitten werden müssen, wobei das Tragseil hängen bleibt .
Sobald der Querschnitt des Tragseils kleiner ist, als derjenige der Fahrleitung, verkürzt sich der zu entwendende Fahrdrahtabschnitt entsprechend.
Überwachungseinrichtung für spannungslos geschaltete Fahrleitungsanlagen oder Freileitungen
Bezugszeichenliste
R FL Leitungswiderstand
RM Messwiderstand
VDC Spannungsquelle
MV Messvorrichtung
ÜE Überwachungseinrichtung
Si-S n Segment
SKi-SK n Schleifenstromkreis
AL Alarmeinrichtung
MP Multiplexer
CPU Rechner
AE Anzeigeeinheit
TG Taktgeber
FE Funkeinheit
