Kristl, Rainer (Gartenstrasse 19, Wernau, 73249, DE)
| 1. | Kraftfahrzeugkarosserie mit wenigstens zwei an einer Fahrzeugseite angeordneten Türen (12, 14) und einer lös baren KarosserieBSäule (16), die in einer karosserie festen Position an der Fahrzeugseite zwischen den beiden Türen (12,14) angeordnet ist, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s eine erste der beiden Türen (12,14) wahlweise mittels erster Anlenkmittel (22) folgend einer ersten Bewegungs bahn oder mittels zweiter Anlenkmittel (28) folgend ei ner zweiten Bewegungsbahn geöffnet werden kann. |
| 2. | Kraftfahrzeugkarosserie nach Anspruch 1, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die ersten Anlenkmittel (22) zum schwenkbaren Anlenken der ersten Türe (12) an der BSäule (16) vorgesehen sind. |
| 3. | Kraftfahrzeugkarosserie nach Anspruch 1 oder 2, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die zweiten Anlenkmittel (28) zum schwenkbaren Anlenken der ersten Türe (12) an wenigstens einem von der B Säule (16) verschiedenen Punkt der Karosserie vorgese hen sind. |
| 4. | Kraftfahrzeugkarosserie nach einem der vorstehenden An sprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die ersten Anlenkmittel als wenigstens ein Türscharnier (22) ausgebildet sind, das die erste Türe (12) mit der BSäule (16) verbindet. |
| 5. | Kraftfahrzeugkarosserie nach einem der vorstehenden An sprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die zweiten Anlenkmittel als wenigstens ein Schwenkbü gel (28) ausgebildet sind und Mittel (24,26) vorgese hen sind, um die erste Türe (12) wahlweise mittels des Schwenkbügels (28) schwenkbar mit der Karosseriestruk tur (10) zu verbinden oder im Bereich des Schwenkbügels freizugeben. |
| 6. | Kraftfahrzeugkarosserie nach Anspruch 5, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s der Schwenkbügel (28) schwenkbar mit der Karosserie struktur (10) verbunden ist und mittels eines Tür schlosses (24) wahlweise an der ersten Türe (12) an greifen kann. |
| 7. | Kraftfahrzeugkarosserie nach Anspruch 6, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Türschloss (24) der ersten Türe (12) an einer Schlie ßöse (26) angreifen kann, die mittels des arretierbaren Schwenkbügels (28) schwenkbar mit der Karosseriestruktur (10) verbunden ist. |
| 8. | Kraftfahrzeugkarosserie nach einem der vorstehenden An sprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die erste Türe (12) im Bereich einer vorderen Türkante schwenkbar mit der BSäule (16) verbunden ist und im Bereich einer gegenüberliegenden hinteren Türkante wahlweise schwenkbar mit der Karosseriestruktur (10) verbindbar ist. |
| 9. | Kraftfahrzeugkarosserie nach einem der vorstehenden An sprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s Mittel (44,46, 48) zum gesteuerten Verbinden der zwei ten Anlenkmittel (28) mit der ersten Türe (12) oder der Karosseriestruktur und zum nachfolgenden Lösen der B Säule (16) von der Karosseriestruktur (10) vorgesehen sind. |
| 10. | Kraftfahrzeugkarosserie nach einem der vorstehenden An sprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die BSäule (16) einerseits mit einem Dachrahmen und andererseits mit einem Schweller mittels Zugstangen, Druckstangen und/oder Fanghaken (38) verbindbar ist. |
| 11. | Kraftfahrzeug, gekennzeichnet durch eine Kraftfahrzeugkarosserie nach einem der vorstehen den Ansprüche. |
Aus der deutschen Patentschrift 464 139 ist ein Kraftfahrzeug mit einer Kraftfahrzeugkarosserie mit zwei an einer Fahrzeug- seite angeordneten Türen und einer lösbaren Karosserie-B- Säule bekannt. Die Karosserie-B-Säule ist in einer karosse- riefesten Position an der Fahrzeugseite zwischen den beiden Türen angeordnet. Um eine Tragbahre in dem Innenraum des Fahrzeugs einladen zu können, ist die Karosserie-B-Säule an der hinteren der beiden Türen befestigt. Die B-Säule kann o- ben und unten mit Riegeln versehen sein, die in den Dach-und Grundrahmen des Wagenkastens eingerückt werden. Die vordere Türe ist an einer A-Säule angeschlagen und öffnet entgegen der normalen Vorwärts-Fahrtrichtung. Die hintere der beiden Türen, an der die B-Säule befestigt ist, ist an einer C-Säule angeschlagen und öffnet mit der Fahrtrichtung.
Aus der US-Patentschrift 2,212, 674 ist eine lösbare Karosse- rie-B-Säule bekannt. Die B-Säule wird in einen Fahrzeugboden mittels eines Hakens eingehängt und am Dachrahmen mittels ei- nes Rasthebels befestigt.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift DE 38 10 762 Al ist ei- ne Kraftfahrzeugkarosserie bekannt, bei der eine B-Säule in eine hintere, entgegen der Fahrtrichtung öffnende Tür integ- riert ist. Die in die hintere Tür integrierte B-Säule umfasst Verriegelungsvorrichtungen, beispielsweise Bolzen, die mit einem Dachrahmen und einem Bodenrahmen zusammenwirken können.
Mit der Erfindung soll eine flexible Kraftfahrzeugkarosserie geschaffen werden, die den Fahrzeuginsassen einerseits Schutz bietet und andererseits auch mit sperrigen Gegenständen leicht zu beladen ist.
Erfindungsgemäß ist hierzu eine Kraftfahrzeugkarosserie mit wenigstens zwei an einer Fahrzeugseite angeordneten Türen und einer lösbaren Karosserie-B-Säule, die in einer karosserie- festen Position an der Fahrzeugseite zwischen den beiden Tü- ren angeordnet ist vorgesehen, bei der eine erste der beiden Türen wahlweise mittels erster Anlenkmittel folgend einer ersten Bewegungsbahn oder mittels zweiter Anlenkmittel fol- gend einer zweiten Bewegungsbahn geöffnet werden kann.
Auf diese Weise ist das Öffnen der Türen flexibel gestaltet und die erste Bewegungsbahn kann beispielsweise für eine nor- male Öffnung entgegen der Vorwärts-Fahrtrichtung vorgesehen sein. Dadurch werden im Fahrbetrieb die bekannten Nachteile von in Fahrtrichtung öffnenden Türen vermieden. Die zweite Bewegungsbahn kann für eine maximal mögliche Türöffnung aus- gelegt sein, um sperrige Güter unter Entfernung der B-Säule einladen zu können. Beispielsweise gibt die erste Bewegungs- bahn ein konventionelles Schwenken der Türe vor und die zwei- te Bewegungsbahn kann ein Schwenken oder auch Verschieben, gegebenenfalls parallelogrammartig und gemeinsam mit der B- Säule, bewirken.
In Weiterbildung der Erfindung sind die ersten Anlenkmittel zum schwenkbaren Anlenken der ersten Türe an der B-Säule vor- gesehen.
Auf diese Weise wird ein normales Öffnen der Türe entgegen der Fahrtrichtung erreicht und gegenüber einem konventionel- len, modernen Fahrzeug ist keine Änderung des Öffnungsvor- gangs im Normalbetrieb erforderlich.
Die B-Säule versteift dabei die Kraftfahrzeugkarosserie, so dass zum einen die fehlende Struktursteifigkeit und Dich- tungsproblematik B-säulenloser Fahrzeuge vermieden wird und zum anderen ein Aufprallschutz gegeben sowie eine problemlose Sicherheitsgurtbefestigung an der B-Säule möglich ist.
In Weiterbildung der Erfindung sind die zweiten Anlenkmittel zum schwenkbaren Anlenken der ersten Türe an wenigstens einem von der B-Säule verschiedenen Punkt der Karosserie vorgese- hen.
Die zweiten Anlenkmittel für die alternative, zweite Bewe- gungsbahn zum Öffnen der Türe im Sinne eines leichten Einla- dens sperriger Güter können beispielsweise im hinteren Tür- rahmenbereich oder auch am Dachrahmen vorgesehen sein. Die B- Säule kann beispielsweise entfernt werden oder zusammen mit der ersten Türe verschwenkt werden. Als zweite Anlenkmittel könnten beispielsweise Mehrgelenkscharniere für mehr Freihei- ten bei der Wahl der Bewegungsbahn verwendet werden.
In Weiterbildung der Erfindung sind die ersten Anlenkmittel. als wenigstens ein Türscharnier ausgebildet, das die erste Türe mit der B-Säule verbindet.
Auf diese Weise ist gegenüber einem konventionellen Fahrzeug keine Änderung der Türe selbst erforderlich. Dies ist insbe- sondere bei nachträglichem Umbau eines Fahrzeugs, beispiels- weise von Versehrtenfahrzeugen, von Bedeutung.
In Weiterbildung der Erfindung sind die zweiten Anlenkmittel als wenigstens ein Schwenkbügel ausgebildet und es sind Mit- tel vorgesehen, um die erste Türe wahlweise mittels des Schwenkbügels schwenkbar mit der Karosseriestruktur zu ver- binden oder im Bereich des Schwenkbügels freiezugeben.
Mittels eines Schwenkbügels kann die zweite Bewegungsbahn der Türe freier ausgelegt werden und dennoch kann ein stabiler, einfacher Aufbau realisiert werden.
In Weiterbildung der Erfindung ist der Schwenkbügel schwenk- bar mit der Karosseriestruktur verbunden und kann mittels ei- nes Türschlosses wahlweise an der ersten Türe angreifen.
Auch dadurch wird sichergestellt, dass gegenüber einem kon- ventionellen Fahrzeug nur geringfügige Änderungen erforder- lich sind, da die wahlweise Verbindung des Schwenkbügels mit der Karosseriestruktur über ein ohnehin vorhandenes Tür- schloss erfolgt. Beispielsweise wird der Schwenkbügel mittels des Türschlosses mit der Türe verrastet und die Türe wird beim Öffnen über das Türschloss und weitere Abstützflächen an Schwenkbügel und Türe gehalten.
In Weiterbildung der Erfindung kann das Türschloss der ersten Türe an einer Schließöse angreifen, die mittels des arretier- baren Schwenkbügels schwenkbar mit der Karosseriestruktur verbunden ist.
Auch diese Maßnahme verringert die erforderlichen Änderungen gegenüber konventionellen Fahrzeugen, da die Türe mittels der ohnehin vorhandenen Schließöse mit dem Schwenkbügel verbunden wird. Der Schwenkbügel oder die Schließöse kann im Normalbe- trieb unmittelbar am Türrahmen verriegelt sein.
In Weiterbildung der Erfindung ist die erste Türe im Bereich einer vorderen Türkante schwenkbar mit der B-Säule verbunden und ist im Bereich einer gegenüberliegenden hinteren Türkante wahlweise schwenkbar mit der Karosseriestruktur verbindbar.
Auf diese Weise wird eine konventionelle Türöffnung für maxi- male Sicherheit der Insassen im Normalbetrieb erreicht und beim Schwenken um die hintere Türkante kann eine maximale Türöffnung für leichtes Beladen erreicht werden. Ein Öff- nungswinkel der ersten, hinteren Türe und der zweiten, vorde- ren Türe beträgt dann zweckmäßigerweise wenigstens 90°.
In Weiterbildung der Erfindung sind Mittel zum gesteuerten Verbinden der zweiten Anlenkmittel mit der ersten Türe oder der Karosseriestruktur und zum nachfolgenden Lösen der B- Säule von der Karosseriestruktur vorgesehen.
Beispielsweise kann auf Anforderung eines Fahrers ein gesteu- ertes, aufeinanderfolgendes Entriegeln der B-Säule von der übrigen Karosseriestruktur, das Verriegeln des Türschlosses an der Schließöse sowie das Freigeben des Schwenkbügels er- folgen.
In Weiterbildung der Erfindung ist die B-Säule einerseits mit einem Dachrahmen und andererseits mit einem Schweller mittels Zugstangen, Druckstangen und/oder Fanghaken verbindbar.
Auf diese Weise wird eine stabile, einfache Konstruktion, beispielsweise ähnlich einer Cabriodachverriegelung, er- reicht.
Das der Erfindung zugrundeliegende Problem wird auch durch ein Kraftfahrzeug mit einer erfindungsgemäßen Kraftfahrzeug- karosserie gelöst.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und der folgenden Beschreibung einer bevorzug- ten Ausführungsform im Zusammenhang mit den Zeichnungen. In den Zeichnungen zeigen : Fig. 1A, 1B und 1C perspektivische Ansichten eines Ab- schnitts einer erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugkaros- serie bei normaler Türöffnung, Fig. 2A und 2B Schnittansichten der Kraftfahrzeugkarosserie der Fig. 1A bis 1C bei normaler Türöffnung, Fig. 3A, 3B und 3C Ansichten der Kraftfahrzeugkarosserie der Fig. 1A, 1B und 1C beim Öffnen der Türen für eine ma- ximale Türöffnung, Fig. 4A und 4B Schnittansichten der Kraftfahrzeugkarosserie der Fig. 1A, 1B und 1C beim Öffnen der Türen für eine maximale Türöffnung, Fig. 5 eine schematische Darstellung einer lösbaren Karosse- rie-B-Säule gemäß der Erfindung und Fig. 6 eine schematische Darstellung einer Steuerungsvor- richtung für die erfindungsgemäße Kraftfahrzeugkaros- serie.
In den Darstellungen der Fig. 1A, 1B und 1C ist ein Seiten- teil 10 einer erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugkarosserie mit einer ersten, hinteren Türe 12, einer zweiten, vorderen Türe 14 und einer lösbaren B-Säule 16 gezeigt. Die vordere Türe 14 ist mittels konventioneller Türscharniere an dem Seitenteil 10 im Bereich einer A-Säule angeschlagen und ein Türschloss der vorderen Türe 14 greift in eine Schließöse 18 an der B- Säule 16 ein. Die hintere Türe 12 ist in an und für sich kon- ventioneller Weise mittels zweier Türscharniere an der B- Säule 16 angeschlagen und öffnet sich infolgedessen, wie die vordere Türe 14, entgegen der Vorwärts-Fahrtrichtung. Eine solche Öffnung entgegen der Fahrtrichtung hat im Fahrbetrieb beispielsweise den Vorteil, dass die Türen 12,14 durch den Fahrtwind geschlossen werden und infolgedessen nicht unvermu- tet aufspringen können. Das Türschloss der hinteren Türe 12 greift in eine Schließöse 20 ein, die im Bereich einer C- Säule des Seitenteils 10 angeordnet ist.
Wie den Fig. lA, 1B und 1C zu entnehmen ist, erfolgt ein Öff- nen der Türen im dargestellten Normalbetrieb in gänzlich kon- ventioneller Weise und ein Öffnen der vorderen Türe 14 und der hinteren Türe 12 ist unabhängig voneinander möglich.
Durch die B-Säule 16 wird der Dachrahmen des Seitenteils 10 gegen den Schwellerbereich abgestützt und infolgedessen weist die Kraftfahrzeugkarosserie eine gegenüber konventionellen Karosserien unverminderte Steifigkeit auf und bietet im Auf- prallfall Schutz. Beispielsweise kann auch ein Sicherheits- gurt an der B-Säule 16 befestigt werden.
In den Schnittansichten der Fig. 2A und 2B ist jeweils die B- Säule 16 sowie die hinter Türe 12 und ein hinterer Kotflügel des Seitenteils 10 zu erkennen. Wie bereits ausgeführt wurde, ist die hintere Türe 10 mittels konventioneller Türscharniere 22 an der B-Säule 16 angelenkt. Ein Türschloss 24 der hinte- ren Türe 12 greift in bekannter Art und Weise an einer Schließöse 26 an, die an der Hinterkante des Türrahmens im Seitenteil 10 angeordnet ist. Die Schließöse 26 ist mit einem Schwenkbügel 28 verbunden, der seinerseits an einem Anlenk- punkt 30 schwenkbar mit dem Seitenteil 10 verbunden ist. Im Fall der in den Fig. 2A und 2B dargestellten normalen Türöff- nung ist die Schließöse 26 und/oder der Schwenkbügel 28 ver- riegelt, so dass keine Relativbewegung zwischen der Hinter- kante des Türrahmens des Seitenteils 10 und der Schließöse 26 auftreten kann. Infolgedessen wird die Türe 12 in der ge- schlossenen Stellung gemäß der Fig. 2A sicher an dem Seiten- teil 10 gehalten. Da auch die B-Säule 16 in dem dargestell- ten Normalbetrieb sicher mit dem Seitenteil 10 verbunden und beispielsweise verriegelt ist, verhält sich die erfindungsge- mäße Kraftfahrzeugkarosserie bei einem Fahrzeugaufprall in gleicher Weise wie eine konventionelle Kraftfahrzeugkarosse- rie ohne lösbare B-Säule.
Die Ansichten der Fig. 3A, 3B und 3C zeigen das Seitenteil 10 mit den Türen 12 und 14 sowie der B-Säule 16 der Kraftfahr- zeugkarosserie der Fig. lA, 1B und 1C bei einem Öffnen der Türen 12 und 14 für eine maximale Türöffnung.
Wie in der Fig. 3A zu erkennen ist, wird zunächst die vordere Türe 14 bis zu einem Öffnungswinkel von etwa 90° geöffnet.
Nachfolgend werden die Verriegelungen der B-Säule 16 am Schweller und am Dachrahmen des Seitenteils 10 freigegeben, vorausgesetzt, dass das Türschloss der hinteren Türe 12 mit der Schließöse verriegelt ist. Daraufhin kann die Verriege- lung der Schließöse und/oder des Schwenkbügels am Seitenteil 10 freigegeben werden, so dass, wie in der Fig. 3B zu erken- nen ist, die hintere Türe 12 zusammen mit der B-Säule 16 mit- tels des Schwenkbügels 28 um die C-Säule des Seitenteils 10 geschwenkt werden kann. Die B-Säule 16 ist dabei mittels der konventionellen Türscharniere an der Türe 12 gehalten.
Wie der Seitenansicht der Fig. 3C zu entnehmen ist, kann auch die hintere Türe 12 mittels des Schwenkbügels 28 um einen Winkel von 90° geöffnet werden, so dass für das Einladen sperriger Gegenstände oder beispielsweise einen Ausbau der Sitze die gesamte, maximale Türöffnung im Seitenteil 10 zur Verfügung steht, ohne dass die B-Säule 16 einen Beladungsvor- gang behindern könnte.
Analog zu den Schnittansichten der Fig. 2A und 2B zeigen die Schnittansichten der Fig. 4A und 4B die B-Säule 16, die hin- tere Türe 12 sowie den hinteren Kotflügel des Seitenteils 10 bei einem Öffnen der hinteren Türe 12 für eine maximale Tür- öffnung entgegen der normalen Vorwärtsfahrrichtung des Kraft- fahrzeugs.
Die Schnittansicht der Fig. 4A zeigt dabei den geschlossenen Zustand der hinteren Türe 12, der bereits in der Fig. 2A dar- gestellt wurde. Ausgehend vom Zustand der Fig. 4A muss zu- nächst die vordere Türe geöffnet werden, daraufhin können die Verrieglungen der B-Säule 16 am Seitenteil 10 gelöst werden und eine Verriegelung der Schließöse 26 und/oder des Schwenk- bügels 28 am Seitenteil 10 wird gelöst. Die Verriegelungen der B-Säule 16 dürfen dabei nur dann gelöst werden, wenn das Türschloss 24 der hinteren Türe 12 in die Schließöse 26 ein- gerastet ist.
Daraufhin kann die hintere Türe 12 um den Anlenkpunkt 30 des Schwenkbügels 28 bis zu einem Öffnungswinkel von etwa 90° verschwenkt werden. Wie bereits ausgeführt wurde, wird die B- Säule 16 dabei mittels der konventionellen Türscharniere 22 an der Türe 12 gehalten. Neben der Befestigung der hinteren Türe 12 am Schwenkbügel 28 mittels des Türschlosses 24 und der Schließöse 26 können weitere, in der Fig. 4A lediglich gestrichelt angedeutete Abstützelemente 32 vorgesehen sein, um die hintere Türe 12 beim Öffnen sicher am Schwenkbügel 28 zu halten.
In der schematischen Darstellung der Fig. 5 ist die B-Säule 16 sowie die hintere Türe 12 dargestellt. Die B-Säule 16 weist Ausnehmungen 34 und 36 auf, die auf passende Vorsprünge an dem Seitenteil der Kraftfahrzeugkarosserie aufgeschoben werden können und für einen sicheren Halt der B-Säule 16 am Seitenteil sorgen. Zur Verriegelung der B-Säule 16 am Seiten- teil ist im Bereich der oberen Ausnehmung 36 ein Fanghaken 38 vorgesehen, der in eine passende Öffnung am Seitenteil 10 eingreifen kann. Der Fanghaken 38 ist mittels einer Zugstange mit einem Hebel 40 verbunden. Durch Betätigung des Hebels 40 kann, ähnlich der Verriegelung eines Cabriodachs, der Fangha- ken 38 und somit die B-Säule 16 gegen das Seitenteil ver- spannt werden. Im Bereich der unteren Ausnehmung 34 der B- Säule 16 ist ein Riegel 42 vorgesehen, der mittels einer Be- tätigungsstange ebenfalls mit dem Hebel 40 verbunden ist. Bei Betätigung des Hebels 40 wird somit einerseits der Fanghaken 38 in der Fig. 5 nach unten gezogen und gleichzeitig wird der Riegel 42 nach unten geschoben. Mittels des Riegels 42 und des Fanghakens 38 kann die B-Säule 16 somit sicher an dem Seitenteil verankert werden. Die Betätigung des Hebels 40 kann entweder manuell oder mittels einer elektrisch aktivier- baren Einrichtung erfolgen, beispielsweise einem Hubmagneten 44.
In der schematischen Darstellung der Fig. 6 ist eine Steue- rung dargestellt, um die für die alternativen Bewegungsbahnen der hinteren Türe 12 vorzunehmenden Ent-bzw. Verriegelungs- vorgänge kontrolliert auszulösen. Eine zentrale Steuereinheit 46 enthält als Eingangssignale einen Befehl, das Öffnen der hinteren Türe 12 für eine maximale Türöffnung vorzubereiten.
Ein solcher Befehl kann beispielsweise von einem Fahrer aus- gelöst werden. Weiterhin erhält die Steuereinheit 46 Ein- gangssignale über den Fahrzustand des Fahrzeugs. Beispiels- weise kann die Entriegelung der B-Säule 16 nur dann erfolgen, wenn das Fahrzeug steht und die Zündung ausgeschaltet ist.
Die Steuereinheit 46 erhält darüber hinaus ein Eingangssig- nal, ob das Türschloss 24 der hinteren Türe 12 sicher mit der Schließöse 26 am Seitenteil verrastet ist.
Sind die erforderlichen Randbedingungen für das Öffnen der hinteren Türe 12 für eine maximale Türöffnung gegeben, gibt die Steuereinheit 46 zunächst einen Befehl an den Hubmagneten 44 auf, der daraufhin, wie schematisch in der Fig. 5 darge- stellt wurde, die Verriegelungen der B-Säule 16 an dem Sei- tenteil der Kraftfahrzeugkarosserie löst. Gleichzeitig kann die Steuereinheit 46 die Verriegelung des in den Fig. 4A und 4B dargestellten Schwenkbügels 28 und/oder der Schließöse 26 mit der Kraftfahrzeugkarosserie lösen. Nach Lösen der Verrie- gelungen der B-Säule 16 und des Schwenkbügels und/oder der Schließöse 26 kann die hintere Türe 12 dann um den Schwenkbü- gel nach hinten geöffnet werden, wie in der Fig. 3B darge- stellt ist. Die Steuereinheit 46 blockiert zweckmäßigerweise die Verriegelung des Türschlosses 24 mit der Schließöse 26 sobald die Verriegelungen der B-Säule mit dem Seitenteil der Kraftfahrzeugkarosserie gelöst sind. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass die hintere Türe 12 versehentlich durch Betätigen eines Türgriffs von der Schließöse 26 und dem Schwenkbügel gelöst wird.
Nachdem die Türe 12 wieder geschlossen ist und die B-Säule 16 an der vorgesehenen Position zwischen Dachrahmen und Schwel- ler des Seitenteils angeordnet ist, sorgt die Steuereinheit 46 auf einen entsprechenden Anforderungsbefehl hin für die Verriegelung der B-Säule 16 an dem Seitenteil und die Verrie- gelung des Schwenkbügels und/oder der Schließöse 26 am Tür- rahmen des Seitenteils. Hiernach kann die Sperre des Tür- schlosses 24 aufgehoben werden und die hintere Türe 12 kann wieder in normaler, konventioneller Weise geöffnet werden.
Gleichzeitig kann beispielsweise die Zündung des Kraftfahr- zeugs wieder für den Fahrbetrieb freigegeben werden.
