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Title:
MOTORCYCLE HAVING A BRAKE SYSTEM WITH DISABLABLE ABS, AND METHOD FOR CONTROLLING AN ABS BRAKE SYSTEM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2012/003915
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a method for controlling an ABS brake system of a motorcycle, in which method ABS regulation of a rear wheel brake of the motorcycle is deactivated if the motorcycle is braked through actuation of a foot brake lever.

Inventors:
JAHREISS, Hans-Juergen (Siriusstr. 12a, Gilching, 82205, DE)
MAYER, Anton (Hauptstr. 14, Geroldshausen, 85283, DE)
Application Number:
EP2011/002828
Publication Date:
January 12, 2012
Filing Date:
June 09, 2011
Export Citation:
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Assignee:
BAYERISCHE MOTOREN WERKE AKTIENGESELLSCHAFT (Petuelring 130, München, 80809, DE)
JAHREISS, Hans-Juergen (Siriusstr. 12a, Gilching, 82205, DE)
MAYER, Anton (Hauptstr. 14, Geroldshausen, 85283, DE)
International Classes:
B60T7/04
Attorney, Agent or Firm:
BAYERISCHE MOTOREN WERKE AKTIENGESELLSCHAFT (Patentabteilung, AJ-3, München, 80788, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zum Steuern einer ABS-Bremsanlage eines Motorrads, dadurch gekennzeichnet, dass eine ABS-Regelung einer Hinterradbremse des Motorrads deaktiviert wird, wenn das Motorrad durch Betätigen eines Fußbremshebels gebremst wird.

2. Motorrad mit einer ABS-Bremsanlage, die folgende Komponenten aufweist:

einen Handbremshebel, durch dessen Betätigung gleichzeitig einer Vorderradbremse und einer Hinterradbremse Bremsdruck eingesteuert werden kann,

einen Fußbremshebel, durch dessen Betätigung

- ausschließlich der Hinterradbremse oder

- gleichzeitig der Hinterradbremse und der Vorderradbremse Bremsdruck eingesteuert werden kann,

eine ABS-Regelelektronik, welche den der Vorderradbremse und/oder den der Hinterradbremse eingesteuerten Bremsdruck begrenzt, wenn an einem der betreffenden Bremse zugeordneten Vorder- bzw. Hinterrad Blockierneigung besteht,

dadurch gekennzeichnet, dass

vorgesehen ist, dass bei Vorliegen einer Blockierneigung am Hinterrad ein ABS-Eingriff an der Hinterradbremse unterbunden wird, wenn der Fußbremshebel betätigt ist.

3. Verfahren nach Anspruch 1 bzw. Motorrad nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei Vorliegen einer Blockierneigung am Vorderrad stets ein ABS-Eingriff an der Vorderradbremse durchgeführt wird.

4. Motorrad nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die

Funktion, gemäß der bei Vorliegen einer Blockierneigung am Hinterrad ein ABS-Eingriff an der Hinterradbremse unterbunden wird, wenn der Fußbremshebel betätigt ist, vom Fahrer wahlweise aktiv oder inaktiv schaltbar ist.

5. Motorrad nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass die ABS-Regelelektronik vom Fahrer wahlweise aktiv oder inaktiv schaltbar ist.

Description:
Motorrad mit einer Bremsanlage mit abschaltendem ABS sowie Verfahren zum Steuern einer ABS-Bremsanlage

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 sowie ein Motorrad gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 2.

Moderne Motorräder sind häufig mit einem Antiblockierregelungssystem (ABS-System) ausgestattet. Wenn bei einem Bremsvorgang am Vorderrad und/oder am Hinterrad eine Blockierneigung auftritt, begrenzt das ABS-System den Bremsdruck an der dem betreffenden Rad zugeordneten Bremse, wodurch ein Blockieren des Rads verhindert wird. Bereits bekannt sind ABS- Konzepte, bei denen die ABS-Regelung am Vorderrad oder am Hinterrad oder die gesamte ABS-Regelung vom Fahrer deaktiviert werden kann.

Motorräder mit derartigen ABS-Systemen sind für den Rennsportbereich nur bedingt geeignet.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Steuern einer ABS- Bremsanlage eines Motorrads bzw. ein Motorrad mit einer ABS-Bremsanlage zu schaffen, das insbesondere für Anwendungen im Rennsportbereich geeignet ist.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruches 1 bzw. 2 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen. Das Grundprinzip der Erfindung besteht darin, die ABS-Regelung an einer Hinterradbremse des Motorrads zu deaktivieren, wenn das Motorrad durch Betätigen eines Fußbremshebels gebremst wird. Die ABS-Regelung der Vorderradbremse bleibt hiervon unberührt, d. h. die ABS-Funktion an der Vorderradbremse ist (bei eingeschaltetem ABS-System) stets gewährleistet.

Durch Betätigen des Fußbremshebels kann das Hinterrad gezielt zum Blockieren gebracht werden, was sogenannte„Bremsdrifts" ermöglicht. Im Rennsportbereich, und zwar sowohl auf der Straße als auch im Gelände, kann es von Vorteil sein, das Motorrad durch einen Bremsdrift vor dem Einlenken in eine Kurve„anzustellen". Bei herkömmlichen mit einem ABS- System ausgestatteten Motorrädern war dies bislang nicht möglich. Gemäß der Erfindung kann die ABS-Funktion am Hinterrad bei eingeschaltetem ABS-System allein durch Betätigen des Fußbremshebels gezielt„ausgeblendet" werden und zwar unter Beibehaltung der ABS-Funktion am Vorderrad, was ein Blockieren bzw. Driften lassen des Hinterrads ermöglicht.

Ein Motorrad gemäß der Erfindung ist folglich mit einer Bremsanlage ausgestattet, die einen Handbremshebel, einen Fußbremshebel und eine ABS-Regelelektronik aufweist. Durch Betätigen des Handbremshebels kann gleichzeitig einer Vorderradbremse und einer Hinterradbremse Bremsdruck eingesteuert werden, was man als„Integralbremssystem" bezeichnet. Wenn auch über den Fußbremshebel sowohl die Vorderradbremse als auch die Hinterradbremse angesteuert werden kann, spricht man von einem sogenannten„Vollintegralbremssystem". Wenn über den Fußbremshebel ausschließlich die Hinterradbremse betätigt werden kann (und nur über den Handbremshebel beide Bremsen angesteuert werden können), so spricht man von einem„Teilintegralbremssystem". Bei einem Teilintegralbremssystem kann über einen Drucksensor, der in dem der Hinterradbremse zugeordneten Steuerkreis angeordnet ist, detektiert werden, ob über den Fußbremshebel gebremst wird oder nicht.

Die ABS-Regelelektronik ist dazu vorgesehen, den der Vorderradbremse und/oder den der Hinterradbremse angesteuerten Bremsdruck zu begrenzen, wenn an dem Vorderrad bzw. am Hinterrad Blockierneigung besteht, was über Raddrehzahlsensoren, die an dem Vorderrad bzw. am Hinterrad angeordnet sind, detektiert werden kann.

Gemäß der Erfindung ist vorgesehen, dass bei Vorliegen einer Blockierneigung am Hinterrad ein ABS-Eingriff an der Hinterradbremse unterbunden wird, wenn der Fußbremshebel betätigt ist.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass bei Vorliegen einer Blockierneigung am Vorderrad stets ein ABS-Eingriff durchgeführt wird, es sei denn, das ABS-System wurde vom Fahrer ausgeschaltet.

Es kann vorgesehen sein, dass die Funktion, gemäß der bei Vorliegen einer Blockierneigung am Hinterrad ein ABS-Eingriff an der Hinterradbremse unterbunden wird, wenn der Fußbremshebel betätigt ist, vom Fahrer wahlweise aktiv oder inaktiv geschaltet werden kann. Dies kann z. B. über eine am Lenker, im Cockpitbereich oder an anderer Stelle des Motorrads angeordnete Schalteinrichtung erfolgen.

Wie bereits angedeutet, kann ferner vorgesehen sein, dass das gesamte ABS-System vom Fahrer wahlweise aktiv oder inaktiv geschaltet werden kann. Hierzu kann ebenfalls im Lenker- oder Cockpitbereich oder an anderer Stelle des Motorrads eine entsprechende Schalteinrichtung vorgesehen sein.