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Patent Searching and Data


Title:
MULTI-FLEXIBLE ROLLING MILL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/068388
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a system for continuously pickling and/or cold rolling metal strips, having a pickling region and a cold rolling region. The pickling region has an unwinding device, a welding device, a pickling device, and a winding device, and the cold rolling region has at least one pair of working rollers for rolling a metal strip to be rolled and a winding device for winding the rolled metal strip. The system has strip guiding elements which are arranged and designed such that in a coupled operation, the pickling region and the cold rolling region are coupled in terms of guiding a metal strip such that a continuous metal strip that is pickled in the pickling region can be supplied to the cold rolling region for rolling purposes and which are arranged and designed such that in an uncoupled operation, the pickling region and the cold rolling region are uncoupled in terms of guiding a metal strip.

Inventors:
DENKER, Wolfgang (Büscherstraße 9, Freudenberg, 57258, DE)
SPILL, Kerstin (Kreuzbergstr. 20, Netphen, 57250, DE)
WURM, Arnulf (Felmicke 1, Olpe, 57462, DE)
Application Number:
EP2018/072469
Publication Date:
April 11, 2019
Filing Date:
August 21, 2018
Export Citation:
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Assignee:
SMS GROUP GMBH (Eduard-Schloemann-Str. 4, Düsseldorf, 40237, DE)
International Classes:
B21B1/28
Foreign References:
US3918282A1975-11-11
JPH07164008A1995-06-27
EP3006122A12016-04-13
EP2516076B12014-08-20
EP1148956B12003-06-04
Attorney, Agent or Firm:
KLÜPPEL, Walter (Hammerstr.2, Siegen, 57072, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1 Anlage zum Endlosbeizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern aufweisend einen Beizbereich (A) zum Endlosbeizen eines Metallbands und einen Kaltwalzbereich (B) zum Walzen eines Metallbands, wobei der Beizbereich (A) zumindest eine Abrollvorrichtung (1 ) zum Abrollen von Metallbändern, eine Schweißvorrichtung (2) zum Verbinden von durch die Abrollvorrichtung (1 ) abgerollten Metallbändern zu einem zu beizenden Endlosmetallband, und zumindest eine Beizvorrichtung (4) zum Beizen des Endlosmetallbands, sowie zumindest eine Aufrollvorrichtung (7), die zum Aufrollen eines Metallbands eingerichtet ist, aufweist, wobei der Kaltwalzbereich (B) zumindest ein Paar von Arbeitswalzen (1 1 a, 1 1 b) zum Walzen eines zu walzenden Metallbands und zumindest eine Aufrollvorrichtung (13) zum Aufrollen des gewalzten Metallbands aufweist, wobei die Anlage Bandleitelemente aufweist, die so angeordnet und eingerichtet sind, dass in einem gekoppelten Betrieb der Beizbereich (A) und der Kaltwalzbereich (B) hinsichtlich einer Führung eines Metallbands so gekoppelt sind, dass ein im Beizbereich (A) gebeiztes Endlosmetallband dem Kaltwalzbereich (B) zum Walzen zugeführt werden kann, und die so angeordnet und eingerichtet sind, dass in einem entkoppelten Betrieb der Beizbereich (A) und der Kaltwalzbereich (B) hinsichtlich einer Führung eines Metallbands entkoppelt sind, und zumindest ein Teil eines im Beizbereich (A) gebeizten Endlosmetallbands der Aufrollvorrichtung (7) des Beizbereichs (A) zum Aufrollen zugeführt werden kann.

2. Anlage zum Beizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern gemäß Anspruch 1 , wobei der Kaltwalzbereich (B) weiter eine Abrollvorrichtung (10) zum Abrollen eines zu walzenden Metallbands aufweist, und Bandleitelemente, die so eingerichtet sind, dass in dem entkoppelten Betrieb ein zu walzendes Metallband von der Abrollvorrichtung (10) des Kaltwalzbereichs (B) dem Paar von Arbeitswalzen (1 1 a, 1 1 b) zum Walzen zugeführt werden kann.

Anlage zum Beizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern gemäß einem der vorangehenden Ansprüche 1 oder 2, wobei der Beizbereich (A) zumindest einen Bandspeicher (3, 5, 9) aufweist, der eingerichtet ist, ein mit der Schweißvorrichtung (2) zu einem Endlosband verbundenes Metallband zumindest teilweise zu speichern.

Anlage zum Beizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern gemäß einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 3, weiter aufweisend einen Übergangsbereich (C) zwischen dem Beizbereich (A) und dem Kaltwalzbereich (B), wobei der Übergangsbereich (C) Transportmittel zum Transportieren eines im Beizbereich (A) gebeizten Endlosmetallbands in den Kaltwalzbereich (B) aufweist, und weiter eine Schweißvorrichtung (20) aufweist, die eingerichtet ist, beim Umschalten in den gekoppelten Betrieb ein Kopfstück eines gebeizten Endlosmetallbands mit einem im Übergangsbereich (C) platzierten Kopplungsbandstück (21 ) zu verbinden.

Anlage zum Beizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern gemäß einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 4, wobei die Bandleitelemente eine Bandweiche (8) im Beizbereich (A) umfassen, die eingerichtet ist, im entkoppelten Betrieb im Beizbereich (A) gebeiztes Endlosmetallband der Aufrollvorrichtung (7) des Beizbereichs zum Aufrollen zuzuleiten.

Anlage zum Beizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern gemäß einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 5, wobei der Kaltwalzbereich (B) eingerichtet ist, sowohl einen Endloswalzbetrieb als auch einen Batch- Walzbetrieb zu ermöglichen.

Anlage zum Beizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern gemäß einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 6, wobei der Kaltwalzbereich (B) eingerichtet ist, sowohl einen Einwegwalzbetrieb als auch einen Reversierwalzbetrieb zu ermöglichen. Anlage zum Beizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern gemäß einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 7, wobei der Kaltwalzbereich (B) eingerichtet ist, sowohl einen Reduzierwalzbetrieb als auch einen Dressierwalzbetrieb zu ermöglichen.

Verfahren zum Beizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern auf einer Anlage zum Beizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern, aufweisend die folgenden Schritte:

Einstellen der Bandleitelemente, so dass die Anlage in dem gekoppelten Betrieb arbeiten kann;

Zuführen eines Endlosmetallbands zu der Beizvorrichtung des Beizbereichs

(A) ;

Beizen des Endlosmetallbands mit der Beizvorrichtung (4);

Transportieren des gebeizten Endlosmetallbands in den Kaltwalzbereich

(B) ;

Walzen des gebeizten Endlosmetallbands mit dem zumindest einen Paar von Arbeitswalzen (1 1 a, 1 1 b);

Zumindest teilweises Aufrollen des gebeizten und gewalzten Endlosmetallbands mit der Aufrollvorrichtung (13) des Kaltwalzbereichs (B).

Verfahren zum Beizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern gemäß Anspruch 9, wobei der Kaltwalzbereich (B) weiter eine Abtrennvorrichtung (12) aufweist, die in Produktionsrichtung hinter dem zumindest einen Paar von Arbeitswalzen (1 1 a, 1 1 b) angeordnet ist, und wobei das Verfahren weiter aufweist:

Verbinden eines Kopfstücks des gebeizten Endlosmetallbands mit dem Kopplungsbandstück (21 ) im Übergangsbereich (C); Führen des Kopplungsbandstücks (21 ) durch das zumindest eine Paar von Arbeitswalzen (1 1 a, 1 1 b); Abtrennen des Kopplungsbandstücks (21 ) mit der Abtrennvorrichtung (12) von dem Endlosmetallband, nachdem das Kopplungsbandstück (21 ) durch das zumindest eine Paar von Arbeitswalzen (1 1 a, 1 1 b) hindurchgeführt wurde. 1 1 . Verfahren zum Beizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern gemäß einem der Ansprüche 9 oder 10, weiter umfassend die Schritte:

Einstellen der Bandleitelemente, so dass die Anlage in dem entkoppelten Betrieb arbeiten kann;

Zuführen eines Endlosmetallbands zu der Beizvorrichtung des Beizbereichs (A);

Beizen des Endlosmetallbands mit der Beizvorrichtung (4);

Aufrollen zumindest eines Teils von gebeiztem Endlosmetallband mit der Aufrollvorrichtung (7) des Beizbereichs (A).

12. Verfahren zum Beizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern gemäß Anspruch 1 1 , weiter umfassend, vor dem Schritt des Einstellens der

Bandleitelemente:

Platzieren des Kopplungsbandstücks (21 ) in dem Übergangsbereich (C). 13. Verfahren zum Beizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern gemäß einem der Ansprüche 9 bis 1 1

dadurch gekennzeichnet, dass

zum Durchführen des Verfahrens eine Anlage nach Anspruch 1 verwendet wird.

Description:
MULTI FLEXIBLE WALZANLAGE

1 . Gebiet der Erfindung Die Erfindung betrifft eine Anlage zum Beizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern und ein auf der Anlage ausgeführtes Verfahren zum Beizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern.

2. Technischer Hintergrund

In gekoppelten Beiz-Tandemstraßen (beispielsweise im Englischen als Pickling Line and Tandem Cold Mill, PLTCM, bekannt), wird ein endlos zusammengeschweißtes Metallband zunächst gebeizt, anschließend in einer mehrgerüstigen Tandemstraße kaltgewalzt, und im Anschluss in der gewünschten Bundgröße getrennt und aufgewickelt.

EP 3 006 122 A1 offenbart ein Koppeln einer Endlosbeizanlage mit einer Reversierwalzanlage. In einem ersten Kaltwalzdurchlauf werden aus gebeizten Metallbändern Großbunde mit einem Bundgewicht von 100 bis 300 to produziert, die jeweils von einem nachfolgenden Band abgeschnitten werden. Im Anschluss an einen auf den ersten Kaltwalzdurchlauf folgenden Reversierwalzvorgang werden aus einem im ersten Kaltwalzdurchlauf produzierten Großbund kleinere Bunde produziert und abtransportiert. Während dieser Walzbetriebe wird währenddessen gebeiztes Band in einem sich an die Beizvorrichtung anschließenden Speicher gespeichert. Band aus dem Speicher wird dann vor einem nächsten Walzstich mit einem aus einem vorrangehenden Walzbetrieb in der Walzanlage verbleibenden Restende verbunden, um dann einen nächsten gewalzten Großbund zu produzieren. Durch die Trennung der Großbunde vom nachfolgenden Band kann das Band in einer Anlage nach EP 3 006 122 A1 nicht endlos gewalzt werden, sondern wird zunächst entkoppelt um anschließend wieder verbunden zu werden. Weiterhin ist in EP 3 006 122 A1 keine Herstellung von gebeizten, nicht gewalzten Bändern vorgesehen. Schließlich ist nach EP 3 006 122 A1 keine Abdienung von Bandmaterial von dem Haspel vorgesehen, auf den das Band zum Großbund aufgerollt wird. Im Gegenteil muss ein Reversierwalzvorgang durchgeführt werden, um das Band aus der Walzanlage abzudienen.

EP 2 516 076 B1 offenbart eine Endlosbeizanlage, die mit einer Reversierwalzanlage gekoppelt ist. Zur Reduktion der Abmaßlängen wird das Band nach einem Beizschritt einem ersten Walzvorgang unterworfen, wobei die gewalzte Bandlänge größer ist als die anvisierte Bandlänge des Fertigbundes. Über einen Reversierwalzvorgang wird überschüssiges Band zunächst in einen Bandspeicher zurückgefördert, bevor mit einem geeigneten Trennschnitt das nachfolgend gewalzte Band auf die gewünschte Bundgröße gebracht wird.

Auch bei der Anlage gemäß EP 2 516 076 B1 wird das Band nicht endlos gewalzt, sondern für einen Reversierwalzbetrieb entkoppelt. Auch gemäß EP 2 516 076 B1 ist es nicht vorgesehen, Bunde nach einem Beizen abzudienen.

JPS5564906 offenbart ein eingerüstiges Dressierwalzwerk, welches wahlweise vorgebeizte zugediente Bänder dressieren kann, oder mit einer Beize gekoppelt im Endlosbetrieb gebeiztes und dressiertes Band produzieren kann. Dabei läuft die Produktionsrichtung der Beize entgegengesetzt der des Dressiergerüstes. Es hat sich hierbei als nachteilig herausgestellt, dass ein Teilstück eines Bandes, dessen Länge der Länge des Beizbeckens entspricht, im Beizbecken verbleibt und dadurch überbeizt wird, solange ein Dressieren in einem nicht kontinuierlichen Batch-Betrieb erfolgt. Eine Produktion von größeren Bunden ist gemäß JPS5564906 nicht vorgesehen. JPS5564906 offenbart ebenfalls kein Reversieren und auch kein Beizen ohne Walz-/Dressiervorgang.

EP 1 148 956 B1 offenbart eine Anlage zum flexiblen und wirtschaftlichen Beizen und Kaltwalzen von Metallbändern. Die Anlage gemäß EP 1 148 956 B1 hat eine Schubbeize, mit welcher ein Band definierter Länge gebeizt wird, welches entweder abgedient wird, oder unmittelbar weiter gewalzt wird. Alternativ können auch vorgebeizte Bänder der Walz-Anlage über die zentrale Haspelanordnung zugedient werden. Bedingt durch die Konfiguration einer Schubbeize ist eine Endlosproduktion nicht möglich, da stets Bunde einer definierten Bandlänge am Stück gefertigt werden. Die Produktion von Bunden mit mehr als einer Standardbundgröße (Jumbo-Coils) ist ebenfalls nicht vorgesehen. Angesichts dessen ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Anlage zum Endlosbeizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern und ein entsprechendes Verfahren vorzusehen, wobei die Anlage eine erhöhte Flexibilität hinsichtlich möglicher Betriebsmodi und verwendeter Ausgangscoils, sowie ein vergrößertes Produktspektrum ermöglicht. Vorzugsweise sollen auch Nebenzeiten und Abmaßlängen begrenzt werden.

3. Zusammenfassung der Erfindung

Diese und andere Aufgaben werden durch eine Anlage zum Endlosbeizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern gemäß Anspruch 1 und durch ein Verfahren zum Beizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern gemäß Anspruch 9 gelöst.

Die vorliegende Erfindung stellt eine Anlage zum Endlosbeizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern bereit. Mit anderen Worten ist es mit der erfindungsgemäßen Anlage möglich, auf ein und derselben Anlage Metallbänder ausschließlich mit einem Endlosbeizprozess (Durchlaufbeizprozess) zu bearbeiten, Metallbänder ausschließlich mit einem Kaltwalzprozess zu bearbeiten, und Metallbänder sowohl mit einem Endlosbeizprozess als auch mit einem damit gekoppelten Kaltwalzprozess zu bearbeiten.

Dementsprechend weist die erfindungsgemäße Anlage einen Beizbereich zum Endlosbeizen eines Metallbands und einen Kaltwalzbereich zum Walzen eines (desselben oder eines anderen) Metallbands auf. Der Beizbereich weist zumindest eine Abrollvorrichtung zum Abrollen von zu beizenden Metallbändern auf. Geeignete Metallbänder sind vorzugsweise Metallbänder, die die Abrollvorrichtung von einem entsprechenden Coil oder Bund abrollen kann. Der Beizbereich weist weiter zumindest eine Schweißvorrichtung zum Verbinden von durch die Abrollvorrichtung abgerollten Metallbändern zu einem zu beizenden Endlosmetallband auf, und eine Beizvorrichtung zum Beizen des Endlosmetallbands. Der Beizbereich weist weiter zumindest eine Aufrollvorrichtung auf, die zum Aufrollen eines Metallbands (z.B. zumindest einem Teil des Endlosmetallbands, wenn die Anlage in einem unten beschriebenen entkoppelten Betrieb arbeitet) eingerichtet ist.

Bei der erfindungsgemäßen Anlage weist der Kaltwalzbereich zumindest ein Paar von Arbeitswalzen zum Walzen eines zu walzenden Metallbands und eine Aufrollvorrichtung zum Aufrollen des gewalzten Metallbands auf. Die Aufrollvorrichtung des Kaltwalzbereichs ist dem zumindest einen Paar von Walzen in Produktionsrichtung nachgeschaltet und kann zum Aufrollen von Metallbändern zu Standardcoils oder zu Großbunden (Jumbo-Coils) eingerichtet sein.

Erfindungsgemäß weist die Anlage Bandleitelemente auf, die so angeordnet und eingerichtet sind, dass in einem gekoppelten Betrieb der Beizbereich und der Kaltwalzbereich hinsichtlich einer Führung eines Metallbands so gekoppelt sind, dass ein im Beizbereich gebeiztes Endlosmetallband dem Kaltwalzbereich zum Walzen zugeführt werden kann. Hierbei sind Bandleitelemente Bauteile der Anlage, die beispielsweise geeignet und angeordnet sind, ein Metallband zu transportieren und/oder dessen Transportrichtung zu steuern. Beispiele für geeignete Bandleitelemente umfassen Leittische zum Führen und Transportieren von Metallbändern und Bandweichen, die geeignet sind, eine Führungsrichtung eines Metallbandes zu ändern.

Bei der erfindungsgemäßen Anlage sind die Bandleitelemente weiter so angeordnet und eingerichtet, dass in einem entkoppelten Betrieb der Beizbereich und der Kaltwalzbereich hinsichtlich einer Führung eines Metallbands vollständig entkoppelt sind. Mit anderen Worten wird im entkoppelten Betrieb ein Metallband nicht von dem Beizbereich in den Kaltwalzbereich transportiert und keine Anlagenbestandteile werden gleichzeitig sowohl vom Beizbereich als auch vom Kaltwalzbereich betrieben. Beispielsweise kann vor einem Übergang vom Beizbereich zum Kaltwalzbereich eine geeignete Bandweiche vorgesehen sein, die eine Transportrichtung des Metallbands geeignet steuert.

Bei der erfindungsgemäßen Anlage sind die Bandleitelemente im entkoppelten Betrieb so angeordnet, dass zumindest ein Teil eines im Beizbereich gebeizten Endlosmetallbands der Aufrollvorrichtung des Beizbereichs zum Aufrollen zugeführt werden kann. Somit umfassen in einer bevorzugten Ausführungsform die Bandleitelemente eine Bandweiche im Beizbereich, die eingerichtet ist, im entkoppelten Betrieb im Beizbereich gebeiztes Endlosmetallband der Aufrollvorrichtung des Beizbereichs zum Aufrollen zuzuleiten. Das Bandleitelement ist somit geeignet, zwei strukturell eigenständige Bereiche zu verbinden oder zu trennen.

Gemäß der vorliegenden Erfindung wird somit in vorteilhafter Weise eine Kopplung/Entkopplung eines Endlos-Beizvorgangs mit einem Kaltwalzvorgang möglich. Die erfindungsgemäße Anlage ermöglicht somit im entkoppelten Betrieb ein Endlos-Beizen ohne Kaltwalzvorgang und im gekoppelten Betrieb ein Endlos- Beizen mit unmittelbar anschließendem Kaltwalzen. Die erfindungsgemäße Anlage erlaubt dadurch eine vorteilhaft hohe Flexibilität hinsichtlich dieser möglichen Betriebsmodi auf nur einer Anlage. In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Kaltwalzbereich weiter eine Abrollvorrichtung zum Abrollen eines zu walzenden Metallbands auf, und Bandleitelemente, die so eingerichtet sind, dass in dem entkoppelten Betrieb ein zu walzendes Metallband von der Abrollvorrichtung des Kaltwalzbereichs dem Paar von Arbeitswalzen zum Walzen zugeführt werden kann. In dieser Weise wird zusätzlich im entkoppelten Betrieb ein Kaltwalzen ohne vorgeschaltetes Beizen möglich, was die Flexibilität der Anlage weiter erhöht.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Beizbereich zumindest einen Bandspeicher auf, der eingerichtet ist, ein mit der Schweißvorrichtung zu einem Endlosband verbundenes Metallband zumindest teilweise zu speichern. Hierbei kann ein Bandspeicher, der zwischen der Schweißvorrichtung und der Beizvorrichtung angeordnet ist, verwendet werden, Differenzen zwischen einer Geschwindigkeit des die Schweißanlage verlassenden Metallbandes und einer Geschwindigkeit, mit welcher ein Metallband die Beizvorrichtung passieren kann, ausgleichen. Weiterhin kann ein Bandspeicher, der hinter der Beizvorrichtung und beispielsweise vor der Aufrollvorrichtung des Beizbereichs angeordnet ist, verwendet werden, im Bandspeicher gespeichertes gebeiztes Metallband mit größerer Geschwindigkeit aufzurollen, als Metallband die Beizvorrichtung verlässt. Auch der zumindest eine Bandspeicher trägt somit zur Flexibilität der Anlage bei und begünstigt insbesondere die Verwendung von Endlosmetallbändern. In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Anlage weiter einen Übergangsbereich zwischen dem Beizbereich und dem Kaltwalzbereich auf. Dabei weist der Übergangsbereich Transportmittel, beispielsweise geeignete Lettische, zum Transportieren eines im Beizbereich gebeizten Endlosmetallbands zum Walzen in den Kaltwalzbereich auf. Der Übergangsbereich weist weiter eine Schweißvorrichtung auf, die eingerichtet ist, beim Umschalten in den gekoppelten Betrieb ein Kopfstück des gebeizten Endlosmetallbands mit einem Kopplungsbandstück zu verbinden. Das Kopplungsbandstück kann beispielsweise im Übergangsbereich platziert werden, um beim Umschalten in den gekoppelten Betrieb der Anlage ein Endlosband, das den Beizbereich passiert hat, geeignet in den Kaltwalzbereich und insbesondere zwischen das Paar von Arbeitswalzen zu bringen. Beispielsweise kann das Kopplungsband mit dem angehefteten Bandanfang/Kopfstück zwischen den Walzen des zumindest einen Paars von Walzen hindurchgeführt werden. Während dieses Einfädelvorgangs kann der Walzspalt zwischen dem Arbeitswalzenpaar auf Zieldicke eingestellt sein oder einen größeren Spalt aufweisen. Nach Passieren des Kopplungsbandes kann dieser direkt geschlossen werden. In beiden Fällen wird das eigentlich zu walzende Endlosband ohne nennenswerte Abmaßlängen gewalzt.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Kaltwalzbereich eingerichtet, sowohl einen Endloswalzbetrieb als auch einen Batch-Walzbetrieb Walzbetrieb zu ermöglichen. In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Kaltwalzbereich eingerichtet, sowohl einen Einwegwalzbetrieb als auch einen Reversierwalzbetrieb zu ermöglichen. In diesen Ausführungsformen kann der Kaltwalzbereich insbesondere für diese Betriebe geeignete Bandtransport- und Leitmittel aufweisen, wie auch eine entsprechend eingerichtete Steuereinheit zum entsprechenden manuellen und/oder automatisierten Betrieb.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Kaltwalzbereich eingerichtet, sowohl einen Reduzierwalzbetrieb als auch einen Dressierwalzbetrieb zu ermöglichen. Dazu sind vorzugsweise geeignete Walzensätze mit geeigneter Walzenrauhigkeit vorgesehen. Weitere Maßnahmen, wie z.B. das Abkoppeln von Walzensätzen vom Antrieb, eine Verringerung der Anstellkraft etc., sind vorzugsweise ebenfalls vorgesehen.

In bevorzugten Ausführungsformen kann die Anlage somit eingerichtet sein, die folgenden Betriebsarten jeweils gleichzeitig zu ermöglichen: a) Sowohl Endlos-Beizen ohne Kaltwalzvorgang / Kaltwalzen ohne vorgeschaltetes Beizen (Entkopplung von Beizeinrichtung und Kaltwalzeinrichtung) einerseits, als auch Endlos-Beizen mit unmittelbar anschließendem Walzen (gekoppelter Betrieb) andererseits; b) Sowohl Endlos-Walzen einerseits, als auch Batch oder Semi-Endlos Kaltwalzen andererseits (unterschiedliche Produktionsmodi des Kaltwalzbereichs); c) Sowohl Einwegwalzen einerseits, als auch Reversierwalzen andererseits (unterschiedliche Produktionsrichtungsmodi des Kaltwalzbereichs); d) Sowohl Reduzierwalzen einerseits, als auch Dressierwalzen andererseits (unterschiedliche Walzumformung innerhalb des Kaltwalzbereichs); e) Betriebe sowohl mit normalen Einzelbunden (Standardcoils) einerseits, als auch Betriebe mit Mehrfachbunden/Großbunden andererseits.

Vorzugsweise ermöglicht die Anlage mindestens drei der Betriebsarten a) bis e). Obwohl theoretisch technisch alle Betriebsarten a) bis e) von einer einzigen Anlage realisiert werden können, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Anlage auf ein Wechseln zwischen drei der genannten fünf Betriebsarten zu beschränken. Es hat sich gezeigt, dass eine Kombination von drei der Betriebsarten a) bis e) eine wünschenswert flexible Anlage ermöglicht, wobei die Anlage dann aber gleichzeitig für die Praxis tauglich, und auch aus produktionstechnischer Sicht und hinsichtlich der Bund-Logistik vorteilhaft ist.

In bevorzugten Ausführungsformen ist die Anlage (vorzugsweise der Kaltwalzbereich mit eigener zugeordneter Abrollvorrichtung und Aufrollvorrichtung) ausgelegt, Mehrfachbunde einer Bundgröße von drei Standardcoils (ca. 30-35 to, bis zu 25 kg/mm spez. Gewicht), also in Summe von etwa 100 to, zu bearbeiten. Es hat sich herausgestellt, dass so eine erforderliche Standstabilität erreicht wird, wobei eine Einschnürung bei Aufwickelvorgängen innerhalb akzeptabler Toleranzen bleibt.

Die vorliegende Erfindung stellt weiter ein Verfahren zum Beizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern auf einer Anlage bereit, wie sie im Vorangehenden beschrieben wurde. Das Verfahren weist zunächst ein Einstellen der Bandleitelemente auf, so dass die Anlage in dem gekoppelten Betrieb arbeiten kann. Beispielsweise kann eine dem Kaltwalzbereich in Produktionsrichtung vorgeschaltete Bandweiche so eingestellt werden, dass ein Endlosmetallband nach einem Beizen vom Beizbereich über die Bandweiche dem Kaltwalzbereich zugeführt werden kann. Der Schritt des Einstellens der Bandleitelemente kann zu jedem geeigneten Zeitpunkt während des Verfahrens ausgeführt werden.

Das Verfahren weist weiter einen Schritt des Zuführens eines Endlosmetallbands zu der Beizvorrichtung des Beizbereichs und einen Schritt des Beizens des Endlosmetallbands mit der Beizvorrichtung auf. Das Verfahren weist einen Schritt des Transportierens des gebeizten Endlosmetallbands in den Kaltwalzbereich auf. Das Verfahren weist einen Schritt des Walzens des gebeizten Endlosmetallbands mit dem zumindest einen Paar von Arbeitswalzen auf. Weiter weist das Verfahren einen Schritt des Aufrollens des gebeizten und gewalzten Endlosmetallbands mit der Aufrollvorrichtung des Kaltwalzbereichs auf. Hierbei wird das gewalzte Endlosband beispielsweise so aufgerollt, dass Abschnitte des Endlosbands beispielsweise zu Standardcoils oder Großbunden aufgerollt werden, die dann jeweils vom verbleibenden Endlosband abgetrennt und einzeln abtransportiert werden. Mit dem Verfahren können somit im Endlosbetrieb Coils von gebeizten und gewalzten Metallbändern hergestellt werden. In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Kaltwalzbereich weiter eine Abtrennvorrichtung, beispielsweise eine Schere, auf, die in Produktionsrichtung hinter dem zumindest einen Paar von Arbeitswalzen angeordnet ist. Dann weist in einer bevorzugten Ausführungsform das Verfahren einen Schritt des Verbindens eines Kopfstücks des gebeizten Endlosmetallbands mit dem Kopplungsbandstück im Übergangsbereich auf. Das Verfahren weist weiter einen Schritt des Führens des Kopplungsbandstücks durch das zumindest eine Paar von Arbeitswalzen auf. Diese sind vorzugsweise jedoch nicht notwendigerweise so voneinander beabstandet, dass das Kopplungsband nicht gewalzt, also mit einer entsprechenden Kraft beaufschlagt, wird. Das Verfahren weist weiter einen Schritt des Abtrennens des Kopplungsbandstücks mit der Abtrennvorrichtung von dem Endlosmetallband, auf, nachdem das Kopplungsbandstück durch das zumindest eine Paar von Arbeitswalzen hindurchgeführt wurde. Das Verfahren weist vorzugsweise weiter einen Schritt des Positionierens eines Walzabstandes des zumindest einen Paars von Walzen, so dass das auf das Kopplungsstück folgende Endlosband auf Zieldicke gewalzt wird.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Verfahren weiter ein Einstellen der Bandleitelemente auf, so dass die Anlage in dem entkoppelten Betrieb arbeiten kann. Beispielsweise kann dazu eine dem Kaltwalzbereich in Produktionsrichtung vorgeschaltete Bandweiche so eingestellt werden, dass ein Endlosmetallband nach einem Beizen vom Beizbereich über die Bandweiche dem Kaltwalzbereich nicht zugeführt werden kann, sondern der Aufrollvorrichtung des Beizbereichs zugeführt werden kann. Der Schritt des Einstellens der Bandleitelemente kann zu jedem geeigneten Zeitpunkt während des Verfahrens ausgeführt werden, um die strukturell eigenständigen Bereiche der Beize und des Kaltwalzwerks zu koppeln oder entkoppeln.

Das Verfahren weist weiter ein Zuführen eines Endlosmetallbands zu der Beizvorrichtung des Beizbereichs, ein Beizen des Endlosmetallbands mit der Beizvorrichtung, und ein Aufrollen zumindest eines Teils von gebeiztem Endlosmetallband mit der Aufrollvorrichtung des Beizbereichs. Hierbei wird das gebeizte Endlosband beispielsweise so teilweise aufgerollt, dass Abschnitte des Endlosbands beispielsweise zu Standardcoils oder Großbunden aufgerollt werden, die dann jeweils vom verbleibenden Endlosband abgetrennt und einzeln abtransportiert werden. Dazu weist der Beizbereich vorzugsweise eine geeignete Trennvorrichtung, beispielsweise eine Schere, auf, die der Beizvorrichtung in Produktionsrichtung nach- und der Aufrollvorrichtung des Beizbereichs vorgeschaltet ist. Mit dem Verfahren können somit im Endlosbetrieb Coils von gebeizten nicht durch die Anlage selbst gewalzten Metallbändern hergestellt werden. In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Verfahren vor dem Schritt des Zuführens des Endlosmetallbands aus dem Beizbereich zum Walzbereich ein Platzieren des Kopplungsbandstücks in dem Übergangsbereich auf. Dadurch wird es vorteilhaft möglich, dass das Kopplungsband nach einem entkoppelten reinen Beizbetrieb für einen gekoppelten Beiz/Walz-Betrieb wieder direkt zur Verfügung steht, und beispielsweise nicht zwischengelagert werden muss.

Die im Vorangehenden beschriebene Anlage zum Endlosbeizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern und das damit verbundene Verfahren ermöglichen die Herstellung

- gebeizter und geölter Bänder (ohne Walzvorgang), oder die Herstellung

- gebeizter und kaltgewalzter Bänder, oder die Herstellung

- gebeizter und kaltgewalzter und dressierter Bänder

wahlweise

- im Endlosbetrieb oder

- im Semi-Endlos-Betrieb oder

- im Batch-Betrieb

wahlweise mit

- Standard-Bund (ca. 30 to Bundgewicht)

- bis zu dreifachem Standard-Bundgewicht, max. ca. 100 to Bundgewicht (Jumbo- Coil) (beispielsweise in Semi-Endlos-Produktion)

auf ein und derselben Anlage

Vorzugsweise kann die Anlage zwischen

- Einwegwalzbetrieb

- und Reversierwalzbetrieb

Umschalten.

Es wird so möglich, dass auf begrenztem Raum ein hochflexibles Anlagenkonzept realisiert werden kann, das viele verschiedene Produktionsmodi miteinander kombinieren kann, für die bislang unterschiedliche Anlagen vorzusehen waren.

4. Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen Ausführungsformen der Erfindung sind in den Figuren dargestellt und werden im Folgenden näher erläutert.

Es zeigen

Figur 1 eine schematische Seitenansicht einer Anlage zum Endlosbeizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern; und

Figur 2 eine schematische Draufsicht einer Anlage zum Endlosbeizen und/oder Kaltwalzen von Metallbändern.

Mit Bezug auf die Figuren 1 und 2 wird eine Anlage beschrieben, die in einem entkoppelten Betrieb sowohl ein Endlosbeizen eines Endlosmetallbands als auch ein Kaltwalzen eines Metallbands erlaubt, und die in einem gekoppelten Betrieb ein Endlosbeizen eines Endlosmetallbands und ein anschließendes Kaltwalzen des gebeizten Endlosbands ermöglicht.

Wie in Fig. 1 dargestellt, untergliedert sich die Anlage in einen Beizbereich A, einen Kaltwalzbereich B und einen Übergangsbereich C, der sich zwischen dem Beizbereich A und dem Kaltwalzbereich B befindet. Die folgende Beschreibung konzentriert sich auf wesentliche Komponenten der Anlage. Der Übersichtlichkeit halber wird auf eine Beschreibung von gegebenenfalls vorgesehenen Tischen, Umlenkrollen, Bridle, Treibrollen, Medienanlagen, Transportwagen etc. verzichtet. Im Beizbereich A umfasst die Anlage eine Abwickeleinheit (Abrollvorrichtung) 1 beispielsweise für Standardcoils oder Standardbunde (z.B. ca. 30 to Bundgewicht). Die Abwickeleinheit 1 kann aber auch für Großbunde oder Jumbo- Coils (beispielsweise bis ca. 100 to Bundgewicht) ausgelegt sein, was der Anlage in dieser Hinsicht größere Flexibilität ermöglicht. Die Anlage umfasst weiter eine Schweißmaschine (Schweißvorrichtung) 2 zum Verbinden von Einzelbändern, die von der Abwickeleinheit 1 abgewickelt werden, zu einem endlosen Band. Die Anlage umfasst weiter einen Bandspeicher 3, eine Beizvorrichtung 4, einen weiteren Bandspeicher 5, eine Trenneinrichtung (z. B. eine Schere) 6, sowie eine Aufwickeleinheit (Aufrollvorrichtung) 7 und ein Bandleitelement in Form einer Bandweiche 8. Die Aufwickeleinheit 7 kann alternativ eine oder zwei Haspeln umfassen, oder auch als Wendehaspel vorgesehen werden. Vorzugsweise kann die Aufwickeleinheit 7 ausgelegt sein, Standardcoils zu produzieren, was ein einfaches Abdienen ermöglicht und ein externes Trennen von Großbunden vermeidet. Die Bandweiche 8 ist ein Beispiel eines Bandleitelements, das vorgesehen werden kann, um in einem entkoppelten Betrieb der Anlage ein gebeiztes Endlosband der Aufwickeleinheit 7 zuzuführen, wenn kein anschließender Kaltwalzvorgang vorgesehen ist. Damit dient die Bandweiche der Kopplung/Entkopplung der strukturell eigenständigen Bereiche der Beize und des Kaltwalzwerks.

Ein von der Aufwickeleinheit 7 aufgerollter Bund oder Coil kann von dort geeignet abtransportiert werden. Die erfindungsgemäße Anlage ermöglicht somit im entkoppelten Betrieb ein Herstellen von endlosgebeiztem nicht gewalztem Metallband. In diesem Betrieb sind der Beizbereich A und der Kaltwalzbereich B entkoppelt.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist es möglich, dass während einer Kopplung von Beizbereich A mit dem Kaltwalzbereich B (im gekoppelten Betrieb der Anlage) ein Walzenwechsel durchgeführt wird, oder werden kann. Wie in der Figur schematisch gezeigt, ist für diese Möglichkeit, jedenfalls für den erforderlichen Zeitraum, optional ein weiterer Bandspeicher 9 vorgesehen, der bevorzugt zwischen der Trenneinrichtung 6 und der Aufwickeleinheit 7 angeordnet sein kann, bzw. der Bandspeicher 5 wird entsprechend größer ausgelegt.

Um den Beizbereich A mit dem Kaltwalzbereich B zu koppeln, sind geeignete Bandleitelemente vorgesehen, so dass ein gebeiztes Endlosband z.B. über geeignete Leittische vom Beizbereich A in den Kaltwalzbereich B transportiert werden kann. Auch können dazu im Übergangsbereich C geeignete Bandtransporteinrichtungen vorgesehen sein.

Kaltwalzbereich B umfasst eine Abwickeleinheit (Abrollvorrichtung) 10 beispielsweise für Standardcoils oder Großbunde und eine Walzvorrichtung, die ein oder mehrere Walzgerüste 1 1 umfasst. Die Walzgerüste 1 1 weisen jeweils mindestens ein Paar von Arbeitswalzen 1 1 a, 1 1 b auf, die die Umformarbeit, bzw. die Dressierarbeit durchführen. Im Auslauf des Kaltwalzbereichs B ist eine weitere Trenneinrichtung 12 (z. B. in Form einer Schere 12), sowie eine Aufwickeleinheit (Aufrollvorrichtung) 13 vorgesehen. Die Aufwickeleinheit 13 kann ebenfalls für Standardcoils oder Großbunde ausgelegt sein, so dass die Anlage vorzugsweise sowohl für einen Betrieb mit Standardcoils als auch für einen Betrieb mit Großbunden ausgelegt sein kann. Vorzugsweise kann eine einzige Anlage beide Betriebe ermöglichen. Die Zudienung und Abdienung der Bunde kann auf verschiedene Weisen geschehen, welche weiter unten beschrieben werden.

Durch das Vorsehen der eigenständigen Abwickeleinheit 10 ist es möglich, dass mit der Anlage auch vorgebeizte Bunde z.B. von anderen Anlagen zugedient werden können, um sie mit der gezeigten Anlage (nur) kalt zu walzen. Bei einem konsequenten Einwegbetrieb der Anlage ist es weiterhin auch möglich, dass bereits mit der gezeigten Anlage einmal gewalzte Bunde erneut der Abwickeleinheit 10 zugeführt werden können um erneut gewalzt zu werden (Back- to-Back-Walzen).

Alternativ oder zusätzlich kann der Kaltwalzbereich B auch als Reversieranlage ausgeführt werden. Beispielsweise kann dann ein erster Walzdurchlauf in einem Endlos-Modus erfolgen und ein nachfolgender Walzdurchlauf kann dann ein Reversiervorgang in einem Batch oder Semi-Endlos-Modus sein. In diesem Falle hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn die Walzvorrichtung 1 1 aus maximal zwei Walzgerüsten besteht, da bei drei oder mehr Gerüsten der Reversierwalzvorgang hinsichtlich der technischen Steuerung, der üblichen Stichfolgen, sowie der Abmaßlängen unerwünschte Effekte mit sich bringen kann.

Für den Reversierwalzvorgang sind erweiterte Bandspeicherkapazitäten vorzuhalten, um das in diesem Zeitraum gebeizte Band aufzunehmen. Dazu wird entweder der Bandspeicher 5 vergrößert oder ein weiterer Bandspeicher 9 vorgesehen.

Der Reversiervorgang bedeutet eine Entkopplung des Bereichs des Kaltwalzwerks B vom Beizbereich A. Bei Wiederaufnahme des gekoppelten Betriebs muss das Bandleitelement in Form der Bandweiche so eingestellt werden, dass die Anlage im gekoppelten Betheb arbeiten kann. Bevorzugt wird das Kopfstück des neuen gebeizten und noch zu walzenden Endlosbandes mit dem im Übergangsbereich platzierten Kopplungsband verschweißt, um anschließend im Kaltwalzwerk gewalzt zu werden.

Für ein Verwenden von Großbunden im Kaltwalzbereich B hat es sich als vorteilhaft bezüglich der Standsicherheit erwiesen, ein Transportsystem mit Paletten (14) anstelle eines Transportsystems mit Bundhubwagen oder Hubbalkenförderern zu verwenden. Ein solches System ist im Kaltwalzbereich B in Fig. 2 skizziert. Dieses Paletten-Transportsystem (14) im Bereich B ist ebenfalls von Vorteil, wenn die Anlage ausschließlich im Einwegbetrieb (beispielsweise nur in der in der Figur angedeuteten Produktionsrichtung) betrieben wird, da es ein komfortables Umlaufsystem für das oben beschriebene Back-to-Back-Walzen ermöglicht. Da das Paletten-Transportsystem aber auch gleichermaßen in einem Reversierbetrieb eingesetzt werden kann, hat es sich als besonders geeignet für die Anlage erwiesen, die somit flexibel in einem Einwegbetrieb und einem Reversierbetrieb betrieben werden kann. Insbesondere beim Wickeln von Großbunden und auch beim Bundhandling, sowie beim Walzen dünner Enddicken wird vorzugsweise der Einsatz von entsprechenden Hülsen vorgesehen. Dies dient einer erhöhten Sicherheit. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist dies in den Figuren nicht dargestellt.

Insbesondere, wenn im Kaltwalzbereich B keine Großbunde verarbeitet werden sollen, kann alternativ die Bundlogistik beispielsweise über Bundhubwagen 15 erfolgen. Eine solche Bundlogistik ist in Fig. 2 beispielhaft im Beizbereich A anhand von Bundtransport 15a und 15b skizziert. Hierbei werden einzelne Bunde/Standardcoils auf einem Bundhubwagen 15a zur Abwickeleinheit 1 transportiert, bzw. von der Aufwickeleinheit 7 wegtransportiert (mit Bundhubwagen 15b).

Wie in Fig. 1 gezeigt, ist in der dargestellten Anlage zwischen dem Beizbereich A und dem Kaltwalzbereich B ein Übergangsbereich C angeordnet. Ein solcher Übergangsbereich C kann insbesondere vorgesehen sein, wenn die dargestellte Anlage als Modernisierung einer schon bestehenden Anlage vorgesehen wird oder die baulichen Voraussetzungen größere Abstände erzwingen. Hierbei kann die Übergangseinrichtung C eine größere räumliche Entfernung (beispielsweise mehr als 20 m) zwischen dem Beizbereich A und dem Kaltwalzbereich B überbrücken. Wenn die Anlage im gekoppelten Betrieb betrieben wird, kann ein gebeiztes Band ohne weitere Arbeitsschritte durch den Übergangsbereich C in den Kaltwalzbereich B geführt werden, um dort umgeformt zu werden.

Bei einem Schalten von einem entkoppelten zu einem gekoppelten Betrieb kann der Übergangsbereich wie folgt verwendet werden. Wie in Fig. 1 gezeigt, ist im Übergangsbereich C eine Schweißmaschine 20 angeordnet. Ein Kopplungsbandstück 21 , welches in etwa der Länge des Übergangsbereichs C entspricht, kann in diesen Bereich platziert sein. Die Schweißmaschine 20 kann dann verwendet werden, um ein dem Beizbereich A zugewandtes Ende des Kopplungsbandes 21 mit einem Kopfstück (oder Bandanfang) eines aus dem Beizbereich A in den Übergangsbereich C geführten gebeizten Endlosmetallbands zu verbinden. Das Kopplungsband mit dem angehefteten Bandanfang wird dann durch die Walzgerüste 1 1 (zwischen den Walzen der Walzenpaare 1 1 a, 1 1 b) hindurchgeführt. Dabei kann ein Walzspalt zwischen den Walzen der Walzenpaare 1 1 a, 1 1 b nach einem Passieren des Kopplungsbandes 21 direkt geschlossen werden, so dass das eigentlich zu walzende Endlosmetallband ohne nennenswerte Abmaßlängen gewalzt werden kann. Das Durchführen des Kopplungsbandes 21 ohne Dickenreduktion durch die Walzgerüste (1 1 ) hat den Vorteil, dass das Kupplungsband häufiger eingesetzt werden kann, ehe es verschrottet wird. Außerdem kann die Dicke unabhängig vom Endlosband gewählt werden. Es ist jedoch nicht zwingend notwendig.

Das Kopplungsband 21 kann beispielsweise auf Aufwickeleinheit 13 angewickelt werden und bei Passieren einer Trenneinrichtung 12 (beispielsweise einer Schere 12) vom nachfolgenden Endlosmetallband abgetrennt werden, um separat ausgefördert zu werden. Anschließend wird das eigentliche Walzgut auf Zieldicke gewalzt und mit Aufwickeleinheit 13 aufgewickelt.

Um hierbei Nebenzeiten zu sparen, kann die Aufwickeleinheit 13 aus zwei Haspeln, einem Wendehaspel oder auch einem Haspel und einem Pup-Coil- Haspel einfacher Bauart bestehen. Eine der Haspeln oder der Pup-Coil-Haspel können dann verwendet werden, das Kopplungsband zu wickeln während der (Haupt-)Haspel weiter zum Aufwickeln des gebeizten und gewalzten Endlosmetallbands zur Verfügung steht (Diese Lösung ist nicht in den Figuren gezeigt). Das Pup-Coil mit dem Kopplungsband 21 kann dann wieder dem Beizbereich A zur Wiederverwertung zugeführt werden. Beispielsweise kann das Kopplungsband dem Beizbereich A dann zugeführt werden, wenn ein letztes Band im gekoppelten Betriebsmodus der Anlage die Beizeinrichtung A passiert. Das Kopplungsband 21 kann dann zwischen dem Ende des letzten Bandes des gekoppelten Betriebs, das im gekoppelten Betriebsmodus gewalzt wird, und einem Anfang eines nachfolgenden ersten Bandes des entkoppelten Betriebsmodus geschweißt werden, um mit diesen Bändern in Produktionsrichtung transportiert zu werden. Um das Kopplungsband 21 im Übergangsbereich C wieder abzutrennen, sind am Ende des Beizbereichs A eine Trennvorrichtung 6, und am Anfang des Kaltwalzbereichs B in der Nähe der Abwickeleinheit 10 (funktional noch zum Übergangsbereich C gehörend) eine Trennvorrichtung 23 vorgesehen. Das Kopplungsband 21 kann somit vor und nach dem Bereich C mittels der Trennvorrichtungen 6 und 23, beispielsweise mittels zweier Scheren, herausgeschnitten werden, um bis zur nächsten Kopplung im Bereich C zu verbleiben. Die Schere 6 des Beizbereichs A kann im entkoppelten Betrieb verwendet werden, Abschnitte von gebeiztem Endlosband, die auf die Aufrollvorrichtung 7 aufgerollt wurden, vom verbleibenden Endlosband abzutrennen, um so Coils von gebeiztem, nicht gewalztem Metallband herzustellen.

Im entkoppelten Betrieb kann der Kaltwalzbereich B im Einweg/Batch- oder Reversierbetrieb weitere Walzaufgaben erfüllen. Der Kaltwalzbereich B kann zwischen Reduzierbetrieb und Dressierbetrieb umschalten. Dazu sind insbesondere entsprechende Walzensätze mit geeigneter Walzenrauhigkeit vorgesehen. Weitere Maßnahmen, wie z.B. ein Abkoppeln von Walzensätzen vom Antrieb, eine Verringerung der Anstellkraft etc, können konstruktiv vorgesehen werden. Konzeptionell kann bei entsprechender Produktionsfolge sogar ein DCR (Double Cold Reduction Mill)-Betrieb möglich sein. Bezugszeichenliste

A Beizbereich

B Kaltwalzbereich

C Übergangsbereich

1 Abrollvorrichtung (Abwickeleinheit)

2 Schweißvorrichtung (Schweißmaschine)

3 Bandspeicher

4 Beizvorrichtung

5 Bandspeicher

6 Trenneinrichtung z. B. Schere

7 Aufwickeleinheit, Aufrollvorrichtung

8 Bandleitelement/Bandweiche

9 Bandspeicher

10 Abwickeleinheit/Abrollvorrichtung

1 1 Walzgerüste

1 1 a Arbeitswalzen

1 1 b Arbeitswalzen

12 Trenneinrichtung

13 Aufrollvorrichtung/Aufwickeleinheit

14 Palettentransportsystem

15a Bundtransport

15b Bundtransport

20 Schweißmaschine

21 Kopplungsbandstück

23 Trennvorrichtung