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Patent Searching and Data


Title:
MULTI-LAYER BLOWING HEAD FOR A BLOWN FILM INSTALLATION, BLOWN FILM INSTALLATION, AND METHOD FOR OPERATING A BLOWN FILM INSTALLATION
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/024267
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a multi-layer blowing head for a blown film installation, to a blown film installation, and to a method for operating a blown film installation. Specifically, according to the invention, a component is included on the opposite side of a distributor plate of a distributor plate set for a spiral distributor, wherein part of the spiral distributor is formed out of the opposite side of a distributor plate. The blowing head according to the invention for forming a multi-layer melt flow makes it possible, in the case of suitable operating parameters, to prevent the occurrence of spiral strips or at least to make said spiral strips less pronounced.

Inventors:
LETTOWSKY, Christoph (Hans-Böckler-Allee 39, Aachen, 52074, DE)
Application Number:
DE2017/000124
Publication Date:
February 08, 2018
Filing Date:
May 10, 2017
Export Citation:
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Assignee:
REIFENHÄUSER GMBH & CO. KG MASCHINENFABRIK (Spicher Straße 46, Troisdorf, 53844, DE)
International Classes:
B29C47/06; B29C47/08; B29C47/26; B29C47/00
Domestic Patent References:
WO2015149163A12015-10-08
WO1997037830A21997-10-16
Foreign References:
EP2873508A12015-05-20
CA2508992A12006-12-01
US3809515A1974-05-07
DE102007008844A12008-08-28
US5076776A1991-12-31
EP1784297B12009-02-11
DE102010023302A12011-12-15
Attorney, Agent or Firm:
CARSTEN, Koch (FARAGO Patentanwälte, Thierschstr. 11, München, 80538, DE)
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Claims:
Patentansprüche:

1. Blaskopf für eine Blasfolienanlage, zum Formen eines mehrschichtigen ringförmigen Schmelzestroms in einem Ringkanal mittels mehrerer in Richtung Ringkanal führender Wendelscharen, sowie zum Austretenlassen des Schmelzestroms aus einer Ringschlitzdüse zum Bilden eines Folienschlauchs, wobei der Ringkanal in einer Extrusionsrichtung zur Ringschlitzdüse führt, mit einem Verteileiplattenpaket, welches einen Vorverteiler, eine Wendelschar und einen Verteilerplattenkanal formt, wobei in einer Verteilerstromrichtung die Vorverteilung über die Wendelschar und den Verteilerplattenkanal in den Ringkanal führt, wobei die Wendelschar eine Wendelkanalaustrittsrichtung aufweist, welche parallel zur Extrusionsrichtung in oder entgegen der Extrusionsrichtung liegt, wobei eine erste Wendelschar in Bezug auf die Extrusionsrichtung des Blaskopfs zumindest zum Teil stromauf eines ersten Verteilerplattenkanals angeordnet ist, wobei die Wendelkanalaustrittsrichtung dieses Teils in die Extrusionsrichtung weist, oder die Wendelkanalaustrittsrichtung einer ersten Wendelschar in Bezug auf die Extrusionsrichtung zumindest zum Teil radial nach außen zeigt, dadurch gekennzeichnet, dass eine zweite Wendelschar in Bezug auf die Extrusionsrichtung des Blaskopfs zumindest zum Teil stromab eines zweiten Verteilerplattenkanals angeordnet ist, wobei die Wendelkanalaustrittsrichtung dieses Teils gegen die Extrusionsrichtung weist.

2. Blaskopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Wendelschar in einer Volumenbetrachtung überwiegend, bevorzugt vollständig, in Bezug auf die Extrusionsrichtung stromab des Verteilerplattenkanals angeordnet ist.

3. Blaskopf nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Wendelschar in einer Kanalverlaufstreckenbetrachtung überwiegend, bevorzugt vollständig, in Bezug auf die Extrusionsrichtung stromab des Verteilerplattenkanals angeordnet ist.

4. Blaskopf nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Wendelschar in einer Kanalverlaufstreckenbetrachtung zumindest ein letztes Drittel der Kanalverlaufstrecke stromabwärts des Verteilerplattenkanals liegt, bevorzugt zumindest eine zweite Hälfte, insbesondere die gesamte Kanalverlaufstrecke.

5. Blaskopf nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verteilerplattenpaket aus in Extrusionsrichtung geschichteten Platten besteht, wobei jedenfalls die in Bezug auf die Extrusionsrichtung stromabwärtige Platte des Verteilerplattenpakets die Wendelschar als Ausnehmungen aufweist.

6. Blaskopf nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verteilerplattenpaket aus in Extrusionsrichtung geschichteten Platten besteht, wobei jedenfalls die in Bezug auf die Extrusionsrichtung stromabwärtige Platte des Verteilerplattenpakets eine Wendelschar und den Verteilerplattenkanal als Ausnehmungen aufweist.

7. Blaskopf nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die in Bezug auf die Extrusionsrichtung stromabwärtige Platte des Verteilerplattenpakets den zuäußerst legenden Kanal in Bezug zum Ringkanal bildet.

8. Blaskopf nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Blaskopf zusätzlich zum vorstehend beschriebenen Verteilerplattenpaket ein weiteres Verteilerplattenpaket aufweist.

9. Blaskopf nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Blaskopf zusätzlich zum vorstehend beschriebenen Verteilerplattenpaket einen Axialwendelverteilerteil aufweist.

10. Blaskopf nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das in den Patentansprüchen 1 bis 7 beschriebene Verteilerplattenpaket obenauf liegt.

11. Blasfolienanlage mit einem Blaskopf nach einem der vorstehenden Ansprüche.

12. Verfahren zum Betreiben einer Blasfolienanlage zum Formen eines mehrschichtigen ringförmigen Schmelzestroms in einem Ringkanal mittels mehrerer in Richtung Ringkanal führender Wendelscharen, sowie zum Austreten des Schmelzestroms durch eine Ringschlitzdüse zum Bilden eines Folienschlauchs, wobei der Ringkanal in einer Extrusionsrichtung zur Ringschlitzdüse führt, wobei die Schichten des Folienschlauchs mit einem Verteilerplattenpaket erzeugt werden und Schmelze durch je einen Vorverteiler, eine Wendelschar und einen Verteilerplattenkanal geleitet wird, wobei in einer Verteilerstromrichtung die Vorverteilung über die Wendelschar und den Verteilerplattenkanal in den Ringkanal führt, wobei die Schmelze durch eine Wendelschar in einer Wendelkanalaustrittsrich- tung parallel zur Extrusionsrichtung in oder entgegen der Extrusionsrichtung geführt wird, wobei die Schmelze einer ersten Schicht in Bezug auf die Extrusionsrichtung des Blaskopfs zumindest zum Teil durch eine stromauf eines ersten Verteilerplatten- kanals angeordnete Wendelschar in der Extrusionsrichtung des Blaskopfs geführt wird, oder die Schmelze einer ersten Schicht in Bezug auf die Extrusionsrichtung des Blaskopfs zumindest zum Teil radial nach außen geführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelze einer zweiten Schicht in Bezug auf die Extrusionsrichtung des Blaskopfs zumindest zum Teil durch eine stromab eines zweiten Verteilerplattenkanals angeordnete Wendelschar entgegen der Extrusionsrichtung des Blaskopfs geführt wird.

Description:
MEH SCHICHTBLAS OPF FÜR EINE BLASFOLIENANLAGE, BLASFOLIENANLAGE SOWIE VERFAHREN ZUM BETREIBEN EINER BLASFOLIENANLAGE

Die Erfindung betrifft einen Mehrschichtblaskopf für eine Blasfolienanlage, eine Blasfolienanlage sowie ein Verfahren zum Betreiben einer Blasfolienanlage. Insbesondere betrifft die Erfindung einen Blaskopf für eine Blasfolienanlage, zum Formen eines mehrschichtigen ringförmigen Schmelzestroms in einem Ringkanal sowie zum Austretenlassen des Schmelzestroms aus einer Ringschlitzdüse zum Bilden eines Folien- schlauchs, eine Blasfolienanlage mit einem solchen Blaskopf sowie ein Verfahren zum Betreiben einer Blasfolienanlage zum Formen eines mehrschichtigen ringförmigen Schmelzestroms in einem Ringkanal sowie zum Austreten des Schmelzestroms aus einer Ringschlitzdüse zum Bilden eines Folienschlauchs.

Der Blaskopf als das Extrusionswerkzeug ist das„Herz" der Blasfolienextrusionsanlage. Die Aufgabe des Blaskopfs - unabhängig von seiner konkreten Bauform - ist die Ausformung der Schmelze von einem oder mehreren Schmelzestrang respektive Schmelze- strängen am Werkzeugeintritt hin zu einer gleichmäßigen, thermisch und mechanisch homogenen Schmelzeverteilung über dem ringspaltförmigen Austrittsquerschnitt stromabwärts am Werkzeugaustritt.

Die heute üblicherweise verwendeten Bauformen von Blasköpfen lassen sich in zwei Gruppen einteilen; nämlich zum Einen in die Gruppe der Axialwendelverteiler in zylind- rischer oder konischer Form und zum Anderen in die Gruppe der Radialwendelverteiler, auch Plattenwendelverteiler, Spiralverteiler oder Stack Die genannt, wobei es auch kombinierte Ausführungsformen gibt.

Allen Blasköpfen ist gemein, dass der vom Extruder angelieferte Schmelzestrom zunächst in mehrere Einzelströme aufgeteilt wird. Hierzu werden überwiegend stern- und

Bestätigungskopie| ringförmige Verteilersysteme eingesetzt. Die sogenannten Vorverteiler münden in wendeiförmige Kanäle, die entweder in einen Dorn (Wendelverteiler) oder eine Platte (Radialwendelverteiler) eingearbeitet sind und diesen respektive diese in Form eines Mehrfachgewindes umlaufen.

Der Bereich, in welchem ein rohrförmiger Kanal aus dem Vorverteiler in die korrespon- dierende Wendel oder Spirale mündet, wird als„Zwickelbereich" bezeichnet. Der Zwickelbereich, so wie er nach dem Stand der Technik ausgeführt wird, ist - beschrieben anhand eines Axialwendelverteilers mit vertikaler Achse - gekennzeichnet durch eine überwiegend horizontal verlaufende Kante zwischen dem Wendelkanal und dem zumeist glattem äußeren Werkzeugteil, die sich mit dem Wendelkanal hin bis zu der im Drehsinn des Wendelkanals gesehen ersten Überlappung mit dem gegen den Drehsinn des Wendelkanals benachbarten Wendelkanal erstreckt. Diese Kante bildet mit dem zumeist glatten äußeren Werkzeugteil im Querschnitt betrachtet eine Ecke. In dieser Ecke liegen deutlich geringere Wandschubspannungen vor, als in den runden Bereichen des Wendelkanals. Als Folge tritt in die- sem Bereich eine vergleichsweise lange Verweilzeit der Schmelze auf.

- und eine überwiegend vertikal verlaufende Kante, die sich am Beginn der Überlappung zwischen einem ersten und einem zweiten Wendelkanal, der im Drehsinn des ersten Wendelkanals gesehen, unmittelbar vor diesem liegt, in axialer Richtung erstreckt. Diese Kante bildet die Begrenzung des Fließkanals am Beginn des Stegs zwischen den beiden zuvor erwähnten Wendeln. Der Volumenstrom, der über diesen Steg zwischen den beiden Wendeln abströmt ist gering und wird im Bereich der Kante zusätzlich verzögert. Anders gesagt - ähnlich wie bei der horizontalen Kante - liegen im Bereich der vertikalen Kante deutlich geringere Wandschubspannungen vor, als in den übrigen Bereichen des Stegs zwischen den Wen- dein. Auch in diesem Bereich treten vergleichsweise lange Verweilzeiten der

Schmelze auf. Die geometrische Gestaltung des Zwickelbereichs nach dem Stand der Technik, insbesondere die der beiden Kanten, führen in Folge der Wandhaftung der Schmelze dort zu jeweils deutlich längeren Verweilzeiten und in Folge dessen zu einer inhomogenen Foli- enstruktur („Wendelstreifen",„Portlines"). Diese langen Verweilzeiten bedeuten darüber hinaus u. a. eine vergleichsweise lange Spülzeit bei Änderungen der Folienrezeptur, insbesondere bei Änderungen der Farbe.

Die EP 1 784 297 Bl schlägt vor, bei Mehrschichtblasköpfen mit Axialverteiler für Mehrschichtfolien, den Wendelverteiler des inneren Schmelzekanals auf die in Bezug auf die Mittelachse des Folienblaskopfs innenliegenden Begrenzungswand anzubringen und den in Bezug auf die Mittelachse des Folienblaskopfs außenliegenden Wendelverteiler auf die äußere Begrenzungswand anzuordnen.

Zur Vermeidung von Wendelstreifen werden häufig besondere Verläufe der Wendelkanalgeometrie im Zwickelbereich vorgeschlagen. Beispielhaft sei die DE 10 2010 023 302 AI derselben Anmelderin erwähnt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, dem Stand der Technik eine Verbesserung oder eine Alternative zur Verfügung zu stellen.

Nach einem ersten Aspekt der Erfindung löst die Aufgabe ein Blaskopf für eine Blasfolienanlage, zum Formen eines mehrschichtigen ringförmigen Schmelzestroms in einem Ringkanal mittels mehrerer in Richtung Ringkanal führender Wendelscharen, sowie zum Austretenlassen des Schmelzestroms aus einer Ringschlitzdüse zum Bilden eines Folien- schlauchs, wobei der Ringkanal in einer Extrusionsrichtung zur Ringschlitzdüse führt, mit einem Verteilerplattenpaket, welches einen Vorverteiler, eine Wendelschar und einen Verteilerplattenkanal formt, wobei in einer Verteilerstromrichtung die Vorverteilung über die Wendelschar und den Verteilerplattenkanal in den Ringkanal führt, wobei die Wendelschar eine Wendelkanalaustrittsrichtung aufweist, welche parallel zur Extrusionsrichtung in oder entgegen der Extrusionsrichtung liegt, wobei eine erste Wendelschar in Bezug auf die Extrusionsrichtung des Blaskopfs zumindest zum Teil stromauf eines ersten Verteilerplattenkanals angeordnet ist, wobei die Wendelkanalaustrittsrichtung dieses Teils in die Extrusionsrichtung weist, oder die Wendelkanalaustrittsrichtung einer ersten Wendelschar in Bezug auf die Extrusionsrichtung zumindest zum Teil radial nach außen zeigt, wobei eine zweite Wendelschar in Bezug auf die Extrusionsrichtung des Blaskopfs zumindest zum Teil stromab eines zweiten Verteilerplattenkanals angeordnet ist, wobei die Wendelkanalaustrittsrichtung dieses Teils gegen die Extrusionsrichtung weist. Begrifflich sei hierzu Folgendes erläutert:

Zunächst sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass im Rahmen der hier vorliegenden Patentanmeldung unbestimmte Artikel und Zahlenangaben wie„ein",„zwei" usw. im Regelfall als „mindestens"-Angaben zu verstehen sein sollen, also als „mindestens ein...",„mindestens zwei ..." usw., sofern sich nicht aus dem jeweiligen Kontext aus- drücklich ergibt oder es für den Fachmann offensichtlich oder technisch zwingend ist, dass dort nur„genau ein „genau zwei ..." usw. gemeint sein können oder sollen.

Ferner sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass im Rahmen der hier vorliegenden Patentanmeldung ein„Teil" von etwas so zu verstehen sein soll, dass es auch der ganze Teil von etwas sein kann. Ein„Schmelzestrom" ist ein Materiestrom eines aufgeschmolzenen thermoplastischen Kunststoffes. Ein Schmelzestrom kann einschichtig oder mehrschichtig sein. Ein filmför- miger Schmelzestrom wird auch als„Schmelzefilm" bezeichnet.

Ein„Ringkanal" ist ein ringförmiger Kanal im Inneren eines Blaskopfes einer Blasfolienanlage, der den Schmelzestrom einer Verteilerplatte nach dessen Mündung in den Ringkanal oder die Schmelzeströme mehrerer Verteilerplatten nach deren Mündungen in den Ringkanal sammelt und zur Ringschlitzdüse des Blaskopfes leitet. Der Schmelzestrom, welcher im Inneren des Ringkanals zur Ringschlitzdüse führt, kann ein- oder mehrschichtig sein. Ein Ringkanal kann radial betrachtet außerhalb einer Verteilerplatte, innerhalb einer Verteilerplatte oder sowohl außerhalb als auch innerhalb abweichender Ver- teilerplatten angeordnet sein. Eine„Wendel" ist eine Spirale. Man unterscheidet zwischen zylindrischen Spiralen, welche in axialer Richtung eines Zylinders oder in axialer Richtung eines spitzen Kegels verlaufen und auch als„Axialwendel" bezeichnet werden, sowie im Wesentlichen radial verlaufenden Spiralen, welche als„Radialwendel" bezeichnet werden. Wendel treten häufig in Scharen auf. Sofern Wendel in Scharen auftreten, spricht man auch von einer „Wendelschar", insbesondere von einer„Radialwendelschar" oder einer„Axialwendelschar".

Eine„Ringschlitzdüse" ist ein Bauteil oder auch eine Baugruppe, durch welche ein Schmelzestrom den Blaskopf der Blasfolienanlage verlässt. Eine Ringschlitzdüse kann segmentierte Stellglieder aufweisen, welche im Betrieb des Blaskopfs die Dicke des Schmelzestroms verstellbar machen.

Ein„Folienschlauch" ist ein schlauchförmig ausgebildeter Folienfilm aus Kunststoff, der einen Blaskopf einer Blasfolienanlage in Extrusionsrichtung verlässt.

Eine„Extrusionsrichtung" ist die Richtung, in der ein designierter Schmelzestrom die Ringschlitzdüse verlässt. Üblicherweise ist heutzutage eine Extrusionsrichtung vertikal entgegengesetzt zur Wirkungsrichtung der Schwerkraft orientiert.

Eine„Verteilerplatte", auch als„Platte" bezeichnet, ist ein Bauteil eines Blaskopfes einer Blasfolienanlage, welches durch seine Formgebung, insbesondere durch die Formgebung der Verteilerkanäle, einen designierten Schmelzestrom vom Verteilerplatteneintritt in „Verteilerstromrichtung" zum Verteilerplattenaustritt führt, wobei der Schmelzestrom über den Vorverteiler, einen Wendelverteiler und einen Verteilerkanal gelangt, wobei der designierte Schmelzestrom so verteilt wird, dass er die Verteilerplatte als weitgehend homogener, ununterbrochener Schmelzefilm verlässt.

Ein„Vorverteiler" ist eine Geometrie, die einen vom Extruder kommenden Schmelzes- trom vorverteilt, also in mehrere vereinzelte Schmelzeströme aufteilt. Der„Vorverteiler" kann insbesondere eine Fischschwanzverteilung eine Hirschgeweihverteilung, Bohrungen aus einem zentralen Bereich des Blaskopfs, eine abweichende Bauform oder eine kombinierte Bauform aufweisen.

Eine„Wendelverteilung" weist eine„Wendelschar" auf. Eine„Wendelschar" erstreckt sich derart, dass ein Schmelzestrom abgesehen von einer stets vorhandenen Umfangs- richtung vorzugsweise in radialer oder axialer Richtung verläuft.

Ein„axialer Wendel verteiler" kann insbesondere eine Wendel Verteilung mit einer Spiralwendelverteilung, mit einer abweichenden Bauform oder eine kombinierte Bauform aufweisen. Ein„Radialwendelverteiler" kann eine Radialwendelverteilung, eine Spiralwendelverteilung, eine Fischschwanzverteilung eine Hirschgeweihverteilung, eine abweichende Bauform oder eine kombinierte Bauform aufweisen.

Eine„Radialwendelverteilung" weist eine„Radialwendelschar" auf. Eine„Radialwendelschar" ist eine Wendelschar, die sich derart erstreckt, dass ein Schmelzestrom abgese- hen von einer stets vorhandenen Umfangsrichtung vorzugsweise in radialer Richtung verläuft.

Ein„Verteilerplattenkana ist ein Spalt zwischen einer Verteilerplatte und einem anderen Bauteil des Blaskopfes für eine Blasfolienanlage oder ein Spalt zwischen zwei Verteilerplatten, der dazu ausgebildet ist von einem designierten Schmelzestrom durchströmt zu werden. Am Ende des Verteilerplattenkanals verlässt ein designierter Schmelzestrom eine Verteilerplatte als homogener ununterbrochener Schmelzefilm. Der Verteilerplattenkanal wird aus der Wendelschar gespeist.

Die„Verteilerstromrichtung" ist eine fiktive Richtung. Ob jeder einzelne Partikel in der strömenden Schmelze tatsächlich exakt in der Verteilerstromrichtung strömen wird, ist sicherlich mehr als fraglich. Die Verteilerstromrichtung soll daher hier als rein geometrische, theoretische Richtung verstanden werden. Die Verteilerstromrichtung ist bei einem Plattenwendelverteiler vorwiegend radial ausgerichtet. Dabei kann die Verteilerstromrichtung nach außen oder nach innen zeigen.

Ein„Verteilerplattenpaket" ist eine Baugruppe eines Blaskopfes einer Blasfolienanlage, welche aus Verteilerplatten zusammengesetzt ist. Die Verteilerplatten eines Verteilerplattenpaketes können mit einem oder mehreren Schmelzezuläufen verbunden sein. Insbesondere können unterschiedliche Schmelzeströme an die einzelnen Verteilerplatten geleitet werden, sodass das Verteilerplattenpaket dazu eingerichtet ist, einen mehrschichtigen Folienfilm durch Übereinanderlegen mehrerer Schmelzefilme zu erzeugen. Die unter- schiedlichen Schmelzeschichten können, wenn die Verteilerplatten mit unterschiedlichen Verteilern verbunden sind, unterschiedliche Ausgangsmaterialien aufweisen, sodass das Verteilerplattenpaket dazu eingerichtet sein kann, einen mehrschichtigen Schmelzefilm zu erzeugen.

Ein„Verteilerplatteneintritt" ist diejenige Stelle, an welcher ein designierter Schmelzes- trom in die Verteilerplatte eintritt. Zumeist ist ein Verteilerplatteneintritt eine Bohrung. Ein Verteilerplatteneintritt kann jedoch auch abweichend ausgeführt sein.

Ein„Verteilerplattenaustritt" ist die Stelle, an der ein designierter Schmelzestrom die Verteilerplatte verlässt. Zumeist ist der Verteilerplattenaustritt so gestaltet, dass ein designierter Schmelzestrom die Verteilerplatte ringförmig radial verlässt. Eine„Wendelkanalaustrittsrichtung" ist die idealisierte Austrittsrichtung eines designierten Schmelzestroms aus einem Wendelkanal. Die Wendelkanalaustrittsrichtung verläuft immer parallel zur Extrusionsrichtung. Ob jeder einzelne Partikel in der strömenden Schmelze tatsächlich exakt in der Wendelkanalaustrittsrichtung strömen wird, ist sicherlich mehr als fraglich. Die Verteilerstromrichtung soll daher hier als rein geometrische, theoretische Richtung verstanden werden. Die Wendelkanalaustrittsrichtung kann in oder entgegen der Extrusionsrichtung orientiert sein. Unter„stromab" wird„in Richtung auf den Austritt des designierten Schmelzestroms aus der Ringschlitzdüse" verstanden. Befindet sich demnach im konkreten Fall ein erstes Objekt des Blaskopfs in Bezug auf die Extrusionsrichtung des Blaskopfs stromab von einem zweiten Objekt des Blaskopfs, so ist der auf die Extrusionsrichtung projizierte Abstand zwischen dem Austritt des designierten Schmelzestroms aus der Ringschlitzdüse und dem ersten Objekt kleiner als derjenige des zweiten Objekts.

Ein„Zwickelbereich" ist derjenige Bereich, in welchem der designierte Schmelzestrom durch die Auslässe des Vorverteilers in den Wendelverteiler einströmt. Der Stand der Technik sah vor, dass die Gegenseite einer Verteilerplatte eines Verteilerplattenpakets eine überwiegend ebene Geometrie aufwies, also keinen herausgearbeiteten Wendelverteiler.

Abweichend wird hier vorgeschlagen, ein Bauteil auf der Gegenseite einer Verteilerplatte eines Verteilerplattenpakets, insbesondere eine abweichende Verteilerplatte oder ein ab- weichendes Bauteil, für einen Wendelverteiler miteinzubeziehen, wobei ein Teil des Wendelverteilers aus der Gegenseite einer Verteilerplatte herausgearbeitet ist.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Wendelschar in Bezug auf die Extrusionsrichtung des Blaskopfs zumindest zum Teil stromab des Verteilerplattenkanals angeordnet, sodass die Wendelschar ihre Schicht des designierten Schmelzestroms gegen die Extrusionsrichtung auf den designierten Schmelzestrom im Verteilerplattenkanal auflegt.

So ist konkret unter anderem eine Ausführungsform denkbar, in der ein Verteilerplattenpaket derart gestaltet ist, dass verschiedene Schichten eines designierten Schmelzestroms aus verschiedenen Wendelkanalaustrittsrichtungen aufgelegt werden. Insbesondere sei auch an eine Ausführungsform gedacht, bei der die jeweils äußersten Schichten eines designierten Schmelzestroms jeweils von außen aufgelegt werden, also die Wendelkanalaustrittsrichtungen der für die äußersten Schichten des designierten Schmelzestroms verantwortlichen Wendelverteiler zumindest zum Teil in Richtung des designierten Schmelzestroms orientiert sind. Vorteilhaft kann hierdurch erreicht werden, dass bei geeigneten Betriebsparametern ein Auftreten von Wendelstreifen verhindert oder in seiner Ausprägung zumindest stark reduziert werden kann.

Bevorzugt ist die zweite Wendelschar in einer Volumenbetrachtung überwiegend, bevorzugt vollständig, in Bezug auf die Extrusionsrichtung stromab des Verteilerplattenkanals angeordnet. Begrifflich sei hierzu Folgendes erläutert:

Eine„Volumenbetrachtung" einer Ausprägung bezeichnet eine Prüfung einer Ausprägung nach dem Kriterium des Volumens.

Somit ist denkbar, dass sowohl die Verteilerplatte als auch die Gegenseite einer Verteilerplatte einen Teil der zweiten Wendelschar aufweisen kann. Bezugnehmend auf das insgesamt herausgearbeitete Volumen der zweiten Wendelschar ist dieses überwiegend, bevorzugt vollständig, in Bezug auf die Extrusionsrichtung des Blaskopfs stromab des Verteilerplattenkanals angeordnet.

Vorteilhaft kann hierdurch erreicht werden, dass bei geeigneten Betriebsparametern ein Auftreten von Wendelstreifen verhindert oder in seiner Ausprägung zumindest stark re- duziert werden kann.

Optional ist die zweite Wendelschar in einer Kanalverlaufstreckenbetrachtung überwiegend, bevorzugt vollständig, in Bezug auf die Extrusionsrichtung stromab des Verteilerplattenkanals angeordnet, also auf der Gegenseite einer Verteilerplatte.

Begrifflich sei hierzu Folgendes erläutert: Ein„Kanalverlaufstrecke" beschreibt die Strecke eines Verlaufs eines Kanals.

Eine„Kanalverlaufstreckenbetrachtung" einer Ausprägung bezeichnet eine Prüfung einer Ausprägung nach dem Kriterium der Kanalverlaufsstrecke. Somit ist konkret unter anderem denkbar, dass sowohl die Verteilerplatte als auch die Gegenseite einer Verteilerplatte einen Teil der zweiten Wendelschar aufweisen kann. Be- zugnehmend auf den Kanalstreckenverlauf der zweiten Wendelschar ist dieser überwiegend, bevorzugt vollständig, in Bezug auf die Extrusionsnchtung des Blaskopfs stromab des Verteilerplattenkanals, also auf der Gegenseite einer Verteilerplatte, angeordnet.

Vorteilhaft kann hierdurch erreicht werden, dass bei geeigneten Betriebsparametern ein Auftreten von Wendelstreifen verhindert oder in seiner Ausprägung zumindest stark re- duziert werden kann.

Bevorzugt liegt die zweite Wendelschar in einer Kanalverlaufstreckenbetrachtung zumindest ein letztes Drittel der Kanalverlaufstrecke stromabwärts des Verteilerplattenkanals, bevorzugt zumindest eine zweite Hälfte, insbesondere die gesamte Kanalverlaufstrecke.

Bei einer geeigneten Ausführung der Gestaltung ist denkbar, dass sowohl die Verteiler- platte als auch die Gegenseite einer Verteilerplatte einen Teil der zweiten Wendelschar aufweisen kann. Bezugnehmend auf Kanalstreckenverlauf der zweiten Wendelschar liegt dabei zumindest ein letztes Drittel der Kanalverlaufstrecke, bevorzugt zumindest eine zweite Hälfte der Kanalverlaufstrecke, insbesondere die gesamte Kanalverlaufstrecke in Bezug auf die Extrusionsrichtung des Blaskopfs stromabwärts des Verteilerplattenkanals, also auf der Gegenseite einer Verteilerplatte.

Vorteilhaft kann hierdurch erreicht werden, dass bei geeigneten Betriebsparametern ein Auftreten von Wendelstreifen verhindert oder in seiner Ausprägung zumindest stark reduziert werden kann.

Optional besteht das Verteilerplattenpaket aus in Extrusionsrichtung geschichteten Plat- ten, wobei jedenfalls die in Bezug auf die Extrusionsrichtung stromabwärtige Platte des Verteilerplattenpakets eine Wendelschar als Ausnehmungen aufweist.

Begrifflich sei hierzu Folgendes erläutert: Eine„Ausnehmung" bezeichnet eine lokale Vertiefung einer Bauteilgeometrie. Beispiele einer Ausnehmung sind die Geometrie eines Wendelverteilers oder die Geometrie eines Verteilerplattenkanals, welche aus einer Verteilerplatte herausgearbeitet sind.

Vorteilhaft kann hierdurch erreicht werden, dass bei geeigneten Betriebsparametern ein Auftreten von Wendelstreifen verhindert oder in seiner Ausprägung zumindest stark reduziert werden kann.

Optional besteht das Verteilerplattenpaket aus in Extrusionsrichtung geschichteten Plat- ten, wobei jedenfalls die in Bezug auf die Extrusionsrichtung stromabwärtige Platte des Verteilerplattenpakets die Wendelschar und den Verteilerplattenkanal als Ausnehmungen aufweist.

In einer geeigneten Gestaltungsform ist somit konkret unter anderem denkbar, dass sowohl die Wendelschar als auch der Verteilerplattenkanal in die Gegenseite einer Vertei- lerplatte eingearbeitet ist.

Vorteilhaft kann hierdurch erreicht werden, dass bei geeigneten Betriebsparametern ein Auftreten von Wendelstreifen verhindert oder in seiner Ausprägung zumindest stark reduziert werden kann.

Bevorzugt bildet die in Bezug auf die Extrusionsrichtung stromabwärtige Platte des Ver- teilerplattenpakets den zuäußerst legenden Kanal in Bezug zum Ringkanal.

So ist konkret unter anderem denkbar, dass auch das Gehäuse des Blaskopfs der Blasfolienanlage den zuäußerst legenden Kanal in Bezug zum Ringkanal bildet.

Vorteilhaft kann hierdurch erreicht werden, dass bei geeigneten Betriebsparametern ein Auftreten von Wendelstreifen verhindert oder in seiner Ausprägung zumindest stark re- duziert werden kann.

Optional weist der Blaskopf zusätzlich zum vorstehend beschriebenen Verteilerplatten- paket ein weiteres Verteilerplattenpaket auf. Damit wird es bei geeigneter Gestaltung ermöglicht mit unterschiedlichen Verteilerplattenpaketen unterschiedliche Schichtdicken des Schmelzestromes zu erreichen. So kann ein Verteilerplattenpaket speziell für eine gezielte Funktionsschicht in der designierten Folie ausgelegt sein.

Vorteilhaft kann hierdurch erreicht werden, dass die Ausprägung funktionaler Eigenschaften der Folie verbessert werden kann.

Bevorzugt weist der Blaskopf zusätzlich zum vorstehend beschriebenen Verteilerplatten- paket einen Axialwendelverteilerteil auf.

Begrifflich sei hierzu Folgendes erläutert:

Ein„Axialwendelverteiler" ist eine sich in axialer Richtung erstreckende Bauform einer Verteilung, insbesondere eine Axialverteilung, also eine Geometrie im inneren und/oder an der Oberfläche eines Dorns, die einen designierten Schmelzestrom so verteilt, dass er stromab des Dorns möglichst homogene Eigenschaften aufweist.

Ein„Axialwendelverteilerteil" ist ein Bauteil oder eine Baugruppe, die einen Axialwendelverteiler bildet.

So ist konkret unter anderem denkbar, den Schichtaufbau der designierten Folie mit unterschiedlichen Verteilern zu realisieren, wobei mindestens ein Radialwendelverteiler und ein Axialwendelverteiler kombiniert zum Einsatz kommen.

Vorteilhaft kann hierdurch erreicht werden, dass unterschiedliche Schichten der Folie mit der optimal geeigneten Verteilerart aufgebaut werden.

Weiterhin kann das Baukonzept eines gemischten Verteilers geometrische Vorteile mit sich bringen. So ist konkret denkbar, dass der notwendige Bauraum und/oder der notwen- dige Materialeinsatz für einen entsprechenden Blaskopf verkleinert werden kann. Optional liegt das zuvor beschriebene Verteilerplattenpaket in einer der vorbeschriebenen Ausführungsformen, welche auch eine aus den einzelnen beschriebenen Merkmalen kombinierte Ausführungsform sein kann, obenauf.

Vorteilhaft kann hierdurch erreicht werden, dass die Zugänglichkeit zu dem Verteilerpa- ket verbessert wird. Somit kann ein Wechsel oder eine Reparatur oder Wartungsarbeiten schneller durchgeführt werden.

Nach einem zweiten Aspekt der Erfindung löst die Aufgabe eine Blasfolienanlage mit einem Blaskopf nach einem ersten Aspekt der Erfindung.

Es versteht sich, dass sich die Vorteile eines Blaskopfes für eine Blasfolienanlage, zum Formen eines mehrschichtigen ringförmigen Schmelzestroms in einem Ringkanal mittels mehrerer in Richtung Ringkanal führender Wendelscharen, sowie zum Austretenlassen des Schmelzestroms aus einer Ringschlitzdüse zum Bilden eines Folienschlauchs, wobei der Ringkanal in einer Extrusionsrichtung zur Ringschlitzdüse führt, mit einem Verteilerplattenpaket, welches einen Vorverteiler, eine Wendelschar und einen Verteilerplat- tenkanal formt, wobei in einer Verteilerstromrichtung die Vorverteilung über die Wendelschar und den Verteilerplattenkanal in den Ringkanal führt, wobei die Wendelschar eine Wendelkanalaustrittsrichtung aufweist, welche parallel zur Extrusionsrichtung in o- der entgegen der Extrusionsrichtung liegt, wobei eine erste Wendelschar in Bezug auf die Extrusionsrichtung des Blaskopfs zumindest zum Teil stromauf eines ersten Verteiler- plattenkanals angeordnet ist, wobei die Wendelkanalaustrittsrichtung dieses Teils in die Extrusionsrichtung weist, oder die Wendelkanalaustrittsrichtung einer ersten Wendelschar in Bezug auf die Extrusionsrichtung zumindest zum Teil radial nach außen zeigt, wobei eine zweite Wendelschar in Bezug auf die Extrusionsrichtung des Blaskopfs zumindest zum Teil stromab eines zweiten Verteilerplattenkanals angeordnet ist, wobei die Wendelkanalaustrittsrichtung dieses Teils gegen die Extrusionsrichtung weist, wie vorstehend beschrieben unmittelbar auf eine Blasfolienanlage mit einem solchen Blaskopf erstrecken. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Gegenstand des zweiten Aspekts mit dem Gegenstand des vorstehenden Aspekts der Erfindung vorteilhaft kombinierbar ist. Nach einem dritten Aspekt der Erfindung löst die Aufgabe ein Verfahren zum Betreiben einer Blasfolienanlage zum Formen eines mehrschichtigen ringförmigen Schmelzestroms in einem Ringkanal mittels mehrerer in Richtung Ringkanal führender Wendelscharen, sowie zum Austreten des Schmelzestroms durch eine Ringschlitzdüse zum Bilden eines Folienschlauchs, wobei der Ringkanal in einer Extrusionsrichtung zur Ringschlitzdüse führt, wobei die Schichten des Folienschlauchs mit einem Verteilerplattenpaket erzeugt werden und Schmelze durch je einen Vorverteiler, eine Wendelschar und einen Verteilerplattenkanal geleitet wird, wobei in einer Verteilerstromrichtung die Vorverteilung über die Wendelschar und den Verteilerplattenkanal in den Ringkanal führt, wobei die Schmelze durch eine Wendelschar in einer Wendelkanalaustrittsrichtung parallel zur Extrusionsrichtung in oder entgegen der Extrusionsrichtung geführt wird, wobei die Schmelze einer ersten Schicht in Bezug auf die Extrusionsrichtung des Blaskopfs zumindest zum Teil durch eine stromauf eines ersten Verteilerplattenkanals angeordnete Wendelschar in der Extrusionsrichtung des Blaskopfs geführt wird, oder die Schmelze einer ersten Schicht in Bezug auf die Extrusionsrichtung des Blaskopfs zumindest zum Teil radial nach außen geführt wird, wobei die Schmelze einer zweiten Schicht in Bezug auf die Extrusionsrichtung des Blaskopfs zumindest zum Teil durch eine stromab eines zweiten Verteilerplattenkanals angeordnete Wendelschar entgegen der Extrusionsrichtung des Blaskopfs geführt wird.

Der Stand der Technik sah bislang vor, dass die Wendelschar ihre Schicht mit der Extru- sionsrichtung auf die Schmelze im Verteilerplattenkanal aufgelegt hat.

Abweichend wird hier vorgeschlagen, dass die Schmelze durch die Wendelschar in Bezug auf die Extrusionsrichtung des Blaskopfs zumindest zum Teil stromab des Verteilerplattenkanals geführt wird, sodass die Wendelschar ihre Schicht des Schmelzestroms gegen die Extrusionsrichtung auf die Schmelze im Verteilerplattenkanal auflegt. Vorteilhaft kann hierdurch erreicht werden, dass bei geeigneten Betriebsparametern ein Auftreten von Wendelstreifen verhindert oder in seiner Ausprägung zumindest stark reduziert werden kann.

Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Gegenstand des dritten Aspekts mit dem Gegenstand der vorstehenden Aspekte der Erfindung vorteilhaft kombinierbar ist, und zwar sowohl einzeln oder in beliebiger Kombination kumulativ.

Nachstehend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Dort zeigen

Fig. 1 schematisch in einem radialen Schnitt eine Hälfte eines Plattenverteilers mit Spiralwendelverteilern, bei welchen Schmelze außen in Wendelkanäle gespeist wird und ein ringförmiger Schmelzestrom erzeugt wird, und

Fig. 2 schematisch in einem radialen Schnitt eine Hälfte eines Blaskopfes aus zwei Verteilerplattenpaketen mit Spiralwendelverteilern, bei welchen Schmelze außen in Wendelkanäle gespeist wird und ein ringförmiger Schmelzestrom erzeugt wird.

Das Verteilerplattenpaket 1 in Figur 1 besteht im Wesentlichen aus einer ersten Vertei- lerplatte 2, einer zweiten Verteilerplatte 3 und einer Gegenplatte 4. Die Verteilerplatten 2, 3 liegen genau wie die Gegenplatte 4 horizontal.

In die Verteilerplatten 2, 3 sind Wendelscharen 5, 6 (exemplarisch gekennzeichnet) eingebracht.

Alle Kanten der Wendelscharen 5, 6 sowie die Kanten der Verteilerplatten 2, 3 und der Gegenplatte 4, welche mit dem designierten Schmelzestrom in Kontakt kommen, können hinsichtlich der Gefahr von Strömungsablösungen im Verteilerplattenpaket 1 abgerundet (nicht dargestellt) sein. Beim Verteilerplattenpaket 1 wird die Kunststoffschmelze im Betrieb ausgehend von Vorverteilerkanälen 7, 8 in Anfänge von Wendelscharen 9, 10 geleitet. In einer Vertei- lerstromrichtung 11, welche radial hin zu einer zentralen Achse 12 liegt, während die zentrale Achse 12 mit einer Extrusionsrichtung 13 parallel liegt, nimmt eine Kanaltiefe der Wendelscharen 5, 6 ab, wobei ein Verteilerplattenkanal 14, 15 im Verlauf der Verteilerstromrichtung 11 größer wird.

Eine Wendelkanalaustrittsrichtung 16 der designierten Schmelze der ersten Verteiler- platte 2 verläuft parallel zur Richtung und in der Richtung der Extrusionsrichtung 13, wobei die Wendelschar 5 der ersten Verteilerplatte 2 stromauf des Verteilerplattenkanals 14 liegt.

Eine Wendelkanalaustrittsrichtung 17 der designierten Schmelze der zweiten Verteilerplatte 3 verläuft parallel zur Richtung und entgegen der Richtung der Extrusionsrichtung 13, wobei die Wendelschar 6 der zweiten Verteilerplatte 3 stromab des Verteilerplattenkanals 15 liegt.

Ein Blaskopf 30 in Figur 2 besteht im Wesentlichen aus einem ersten Verteilerplattenpaket 31 und einem zweiten Verteilerplattenpaket 32, wobei die Verteilerplattenpakete horizontal verlaufen. Das erste Verteilerplattenpaket 31 besteht im Wesentlichen aus drei Verteilerplatten 33, 34, 35 und einer Gegenplatte 36.

Das zweite Verteilerplattenpaket 32 besteht ebenfalls im Wesentlichen aus drei Verteilerplatten 37, 38, 39 und einer Gegenplatte 40.

In die Verteilerplatten 33, 34, 35, 37, 38 sind Wendelscharen 41, 42, 43, 44, 45 (exemp- larisch gekennzeichnet) eingebracht.

In die Gegenplatte 40 sind ebenfalls Wendelscharen 46 (exemplarisch gekennzeichnet) eingebracht. Alle Kanten der Wendelscharen 41, 42, 43, 44, 45, 46 sowie die Kanten der Verteilerplatten 33, 34, 35, 37, 38, 38 und der Gegenplatten 36, 40, welche mit dem designierten Schmelzestrom in Kontakt kommen, sind hinsichtlich der Gefahr von Strömungsablösungen im Blaskopf 30 abgerundet (nicht dargestellt).

In einer Verteilerstromrichtung 47, welche radial hin zu einer zentralen Achse 48 liegt, während die zentrale Achse 48 mit einer Extrusionsrichtung 49 parallel liegt, nimmt eine Kanaltiefe der Wendelscharen 41, 42, 43, 44, 45, 46 ab, wobei ein Verteilerplattenkanal (schematisch angedeutet, nicht beziffert) im Verlauf der Verteilerstromrichtung 47 größer wird.

Die Verteilerplattenpakete 31, 32 werden im Betrieb mit Kunststoffschmelze ausgehend von Vorverteilerkanälen (nicht dargestellt) in den Verteilerplatten 33, 34, 35, 37, 38, 39 gespeist. Die designierte Kunststoffschmelze gelangt über die Anfänge der Wendelscha- ren (nicht dargestellt) in die Wendelscharen 41 , 42, 43, 44, 45, 46.

Eine Wendelkanalaustrittsrichtung 50 der designierten Schmelze der Verteilerplatten 33, 34, 35, 37, 38 verläuft parallel zur Richtung und in der Richtung der Extrusionsrichtung 49, wobei die Wendelscharen 41, 42, 43, 44, 45 (exemplarisch gekennzeichnet) der Ver- teilerplatten 33, 34, 35, 37, 38 stromauf der jeweiligen Verteilerplattenkanäle (schema- tisch angedeutet, nicht beziffert) liegen.

Eine Wendelkanalaustrittsrichtung 51 der designierten Schmelze der Verteilerplatte 39 über die Wendelschar 46 in der Gegenplatte 40 verläuft parallel zur Richtung und entgegen der Richtung der Extrusionsrichtung 49, wobei die Wendelschar 46 (exemplarisch gekennzeichnet) der Verteilerplatte 39 stromab des zugehörigen Verteilerplattenkanals 52 (schematisch angedeutet) liegt. Liste der verwendeten Bezugszeichen

1 Verteilerplattenpaket

2 Erste Verteilerplatte

3 Zweite Verteilerplatte

4 Gegenplatte

5 Wendelschar

6 Wendelschar

7 Vorverteilerkanal

8 Vorverteilerkanal

9 Anfang Wendelschar

10 Anfang Wendelschar

11 Verteilerstromrichtung

12 Achse

13 Extrusionsrichtung

14 Verteilerplattenkanal

15 Verteilerplattenkanal

16 Wendelkanalaustrittsnchtung

17 Wendelkanalaustrittsrichtung

30 Blaskopf

31 Erstes Verteilerplattenpaket

32 Zweites Verteilerplattenpaket

33 Verteilerplatte

34 Verteilerplatte

35 Verteilerplatte

36 Gegenplatte

37 Verteilerplatte

38 Verteilerplatte

39 Verteilerplatte

40 Gegenplatte

41 Wendelschar Wendelschar

Wendelschar

Wendelschar

Wendelschar

Wendelschar

Verteilerstromrichtung Achse

Extrusionsrichtung

Wendelkanalaustrittsrichtung Wendelkanalaustrittsrichtung Verteilerplattenkanal