Knauder, Josef (Flussgasse 6, Villach, A-9500, AT)
| 1. | Im Schleuderverfahren hergestelltes mehrschichtiges Kunststoffrohr mit mindestens einer Schicht aus einem mittels Licht gehärteten Harz. |
| 2. | Kunststoffrohr nach Anspruch 1, bei dem die mindestens eine Schicht mit einem Licht der Wellen länge 380 bis 1. 200 nm gehärtet ist. |
| 3. | Kunststoffrohr nach Anspruch 1, dessen äußere Umfangsschicht aus einem mittels Licht gehärteten Harz besteht. |
| 4. | Kunststoffrohr nach Anspruch 1, dessen innere Schicht aus einem mittels Licht gehärteten Harz besteht. |
| 5. | Kunststoffrohr nach Anspruch 3 oder 4, bei dem die innere Umfangsschicht, die äußere Umfangsschicht oder beide Schichten weniger als 10 Gew.% Füllstoff ent hält/enthalten. |
| 6. | Kunststoffrohr nach Anspruch 3 oder 4, bei dem die innere Umfangsschicht, die äußere Umfangsschicht oder beide Schichten weniger als 5 Gew.% Füllstoff ent hält/enthalten. |
| 7. | Kunststoffrohr nach Anspruch 3 oder 4, bei dem die innere Umfangsschicht, die äußere Umfangsschicht oder beide Schichten keine Füllstoffe enthält/enthalten. |
| 8. | Kunststoffohr nach Anspruch 1, bei dem das Harz aus einer polymerisierbaren ungesättigten Verbindung in Kombination mit einem Polymerisationsinitiator gebildet ist. |
| 9. | Kunststoffrohr nach Anspruch 1, bei dem die mittels Licht gehärtete Harzschicht eine Dicke < 4 mm auf weist. |
| 10. | Kunststoffrohr nach Anspruch 1, bei dem die mittels Licht gehärtete Harzschicht eine Dicke < 2 mm auf weist. |
Zwecks Bildung einzelner Schichten werden unterschied- liche Harzmischungen und/oder Füllstoffe einer rotieren- den Matrize zugeführt. Der Aufbau der einzelnen Schichten und ihre Stärke richtet sich nach dem jeweiligen Anwendungszweck. Obwohl die Aushärtung des verwendeten Harzes ein exothermer Vorgang ist, ist es notwendig, dem System Wärme zuzuführen, um die Aushärtungsreaktion mit dem Ziel einer Produktivitätserhöhung zu beschleunigen.
Gleichwohl kann es dabei zur Abdampfung von Monomeren aus der Harzmischung kommen.
Obwohl sich das vorbeschriebene Herstellungsverfahren und die danach hergestellten Rohre. beispielsweise in der Ab- wassertechnik nicht nur bewährt haben, sondern beispiels- weise'gegenüber Steinzeug-oder Betonrohren auch durchge- setzt haben, besteht das Bedürfnis, die Herstellungstech- nologie zu vereinfachen, etwaige Umweltbelastungen so gering wie möglich zu halten und die Kosten zu senken.
Zur Erreichung dieses Ziels sieht die Erfindung vor, auf die beschriebene Aushärtung des verwendeten Harzes durch Wärme zumindest teilweise zu verzichten und stattdessen ein Harz einzusetzen, welches durch Licht härtbar ist.
Solche, mittels Licht gehärteten Harze sind zwar grund- sätzlich bekannt, nicht jedoch für den hier gewählten Anwendungszweck.
Die Lichthärtung von Harzen kann sowohl mit ultra- violettem Licht als auch mit sichtbarem Licht oder Licht nahe dem Infrarotbereich erfolgen. Soweit die zu härtende Schicht aus einer mehr oder weniger reinen Harzmischung (zum Beispiel einer polymerisierbaren ungesättigten Ver- bindung in Kombination mit einem Polymerisations- initiator) besteht, kann die Härtung. sowohl mit Licht der Wellenlänge < = 380 nm (W-Bereich) erfolgen als auch mit Licht der Wellenlänge 380 bis 780 nm (sichtbares Licht) oder Licht der Wellenlänge 780 bis 1.200 nm (nahe Infra- rot).
Grundsätzlich gilt die Regel : je. länger die Wellenlänge, um so höher die Eindringtiefe". Daraus folgt, dass unter Verwendung von sichtbarem Licht oder Licht nahe dem infraroten Bereich auch Schichten ausgehärtet werden können, die Fremdstoffe enthalten, beispielsweise Füll- stoffe wie Calciumcarbonat.
Da die äußere Schicht eines Rohres in mehrfacher Hinsicht besonderen Anforderungen ausgesetzt ist (zum Beispiel bezüglich mechanischer Festigkeit, Lichteinfluß, Härte, Homogenität), sieht eine Ausführungsform der Erfindung vor, die äußere Umfangsschicht des Rohres aus einem mittels Licht gehärteten Harz auszubilden. Diese Schicht kann Füllstoffe enthalten, wobei nach verschiedenen Aus- führungsformen der Füllstoffgehalt < 10 beziehungsweise < 5 Gew.-% gewählt wird ; nach einer weiteren Ausführungs- form ist vorgesehen, eine füllstofffreie Harzschicht als äußere Umfangsschicht zu wählen. Diese kann besonders einfach und besonders schnell mittels Licht gehärtet werden, wenn sie beispielsweise aus einer polymerisier- baren ungesättigten Verbindung in Kombination mit einem Polymerisationsinitiator gebildet wird. Bei einer Schichtdicke von beispielsweise 2 bis 3 mm läßt sich bereits in weniger als 10 Minuten eine ausgehärtete Schicht bilden. Aufgrund der kurzen Aushärtezeit tritt eine Abdampfung von Monomeren, beispielsweise eine Styrol-Abdampfung, gar nicht oder in deutlich verringer- tem Umfang gegenüber dem Stand der Technik auf. Gleich- zeitig wird die Produktivität erhöht und Energie (zum Beispiel für das Aufheizen einer Aushärtungsflüssigkeit) gespart.
Kurzfristig kann der Aufbau weiterer Schichten folgen, und zwar entweder mit der gleichen Technologie (also durch Lichthärtung der verwendeten Harze) oder mittels der bekannten Verfahrenstechnik (mittels Wärme).
In gleicher Weise wie vorstehend beschrieben bietet es sich an, auch die innere Abdeckschicht des Rohres aus einer lichtgehärteten Harzschicht zu bilden, und zwar wiederum mit gegebenenfalls geringen Füllstoffanteilen wie beschrieben oder gar füllstofffrei. Dabei stellen sich die gleichen Vorteile ein wie vorstehend mit Bezug auf die äußere Umfangsschicht genannt.
Soweit zwischen innerer und äußerer Schicht konven- tionelle Harzmischungen verwendet werden, die mittels Wärme ausgehärtet werden (müssen), ist dies in Bezug auf eine Abdampfung von Monomeren dann unschädlich, wenn innere und äußere Schicht erfindungsgemäß ausgebildet sind, das heißt, bereits ausgehärtet sind und damit eine Abdampfung der Monomere verhindern.
Die Bestrahlung der innerhalb der Matrize aufgebrachten Schichten kann auf einfache Weise durch eine Lampe erfol- gen, die an der Lanze mitgeführt wird, über die die Roh- stoffe in die Matrize zugeführt werden. Eine solche Lampe kann zum Beispiel eine Metall-Halogenid-Lampe sein.
Bei der Herstellung von Trinkwasserrohren kommt es darauf an, dass das Rohr innenseitig eine Beschichtung aufweist, die jeglichen Austritt von Schadstoffen in das Trink- wasser verhindert. Dies-erfordert im Stand der Technik die Verwendung ausgewählter Reinharze (Polyesterharze) mit der entsprechenden Trinkwassertauglichkeit. Gerade diese Harze benötigen eine hohe Startertemperatur zur Aushärtung. Der erfindungsgemäße Vorschlag schafft auch hier erhebliche Vorteile, indem die Innenschicht aus einem Material gebildet wird, welches mittels Licht in sehr kurzer Zeit effektiv härtbar ist.
Wie bereits erwähnt, können geeignete Materialien aus einer polymerisierbaren ungesättigten Verbindung in Kom- bination mit einem Polymerisationsinitiator (Starter) gebildet werden. Bei den genannten polymerisierbaren ungesättigten Verbindungen kann es sich beispielsweise um eines der folgenden Harze handeln : ungesättigtes Polyesterharz, Vinylesterharz, Polyester-Acrylsäure-oder - Methacrylsäure-Kondensationsharz, ethylenisch unge- sättigte Gruppen enthaltendes Polyurethanharz, Phosphor enthaltendes Vinylesterharz etc. Der zu verwendende Poly- merisationsinitiator kann beispielsweise eine organische Borverbindung der Formel : sein, worin Rl, R2, R3 und R jeweils unabhängig eine, gegebenenfalls substituierte Alkyl-, Aryl-, Allyl-, Aralkyl-, Alkenyl-oder heterocyclische Gruppe sein kann oder ein Halogenatom und Zs ein Kation darstellt, wobei die Borverbindung eine saure Verbindung enthält. Diese saure Verbindung wiederum kann ein latentes Säureer- zeugungsmittel sein, das eine Säure durch Bestrahlung mit Licht und/oder durch Wärme bildet, beispielsweise eine organische Sulfoniumverbindung.
Wenngleich die lichtgehärtete Schicht innerhalb des ge- schleuderten Kunststoffrohres in der Regel eine maximale Dicke von 2 bis 3 mm aufweist, so sind durchaus, je nach Füllstoffgehalt, auch größere Schichtdicken (bis 10 mm oder darüber) möglich. Prinzipiell gilt die Regel : je reiner das Harz, um so dicker kann die Schicht ausge- bildet werden, um in einem zeitlich akzeptablen Rahmen ausschließlich mit Licht gehärtet zu werden. Dabei ist es möglich, parallel zur Lichthärtung weitere Härtungsver- fahren durchzuführen, beispielsweise mit Peroxid.
Ein erfindungsgemäßes Rohr weist mindestens eine licht- gehärtete Harzschicht auf, das heißt es können auch zwei oder mehr Schichten lichtgehärtet sein. Diese Schichten können nebeneinander liegen oder durch Zwischenschichten voneinander getrennt sein. Die weiteren Schichten können in ihrem Aufbau und ihrer Zusammensetzung denen gemäß Stand der Technik entsprechen. Beispielsweise können einzelne Schichten mehr oder weniger hohe Anteile an . Glasfasern aufweisen, andere Schichten mit Füllstoffen unterschiedlicher Proveniez angereichert sein, die wiederum von reinen Harzschichten oder Harz/Sand-Schich- ten voneinander getrennt sein können.
Ein weiterer Vorteil der Lichthärtung besteht darin, dass diese an der Oberfläche beginnt, wenn die äußere Schicht lichtgehärtet wird, während im Stand der Technik die Aus- härtung erst nach Aufbringung mehrerer Schichten mittels Wärme durchgeführt wird und dann von innen nach außen verläuft. Auch aus diesem Grund ist die Härtungszeit bei der Lichthärtung gegenüber der Wärmehärtung deutlich verringert.
Next Patent: METHOD FOR PRODUCING POLYURETHANE SANDWICH ELEMENTS
