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Title:
MULTI-LAYERED SHEET MATERIAL HAVING AT LEAST ONE WOVEN REINFORCEMENT FABRIC, TRANSITION ELEMENT HAVING SUCH A MULTI-LAYERED SHEET MATERIAL, AND VEHICLE, PASSENGER BOARDING BRIDGE, OR PASSENGER STAIRS HAVING SUCH A TRANSITION ELEMENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/146227
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a multi-layered sheet material (1), having a reinforcement (2), which has a polymer coating (3) at least on one side, preferably on both sides, the reinforcement (2) having at least one textile sheet material (6), preferably a woven reinforcement fabric (6a), the sheet material (6), in particular the woven reinforcement fabric (6a), having at least two areal regions (13a; 13b; 34a; 34b), which differ from each other in at least one mechanical property; to a transition element, in particular a transition bellows, for components, vehicles, building connections or passenger boarding bridges, or passenger stairs, having at least one such multi-layered sheet material. The invention further relates to a vehicle, to a building connection, and to a passenger boarding bridge or passenger stairs having such a transition element.

Inventors:
BUSCH, Thomas (Berliner Straße 8, Reinhardshagen, 34359, DE)
WIEGREFE, Andreas (Igelstück 1A, Petersberg, 36110, DE)
HÜBNER, Reinhard (Vor der Prinzenquelle 26, Kassel, 34130, DE)
Application Number:
EP2018/053229
Publication Date:
August 16, 2018
Filing Date:
February 08, 2018
Export Citation:
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Assignee:
HÜBNER GMBH CO. KG (Heinrich-Hertz-Straße 2, Kassel, 34123, DE)
International Classes:
B60D5/00; B61D17/22
Attorney, Agent or Firm:
DR. SOLF & ZAPF PATENT- UND RECHTSANWÄLTE (Candidplatz 15, München, 81543, DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Mehrschichtiges Flächengebilde (1 ) aufweisend einen Festigkeitsträger (2), der zumindest einseitig, vorzugsweise beidseitig, eine Polymer- beschichtung (3) aufweist, wobei der Festigkeitsträger (2) zumindest ein textiles Flächengebilde (6), bevorzugt ein Trägergewebe (6a), aufweist,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Flächengebilde (6), insbesondere das Trägergewebe (6a), mindestens zwei Flächenbereiche (13a;13b;34a;34b) aufweist, die sich in zumindest einer mechanischen Eigenschaft voneinander unterscheiden.

2. Flächengebilde (1 ) nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass

sich die Flächenbereiche (13a;13b;34a;34b) hinsichtlich zumindest einer mechanischen Festigkeitseigenschaft, bevorzugt in zumindest einer Flächenrichtung (4a;b) des mehrschichtigen Flächengebildes (1 ) hinsichtlich der Höchstzugkraft FH gemäß DIN EN ISO 13934-1 :2013 und/oder der Höchstzugkraft-Dehnung εΗ gemäß DIN EN ISO 13934- 1 :2013 und/oder des Verhältnisses von Zugkraft gemäß DIN EN ISO 13934-1 :2013 zu Dehnung gemäß DIN EN ISO 13934- 1 :2013, voneinander unterscheiden.

3. Flächengebilde (1 ) nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet, dass

es sich bei den Flächenbereichen (13a;13b;34a;34b) um zumindest einen Verstärkungsbereich (13a) und zumindest einen nicht verstärkten Bereich (13b) handelt, wobei der Verstärkungsbereich (13a) in zumindest einer Flächenrichtung (4a;b) des mehrschichtigen Flächengebildes (1 ) eine höhere Höchstzugkraft FH gemäß DIN EN ISO 13934- 1 :2013 und/oder eine höhere Höchstzugkraft-Dehnung εΗ gemäß DIN EN ISO 13934-1 :2013 und/oder ein größeres Verhältnis von Zugkraft gemäß DIN EN IS0 13934-1 :2013 zu Dehnung gemäß DIN EN ISO 13934-1 :2013, aufweist als der nicht verstärkte Bereich (13b).

4. Flächengebilde (1 ) nach Anspruch 3,

dadurch gekennzeichnet, dass

das textile Flächengebilde (6) ein textiles Grundflächengebilde (7) mit einer Grundbindung aus einem oder mehreren Grundfäden (8;9) aufweist, wobei das Grundflächengebilde (7) den oder die nicht verstärkten Bereiche (13b) bildet und wobei das textile Flächengebilde (6) in dem zumindest einen Verstärkungsbereich (13a) verstärkt ist durch zusätzlich zu den Grundfäden (8;9) vorhandene Zusatzfäden (14;15) und/oder andere Grundfäden und/oder eine sich von der Grundbindung unterscheidende Bindung.

5. Mehrschichtiges Flächengebilde (1 ), insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, aufweisend einen Festigkeitsträger (2), der zumindest einseitig, vorzugsweise beidseitig, eine Polymerbe- schichtung (3) aufweist, wobei der Festigkeitsträger (2) zumindest ein Trägergewebe (6a) aufweist,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Trägergewebe (6a) ein Grundgewebe (7) aus Grundkettfäden (8) und Grundschussfäden (9) sowie zumindest einen flächigen Verstärkungsbereich (13a) mit mehreren zusätzlichen Verstärkungskettfäden (14) und/oder mehreren zusätzlichen Verstärkungsschussfäden (15) aufweist, die mit dem Grundgewebe (7) verwoben sind.

6. Flächengebilde (1 ) nach einem der Ansprüche 3 bis 5,

dadurch gekennzeichnet, dass sich der Verstärkungsbereich (13a) flächenmäßig lediglich über einen Teilbereich der gesamten flächenmäßigen Erstreckung des textilen Flächengebildes (6), bevorzugt des Trägergewebes (6a), erstreckt.

Flächengebilde (1 ) nach Anspruch 5 oder 6,

dadurch gekennzeichnet, dass

sich der Verstärkungsbereich (13a) flächenmäßig über die gesamte Erstreckung des Trägergewebes (6a) in Kettrichtung (10) und nur über einen Teilbereich der Erstreckung des Trägergewebes (6a) in Schussrichtung (1 1 ) erstreckt oder dass sich der Verstärkungsbereich (13a) flächenmäßig über die gesamte Erstreckung des Trägergewebes (6a) in Schussrichtung (1 1 ) und nur über einen Teilbereich der Erstreckung des Trägergewebes (6a) in Kettrichtung (10) erstreckt.

Flächengebilde (1 ) nach einem der Ansprüche 5 bis 7,

dadurch gekennzeichnet, dass

sich der Verstärkungsbereich (13a) flächenmäßig nur über einen Teilbereich der Erstreckung des Trägergewebes (6a) in Kettrichtung (10) und nur über einen Teilbereich der Erstreckung des Trägergewebes (6a) in Schussrichtung (1 1 ) erstreckt.

Flächengebilde (1 ) nach einem der Ansprüche 5 bis 8,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Verstärkungsschussfäden (15) des sich nicht über die gesamte Erstreckung des Trägergewebes (6a) in Schussrichtung (1 1 ) erstreckenden Verstärkungsbereichs (13a) aus einzelnen, nicht miteinander verbundenen Schussfadenelementen (15a) bestehen, welche vorzugsweise mit dem Grundgewebe (7) fest verbunden, insbesondere verknüpft oder verwoben oder verklebt sind.

Flächengebilde (1 ) nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass

die Verstärkungsschussfäden (15) des sich nicht über die gesamte Er- streckung des Trägergewebes (6a) in Schussrichtung (1 1 ) erstreckenden Verstärkungsbereichs (13a) aus einem durchgehenden Zusatzschussfaden (16) bestehen, der über den gesamten Verstärkungsbereich (13a) hin- und her geführt wird, wobei vorzugsweise die beiden Enden des Zusatzschussfadens (16) mit dem Grundgewebe (7) fest verbunden, insbesondere verknüpft oder verklebt sind.

Flächengebilde (1 ) nach einem der Ansprüche 5 bis 10,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Verstärkungskettfäden (14) des sich nicht über die gesamte Erstre- ckung des Trägergewebes (6a) in Kettrichtung (10) erstreckenden Verstärkungsbereichs (13a) aus einzelnen, nicht miteinander verbundenen Kettfadenelementen (14a) bestehen, welche vorzugsweise mit dem Grundgewebe (7) fest verbunden, insbesondere verknüpft oder verklebt sind.

Flächengebilde (1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass

der Festigkeitsträger (2) aus dem textilen Flächengebilde (6), vorzugsweise aus dem Trägergewebe (6a), besteht.

Verwendung eines Flächengebildes (1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche als Balgwandung (21 ) eines Übergangsbalgs (22), insbesondere eines Übergangsbalgs (22) in Form eines Wellen- oder Faltenbalgs (28;29).

Insbesondere flächenförmiges oder im Querschnitt kästen- oder U- förmig umlaufendes Übergangselement (22) zum Schutz eines Übergangs (30) von zwei relativ zueinander beweglich miteinander verbun- denen Fahrzeugteilen (31 a;31 b) oder Bauteilen, insbesondere von zwei gelenkig miteinander verbundenen Fahrzeugteilen (31 a;31 b) oder Bauteilen, vor äußeren Einflüssen, wobei das Übergangselement (22) zumindest zwei zueinander beabstandete Spannelemente (23a-c) aufweist,

dadurch gekennzeichnet, dass

zwischen die mind. zwei Spannelemente (23a-c) ein Flächengebilde (1 ) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12 eingespannt ist.

Übergangselement (22) nach Anspruch 14,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Übergangselement (22) ein Übergangsbalg (22) ist, wobei der Übergangsbalg (22) zumindest zwei voneinander beabstandete Balgspannrahmen (23a-c) und eine Balgwandung (21 ) aufweist, die aus dem mehrschichtigen Flächengebilde (1 ) besteht.

Übergangselement (22) nach Anspruch 15,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Balgwandung (21 ) bei Normalstand der Fahrzeugteile zueinander keine Wellen oder Falten aufweist oder der Übergangsbalg (22) als Wellen- oder Faltenbalg (28;29) ausgebildet ist.

Fahrzeug (32), insbesondere Schienenfahrzeug oder Gelenkbus (33), aufweisend zumindest zwei an einem Übergang (30) relativ zueinander beweglich miteinander verbundene, bevorzugt miteinander gelenkig verbundene, Fahrzeugteile (31 a;31 b),

dadurch gekennzeichnet, dass

das Fahrzeug pro Übergang (30) zumindest ein den Übergang (30) schützendes Übergangselement (22), insbesondere einen Übergangsbalg (22), nach einem der Ansprüche 14 bis 16 aufweist. Fluggastbrücke oder -treppe,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Fluggastbrücke oder -treppe zumindest ein Übergangselement (22), vorzugsweise einen Übergangsbalg (22), nach einem der Ansprüche 14 bis 16 zum Schutz des Übergangs der Fluggastbrücke oder -treppe zum Flugzeug und/oder zum Terminal aufweist.

Gebäudeverbindung aufweisend zwei an einem Übergang miteinander verbundene Gebäudeteile,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Gebäudeverbindung zumindest ein Übergangselement (22), vorzugsweise einen Übergangsbalg (22), nach einem der Ansprüche 14 bis 16 zum Schutz des Übergangs der beiden Gebäudeteile aufweist.

Description:
Mehrschichtiges Flächengebilde aufweisend zumindest ein Trägergewebe, Übergangselement aufweisend ein derartiges mehrschichtiges Flächengebilde, sowie Fahrzeug, Fluggastbrücke oder -treppe mit einem derartigen Übergangselement

Die vorliegende Erfindung betrifft ein mehrschichtiges Flächengebilde, welches einen Festigkeitsträger aufweist, der zumindest einseitig, vorzugsweise beidseitig, mit einer Polymerschicht beschichtet ist, wobei der Festigkeitsträger zumindest ein textiles Flächengebilde bzw. ein flächiges Trägertextil, bevorzugt ein Trägergewebe, aufweist.

Die Erfindung betrifft ferner ein Übergangselement, insbesondere einen Übergangsbalg, für Bauteile, Fahrzeuge, Gebäudeverbindungen oder für Fluggastbrücken oder -treppen, aufweisend zumindest ein derartiges mehrschichtiges Flächengebilde, wobei das Übergangselement zum Schutz eines Übergangs von zwei relativ zueinander beweglich miteinander verbundenen Fahrzeugteilen oder Bauteilen oder von zwei Gebäudeteilen, insbesondere von zwei gelenkig miteinander verbundenen Fahrzeugteilen oder Bauteilen, vor äußeren Einflüssen dient.

Außerdem betrifft die Erfindung ein Fahrzeug, eine Gebäudeverbindung sowie eine Fluggastbrücke oder -treppe mit einem derartigen Übergangselement, insbesondere einem Übergangsbalg.

Es ist bekannt, als Übergangsschutz für den Übergang zwischen den einzelnen, gelenkig miteinander verbundenen Fahrzeugteilen eines Fahrzeuges, insbesondere eines Gelenkbusses oder eines Schienenfahrzeugs, oder als Übergangsschutz für Fluggastbrücken Übergangsbälge in Form von Faltenoder Wellenbälgen einzusetzen. Die Falten bzw. Wellen sorgen für die notwendige Dehnbarkeit in Fahrtrichtung, so dass Relativbewegungen der Fahrzeugteile bzw. der Fluggastbrückenelemente möglich sind. Die Falten- oder Wellenbälge weisen eine Balgwandung aus einem mehrschichtigen Flächengebilde mit mittigem Festigkeitsträger auf, wobei die Balgwandung zur Ausbil- dung der Wellen oder Falten in regelmäßigen Abständen in Balgrahmen eingespannt ist. Dazu sind die Balgrahmen im Querschnitt U-förmig ausgebildet, wobei die Balgwandung in die Öffnung der Balgrahmen eingeklemmt ist. Beispielsweise geht ein derartiger Faltenbalg aus der EP 0 698 514 B1 hervor. Das Einklemmen der Balgwandung ist aufwendig.

Die DE 10 2004 043 193 A1 offenbart ein ein- oder mehrlagiges, vorzugsweise zweilagiges Textil, wobei das Textil zu beiden Seiten mit einer flammfesten, elastischen Beschichtung versehen ist, wobei die mindestens eine Textillage eine Gitterstruktur aus hochtemperaturfestem und/oder flammfestem Material aufweist. Zudem ist die Gitterstruktur derart ausgebildet, dass sich unter Wärmeeinwirkung zwischen der Beschichtung und dem Textil Kanäle, vorzugsweise in zwei Raumrichtungen in Richtung auf die Zone höchster Wärme des ein- oder mehrlagigen Textils bilden, um die bei der Verbrennung des Textils entstehenden Gase in Richtung der Zone höchster Wärme abzuführen, wobei bei einem Gewebe die Gitterstruktur durch jeweils zueinander beabstandete gesonderte Kett- und/oder Schussfäden aus hochtemperaturfesten oder flammfesten Fäden hergestellt ist, die mit der textilen Lage in Verbindung steht.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein mehrschichtiges Flächengebilde für ein gattungsgemäßes Übergangselement bereit zu stellen, das einen Festigkeitsträger aufweist, der zumindest einseitig, vorzugsweise beidseitig, eine Polymerbeschichtung aufweist, wobei das Flächengebilde einfach und kostengünstig herstellbar ist und optimal an die mechanischen Anforderungen, insbesondere bezüglich der mechanischen Eigenschaften, insbesondere der Festigkeit, anpassbar ist.

Weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines Übergangselements, insbesondere eines Übergangsbalgs, zum Schutz eines Übergangs von zwei relativ zueinander beweglich miteinander verbundenen Fahrzeugteilen oder Bauteilen, insbesondere von zwei gelenkig miteinander verbundenen Fahrzeugteilen oder Bauteilen, vor äußeren Einflüssen, wobei das Übergangselement mindestens zwei zueinander beabstandete Spannelemente aufweist, zwischen die ein Flächengebilde als Übergangselementwandung eingespannt ist.

Weitere Aufgabe ist die Bereitstellung eines Fahrzeugs oder einer Fluggastbrücke- oder treppe mit einem derartigen Übergangselement.

Die Aufgaben werden durch ein mehrschichtiges Flächengebilde mit den Merkmalen von Anspruch 1 , ein Übergangselement mit den Merkmalen von Anspruch 14 ein Fahrzeug mit den Merkmalen von Anspruch 18, eine Fluggastbrücke oder -treppe mit den Merkmalen von Anspruch 19 und eine Gebäudeverbindung mit den Merkmalen von Anspruch 20 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den sich jeweils anschließenden Unteransprüchen gekennzeichnet.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer Zeichnung beispielhaft näher erläutert. Es zeigen:

Figur 1 : Stark vereinfacht und sehr schematisch eine querschnittsartige Ansicht eines erfindungsgemäßen Flächengebildes mit einem Trägergewebe mit Verstärkungskettfäden

Figur 2: Schematisch eine Draufsicht auf ein Trägergewebe des erfindungsgemäßen Flächengebildes gemäß einer ersten Ausführungsform mit Verstärkungskettfäden und Verstärkungsschussfäden

Figur 3: Schematisch eine Draufsicht auf ein Trägergewebe des erfindungsgemäßen Flächengebildes gemäß einer weiteren Ausführungsform nur mit Verstärkungsschussfäden

Figur 4: Schematisch eine Draufsicht auf ein Trägergewebe des erfindungsgemäßen Flächengebildes gemäß einer weiteren Ausführungsform nur mit Verstärkungsschussfäden

Figur 5: Schematisch eine perspektivische Ansicht eines Wellenbalges Figur 6: Schematisch eine Seitenansicht eines Übergangs von zwei Fahrzeugteilen mit einem Übergangsbalg in Form eines Faltenbalges

Das erfindungsgemäße mehrschichtige, flexible Flächengebilde 1 (Fig. 1 ) weist eine mittige, flächige Festigkeitsträgerschicht bzw. einen mittigen flächigen Festigkeitsträger 2 auf, der beidseitig eine äußere bzw. außenseitige Po- lymerbeschichtung 3 aufweist. Die Polymerbeschichtung 3 bildet jeweils die Außenseite des mehrschichtigen Flächengebildes 1 .

Das mehrschichtige Flächengebilde 1 weist zudem eine erste Raumrichtung bzw. Flächenrichtung 4a sowie eine dazu senkrechte zweite Raumrichtung bzw. Flächenrichtung 4b auf. Bzw. das mehrschichtige Flächengebilde 1 weist eine flächenmäßige Erstreckung in die erste und zweite Flächenrichtung 4a;b auf. Zudem weist das Flächengebilde 1 eine Dickenrichtung bzw. Höhenrichtung 4c auf, welche senkrecht zu den beiden Flächenrichtungen 4a;b ist. Der flächige Festigkeitsträger 2 weist folglich ebenfalls eine flächenmäßige Erstreckung in die erste und zweite Flächenrichtung 4a;4b sowie eine höhenmäßige bzw. dickenmäßige Erstreckung in die Dickenrichtung 4c auf.

Die Polymerbeschichtung 3 besteht aus einer Polymermatrix 5, in welche vorzugsweise Füllstoffe, insbesondere flammhemmende Füllstoffe, eingebettet sind. Die Polymermatrix 5 besteht insbesondere aus einem Polymerwerkstoff bzw. Polymer gemäß DIN 7724-1993-04. Vorzugsweise besteht die Polymermatrix 5 aus einem Elastomer gemäß DIN 7724-1993-04. Elastomere sind demnach formfeste, aber elastisch verformbare Polymere, deren Glasübergangspunkt sich unterhalb der Einsatztemperatur befindet. Die Elastomere können sich bei Zug- und Druckbelastung elastisch verformen, finden aber danach wieder in ihre ursprüngliche, unverformte Gestalt zurück. Die Polymermatrix 5 besteht bevorzugt aus vulkanisiertem Kautschuk (Gummi), insbesondere aus vulkanisiertem Silikonkautschuk (Silikongummi) oder vulkanisiertem Naturkautschuk (Naturgummi), oder aus CSM (chlorsulfoniertes Polyethylen) oder EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) oder EVA (Ethylve- nylacetat) oder PVC (Polyvinylchlorid) oder aus PU (Polyurethan) oder deren Gemische.

Der Festigkeitsträger 2 weist ein erfindungsgemäßes textiles Flächengebilde bzw. einen textilen, flächigen Träger 6 auf, das bzw. der mindestens zwei Flächenbereiche 34a;34b aufweist, wobei sich die beiden Flächenbereichen 34a;34b zumindest in einer mechanischen Eigenschaft voneinander unterscheiden. Vorzugsweise unterscheiden sich die beiden Flächenbereiche 34a;34b hinsichtlich zumindest einer mechanischen Festigkeitseigenschaft. Besonders bevorzugt unterscheiden sich die beiden Flächenbereiche 34a;34b in zumindest einer Flächenrichtung 4a;b hinsichtlich der Höchstzugkraft F H gemäß DIN EN ISO 13934-1 :2013 und/oder der Höchstzugkraft-Dehnung ε Η gemäß DIN EN ISO 13934-1 :2013 und/oder des Verhältnisses von Zugkraft gemäß DIN EN ISO 13934-1 :2013 zu Dehnung gemäß DIN EN ISO 13934- 1 :2013.

Die Flächenbereiche 34a;34b weisen eine flächige Erstreckung in die Flächenrichtungen 4a;b des mehrschichtigen Flächengebildes 1 bzw. des textilen Flächengebildes 6 auf. Es handelt sich somit um zweidimensionale Gebilde bzw. die Flächenbereiche 34a;34b weisen eine zweidimensionale Erstreckung auf. Ein einzelner Faden, der sich von den anderen Fäden des textilen Flächengebildes unterscheidet, bildet noch keinen Flächenbereich im Sinne der Erfindung. Dieser ist lediglich ein eindimensionales textiles Gebilde.

Vorzugsweise handelt es sich bei dem textilen Flächengebilde 6 um ein Trägergewebe 6a (Fig. 1 -4). Das Trägergewebe 6a weist ein Grundgewebe 7 aus sich in die erste Flächenrichtung 4a erstreckenden Grundkettfäden 8 und die Grundkettfäden 8 kreuzende, sich parallel zur zweiten Flächenrichtung 4b erstreckenden Grundschussfäden 9 auf. Die erste Flächenrichtung 4a entspricht somit einer Kettrichtung 10 und die zweite Flächenrichtung 4b entspricht somit einer Schussrichtung 1 1 des Trägergewebes 6a. Zudem weist das Trägergewebe 6a eine Gewebeoberseite 12a und eine Gewebeunterseite 12b auf. Zudem weist das Trägergewebe 6a erfindungsgemäß zumindest einen, vorzugsweise mehrere, flächige Verstärkungsbereiche 13a auf (Fig. 2-4), die sich flächenmäßig lediglich über einen Teilbereich der gesamten flächenmäßigen Erstreckung des Trägergewebes 6a erstrecken.

Gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung weist das Trägergewebe 6a im Bereich der Verstärkungsbereiche 13a mehrere zusätzliche Verstärkungskettfäden 14 und/oder Verstärkungsschussfäden 15 auf, die zusätzlich zu den Grundkettfäden 8 bzw. Grundschussfäden 9 in das Grundgewebe 7 eingewoben bzw. mit diesem verwoben sind. Zusätzlich meint, dass die Verstärkungskettfäden 14 bzw. Verstärkungsschussfäden 15 nicht anstelle der Grundkettfäden 8 bzw. der Grundschussfäden 9 vorhanden sind, sondern zusätzlich zu diesen. Die Kettfadendichte bzw. die Schussfadendichte des Trägergewebes 6a ist also in den Verstärkungsbereichen 13a höher als in den nicht verstärkten Bereichen.

Die Verstärkungsbereiche 13a können sich z.B. über die gesamte Erstreckung des Trägergewebes 6a in Kettrichtung oder Schussrichtung 1 1 (Fig. 4) oder nur über einen Teilbereich der Erstreckung des Trägergewebes 6a in Kettrichtung 10 und Schussrichtung 1 1 (Fig. 2 und 3) erstrecken.

Erstreckt sich der Verstärkungsbereich 13a lediglich über einen Teil der Breite des Trägergewebes 6a in Schussrichtung 1 1 , erstrecken sich auch die Verstärkungsschussfäden 15 des Verstärkungsbereichs 13a lediglich über einen Teil der Breite des Trägergewebes 6a in Schussrichtung 1 1 . Dabei können die Verstärkungsschussfäden 15 eines Verstärkungsbereichs 13a aus einzelnen, nicht miteinander verbundenen Schussfadenelementen 15a bestehen (Lance decoupe) (Fig. 2). Bei der Herstellung werden die einzelnen Schussfadenelemente 15 nach dem Verweben mit dem Grundgewebe 7 abgeschnitten. Vorzugsweise werden sie danach mit dem Grundgewebe 7 fest verbunden, insbesondere verknüpft oder verklebt. Dadurch wird verhindert, dass die Schussfadenelemente 15 aus dem Grundgewebe 7 heraus gezogen werden können. Die Verstärkungskettfäden 14 eines Verstärkungsbereichs 13a bestehen ebenfalls aus einzelnen, nicht miteinander verbundenen Kettfadenelementen 14a (Fig. 2), die ebenfalls nach dem Verweben mit dem Grundgewebe 7 abgeschnitten werden. Auch die Kettfadenelementen 14a werden vorzugsweise danach mit dem Grundgewebe 7 fest verbunden, insbesondere verknüpft oder verklebt um zu verhindern, dass die Kettfadenelemente 14a aus dem Grundgewebe 7 heraus gezogen werden.

Alternativ dazu bestehen die Verstärkungsschussfäden 15 eines sich nicht über die gesamte Breite in Schussrichtung 1 1 erstreckenden Verstärkungsbereichs 13a aus einem durchgehenden Zusatzschussfaden 16, der über den gesamten Verstärkungsbereich 13a hin- und her geführt wird (Broche) (Fig. 3). Die beiden Enden des Zusatzschussfadens 16 werden vorzugsweise ebenfalls mit dem Grundgewebe 7 fest verbunden, insbesondere verknüpft oder verklebt. Oder der Zusatzschussfaden 16 führt zum nächsten Verstärkungsbereich 13a (nicht dargestellt). Der durchgehende Zusatzschussfaden 16 gewährleistet eine sehr feste Einbindung der Verstärkungsschussfäden 14 in das Grundgewebe 7.

Erstreckt sich der Verstärkungsbereich 13a über die gesamte Erstreckung des Trägergewebes 6a in Kettrichtung 10 (nicht dargestellt) oder in Schussrichtung 1 1 (Fig. 4), erstrecken sich auch die Verstärkungskettfäden 14 oder die Verstärkungsschussfäden 15 über die gesamte Erstreckung des Trägergewebes 6a in Kettrichtung 10 oder in Schussrichtung 1 1 (Lance). Die jeweils anderen Verstärkungsfäden 14;15 des Verstärkungsbereichs 13a erstrecken sich aber nur über einen Teil der Erstreckung des Trägergewebes 6a in Kettrichtung 10 oder Schussrichtung. Der Verstärkungsbereich 13a ist dann streifenförmig.

Bei den Kett- und Schussfäden 8;9;14;15 handelt es sich jeweils um Mono- filamentfäden oder Multifilamentfäden. Monofilamentfäden bestehen jeweils aus einem einzigen Monofilament. Multifilamentfäden bestehen aus mehreren Monofilamenten. Die Monofilamente können jeweils einstückig (monolithisch) ausgebildet sein oder eine Kern-/Mantelstruktur aufweisen. Dabei kann ein Multifilamentfaden unterschiedliche Monofilamente, z.B. aus unterschiedlichen Materialien, aufweisen.

Dabei sind die Grundkettfäden 8 und die Grundschussfäden 9 vorzugsweise gummielastisch ausgebildet. Das Trägergewebe 6a ist dadurch zumindest in nicht verstärkten Bereichen 13b in Kettrichtung 10 und in Schussrichtung 1 1 elastisch ausgebildet. Gummielastisch bedeutet, dass die Grundkettfäden 8 und die Grundschussfäden 9 elastisch reversibel verformbar sind. Das heißt, sie können sich bei Zug- und Druckbelastung elastisch verformen, finden aber danach wieder in ihre ursprüngliche, unverformte Gestalt zurück. Vorzugsweise bestehen die Grundkettfäden 8 und die Grundschussfäden 9 aus einem Polymer, bevorzugt aus Silikonkautschuk oder Naturgummi oder Aramid oder einem anderen Kunststoff, z. B. auf Basis von Polyurethan.

Die Verstärkungskettfäden 14 und/oder Verstärkungsschussfäden 15 dienen erfindungsgemäß zur Erhöhung der Höchstzugkraft F H [N] gemäß DIN EN ISO 13934-1 :2013 und/oder zur Verringerung der maximalen Dehnung (=Höchstzugkraft-Dehnung ε Η [%] gemäß DIN EN ISO 13934-1 :2013) des Trägergewebes 6a in den Verstärkungsbereichen 13a in Kettrichtung 10 und/oder Schussrichtung 1 1 . Das Trägergewebe 6a und das Flächengebilde 1 weisen in den Verstärkungsbereichen 13a somit in Kettrichtung 10 und/oder Schussrichtung 1 1 eine höhere Höchstzugkraft gemäß DIN EN ISO 13934- 1 :2013 als in den nicht verstärkten Bereichen 13b auf.

Zudem ist die Höchstzugkraft-Dehnung gemäß DIN EN ISO 13934-1 :2013 des Trägergewebes 6a und des Flächengebildes 1 in Kettrichtung 10 und/oder Schussrichtung 1 1 in den Verstärkungsbereichen 13a jeweils geringer als in den nicht verstärkten Bereichen 13b.

Außerdem ist das Verhältnis von Zugkraft gemäß DIN EN ISO 13934-1 :2013 zu Dehnung gemäß DIN EN ISO 13934-1 :2013 des Trägergewebes 6a und des Flächengebildes 1 in Kettrichtung 10 und/oder Schussrichtung 1 1 in den Verstärkungsbereichen 13a jeweils höher als in den nicht verstärkten Bereichen 13b.

Die Verstärkungskettfäden 14 und die Verstärkungsschussfäden 15 weisen vorzugsweise eine höhere Zugfestigkeit bzw. Höchstzugkraft und eine geringere Höchstzugkraft-Dehnung als die Grundkettfäden 8 bzw. die Grundschussfäden 9 auf. Sie können aber auch die gleiche Höchstzugkraft oder eine geringere Höchstzugkraft aufweisen.

Vorteil der erfindungsgemäßen Verstärkungsbereiche 13a ist, dass sie gezielt dort vorgesehen werden können, wo das Trägergewebe 6a bei der jeweiligen Verwendung stärker belastet wird bzw. wo eine höhere Festigkeit bzw. Steifigkeit erforderlich ist, worauf weiter unten noch näher eingegangen wird.

Vorzugsweise ist das Trägergewebe 6a zudem derart ausgebildet, dass es zumindest einen Kanal bzw. eine Gasse bzw. eine Durchführung 17 aufweist, der bzw. die sich senkrecht zur Höhenrichtung 4c bzw. in zumindest eine der beiden Flächenrichtungen 4a;b durch das Trägergewebe 6a durch erstreckt. Vorzugsweise weist das Trägergewebe 6a mehrere Kanäle 17 auf. Die Kanäle 17 weisen zumindest ein, vorzugsweise zwei, Kanalenden auf, an denen sie jeweils an die Umgebung münden.

Die Kanäle 17 werden durch entsprechende Bindung bzw. Verwebung der Kett- und/oder Schussfäden 8;9;14;15 erzeugt. Insbesondere sind die Kett- und Schussfäden 8;9;14;15 derart miteinander verwebt, dass das Trägergewebe 6a sowohl einlagige Gewebebereiche 18 als auch zumindest einen zumindest zweilagigen Gewebebereich 19 mit zumindest zwei Gewebelagen 20a;b aufweist, die nicht miteinander verbunden sind, so dass zwischen den Gewebelagen 20a;b jeweils der Kanal 17 ausgebildet wird. Die Gewebelagen 20a;b sind in Höhenrichtung 4c zueinander benachbart bzw. fluchtend angeordnet. Dabei sind die Kett- und Schussfäden 8;9;14;15 der ersten Gewebelage 20a nicht mit den Kett- und Schussfäden 8;9;14;15 der zweiten Gewebelage 20b verwebt. Im Einzelnen wird bezüglich der Ausbildung der Kanäle 17 auf die nachveröffentlichte deutsche Patentanmeldung DE 10 2016 109 070 der Anmelderin verwiesen, deren Offenbarungsgehalt hiermit vollumfänglich einbezogen wird.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind die Verstärkungsbereiche 13 dadurch realisiert, dass sich die Grundkettfäden 8 und/oder die Grundschussfäden 9 der Verstärkungsbereiche 13a von den Grundkettfäden 8 und/oder die Grundschussfäden 9 der nicht verstärkten Bereiche 13b hinsichtlich zumindest einer mechanischen Eigenschaften unterscheiden. Auch dadurch werden unterschiedliche mechanische Eigenschaften erzeugt. Beispielsweise unterscheiden sich die Grundkettfäden 8 und/oder die Grundschussfäden 9 voneinander hinsichtlich zumindest einer mechanischen Festigkeitseigenschaft, bevorzugt hinsichtlich der Höchstzugkraftdehnung in Anlehnung an DIN EN ISO 2062:2010-04 und/oder der Höchstzugkraft gemäß DIN EN ISO 2062:2010-04. Die Grundkettfäden 8 und/oder die Grundschussfäden 9 der Verstärkungsbereiche 13a und der nicht verstärkten Bereiche 13b können dabei aus den gleichen oder anderen Materialien bestehen und/oder dicker oder dünner ausgebildet sein.

Selbstverständlich können die Verstärkungsbereiche 13a auch sowohl durch Verstärkungsfäden 14 gemäß der ersten Ausführungsform als auch durch andere Grundfäden 8;9 gemäß der zweiten Ausführungsform gebildet sein.

Alternativ dazu können die Verstärkungsbereiche 13 auch durch eine andere Bindungsart als die Grundbindung realisiert werden.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung (nicht dargestellt) handelt es sich bei dem textilen Flächengebilde 6 um ein Gestricke oder ein Gewirke oder einen Vliesstoff mit zumindest zwei sich hinsichtlich zumindest einer mechanischen Eigenschaft unterscheidenden Flächenbereichen. Vorzugsweise weist das jeweilige textile Flächgengebilde 6 analog zu dem Trägergewebe 6a jeweils ein textiles Grundflächengebilde, bevorzugt ein Grundgewirke bzw. Grundgestricke oder einen Grundvliesstoff, mit einer Grundbin- dung aus einem oder mehreren Grundfäden auf und ist, wie das Trägergewebe 6a, in Verstärkungsbereichen verstärkt durch zusätzliche Fäden und/oder andere Fäden und/oder andere Fadendichten.

Alternativ oder zusätzlich dazu werden die unterschiedlichen Flächenbereiche zumindest teilweise durch unterschiedliche Grundfäden und/oder andere Bindungsarten gebildet.

Wie bereits erläutert, wird das erfindungsgemäße Flächengebilde 1 vorzugsweise als Balgwandung 21 eines Übergangsbalg 22 verwendet (Fig. 5 und 6). Der Übergangsbalg 22 weist eine Balglängsrichtung 22a sowie eine dazu senkrechte Balgumfangsrichtung 22b auf. Zudem weist der Übergangsbalg 22 mehrere, in Balglängsrichtung 22a voneinander beabstandete, umlaufende, Balgspannrahmen 23a-c sowie die zwischen die Balgspannrahmen 23a-c eingespannte Balgwandung 21 auf. Die Balgwandung 21 umgibt einen tunnelartigen bzw. kanalartigen Balginnenraum.

Zudem sind Balgspannrahmen 23a-c sind vorzugsweise jeweils rechteckig ausgebildet. Infolgedessen weist der Übergangsbalg 22 vorzugsweise einen rechteckigen Querschnitt auf bzw. ist kastenförmig ausgebildet. Zudem weist die Balgwandung 21 einen, bevorzugt horizontalen, Balgboden 24, ein, bevorzugt horizontales, Balgdach 25, und zwei, bevorzugt vertikale, Balgseitenwände 26 auf. Der Balgboden 24 und das Balgdach 25 gehen jeweils über Eckbereiche 27 in die Balgseitenwände 26 über.

Der Übergangsbalg 22 kann aber auch einen anderen, z.B. einen kreisrunden, Querschnitt aufweisen (nicht dargestellt).

Bei dem Übergangsbalg 22 handelt es sich vorzugsweise um einen Wellenbalg 27 (Fig. 5) oder einen Faltenbalg 28 (Fig. 6). Im Fall des Wellenbalgs 27 ist die Balgwandung 21 in an sich bekannter Weise derart eingespannt, dass die Balgwandung 21 im unbelasteten bzw. ungedehnten Zustand des Wellenbalgs 27 zwischen den Balgrahmen 23a-c 23a-c Wellen gebildet werden. Der Faltenbalg 28 weist in an sich bekannter Weise abwechselnd innere und äußere Faltenkanten auf, wobei die Balgwandung 21 an den Faltenkanten jeweils in einen Balgrahmen 23a-c eingespannt ist.

Wie bereits in der DE 10 2016 109 070 beschrieben, dienen die Kanäle 17 zur Aufnahme der Balgrahmen 23a-c. Das heißt, die Balgrahmen 23a-c sind in den Kanälen 17 angeordnet bzw. in diese eingeschoben. Dadurch wird die Balgwandung 21 auf die Balgrahmen 23a-c aufgespannt bzw. zwischen diese eingespannt. Die Kanäle 17 erstrecken sich dazu beispielsweise in Balgum- fangsrichtung 22b.

Die Balgwandung 21 weist in den Eckbereichen 27 zudem mehrere erfindungsgemäße Verstärkungsbereiche 13a auf. Die streifenförmigen Verstärkungsbereiche 13a weisen eine Längserstreckung in Balgumfangsrichtung 22b auf. Sie dienen zur Verstärkung der Eckbereiche 27. Die Eckbereiche 17 sind am weitesten von den Bewegungsachsen entfernt, so dass hier die größten Kräfte und Bewegungen auftreten. Infolgedessen sind die Verstärkungsbereiche 13a in den Eckbereichen 17 vorteilhaft. Ein weiterer Grund ist die Formgebung der Eckbereiche 17, damit diese beim Zusammenfahren der Ecken sauber geformt werden.

Des Weiteren weisen vorzugsweise auch die beiden Gewebelagen 20a:b an ihren beiden Endbereichen, also dort, wo sie wieder zusammengeführt werden, jeweils einen Verstärkungsbereich 13a (Fig. 1 ) auf. Dies dient dazu, die zweilagigen Bereiche seitlich zu verstärken, sodass diese entsprechende mechanische Lasten aufnehmen können.

Der erfindungsgemäße Übergangsbalg 22 wird vorzugsweise für einen Übergang 30 verwendet, an dem zwei Fahrzeugteile 31 a;b eines Fahrzeugs 32 relativ zueinander beweglich, insbesondere, gelenkig miteinander verbunden sind, um den Übergang 30 vor Wetter und Zugluft zu schützen. Bei dem Fahrzeug 32 handelt es sich vorzugsweise um einen Gelenkbus 33 oder ein Schienenfahrzeug, insbesondere einen Reisezug, eine Straßenbahn, eine Metro oder U-Bahn. Die beiden Fahrzeugteile 31 a;b sind insbesondere um eine vertikale Drehachse relativ zueinander verdrehbar und/oder in Fahrtrichtung relativ zueinander verschieblich und/oder quer zur Fahrtrichtung verschieblich und/oder um eine Längsachse des Fahrzeugs (Wanken) drehbar miteinander verbunden.

Bei dem Übergangsbalg 22 kann es sich zudem auch um einen Übergangsbalg 22 zum Schutz des Übergangs einer Fluggastbrücke oder -treppe zum Flugzeug und/oder zum Terminal handeln.

Oder es kann sich um einen Übergangsbalg 22 zum Schutz des Übergangs zwischen zwei Gebäudeteilen, beispielsweise zum Schutz des Übergangs zwischen einer Brücke und einem Gebäudeabschnitt, handeln.

Gleichermaßen kann der Übergangsbalg 22 aus mehreren flächigen Balgelementen (nicht dargestellt) ausgebildet sein, welche jeweils zwei gerade Spannrahmenelemente aufweisen, zwischen denen ein erfindungsgemäßes Flächengebilde 1 eingespannt ist.

Auch kann das erfindungsgemäße Flächengebilde 1 als Wandung von Übergangselementen verwendet werden, welche zum Schutz eines Übergangs zwischen zwei relativ zueinander beweglichen Maschinenteilen oder anderen Bauteilen verwendet werden, um den jeweiligen Übergang vor äußeren Einflüssen, insbesondere Verschmutzung, zu schützen und gegenüber der Umgebung abzudichten. Das Übergangselement kann dabei unterschiedliche Formen aufweisen, z.B. eine flächige Form oder eine U-Form oder auch die Form eines Übergangsbalges. Zudem ist das Übergangselement analog wie beim Übergang 30 der beiden Fahrzeugteile 31 a;b jeweils fest mit einem der beiden Bauteile verbunden.

Des Weiteren kann das Übergangselement, insbesondere der Übergangsbalg 22, bzw. dessen Wandung auch ungewellt und ohne Falten ausgebildet sein. In diesem Fall ist die Wandung, insbesondere die Balgwandung 21 entspre- chend elastisch ausgebildet. Insbesondere ist die Wandung gemäß der deutschen Patentanmeldung DE 10 201 1 107 370 A1 ausgebildet.

Vorteil des erfindungsgemäßen Flächengebildes 1 ist, dass keine einzelnen Materialabschnitte in Form von Falten oder Wellen hergestellt und zugeschnitten werden müssen und über Balgrahmen verbunden werden müssen. Die Balgwandung 21 eines Übergangbalgs 33 kann z.B. aus einem einzigen Materialabschnitt bestehen, da die Balgspannrahmen 23a-c in die Kanäle 12 eingezogen werden bzw. sind und die Verstärkungsbereiche 13a in das Flächengebilde 1 bzw. die Balgwandung 21 integriert sind. Bei bekannten Wellenbalgen ist dagegen in der Regel pro Welle ein Materialstreifen vorhanden und bei bekannten Faltenbalgen erstreckt sich jeweils ein Materialstreifen von Faltenkante zu Faltenkante.

Es müssen zudem keine zusätzlichen, verstärkenden Stoffstreifen oder dergleichen auf das das Flächengebilde 1 aufgebracht werden. Dadurch hat das Flächengebilde 1 bzw. die Balgwandung 21 eine glatte und dem Fahrzeug folgende Außenkontur, was die Aerodynamik begünstigt und auch die Reinigung erleichtert.

Auch weist die Balgwandung 21 eine hohe Dichtigkeit auf, da sie aus einem durchgehenden Materialabschnitt ohne Nähte besteht.

Zudem ist das Trägergewebe 6a einfach und sehr variabel herstellbar. Denn die Verstärkungsbereiche 13a werden direkt beim Verweben durch entsprechendes Anheben bzw. Absenken der einzelnen Kettfäden 8;14 und Steuern der Schussfäden 9;15 hergestellt.

Dabei liegt es im Rahmen der Erfindung, dass der Festigkeitsträger 2 mehrschichtig ausgebildet ist und aus mehreren textilen Flächengebilden besteht, die jeweils miteinander mittels einer Haftschicht aus einem Polymer verbunden sind. Zumindest eines der textilen Flächengebilde ist das erfindungsgemäße Trägergewebe 6a. Vorzugsweise besteht der Festigkeitsträger 2 aber aus ei- nem erfindungsgemäßen Trägergewebe 6a. Des Weiteren kann zwischen der Polymerbeschichtung 3 und dem Festigkeitsträger 2 auch eine Haftschicht aus einem Polymer vorhanden sein.

Zudem können die Verstärkungsbereiche 13a selbstverständlich an beliebigen anderen Stellen der Balgwandung 21 vorhanden sein. Insbesondere können die Verstärkungsbereiche 13a auch zur Befestigung weiterer Anbauteile an den Balg vorgesehen sein um den entsprechenden Bereich zu verstärken. Oder zur Verstärkung besonders beanspruchter Balgbereiche oder Teile.