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Patent Searching and Data


Title:
MULTI-STRAND CONTINUOUS CASTING SYSTEM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2009/144107
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a multi-strand continuous casting system for manufacturing metal strands having a billet-shaped or bloom-shaped cross section, with a strand guide that comprises an alignment zone containing drive alignment subassemblies, wherein a plurality of drive alignment subassemblies disposed one after the other in the strand guide direction in a common support frame with comb-like uprights in receptacle openings formed between the uprights, and wherein each drive alignment subassembly comprises a pair of rollers with an outer arch roller and a inner arch roller moving relative thereto in associated roller sleds and an activation device for one of the two rollers, and optionally a rotational drive for one of the rollers. To ensure ease of installation and removal in the event that rollers need to be replaced it is proposed that each drive alignment subassembly comprise a cross head that is detachably connected to the uprights that form a receptacle opening for the drive alignment subassembly, that the activation device is hinged at the cross head for the activatable inner arch roller, that each roller of the roller pair is supported in a roller sled and the two roller sleds are slidably guided in guides of the uprights and that the roller sled of the activatable inner arch roller is connected to the drive alignment subassembly.

Inventors:
DEIBL, Günther (Richterstraße 36, Leonding, A-4060, AT)
GUTTENBRUNNER, Josef (Alte Weinstrasse 1, Sierning, A-4522, AT)
KERN, Gerhard (Wiesengasse 14, Klostermarienberg, A-7444, AT)
SIMON, Reinhard (Teufelstraße 10, Linz, A-4020, AT)
Application Number:
EP2009/055096
Publication Date:
December 03, 2009
Filing Date:
April 28, 2009
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS VAI METALS TECHNOLOGIES GMBH & CO (Turmstraße 44, Linz, A-4031, AT)
DEIBL, Günther (Richterstraße 36, Leonding, A-4060, AT)
GUTTENBRUNNER, Josef (Alte Weinstrasse 1, Sierning, A-4522, AT)
KERN, Gerhard (Wiesengasse 14, Klostermarienberg, A-7444, AT)
SIMON, Reinhard (Teufelstraße 10, Linz, A-4020, AT)
International Classes:
B22D11/12; B21B1/46; B21B13/22; B21B31/08; B22D11/128; B22D11/14
Attorney, Agent or Firm:
MAIER, Daniel (Postfach 22 16 34, München, 80506, DE)
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Claims:
Patentansprüche:

1. Mehrstrang-Stranggießanlage für die Herstellung von Metallsträngen mit Knüppeloder Vorblockquerschnitt mit einer Strangführung, die eine mit Treibrichtaggregaten (7) bestückte Richtzone (5) umfasst, wobei mehrere in Strangförderrichtung hintereinander angeordnete Treibrichtaggregate (7) in einem gemeinsamen Stützgerüst (3a, 3b) mit kammartig ausgebildeten Stehern (8) in zwischen den Stehern gebildeten Aufnahmeöffnungen (9) angeordnet sind und jedes Treibrichtaggregat ein Rollenpaar mit einer Außenbogen-Rolle (21 ) und einer dazu relativbeweglichen Innenbogen-Rolle (18) in zugeordneten Rollenschlitten (16, 20) und eine Anstellvorrichtung (13) für eine der beiden Rollen, sowie gegebenenfalls einen Drehantrieb (31 ) für eine der Rollen umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Treibrichtaggregat (7) ein Querhaupt (1 1 ) umfasst, das mit den eine Aufnahmeöffnung (9) für das Treibrichtaggregat bildenden Stehern (8) lösbar verbunden ist, dass an dem Querhaupt (11 ) die Anstellvorrichtung (13) für die anstellbare Innenbogen-Rolle (18) angelenkt ist, dass jede Rolle des Rollenpaares in einem Rollenschlitten (16, 20) abgestützt ist und der Rollenschlitten (16) der Innenbogen-Rolle (18) an Führungen (19) der Steher (8) verschiebbar geführt ist und dass der Rollenschlitten (16) der Innenbogen-Rolle (18) mit der Anstellvorrichtung (13) verbunden ist.

2. Mehrstrang-Stranggießanlage nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Rollenschlitten (20) der Außenbogen-Rolle (21 ) und der Rollenschlitten (16) der Innenbogen-Rolle (18) am Querhaupt (11 ) angelenkt ist, wobei der Rollenschlitten (16) der Innenbogen-Rolle (18) abstandsveränderbar zum Rollenschlitten (20) der Außenbogen-Rolle (21 ) am Querhaupt (1 1 ) angelenkt ist. .

3. Mehrstrang-Stranggießanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Rollenschlitten (20) der Außenbogen-Rolle (21 ) im Stützgerüst (3a, 3b) lagefixiert ist.

4. Mehrstrang-Stranggießanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Stützgerüst (3a, 3b) ein Medienversorgungssystem (33) für die Versorgung der im Stützgerüst (3a, 3b) angeordneten Treibrichtaggregate (7) zugeordnet ist und die einzelnen Treibrichtaggregate (7) durch selbsttätige Kuppeleinrichtungen (34) beim Einsetzen der Treibrichtaggregate (7) in die Aufnahmeöffnung (9) an dieses Medienversorgungssystem (33) kuppelbar sind.

5. Mehrstrang-Stranggießanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anstellvorrichtung (13) auf eine anstellbare Innenbogen-Rolle (18) des Treibrichtaggregates (7) zentrisch einwirkt, in Richtung der Längserstreckung der kammartigen Aufnahmeöffnung (9) angeordnet ist und am Querhaupt (1 1 ) schwenkbar oder gelenkig abgestützt und am Rollenschlitten (16) der Innenbogen-Rolle (18) schwenkbar oder gelenkig befestigt ist.

6. Mehrstrang-Stranggießanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehantrieb (31 ) für die Innenbogen-Rolle (18) direkt am Treibrichtaggregat (7), vorzugsweise am Rollenschlitten (16) der Innenbogen-Rolle (18), abgestützt und über ein Getriebe (32) mit der Innenbogen- Rolle (18) verbunden ist.

7. Mehrstrang-Stranggießanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einzelnen Gießsträngen (6) der Mehrstrang- Stranggießanlage in der Richtzone (5) voneinander unabhängige Stützgerüste (3a, 3b) und voneinander unabhängige Treibrichtaggregate (7) zugeordnet sind.

8. Mehrstrang-Stranggießanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Richtzone (5) für jeden Gießstrang (6) der Mehrstrang-Stranggießanlage von mehreren hintereinander angeordneten Stützgerüsten (3a, 3b) gebildet ist.

9. Mehrstrang-Stranggießanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anstellvorrichtung (13) für die anstellbare Innenbogen-Rolle (18) jedes Treibrichtaggregates (7) individuell ansteuerbar ausgebildet ist.

10. Mehrstrang-Stranggießanlage nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Anstellvorrichtung (13) einen Druckmittelzylinder (13a), einen Steuerblock (27) und ein Wegverfolgungssystem (28) umfasst und der Steuerblock vorzugsweise mit der Anlagenleiteinrichtung über eine Datenleitung verbunden ist.

11. Mehrstrang-Stranggießanlage nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass am Rollenschlitten (16) der Innenbogen-Rolle (18) und am Rollenschlitten (20) der Außenbogen-Rolle(21 ) Kalibrierleisten (30) zur Kalibrierung des Wegverfolgungssystems (28) angeordnet sind.

Description:

Mehrstranq-Stranqqießanlaqe:

Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft eine Mehrstrang-Stranggießanlage für die Herstellung von Metallsträngen mit Knüppel- oder Vorblockquerschnitt mit einer Strangführung, die eine mit Treibrichtaggregaten bestückte Richtzone umfasst, wobei mehrere in Strangförderrichtung hintereinander angeordnete Treibrichtaggregate in einem gemeinsamen Stützgerüst mit kammartig ausgebildeten Stehern in zwischen den Stehern gebildeten Aufnahmeöffnungen angeordnet sind und jedes Treibrichtaggregat ein Rollenpaar mit einer Außenbogen-Rolle und einer dazu relativbeweglichen Innenbogen-Rolle in zugeordneten Rollenschlitten und eine Anstelleinrichtung für eine der beiden Rollen, sowie gegebenenfalls einen Drehantrieb für eine der Rollen, umfasst.

Treibrichtaggregate werden in ein- oder mehrsträngigen Stranggießanlagen, insbesondere bei Stranggießanlagen zur Herstellung von Stahlsträngen mit unterschiedlichen Strangquerschnittsformaten eingesetzt, um den eine bogenförmige Strangführungszone durchlaufenden, kontinuierlich erstarrenden Metallstrang im übergangsbereich zum horizontalen Auslaufrollgang wieder gerade zu biegen und um einen hinsichtlich der Auszugsgeschwindigkeit definierten gleichmäßigen Transport durch die Strangführung sicher zu stellen. Treibrichtaggregate können auch zur Durchführung einer sogenannten Soft-Reduction herangezogen werden, wobei durch diese Strangverformung im Enderstarrungsbereich knapp vor der Sumpfspitze eine Verbesserung der Gefügestruktur erreicht wird.

Stand der Technik

Treibrichtaggregate umfassen zumeist ein Rollenpaar, welches in einem Gerüstrahmen abgestützt ist. Eine Rolle des Rollenpaares, vorzugsweise die Rolle des bogeninnenseitigen Rollengerüstes ist zur Anpassung an wechselnde Strangdicken im Gerüst relativ zur weiteren Rolle anstellbar ausgebildet und wird durch einen hydraulischen Anstellzylinder an den Strang angepresst. Diese Rolle ist zumeist mit einem

Drehantrieb verbunden. Mehrere dieser Treibrichtaggregate sind in Strangförderrichtung hintereinander auf einem gemeinsamen Tragrahmen montiert und bilden die Richtzone in der Stranggießanlage. Eine Stranggießanlage mit einzelnen Treibrichtaggregaten in dieser Anordnung ist aus der WO 03/070399 A1 , der DE 10 2004 057 427 A1 oder der DE 22 39 966 A1 bereits bekannt.

Treibrichtaggregate der gattungsbildenden Art, die allerdings für das gemeinsame Richten mehrerer nebeneinander geförderter Stahlstränge mit Knüppel- oder Vorblockquerschnitt ausgelegt sind, sind aus der DE 30 34 444 A1 bereits bekannt. Mehrere von jeweils einem Rollenpaar gebildete Treibrichteinheiten sind in einem gemeinsamen Traggerüst angeordnet. Dieses Traggerüst weist bogeninnenseitig offene Kammern auf, in denen die Rollen der Treibrichteinheit mit ihren Einbaustücken gelagert sind. Die Einbaustücke bzw. Lagergehäuse der anstellbaren Rollen sind an Hydraulikzylindern angelenkt, die ihrerseits am Traggerüst abgestützt sind. Bei einem Wechsel der Treibrichteinheit kommt es zu einem hohen Montageaufwand, da es notwendig ist, den Hydraulikzylinder aus seiner Verankerung im Traggerüst zu lösen und auch die entsprechenden Versorgungsleitungen, wie Druckmittelanschlüsse, zu lösen.

Aus der DE 27 31 748 A1 ist ebenfalls ein Richtrollengerüst bekannt, bei dem mehrere aufeinander folgende Rollenpaare in kammartig angeordneten Führungen eines Maschinenständers angeordnet sind. Die einzelnen Rollen sind über Lagergehäuse an einem Querträger abgestützt, der mit den kammartigen Führungen zusammenwirkt. Jeder Querträger ist durch zwei Druckmittelzylinder an den gegossenen Strang anstellbar. Auch in diesem Fall ist es bei einer Demontage der Treibrichteinheit notwendig, die Querträger von den Druckmittelzylindern zu lösen, wobei die Druckmittelzylinder in der Anlage verbleiben können.

Darstellung der Erfindung

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die Nachteile des bekannten Standes der Technik zu vermeiden und eine Mehrstrang-Stranggießanlage mit einer Richtzone vorzuschlagen, die sich durch geringe Wartungsanfälligkeit, sowie durch leichte Montage und Demontage bei einem fallweise notwendigen Rollenwechsel auszeichnet.

Diese Aufgabe wird ausgehend von einer Mehrstrang-Stranggießanlage der eingangs genannten Art dadurch erreicht, dass jedes Treibrichtaggregat ein Querhaupt umfasst, das

mit den eine Aufnahmeöffnung für das Treibrichtaggregat bildenden Stehern lösbar verbunden ist, dass an dem Querhaupt die Anstellvorrichtung für die anstellbare Innenbogen-Rolle angelenkt ist, dass jede Rolle des Rollenpaares in einem Rollenschlitten abgestützt ist und der Rollenschlitten der Innenbogenrolle an Führungen der Steher verschiebbar geführt ist und dass der Rollenschlitten der Innenbogen-Rolle mit der Anstellvorrichtung verbunden ist. Durch diese besondere Konfiguration der einzelnen Bauteile des Treibrichtaggregates ist es möglich, das gesamte Treibrichtaggregat mit Lösen einiger weniger Befestigungselemente als modularen Bauteil, insbesondere auch mit der Anstellvorrichtung für die angetriebene Innenbogen-Rolle, aus dem für mehrere Treibrichtaggregate gemeinsamen Stützgerüst zu entfernen oder wieder einzusetzen.

Der Rollenschlitten der Außenbogen-Rolle und der Rollenschlitten der Innenbogen-Rolle sind am Querhaupt angelenkt, wobei der Rollenschlitten der Innenbogen-Rolle abstandsveränderbar zum Rollenschlitten der Außenbogen-Rolle angelenkt ist. Diese Anlenkung erfolgt vorzugsweise mit Traglaschen, die eine Relativbewegung der beiden Rollenschlitten zueinander zulassen. Damit wird der gemeinsame Ein- und Ausbau leicht möglich und es können bauliche Abweichungen am Grundgerüst und speziell am Stützgerüst des Treibrichtaggregates ausgeglichen werden. Es wird damit erreicht, dass einerseits das Querhaupt an den Stehern fixiert und andererseits der Rollenschlitten der Außenbogen-Rolle in der von den Stehern gebildeten Aufnahmeöffnung des Stützgerüstes im Bodenbereich auf Stützkonsolen abgestützt und befestigt werden kann. Die Außenbogen-Rollen bilden hier, wie im gesamten Strangführungsgerüst, die Festseite der Strangführung, auf der sich der gegossene Metallstrang auf seinem Transportweg durch die Stranggießanlage abstützt.

Die Medienversorgung für die einzelnen Treibrichtaggregate in der Richtzone lässt sich wesentlich vereinfachen, indem jedem Stützgerüst ein Medienversorgungssystem für die Versorgung der in diesem Stützgerüst angeordneten Treibrichtaggregate zugeordnet ist und die einzelnen Treibrichtaggregate durch selbsttätige Kuppeleinrichtungen beim Einsetzen der Treibrichtaggregate in die Aufnahmeöffnung mit dem Medienversorgungssystem kuppelbar sind. Medienversorgungsleitungen werden an den Stützgerüsten zu den einzelnen Treibrichtaggregaten geführt, wobei diese im Bodenbereich der jeweiligen Aufnahmeöffnung an Stützkonsolen in eine Kupplungshälfte einer Multikupplung münden. Am Rollenschlitten der Außenbogenrolle ist die weitere Kupplungshälfte der Multikupplung angeordnet. Beim Aufsetzen des jeweiligen Rollenschlittens der Außenbogenrolle auf die Stützkonsole wird automatisch die

Multikupplung für alle benötigten Medien geschlossen. Es können auch mehrere automatische Schnellkupplungen für unterschiedliche Medien nebeneinander angeordnet sein. Durch diese Multikupplung können gegebenenfalls Kühlmittel, Schmiermittel, Hydrauliköl, Strom, Druckluft und andere notwendige Medien durchgeleitet werden. Im Weiteren werden einzelne Medienversorgungsleitungen zu den jeweiligen Bauteilen des Treibrichtaggregates geführt.

Damit ein ebenes Aufliegen der Innenbogen-Rolle am Metallstrang sicher gewährleistet ist und Kippkräfte sicher vermieden werden, ist es zweckmäßig, dass die Anstellvorrichtung auf eine anstellbare Innenbogen-Rolle des Treibrichtaggregates zentrisch einwirkt, in Richtung der Längserstreckung der kammartigen Aufnahmeöffnung angeordnet ist und am Querhaupt schwenkbar oder gelenkig abgestützt und am Rollenschlitten der Innenbogen- Rolle schwenkbar oder gelenkig befestigt ist.

Zumeist sind die Innenbogen-Rollen in der Richtzone einer Stranggießanlage angetrieben ausgebildet. Zur Gewährleistung einer kompakten Bauweise und der leichten Montage und Demontage des Treibrichtaggregates ist es vorteilhaft, wenn der Drehantrieb für die Innenbogen-Rolle direkt am Treibrichtaggregat, vorzugsweise am Rollenschlitten der Innenbogen-Rolle, abgestützt und über ein Winkelgetriebe mit der Innenbogen-Rolle verbunden ist. Vorzugsweise erfolgt die Abstützung des Drehantriebes über eine Drehmomentenstütze. Das Getriebe ist vorzugsweise als Winkelgetriebe ausgebildet.

Weiters ist es zweckmäßig, wenn bei einer Mehrstrang-Stranggießanlage einzelnen Gießsträngen in der Richtzone voneinander unabhängige Stützgerüste und voneinander unabhängigeTreibrichtaggregate zugeordnet sind. Wechselseitige Beeinflussungen, wie sie speziell bei Treibrichtaggregaten gemäß der DE 30 34 444 A1 auftreten, können damit vermieden werden.

Bei Richtzonen großer Länge ist die Richtzone für jeden Gießstrang der Mehrstrang- Stranggießanlage von mehreren hintereinander angeordneten Stützgerüsten gebildet.

Speziell für die Durchführung einer Soft-Reduktion in der Richtzone und die dabei notwendige differenzierte Einstellung eines Verformungskeiles ist es notwendig, dass die Anstellvorrichtung für die anstellbare Innenbogen-Rolle jedes Treibrichtaggregates individuell ansteuerbar und einstellbar ausgebildet ist.

Als Anstellvorrichtung wird zumeist ein hydraulisch betätigter Druckmittelzylinder eingesetzt. Die Anstellvorrichtung dieser Art umfasst einen Druckmittelzylinder, einen Steuerblock und ein Wegverfolgungssystem. Der Steuerblock ist regeltechnisch über eine Datenleitung mit der Anlagenleiteinrichtung verbunden. Mit dem Wegverfolgungssystem, z.B. einem Positionsgeber, wird die anstellbare Innenbogen-Rolle bei Gießbeginn auf die Dicke des Anfahrstranges und des nachfolgenden Warmstranges eingestellt. Auch die Einstellung des Verformungskeiles, d.h. die stufenweise von Rolle zu Rolle erfolgende Dickenabnahme bei einer Soft-Reduction, erfolgt durch eine Aktivierung der Anstellvorrichtung in Abhängigkeit von den Positionssignal des Wegverfolgungssystems.

Zur Kalibrierung des Wegverfolgungssystems sind am Rollenschlitten der Innenbogen- Rolle und am Rollenschlitten der Außenbogen-Rolle Kalibrierleisten angeordnet. Die beiden Rollenschlitten können soweit aufeinander zu bewegt werden, bis der Rollenschlitten der Innenbogen-Rolle über die Kalibrierleisten an Rollenschlitten der Außenbogen-Rolle anliegt. Diese Position bestimmt einen Referenzabstand für die vorzunehmende Strangdickeneinstellung.

Kurzbeschreibung der Zeichnungen

Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines nicht einschränkenden Ausführungsbeispiels, wobei auf die beiliegenden Figuren Bezug genommen wird, die folgendes zeigen:

Fig.1 a einen Längsschnitt durch eine Richtzone einer Stranggießanlage mit Treibrichtaggregaten gemäß der Erfindung,

Fig. 1 b einen Längsschnitt durch eine Richtzone einer Stranggießanlage mit Treibrichtaggregaten gemäß der Erfindung in einer weiteren Ansicht,

Fig. 2a einen Querschnitt durch die Richtzone einer Mehrstrang-Stranggießanlage mit

Treibrichtaggregaten gemäß der Erfindung entlang der Schnittlinie A-A in Fig. 1a,

Fig. 2b einen Querschnitt durch die Richtzone einer Mehrstrang-Stranggießanlage mit

Treibrichtaggregaten gemäß der Erfindung entlang der Schnittlinie A-A in Fig. 2a,

Fig. 3 einen Schrägriss eines Treibrichtaggregat gemäß der Erfindung, der wesentliche Bauteile des erfindungsgemäßen Treibrichtaggregates zeigt.

Ausführung der Erfindung

In den Figuren 1 a, 1 b und 2a, 2b ist die Richtzone einer sechssträngigen Mehrstrang- Stranggießanlage in einem Längsschnitt und einem Querschnitt in jeweils zwei Darstellungen schematisch veranschaulicht. Auf einem Anlagenfundament 1 sind auf Tragrahmen 2a, 2b, 2c, 2d zwei Stützgerüste 3a, 3b mit Spannschrauben 4 lösbar befestigt. Das Stützgerüst 3a ist bogenförmig und das Stützgerüst 3b ist gerade ausgebildet. Gemeinsam bilden Sie die Richtzone 5 der Stranggießanlage. Zusammen wird in diesen Stützgerüsten ein eine bogenförmige, der Richtzone vorgelagerte Strangführung durchlaufender Stahlstrang 6 in Treibrichtaggregaten 7 gerade gerichtet und gegebenenfalls auch einer Soft-reduction unterzogen. Wie aus Figur 2 ersichtlich, ist jedem Gießstrang ein unabhängiges Stützgerüst 3a, 3b zugeordnet, wobei entweder eines oder zwei dieser Stützgerüste auf einem Tragrahmen 2d abgestützt sind.

Die Stützgerüste 3a, 3b sind als Rahmenkonstruktion ausgebildet, wobei eine Reihe von kammartig ausgebildeten Stehern 8 von diesem Stützgerüst aufragen und zwischen sich Aufnahmeöffnungen 9 ausbilden, in die einzelne Treibrichtaggregate 7 eingesetzt sind. Jeweils vier in einem Geviert angeordnete Steher bilden eine derartige Aufnahmeöffnung. Jedes Stützgerüst ist zur Aufnahme von mehreren in Strangtransportrichtung hintereinander angeordneten Treibrichtaggregaten ausgebildet, wobei das Stützgerüst 3a drei Treibrichtaggregate 7 und das Stützgerüst 3b vier Treibrichtaggregate 7 aufnimmt. Jedes dieser Treibrichtaggregate 7 bildet eine in sich geschlossene Baueinheit, die als Ganzes ein- oder ausgebaut werden kann.

Das Treibrichtaggregat ist in den Figur näher dargestellt. Jedes Treibrichtaggregat weist ein Querhaupt 1 1 auf, das einen Tragrahmen für alle Bauteile des Treibrichtaggregates bildet. Das Querhaupt 1 1 ist an vier aufragenden, gemeinsam eine Aufnahmeöffnung 9 begrenzenden Stehern 8 an deren oberen Enden mit Verbindungsbolzen 12 oder mit einem anderen Befestigungselement lösbar befestigt. Eine Anstellvorrichtung 13, die von einem ansteuerbaren Druckmittelzylinder 13a gebildet ist, ist mit Schwenkbolzen 14 im Querhaupt 1 1 schwenkbeweglich abgestützt. An der Kolbenstange 15 des Druckmittelzylinders 13a ist ein Rollenschlitten 16 mit einem Schwenkbolzen 17 schwenkbar angelenkt. Am Rollenschlitten 16 ist die Innenbogen-Rolle 18 in Traglagern

drehbar abgestützt. Der Rollenschlitten 16 ist mit seinen Führungsnuten 19a an radial ausgerichteten Führungen 19, üblicherweise an auswechselbaren Führungsleisten, im gebogenen Stützgerüst 3a in radialer Richtung und in den horizontal auslaufenden geraden Stützgerüsten 3b in vertikaler Richtung verschiebbar geführt.

Unterhalb des Rollenschlittens 16 der Innenbogen-Rolle 18 ist der Rollenschlitten 20 der Außenbogen-Rolle 21 angelenkt, wobei dieser mit Befestigungselementen an einer Bodenplatte 23 in der Aufnahmeöffnung 9 lösbar befestigt werden kann. Hierbei ist eine geringe Relativbeweglichkeit der Rollenschlitten 16, 20 ausreichend, die geringe herstellungsbedingte Abstandsunterschiede ausgleicht und montagebedingte Verspannungen im Treibrichtaggregat vermeidet. Hierzu sind Tragbolzen 17 am Rollenschlitten 16 der Innenbogen-Rolle 18 in nicht näher dargestellten Langlöchern an Traglaschen 26 geführt, gleichermaßen wie die Rollenschlitten 20 der Außenbogen-Rolle 21.. Der Rollenschlitten 20 ist mit Führungsnuten 19a ebenfalls an den Führungen 19 der Steher 8 radial bzw. vertikal geführt. Die Innenbogen-Rolle 18 und die Außenbogen-Rolle 21 eines Treibrichtaggregates bilden ein zusammenwirkendes Rollenpaar.

Die Anstellvorrichtung 13 wirkt auf die anstellbare Innenbogen-Rolle 18 über den Rollenschlitten 16 zentrisch ein. Speziell bei der Ausbildung der Anstellvorrichtung als Druckmittelzylinder 13a ist dieser in Richtung der Längserstreckung der kammartigen Aufnahmeöffnung 9 ausgerichtet, sodass die Wirkungslinie der aufgebrachten Kraft die Drehachse der Innenbogen-Rolle 18 schneidet (ist nicht im Detail dargestellt).

Mit der Anstellvorrichtung 13 kann der Rollenschlitten 16 der Innenbogen-Rolle 18 bzw. die Innenbogen-Rolle 18 relativ zur Außenbogen-Rolle 21 bewegt werden und damit an den die Stranggießanlage durchlaufenden Stahlstrang 6 mit einem vorbestimmten bzw. geregelten Anpressdruck angestellt werden, der das Geraderichten oder eine vorbestimmte Dickenreduktion (Soft Reduction oder sonstige metallurgische Behandlung) sicherstellt. Um eine Positionierung der Innenbogen-Rolle 18 auf eine vorbestimmte Strangdicke vornehmen zu können, ist der Anstellvorrichtung 13 bzw. dem Druckmittelzylinder 13a ein Steuerblock 27 und ein Wegverfolgungssystem 28 zugeordnet. Als Wegverfolgungssystem sind beispielsweise Weggeber vorgesehen, die die Position des Kolbens des Druckmittelzylinders erfassen. Zur Kalibrierung dieses Wegverfolgungssystems 28 sind Kalibrierleisten 30 an den beiden Rollenschlitten 16, 20 vorgesehen.

Zur Sicherstellung einer konstanten Gießstrang-Transportgeschwindigkeit und zur Durchführung einer Soft-reduction sind die Innenbogen-Rollen 18 der einzelnen Treibrichtaggregate 7 überwiegend als angetriebene Rollen ausgebildet. Figur 1 zeigt angetriebene Innenbogen-Rollen 18a und nicht angetriebene Innenbogen-Rollen 18b. Der von einem Elektromotor gebildete Drehantrieb 31 der angetriebenen Innenbogen-Rolle 18a ist am Querhaupt 1 1 befestigt und ist über ein vorzugsweise als Winkelgetriebe ausgebildetes Getriebe 32 mit der Antriebswelle der Innenbogen-Rolle 18a verbunden.

Zur Versorgung der einzelnen Treibrichtaggregate mit den für den Betrieb notwendigen Betriebsmedien, wie beispielsweise Kühlwasser, Schmiermittel, Druckluft, Hydrauliköl, Strom, Steuerungs- und Regelsignale, ist jedem Stützgerüst 3a, 3b für jeden Strang ein gemeinsames Medienversorgungssystem 33 für alle in den jeweiligen Stützgerüst angeordneten Treibrichtaggregate 7 zugeordnet. Es sind aber auch Teilversorgungssysteme für spezielle Betriebsmittel möglich. Ausgehend von einer gemeinsamen Zuleitung führen Zweigleitungen für jedes Medium zu einer gemeinsamen Kuppeleinrichtung 34 an der Bodenplatte 23 der jeweiligen Aufnahmeöffnung eines Treibrichtaggregates. Eine Kupplungshälfte dieser als Multikupplung ausgebildeten Kuppeleinrichtung 34 ist an der Bodenplatte und die zweite Kupplungshälfte ist am Rollenschlitten 20 der Außenbogenrolle 21 befestigt. Mit dem Einsetzen des Rollenschlittens 20 in die Aufnahmeöffnung 9 und dessen Befestigung an der Bodenplatte 23 werden alle Medienversorgungsleitung gemeinsam gekuppelt.

Figur 3 zeigt die wesentlichen Komponenten eines Treibrichtaggregates in einem Schrägriss, wie es im Wesentlichen als Baugruppe aus dem bogenförmigen oder geraden Stützgerüst einbaubar oder aus diesem ausbaubar ist. Die eingetragenen Bezugszeichen beziehen sich auf die obige Beschreibung an Hand der Figuren 1 a bis 2b.

Bezugszeichenliste:

1 Anlagenfundament

2a, 2b, 2c, 2d Tragrahmen

3a bogenförmiges Stützgerüst

3b gerades Stützgerüst

4 Spannschrauben

5 Richtzone

6 Stahlstrang

7 Treibrichtaggregat

8 kammartige Steher

9 Aufnahmeöffnung für Treibrichtaggregat

11 Querhaupt

12 Verbindungsbolzen

13 Anstellvorrichtung

13a Druckmittelzylinder

14 Schwenkbolzen

15 Kolbenstange

16 Rollenschlitten der Innenbogenrollen

17 Schwenkbolzen

18 Innenbogenrolle

19 Führungen

19a Führungsnut

20 Rollenschlitten der Außenbogenrolle

21 Außenbogenrolle

23 Bodenplatte

26 Traglasche

27 Steuerblock

28 Wegverfolgungssystem

30 Kalibrierleiste

31 Drehantrieb

32 Getriebe

33 Medienversorgungssystem

34 Kuppeleinrichtung

R Gießrichtung