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Title:
MULTILAYER FILM WITH CAPABILITY FOR LINEAR TEAR PROPAGATION
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2014/173544
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to a multilayer film comprising a layer sequence made of (a) a layer (a) composed of at least one polyethylene of low density in the range from 0.915 to 0.935 g/cm3 or of a mixture of (α) at least one polyethylene of relatively low density in the range from 0.915 to 0.935 g/cm3 and of (ß) at least one aliphatic C3 - C6 olefin homo- or copolymer, (b) a layer (b) composed of a mixture of I at least one polyethylene of low density in the range from 0.915 to 0.935 g/cm3 and II of at least one thermoplastic polymer selected from the group comprising polystyrenes and styrene copolymers, (c) a layer (c) composed of at least one polyethylene of low density in the range from 0.915 to 0.935 g/cm3 or of a mixture of (α) at least one polyethylene of relatively low density in the range from 0.915 to 0.935 g/cm3 and of (ß) at least one aliphatic C3 - C6 olefin homo- or copolymer, where the tear propagation force of the mulilayer film both in machine direction and perpendicularly to machine direction is at most 1000 mN, determined for total film thickness 50 μm in the Elmendorf test in accordance with DIN EN ISO 6383-2.

Inventors:
SCHUHMANN, Michael (Schwaighausener Str. 13, Großhabersdorf, 90613, DE)
SCHMITZER, Siegfried (Am Fuchs 29 a, Kürnach, 97273, DE)
Application Number:
EP2014/001106
Publication Date:
October 30, 2014
Filing Date:
April 25, 2014
Export Citation:
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Assignee:
HUHTAMAKI FILMS GERMANY GMBH & CO. KG (Zweibrückenstrasse 15-25, Forchheim, 91301, DE)
International Classes:
B32B27/08; B32B27/30; B32B27/32; B65D65/40
Domestic Patent References:
WO2004024433A22004-03-25
Foreign References:
EP1008445A22000-06-14
DE60021918T22006-05-24
GB2397065A2004-07-14
DE102011121143A12013-02-28
US8241736B22012-08-14
Other References:
DATABASE WPI Week 199424, Derwent World Patents Index; AN 1994-196695, XP002712847
Attorney, Agent or Firm:
KUTZENBERGER, Helga (Patentanwälte Kutzenberger Wolff & Partner, Theodor-Heuss-Ring 23, Köln, 50668, DE)
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Claims:
Patentansprüche:

1. Eine Mehrschichtfolie umfassend eine Schichtfolge aus

(a) einer Schicht (a) aufgebaut aus wenigstens einem Polyethylen mit einer niedrigen Dichte im Bereich von 0,915 bis 0,935 g/cm3 oder einer Mischung aus (a) wenigstens einem Polyethylen mit einer niedrigeren Dichte im Bereich von 0,915 bis 0,935 g/cm3 und aus (ß) wenigstens einem aliphatischen C3 - C6 Olefin Homo- oder Copolymeren,

(b) einer Schicht (b) aufgebaut aus einer Mischung aus

I wenigstens einem Polyethylen mit einer niedrigen Dichte im Bereich von 0,915 bis 0,935 g/cm3 und

II aus wenigstens einem thermoplastischen Polymeren ausgewählt aus der Gruppe umfassend Polystyrole und Styrolcopolymere,

(c) einer Schicht (c) aufgebaut aus wenigstens einem Polyethylen mit einer niedrigen Dichte im Bereich von 0,915 bis 0,935 g/cm3 oder einer Mischung aus (a) wenigstens einem Polyethylen mit einer niedrigeren Dichte im Bereich von 0,915 bis 0,935 g/cm3 und aus (ß) wenigstens einem aliphatischen C3 - C6 Olefin Homo- oder Copolymeren, dadurch gekennzeichnet, dass die Weiterreißkraft der Mehrschichtfolie sowohl in Maschinenrichtung als auch quer zur Maschinenrichtung höchstens

1000 mN, bestimmt bei einer Gesamtfoliendicke von 50 μηη nach dem

Elmendorf-Test gemäß DIN EN ISO 6383-2, beträgt. Eine Mehrschichtfolie nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Mehrschichtfolie ein Verhältnis der Weiterreißkraft in Maschinenrichtung zur Weiterreißkraft quer zur Maschinenrichtung von 2 : 1 bis 1 : 2, vorzugsweise 1 ,5 : 1 bis 1 : 1 ,5, besonders bevorzugt von 1 ,2 : 1 bis 1 :1 ,2, bestimmt bei einer Gesamtfoliendicke von 50 μηι nach dem Elmendorf-Test gemäß DIN EN ISO 6383-2 aufweist.

Eine Mehrschichtfolie nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Weiterreißkraft der Mehrschichtfolie sowohl in Maschinenrichtung als auch quer zur Maschinenrichtung höchstens 800 mN, bestimmt bei einer

Gesamtfoliendicke von 50 pm nach dem Elmendorf-Test gemäß DIN EN ISO 6383-2 beträgt.

Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch

gekennzeichnet, dass die Mehrschichtfolie ein gerades und linear

fortlaufendes Ein- und Weiterreißverhalten sowohl in Maschinenrichtung als auch quer zur Maschinenrichtung aufweist.

Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch

gekennzeichnet, dass die Durchstoßfestigkeit der Mehrschichtfolie mindestens 30 N, bestimmt bei einer Gesamtfoliendicke von 50 pm nach ASTM E 154-88 Teil 10, beträgt.

6. Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch

gekennzeichnet, dass das Polyethylen der Schichten (a), (b) und (c) jeweils eine Dichte im Bereich von 0,920 bis 0,935 g/cm3 aufweist.

7. Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch

gekennzeichnet, dass die Schicht (a) bzw. (c) aus einer Mischung aus (a) wenigstens einem Polyethylen mit einer Dichte von 0,920 bis 0,935 g/cm3 und aus (ß) wenigstens einem Polypropylen und/oder Propylen Copolymeren aufgebaut ist.

8. Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1 -7, dadurch

gekennzeichnet, dass die Mischung aus (a) und (ß) zu wenigstens 50 Gew.%, vorzugsweise wenigstens 70 Gew.%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Mischung, aus der Polyethylen-Komponente (a) besteht.

9. Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1 - 8, dadurch

gekennzeichnet, dass die Polyethylen-Komponente in jeder Polyethylen- haltigen Schicht (a) - (c) identisch ist.

10. Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-9, dadurch

gekennzeichnet, dass die Polymer-Komponente II der Schicht (b) eine

Glasübergangstemperatur Tg von wenigstens 60°C, vorzugsweise wenigstens 80°C, ganz besonders bevorzugt von wenigstens 90°C, bestimmt nach ISO 11357-1 , -2,-3 (DSC), aufweist.

11. Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-10, dadurch gekennzeichnet, dass als Polymer-Komponente II wenigstens ein Polymeres ausgewählt aus der Gruppe umfassend Polystyrol, Copolymere von

Styrol/Acrylnitril, Copolymere von Styrol/Butadien, Copolymere von

Styrol/(Meth)acrylaten, Copolymere von Styrol/Acrylnitril/(Meth)Acrylaten und Copolymere von Styrol/Acrylnitril/Butadienen vorliegt.

12. Eine Mehrschichtfolie nach Anspruch 11 , dadurch gekennzeichnet, dass die Styrolcopolymere als Block-Copolymere aufgebaut aus jeweils mindestens einem Block aus wiederkehrenden Struktureinheiten jeweils jedes der

Monomeren der genannten Copolymere vorliegen.

13. Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-12, dadurch

gekennzeichnet, dass der Anteil der Polymer-Komponente II in der Schicht (b) höchstens 50 Gew.%, bevorzugt höchstens 40 Gew.-%, besonders bevorzugt 20-35 Gew.%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Mischung der Polymer- Komponenten I und II der Schicht (b), beträgt.

14. Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-13, dadurch

gekennzeichnet, dass der Anteil des Styrol in den Styrol-Copolymeren der Schicht (b) mindestens 40 Gew.%, besonders bevorzugt mindestens 50 Gew.%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Styrol-Copolymeren, beträgt.

15. Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-14, dadurch

gekennzeichnet, dass die Schichtdicke der Schicht (b) mindestens 20%, vorzugsweise 25-75%, bezogen auf die Gesamtdicke der Schichtfolge (a)-(c), beträgt.

Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-15, dadurch

gekennzeichnet, dass die Gesamtdicke der Schichtfolge (a)-(c) mindestens 30%, vorzugsweise 50% bis 100%, bezogen auf die Gesamtdicke der

Mehrschichtfolie, beträgt.

17. Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-16, dadurch

gekennzeichnet, dass die gesamte Mehrschichtfolie aus der Schichtfolge (a)- (c) besteht, die in Form eines vorzugsweise coextrudierten Folienschlauches vorliegt.

18. Eine Mehrschichtfolie nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die coextrudierte Schichtfolge (a) - (c) ein Aufblasverhältnis von mindestens 1 : 1 , vorzugsweise mindestens 1 ,5 : 1 , besonders bevorzugt mindestens 2 : 1 , aufweist.

19. Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-16, dadurch

gekennzeichnet, dass die Mehrschichtfolie zumindest teilweise als Castfolie hergestellt wurde.

Eine Mehrschichtfolie nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass d als Castfolie hergestellte Mehrschichtfolie zumindest monoaxial in einem Reckverhältnis von mindestens 1 :1 ,5, vorzugsweise mindestens 1 : 2, besonders bevorzugt 1 : 2 bis 1 : 4 gereckt ist.

21. Eine Mehrschichtfolie nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die als Castfolie hergestellte, biaxial gereckte Mehrschichtfolie ein Verhältnis von Längs- zu Querreckung von mindestens 1 : 1 , bevorzugt mindestens 1 ,1 : 1 , besonders bevorzugt von mindestens 1 ,2 : 1 aufweist.

22. Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-21 , dadurch

gekennzeichnet, dass die Mehrschichtfolie neben der Schichtfolge (a)-(c) wenigstens eine Barriereschicht (d), vorzugsweise aufgebaut aus wenigstens einem Ethylen-Vinylalkohol-Copolymeren, wenigstens einem Polyvinylalkohol, wenigstens einem Metall, vorzugsweise Aluminium, oder wenigstens einem Metalloxid, vorzugsweise SiOx oder Aluminiumoxid, aufweist.

23. Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-22, dadurch

gekennzeichnet, dass die Mehrschichtfolie neben der Schichtfolge (a)-(c) wenigstens eine Schicht (e) basierend auf wenigstens einem

thermoplastischen Polymeren ausgewählt aus der Gruppe umfassend

Polyolefine, Polyamide, Polyester, Polystyrole und Copolymere aus

wenigstens zwei Monomeren der genannten Polymere, vorzugsweise aus wenigstens einem Olefin-Homo- oder Copolymere und/oder Polyester, als Trägerschicht aufweist.

24. Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-23, dadurch

gekennzeichnet, dass die Mehrschichtfolie bedruckt und/oder eingefärbt und/oder geprägt ist.

25. Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-24, dadurch gekennzeichnet, dass die Mehrschichtfolie auf wenigstens einer ihrer

Oberflächen eine Releaseschicht, vorzugsweise basierend auf wenigstens einem ausgehärteten Polysiloxan, aufweist.

26. Eine Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-25, dadurch

gekennzeichnet, dass die Mehrschichtfolie auf wenigstens einer ihrer

Oberflächen mit einer Klebeschicht ausgerüstet ist.

27. Verwendung einer Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-26 als

Verpackungsmaterial.

28. Verwendung einer Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-26 zur Herstellung eines Verpackungselements und/oder einer Gesamtverpackung, vorzugsweise einer Beutelverpackung, einer Einzelportionsverpackung, eines Sachets oder eines Stickpacks.

29. Verwendung einer Mehrschichtfolie nach Anspruch 25 als Trennfolie oder Schutzfolie.

30. Eine leicht zu öffnende Verpackung oder ein leicht zu öffnendes

Verpackungselement, vorzugsweise ein Deckel, aus einer Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1-26.

31. Eine leicht zu öffnende Verpackung in Form einer Beutelverpackung, einer Einzelportionsverpackung, eines Sachets oder eines Stickpacks aus einer Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1 - 26.

Description:
Eine linear weiterreißbare Mehrschichtfolie

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Mehrschichtfolie umfassend eine Schichtfolge aus

(a) einer Schicht (a) aufgebaut aus wenigstens einem Polyethylen mit einer niedrigen Dichte im Bereich von 0,915 bis 0,935 g/cm 3 oder einer Mischung aus (a) wenigstens einem Polyethylen mit einer niedrigeren Dichte im Bereich von 0,915 bis 0,935 g/cm 3 und aus (ß) wenigstens einem aliphatischen C3 - C 6 Olefin Homo- oder Copolymeren,

(b) einer Schicht (b) aufgebaut aus einer Mischung aus

I wenigstens einem Polyethylen mit einer niedrigen Dichte im Bereich von 0,915 bis 0,935 g/cm 3 und

II aus wenigstens einem thermoplastischen Polymeren ausgewählt aus der Gruppe umfassend Polystyrole und Styrolcopolymere,

(c) einer Schicht (c) aufgebaut aus wenigstens einem Polyethylen mit einer niedrigen Dichte im Bereich von 0,915 bis 0,935 g/cm 3 oder einer Mischung aus (a) wenigstens einem Polyethylen mit einer niedrigeren Dichte im Bereich von 0,915 bis 0,935 g/cm 3 und aus (ß) wenigstens einem aliphatischen C 3 - C 6 Olefin Homo- oder Copolymeren,

BESTÄTIGUNGSKOPIE dadurch gekennzeichnet, dass die Weiterreißkraft der Mehrschichtfolie sowohl in Maschinenrichtung als auch quer zur Maschinenrichtung höchstens 1000 mN, bestimmt bei einer Gesamtfoliendicke von 50 μιη nach dem Elmendorf-Test gemäß DIN EN ISO 6383-2, beträgt.

Aus dem Stand der Technik, wie z. B. aus GB 2 397 065 A sind bereits linear weiterreißbare Mehrschichtfolien bekannt, die sich zur Herstellung von

Verpackungen eignen. Diese Mehrschichtfolien weisen eine geringe Weiterreißkraft in Maschinenrichtung auf, während die Weiterreißkraft quer zur Maschinenrichtung deutlich höher ist.

Die Verarbeitung solcher Mehrschichtfolien zu Verpackungen ist somit dadurch eingeschränkt, dass durch die geringere Weiterreißkraft die Aufreißrichtung einer aus einer solchen Mehrschichtfolie hergestellten Verpackung und damit die

Konfektionierung der Folie zur Verpackung vorgegeben ist.

Ferner weisen die aus dem Stand der Technik bekannten, linear reißfähigen

Mehrschichtfolien oftmals ungeeignete mechanische Eigenschaften wie eine zu geringe Durchstoßfestigkeit sowie ein ungenügend lineares Ein- und

Weiterreißverhalten auf.

Insbesondere aber Mehrschichtfolien, die als Material für Verpackungen wie z.B. Einwegverpackungen eingesetzt werden, sollten ein möglichst fortlaufend lineares Ein- und Weiterreißverhalten aufweisen, um ein unkontrolliertes Aufreißen und einen ggf. dadurch verursachten ungeeigneten Zugang zum verpackten Gut zu vermeiden. Darüber hinaus ist eine möglichst hohe Durchstoßfestigkeit des Verpackungsmaterials vorteilhaft, um die Handhabung der aus den Mehrschichtfolien hergestellten Verpackungen zu erleichtern. Dies gilt insbesondere deshalb, weil die mit den Mehrschichtfolien verpackten Güter üblicherweise während der Lagerung und beim Transport übereinander geschichtet oder gestapelt werden und die Verpackungen dabei versehentlich durchstoßen werden können. Damit steigt die Anzahl der Ausschussware.

Es besteht daher ein Bedarf an Mehrschichtfolien, die sich durch ein sehr gutes gerades und lineares Weiterreißverhalten in Längs- und Querrichtung sowie durch eine sehr gute Durchstoßfestigkeit auszeichnen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, eine Mehrschichtfolie zur

Verfügung zu stellen, die sich durch verbesserte mechanische Eigenschaften, wie eine geringe Weiterreißkraft sowohl in Längs- als auch in Querrichtung und eine verbesserte Durchstoßfestigkeit sowie durch einen beim Öffnen geraden und linear verlaufenden Riss mit davon möglichst geringen Abweichungen auszeichnet.

Diese Aufgabe wird durch die Bereitstellung der erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie umfassend eine Schichtfolge aus

(a) einer Schicht (a) aufgebaut aus wenigstens einem Polyethylen mit einer niedrigen Dichte im Bereich von 0,915 bis 0,935 g/cm 3 oder einer Mischung aus (a) wenigstens einem Polyethylen mit einer niedrigeren Dichte im Bereich von 0,915 bis 0,935 g/cm 3 und aus (ß) wenigstens einem aliphatischen C3 - Ce Olefin Homo- oder Copolymeren, (b) einer Schicht (b) aufgebaut aus einer Mischung aus

I wenigstens einem Polyethylen mit einer niedrigen Dichte im Bereich von 0,915 bis 0,935 g/cm 3 und

II aus wenigstens einem thermoplastischen Polymeren ausgewählt aus der Gruppe umfassend Polystyrole und Styrolcopolymere,

(c) einer Schicht (c) aufgebaut aus wenigstens einem Polyethylen mit einer niedrigen Dichte im Bereich von 0,915 bis 0,935 g/cm 3 oder einer Mischung aus (a) wenigstens einem Polyethylen mit einer niedrigeren Dichte im Bereich von 0,915 bis 0,935 g/cm 3 und aus (ß) wenigstens einem aliphatischen C 3 - C 6 Olefin Homo- oder Copolymeren, dadurch gekennzeichnet, dass die Weiterreißkraft der Mehrschichtfolie sowohl in Maschinenrichtung als auch quer zur Maschinenrichtung höchstens 1000 mN, bestimmt bei einer Gesamtfoliendicke von 50 μητι nach dem Elmendorf-Test gemäß DIN EN ISO 6383-2, beträgt, gelöst.

Der Begriff "Schichtfolge" bedeutet im Sinne der Erfindung, dass die Schichten a), b) und c) in der aufgeführten Reihenfolge vorliegen und direkt aneinander angrenzend vorliegen. Zusätzliche Schichten können ggf. auf wenigstens einer Oberfläche der Schichtfolge vorhanden sein.

Der Begriff "Polyethylen mit einer niedrigen Dichte" im Sinne der Erfindung ist gleichbedeutend mit "Polyethylen niedriger Dichte" und "LDPE", d.h. mit diesem g

Begriff wird unverschäumtes Polyethylen niedriger Dichte bezeichnet, welches sich durch einen hohen Verzweigungsgrad der Moleküle auszeichnet.

Unter dem Begriff "Maschinenrichtung" wird erfindungsgemäß die

Produktionsrichtung, in der die Mehrschichtfolie hergestellt und ggf. aufgerollt wird, und unter dem Begriff„quer zur Maschinenrichtung" wird die Richtung im rechten Winkel zur Produktionsrichtung der Mehrschichtfolie verstanden.

In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die Weiterreißkraft der

erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie sowohl in Maschinenrichtung als auch quer zur Maschinenrichtung höchstens 800 mN, bestimmt bei einer Gesamtfoliendicke von 50 μηι nach dem Elmendorf-Test gemäß DIN EN ISO 6383-2.

Weiterhin bevorzugt weist die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie ein Verhältnis der Weiterreißkraft in Maschinenrichtung zur Weiterreißkraft quer zur Maschinenrichtung von 2 : 1 bis 1 : 2, vorzugsweise 1 ,5 : 1 bis 1 : 1 ,5, bestimmt bei einer

Gesamtfoliendicke von 50 μηι nach dem Elmendorf-Test gemäß DIN EN ISO 6383-2, auf.

Die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie ermöglicht auch ein gerades und fortlaufend lineares Ein- und Weiterreißverhalten mit gegebenenfalls höchstens unwesentlichen Abweichungen, d. h. mit einer durchschnittlichen maximalen Abweichung von höchstens < 5 mm eines geraden und linearen Risses, sowohl in Maschinenrichtung (MD) als auch quer zur Maschinenrichtung (CD) gemessen gemäß der nachstehend aufgeführten Bestimmung des geraden, linearen Weiterreißverhaltens. .

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Die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie zeichnet sich auch durch eine hohe

Durchstoßfestigkeit, vorzugsweise von mindestens 30 N, besonders bevorzugt von mindestens 40 N, bestimmt bei einer Gesamtfoliendicke von 50 μηη nach ASTM E 154-88 Teil 10, aus.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Polyethylen der Schichten (a), (b) und (c) jeweils eine Dichte im Bereich von 0,920 bis 0,935 g/cm 3 auf.

Vorzugsweise ist die Schmelztemperatur des Polyethylens der Schichten (a), (b) und (c) höchstens 1 18 °C, besonders bevorzugt höchstens 1 16 °C, bestimmt gemäß DIN EN ISO 3146.

Sowohl die Schicht (a) als auch die Schicht (c) können, gleich oder verschieden voneinander, aus einer Mischung (a) aus wenigstens einem Polyethylen mit einer niedrigeren Dichte im Bereich von 0,915 bis 0,935 g/cm 3 , vorzugsweise von 0,920 bis 0,935 g/cm 3 , und aus (ß) wenigstens einem aliphatischen C 3 - Ce Olefin Homo- oder Copolymeren, vorzugsweise wenigstens einem Propylen Homo- oder Copolymeren, besonders bevorzugt einem Polypropylen und/oder Propylen Copolymeren, als die Polymer-Komponenten der jeweiligen Schicht aufgebaut sein.

Vorzugsweise besteht die Polymermischung aus (a) und (ß) zu wenigstens 50 Gew.%, besonders bevorzugt zu wenigstens 70 Gew.% bis zu 95 Gew.%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Polymermischung (a) und (ß), aus der

Polyethylen-Komponente (a). Vorzugsweise ist zumindest eine der Schichten (a) und (c) eine Oberflächenschicht der erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie und vorzugsweise heißsiegelfähig.

Die Schichten (a) und (c) können gleich oder verschieden, vorzugsweise gleich sein.

Die Schicht (a) bzw. die Schicht (c) der erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie weist vorzugsweise eine Schichtdicke von 5 μιη bis 75 μιη, besonders bevorzugt von 10 μιτι bis 50 μηι, insbesondere bevorzugt von 15 μιη bis 25 μηη auf.

In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie weisen die Schicht (a) und die Schicht (c) einen identischen Schichtaufbau, vorzugsweise eine identische Schichtdicke und/oder eine identische

Zusammensetzung der Polymer-Komponente bzw. Polymer-Komponenten auf.

Die Schicht (b) der erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie basiert auf einer Mischung

I aus wenigstens einem Polyethylen mit einer niedrigen Dichte im Bereich von 0,915 bis 0,935 g/cm 3 , vorzugsweise 0,920 bis 0,935 g/cm 3 , und

II aus wenigstens einem thermoplastischen Polymeren ausgewählt aus der Gruppe umfassend Polystyrole, Styrolcopolymere und deren Mischungen.

Vorzugsweise eignen sich als Polymer-Komponente II Polystyrole, Copolymere von Styrol/Acrylnitril, Copolymere von Styrol/Butadien, Copolymere von

Styrol/(Meth)acrylat, Copolymere von Styrol/Acrylnitril/(Meth)Acrylaten, Copolymere von Styrol/Acrylnitril/Butadienen, besonders bevorzugt wenigstens ein Polystyrol oder Mischungen von Polystyrol und Styrol/Butadien Copolymeren, insbesondere

Styrol/Butadien Blockcopolymere. Vorzugsweise besteht die Mischung aus Polystyrol und Coppolymeren von Styrol, insbesondere Styrol/Butadien Copolymeren aus 60-85 Gew.% Polystyrol und 40-15 Gew.% aus Styrol Copolymeren.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Polymerkomponente II eine

Glasübergangstemperatur T g von wenigstens 60°C, vorzugsweise mindestens 80°C und ganz besonders bevorzugt mindestens 90°C bis vorzugsweise höchstens < 150°C, besonders bevorzugt bis höchstens < 130°C auf, bestimmt nach ISO 11357- 1 ,-2,-3 (DSC).

Vorzugsweise beträgt der Anteil des Styrol in den Styrol-Copolymeren der Schicht (b) mindestens 40 Gew.%, besonders bevorzugt mindestens 50 Gew.%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Styrol-Copolymeren.

In einer besonderen Ausführungsform beträgt der Anteil der Polymer Komponente II in der Schicht (b) höchstens 50 Gew.%, bevorzugt höchstens

40 Gew.-%, und besonders bevorzugt 20-35 Gew.%, bezogen auf das

Gesamtgewicht der Polymer-Komponenten I und II der Schicht (b).

Vorzugsweise weist die Schicht (b) eine Schichtdicke von 5 pm bis 100 μητι,

besonders bevorzugt von 10 pm bis 50 pm, ganz besonders bevorzugt von 15 pm bis 30 pm auf.

Die Schichtdicke der Schicht (b) beträgt vorzugsweise mindestens 20%, besonders bevorzugt 25-75%, bezogen auf die Gesamtdicke der Schichtfolge (a)-(c). Q

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Vorzugsweise beträgt die Gesamtdicke der Schichtfolge (a)-(c) mindestens 30%, besonders bevorzugt 50% bis 100%, bezogen auf die Gesamtdicke der

Mehrschichtfolie.

Die Herstellung der erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie kann nach beliebigen Herstellungsverfahren, wie z. B. durch Laminierung, Extrusion, vorzugsweise durch Co-Extrusion, ganz besonders bevorzugt durch Blasfolien-Co-Extrusion erfolgen.

In einer weiteren Ausführungsform kann die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie als jeweilige Einzelschichten, als Teilverbund oder als gesamte Mehrschichtfolie in Form einer Schlauchfolie produziert und verarbeitet werden.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird zumindest die Schichtfolge (a)- (c) in Form eines vorzugsweise coextrudierten Folienschlauches produziert.

Dabei kann die coextrudierte Schichtfolge (a)-(c) vorzugsweise ein Aufblasverhältnis von mindestens 1 : 1 , besonders bevorzugt von mindestens 1 ,5 : 1 ganz besonders bevorzugt von mindestens 2 : 1 , aufweisen.

In einer weiteren Ausführungsform kann die Mehrschichtfolie auch als Laminat umfassend die coextrudierte Schichtfolge (a)-(c) und ggf. mindestens eine weitere Schicht produziert werden.

Als weitere Schicht kann eine Barriereschicht (d) und/oder eine Schicht (e) basierend auf mindestens einem thermoplastischen Polymeren als Trägerschicht vorliegen, wobei die Barriereschicht ggf. jeweils über eine Haftvermittlerschicht mit den übrigen Schichten des Folienverbundes verbunden ist.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform liegt die gesamte Mehrschichtfolie in Form eines vorzugsweise coextrudierten Folienschlauches vor, die ggf. zu einer flachgelegten Folie verarbeitet werden kann.

Besonders bevorzugt wird die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie als eine

Mehrschicht-Blasfolie, bevorzugt durch Extrusion, insbesondere durch Blasfolien- Coextrusion hergestellt.

In einer weiteren Ausführungsform kann die Mehrschichtfolie teilweise oder insgesamt als eine Castfolie hergestellt und verarbeitet werden.

Vorzugsweise ist die als Castfolie hergestellte Mehrschichtfolie zumindest monoaxial in einem Reckverhältnis von mindestens 1 :1 ,5, besonders bevorzugt von mindestens 1 : 2, besonders bevorzugt 1 : 2 bis 1 : 4, gereckt.

In einer bevorzugten Ausführungsform kann die als Castfolie hergestellte

Mehrschichtfolie monoaxial in Längsrichtung in einem Reckverhältnis von

vorzugsweise mindestens 1 : 1 ,5, besonders bevorzugt von mindestens 1 : 2, ganz besonders bevorzugt 1 : 2 bis 1 : 4 gereckt sein.

In einer anderen bevorzugten Ausführungsform weist die als biaxial gereckte

Castfolie hergestellte Mehrschichtfolie ein Verhältnis von Längs- zu Querreckung von vorzugsweise mindestens 1 : 1 , besonders bevorzugt mindestens 1 ,1 : 1 und ganz besonders bevorzugt mindestens 1 ,2 : 1 auf.

Wie vorstehend ausgeführt können einzelne oder sämtliche Schichten der erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie durch (Co)-Extrusion, vorzugsweise als Flachfilmextrudate (=Cast-Filme) oder als ggf. mehrschichtige Schlauchfilme hergestellt werden. Die extrudierten Filme können so während der Herstellung oder vorzugsweise unmittelbar nach der Extrusion im notwendigen Ausmaß gereckt werden.

Werden einzelne Schichten der erfindungsgemäß zum Einsatz kommenden Mehrschichtfolie nach einem der vorstehenden Verfahren separat hergestellt oder weisen einzelne Schichten keine ausreichende Verbundhaftung auf, so kann zum weiteren Aufbau der Mehrschichtfolie eine Haftvermittlerschicht notwendig sein. Diese kann z.B. als Schmelze oder als eine flüssige Zubereitung, zum Beispiel als Lösung oder Dispersion, nach üblichen Methoden wie Sprühen oder Gießen auf eine der zu verbindenden Schichten der erfindungsgemäß zum Einsatz kommenden

Mehrschichtfolie, wie z.B. auf die Schicht (c) aufgebracht und mit einer der weiteren Schichten verbunden werden. Alternativ kann die Haftvermittlerschicht ggf. auch auf die Schicht (c) durch Extrusion aufgebracht und unmittelbar mit einer weiteren Schicht wie einer Barriereschicht oder einem Schichtverbund verbunden werden.

Wie bereits ausgeführt, kann die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie neben der Schichtfolge (a)-(c) weitere Schichten enthalten. Je nach Art dieser Schichten können diese mit der Schichtfolge (a)-(c) coextrudiert werden oder auf die

Schichtfolge (a)-(c) laminiert werden. So kann die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie neben der Schichtfolge (a)-(c) eine Barriereschicht (d) aufweisen.

Vorzugsweise dient diese Barriereschicht (d) als eine Gasbarriereschicht, besonders bevorzugt eine Sauerstoffbarriereschicht und/oder eine Wasserdampfbarriereschicht.

Die Barriereschicht (d) kann vorzugsweise auf wenigstens einem Ethylen- Vinylalkohol-Copolymeren, wenigstens einem Polyvinylalkohol, wenigstens einem Metall, vorzugsweise Aluminium, oder wenigstens einem Metalloxid, vorzugsweise SiOx oder Aluminiumoxid basieren, wobei das Metall als Folie vorliegen oder als Metalloxid aufgedampft sein kann.

Die Barriereschicht (d) kann auf einem Ethylen-Vinylalkohol-Copolymeren (EVOH) basieren, das durch im wesentlichen vollständige Hydrolyse von einem entsprechenden Ethylen-haltigen Polyvinylacetat (EVAc) erhalten wurde. Diese vollverseiften ethylenhaltige Polyvinylacetate weisen einen Verseifungsgrad > 98 % und einem Ethylen-Anteil von 0,01-80 mol-%, vorzugsweise von 1-50 mol-% auf.

Die Barriereschicht (d) kann auch auf einem Polyvinylalkohol basieren, der durch im wesentlichen vollständige Hydrolyse von einem Polyvinylacetat (PVA) gewonnen wurde und als vollverseiftes Polyvinylacetat einen Verseifungsgrad > 98 % aufweist.

Sofern als Barriereschicht (d) eine Metall eingesetzt wurde, ist diese bevorzugt aus Aluminium, das aufgedampft wurde. Die Barriereschicht (d) weist vorzugsweise eine Schichtdicke von 1 pm bis 100 μηη, bevorzugt von 2 μιη bis 80 μηη, besonders bevorzugt von 3 μητι bis 60 μιτι, ganz besonders bevorzugt von 4 μηι bis 40 μηη auf, wobei die Schichtdicke eines aufgedampften Metalls oder Metalloxides im A-Bereich liegt.

Die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie kann neben der Schichtfolge (a)-(c) und einer gegebenenfalls vorhandenen Barriereschicht (d) gegebenenfalls eine Schicht (e) basierend auf wenigstens einem thermoplastischen Polymeren als Trägerschicht aufweisen.

Zur Herstellung der Schicht (e) eignen sich vorzugsweise thermoplastische Polymere ausgewählt aus der Gruppe umfassend Polyolefine, Polyamide, Polyester,

Polystyrole und Copolymere aus wenigstens zwei Monomeren der genannten

Polymere, besonders bevorzugt Olefin-Homo- oder Copolymere und/oder Polyester.

Die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie kann ggf. an wenigstens einer ihrer

Oberflächen eine Releaseschicht, vorzugsweise basierend auf wenigstens einem ausgehärteten Polysiloxan, aufweisen, vorzugsweise wenn sie nicht als

Verpackungsmaterial dient.

Die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie kann ggf. auch auf beiden Oberflächen eine Releaseschicht, vorzugsweise basierend auf wenigstens einem ausgehärteten Polysiloxan, aufweisen, wenn die Mehrschichtfolie ggf. nicht als Verpackungsmaterial dient. Unter dem Begriff "Polysiloxan" werden im Sinne der vorliegenden Erfindung

Verbindungen verstanden, deren Polymerketten abwechselnd aus Silicium- und Sauerstoffatomen aufgebaut sind. Ein Polysiloxan basiert auf n wiederkehrenden Siloxan-Einheiten (-[Si(R 2 )-0]-) n , welche jeweils unabhängig voneinander mit zwei organischen Resten R disubstituiert sind, wobei R vorzugsweise jeweils für R 1 oder OR 1 steht und R 1 jeweils für einen Alkyl-Rest oder einen Aryl-Rest steht.

Vorzugsweise basiert das erfindungsgemäße ausgehärtete Polysiloxan auf einer wiederkehrenden Dialkylsiloxan-Einheit oder auf einer wiederkehrenden Alkylaryl- Siloxan-Einheit. Je nachdem, wie viele Si-O-Bindungen eine einzelne Siloxan- Einheit, jeweils bezogen auf ein vierwertiges Siliciumatom, aufweist, lassen sich diese Einheiten in endständige monofunktionelle Siloxane (M) mit einer Si-O- Bindung, difunktionelle Siloxane (D) mit zwei Si-O-Bindungen, trifunktionelle Siloxane (T) mit drei Si-O-Bindungen und tetrafunktionelle Siloxane (Q) mit vier Si-O- Bindungen unterscheiden. Vorzugsweise weist das erfindungsgemäß eingesetzte Polysiloxan eine vernetzte ring- oder kettenförmige, besonders bevorzugt eine vernetzte kettenförmige Struktur auf, welche durch (D)-, (T)-, und/oder (Q)-Einheiten zu einem zwei-oder dreidimensionalen Netzwerk verknüpft ist. Die Anzahl n der wiederkehrenden Siloxan-Einheiten [Si(R2)-O]-) n in der Polysiloxankette wird als Polymerisationsgrad des Polysiloxans bezeichnet.

Die ggf. vorhandene Releaseschicht basiert vorzugsweise auf wenigstens einem ausgehärteten, d.h. vernetzten Polysiloxan ausgewählt aus der Gruppe umfassend additionsvernetzte, vorzugsweise metallkatalysiert additionsvernetzte,

kondensationsvernetzte, radikalisch vernetzte, kationisch vernetzte und/oder durch Feuchtigkeitseinwirkung vernetzte Polysiloxane. Λ Γ

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Vorzugsweise basiert die Releaseschicht auf wenigstens einem ausgehärteten Polysiloxan, das durch thermische Aushärtung, durch Aushärtung mit

elektromagnetischer Strahlung, vorzugsweise durch UV-Strahlung, oder durch Feuchtigkeitseinwirkung ausgehärtet wurde. Bevorzugt basiert die Releaseschicht der erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie auf wenigstens einem ausgehärteten Polysiloxan ausgewählt aus der Gruppe umfassend Polydialkylsiloxane,

vorzugsweise Polydimethylsiloxane, und Polyalkylarylsiloxane, vorzugsweise

Polymethylphenylsiloxane, die durch UV-Strahlung ausgehärtet wurden.

Die ggf. vorhandene Releaseschicht der erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie weist vorzugsweise eine Schichtdicke von 0,1 pm bis < 3 pm, vorzugsweise von 0,2 pm bis 1 ,5 pm auf.

Die Schicht (a), die Schicht (b), die Schicht (c) sowie die ggf. vorhandene

Barriereschicht (d), Trägerschicht (e), und die ggf. vorhandenen Haftvermittlerschichten aus den angegebenen Polymer-Komponenten können, wenn notwendig, jeweils unabhängig voneinander mit Additiven ausgewählt aus der Gruppe

umfassend Antioxidantien, Antiblockmittel, Antifog mittel, Antistatika, antimikrobielle Wirkstoffe, Lichtschutzmittel, UV-Absorber, UV-Filter, Farbstoffe, Farbpigmente, Stabilisierungsmittel, vorzugsweise Hitze-Stabilisatoren, Prozess-Stabilisatoren und UV- und/oder Licht-Stabilisatoren, vorzugsweise basierend auf wenigstens einem sterisch gehinderten Amin (HALS), Prozesshilfsmittel, Flammschutzmittel,

Nukleierungsmittel, Kristallisationsmittel, Gleitmittel, optische Aufheller,

Flexibilisierungsmittel, Siegelmittel, Weichmacher, Silane, Abstandshaiter, Füllstoffe, Peel-Additive, Wachse, Benetzungsmittel, oberflächenaktive Verbindungen, vorzugsweise Tenside, und Dispergiermittel, dotiert sein. Dabei ist zu beachten, dass durch die Zugabe von Additiven bzw. ihrer Menge das Weiterreißverhalten der erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie nicht verschlechtert wird.

Die Schicht (a), die Schicht (b), die Schicht (c) sowie die ggf. vorhandenen Schichten (d) und (e) und die ggf. vorhandenen Haftvermittlerschichten können, jeweils unabhängig voneinander, wenigstens 0,01-30 Gew.-%, vorzugsweise wenigstens 0,1-20 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht einer einzelnen Schicht, wenigstens eines der vorstehend genannten Additive enthalten. Dazu können die Additive in Form eines master batch in Polyolefinen oder Olefincopolymeren in die jeweilige Schicht eingearbeitet werden.

Die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie kann bedruckt und/oder eingefärbt und/oder geprägt sein.

Die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie kann ggf. auf wenigstens einer ihrer

Oberflächen mit einer Klebeschicht ausgerüstet sein.

Als geeignete Klebstoffe der Klebeschicht eignen sich beispielsweise Haftkleber auf der Basis von Acrylaten, Naturkautschuken, Styrol-Isopren-Styrol-Blockcopolymeren und Klebstoffe auf Silikonbasis, wie z. B. Polydimethylsiloxan und

Polymethylphenylsiloxan.

Die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie eignet sich vorzugsweise als

Verpackungsmaterial. Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher die Verwendung einer erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie als Verpackungsmaterial.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher die Verwendung einer

erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie zur Herstellung eines Verpackungselements.

Die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie eignet sich insbesondere zur Herstellung eines Verpackungselements und/oder einer Verpackung, vorzugsweise einer

Beutelverpackung, einer Einzelportionsverpackung, eines Sachets oder eines Stickpacks.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher die Verwendung einer

erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie zur Herstellung einer Verpackung,

vorzugsweise einer Beutelverpackung, einer Einzelportionsverpackung, eines Sachets oder eines Stickpacks.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher eine Verpackung in Form einer Beutelverpackung, einer Einzelportionsverpackung, eines Sachets oder eines

Stickpacks aus einer erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie.

Die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie wird vorzugsweise zur Herstellung von leicht zu öffnenden Verpackungen verwendet.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher eine leicht zu öffnende Verpackung aus einer erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie. Aus einer solchen Verpackung kann das verpackte Gut problemlos entnommen werden, da es beim Auf- und Weiterreißen der Verpackung zu einem geraden, linearen Verlauf des Risses, wie bereits vorstehend beschrieben, kommt. Die Gefahr des Verschüttens ist damit minimiert.

Die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie eignet sich vorzugsweise zur Herstellung eines leicht zu öffnenden Verpackungselementes, z. B. als Deckel einer zweiteiligen Verpackung. Eine solche erfindungsgemäße zweiteilige Verpackung umfasst den Deckel aus einer erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie und einen Behälter, der vorzugsweise als Mulde aus thermogeformtem Kunststoff ausgebildet ist.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher ein leicht zu öffnendes

Verpackungselement, vorzugsweise ein Deckel, aus der erfindungsgemäßen

Mehrschichtfolie.

Eine erfindungsgemäße Verpackung zeichnet sich dadurch aus, dass sie ein leichtes und gerades, lineares Weiterreißverhalten unabhängig von der Produktionsrichtung der verwendeten, erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie zeigt, d.h. sowohl in

Maschinenrichtung als auch quer dazu, wie vorstehend bereits näher erläutert, und somit leicht zu öffnen ist. Für das Aufreißen einer erfindungsgemäßen Verpackung kann eine Kerbe oder Schwächung angebracht werden. Wenn eine Kerbe oder Schwächung angebracht wird, so sollte diese vorzugsweise im Siegelnahtbereich in Aufreißrichtung vorliegen.

Die erfindungsgemäße Verpackung zeichnet sich ferner dadurch aus, dass sie eine hohe Durchstoßfestigkeit hat, wodurch sie besser zu handhaben ist, d.h. dass sie bei Lagerung, Transport und Verkauf durch Einwirkung von Stößen weniger leicht beschädigt werden kann im Vergleich zu Folien mit ähnlichem Weiterreißverhalten.

In einer anderen bevorzugten Ausführungsform eignet sich eine erfindungsgemäße Mehrschichtfolie auch als Trennfolie.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher die Verwendung einer

erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie als Trennfolie, insbesondere mit einer

Releaseschicht als Oberflächenschicht.

Da es bei solchen Einsätzen u.a. darauf ankommt, dass die Trennfolie ggf. mit dem geschützten Substrat in der gewünschten Länge leicht und im geraden, linearen Verlauf abgetrennt werden kann, ist die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie aufgrund ihres Ab- bzw. Weiterreißverhaltens als Trenn- und Schutzfolie besonders geeignet.

In einer solchen Ausführungsform kann die erfindungsgemäße Mehrschichtfolie als Schutz- und Trennfolie für Klebebänder verwendet werden.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher die Verwendung einer

erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie als Schutz- und Trennfolie für Klebebänder.

Bestimmung der Weiterreißfestigkeit

Die Weiterreißkraft (Weiterreißfestigkeit) in Maschinenrichtung (MD) und quer zur Maschinenrichtung (CD) einer erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie mit einer 2Q bestimmten Gesamtfoliendicke wird jeweils gemäß dem Elmendorf-Verfahren nach ISO 6383-2 bestimmt und in [mN] angegeben.

Bestimmung der Durchstoßfestigkeit

Die Durchstoßfestigkeit einer erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie mit einer bestimmten Gesamtfoliendicke wird nach ASTM E 154-88 Teil 10 bestimmt und in [N] angegeben.

Bestimmung des geraden, linearen Weiterreißverhaltens

Die Beurteilung eines geraden, linearen Weiterreißverhalten einer

erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie erfolgt durch Messung der Abweichung von einem geraden, linearen Verlauf eines Risses beim Reißen (Weiter- bzw. Abreißen). Diese wird in [mm] angegeben.

Aus einer erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie mit einer bestimmten

Gesamtfoliendicke, deren Weiterreißverhalten ermittelt werden soll, werden jeweils 10 Proben derart zugeschnitten, dass sie eine Länge von 100 mm parallel zur

Maschinenrichtung (MD) und eine Breite von 50 mm quer zur Maschinenrichtung (CD) aufweisen. Ferner werden 10 Proben derart zugeschnitten, dass sie eine Länge von 100 mm quer zur Maschinenrichtung (CD) und eine Breite von 50 mm parallel zur Maschinenrichtung (MD) aufweisen.

Die einzelnen Proben werden jeweils in der Mitte der Breitseite fadengerade und parallel zur Längsseite 50 mm eingeschnitten und unterhalb des Einschnitts mittig nA

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und parallel zur Längsseite mit einem doppelseitigen Klebeband mit einer Breite von 20 mm und einer Länge von 90 mm versehen. Mittels eines Markers wird eine lineare Verlängerungslinie des Einschnitts aufgemalt, welche als gerade, lineare Reißlinie zum Messen der Abweichung dient.

Die Bestimmung des Reißverhaltens der einzelnen Proben wird bei Normalklima (DIN 50014-23/50-2) durchgeführt. Dazu wird ein Schenkel der einzelnen Proben jeweils mit Hilfe des aufgeklebten doppelseitigen Klebebandes in einem definierten Winkel von 45°C [ß] auf einer Metallschiene mit einer Breite von 100 mm und einer Länge von 350 mm fixiert.

Die Metallschiene wird in die untere Spannklemme eines elektronischen

Zerreißgerätes (Zwick) eingespannt. Das eingeschnittene Ende des nicht fixierten Schenkels („das nicht fixierte Hosenbein") der einzelnen Proben wird mit Hilfe eines doppelseitigen Klebebandes an einem ca. 400 mm langen, steifen Folienstreifen fixiert und dieser wird in die obere Spannklemme des Zerreißgerätes eingespannt.

Die beiden Schenkel der einzelnen Proben werden nun bis zur vollständigen Teilung der Probe unter einem Winkel von 175° und mit einer Geschwindigkeit von 500 mm/min auseinandergezogen.

Für die Beurteilung des linearen Weiterreißverhaltens der Proben wird die maximale Abweichung A des Risses in mm gegenüber der Markierungslinie (gerader, linearer Riss in Verlängerung des Einschnitts) am Probenende ermittelt. Aus den gemessenen maximalen Abweichungen A der 10 Proben mit den Maßen 100 mm (MD) x 50 mm (CD) wird der Mittelwert gebildet. Dieser dient zur Beurteilung des linearen Reißverhaltens in Maschinenrichtung (MD).

Dementsprechend wird aus den gemessenen maximalen Abweichungen A der 10 Proben mit den Maßen 100 mm (CD) x 50 mm (MD) ebenfalls der Mittelwert gebildet. Dieser dient zur Beurteilung des linearen Reißverhaltens quer zur Maschinenrichtung (CD).

Sofern der Mittelwert der gemessenen maximalen Abweichungen 5 mm von geraden, fortlaufenden Riss liegt, wird dies als ein gerades und fortlaufend lineares Ein- und Weiterreißverhalten bewertet.

Beispiele:

Die nachfolgenden Beispiele und Vergleichsbeispiele dienen der Erläuterung der Erfindung, sind jedoch nicht einschränkend auszulegen.

I. Chemische Charakterisierung der eingesetzten Rohstoffe:

Lupolen 3020 H : LDPE der Firma Basell; Dichte (ISO 1183): 0.927 g/cm 3 ;

Schmelztemperatur (ISO 3146): 114 °C

Polystyrene 1340: Polystyrol der Firma Total Petrochemicals; Dichte (ISO

1183): 1 ,05 g/cm 3 ; Vicat-Erweichungstemperatur VST/A/50 (ISO306): 98°C

II. Herstellung einer erfindungsgemäßen Mehrschichtfolie

Gemäß Beispiel (B1) besteht die Folie aus drei Schichten, und weist eine

Gesamtdicke von 50 pm auf. Die Schichtdickenverhältnisse betragen 1 :2:1. Die einzelnen Schichten der Mehrschichtfolie B1 grenzen jeweils in der nachfolgend angegebenen Reihenfolge unmittelbar aneinander an. Die Folie B1 wurde jeweils durch Blasfolien-Co-Extrusion hergestellt. Das Aufblasverhältnis betrug jeweils 2 : 1. III. Beispiel

Alle nachfolgenden %-Angaben sind jeweils Gew.-%. II 1.1 Beispiel 1

Schicht (a) (12,5 [im): 100% Lupolen 3020 H

Schicht (b) (25 μηη): 80% Lupolen 3020 H und 20% Polystyrene 1340

Schicht (c) (12,5 μηι): 100% Lupolen 3020 H

IV. Bestimmung der Elmendorf-Reißfestigkeit, der Durchstoßfestiqkeit und der Abweichung von einem geraden, linearen Riss

Von der Mehrschichtfolie gemäß Beispiel (B1) wurde nach den vorstehend beschriebenen Methoden die Reißfestigkeit (Elmendorf) in Maschinenrichtung (MD) und quer zur Maschinenrichtung (CD) und die Durchstoßfestigkeit sowie die

Abweichung zum geraden, linearen Riss beim Weiterreißen in Maschinenrichtung (MD) und quer zur Maschinenrichtung (CD) bei jeweils einer Gesamtfoliendicke von 50 Mm ermittelt.

Beispiel/ Weite rr eißkraft Durchstoßfestigkeit Abweic hung A

[m N] [N] [m m]

MD CD MD CD

B1 201 420 44 1 ,5 4,0