Gord, Herbert (Ahornweg 5, Ingelheim, 55218, DE)
Lutz, Walter (Im Gehren 45, Budenheim, 55257, DE)
Hammer, Klaus-dieter (An der Hasenquelle 25, Mainz, 55120, DE)
Gord, Herbert (Ahornweg 5, Ingelheim, 55218, DE)
Lutz, Walter (Im Gehren 45, Budenheim, 55257, DE)
| 1. | Viskose und harzgebundenes Faservlies auf der Basis von cellulosischen Fasern, dadurch gekennzeichnet, daß es zusätzlich mit einem nieder molekularen, nicht mit sich selbst reagierenden Hamstoffmethylol vernetzt ist. |
| 2. | Faservlies gemäß Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß das nieder¬ molekulare Hamstoffmethylol cyclisch ist. |
| 3. | Faservlies gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das cyclische Hamstoffmethylol ein gegebenenfalls in 4 und/oder 5Position substi¬ tuiertes 1 ,3Bishydroxymethyltetrahydroimidazol2on (= Dimethylol ethylenharnstoff), bevorzugt 4,5Dihydroxy1 ,3bishydroxymethyltetra hydroimidazol2on (= Dimethyloldihydroxyethylenhamstoff), ein 1 ,3Bis hydroxymethyl5(C1 C6)alkyltetrahydro1 H[1 ,3,5]triazin2on, bevorzugt 1 ,3Bishydroxymethyl5ethyltetrahydro1 W[1 ,3,5]triazin2on (= Dime thylolethyltriazinon),1 ,3Bishydroxymethyltetrahydro1Hpyrimidin2on (= Dimethylolpropylenharnstoff), 5Hydroxy1 ,3bishydroxymethyl tetrahydro1//pyrimidin2on (= Dimethylolhydroxypropylenhamstoff) oderTetrakishydroxymethyltetrahydro1//,3Himidazo[4,5c(limidazol2,5 dion (= Tetramethylolacetylendiharnstoff) ist. |
| 4. | Faservlies gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil des Hamstoffmethylols 1 bis 12 Gew.%, bevorzugt 3 bis 6 Gew.%, beträgt, jeweils bezogen auf sein Gesamt Trockengewicht. |
| 5. | Faservlies gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Harz ein wasserlösliches kationisches Harz, bevorzugt ein PolyaminPolyamidEpichlorhydrinHarz, ist. |
| 6. | Faservlies gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Trockengewicht von 12 bis 30 g/m2, bevorzugt von 15 bis 28 g/m2, aufweist. |
| 7. | Verfahren zur Herstellung des Faservlieses gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß es die folgenden Schritte umfaßt: a) Bereiten eines wäßrigen Breis (PuIp), der Fasern aus cellulosi schem Material umfaßt; b) gegebenenfalls Vermischen des Faserbreis mit wasserlöslichen Bindemitteln, bevorzugt mit wasserlöslichen kationischen Harzen, insbesondere mit PolyaminPolyamidEpichlorhydrinHarzen; c) Ablegen der Fasern auf einem Sieb zur Bildung eines Faserpapiers; d) Trocknen des Faserpapiers; e) Behandeln des trockenen Faserpapiers mit verdünnter Viskose, die zusätzlich mindestens ein niedermolekulares, nicht mit sich selbst reagierendes Harnstoffmethylol enthält; f) Regenerieren der Viskose zu Cellulosehydrat in einem sauren Fällbad und g) erneutes Trocknen. |
| 8. | Verfahren gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Harn stoffmethylol nicht mit der verdünnten Viskose vermischt, sondern in dem sauren Fällbad enthalten ist. |
| 9. | Nahrungsmittelhülle auf der Basis von regenerierter oder gefällter Cellulose, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Faservlies gemäß den Ansprüchen 1 bis 6 als Verstärkung umfaßt. |
| 10. | Nahrungsmittelhülle gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß sie innen und/oder außen zusätzlich beschichtet oder imprägniert ist. |
| 11. | Nahrungsmittelhülle gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß es eine künstliche Wursthülle ist. |
Die Erfindung bezieht sich auf ein naßfest und alkaliresistent gebundenes Vlies auf Basis von cellulosischen Fasern sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung. Sie bezieht sich ferner auf eine Nahrungsmittelhülle auf Basis von Cellulose- hydrat, die das Faservlies als Verstärkungsmaterial enthält. Die Nahrungsmittel¬ hülle ist insbesondere als künstliche Wursthülle vorgesehen.
Schlauchförmige Hüllen auf Basis von Cellulosehydrat mit einer Verstärkung aus einem Faservlies, die auch als Cellulose-Faserdärme bezeichnet werden, haben sich seit langem bewährt. Bei der Herstellung der Cellulose-Faserdärme wird im allgemeinen zunächst ein Faservlies bzw. Faserpapier, vorzugsweise ein Hanf¬ faserpapier, zu einem Schlauch geformt. Der Schlauch wird dann von außen, von innen oder von beiden Seiten mit Viskose beaufschlagt. Er durchläuft danach ein saures Spinnbad, in dem die Viskose koaguliert und zu Cellulose regeneriert wird. Der Faserpapierschlauch ist schließlich auf einer oder beiden Seiten vollständig mit einer Schicht aus Cellulosehydrat bedeckt.
Das Faserpapier muß nicht notwendig zu einem Schlauch geformt werden. Es ist auch bekannt, ein Faserpapier im flachen Zustand mit Viskose zu beschichten und die Viskose dann in Spinn- und Waschbädern zu koagulieren und schließlich zu Cellulosehydrat zu regenerieren. Das mit Cellulosehydrat beschichtete Faser¬ papier kann dann gegebenenfalls zu einem Schlauch geformt werden, dessen überlappende Ränder zur Bildung einer dauerhaft festen Naht miteinander verklebt, gesiegelt oder vernäht werden. Schlauchförmige faserverstärkte CeIIu- losehüllen mit oder ohne Naht werden in großem Umfang als künstliche Wurst¬ hüllen eingesetzt.
Im Stand der Technik sind verschiedene Möglichkeiten offenbart, wie ein
Faservlies oder Faserpapier naßfest und alkaliresistent gemacht werden kann. Gemäß der US-A 3 135 613 wird ein Hanffaserpapier mit einer verdünnten Viskoselösung imprägniert, wobei die Viskoselösung einen Anteil an Cellulosexanthogenat enthält, der 0,5 bis 3 Gew.-% Cellulose entspricht. Das
Cellulosexanthogenat wird dann in einem sauren Spinnbad zu Cellulosehydrat regeneriert. Das imprägnierte Faservlies wird anschließend gewaschen und getrocknet. Der auf den Hanffasern entstandene Überzug aus regenerierter Cellulose ist so dünn, daß die poröse Struktur des Papiers erhalten bleibt. Er erhöht vor allem die Naßfestigkeit des Papiers. Nachteilig an diesem sogenannten viskosegebundenen Faserpapier ist die Tatsache, daß der Überzug aus regenerierter Cellulose nicht ausreichend alkalibeständig und hydrolysefest ist. Bei der Herstellung von faserverstärkten Cellulosehüllen wird das Faserpapier mit Viskoselösung beschichtet, die bekanntermaßen stark alkalisch ist. Bei der Einwirkung der Beschichtungsviskose auf das Papier wird das bereits als
Bindemittel für die Papierfasern vorhandene Cellulosehydrat daher teilweise wieder aufgelöst. Die Papierfasern sind dann nicht mehr ausreichend fest miteinander verbunden. Bemerkbar macht sich das auch in den fertigen faserverstärkten Cellulosehüllen. Sie neigen bereits bei einem relativ geringen Innendruck zum Platzen.
Um diesen Nachteil zu überwinden, wurden daher Faserpapiere entwickelt, die auf andere Weise naßfest gemacht wurden. So ist der GB 1 091 105 ein Hanffaserpapier offenbart, das ein alkali-härtendes synthetisches Harz enthält, beispielsweise ein polymeres Reaktionsprodukt von Epichlorhydrin mit Polyamid oder ein Polyethylenimin-Harz. Zur Herstellung einer faserverstärkten Cellulose- Nahrungsmittelhülle wird dieses Papier in der bekannten Weise zu einem Schlauch geformt und mit Viskose beschichtet. Die Cellulose wird dann wie üblich aus der Viskose regeneriert.
In der US-A 3484256 wird dieses Konzept weiterentwickelt. Das Faserpapier ist nunmehr gebunden mit einer Mischung aus einem kationischen, wärmehärtenden Harz und einem ionischen oder nicht-ionischen Polyacrylamid-Harz. Die Berst¬ festigkeit der mit diesem Faserpapier hergestellten faserstärkten Cellulosehydrat- Wurshüllen ist für bestimmte Wursttypen jedoch noch immer nicht ausreichend.
In der nicht vorveröffentlichten DE-A 10 2004 051 298 ist ein naßfestes Faser¬ vlies, bevorzugt ein Faserpapier, beschrieben das neben Fasern aus cellulose- haltigem Material zusätzlich Fasern aus thermoplastischem Kunststoff enthält, die
an den Kreuzungspunkten fest miteinander verschweißt sind. Die Fasern aus cellulosehaltigem Material sind bevorzugt Hanffasem, während die Fasern aus thermoplastischem Kunststoff bevorzugt solche aus Polypropylen, Polyester oder Polyamid sind. Verbunden werden die Fasern unter der Einwirkung von Druck und/oder Hitze, insbesondere mit Hilfe von beheizten Kalanderwalzenpaaren, was apparativ aufwendig ist. Das Faservlies bzw. Faserpapier wird insbesondere als Verstärkung in Nahrungsmittelhüllen auf Basis von regenerierter Cellulose, speziell in künstlichen Wursthüllen auf Basis von Cellulosehydrat, eingesetzt.
Es besteht daher nach wie vor die Aufgabe, ein Faserpapier bzw. Faservlies zur Verfügung zu stellen, daß eine hohe Naßfestigkeit aufweist und diese auch nach Einwirkung von alkalischen Medien, wie der zum Beschichten verwendeten Viskose, behält. Es soll sich besonders eignen als Faserverstärkung in Nahrungs¬ mittelhüllen auf Basis von Cellulosehydrat. Die damit hergestellten Hüllen sollen fest und dehnfähig sein. Sie sollen ferner eine ausreichende Quellfähigkeit und ein gutes Schrumpfverhalten zeigen. Das Faservlies soll sich zudem umwelt¬ schonend und möglichst einfach herstellen lassen. Die mit dem zu entwickelnden Faservlies hergestellten Cellulose-Faserdärme sollen zugleich fest und dehnbar sein, sie sollen eine hohe Quellfähigkeit und ein gutes Schrumpfverhalten besitzen.
Gelöst wurde die Aufgabe mit einem Faservlies bzw. -papier, das mit syntheti¬ schem Harz und mit verdünnter Viskose gebunden ist. Die entscheidende Verbesserung besteht darin, daß das Cellulosehydrat aus der verdünnten Viskose mit einem niedermolekularen, insbesondere einem cyclischen Harnstoffmethylol behandelt wird. Das cyclische Harnstoffmethylol reagiert mit der Cellulose und vernetzt sie, so daß sie beständiger gegen Alkali wird.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist demgemäß ein Viskose- und harzge- bundenes Faservlies auf der Basis von cellulosischen Fasern, dadurch gekenn¬ zeichnet, daß es zusätzlich mit einem niedermolekularen Harnstoffmethylol vernetzt ist. Unter dem Begriff „niedermolekulare Hamstoffmethylole" sollen dabei Verbindungen verstanden werden, die nicht mehr als 3, bevorzugt nicht mehr als 2 substituierte Harnstoffgruppen der Struktur -N(CH 2 -OH)-CO-N(CH 2 -OH)- oder -
NH-CO-N(CH 2 -OH) 2 enthalten und die nicht miteinander reagieren, d.h. die als Moleküle stabil sind und nicht kondensieren.
Das niedermolekulare Harnstoffmethylol hat bevorzugt eine cyclische Struktur. Beispiele für solche Harnstoffmethylole sind gegebenenfalls in 4- und/oder 5- Position substituiertes 1 ,3-Bis-hydroxymethyl-tetrahydro-imidazol-2-on (= Di- methylol-ethylenharnstoff), speziell 4,5-Dihydroxy-1 ,3-bis-hydroxymethyl-tetra- hydro-imidazol-2-on (= Dimethylol-dihydroxy-ethylenhamstoff), ein 1 ,3-Bis- hydroxymethyl-5-(C1 -C6)alkyl-tetrahydro-1 H-[\ ,3,5]triazin-2-on, speziell 1 ,3-Bis- hydroxyrnethyl-5-ethyl-tetrahydro-1/7-[1 ,3,5]triazin-2-on (= Dimethylol-ethyl- triazinon),1 ,3-Bis-hydroxymethyl-tetrahydro-1H-pyrimidin-2-on (= Dimethylol- propylenharnstoff), 5-Hydroxy-1 ,3-bis-hydroxymethyl-tetrahydro-1 /-/-pyrimidin-2-on (= Dimethylol-hydroxy-propylenharnstoff), Tetrakis-hydroxymethyl-tetrahydro- 1 H.SH-imidazo^.δ-c/limidazol^.δ-dion (= Tetramethylol-acetylendiharnstoff). Solche Harnstoffmethylole sind bekannt und beispielsweise in der DE-OS 22 46 829 beschrieben. Das erfmdungsgemäße Faservlies enthält etwa 1 bis 12 Gew.- %, bevorzugt etwa 3 bis 6 Gew.-% an cyclischem Harnstoffmethylol (allgemein in vernetzer Form), bezogen auf sein Trockengewicht.
Die Viskosebindung erfolgt allgemein durch Behandeln des Faserpapiers mit einer verdünnten Viskoselösung. Die Lösung enthält zweckmäßig etwa 1 ,0 bis 3,0 Gew.-%, bevorzugt etwa 1 ,5 bis 2,5 Gew.-%, Cellulose in Form von Cellulose- xanthogenat.
Für die Harzbindung werden bevorzugt wasserlösliche kationische Harze, inbe¬ sondere Polyamin-Polyamid-Epichlorhydrin-Harze, verwendet. Doch auch andere Harze oder Leime sind einsetzbar, beispielsweise Harnstoff-Formaldehyd- oder Harnstoff-Melamin-Formaldehyd-Harze.
Das Harz bzw. Harzgemisch kann mit dem wäßrigen Faserbrei (PuIp) vermischt werden, aus dem dann das Faservlies geschöpft wird. Es kann auch auf ein bereits vorhandenes Faservlies aufgebracht werden. In jedem Fall wird das Papier anschließend durch Erwärmen oder Erhitzen getrocknet. Dabei vernetzt das Harz und/oder der Leim und festigt auf diese Weise das Faservlies.
Die Fasern aus cellulosehaltigem Material sind bevorzugt Hanffasern. Anstelle oder zusätzlich zu den Hanffasern können auch andere pflanzliche cellulosische Fasern oder davon abgeleitete, insbesondere chemisch modifizierte pflanzliche Fasern treten.
In einer besonderen Ausführungsform sind die cellulosischen Fasern vermischt mit Fasern aus synthetischen Polymeren. Zu nennen sind beispielsweise Fasern aus Polypropylen, Polyamid oder Polyester. Der Anteil dieser Fasern sollte jedoch nicht zu hoch sein, weil sonst die aus der Beschichtungsviskose regenerierte Cellulose in dem fertigen Cellulose-Faserdarm nicht mehr ausreichend an dem Faserpapier haftet. Zweckmäßig ist ein Anteil von 1 bis 20 Gew.-%, bevorzugt 2 bis 12 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der cellulosischen Fasern.
Das erfindungsgemäße Faservlies oder -papier hat allgemein ein Gewicht von etwa 12 bis 30 g/m 2 , bevorzugt von etwa 15 bis 28 g/m 2 . Es zeigt u.a. eine höhere Naß- und Trockenfestigkeit als die bisher eingesetzten Faserpapiere, in denen die Bindungscellulose nicht vernetzt ist. Vor allem zeigt es eine höhere Alkalibeständigkeit, was bei der Herstellung von Faserdärmen nach dem Viskose¬ verfahren von besonderer Bedeutung ist.
Die erfindungsgemäßen schlauchförmigen Nahrungsmittelhüllen können innen und/oder außen zusätzlich beschichtet oder imprägniert sein. Geeignete Beschichtungen oder Imprägnierungen sind dem Fachmann allgemein bekannt. Zu nennen sind insbesondere PVDC-Innenbeschichtungen, die Durchlässigkeit der Hülle für Wasserdampf und Luftsauerstoff stark herabsetzen. Für die PVDC- Innenbeschichtung werden insbesondere Vinylidenchlorid-Copolymere eingesetzt, die etwa 60 bis 85 Gew.-% an VDC-Einheiten aufweisen. Des weiteren sind Imprägnierungen zu nennen, mit denen sich die Haftung der Hülle an dem darin befindlichen Nahrungsmittel einstellen läßt. Es wird besonders auf die soge- nannten Easy-Peel-Imprägnierungen hingewiesen, die die Hülle leicht schälbar machen. Schließlich kann die erfindungsgemäße Nahrungsmittelhülle auch mit Flüssigrauch oder anderen Aroma-, Geschmacks- und/oder Farbstoffen getränkt sein.
Die Herstellung des erfindungsgemäßen Faserpapiers bzw- -Vlieses erfolgt nach Verfahren, die einem in der Faserpapierherstellung tätigen Fachmann prinzipiell geläufig sind. Es umfaßt insbesondere die folgenden Schritte:
- Bereiten eines wäßrigen Breis (PuIp), der Fasern aus cellulosischem Material umfaßt; gegebenenfalls Vermischen des Faserbreis mit wasserlöslichen Binde¬ mitteln, bevorzugt mit wasserlöslichen kationischen Harzen, insbesondere mit Polyamin-Polyamid-Epichlorhydrin-Harzen; - Ablegen der Fasern auf einem Sieb zur Bildung eines Faserpapiers; Trocknen des Faserpapiers;
Behandeln des trockenen Faserpapiers mit verdünnter Viskose, die zusätzlich mindestens ein cyclisches Hamstoffmethylol enthält; Regenerieren der Viskose zu Cellulosehydrat in einem sauren Fällbad und - erneutes Trocknen.
In einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens ist das cyclische Hamstoff¬ methylol nicht mit der Viskose vermischt, sondern in dem nachfolgenden sauren Fällbad enthalten. Daneben kann das cyclische Hamstoffmethylol auch in einem separaten Behandlungsbad enthalten sein. Diese Ausführungsform ist jedoch weniger bevorzugt.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Nahrungsmittelhülle erfolgt nach Ver¬ fahren, die dem Fachmann prinzipiell bekannt sind. Dabei wird das thermo- und hydrolysestabil gebundene Faserpapier allgemein in Bahnen passender Breite geschnitten, die zu Schläuchen mit überlappenden Längskanten geformt werden. Die Schläuche werden dann von außen, von innen oder von beiden Seiten mit Viskose beaufschlagt (Außenviskosierung, Innenviskosierung bzw. Doppelvisko- sierung). In Fäll- und Waschbädern wird die Cellulose aus der Viskose rege- neriert. Alternativ können die Schläuche aus dem erfindungsgemäßen Faser¬ papier auch mit NMMO-Cellulose-Lösungen von außen, von innen oder von beiden Seiten beschichtet werden. Diese Verfahrensweise hat den Vorteil, daß keine sauren Fällbäder benötigt werden. Um die Eigenschaften der Nahrungs¬ mittelhüllen entsprechend den Vorgaben der Anwender zu modifizieren, können
der Viskose bzw. der NMMO-Cellulose-Lösung polymere Additive zugesetzt sein, wie Alginsäure oder Alginate oder Polyvinylpyrrolidon. Bevorzugt sind Additive, die die Nahrungsmittelhülle permanent weichmachen und nicht auswaschbar sind, d.h. als primäre Weichmacher wirken. Die Hülle kann anstelle oder auch zusätz- lieh zu solchen primären Weichmachern noch sekundäre (= auswaschbare)
Weichmacher, wie Glycerin enthalten.
Die erfindungsgemäßen Cellulose-Faserdärme können in allgemein bekannter Weise konfektioniert sein, insbesondere können sie abschnittsweise zu Raff- raupen komprimiert sein.
Die Nahrungsmittelhülle eignet sich vor allem als künstliche Wursthülle, beispiels¬ weise für Rohwurst, wie Salami.
Die nachfolgenden Beispiele dienen zur Illustration der Erfindung. Prozente sind darin als Gewichtsprozente zu verstehen, soweit nicht anders angegeben oder aus dem Zusammenhang ersichtlich.
Beispiel 1 Hanffasern wurden nach dem üblichen Verfahren in einen stark verdünnten wäßrigen Papierfaserbrei (paper pulp) überführt, in dem die Hanffasern einen Anteil von 0,1 bis 0,2 % hatten. Dem Faserpulp wurde ein wasserlösliches Polyamin-Polyamid-Epichlorhydrin-Harz hinzugefügt. Dessen Menge war so bemessen, daß das fertige Faservlies 2 % an Harz enthielt. Der PuIp wurde dann über ein Schrägsieb geführt, auf dem die Fasern dann ein grobstrukturiertes
Faserpapier bildeten. Die Faserpapierbahn wurde über beheizte Walzen mit einem großen Durchmesser geführt und getrocknet. Das Papier hatte nach dem Trocknen ein Gewicht von 21 g/m 2 . Es wurde anschließend durch eine Kufe geführt, die eine Mischung aus verdünnter (1 %iger) Viskose und 5 % Dimethylol- ethylenhamstoff (©Cassurit Rl von Clariant Deutschland GmbH) enthielt. Um die
Cellulose aus der Viskose zu regenerieren, wurde die Papierbahn danach durch ein saures Bad geführt. Schließlich wurde die Papierbahn erneut getrocknet und aufgewickelt. Der Anteil der regenerierten Cellulose betrug etwa 1 ,5 %, bezogen auf das Trockengewicht des Papiers. Im nassen Zustand zeigte das Papier eine
Reißfestigkeit von 6 bis 7 N/mm 2 (Mittelwert in Längs- und Querrichtung) und eine Reißdehnung von 7 bis 8 %, bezogen auf die Ausgangslänge (Mittelwert in Längs¬ und Querrichtung). Nach 10 min Behandeln mit einer 6 %igen wäßrigen NaOH- Lösung hatte das Papier nur 12 bis 16 % seiner Reißfestigkeit verloren, während ein Faserpapier, dessen regenerierte Cellulose nicht vernetzt ist, allgemein etwa 24 bis 26 % an Reißfestigkeit verliert.
Das Faserpapier wurde dann in üblicher Weise in Bahnen passender Breite geschnitten, die dann zu Schläuchen mit überlappenden Längskanten geformt und von außen mit Viskose beschichtet wurden. Das Faserpapier wurde von der
Viskose einwandfrei durchdrungen. Die Cellulose wurde in der üblichen Weise mit Fäll- und Waschbädern koaguliert und regeneriert. Sie haftete gut an dem Faserpapier und riß auch bei mechanischer Beanspruchung nicht ab. Der auf diese Weise hergestellte Schlauch vom Kaliber 75 hatte ein Gewicht von 85 g/m 2 (bei 12 % Restfeuchte und 22 % Glycerin) zeigte einen Platzdruck (naß) von 76,5 kPa, d.h. 12 % über dem mit konventionellem Faserpapier hergestellten. Die statische Dehnung bei 21 kPa lag bei 82,5 mm (Spezifikation: 80,3 bis 83,3 mm).
Die Hüllen ließen sich problemlos zu Raupen raffen, die dann ebenso problemlos auf automatischen Füllmaschinen mit Wurstbrät gefüllt werden konnten. Aufgrund der höheren Festigkeit war die Ausfallrate durch Platzer deutlich geringer.
Beispiel 2
Beispiel 1 wurde wiederholt mit der Abweichung, daß das harzgebundene Faserpapier ein Trockengewicht von 23,7 g/m 2 hatte. Es enthielt in ebenfalls 2 % an Polyamin-Polyamid-Epichlorhydrin-Harz. Das trockene Papier wurde durch eine Kufe gefahren, die eine 1%ige Viskoselösung enthielt, und anschließend durch eine weitere Kufe, die eine 2%ige wäßrige Schwefelsäure. In der weiteren Kufe wurde die Cellulose aus der Viskose koaguliert und regeneriert. Die weitere Kufe enthielt zusätzlich 5%, bezogen auf das Gewicht der regenerierten Cellulose, an Dimethylol-dihydroxy-ethylenhamstoff (ΘArkofix NG von Clariant Deutschland GmbH). Das Faserpapier wurde dann erneut getrocknet und aufgewickelt. Im nassen Zustand hatte es eine Reißfestigkeit von 9 bis 9,5 N/mm 2 (Mittelwert in Längs- und Querrichtung) und eine Reißdehnung von 6 bis 6,5 %. Nach
Behandlung mit Alkali (6%ige wäßrige NaOH; 10 min) hatte das Papier nur 8 bis 12 % seiner Naßfestigkeit verloren. Die Reißdehnung blieb unverändert.
Aus dem Papier wurde ein Schlauch vom Kaliber 90 geformt, der dann von außen mit Viskose beschichtet wurde. Nach der Regenerierung der Cellulose aus der Viskose in den üblichen Spinn- und Waschbädern hatte der Faserdarm ein Gewicht von 88 g/m 2 (bei 10 % Restfeuchte und 22 % Glycerinanteil) und wies einen Platzdruck von 75 kPa auf. Dieser Wert lag um 22 % über dem Sollwert, den eine mit konventionellem Faserpapier hergestellte Hülle aufweist. Die statische Dehnung bei 21 kPa lag bei 101 mm (Spezifikation: 99 bis 102 mm). Die Hüllen waren außerordentlich stabil. Sie ließen sich gut raffen und auf auto¬ matischen Füllmaschinen mit Wurtbrät füllen. Das Schrumpf-, Reife- und Schäl¬ verhalten der Hülle war normal und entsprach dem eines üblichen Faserdarms.
Beispiel 3
Auf die im Beispiel 1 beschriebene Weise wurde ein Faserpapier hergestellt, das ein Trockengewicht von 25,4 g/m 2 hatte. Wie im Beispiel 2 wurde das Faserpapier zunächst durch eine Kufe gefahren, die eine 1%ige Viskoselösung enthielt. Anschließend durchlief es eine weitere Kufe, in der sich eine Mischung aus 2,5%iger wäßriger Schwefelsäure und 3 %, bezogen auf das Gewicht der Cellulose in der Viskose, an Dimethylol-propylenharnstoff (©Fixapret PH der BASF Aktiengesellschaft) befand. Das Papier wurde erneut getrocknet und dann aufgewickelt. Es hatte eine Reißfestigkeit von 9 N/mm 2 und eine Reißdehnung von 7 %. Nach Alkalibehandlung (6%ige wäßrige NaOH; 10 min) hatte das Papier nur 15 % seiner Naßfestigkeit verloren.
Eine mit dem Papier hergestellte außenviskosierte Hülle vom Kaliber 120 mit einem Gewicht von 104 g/m 2 (bei 10 % Restfeuchte und 22 % Glycerinanteil) hatte einen Platzdruck von 64 kPa, d.h. 18,5 % über dem bisher üblichen Sollwert. Die statische Dehnung bei 21 kPa lag bei 135 mm (Spezifikation: 133 bis 137 mm). Die Hülle ließ sich problemlos verarbeiten.
Beispiel 4 (Vergleichsbeispiel):
Ein wie im Beispiel 1 beschrieben harz- und viskosegebundenes Hanffaserpapier mit einem Gewicht von 17 g/m 2 , bei dem die aus der Viskose regenerierte
Cellulose jedoch nicht mit einem Hamstoffmethylol vernetzt war, wurde zu einem Schlauch vom Kaliber 58 mit überlappenden Längskanten geformt. Der Schlauch wurde dann mit einer Ringdüse von außen mit Viskose beschichtet. Nach dem
Durchlaufen der diversen Spinn- und Waschbäder wurde daraus ein konventioneller Cellulose-Faserdarm mit einem Gewicht von 84 g/m 2 erhalten, bei einem Wassergehalt von 10 %. Der Platzdruck (naß) des Faserdarms betrug 80 kPa.
Im nassen Zustand zeigte das Papier eine Reißfestigkeit von 4,8 N/mm 2 in Längsrichtung und 5,9 N/mm 2 in Querrichtung. Nach der Alkalibehandlung hatte das Papier eine Reißfestigkeit von 3,6 N/mm 2 in Längsrichtung und 4,6 N/mm 2 in Querrichtung. Der Verlust der Reißfestigkeit betrug in Längsrichtung 24 % und in Querrichtung von 21 %.
Next Patent: NOVEL POLYMORPH FORMS OF CANDESARTAN CILEXETIL
