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Title:
NOVEL SUBSTITUTED BIPYRIDINE DERIVATIVES AND THEIR USE AS ADENOSINE RECEPTOR LIGANDS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/028590
Kind Code:
A1
Abstract:
The present application relates to novel substituted 2,4'- and 3,4'-bipyridine derivatives according to general formula (I), in which one of the two ring members X and Y represents N and the other ring member represents C-R6. The invention also relates to processes for their preparation, to their use for the treatment and/or prophylaxis of illnesses, and to their use for producing medicaments for the treatment and/or prophylaxis of illnesses, preferably for the treatment and/or prevention of hypertension and other cardiovascular diseases.

Inventors:
NELL, Peter (Funckstr. 63, Wuppertal, 42115, DE)
HÜBSCH, Walter (Wildsteig 22, Wuppertal, 42113, DE)
ALBRECHT-KÜPPER, Barbara (Heidestr. 9, Wülfrath, 42289, DE)
KELDENICH, Joerg (Damaschkeweg 49, Wuppertal, 42113, DE)
KNORR, Andreas (Trillser Graben 10, Erkrath, 40699, DE)
Application Number:
EP2007/007572
Publication Date:
March 13, 2008
Filing Date:
August 30, 2007
Export Citation:
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Assignee:
BAYER HEALTHCARE AG (51368 Leverkusen, DE)
NELL, Peter (Funckstr. 63, Wuppertal, 42115, DE)
HÜBSCH, Walter (Wildsteig 22, Wuppertal, 42113, DE)
ALBRECHT-KÜPPER, Barbara (Heidestr. 9, Wülfrath, 42289, DE)
KELDENICH, Joerg (Damaschkeweg 49, Wuppertal, 42113, DE)
KNORR, Andreas (Trillser Graben 10, Erkrath, 40699, DE)
International Classes:
C07D213/85; A61K31/4436; A61K31/4439; A61K31/444; C07D401/14; C07D409/14; C07D413/14; C07D417/14; C07D213/00; A61K31/4427; C07D401/00; C07D409/00; C07D413/00; C07D417/00
Attorney, Agent or Firm:
BAYER HEALTHCARE AG (Law and Patents, Patents and Licensing, Leverkusen, 51368, DE)
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Claims:

Patentansprüche

1. Verbindung der Formel (I)

in welcher

eines der beiden Ringglieder X und Y für N und das andere für C-R 6 steht, worin

R 6 Wasserstoff oder (C,-C 4 )-Alkyl bedeutet,

Z für N-R 7 oder O steht, worin

R 7 Wasserstoff oder (C r C 4 )-Alkyl, das mit Hydroxy oder (C r C 4 )-Alkoxy substituiert sein kann, bedeutet,

R 1 und R 2 gleich oder verschieden sind und unabhängig voneinander für Wasserstoff oder (Ci-CβJ-Alkyl, das ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Hydroxy, (Cr C 4 )-Alkoxy, Amino, Mono-(C r C 4 )-alkylamino, Di-(C r C 4 )-alkylamino, Carboxyl, (Ci-C 4 )-Alkoxycarbonyl und/oder einem 4- bis 7-gliedrigen Heterocyclus substituiert sein kann, stehen,

wobei der genannte Heterocyclus ein oder zwei Ring-Heteroatome aus der Reihe N, O und/oder S enthält und seinerseits ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit (Ci-C 4 )-Alkyl, Hydroxy, Oxo und/oder (Ci-C 4 )-Alkoxy substituiert sein kann,

oder

R 1 und R 2 zusammen mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, einen 4- bis 7- gliedrigen Heterocyclus bilden, der ein weiteres Ring-Heteroatom aus der Reihe N,

O oder S enthalten und ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit (Ci-C 4 )- Alkyl, Hydroxy, Oxo und/oder (Ci-C 4 )-Alkoxy substituiert sein kann,

R 3 für Wasserstoff oder (Crt§s)-Alkyl, das ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit (C 3 -C 6 )-Cycloalkyl, Oxo, Hydroxy, (Ci-C 4 )-Alkoxy, Carboxyl, Amino, Mono-(Ci-C 4 )-alkylamino und/oder Di-(Ci-C 4 )-alkylamino substituiert sein kann, oder für (C 4 -C 6 )-Cycloalkyl steht,

wobei die genannten Cycloalkyl-Reste ihrerseits bis zu zweifach, gleich oder verschieden, mit (Ci-C 4 )-Alkyl, Hydroxy, Oxo und/oder (Ci-C 4 )-Alkoxy substituiert sein können und in diesen Cycloalkyl-Resten eine Ring-CH 2 -Gruppe gegen ein O- Atom ausgetauscht sein kann,

R 4 für Wasserstoff, Halogen, (C r C 4 )-Alkyl oder (C,-C 4 )-Alkoxy steht, worin Alkyl und Alkoxy jeweils bis zu dreifach mit Fluor substituiert sein können,

und

R 5 für (C 6 -Cio)-Aryl oder 5- bis 10-gliedriges Heteroaryl mit bis zu drei Ring-Hetero- atomen aus der Reihe N, O und/oder S steht, welche jeweils

(/) ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Halogen, Nitro, Cyano, (Cr C 6 )-Alkyl, Phenyl, Hydroxy, (C r C 6 )-Alkoxy, Amino, Mono-(Ci-C 6 )-alkyl- amino, Mono-(C 2 -C 6 )-alkenylamino und/oder Di-(Ci-C 6 )-alkylamino substituiert sein können

und/oder

(Ji) mit Pyrrolidino, Piperidino, Moφholino, Piperazino, N'-(Ci-C 4 )-Alkyl- piperazino oder einer Gruppe der Formel -L-R 8 substituiert sein können, worin

L eine Bindung, NH oder O bedeutet

und

R Phenyl oder 5- oder 6-gliedriges Heteroaryl mit bis zu drei Ring- Heteroatomen aus der Reihe N, O und/oder S bedeutet, welche jeweils ein- bis dreifach, gleich oder verschieden, mit Halogen, Nitro, Cyano, (C r C 6 )-Alkyl, Trifluormethyl, Hydroxy, (C r C 6 )-Alkoxy, Difluor-

methoxy, Trifluormethoxy, Amino, Mono-(Ci-C6)-alkylamino, Di-(Ci- C 6 )-alkylamino, (C r C 6 )-Alkoxycarbonyl und/oder Carboxyl substituiert sein können,

sowie ihre Salze, Solvate und Solvate der Salze.

Verbindung der Formel (I) nach Anspruch 1 , in welcher

eines der beiden Ringglieder X und Y für N und das andere für CH steht,

Z für N-R 7 oder O steht, worin

R 7 Wasserstoff oder Methyl bedeutet,

R 1 für Wasserstoff oder (Q-GO-Alkyl, das mit Hydroxy, Amino, Mono-(Ci-C 4 )-alkylamino, Di-(C r C 4 )-alkylamino, Carboxyl, (Ci-GO-Alkoxycar- bonyl oder einem 5- oder 6-gliedrigen Heterocyclus substituiert sein kann, steht,

wobei der genannte Heterocyclus ein oder zwei Ring-Heteroatome aus der Reihe N und/oder O enthält und seinerseits ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Methyl, Ethyl, Hydroxy, Methoxy und/oder Ethoxy substituiert sein kann,

R 2 für Wasserstoff oder Methyl steht

oder

R 1 und R 2 zusammen mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, einen 5- oder 6- gliedrigen Heterocyclus bilden, der ein weiteres Ring-Heteroatom aus der Reihe N und O enthalten und ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Methyl, Ethyl, Hydroxy, Methoxy und/oder Ethoxy substituiert sein kann,

R 3 für (Ci-C 4 )-Alkyl, das ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit (C 3 -Cs)- Cycloalkyl, Oxo, Hydroxy, (Ci-C 3 )-Alkoxy, Amino, Mono-(Ci-C 3 )-alkylamino und/oder Di-(Ci-C 3 )-alkylamino substituiert sein kann, oder für Cyclopentyl oder Cyclohexyl steht,

wobei die genannten (C 3 -C 5 )-Cycloalkyl-, Cyclopentyl- und Cyclohexyl-Reste ihrerseits bis zu zweifach, gleich oder verschieden, mit Hydroxy und/oder Methoxy substituiert sein können und in Cyclopentyl und Cyclohexyl eine Ring-CH 2 - Gruppe gegen ein O-Atom ausgetauscht sein kann,

R 4 für Wasserstoff, Fluor oder Chlor steht,

und

R 5 für Phenyl oder 5- oder 6-gliedriges Heteroaryl mit bis zu drei Ring-Heteroatomen aus der Reihe N, O und/oder S steht, welche jeweils

(0 ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Fluor, Chlor, Cyano, (Ci-C 4 )-

Alkyl, Amino, Mono-(Ci-C 4 )-alkylamino und/oder Di-(C r C 4 )-alkylamino substituiert sein können

und/oder

(//) mit Morpholino, N'-(Ci-C 4 )-Alkylpiperazino oder einer Gruppe der Formel -L-R 8 substituiert sein können, worin

L eine Bindung oder NH bedeutet

und

R 8 Phenyl oder 5- oder 6-gliedriges Heteroaryl mit bis zu drei Ring- Heteroatomen aus der Reihe N, O und/oder S bedeutet, welche jeweils ein- bis dreifach, gleich oder verschieden, mit Fluor, Chlor, Cyano, (Ci-

C 4 )-Alkyl, Trifluormethyl, (CrQ)-AIkOXy, Trifluormethoxy und/oder Carboxyl substituiert sein können,

sowie ihre Salze, Solvate und Solvate der Salze.

3. Verbindung der Formel (I) nach Anspruch 1 oder 2, in welcher

eines der beiden Ringglieder X und Y für N und das andere für CH steht,

Z für NH oder O steht,

R 1 für Wasserstoff oder (Ci-C 4 )-Alkyl, das mit Hydroxy, (Ci-C 4 )-Alkoxy, Amino, Mono-(Ci-C 4 )-alkylamino oder Di-(Ci-C 4 )-alkylamino substituiert sein kann, steht,

R 2 für Wasserstoff oder Methyl steht

oder

R 1 und R 2 zusammen mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, einen Pyrroli- dino-, Piperidino-, Morpholino- oder Piperazino-Ring bilden, der jeweils ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Methyl, Ethyl, Hydroxy, Methoxy und/ oder Ethoxy substituiert sein kann,

R 3 für (Ci-C 4 )-Alkyl steht, das ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Oxo,

Hydroxy, Methoxy, Ethoxy und/oder Amino substituiert sein kann,

R 4 für Wasserstoff steht,

und

R 5 für Phenyl oder 5- oder 6-gliedriges Heteroaryl mit bis zu zwei Ring-Heteroatomen aus der Reihe N, O und/oder S steht, welche jeweils

(0 ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Fluor, Chlor, Cyano, (Ci-C 4 )- Alkyl und/oder Amino substituiert sein können

und/oder

(//) mit einer Gruppe der Formel -L-R 8 substituiert sein können, worin

L eine Bindung oder NH bedeutet

und

R 8 Phenyl oder Pyridyl bedeutet, welche jeweils ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Fluor, Chlor, Cyano, Methyl, Trifluormethyl und/oder Methoxy substituiert sein können,

sowie ihre Salze, Solvate und Solvate der Salze.

4. Verbindung der Formel (I) nach Anspruch 1, 2 oder 3, in welcher

X für N steht,

Y für CH steht,

Z für O steht,

R 1 für Wasserstoff oder (C r C 4 )-Alkyl, das mit Hydroxy, (C r C 4 )-Alkoxy, Amino,

Mono-(Ci-Cj)-alkylamino oder Di-(Ci-C 4 )-alkylamino substituiert sein kann, steht,

R 2 für Wasserstoff oder Methyl steht

oder

R 1 und R 2 zusammen mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, einen Pyrroli- dino-, Piperidino-, Morpholino-, Piperazino- oder N'-Methylpiperazino-Ring bil- den,

R 3 für 2-Hydroxyethyl, 2-Hydroxy-l-methylethyl, 2-Hydroxypropyl, 2-Hydroxy-2- methylpropyl, 3-Hydroxypropyl oder 2,3-Dihydroxypropyl steht,

R 4 für Wasserstoff steht,

und

R 5 für Pyrazolyl, Oxazolyl, Thiazolyl, Pyridyl oder Pyrimidinyl steht, welche jeweils

(/) mit Methyl, Ethyl oder Amino substituiert sein können

und

(//) mit einer Gruppe der Formel -L-R 8 substituiert sind, worin

L eine Bindung oder NH bedeutet

und

R 8 Phenyl oder Pyridyl bedeutet, welche jeweils ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Fluor, Chlor, Cyano, Methyl und/oder Methoxy substituiert sein können,

sowie ihre Salze, Solvate und Solvate der Salze.

Verbindung der Formel (I) nach Anspruch 1, 2 oder 3, in welcher

eines der beiden Ringglieder X und Y für N und das andere für CH steht,

Z für NH oder O steht,

R 1 und R 2 jeweils für Wasserstoff stehen,

R 3 für 2-Hydroxyethyl, 2-Hydroxy-l-methylethyl, 2-Hydroxypropyl, 2-Hydroxy-2- methylpropyl, 3-Hydroxypropyl, 2,3-Dihydroxypropyl oder Acetyl steht,

R 4 für Wasserstoff steht,

und

R 5 für Oxazolyl, Thiazolyl oder Pyridyl steht, welche jeweils mit Methyl, Ethyl, Amino oder einer Gruppe der Formel -L-R 8 substituiert sein können, worin

L eine Bindung oder NH bedeutet

und

R 8 Phenyl oder Pyridyl bedeutet, welche jeweils ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Fluor, Chlor, Cyano, Methyl und/oder Methoxy substituiert sein können,

sowie ihre Salze, Solvate und Solvate der Salze.

6. Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der 'Formel (I), wie in den Ansprüchen 1 bis 5 definiert, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Verbindung der Formel (H)

in welcher R 1 , R 2 , R 3 , R 4 , X, Y und Z jeweils die in den Ansprüchen 1 bis 5 angegebenen Bedeutungen haben,

in einem inerten Lösungsmittel in Gegenwart einer Base mit einer Verbindung der Formel

(m)

Q (HI),

in welcher R 5 die in den Ansprüchen 1 bis 5 angegebene Bedeutung hat und

Q für eine geeignete Abgangsgruppe wie Halogen, Mesylat, Tosylat oder Triflat steht,

umsetzt

und die so erhaltenen Verbindungen der Formel (I) gegebenenfalls mit den entsprechenden (0 Lösungsmitteln und/oder (//) Basen oder Säuren in ihre Solvate, Salze und/oder Solvate der Salze überfuhrt.

7. Verbindung der Formel (T), wie in einem der Ansprüche 1 bis 5 definiert, zur Behandlung und/oder Prophylaxe von Krankheiten.

8. Verwendung einer Verbindung der Formel (I), wie in einem der Ansprüche 1 bis 5 defi- niert, zur Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung und/oder Prophylaxe von Hypertonie, koronarer Herzerkrankung, akutem Koronarsyndrom, Angina pectoris, Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt und Vorhofflimmern.

9. Verwendung einer Verbindung der Formel (I), wie in einem der Ansprüche 1 bis 5 definiert, zur Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung und/oder Prophylaxe von Dia- betes, Metabolischem Syndrom und Dyslipidämien.

10. Arzneimittel enthaltend eine Verbindung der Formel (I), wie in einem der Ansprüche 1 bis 5 definiert, in Kombination mit einem inerten, nicht-toxischen, pharmazeutisch geeigneten Hilfsstoff.

11. Arzneimittel enthaltend eine Verbindung der Formel (I), wie in einem der Ansprüche 1 bis 5 definiert, in Kombination mit einem oder mehreren weiteren Wirkstoffen ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus den Fettstoffwechsel verändernden Wirkstoffen, Antidiabetika, blutdrucksenkenden Wirkstoffen und antithrombotisch wirkenden Mitteln.

12. Arzneimittel nach Anspruch 10 oder 11 zur Behandlung und/oder Prophylaxe von Hypertonie, koronarer Herzerkrankung, akutem Koronarsyndrom, Angina pectoris, Herzinsuf- fizienz, Myokardinfarkt und Vorhofflimmern.

13. Arzneimittel nach Anspruch 10 oder 11 zur Behandlung und/oder Prophylaxe von Diabetes, Metabolischem Syndrom und Dyslipidämien.

14. Verfahren zur Behandlung und/oder Prophylaxe von Hypertonie, koronarer Herzerkrankung, akutem Koronarsyndrom, Angina pectoris, Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt und Vorhofflimmern in Menschen und Tieren unter Verwendung einer wirksamen Menge

mindestens einer Verbindung der Formel (I), wie in einem der Ansprüche 1 bis 5 definiert, oder eines Arzneimittels, wie in einem der Ansprüche 10 bis 12 definiert.

15. Verfahren zur Behandlung und/oder Prophylaxe von Diabetes, Metabolischem Syndrom und Dyslipidämien in Menschen und Tieren unter Verwendung einer wirksamen Menge mindestens einer Verbindung der Formel (I), wie in einem der Ansprüche 1 bis 5 definiert, oder eines Arzneimittels, wie in einem der Ansprüche 10, 11 und 13 definiert.

Description:

NEUE SUBSTITUIERTE BIPYRIDIN-DERIVATE UND IHRE VERWENDUNG ALS ADENOSIN REZEPTOR LIGANDEN

Die vorliegende Anmeldung betrifft neue substituierte 2,4'- und 3,4'-Bipyridin-Derivate, Verfahren zu ihrer Herstellung, ihre Verwendung zur Behandlung und/oder Prophylaxe von Krankheiten sowie ihre Verwendung zur Herstellung von Arzneimitteln zur Behandlung und/oder Prophylaxe von Krankheiten, vorzugsweise zur Behandlung und/oder Prävention von Hypertonie und anderen kardiovaskulären Erkrankungen.

Adenosin, ein Purin-Nukleosid, ist in allen Zellen vorhanden und wird unter einer Vielzahl von physiologischen und pathophysiologischen Stimuli freigesetzt. Adenosin entsteht intrazellulär beim Abbau von Adenosin-5'-monophosphat (AMP) und S-Adenosylhomocystein als Zwischen- produkt, kann jedoch aus der Zelle freigesetzt werden und übt dann durch Bindung an spezifische Rezeptoren Funktionen als hormonähnliche Substanz oder Neurotransmitter aus.

Unter normoxischen Bedingungen ist die Konzentration des freien Adenosin im Extrazellulärraum sehr niedrig. Die extrazelluläre Konzentration von Adenosin erhöht sich in den betroffenen Organen jedoch dramatisch unter ischämischen bzw. hypoxischen Bedingungen. So ist beispiels- weise bekannt, dass Adenosin die Thrombozyten-Aggregation hemmt und die Durchblutung der Herzkranzgefäße steigert. Weiterhin wirkt es auf den Blutdruck, die Herzfrequenz, auf die Ausschüttung von Neurotransmittern und auf die Lymphozyten-Differenzierung. In Adipozyten ist Adenosin in der Lage, die Lipolyse zu hemmen und somit die Konzentration an freien Fettsäuren und Triglyzeriden im Blut zu senken.

Diese Wirkungen von Adenosin zielen darauf ab, das Sauerstoffangebot der betroffenen Organe zu erhöhen bzw. den Stoffwechsel dieser Organe zu drosseln, um damit unter ischämischen oder hypoxischen Bedingungen eine Anpassung des Organstoffwechsels an die Organdurchblutung zu erreichen.

Die Wirkung von Adenosin wird über spezifische Rezeptoren vermittelt. Bekannt sind bisher die Subtypen Al, A2a, A2b und A3. Als "Adenosinrezeptor-selektive Liganden" werden erfindungsgemäß solche Substanzen bezeichnet, die selektiv an einen oder mehrere Subtypen der Adenosin- rezeptoren binden und dabei entweder die Wirkung des Adenosin nachahmen (Adenosin- Agonisten) oder dessen Wirkung blockieren (Adenosin- Antagonisten) können.

Die Wirkungen dieser Adenosin-Rezeptoren werden intrazellulär durch den Botenstoff cAMP vermittelt. Im Falle der Bindung von Adenosin an die A2a- oder A2b-Rezeptoren kommt es über eine Aktivierung der membranständigen Adenylatzyklase zu einem Anstieg des intrazellulären

cAMP, während die Bindung des Adenosin an die Al- oder A3-Rezeptoren über eine Hemmung der Adenylatzyklase eine Abnahme des intrazellulären cAMP-Gehalts bewirkt.

Im Herz-Kreislaufsystem sind die Hauptwirkungen der Aktivierung von Adenosin-Rezeptoren: Bradykardie, negative Inotropie und Protektion des Herzens vor Ischämie ("preconditioning") über Al -Rezeptoren, Dilation der Gefäße über A2a- und A2b-Rezeptoren sowie Inhibition der Fibroblasten und Glattmuskelzellproliferation über A2b-Rezeptoren.

Im Falle von Al-Agonisten (Kopplung bevorzugt über Gj-Proteine) wird dabei eine Abnahme des intrazellulären cAMP-Gehaltes beobachtet (bevorzugt nach direkter Vorstimulation der Adenylatzyklase durch Forskolin). Entsprechend fuhren A2a- und A2b-Agonisten (Kopplung bevorzugt über G s -Proteine) zu einer Zunahme und A2a- und A2b- Antagonisten zu einer Abnahme im cAMP-Gehalt der Zellen. Im Falle der A2-Rezeptoren ist eine direkte Vorstimulation der Adenylatzyklase durch Forskolin nicht hilfreich.

Die Aktivierung von A2b-Rezeptoren durch Adenosin oder spezifische A2b-Agonisten führt über die Erweiterung von Gefäßen zu einer Blutdrucksenkung. Die Blutdrucksenkung ist von einem reflektorischen Herzfrequenzanstieg begleitet. Der Herzfrequenzanstieg kann durch die Aktivierung von Al -Rezeptoren durch spezifische Al-Agonisten reduziert werden.

Die kombinierte Wirkung von selektiven Al/A2b-Agonisten auf das Gefäßsystem und die Herzfrequenz resultiert somit in einer systemischen Blutdrucksenkung ohne relevanten Herzfrequenzanstieg. Mit einem solchen pharmakologischen Profil könnten duale Al/A2b-Agonisten zur Behandlung z.B. der Hypertonie beim Menschen eingesetzt werden.

In Adipozyten bewirkt die Aktivierung von Al- und A2b-Rezeptoren eine Inhibition der Lipolyse. Die kombinierte Wirkung von Al/A2b-Agonisten auf den Lipidstoffwechsel fuhrt somit zu einer Senkung von freien Fettsäuren und Triglyzeriden. Eine Senkung der Lipide wiederum führt bei Patienten mit Metabolischem Syndrom und bei Diabetikern zur Verringerung der Insulinresistenz und zur Verbesserung der Symptomatik.

Die zuvor genannte Rezeptor-Selektivität lässt sich bestimmen durch die Wirkung der Substanzen an Zelllinien, die nach stabiler Transfektion mit der entsprechenden cDNA die jeweiligen Rezeptorsubtypen exprimieren (siehe hierzu die Druckschrift M. E. Olah, H. Ren, J. Ostrowski, K. A. Jacobson, G. L. Stiles, "Cloning, expression, and characterization of the unique bovine Al adenosine receptor. Studies on the ligand binding site by site-directed mutagenesis", J. Biol. Chem. 267 (1992), Seiten 10764-10770, deren Offenbarung hiermit im vollen Umfang durch Bezugnahme eingeschlossen ist).

Die Wirkung der Substanzen an solchen Zelllinien lässt sich erfassen durch biochemische Messung des intrazellulären Botenstoffes cAMP (siehe hierzu die Druckschrift K. N. Klotz, J. Hess- ling, J. Hegler, C. Owman, B. KuIl, B. B. Fredholm, M. J. Lohse, "Comparative pharmacology of human adenosine receptor Subtypes - characterization of stably transfected receptors in CHO cells", Naunyn Schmiedebergs Arch. Pharmacol. 357 (1998), Seiten 1-9, deren Offenbarung hiermit im vollen Umfang durch Bezugnahme eingeschlossen ist).

Bei den aus dem Stand der Technik bekannten, als "Adenosinrezeptor-spezifisch" geltenden Liganden handelt es sich überwiegend um Derivate auf Basis des natürlichen Adenosins [S.-A. Poulsen und R. J. Quinn, "Adenosine receptors: New opportunities for future drugs", Bioorganic and Medicinal Chemistry 6 (1998), Seiten 619-641]. Diese aus dem Stand der Technik bekannten Adenosin-Liganden haben jedoch meistens den Nachteil, dass sie nicht wirklich rezeptorspezifisch wirken, schwächer wirksam sind als das natürliche Adenosin oder nach oraler Applikation nur sehr schwach wirksam sind. Deshalb werden sie überwiegend nur für experimentelle Zwecke verwendet.

In WO 01/25210 und WO 02/070485 werden substituierte 2-Thio-3,5-dicyano-4-aryl-6-amino- pyridine als Adenosinrezeptor-Liganden für die Behandlung von Erkrankungen beschrieben. In WO 03/053441 werden spezifisch substituierte 2-Thio-3,5-dicyano-4-phenyl-6-aminopyridine als selektive Liganden des Adenosin Al -Rezeptors offenbart, und in WO 2006/027142 werden substituierte Phenylaminothiazol-Derivate als duale Adenosin Al/A2b-Agonisten für die Behandlung der Hypertonie und anderer kardiovaskulärer Erkrankungen beansprucht. Allerdings zeigte es sich, dass diese Verbindungen eine zum Teil nur sehr begrenzte Löslichkeit in Wasser und anderen physiologischen Medien aufweisen, was beispielsweise ihre Formulierbarkeit oder auch eine parenterale Anwendung erschwert.

In WO 01/62233 werden verschiedene Pyridin- und Pyrimidin-Derivate sowie ihre Verwendung als Adenosinrezeptor-Modulatoren offenbart. Substituierte 3,5-Dicyanopyridine als Calcium- abhängige Kaliumkanalöffner zur Behandlung urologischer Erkrankungen werden in EP 1 302 463-A1 beansprucht. In WO 2004/054505 wird die Verwendung von Aminocyanopyridin- Derivaten als MK 2-Inhibitoren zur Behandlung TNFα-mediierter Erkrankungen beansprucht. Die Verwendung von 4-Aryl- oder 4-Heteroaryl-substituierten Aminocyanopyridinen als Androgen- rezeptor-Modulatoren wird in US 2005/0182105 beschrieben. In WO 02/50071 werden Amino- thiazol-Derivate als Tyrosin-Kinase-Inhibitoren für die Behandlung von Krebs sowie immunologischer und allergischer Erkrankungen offenbart.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung neuer Verbindungen, die als selektive Agonisten des Adenosin Al -Rezeptors, als selektive Agonisten des Adenosin A2b-Rezeptors oder

als selektive duale Agonisten des Adenosin Al- und A2b-Rezeptors wirken, als solche zur Behandlung und/oder Prävention insbesondere von Hypertonie und anderen kardiovaskulären Erkrankungen, des Metabolischen Syndroms, Diabetes und Dyslipidämien sowie zur Organprotektion bei Transplantationen und operativen Eingriffen geeignet sind und darüber hinaus eine verbesserte Löslichkeit in Wasser und physiologischen Medien aufweisen.

Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Verbindungen der Formel (I)

in welcher

eines der beiden Ringglieder X und Y für N und das andere für C-R 6 steht, worin

R 6 Wasserstoff oder (Ci-C 4 )-Alkyl bedeutet,

Z für N-R 7 oder O steht, worin

R 7 Wasserstoff oder (CrC 4 )-Alkyl, das mit Hydroxy oder (C r C 4 )-Alkoxy substituiert sein kann, bedeutet,

R 1 und R 2 gleich oder verschieden sind und unabhängig voneinander für Wasserstoff oder (Ci-Cβ)- Alkyl, das ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Hydroxy, (C]-C 4 )-Alkoxy,

Amino, Mono-(Ci-C 4 )-alkylamino, Di-(C r C 4 )-alkylamino, Carboxyl, (Ci-C 4 )-Alkoxycar- bonyl und/oder einem 4- bis 7-gliedrigen Heterocyclus substituiert sein kann, stehen,

wobei der genannte Heterocyclus ein oder zwei Ring-Heteroatome aus der Reihe N, O und/ oder S enthält und seinerseits ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit (Ci-C 4 )- Alkyl, Hydroxy, Oxo und/oder (Ci-C 4 )-Alkoxy substituiert sein kann,

oder

R 1 und R 2 zusammen mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, einen 4- bis 7-gliedrigen Heterocyclus bilden, der ein weiteres Ring-Heteroatom aus der Reihe N, O oder S enthalten und ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit (Ci-C 4 )-Alkyl, Hydroxy, Oxo und/oder (Ci-Gt)-Alkoxy substituiert sein kann,

R 3 für Wasserstoff oder (Ci-Ce)-AIlCyI, das ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit (C 3 -C 6 )-Cycloalkyl, Oxo, Hydroxy, (C r C 4 )-Alkoxy, Carboxyl, Amino, Mono-(C,-C 4 )- alkylamino und/oder Di-(C i-C 4 )-alkylamino substituiert sein kann, oder für (C 4 -Ce)-CyCIo- alkyl steht,

wobei die genannten Cycloalkyl-Reste ihrerseits bis zu zweifach, gleich oder verschieden, mit (C r C 4 )-Alkyl, Hydroxy, Oxo und/oder (C r C 4 )-Alkoxy substituiert sein können und in diesen Cycloalkyl-Resten eine Ring-CH 2 -Gruppe gegen ein O-Atom ausgetauscht sein kann,

R 4 für Wasserstoff, Halogen, (C r C 4 )-Alkyl oder (C r C 4 )-Alkoxy steht, worin Alkyl und Alkoxy jeweils bis zu dreifach mit Fluor substituiert sein können,

und

R 5 für (C 6 -Cio)-Aryl oder 5- bis 10-gliedriges Heteroaryl mit bis zu drei Ring-Heteroatomen aus der Reihe N, O und/oder S steht, welche jeweils

(0 ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Halogen, Nitro, Cyano, (C r C 6 )- Alkyl, Phenyl, Hydroxy, (C r C 6 )-Alkoxy, Amino, Mono-(Ci-C 6 )-alkylamino, Mono- (C 2 -C 6 )-alkenylamino und/oder Di-(Ci-C 6 )-alkylamino substituiert sein können

und/oder

(U) mit Pyrrolidine, Piperidino, Morpholino, Piperazino, N'-(Ci-C 4 )-Alkylpiperazino oder einer Gruppe der Formel -L-R 8 substituiert sein können, worin

L eine Bindung, NH oder O bedeutet

und

R 8 Phenyl oder 5- oder 6-gliedriges Heteroaryl mit bis zu drei Ring-Heteroatomen aus der Reihe N, O und/oder S bedeutet, welche jeweils ein- bis dreifach, gleich oder verschieden, mit Halogen, Nitro, Cyano, (Ci-Co)-AIlCyI, Trifluormethyl, Hydroxy, (Ci-C 6 )-Alkoxy, Difluormethoxy, Trifluormethoxy, Amino, Mono-

(Ci-C 6 )-alkylamino, Di-(Ci-C 6 )-alkylamino, (C r C 6 )-Alkoxycarbonyl und/oder Carboxyl substituiert sein können,

sowie ihre Salze, Solvate und Solvate der Salze.

Erfϊndungsgemäße Verbindungen sind die Verbindungen der Formel (I) und deren Salze, Solvate und Solvate der Salze, die von Formel (I) umfassten Verbindungen der nachfolgend genannten Formeln und deren Salze, Solvate und Solvate der Salze sowie die von Formel (I) umfassten, nachfolgend als Ausführungsbeispiele genannten Verbindungen und deren Salze, Solvate und Solvate der Salze, soweit es sich bei den von Formel (I) umfassten, nachfolgend genannten Verbindungen nicht bereits um Salze, Solvate und Solvate der Salze handelt.

Die erfindungsgemäßen Verbindungen können in Abhängigkeit von ihrer Struktur in stereoisomeren Formen (Enantiomere, Diastereomere) existieren. Die Erfindung umfasst deshalb die Enantiomeren oder Diastereomeren und ihre jeweiligen Mischungen. Aus solchen Mischungen von Enantiomeren und/oder Diastereomeren lassen sich die stereoisomer einheitlichen Bestandteile in bekannter Weise isolieren.

Sofern die erfindungsgemäßen Verbindungen in tautomeren Formen vorkommen können, umfasst die vorliegende Erfindung sämtliche tautomere Formen.

Als Salze sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung physiologisch unbedenkliche Salze der erfindungsgemäßen Verbindungen bevorzugt. Umfasst sind auch Salze, die für pharmazeutische Anwendungen selbst nicht geeignet sind, jedoch beispielsweise für die Isolierung oder Reinigung der erfindungsgemäßen Verbindungen verwendet werden können.

Physiologisch unbedenkliche Salze der erfindungsgemäßen Verbindungen umfassen Säureadditionssalze von Mineralsäuren, Carbonsäuren und Sulfonsäuren, z.B. Salze der Chlorwasserstoffsäure, Bromwasserstoffsäure, Schwefelsäure, Phosphorsäure, Methansulfonsäure, Ethan- sulfonsäure, Toluolsulfonsäure, Benzolsulfonsäure, Naphthalindisulfonsäure, Essigsäure, Trifluor- essigsaure, Propionsäure, Milchsäure, Weinsäure, äpfelsäure, Zitronensäure, Fumarsäure, Maleinsäure und Benzoesäure.

Physiologisch unbedenkliche Salze der erfindungsgemäßen Verbindungen umfassen auch Salze üblicher Basen, wie beispielhaft und vorzugsweise Alkalimetallsalze (z.B. Natrium- und Kaliumsalze), Erdalkalisalze (z.B. Calcium- und Magnesiumsalze) und Ammoniumsalze, abgeleitet von Ammoniak oder organischen Aminen mit 1 bis 16 C- Atomen, wie beispielhaft und vorzugsweise Ethylamin, Diethylamin, Triethylamin, Ethyldiisopropylamin, Monoethanolamin, Diethanolamin,

Triethanolamin, Dicyclohexylamin, Dimethylaminoethanol, Prokain, Dibenzylamin, N-Methyl- morpholin, Arginin, Lysin, Ethylendiamin und N-Methylpiperidin.

Als Solvate werden im Rahmen der Erfindung solche Formen der erfindungsgemäßen Verbindungen bezeichnet, welche in festem oder flüssigem Zustand durch Koordination mit Lösungs- mittelmolekülen einen Komplex bilden. Hydrate sind eine spezielle Form der Solvate, bei denen die Koordination mit Wasser erfolgt. Als Solvate sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung Hydrate bevorzugt.

Außerdem umfasst die vorliegende Erfindung auch Prodrugs der erfindungsgemäßen Verbindungen. Der Begriff "Prodrugs" umfaßt Verbindungen, welche selbst biologisch aktiv oder inaktiv sein können, jedoch während ihrer Verweilzeit im Körper zu erfindungsgemäßen Verbindungen umgesetzt werden (beispielsweise metabolisch oder hydrolytisch).

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung haben die Substituenten, soweit nicht anders spezifiziert, die folgende Bedeutung:

(C 1 -Q)-AIkVl. (C 1 -Q)-AIkVl und (C 1 -C 1 VAIkVl stehen im Rahmen der Erfindung für einen gerad- kettigen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 6, 1 bis 4 bzw. 1 bis 3 Kohlenstoffatomen. Bevorzugt ist ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest mit 1 bis 4, besonders bevorzugt mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen. Beispielhaft und vorzugsweise seien genannt: Methyl, Ethyl, n-Propyl, Isopropyl, n-Butyl, iso-Butyl, sec.-Butyl, tert.-Butyl, 1-Ethylpropyl, n-Pentyl und n-Hexyl.

(C7-Cfi)-Alkenyl steht im Rahmen der Erfindung für einen geradkettigen oder verzweigten Alkenyl- rest mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen und einer oder zwei Doppelbindungen. Bevorzugt ist ein geradkettiger oder verzweigter Alkenylrest mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen und einer Doppelbindung. Beispielhaft und vorzugsweise seien genannt: Vinyl, AHyI, Isopropenyl, 2-Methylprop-2-en-l-yl, n-But-2-en-l-yl und n-But-3-en-l-yl.

(C j -CgVCycloalkyl. (Q-CJ-Cycloalkyl und (C^-CQ-Cycloalkyl stehen im Rahmen der Erfindung für einen monocyclischen, gesättigten Carbocyclus mit 3 bis 6, 4 bis 6 bzw. 3 bis 5 Ring-Kohlenstoffatomen. Beispielhaft und vorzugsweise seien genannt: Cyclopropyl, Cyclobutyl, Cyclopentyl und Cyclohexyl.

stehen im Rahmen der Erfindung für einen geradkettigen oder verzweigten Alkoxyrest mit 1 bis 6, 1 bis 4 bzw. 1 bis 3 Kohlenstoffatomen. Bevorzugt ist ein geradkettiger oder verzweigter Alkoxyrest mit 1 bis 4, besonders bevorzugt mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen. Beispielhaft und vorzugsweise seien genannt: Methoxy, Ethoxy, n-Prop- oxy, Isopropoxy, n-Butoxy, tert.-Butoxy, n-Pentoxy und n-Hexoxy.

(Q-C^-Alkoxycarbonyl und (C j -QVAlkoxycarbonyl stehen im Rahmen der Erfindung für einen geradkettigen oder verzweigten Alkoxyrest mit 1 bis 6 bzw. 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, der über eine Carbonylgruppe verknüpft ist. Bevorzugt ist ein geradkettiger oder verzweigter Alkoxy- carbonylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen in der Alkoxy-Gruppe. Beispielhaft und vorzugsweise seien genannt: Methoxycarbonyl, Ethoxycarbonyl, n-Propoxycarbonyl, Isopropoxycarbonyl und tert.-Butoxycarbonyl.

Mono-fCpCfiValkylamino. Mono-CC j -QValkylamino und Mono-fCVCO-alkylamino stehen im Rahmen der Erfindung für eine Amino-Gruppe mit einem geradkettigen oder verzweigten Alkyl- substituenten, der 1 bis 6, 1 bis 4 bzw. 1 bis 3 Kohlenstoffatome aufweist. Bevorzugt ist ein geradkettiger oder verzweigter Monoalkylamino-Rest mit 1 bis 4, besonders bevorzugt mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen. Beispielhaft und vorzugsweise seien genannt: Methylamino, Ethylamino, n- Propylamino, Isopropylamino, n-Butylamino, tert.-Butylamino, n-Pentylamino und n-Hexylamino.

Mono-(C 2 -CW)-alkenylamino steht im Rahmen der Erfindung für eine Amino-Gruppe mit einem geradkettigen oder verzweigten Alkenylsubstituenten, der 2 bis 6 Kohlenstoffatome aufweist. Bevorzugt ist ein geradkettiger oder verzweigter Monoalkenylamino-Rest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen. Beispielhaft und vorzugsweise seien genannt: Allylamino, l-Methylprop-2-en-l-ylamino, 2-Methylprop-2-en-l-ylamino, But-2-en-l-ylamino und But-3-en-l-ylamino.

Di-fCrCfiValkylamino. DHCpCaValkylamino und Di-fCVCO-alkylamino stehen im Rahmen der Erfindung für eine Amino-Gruppe mit zwei gleichen oder verschiedenen geradkettigen oder ver- zweigten Alkylsubstituenten, die jeweils 1 bis 6, 1 bis 4 bzw. 1 bis 3 Kohlenstoffatome aufweisen. Bevorzugt sind geradkettige oder verzweigte Dialkylamino-Reste mit jeweils 1 bis 4, besonders bevorzugt mit jeweils 1 bis 3 Kohlenstoffatomen. Beispielhaft und vorzugsweise seien genannt: N,N-Dimethylamino, N,N-Diethylamino, N-Ethyl-N-methylamino, N-Methyl-N-n-propylamino, N- Isopropyl-N-n-propylamino, N,N-Diisopropylamino, N-n-Butyl-N-methylamino, N-tert.-Butyl-N- methylamino, N-Ethyl-N-n-pentylamino und N-n-Hexyl-N-methylamino.

(Cfi-Cjn)-Aryl steht im Rahmen der Erfindung für einen aromatischen Carbocyclus mit 6 oder 10 Ring-Kohlenstoffatomen. Bevorzugte Arylreste sind Phenyl und νaphthyl.

Ein 4- bis 7-gliedriger Heterocyclus steht im Rahmen der Erfindung für einen gesättigten Hetero- cyclus mit insgesamt 4 bis 7 Ringatomen, der ein oder zwei Ring-Heteroatome aus der Reihe ν, O und/oder S enthält und über ein Ring-Kohlenstoffatom oder gegebenenfalls ein Ring-Stickstoffatom verknüpft ist. Bevorzugt ist ein 5- oder 6-gliedriger Heterocyclus mit ein oder zwei Ring- Heteroatomen aus der Reihe ν und/oder O. Beispielhaft seien genannt: Azetidinyl, Oxetanyl, Pyrrolidinyl, Pyrazolidinyl, Tetrahydrofuranyl, Piperidinyl, Piperazinyl, Tetrahydropyranyl, Mor-

pholinyl, Thiomorpholinyl, Hexahydroazepinyl und Hexahydro-l,4-diazepinyl. Bevorzugt sind Pyrrolidinyl, Tetrahydrofuranyl, Piperidinyl, Piperazinyl, Tetrahydropyranyl und Morpholinyl.

5- bis 10-gliedriges Heteroaryl steht im Rahmen der Erfindung für einen mono- oder gegebenenfalls bicyclischen aromatischen Heterocyclus (Heteroaromaten) mit insgesamt 5 bis 10 Ring- atomen, der bis zu drei gleiche oder verschiedene Ring-Heteroatome aus der Reihe N, O und/oder S enthält und über ein Ring-Kohlenstoffatom oder gegebenenfalls über ein Ring-Stickstoffatom verknüpft ist. Beispielhaft seien genannt: Furyl, Pyrrolyl, Thienyl, Pyrazolyl, Imidazolyl, Thia- zolyl, Oxazolyl, Isoxazolyl, Isothiazolyl, Triazolyl, Oxadiazolyl, Thiadiazolyl, Pyridyl, Pyrimi- dinyl, Pyridazinyl, Pyrazinyl, Triazinyl, Benzofuranyl, Benzothienyl, Benzimidazolyl, Benzoxa- zolyl, Benzothiazolyl, Benzotriazolyl, Indolyl, Indazolyl, Chinolinyl, Isochinolinyl, Naphthyri- dinyl, Chinazolinyl, Chinoxalinyl, Phthalazinyl, Pyrazolo[3,4-b]pyridinyl. Bevorzugt sind mono- cyclische 5- oder 6-gliedrige Heteroaryl-Reste mit bis zu drei Ring-Heteroatomen aus der Reihe N, O und/oder S wie beispielsweise Furyl, Thienyl, Thiazolyl, Oxazolyl, Isothiazolyl, Isoxazolyl, Pyrazolyl, Imidazolyl, Triazolyl, Oxadiazolyl, Thiadiazolyl, Pyridyl, Pyrimidinyl, Pyridazinyl, Pyrazinyl, Triazinyl.

Halogen schließt im Rahmen der Erfindung Fluor, Chlor, Brom und Iod ein. Bevorzugt sind Chlor oder Fluor.

Wenn Reste in den erfindungsgemäßen Verbindungen substituiert sind, können die Reste, soweit nicht anders spezifiziert, ein- oder mehrfach substituiert sein. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung gilt, dass für alle Reste, die mehrfach auftreten, deren Bedeutung unabhängig voneinander ist. Eine Substitution mit ein, zwei oder drei gleichen oder verschiedenen Substituenten ist bevorzugt. Ganz besonders bevorzugt ist die Substitution mit einem oder zwei gleichen oder verschiedenen Substituenten.

Bevorzugt im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind Verbindungen der Formel (I), in welcher

eines der beiden Ringglieder X und Y für N und das andere für CH steht,

Z für N-R 7 oder O steht, worin

R 7 Wasserstoff oder Methyl bedeutet,

R 1 für Wasserstoff oder (C r C 4 )-Alkyl, das mit Hydroxy, (C r C 4 )-Alkoxy, Amino, Mono-(C r C 4 )-alkylamino, Di-(Ci-C 4 )-alkylamino, Carboxyl, (Ci-C 4 )-Alkoxycarbonyl oder einem 5- oder 6-gliedrigen Heterocyclus substituiert sein kann, steht,

wobei der genannte Heterocyclus ein oder zwei Ring-Heteroatome aus der Reihe N und/ oder O enthält und seinerseits ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Methyl, Ethyl, Hydroxy, Methoxy und/oder Ethoxy substituiert sein kann,

R 2 für Wasserstoff oder Methyl steht

oder

R 1 und R 2 zusammen mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, einen 5- oder 6-gliedrigen Heterocyclus bilden, der ein weiteres Ring-Heteroatom aus der Reihe N und O enthalten und ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Methyl, Ethyl, Hydroxy, Methoxy und/oder Ethoxy substituiert sein kann,

R 3 für (Ci-C 4 )-Alkyl, das ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit (C 3 -C 5 )-Cycloalkyl, Oxo, Hydroxy, (C r C 3 )-Alkoxy, Amino, Mono-(Ci-C 3 )-alkylamino und/oder Di-(C r C 3 )- alkylamino substituiert sein kann, oder für Cyclopentyl oder Cyclohexyl steht,

wobei die genannten (C 3 -C 5 )-Cycloalkyl-, Cyclopentyl- und Cyclohexyl-Reste ihrerseits bis zu zweifach, gleich oder verschieden, mit Hydroxy und/oder Methoxy substituiert sein können und in Cyclopentyl und Cyclohexyl eine Ring-QH^-Gruppe gegen ein O-Atom ausgetauscht sein kann,

R 4 für Wasserstoff, Fluor oder Chlor steht,

und

R 5 für Phenyl oder 5- oder 6-gliedriges Heteroaryl mit bis zu drei Ring-Heteroatomen aus der Reihe N, O und/oder S steht, welche jeweils

(i) ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Fluor, Chlor, Cyano, Amino, Mono-(Ci-C 4 )-alkylamino und/oder Di-(Ci-C 4 )-alkylamino substituiert sein können

und/oder

(U) mit Morpholino, N'-(Ci-C 4 )-Alkylpiperazino oder einer Gruppe der Formel -L-R 8 substituiert sein können, worin

L eine Bindung oder NH bedeutet

und

R 8 Phenyl oder 5- oder 6-gliedriges Heteroaryl mit bis zu drei Ring-Heteroatomen aus der Reihe N, O und/oder S bedeutet, welche jeweils ein- bis dreifach, gleich oder verschieden, mit Fluor, Chlor, Cyano, (C r C 4 )-Alkyl, Trifluormethyl, (C 1 - C 4 )-Alkoxy, Trifluormethoxy und/oder Carboxyl substituiert sein können,

sowie ihre Salze, Solvate und Solvate der Salze.

Besonders bevorzugt im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind Verbindungen der Formel (I), in welcher

eines der beiden Ringglieder X und Y für N und das andere für CH steht,

Z für NH oder O steht,

R 1 für Wasserstoff oder (Ci-C 4 )-Alkyl, das mit Hydroxy, (C 1 -Q)-AIkOXy, Amino, Mono-(C r C 4 )-alkylamino oder Di-(C r C 4 )-alkylamino substituiert sein kann, steht,

R 2 für Wasserstoff oder Methyl steht

oder

R 1 und R 2 zusammen mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, einen Pyrrolidino-, Piperidino-, Morpholino- oder Piperazino-Ring bilden, der jeweils ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Methyl, Ethyl, Hydroxy, Methoxy und/oder Ethoxy substituiert sein kann,

R 3 für (Q-GO-Alkyl steht, das ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Oxo, Hydroxy, Methoxy, Ethoxy und/oder Amino substituiert sein kann,

R 4 für Wasserstoff steht,

und

R 5 für Phenyl oder 5- oder 6-gliedriges Heteroaryl mit bis zu zwei Ring-Heteroatomen aus der Reihe N, O und/oder S steht, welche jeweils

(0 ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Fluor, Chlor, Cyano, (Ci-C 4 )-Alkyl und/oder Amino substituiert sein können

und/oder

(//) mit einer Gruppe der Formel -L-R 8 substituiert sein können, worin

L eine Bindung oder NH bedeutet

und

R 8 Phenyl oder Pyridyl bedeutet, welche jeweils ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Fluor, Chlor, Cyano, Methyl, Trifluormethyl und/oder Meth- oxy substituiert sein können,

sowie ihre Salze, Solvate und Solvate der Salze.

Ganz besonders bevorzugt im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind Verbindungen der Formel (I), in welcher

X für N steht,

Y für CH steht,

Z für O steht,

R 1 für Wasserstoff oder (Ci-C 4 )-Alkyl, das mit Hydroxy, (Ci-C 4 )-Alkoxy, Amino, Mono-(Q- C 4 )-alkylamino oder Di-(Ci-C 4 )-alkylamino substituiert sein kann, steht,

R 2 für Wasserstoff oder Methyl steht

oder

R 1 und R 2 zusammen mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, einen Pyrrolidino-, Piperidino-, Morpholino-, Piperazino- oder N'-Methylpiperazino-Ring bilden,

R 3 für 2-Hydroxyethyl, 2-Hydroxy-l-methylethyl, 2-Hydroxypropyl, 2-Hydroxy-2-methyl- propyl, 3-Hydroxypropyl oder 2,3-Dihydroxypropyl steht,

R 4 für Wasserstoff steht,

und

R 5 für Pyrazolyl, Oxazolyl, Thiazolyl, Pyridyl oder Pyrimidinyl steht, welche jeweils

(/) mit Methyl, Ethyl oder Amino substituiert sein können

und

(//) mit einer Gruppe der Formel -L-R 8 substituiert sind, worin

L eine Bindung oder NH bedeutet

und

R 8 Phenyl oder Pyridyl bedeutet, welche jeweils ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Fluor, Chlor, Cyano, Methyl und/oder Methoxy substituiert sein können,

sowie ihre Salze, Solvate und Solvate der Salze.

Ganz besonders bevorzugt im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind auch Verbindungen der Formel (I), in welcher

eines der beiden Ringglieder X und Y für N und das andere für CH steht,

Z für NH oder O steht,

R 1 und R 2 jeweils für Wasserstoff stehen,

R 3 für 2-Hydroxyethyl, 2-Hydroxy-l-methylethyl, 2-Hydroxypropyl, 2-Hydroxy-2-methyl- propyl, 3-Hydroxypropyl, 2,3-Dihydroxypropyl oder Acetyl steht,

R 4 für Wasserstoff steht,

und

R 5 für Oxazolyl, Thiazolyl oder Pyridyl steht, welche jeweils mit Methyl, Ethyl, Amino oder einer Gruppe der Formel -L-R 8 substituiert sein können, worin

L eine Bindung oder NH bedeutet

und

R 8 Phenyl oder Pyridyl bedeutet, welche jeweils ein- oder zweifach, gleich oder verschieden, mit Fluor, Chlor, Cyano, Methyl und/oder Methoxy substituiert sein können,

sowie ihre Salze, Solvate und Solvate der Salze.

Von besonderer Bedeutung hierbei sind Verbindungen der Formel (I), in welcher

X für N

und

Y für CH steht,

sowie ihre Salze, Solvate und Solvate der Salze.

Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung der erfindungs- gemäßen Verbindungen der Formel (I), dadurch gekennzeichnet, dass man eine Verbindung der Formel (D)

in welcher R , R , R , R , X, Y und Z jeweils die zuvor angegebenen Bedeutungen haben,

in einem inerten Lösungsmittel in Gegenwart einer Base mit einer Verbindung der Formel (IE)

Q R m,

in welcher R 5 die oben angegebene Bedeutung hat und

Q für eine geeignete Abgangsgruppe, vorzugsweise für Halogen, insbesondere Chlor, Brom oder Iod, oder für Mesylat, Tosylat oder Triflat steht,

umsetzt

und die resultierenden Verbindungen der Formel (I) gegebenenfalls mit den entsprechenden (/) Lösungsmitteln und/oder (iϊ) Basen oder Säuren in ihre Solvate, Salze und/oder Solvate der Salze überfuhrt.

Das zuvor beschriebene Verfahren kann durch das folgende Reaktionsschema beispielhaft erläutert werden:

Schema 1

Als Lösungsmittel für das erfindungsgemäße Verfahren eignen sich alle organischen Lösungsmittel, die unter den Reaktionsbedingungen inert sind. Hierzu gehören Alkohole wie Methanol, Ethanol, n-Propanol, Isopropanol, n-Butanol und tert.-Butanol, Ketone wie Aceton und Methyl- ethylketon, acyclische und cyclische Ether wie Diethylether, 1 Methyl-tert.-butylether, 1,2-Dimeth- oxyethan, Tetrahydrofuran und Dioxan, Ester wie Essigsäureethylester oder Essigsäurebutylester, Kohlenwasserstoffe wie Benzol, Toluol, Xylol, Hexan und Cyclohexan, chlorierte Kohlenwasserstoffe wie Dichlormethan, Trichlormethan und Chlorbenzol, oder andere Lösungsmittel wie Di- methylformamid (DMF), Dimethylsulfoxid (DMSO), N-Methylpyrrolidinon (NMP), Acetonitril oder Pyridin. Wasser ist als Lösungsmittel ebenfalls geeignet. Ebenso ist es möglich, Gemische der zuvor genannten Lösungsmittel einzusetzen. Bevorzugt als Lösungsmittel ist Dimethylformamid.

Als Basen eignen sich die üblichen anorganischen oder organischen Basen. Hierzu gehören bevorzugt Alkalihydroxide wie beispielsweise Lithium-, Natrium- oder Kaliumhydroxid, Alkalicarbo- nate wie Lithium-, Natrium-, Kalium- oder Cäsiumcarbonat, Alkalihydrogencarbonate wie Natrium- oder Kaliumhydrogencarbonat, Alkalialkoholate wie Natrium- oder Kaliummethanolat, Natrium- oder Kaliumethanolat oder Kalium-tert.-butylat, Amide wie Natriumamid, Lithium-, Natrium- oder Kalium-bis-(trimethylsilyl)amid oder Lithiumdiisopropylamid, metallorganische Verbindungen wie Butyllithium oder Phenyllithium, oder organische Amine wie Triethylamin, Düsopropylethylamin, Pyridin, l,8-Diazabicyclo[5.4.0]undec-7-en (DBU) oder 1,5-Diazabicyclo- [4.3.0]non-5-en (DBN). Bevorzugt sind Alkalicarbonate und -hydrogencarbonate.

Die Base kann hierbei in einer Menge von 1 bis 10 Mol, bevorzugt von 1 bis 5 Mol, insbesondere von 1 bis 4 Mol, bezogen auf 1 Mol der Verbindung der Formel (IT), eingesetzt werden.

Die Reaktion erfolgt im Allgemeinen in einem Temperaturbereich von -78°C bis +140 0 C, bevor- zugt im Bereich von -20 0 C bis +60 0 C, insbesondere bei 0 0 C bis +40 0 C. Die Umsetzung kann bei

normalem, erhöhtem oder erniedrigtem Druck durchgeführt werden (z.B. im Bereich von 0.5 bis 5 bar). Im Allgemeinen arbeitet man bei Normaldruck.

Verbindungen der Formel (II), worin R 1 und R 2 für Wasserstoff stehen, können in Analogie zu literaturbekannten Methoden beispielsweise dadurch hergestellt werden, dass man Aldehyde der Formel (IV)

in welcher R , R , X, Y und Z jeweils die zuvor angegebenen Bedeutungen haben,

in Gegenwart einer Base mit zwei äquivalenten Cyanothioacetamid umsetzt [siehe Schema 2; vgl. z.B. Dyachenko et al., Russ. J. Chem. 33 (7), 1014-1017 (1997), 34 (4), 557-563 (1998); Dyachenko et al., Chemistry of Heterocyclic Compounds 34 (2), 188-194 (1998); Qintela et al., Eur. J. Med. Chem. 33, 887-897 (1998); Kandeel et al., Z Naturforsch. 42b, 107-111 (1987); Reddy et al., J. Med. Chem. 49, 607-615 (2006); Evdokimov et al., Org. Lett. 8, 899-902 (2006)].

Schema 2

[EtOH = Ethanol, NMM = N-Methylmorpholin] .

Verbindungen der Formel (H), worin R 1 und R 2 für Wasserstoff stehen, können auch ausgehend von Verbindungen der Formel (V)

in welcher R , R , X, Y und Z jeweils die zuvor angegebenen Bedeutungen haben,

durch Reaktion mit einem Alkalisulfid hergestellt werden. Diese Herstellungsmethode kann durch folgendes Formelschema beispielhaft erläutert werden:

Schema 3

Als Alkalisulfid wird vorzugsweise Natriumsulfid in einer Menge von 1 bis 10 Mol, bevorzugt von 1 bis 5 Mol, insbesondere von 1 bis 4 Mol, bezogen auf 1 Mol der Verbindung der Formel (V), eingesetzt.

Als Lösungsmittel geeignet sind alle organischen Lösungsmittel, die unter den Reaktionsbedingungen inert sind. Hierzu gehören bevorzugt Dimethylformamid, N-Methylpyrrolidinon, Pyridin und Acetonitril. Ebenso ist es möglich, Gemische der zuvor genannten Lösungsmittel einzusetzen. Besonders bevorzugt ist Dimethylformamid.

Die Reaktion erfolgt im Allgemeinen in einem Temperaturbereich von +20 0 C bis +140 0 C, bevor- zugt im Bereich von +20 0 C bis +120 0 C, insbesondere bei +60 0 C bis +100 0 C. Die Umsetzung kann bei normalem, erhöhtem oder erniedrigtem Druck durchgeführt werden (z.B. im Bereich von 0.5 bis 5 bar). Im Allgemeinen arbeitet man bei Normaldruck.

Die Verbindungen der Formel (V) können in Analogie zu literaturbeschriebenen Verfahren hergestellt werden [vgl. z.B. Kambe et al., Synthesis, 531-533 (1981); Elnagdi et al., Z. Naturforsch. 47b. 572-578 (1991); Reddy et al., J. Med. Chem. 49, 607-615 (2006); Evdokimov et al., Org. LeU. 8, 899-902 (2006)].

Verbindungen der Formel (II), worin mindestens einer der beiden Reste R 1 und R 2 nicht für Wasserstoff steht, können hergestellt werden, indem man Verbindungen der Formel (V) zunächst mit Kupfer(II)chlorid und Isoamylnitrit in einem geeigneten Lösungsmittel in Verbindungen der Formel (VI)

in welcher R ,3 , R , X, Y und Z jeweils die zuvor angegebenen Bedeutungen haben,

überfuhrt, anschließend mit einer Verbindung der Formel (VE)

H R1A/ N^ R2A ^

in welcher

R 1A die oben angegebene Bedeutung von R 1 hat,

R >2A die oben angegebene Bedeutung von R hat,

jedoch mindestens einer der beiden Reste nicht für Wasserstoff steht,

zu Verbindungen der Formel (VIII)

in welcher R , R , R , R , X, Y und Z jeweils die zuvor angegebenen Bedeutungen haben,

umsetzt und diese dann mit einem Alkalisulfid in die Verbindungen der Formel (S) überführt.

Das zuvor beschriebene Verfahren kann durch das folgende Reaktionsschema beispielhaft erläutert werden:

Schema 4

1A/ ,2A

R

[Ph = Phenyl].

Der Verfahrensschritt (V) -» (VI) erfolgt im Allgemeinen mit einem Molverhältnis von 2 bis 12 Mol Kupfer(π)chlorid und 2 bis 12 Mol Isoamylnitrit bezogen auf 1 Mol der Verbindung der Formel (V).

Als Lösungsmittel für diesen Verfahrensschritt eignen sich alle organischen Lösungsmittel, die unter den Reaktionsbedingungen inert sind. Hierzu gehören acyclische und cyclische Ether wie Di- ethylether und Tetrahydrofuran, Ester wie Essigsäureethylester oder Essigsäurebutylester, Kohlen- Wasserstoffe wie Benzol, Toluol, Xylol, Hexan und Cyclohexan, chlorierte Kohlenwasserstoffe wie Dichlormethan, 1 ,2-Dichlorethan und Chlorbenzol, oder andere Lösungsmittel wie Dimethyl- formamid, Acetonitril oder Pyridin. Ebenso ist es möglich, Gemische der zuvor genannten Lösungsmittel einzusetzen. Bevorzugte Lösungsmittel sind Acetonitril und Dimethylformamid.

Die Reaktion erfolgt im Allgemeinen in einem Temperaturbereich von -78°C bis +180 0 C, bevorzugt im Bereich von +20 0 C bis +100 0 C, insbesondere bei +20 0 C bis +60 0 C. Die Umsetzung kann bei normalem, erhöhtem oder erniedrigtem Druck durchgeführt werden (z.B. im Bereich von 0.5 bis 5 bar). Im Allgemeinen arbeitet man bei Normaldruck.

Der Verfahrensschritt (VI) + (VII) -> (VOT) erfolgt im Allgemeinen mit einem Molverhältnis von 1 bis 8 Mol der Verbindung der Formel (VIT) bezogen auf 1 Mol der Verbindung der Formel (VI).

Als Lösungsmittel für diesen Verfahrensschritt eignen sich alle organischen Lösungsmittel, die unter den Reaktionsbedingungen inert sind. Hierzu gehören Alkohole wie Methanol, Ethanol, n- Propanol, Isopropanol, n-Butanol und tert-Butanol, Ketone wie Aceton und Methylethylketon, acyclische und cyclische Ether wie Diethy lether, 1,2-Dimethoxyethan, Tetrahydrofuran und Dioxan, Ester wie Essigsäureethylester oder Essigsäurebutylester, Kohlenwasserstoffe wie Benzol, Toluol, Xylol, Hexan und Cyclohexan, chlorierte Kohlenwasserstoffe wie Dichlormethan, 1,2-Di- chlorethan und Chlorbenzol, oder andere Lösungsmittel wie Dimethylformamid, Acetonitril, Pyri- din oder Dimethylsulfoxid. Wasser ist als Lösungsmittel ebenfalls geeignet. Ebenso ist es möglich, Gemische der zuvor genannten Lösungsmittel einzusetzen. Bevorzugtes Lösungsmittel ist Dimethylformamid.

Die Reaktion erfolgt im Allgemeinen in einem Temperaturbereich von O 0 C bis +180 0 C, bevorzugt im Bereich von +20 0 C bis +120 0 C, insbesondere bei +20 0 C bis +100 0 C. Die Umsetzung kann bei normalem, erhöhtem oder erniedrigtem Druck durchgeführt werden (z.B. im Bereich von 0.5 bis 5 bar). Im Allgemeinen arbeitet man bei Normaldruck.

Der Verfahrensschritt (VHT) -» (H) erfolgt im Allgemeinen mit einem Molverhältnis von 1 bis 8 MoI Natriumsulfid bezogen auf 1 Mol der Verbindung der Formel (VIET).

Als Lösungsmittel für diesen Verfahrensschritt eignen sich alle organischen Lösungsmittel, die unter den Reaktionsbedingungen inert sind. Hierzu gehören Alkohole wie Methanol, Ethanol, n- Propanol, Isopropanol, n-Butanol und tert.-Butanol, Ketone wie Aceton und Methylethylketon, acyclische und cyclische Ether wie Diethylether, 1,2-Dimethoxyethan, Tetrahydrofuran und Dioxan, Ester wie Essigsäureethylester oder Essigsäurebutylester, Kohlenwasserstoffe wie Benzol, Toluol, Xylol, Hexan und Cyclohexan, chlorierte Kohlenwasserstoffe wie Dichlormethan, 1,2-Di- chlorethan und Chlorbenzol, oder andere Lösungsmittel wie Dimethylformamid, Acetonitril, Pyri- din, Dimethylsulfoxid oder N-Methylpyrrolidinon. Wasser ist als Lösungsmittel ebenfalls geeignet. Ebenso ist es möglich, Gemische der zuvor genannten Lösungsmittel einzusetzen. Bevorzugtes Lösungsmittel ist Dimethylformamid.

Die Reaktion erfolgt im Allgemeinen in einem Temperaturbereich von 0 0 C bis +180 0 C, bevorzugt im Bereich von +20 0 C bis +120 0 C, insbesondere bei +40 0 C bis +100 0 C. Die Umsetzung kann bei normalem, erhöhtem oder erniedrigtem Druck durchgeführt werden (z.B. im Bereich von 0.5 bis 5 bar). Im Allgemeinen arbeitet man bei Normaldruck.

Die Verbindungen der Formel (VII) sind entweder kommerziell erhältlich, dem Fachmann bekannt oder nach üblichen Methoden herstellbar.

Analog zur Reaktionssequenz (V) -» (VI) -> (VIII) können auch Verbindungen der Formel (I), worin R 1 und R 2 beide für Wasserstoff stehen, in Verbindungen der Formel (I), worin mindestens einer der beiden Reste R 1 und R 2 nicht für Wasserstoff steht, überführt werden. Dies wird im fol- genden Reaktionsschema veranschaulicht:

Schema 5

Für diese Verfahrensvariante finden die zuvor für die Sequenz (V) -» (VI) -> (VIE) beschriebenen Reaktionsparameter wie Lösungsmittel, Reaktionstemperaturen und Molverhältnisse in analoger Weise Anwendung.

Die Verbindungen der Formel (HI) sind gleichfalls kommerziell erhältlich, literaturbekannt oder nach literaturbekannten Methoden herstellbar. So können beispielsweise durch Reaktion von Amiden, Thioamiden bzw. Thioharnstoff-Derivaten mit einem 1,3-Dihalogenaceton 2-substituierte Oxazol- und Thiazol-Derivate der Formel (III-A), (DI-B) bzw. (DI-C) erhalten werden (siehe Schema 6):

Schema 6

(m-A)

(m-B)

(m-c)

Im Falle der Verbindungen (DI-C) können diese entweder analog zur Literatur hergestellt und isoliert werden [vgl. z.B. I. Simiti et al., Chem. Ber. 95, 2672-2679 (1962)], oder sie können in situ erzeugt und direkt weiter mit einer Verbindung der Formel (D) umgesetzt werden. Bevorzugt ist die in s/ta-Erzeugung unter Verwendung von 1,3-Dichloraceton in Dimethylformamid oder Ethanol als Lösungsmittel. Die Darstellung erfolgt im Allgemeinen in einem Temperaturbereich von 0 0 C bis +140 0 C, bevorzugt im Bereich von +20 0 C bis +120 0 C, insbesondere bei +60 0 C bis +100 0 C.

2,5-Disubstituierte Oxazol- und Thiazol-Derivate gemäß Formel (DI) können in Analogie zu literaturbekannten Verfahren beispielsweise wie in den folgenden Reaktionsschemata 7 und 8 beschrieben hergestellt werden:

Schema 7

[vgl. z.B. Y. Goto et al., Chem. Pharm. Bull. 1971, 19, 2050-2057].

Schema 8

[NCS = N-Chlorsuccinimid; vgl. z.B. T. Yamane et al., Tetrahedron Lett. 2004, 45, 69-73].

In 5-Position substituierte Oxazol-Derivate gemäß Formel (HJ) können beispielsweise durch Reduktion und nachfolgende Halogenierung entsprechender Oxazol-4-carbonsäureester erhalten werden, welche ihrerseits durch Acylierung von α-Isocyanatoacetaten zugänglich sind (siehe Schema 9):

Schema 9

LJAiH 4

CN COOCH,

[DBU = l,8-Diazabicyclo[5.4.0]undec-7-en; vgl. z.B. M. Suzuki et al., J. Org. Chem. 1973, 38, 3571-3575].

Die Verbindungen der Formel (IV) sind literaturbekannt oder können in Analogie zu literaturbekannten Verfahren hergestellt werden, wie beispielhaft in den nachfolgenden Reaktionsschemata 10-13 dargestellt ist:

Schema 10

[Ac = Acetyl, Ac 2 O = Acetanhydrid, mCPBA = /we/α-Chlorperbenzoesäure; vgl. z.B. P. C-M. Mao et al., Chem. Pharm. Bull. 2002, 50, 1634-1637; W. Hass et al., Liebigs Ann. Chem. 1982, 1615- 1622; J.W. Ellingboe et al., ./. Med. Chem. 1994, 37, 542-550].

Schema 11

[Kat. = Katalysator; vgl. z.B. N. Finch et al., J. Med. Chem. 1980, 23, 1405-1410; ibid. 1978, 21, 1269-1274].

Schema 12

[KO Bu = Kalium-tert.-butylat].

Schema 13

[NMM = N-Methylmorpholin, νMMO = N-Methylmorpholin-N-oxid, Pr = n-Propyl].

überraschenderweise zeigen die erfindungsgemäßen Verbindungen ein nicht vorhersehbares, wertvolles pharmakologisches Wirkspektrum und sind daher insbesondere zur Prophylaxe und/oder Behandlung von Erkrankungen geeignet. Darüber hinaus verfügen die erfindungsgemäßen Sub- stanzen gegenüber den Verbindungen aus dem Stand der Technik über eine verbesserte Löslichkeit in Wasser und anderen physiologischen Medien, was beispielsweise für die Formulierbarkeit und/ oder die parenterale Applikation von Vorteil ist.

Die pharmazeutische Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Verbindungen lässt sich durch ihre Wirkung als potente, selektive Liganden an Adenosin Al- und/oder A2b-Rezeptoren erklären. Sie wirken hierbei als selektive Al-, selektive A2b- oder als selektive duale Al/A2b-Agonisten.

Als "selektive Liganden an Adenosin Al- und/oder A2b-Rezeptoren" werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung solche Adenosin-Rezeptorliganden bezeichnet, bei denen einerseits eine deutliche Wirkung an Al- und/oder A2b-Adenosinrezeptor-Subtypen und andererseits keine oder eine deutliche schwächere Wirkung (Faktor 10 oder höher) an A2a- und A3-Adenosinrezeptor- Subtypen zu beobachten ist, wobei bezüglich der Testmethoden für die Wirk-Selektivität Bezug genommen wird auf die im Abschnitt B-I. beschriebenen Tests.

Die Verbindungen der Formel (J) sind allein oder in Kombination mit einem oder mehreren anderen Wirkstoffen zur Prophylaxe und/oder Behandlung verschiedener Erkrankungen geeignet, so beispielsweise insbesondere bei Hypertonie und anderen Erkrankungen des Herzkreislauf- Systems (kardiovaskulären Erkrankungen) sowie zur Kardioprotektion.

Im Sinne der vorliegenden Erfindung sind unter Erkrankungen des Herzkreislauf-Systems bzw. kardiovaskulären Erkrankungen neben der Hypertonie beispielsweise insbesondere die folgenden Erkrankungen zu verstehen: periphere und kardiale Gefäßerkrankungen, koronare Herzerkrankung, koronare Restenose wie z.B. Restenose nach Ballondilatation von peripheren Blutgefäßen, akutes Koronarsyndrom, stabile und instabile Angina pectoris, Herzinsuffizienz, Tachykardien, Arrhythmien, Vorhof- und Kammerflimmern sowie periphere Durchblutungsstörungen.

Weiterhin eignen sich die erfindungsgemäßen Verbindungen insbesondere auch zur Reduktion des von einem Infarkt betroffenen Myokardbereichs sowie zur Prophylaxe von Sekundärinfarkten.

Des weiteren sind die erfindungsgemäßen Verbindungen insbesondere zur Prophylaxe und/oder Behandlung von thromboembolischen Erkrankungen und Ischämien wie Myokardinfarkt, Hirnschlag und transitorischen ischämischen Attacken sowie zur Protektion von Organen bei Trans- plantationen und operativen Eingriffen, beispielsweise am Herzen, geeignet.

Weitere Indikationsgebiete, für die die erfindungsgemäßen Verbindungen verwendet werden können, sind beispielsweise insbesondere die Prophylaxe und/oder Behandlung von Erkrankungen des Urogenitalbereiches, wie z.B. Reizblase, erektile Dysfunktion und weibliche sexuelle Dysfunktion, daneben aber auch die Prophylaxe und/oder Behandlung von inflammatorischen Erkrankungen, wie z.B. Asthma und entzündliche Dermatosen, von neuroinflammatorischen Erkrankungen des Zentralnervensystems, wie beispielsweise Zustände nach Hirninfarkt, der Alzheimer-Erkrankung,

weiterhin auch von neurodegenerativen Erkrankungen sowie von Schmerzzuständen, Krebs und übelkeit und Erbrechen in Verbindung mit Krebstherapien.

Ein weiteres Indikationsgebiet sind beispielsweise insbesondere die Prophylaxe und/oder Behandlung von Erkrankungen der Atemwege wie beispielsweise Asthma, chronische Bronchitis, Lungen- emphysem, Bronchiektasien, zystische Fibrose (Mukoviszidose) und pulmonale Hypertonie.

Schließlich kommen die erfindungsgemäßen Verbindungen beispielsweise insbesondere auch für die Prophylaxe und/oder Behandlung von Diabetes, insbesondere Diabetes mellitus, diabetischen Folgeerkrankungen wie z.B. Nephropathie und Neuropathie, des Metabolischen Syndroms sowie von Dyslipidämien in Betracht.

Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung der erfindungsgemäßen Verbindungen zur Behandlung und/oder Prophylaxe von Erkrankungen, insbesondere der zuvor genannten Erkrankungen.

Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung der erfindungsgemäßen Verbindungen zur Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung und/oder Prophylaxe von Erkran- kungen, insbesondere der zuvor genannten Erkrankungen.

Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Behandlung und/oder Prophylaxe von Erkrankungen, insbesondere der zuvor genannten Erkrankungen, unter Verwendung einer wirksamen Menge von mindestens einer der erfindungsgemäßen Verbindungen.

Die erfindungsgemäßen Verbindungen können allein oder bei Bedarf in Kombination mit anderen Wirkstoffen eingesetzt werden. Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Arzneimittel, enthaltend mindestens eine der erfindungsgemäßen Verbindungen und einen oder mehrere weitere Wirkstoffe, insbesondere zur Behandlung und/oder Prophylaxe der zuvor genannten Erkrankungen.

Als geeignete Kombinationswirkstoffe seien beispielhaft und vorzugsweise genannt: den Fettstoff- Wechsel verändernde Wirkstoffe, Antidiabetika, Blutdruck-Senker, durchblutungsfördernd und/ oder antithrombotisch wirkende Mittel, Antioxidantien, Chemokin-Rezeptor- Antagonisten, p38- Kinase-Inhibitoren, NPY-Agonisten, Orexin-Agonisten, Anorektika, PAF-AH-Inhibitoren, Anti- phlogistika (COX-Inhibitoren, LTB 4 -Rezeptor-Antagonisten) sowie Analgetika wie beispielsweise Aspirin.

Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind insbesondere Kombinationen mindestens einer der erfindungsgemäßen Verbindungen mit mindestens einem den Fettstoffwechsel verändernden Wirk-

stoff, einem Antidiabetikum, einem blutdrucksenkenden Wirkstoff und/oder einem antithrombotisch wirkenden Mittel.

Die erfindungsgemäßen Verbindungen können vorzugsweise mit einem oder mehreren

• den Fettstoffwechsel verändernden Wirkstoffen, beispielhaft und vorzugsweise aus der Gruppe der HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren, Inhibitoren der HMG-CoA-Reduktase-Expression,

Squalensynthese-Inhibitoren, ACAT-Inhibitoren, LDL-Rezeptor-Induktoren, Cholesterin- Absorptionshemmer, polymeren Gallensäureadsorber, Gallensäure-Reabsoφtionshemmer, MTP-Inhibitoren, Lipase-Inhibitoren, LpL-Aktivatoren, Fibrate, Niacin, CETP-Inhibitoren, PPAR-α-, PPAR-γ- und/oder PPAR-δ-Agonisten, RXR-Modulatoren, FXR-Modulatoren, LXR- Modulatoren, Thyroidhormone und/oder Thyroidmimetika, ATP-C itrat-Lyase-Inhibitoren,

Lp(a)-Antagonisten, Cannabinoid-Rezeptor 1 -Antagonisten, Leptin-Rezeptor-Agonisten, Bom- besin-Rezeptor-Agonisten, Histamin-Rezeptor-Agonisten sowie der Antioxidantien/Radikal- fänger;

• Antidiabetika, die in der Roten Liste 2004/H, Kapitel 12 genannt sind, sowie beispielhaft und vorzugsweise jenen aus der Gruppe der Sulphonylharnstoffe, Biguanide, Meglitinid-Derivate,

Glukosidase-Inhibitoren, Oxadiazolidinone, Thiazolidindione, GLP 1-Rezeptor-Agonisten, GIu- kagon-Antagonisten, Insulin-Sensitizer, CCK 1 -Rezeptor- Agonisten, Leptin-Rezeptor- Agonisten, Inhibitoren von Leberenzymen, die an der Stimulation der Glukoneogenese und/ oder Glykogenolyse beteiligt sind, Modulatoren der Glukoseaufhahme sowie der Kaliumkanal- öffner, wie z.B. denjenigen, die in WO 97/26265 und WO 99/03861 offenbart sind;

• den Blutdruck senkenden Wirkstoffen, beispielhaft und vorzugsweise aus der Gruppe der Calcium-Antagonisten, Angiotensin Aü-Antagonisten, ACE-Hemmer, beta-Rezeptoren-Blocker, alpha-Rezeptoren-Blocker, Diuretika, Phosphodiesterase-Inhibitoren, sGC-Stimulatoren, Verstärker der cGMP-Spiegel, Aldosteron-Antagonisten, Mineralocorticoid-Rezeptor-Antago- nisten, ECE-Inhibitoren sowie der Vasopeptidase-Inhibitoren, und/oder

• antithrombotisch wirkenden Mitteln, beispielhaft und vorzugsweise aus der Gruppe der Thrombozytenaggregationshemmer oder der Antikoagulantien

kombiniert werden.

Unter den Fettstoffwechsel verändernden Wirkstoffen werden vorzugsweise Verbindungen aus der Gruppe der HMG-Co A-Reduktase-Inhibitoren, Squalensynthese-Inhibitoren, ACAT-Inhibitoren,

Cholesterin-Absorptionshemmer, MTP-Inhibitoren, Lipase-Inhibitoren, Thyroidhormone und/oder

Thyroidmimetika, Niacin-Rezeptor-Agonisten, CETP-Inhibitoren, PPAR-α-Agonisten, PPAR-γ-

Agonisten, PPAR-δ-Agonisten, polymeren Gallensäureadsorber, Gallensäure-Reabsorptionshem- mer, Antioxidantien/Radikalfänger sowie der Cannabinoid-Rezeptor 1 -Antagonisten verstanden.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die erfϊndungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem HMG-CoA-Reduktase-Inhibitor aus der Klasse der Statine, wie beispielhaft und vorzugsweise Lovastatin, Simvastatin, Pravastatin, Fluvastatin, Atorvastatin, Rosuvastatin, Cerivastatin oder Pitavastatin, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung werden die erfmdungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem Squalensynthese-Inhibitor, wie beispielhaft und vorzugsweise BMS-188494 oder TAK-475, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem ACAT-Inhibitor, wie beispielhaft und vorzugsweise Avasimibe, Melinamide, Pactimibe, Eflucimibe oder SMP-797, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem Cholesterin-Absorptionshemmer, wie beispielhaft und vorzugs- weise Ezetimibe, Tiqueside oder Pamaqueside, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem MTP-Inhibitor, wie beispielhaft und vorzugsweise Implitapide, BMS-201038, R-103757 oder JTT-130, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbin- düngen in Kombination mit einem Lipase-Inhibitor, wie beispielhaft und vorzugsweise Orlistat, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem Thyroidhormon und/oder Thyroidmimetikum, wie beispielhaft und vorzugsweise D-Thyroxin oder 3,5,3'-Triiodothyronin (T3), verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem Agonisten des Niacήi-Rezeptors, wie beispielhaft und vorzugsweise Niacin, Acipimox, Acifran oder Radecol, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem CETP-Inhibitor, wie beispielhaft und vorzugsweise Torcetrapib, JTT-705, BAY 60-5521, BAY 78-7499 oder CETP Vaccine (Avant), verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem PPAR-γ-Agonisten, wie beispielhaft und vorzugsweise Pio- glitazone oder Rosiglitazone, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbin- düngen in Kombination mit einem PPAR-δ-Agonisten, wie beispielhaft und vorzugsweise GW- 501516 oder BAY 68-5042, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem polymeren Gallensäureadsorber, wie beispielhaft und vorzugsweise Cholestyramin, Colestipol, Colesolvam, CholestaGel oder Colestimid, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem Gallensäure-Reabsorptionshemmer, wie beispielhaft und vorzugsweise ASBT (= BAT)-Inhibitoren wie z.B. AZD-7806, S-8921, AK-105, BARI-1741, SC-435 oder SC-635, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbin- düngen in Kombination mit einem Antioxidans/Radikalfanger, wie beispie Uiaft und vorzugsweise Probucol, AGI- 1067, BO-653 oder AEOL-10150, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem Cannabinoid-Rezeptor 1 -Antagonisten, wie beispielhaft und vorzugsweise Rimonabant oder SR-147778, verabreicht.

Unter Antidiabetika werden vorzugsweise Insulin und Insulinderivate sowie oral wirksame hypo- glykämische Wirkstoffe verstanden. Insulin und Insulinderivate umfasst hierbei sowohl Insuline tierischen, menschlichen oder biotechnologischen Ursprungs als auch Gemische hieraus. Die oral wirksamen hypoglykanischen Wirkstoffe umfassen vorzugsweise Sulphonylharnstoffe, Biguanide, Meglitinid-Derivate, Glukosidase-Inhibitoren und PPAR-γ-Agonisten.

Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit Insulin verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem Sulphonylharnstoff, wie beispielhaft und vorzugsweise Tolbutamid, Glibenclamid, Glimepirid, Glipizid oder Gliclazid, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausfiihrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem Biguanid, wie beispielhaft und vorzugsweise Metformin, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbin- düngen in Kombination mit einem Meglitinid-Derivat, wie beispielhaft und vorzugsweise Repagli- nid oder Nateglinid, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem Glukosidase-Inhibitor, wie beispielhaft und vorzugsweise Mig- litol oder Acarbose, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem PPAR-γ-Agonisten beispielsweise aus der Klasse der Thiazoli- dindione, wie beispielhaft und vorzugsweise Pioglitazone oder Rosiglitazone, verabreicht.

Unter den Blutdruck senkenden Mitteln werden vorzugsweise Verbindungen aus der Gruppe der Calcium-Antagonisten, Angiotensin AH-Antagonisten, ACE-Hemmer, beta-Rezeptoren-Blocker, alpha-Rezeptoren-B locker und Diuretika verstanden.

Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem Calcium-Antagonisten, wie beispielhaft und vorzugsweise Nifedipin, Amlodipin, Verapamil oder Diltiazem, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbin- düngen in Kombination mit einem Angiotensin AH-Antagonisten, wie beispielhaft und vorzugsweise Losartan, Valsartan, Candesartan, Embusartan, Olmesartan oder Telmisartan, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem ACE-Hemmer, wie beispielhaft und vorzugsweise Enalapril, Captopril, Lisinopril, Ramipril, Delapril, Fosinopril, Quinopril, Perindopril oder Trandopril, verab- reicht.

Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem beta-Rezeptoren-Blocker, wie beispielhaft und vorzugsweise Propranolol, Atenolol, Timolol, Pindolol, Alprenolol, Oxprenolol, Penbutolol, Bupranolol, Meti- pranolol, Nadolol, Mepindolol, Carazalol, Sotalol, Metoprolol, Betaxolol, Celiprolol, Bisoprolol, Carteolol, Esmolol, Labetalol, Carvedilol, Adaprolol, Landiolol, Nebivolol, Epanolol oder Bucin- dolol, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausfiihrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem alpha-Rezeptoren-B locker, wie beispielhaft und vorzugsweise Prazosin, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausfiihrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbin- düngen in Kombination mit einem Diuretikum, wie beispielhaft und vorzugsweise Furosemid, Bumetanid, Torsemid, Bendroflumethiazid, Chlorthiazid, Hydrochlorthiazid, Hydroflumethiazid, Methyclothiazid, Polythiazid, Trichlormethiazid, Chlorthalidon, Indapamid, Metolazon, Quineth- azon, Acetazolamid, Dichlorphenamid, Methazolamid, Glycerin, Isosorbid, Mannitol, Amilorid oder Triamteren, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit Antisympathotonika wie Reserpin, Clonidin oder alpha-Methyl-Dopa, mit Kaliumkanal-Agonisten wie Minoxidil, Diazoxid, Dihydralazin oder Hydralazin, oder mit Stickoxid freisetzenden Stoffen wie Glycerinnitrat oder Nitroprussidnatrium verabreicht.

Unter antithrombotisch wirkenden Mitteln werden vorzugsweise Verbindungen aus der Gruppe der Thrombozytenaggregationshemmer oder der Antikoagulantien verstanden.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem Thrombozytenaggregationshemmer, wie beispielhaft und vorzugsweise Aspirin, Clopidogrel, Ticlopidin oder Dipyridamol, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbin- düngen in Kombination mit einem Thrombin-Inhibitor, wie beispielhaft und vorzugsweise Ximela- gatran, Melagatran, Bivalirudin oder Clexane, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem GPüb/IHa-Antagonisten, wie beispielhaft und vorzugsweise Tirofiban oder Abciximab, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit einem Faktor Xa-Inhibitor, wie beispielhaft und vorzugsweise Riva- roxaban (BAY 59-7939), DU-176b, Apixaban, Otamixaban, Fidexaban, Razaxaban, Fondaparinux, Idraparinux, PMD-3112, YM-150, KFA-1982, EMD-503982, MCM-17, MLN-1021, DX 9065a, DPC 906, JTV 803, SSR-126512 oder SSR-128428, verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit Heparin oder einem low molecular weight (LMW)-Heparin-Derivat verabreicht.

Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Verbin- düngen in Kombination mit einem Vitamin K-Antagonisten, wie beispielhaft und vorzugsweise Coumarin, verabreicht.

Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Arzneimittel, die mindestens eine erfindungsgemäße Verbindung, üblicherweise zusammen mit einem oder mehreren inerten, nichttoxischen, pharmazeutisch geeigneten Hilfsstoffen enthalten, sowie deren Verwendung zu den zuvor genannten Zwecken.

Die erfindungsgemäßen Verbindungen können systemisch und/oder lokal wirken. Zu diesem Zweck können sie auf geeignete Weise appliziert werden, wie z.B. oral, parenteral, pulmonal, nasal, sublingual, lingual, buccal, rectal, dermal, transdermal, conjunctivae otisch oder als Implantat bzw. Stent.

Für diese Applikationswege können die erfindungsgemäßen Verbindungen in geeigneten Applikationsformen verabreicht werden.

Für die orale Applikation eignen sich nach dem Stand der Technik funktionierende, die erfindungsgemäßen Verbindungen schnell und/oder modifiziert abgebende Applikationsformen, die die erfindungsgemäßen Verbindungen in kristalliner und/oder amorphisierter und/oder gelöster Form enthalten, wie z.B. Tabletten (nicht-überzogene oder überzogene Tabletten, beispielsweise mit magensaftresistenten oder sich verzögert auflösenden oder unlöslichen überzügen, die die Freisetzung der erfindungsgemäßen Verbindung kontrollieren), in der Mundhöhle schnell zerfallende Tabletten oder Filme/Oblaten, Filme/Lyophylisate, Kapseln (beispielsweise Hart- oder Weichgelatinekapseln), Dragees, Granulate, Pellets, Pulver, Emulsionen, Suspensionen, Aerosole oder Lösungen.

Die parenterale Applikation kann unter Umgehung eines Resorptionsschrittes geschehen (z.B. intravenös, intraarteriell, intrakardial, intraspinal oder intralumbal) oder unter Einschaltung einer Resorption (z.B. intramuskulär, subcutan, intracutan, percutan oder intraperitoneal). Für die parenterale Applikation eignen sich als Applikationsformen u.a. Injektions- und Infusionszuberei- tungen in Form von Lösungen, Suspensionen, Emulsionen, Lyophilisaten oder sterilen Pulvern.

Für die sonstigen Applikationswege eignen sich z.B. Inhalationsarzneiformen (u.a. Pulverinhalatoren, Nebulizer), Nasentropfen, -lösungen oder -sprays, lingual, sublingual oder buccal zu appli-

zierende Tabletten, Filme/Oblaten oder Kapseln, Suppositorien, Ohren- oder Augenpräparationen, Vaginalkapseln, wäßrige Suspensionen (Lotionen, Schüttelmixturen), lipophile Suspensionen, Salben, Cremes, transdermale therapeutische Systeme (z.B. Pflaster), Milch, Pasten, Schäume, Streupuder, Implantate oder Stents.

Bevorzugt sind die orale oder parenterale Applikation, insbesondere die orale und die intravenöse Applikation.

Die erfindungsgemäßen Verbindungen können in die angeführten Applikationsformen überführt werden. Dies kann in an sich bekannter Weise durch Mischen mit inerten, nichttoxischen, pharmazeutisch geeigneten Hilfsstoffen geschehen. Zu diesen Hilfsstoffen zählen u.a. Trägerstoffe (bei- spielsweise mikrokristalline Cellulose, Lactose, Mannitol), Lösungsmittel (z.B. flüssige PoIy- ethylenglycole), Emulgatoren und Dispergier- oder Netzmittel (beispielsweise Natriumdodecyl- sulfat, Polyoxysorbitanoleat), Bindemittel (beispielsweise Polyvinylpyrrolidon), synthetische und natürliche Polymere (beispielsweise Albumin), Stabilisatoren (z.B. Antioxidantien wie beispielsweise Ascorbinsäure), Farbstoffe (z.B. anorganische Pigmente wie beispielsweise Eisenoxide) und Geschmacks- und/oder Geruchskorrigentien.

Im Allgemeinen hat es sich als vorteilhaft erwiesen, bei parenteraler Applikation Mengen von etwa 0.001 bis 1 mg/kg, vorzugsweise etwa 0.01 bis 0.5 mg/kg Körpergewicht zur Erzielung wirksamer Ergebnisse zu verabreichen. Bei oraler Applikation beträgt die Dosierung etwa 0.01 bis 100 mg/kg, vorzugsweise etwa 0.01 bis 20 mg/kg und ganz besonders bevorzugt 0.1 bis 10 mg/kg Körper- gewicht.

Trotzdem kann es gegebenenfalls erforderlich sein, von den genannten Mengen abzuweichen, und zwar in Abhängigkeit von Körpergewicht, Applikationsweg, individuellem Verhalten gegenüber dem Wirkstoff, Art der Zubereitung und Zeitpunkt bzw. Intervall, zu welchem die Applikation erfolgt. So kann es in einigen Fällen ausreichend sein, mit weniger als der vorgenannten Mindest- menge auszukommen, während in anderen Fällen die genannte obere Grenze überschritten werden muss. Im Falle der Applikation größerer Mengen kann es empfehlenswert sein, diese in mehreren Einzelgaben über den Tag zu verteilen.

Die nachfolgenden Ausführungsbeispiele erläutern die Erfindung. Die Erfindung ist nicht auf die Beispiele beschränkt.

Die Prozentangaben in den folgenden Tests und Beispielen sind, sofern nicht anders angegeben, Gewichtsprozente; Teile sind Gewichtsteile. Lösungsmittelverhältnisse, Verdünnungsverhältnisse und Konzentrationsangaben von flüssig/flüssig-Lösungen beziehen sich jeweils auf das Volumen.

A. Beispiele

Verwendete Abkürzungen:

Bsp. Beispiel

DC Dünnschichtchromatographie

DCI direkte chemische Ionisation (bei MS)

DMF N,N-Dimethylfbrmamid

DMSO Dimethylsulfoxid d. Th. der Theorie (bei Ausbeute)

EE Ethylacetat (Essigsäureethylester)

EI Elektronenstoß-Ionisation (bei MS)

ESI Elektrospray-Ionisation (bei MS)

Fp. Schmelzpunkt ges. gesättigt h Stunde(n)

HPLC Hochdruck-, Hochleistungsflüssigchromatographie konz. konzentriert

LC-MS Flüssigchromatographie-gekoppelte Massenspektrometrie

LDA Lithiumdiisopropylamid

Lit. Literatur(stelle)

Lsg. Lösung min Minute(n)

MS Massenspektrometrie

NMR Kernresonanzspektrometrie

RP-HPLC reverse phase HPLC

RT Raumtemperatur

R. Retentionszeit (bei HPLC)

THF Tetrahydrofuran verd. verdünnt wässr. wässrig

HPLC- und LC-MS-Methoden:

Methode 1 (HPLO:

Instrument: Hewlett Packard Series 1050; Säule: Symmetry TM C18 3.9 x 150 mm; Fluss: 1.5 ml/min; Eluent A: Wasser, Eluent B: Acetonitril; Gradient: → 0.6 min 10% B → 3.8 min 100% B -» 5.0 min 100% B -> 5.5 min 10% B; Stopzeit: 6.0 min; Injektionsvolumen: 10 μl; Diodenarray- detektor-Signal: 214 und 254 nm.

Methode 2 OX-MS'):

Instrument: Micromass Quattro LCZ mit HPLC Agilent Serie 1100; Säule: Phenomenex Synergi 2μ Hydro-RP Mercury 20 mm x 4 mm; Eluent A: 1 1 Wasser + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure, Eluent B: 1 1 Acetonitril + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure; Gradient: 0.0 min 90% A → 2.5 min 30% A → 3.0 min 5% A → 4.5 min 5% A; Fluss: 0.0 min 1 ml/min → 2.5 min/3.0 min/4.5 min 2 ml/min; Ofen: 5O 0 C; UV-Detektion: 208-400 nm.

Methode 3 (LC-MS):

Gerätetyp MS: Micromass ZQ; Gerätetyp HPLC: Waters Alliance 2795; Säule: Phenomenex Synergi 2μ Hydro-RP Mercury 20 mm x 4 mm; Eluent A: 1 1 Wasser + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure, Eluent B: 1 1 Acetonitril + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure; Gradient: 0.0 min 90% A -» 2.5 min 30% A → 3.0 min 5% A → 4.5 min 5% A; Fluss: 0.0 min 1 ml/min → 2.5 min/3.0 min/4.5 min 2 ml/min; Ofen: 5O 0 C; UV-Detektion: 210 nm.

Methode 4 (LC-MSI:

Gerätetyp MS: Micromass ZQ; Gerätetyp HPLC: HP 1100 Series; UV DAD; Säule: Phenomenex Synergi 2μ Hydro-RP Mercury 20 mm x 4 mm; Eluent A: 1 1 Wasser + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure, Eluent B: 1 1 Acetonitril + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure; Gradient: 0.0 min 90% A -> 2.5 min 30% A → 3.0 min 5% A → 4.5 min 5% A; Fluss: 0.0 min 1 ml/min → 2.5 min/3.0 min/4.5 min 2 ml/min; Ofen: 5O 0 C; UV-Detektion: 210 nm.

Methode 5 (LC-MS):

Gerätetyp MS: Micromass ZQ; Gerätetyp HPLC: Waters Alliance 2795; Säule: Merck Chromolith SpeedROD RP-18e 100 mm x 4.6 mm; Eluent A: Wasser + 500 μl 50%-ige Ameisensäure / 1, Eluent B: Acetonitril + 500 μl 50%-ige Ameisensäure / 1; Gradient: 0.0 min 10% B → 7.0 min

95% B → 9.0 min 95% B; Ofen: 35°C; Fluss: 0.0 min 1.0 ml/min → 7.0 min 2.0 ml/min → 9.0 min 2.0 ml/min; UV-Detektion: 210 nm.

Methode 6 (HPLQ:

Instrument: HP 1100 mit DAD-Detektion; Säule: Kromasil RP-18, 60 mm x 2 mm, 3.5 μm; Eluent A: 5 ml HClO 4 / 1 Wasser, Eluent B: Acetonitril; Gradient: 0 min 2% B → 0.5 min 2% B → 4.5 min 90% B → 9 min 90% B; Fluss: 0.75 ml/min; Ofen: 30 0 C; UV-Detektion: 210 nm.

Methode 7 (HPLQ:

Instrument: HP 1100 mit DAD-Detektion; Säule: Kromasil RP-18, 60 mm x 2 mm, 3.5 μm; Eluent A: 5 ml HClO 4 / 1 Wasser, Eluent B: Acetonitril; Gradient: 0 min 2% B → 0.5 min 2% B → 4.5 min 90% B → 6.5 min 90% B; Fluss: 0.75 ml/min; Ofen: 3O 0 C; UV-Detektion: 210 nm.

Methode 8 (LC-MSI:

Gerätetyp MS: Micromass ZQ; Gerätetyp HPLC: HP 1100 Series; UV DAD; Säule: Phenomenex Gemini 3μ 30 mm x 3.00 mm; Eluent A: 1 1 Wasser + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure, Eluent B: 1 1 Acetonitril + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure; Gradient: 0.0 min 90% A → 2.5 min 30% A → 3.0 min 5% A -> 4.5 min 5% A; Fluss: 0.0 min 1 ml/min → 2.5 min/3.0 min/4.5 min 2 ml/min; Ofen: 50 0 C; UV-Detektion: 210 nm.

Methode 9 (LC-MS):

Instrument: Micromass Platform LCZ mit HPLC Agilent Serie 1100; Säule: Thermo Hypersil GOLD 3μ 20 mm x 4 mm; Eluent A: 1 1 Wasser + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure, Eluent B: 1 1 Acetonitril + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure; Gradient: 0.0 min 100% A -> 0.2 min 100% A → 2.9 min 30% A → 3.1 min 10% A -> 5.5 min 10% A; Fluss: 0.8 ml/min; Ofen: 50 0 C; UV-Detektion: 210 nm.

Methode 10 (LC-MS):

Instrument: Micromass Quattro LCZ mit HPLC Agilent Serie 1100; Säule: Phenomenex Onyx Monolithic Cl 8, 100 mm x 3 mm; Eluent A: 1 1 Wasser + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure, Eluent B: 1 1 Acetonitril + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure; Gradient: 0.0 min 90% A → 2 min 65% A → 4.5 min 5% A → 6 min 5% A; Fluss: 2 ml/min; Ofen: 40 0 C; UV-Detektion: 208-400 nm.

Methode 11 (LC-MS):

Instrument: Micromass Quattro LCZ mit HPLC Agilent Serie 1100; Säule: Phenomenex Gemini 3μ 30 mm x 3.00 mm; Eluent A: 1 1 Wasser + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure, Eluent B: 1 1 Aceto- nitril + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure; Gradient: 0.0 min 90% A → 2.5 min 30% A → 3.0 min 5% A → 4.5 min 5% A; Fluss: 0.0 min 1 ml/min → 2.5 min/3.0 min/4.5 min 2 ml/min; Ofen: 50 0 C; UV-Detektion: 208-400 nm.

Methode 12 (LC-MS):

Gerätetyp MS: Waters ZQ; Gerätetyp HPLC: Waters Alliance 2795; Säule: Merck Chromolith RPl 8e, 100 mm x 3 mm; Eluent A: 1 1 Wasser + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure, Eluent B: 1 1 Acetonitril + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure; Gradient: 0.0 min 90% A -> 2 min 65% A → 4.5 min 5% A → 6 min 5% A; Fluss: 2 ml/min; Ofen: 40 0 C; UV-Detektion: 210 nm.

Methode 13 (LC-MSV

Instrument: Micromass QuattroPremier mit Waters UPLC Acquity; Säule: Thermo Hypersil GOLD 1.9μ 50 mm x 1 mm; Eluent A: 1 1 Wasser + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure, Eluent B: 1 1 Acetonitril + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure; Gradient: 0.0 min 90% A → 0.1 min 90% A → 1.5 min 10% A → 2.2 min 10% A; Ofen: 50 0 C; Fluss: 0.33 ml/min; UV-Detektion: 210 nm.

Methode 14 (LC-MS):

Gerätetyp MS: Micromass ZQ; Gerätetyp HPLC: Waters Alliance 2795; Säule: Phenomenex Syn- ergi 2.5μ MAX-RP 100A Mercury 20 mm x 4 mm; Eluent A: 1 1 Wasser + 0.5 ml 50%-ige Amei- sensäure, Eluent B: 1 1 Acetonitril + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure; Gradient: 0.0 min 90% A → 0.1 min 90% A → 3.0 min 5% A → 4.0 min 5% A → 4.01 min 90% A; Fluss: 2 ml/min; Ofen: 50 0 C; UV-Detektion: 210 nm.

Methode 15 (LC-MS):

Instrument: Micromass Quattro LCZ mit HPLC Agilent Serie 1100; Säule: Phenomenex Synergi 2.5μ MAX-RP 100A Mercury 20 mm x 4 mm; Eluent A: 1 1 Wasser + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure, Eluent B: 1 1 Acetonitril + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure; Gradient: 0.0 min 90% A -→ 0.1 min 90% A → 3.0 min 5% A → 4.0 min 5% A → 4.1 min 90% A; Fluss: 2 ml/min; Ofen: 50 0 C; UV-Detektion: 208-400 nm.

Methode 16 (LC-MSV

Instrument: Micromass Quattro Micro MS mit HPLC Agilent Serie 1100; Säule: Thermo Hypersil GOLD 3μ 20 mm x 4 mm; Eluent A: 1 1 Wasser + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure, Eluent B: 1 1 Acetonitri! + 0.5 ml 50%-ige Ameisensäure; Gradient: 0.0 min 100% A → 3.0 min 10% A → 4.0 min 10% A → 4.01 min 100% A (Fluss 2.5 ml/min) → 5.00 min 100% A; Ofen: 50 0 C; Fluss: 2 ml/min; UV-Detektion: 210 nm.

Ausgangsverbindungen und Intermediate:

Beispiel IA

6-(2-Hydroxyethoxy)nicotinaldehyd

Zu einer Lösung von 3.51 g (56.51 mmol) 1,2-Ethandiol in 80 ml trockenem DMF werden 3.49 g (31.08 mmol) Kalium-tert.-butylat gegeben und der Ansatz 15 min bei RT gerührt. Man gibt dann 4.0 g (28.26 mmol) 6-Chlornicotinaldehyd hinzu. Die Reaktionslösung wird für 20 h bei RT ge- rührt. Anschließend wird der Ansatz auf 200 ml eines l:l-Gemisches von Essigsäureethylester und gesättigter Natriumhydrogencarbonat-Lösung gegossen. Nach Trennen der Phasen wird die wäss- rige Phase mit Essigsäureethylester extrahiert (zweimal je 100 ml). Die vereinigten organischen Phasen werden mit Wasser gewaschen (zweimal je 100 ml). Man trocknet die organische Phase über Magnesiumsulfat. Nach Entfernen des Lösungsmittels am Rotationsverdampfer wird das Roh- produkt an Kieselgel 60 (Laufmittel: Cyclohexan/Essigsäureethylester 2:1) chromatographisch aufgereinigt.

Ausbeute: 2.83 g (46% d. Th., 77% Reinheit)

1 H-NMR (300 MHz, DMSO-dβ): δ = 9.97 (s, IH), 8.76 (d, IH), 8.11 (d, IH), 6.99 (d, IH), 4.90 (t, IH), 4.40 (t, 2H), 3.73 (dt, 2H).

LC-MS (Methode 4): R 4 = 1.09 min; MS (ESIpos): m/z = 168 [M+H] + .

Beispiel 2A

2'-Amino-6-(2-hydroxyethoxy)-6'-mercapto-3,4'-bipyridin-3 ',5'-dicarbonitril

2.83 g (16.93 mmol) der Verbindung aus Beispiel IA, 3.39 g (33.86 mmol) Cyanothioacetamid und 3.42 g (33.86 mmol) 4-Methylmorpholin werden in 65 ml Ethanol gelöst und der Ansatz für 3 h unter Rückfluss und anschließend für 20 h bei RT gerührt. Die Reaktionslösung wird am Rotationsverdampfer eingeengt und der Rückstand an Kieselgel 60 (Laufmittel: Gradient Dichlor- methan/Ethanol 20:1 — > 5:1) chromatographisch gereinigt.

Ausbeute: 1.66 g (30% d. Th.)

1 H-NMR (300 MHz, DMSOd 6 ): δ = 8.29 (d, IH), 7.88-7.81 (m, IH), 7.60-7.41 (br. s, 2H), 6.98 (d, IH), 4.89 (t, IH), 4.40-4.32 (m, 2H), 3.79-3.65 (m, 2H).

LC-MS (Methode 4): R, = 1.39 min; MS (ESIpos): m/z = 314 [M+H] + .

Beispiel 3A

6-[(2-Hydroxyethyl)amino]nicotinaldehyd

Zu 1.00 g (7.06 mmol) 6-Chlornicotinaldehyd werden 10.12 g (165.68 mmol) 2-Aminoethanol gegeben und das Reaktionsgemisch anschließend für 14 h bei 135°C gerührt. Man erhält eine gelbe

Lösung, die mittels Destillation im Kugelrohrapparat (2.2 mbar, 100 0 C) fraktioniert wird. Die das gewünschte Produkt enthaltende Fraktion wird direkt weiter umgesetzt.

LC-MS (Methode 9): R, = 1.51 min; MS (ESIpos): m/z = 167 [M+H] + .

Beispiel 4A

2'-Amino-6-[(2-hydroxyethyl)amino]-6'-mercapto-3,4'-bipyr idin-3',5'-dicarbonitril

3.0 g des Rohprodukts aus Beispiel 3A, 3.62 g (36.11 mmol) Cyanothioacetamid und 3.65 g (36.11 mmol) 4-Methylmorpholin werden in 50 ml Ethanol gelöst und der Ansatz für 3 h unter Rückfluss und anschließend für 20 h bei RT gerührt. Die Reaktionslösung wird am Rotationsverdampfer eingeengt und der Rückstand an Kieselgel 60 (Laufmittel: Gradient Dichlormethan/Ethanol 100:1 — > 5:1) chromatographiert. Es werden mehrere das gewünschte Produkt enthaltende Fraktionen erhalten, die direkt weiter umgesetzt werden.

LC-MS (Methode 9): R, = 2.28 min; MS (ESIpos): m/z = 313 [M+H] + .

Beispiel 5A

(2-Chlor-6-methylpyrimidin-4-yl)methanol

5.00 g (28.97 mmol) 2-Chlor-6-methylpyrimidin-4-carbonsäure und 5.17 g (118.97 mmol) Thio- nylchlorid werden in 60 ml trockenem Toluol vorgelegt und 3 h bei 60 0 C gerührt. Die Reaktionslösung wird am Rotationsverdampfer eingeengt, der Rückstand mit 20 ml Toluol versetzt und er- neut am Rotationsverdampfer bis zur Trockene eingeengt. Der Rückstand wird in 40 ml Methyl-

tert.-buty lether gelöst und auf 5°C gekühlt. Bei dieser Temperatur wird eine Lösung von 2.41 g (63.74 mmol) Natriumborhydrid in 40 ml Wasser zugegeben. Nach Erwärmen auf RT wird das Reaktionsgemisch 24 h bei 4°C gelagert. Die Mischung wird dann mit 40 ml Essigsäureethylester und 10 ml ges. Natriumhydrogencarbonat-Lösung versetzt. Die organische Phase wird zweimal mit je 10 ml Wasser gewaschen. Nach Trocknen der organischen Phase über Magnesiumsulfat wird das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer entfernt.

Ausbeute: 3.10 g (67% d. Th.)

LC-MS (Methode 3): R, = 0.63 min; MS (ESIpos): m/z = 159 [M+H] + .

Beispiel 6A

{2-[(4-Fluoφhenyl)amino]-6-methylpyrimidin-4-yl}methanol

50 mg (0.32 mmol) der Verbindung aus Beispiel 5A und 350 mg (3.15 mmol) 4-Fluoranilin werden für 2 h bei 160 0 C zusammen gerührt. Das Reaktionsgemisch wird danach auf 10 ml Diethyl- ether gegossen. Nach Abfiltrieren des Niederschlags, der verworfen wird, wird das Filtrat an Kieselgel 60 (Laufmittel: Gradient Dichlormethan → Dichlormethan/Ethanol 50:1) chromatographisch gereinigt.

Ausbeute: 37 mg (49% d. Th.)

LC-MS (Methode 3): R. = 1.55 min; MS (ESIpos): m/z = 234 [M+H] + .

Beispiel 7A

4-(Chlormethyl)-N-(4-fluoφhenyl)-6-methylpyrimidin-2-ami n

225 mg (0.96 mmol) der Verbindung aus Beispiel 6 A und 137 mg (1.16 mmol) Thionylchlorid werden bei 0 0 C in 10 ml Dichlormethan vorgelegt und nach Erwärmen auf RT für 24 h bei dieser Temperatur gerührt. Das Lösungsmittel wird am Rotationsverdampfer entfernt und das verbleibende Produkt direkt weiter umgesetzt.

Ausbeute: 242 mg (99% d. Th.)

LC-MS (Methode 3): R, = 2.30 min; MS (ESIpos): m/z = 252 [M+H] + .

Beispiel 8A

[6-(Pyridin-4-ylamino)pyridin-2-yl]methanol

1.35 g (14.3 mmol) 4-Aminopyridin und 1.34 g (7.1 mmol) (6-Brompyridin-2-yl)-methanol werden für 4 h bei 150 0 C gerührt. Nach Abkühlen auf RT wird das Reaktionsgemisch mit 50 ml Aceto- nitril versetzt und 20 min gerührt. Der entstandene Niederschlag wird bei O 0 C abgesaugt und mit 10 ml Acetonitril gewaschen.

Ausbeute: 1.25 g (39% d. Th., 89% Reinheit)

LC-MS (Methode 9): R, = 1.76 min; MS (ESIpos): m/z = 202 [M+H] + .

Beispiel 9A

6-(Chlormethyl)-N-pyridin-4-yl-pyridin-2-amin

50 mg (0.22 mmol) der Verbindung aus Beispiel 8A und 53 mg (0.44 mmol) Thionylchlorid wer- den bei 0 0 C in 1.5 ml Dichlormethan vorgelegt und nach Erwärmen auf RT 12 h bei dieser Temperatur gerührt. Das Lösungsmittel wird am Rotationsverdampfer entfernt und das verbleibende Produkt direkt weiter umgesetzt.

Ausbeute: 65 mg (99% d. Th., 74% Reinheit)

LC-MS (Methode 9): R, = 2.26 min; MS (ESIpos): m/z = 220 [M+H] + .

Beispiel IQA

(6-Chlorpyridazin-3-yl)methanol

4.3 g (21.4 mmol) 6-Chlorpyridazin-3 -carbonsäure werden in 60 ml trockenem Toluol gelöst und auf 60 0 C erhitzt. Bei dieser Temperatur werden 3.8 g (32.2 mmol) Thionylchlorid zugegeben und das Gemisch 3 h bei dieser Temperatur gerührt. Anschließend wird für 4 h zum Rückfluss erhitzt. Nach Abkühlen auf RT wird das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer entfernt. Es wird mit 20 ml Toluol versetzt und erneut zur Trockene eingedampft. Der Rückstand wird in 40 ml Methyl- fert.-butylether gelöst und auf 5°C gekühlt. Bei dieser Temperatur wird eine Lösung von 1.7 g (47.2 mmmol) Natriumborhydrid in 37 ml Wasser zugetropft. Es wird 20 h bei RT gerührt. Es werden dann 50 ml Essigsäureethylester zugegeben und die wässrige Phase dreimal mit je 10 ml Essigsäureethylester extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden je zweimal mit jeweils 10 ml ges. Natriumhydrogencarbonat-Lösung und Wasser gewaschen. Das Lösungsmittel wird am Rotationsverdampfer entfernt und der Rückstand an Kieselgel 60 (Laufmittel: Gradient Dichlor- methan/Ethanol 100:1 -> 20:1) chromatographisch gereinigt.

Ausbeute: 1.3 g (41% d. Th.)

LC-MS (Methode 9): R 1 = 1.86 min; MS (ESIpos): m/z = 144 [M+H] + .

Beispiel IIA

3 -Chlor-6-(chlormethy l)pyridazin

200 mg (1.38 mmol) der Verbindung aus Beispiel 10A und 198 mg (1.66 mmol) Thionylchlorid werden bei 0 0 C in 1.5 ml Dichlormethan vorgelegt und nach Erwärmen auf RT für 24 h bei dieser Temperatur gerührt. Das Lösungsmittel wird am Rotationsverdampfer entfernt und das verbleiben- de Produkt direkt weiter umgesetzt.

Ausbeute: 225 mg (99% d. Th.).

Beispiel 12A

l,l-Dimethoxy-4,4-bis(methylthio)but-3-en-2-on

Die Herstellung der Titelverbindung erfolgt analog P.K. Mahata et al., Tetrahedron 59, 2631-2639 (2003):

Unter Argon werden 8.0 g (200 mmol) Natriumhydrid in 250 ml trockenem THF vorgelegt. Bei 0 0 C wird eine Lösung von 7.6 g (100 mmol) Schwefelkohlenstoff in 100 ml THF zugetropft. Es wird 30 min bei dieser Temperatur nachgerührt. Anschließend werden innerhalb von 30 min 11.8 g (100 mmol) Methylglyoxaldimethylacetal, gelöst in 100 ml THF, zugetropft. Es wird 7 h bei RT gerührt. Anschließend wird auf 0 0 C abgekühlt und eine Lösung von 35.5 g (250 mmol) Iodmethan in 50 ml THF zugetropft. Nach Erwärmen auf RT wird das Reaktionsgemisch mit 50 ml ges. Ammoniumchlorid-Lösung und 150 ml Essigsäureethylester versetzt. Die wässrige Phase wird dreimal mit je 20 ml Essigsäureethylester extrahiert und die vereinigten organischen Phasen zwei- mal mit je 25 ml ges. Natriumchlorid-Lösung gewaschen. Das Lösungsmittel wird am Rotationsverdampfer entfernt.

Ausbeute: 11.2 g (50% d. Th.)

LC-MS (Methode 4): R 4 = 1.77 min; MS (ESIpos): m/z = 223 [M+H] + .

Beispiel 13A

(3£)-4-[(4-Fluorpheny l)amino] -1,1 -dimethoxy-4-(methylthio)but-3 -en-2-on

Die Herstellung der Titelverbindung erfolgt analog P.K. Mahata et al., Tetrahedron 59, 2631-2639 (2003):

1.5 g (13.5 mmol) 4-Fluoranilin werden in 50 ml THF vorgelegt. Die Lösung wird auf -78°C ge- kühlt und vorsichtig mit 12.7 ml (20.2 mmol) einer Lösung von n-Butyllithium in Hexan (1.6 M) versetzt. Es wird 30 min bei -78°C gerührt. Anschließend wird innerhalb von 20 min eine Lösung von 3.0 g (13.5 mmol) der Verbindung aus Beispiel 12A in 25 ml THF zugetropft. Man lässt auf RT erwärmen und erhitzt anschließend für 10 min zum Rückfluss. Nach Abkühlen auf RT werden 30 ml Essigsäureethylester und 20 ml ges. Natriumhydrogencarbonat-Lösung zugegeben. Die wässrige Phase wird dreimal mit je 20 ml Essigsäureethylester extrahiert. Nach Vereinigen der organischen Phasen wird das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer entfernt und der Rückstand an Kieselgel 60 (Laufmittel: Gradient Cyclohexan/Essigsäureethylester 10:1 → 2:1) chromatographisch gereinigt.

Ausbeute: 3.3 g (77% d. Th., 90% Reinheit)

LC-MS (Methode 2): R, = 2.17 min; MS (ESIpos): m/z = 286 [M+H] + .

Beispiel 14A

3-(Dimethoxymethyl)-N-(4-fluorphenyl)-lH-pyrazol-5-amin

Die Herstellung der Titelverbindung erfolgt analog P.K. Mahata et al., Tetrahedron 59, 2631-2639 (2003):

1.5 g (5.3 mmol) der Verbindung aus Beispiel 13A und 263 mg (5.26 mmol) Hydrazinhydrat werden in 40 ml Ethanol gelöst und flir 2 h zum Rückfluss erhitzt. Das Lösungsmittel wird am Rotationsverdampfer entfernt und der Rückstand an Kieselgel 60 (Laufmittel: Gradient Cyclohexan/ Essigsäureethylester 5:1 — » 2:1) chromatographisch gereinigt.

Ausbeute: 869 mg (64% d. Th.)

LC-MS (Methode 3): R, = 1.67 min; MS (ESIpos): m/z = 252 [M+H] + .

Beispiel 15A

5-[(4-Fluorphenyl)amino]-lH-pyrazol-3-carbaldehyd

Die Herstellung der Titelverbindung erfolgt analog P.K. Mahata et al., Tetrahedron 59, 2631-2639 (2003):

869 mg (3.35 mmol) der Verbindung aus Beispiel 14A werden in 10 ml Dichlormethan gelöst und mit 16.8 ml 2 N Salzsäure versetzt. Das Reaktionsgemisch wird 1 h bei RT gerührt und anschließend mit je 10 ml ges. Natriumhydrogencarbonat-Lösung und Essigsäureethylester versetzt. Das Gemisch wird mit 1 N Natronlauge auf pH 8 eingestellt. Die organische Phase wird abgetrennt und über Natriumsulfat getrocknet. Das Lösungsmittel wird am Rotationsverdampfer entfernt und das verbleibende Produkt direkt weiter umgesetzt.

Ausbeute: 840 mg

LC-MS (Methode 2): R. = 1.78 min; MS (ESIpos): m/z = 206 [M+H] + .

Beispiel 16A

{5-[(4-Fluorphenyl)amino]-lH-pyrazol-3-yl}methanol

Die Herstellung der Titelverbindung erfolgt analog P.K. Mahata et al., Tetrahedron 59, 2631-2639 (2003):

688 mg (3.36 mmol) der Verbindung aus Beispiel 15A werden in 20 ml Methanol gelöst und mit 190 mg (5.03 mmol) Natriumborhydrid versetzt. Das Reaktionsgemisch wird 30 min bei RT ge- rührt. Nach Zugabe von 10 ml Essigsäureethylester und 5 ml ges. Natriumhydrogencarbonat- Lösung werden die Phasen getrennt und die wässrige Phase noch dreimal mit je 5 ml Essigsäureethylester extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden über Natriumsulfat getrocknet. Das Lösungsmittel wird am Rotationsverdampfer entfernt und der Rückstand an Kieselgel 60 (Laufmittel: Gradient Dichlormethan/Ethanol 20:1 — > 5:1) chromatographisch gereinigt.

Ausbeute: 148 mg (21 % d. Th.)

1 H-NMR (400 MHz, DMSOd 6 ): δ = 11.78 (s, IH), 8.30 (s, IH), 7.38-7.26 (m, 2H), 6.98 (t, 2H), 5.69 (s, IH), 5.24-5.13 (m, IH), 4.45-4.38 (m, 2H).

LC-MS (Methode 2): R. = 1.37 min; MS (ESIpos): m/z = 208 [M+H] + .

Beispiel 17A

3-(Chlormethyl)-N-(4-fluorphenyl)- lH-pyrazol-5-amin

138 mg (0.67 mmol) der Verbindung aus Beispiel 16A werden in 10 ml Dichlormethan gelöst und mit 95 mg (0.80 mmol) Thionylchlorid versetzt. Das Reaktionsgemisch wird für 24 h bei RT gerührt. Das Lösungsmittel wird am Rotationsverdampfer entfernt und das verbleibende Produkt direkt weiter umgesetzt.

Ausbeute: 150 mg (93% d. Th., 93% Reinheit)

LC-MS (Methode 3): R. = 1.79 min; MS (ESIpos): m/z = 226 [M+η] + .

Beispiel 18A

N-[5-(Hydroxyrnethyl)pyridin-2-yl]-acetamid

Eine Lösung von 219 mg (1.22 mmol) 6-(Acetylamino)nicotinsäure [herstellbar aus 6-Amino- nicotinsäure gemäß A. Zafar et al., Tetrahedron 56, 8419-8428 (2000)] in 25.4 ml trockenem THF wird auf -10 0 C gekühlt, und unter Rühren werden 123 mg (1.22 mmol) 4-Methylmorpholin und 132 mg (1.22 mmol) Chlorameisensäureethylester zugetropft. Die Reaktionslösung wird 30 min bei -10 0 C gerührt. Dann werden 2.44 ml (2.44 mmol) einer 1 M Lösung von Lithiumaluminiumhydrid in THF zugetropft. Das Reaktionsgemisch wird 8 h gerührt und dabei langsam auf RT erwärmt. Die Reaktionslösung wird anschließend wieder auf 0 0 C gekühlt, vorsichtig mit 0.4 ml Wasser und 0.8 ml 1 N Natronlauge versetzt und nach Erwärmen auf RT 8 h bei dieser Temperatur gerührt. Der Ansatz wird filtriert und das Filtrat am Rotationsverdampfer eingeengt. Das verbleibende Rohprodukt wird ohne weitere Reinigung in der Folgereaktion eingesetzt.

LC-MS (Methode 9): R 4 = 1.06 min; MS (ESIpos): m/z = 167 [M+H] + .

Beispiel 19A

N-(5-Formylpyridin-2-yl)-acetamid

Zu einer Lösung des Rohprodukts aus Beispiel 18A in 2 ml trockenem Dichlormethan werden 500 mg gepulvertes Molekularsieb (4 A) und 113 mg (0.96 mmol) N-Methylmorpholin-N-oxid gegeben. Das Reaktionsgemisch wird dann mit 11 mg (0.03 mmol) Tetrapropylammoniumperruthenat versetzt und anschließend 1 h bei RT gerührt. Der Ansatz wird direkt über eine Kieselgel-Fritte (Lauf- mittel: Gradient Dichlormethan/Ethanol 100:1 -» 10:1) chromatographisch aufgereinigt. Alle das

Produkt enthaltende Fraktionen werden vereinigt, das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer entfernt und der Rückstand durch erneute Kieselgel-Chromatographie weiter gereinigt (Laufmittel: Gradient Dichlormethan/Ethanol 200:1 → 5:1).

Ausbeute: 31 mg (17% d. Th., 58% Reinheit)

LC-MS (Methode 9): R 4 = 2.14 min; MS (ESIpos): m/z = 165 [M+H] + .

Beispiel 2OA

N-(2'-Amino-3',5'-dicyano-6'-mercapto-3,4'-bipyridin-6-yl )-acetamid

30 mg (0.18 mmol) der Verbindung aus Beispiel 19A werden in 0.4 ml Ethanol gelöst, mit 37 mg (0.37 mmol) Cyanothioacetamid sowie 37 mg (0.37 mmol) 4-Methylmorpholin versetzt und 4 h bei +78°C gerührt. Anschließend wird auf RT abgekühlt und weitere 8 h bei dieser Temperatur gerührt. Es bildet sich ein gelber Niederschlag, der über eine Fritte abgesaugt wird. Das Filtrat wird direkt über präparative HPLC (Säule: YMC GEL ODS-AQ S-5 / 15 μm; Laufmittelgradient: Acetonitril/Wasser 10:90 → 95:5) aufgereinigt.

Ausbeute: 14 mg (13% d. Th., 52% Reinheit)

LC-MS (Methode 8): R, = 1.38 min; MS (ESIpos): m/z = 311 [M+H] + .

Beispiel 21A

4-(Chlormethyl)-2-(4-chlorphenyl)-l,3-oxazol

816 mg (6.43 mmol) 1,3-Dichloraceton und 1000 mg (6.43 mmol) p-Chlorbenzamid werden 1 h unter Rühren auf +135°C erhitzt. Nach Abkühlen auf RT werden 1.6 ml konz. Schwefelsäure zugegeben und die Mischung weitere 5 min bei RT gerührt. Der gesamte Ansatz wird danach auf 50 ml Eis gegossen. Es bildet sich ein Niederschlag, der abgesaugt, im Hochvakuum getrocknet und anschließend an Kieselgel 60 (Laufmittel: Gradient Cyclohexan/Ethylacetat 20:1 -> 5:1) chromatographisch gereinigt wird.

Ausbeute: 532 mg (36% d. Th.)

1 H-NMR (400 MHz, DMSO-(I 6 ): δ = 8.30 (s, IH), 7.99 (d, 2H), 7.62 (d, 2H), 4.75 (s, 2H).

LC-MS (Methode 3): R, = 2.36 min; MS (ESIpos): m/z = 228 [M] + .

Beispiel 22A

4-(Chlormethy l)-2-(3 ,4-difluorpheny I)- 1 ,3 -oxazol

500 mg (3.94 mmol) 1,3-Dichloraceton und 619 mg (3.94 mmol) 3,4-Difluorbenzamid werden 1 h unter Rühren auf +135°C erhitzt. Nach Abkühlen auf RT lässt man das Gemisch 90 min bei dieser

Temperatur stehen. Anschließend werden 1.0 ml konz. Schwefelsäure zugesetzt und die Mischung weitere 15 min bei RT gerührt. Der gesamte Ansatz wird danach auf 50 ml Eis gegossen. Es bildet sich zunächst ein zähes öl. Es wird 60 min lang gerührt, wobei sich ein Niederschlag bildet, der abgesaugt, im Hochvakuum getrocknet und dann an Kieselgel 60 (Laufmittel: Isohexan/Ethylacetat 10:1) chromatographisch gereinigt wird.

Ausbeute: 429 mg (47% d. Th.)

1 H-NMR (400 MHz, DMSO-d 6 ): δ = 8.31 (s, IH), 8.02-7.93 (m, IH), 7.88-7.81 (m, IH), 7.68-7.59 (m, IH), 4.75 (s, 2H).

LC-MS (Methode 2): R, = 2.40 min; MS (ESIpos): m/z = 230 [M+H] + .

Beispiel 23A

2-[(6-Methylpyridin-3-yl)oxy]ethanol

5.00 g (45.82 mmol) 3-Hydroxy-6-methylpyridin werden in 65 ml trockenem DMF gelöst, mit 6.87 g (54.98 mmol) 2-Bromethanol sowie 25.33 g (183.27 mmol) Kaliumcarbonat versetzt und 8 h bei +150 0 C gerührt. Der Ansatz wird danach filtriert und das Filtrat am Rotationsverdampfer eingeengt. Nach Zugabe von 100 ml Ethylacetat und 30 ml gesättigter wässriger Natriumhydrogen- carbonat-Lösung werden die Phasen getrennt und die wässrige Phase noch zweimal mit je 30 ml Ethylacetat extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden über Magnesiumsulfat getrocknet und das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer entfernt. Der Rückstand wird ohne weitere Reinigung in der Folgereaktion eingesetzt.

Ausbeute: 7.26 g (Rohprodukt)

LC-MS (Methode 9): R. = 0.76 min; MS (ESIpos): m/z = 154 [M+H] + .

Beispiel 24A

2-[(6-Methyl-l-oxidopyridin-3-yl)oxy]ethanol

6.00 g des Rohprodukts aus Beispiel 23 A werden in 45.6 ml Dichlormethan gelöst und portionsweise mit 9.91 g (43.09 mmol) meta-Chlorperbenzoesäure versetzt. Das Reaktionsgemisch wird 8 h bei RT gerührt. Das Lösungsmittel wird danach am Rotationsverdampfer entfernt und der Rückstand an Kieselgel 60 (Laufmittel: Gradient Cyclohexan/Ethylacetat 20:1 → 5:1) chromato- graphisch aufgereinigt. Das so erhaltene Produkt wird ohne weitere Reinigung in der Folgereaktion eingesetzt.

Ausbeute: 2.73 g (34% d. Th., 82% Reinheit)

LC-MS (Methode 9): R 4 = 1.68 min; MS (ESIpos): m/z = 170 [M+H] + .

Beispiel 25A

[5-(2-Acetoxyethoxy)pyridin-2-yl]methylacetat

2.73 g des Rohprodukts aus Beispiel 24A werden mit 20 ml (211.97 mmol) Essigsäureanhydrid versetzt und ohne weiteres Lösungsmittel 3 h bei +120 0 C gerührt. Das Reaktionsgemisch wird danach bei 0 0 C mit 20 ml gesättigter wässriger Natriumhydrogencarbonat-Lösung versetzt und zwei- mal mit je 40 ml Dichlormethan extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden über Magnesiumsulfat getrocknet und das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer entfernt. Das Rohprodukt wird ohne weitere Reinigung in der Folgereaktion eingesetzt.

Ausbeute: 4.08 g (68% d. Th., 68% Reinheit)

LC-MS (Methode 10): R 4 = 1.75 min; MS (ESIpos): m/z = 254 [M+H] + .

Beispiel 26A

[5-(2-Acetoxyethoxy)-l-oxidoρyridin-2-yl]methylacetat

0.74 g des Rohprodukts aus Beispiel 25 A werden in 3.4 ml trockenem Dichlormethan gelöst und portionsweise mit 0.74 g (3.21 mmol) /weta-Chlorperbenzoesäure versetzt. Das Reaktionsgemisch wird 8 h bei RT gerührt und dann mit 2 ml gesättigter wässriger Natriumhydrogencarbonat-Lösung versetzt. Unter Rühren wird weiteres Natriumhydrogencarbonat-Pulver (ca. 0.4 g) zugegeben, bis keine Gasentwicklung mehr auftritt. Die wässrige Phase wird zweimal mit je 5 ml Dichlormethan extrahiert und die vereinigten organischen Phasen über Magnesiumsulfat getrocknet. Nach Entfernen des Lösungsmittels am Rotationsverdampfers wird das verbleibende Rohprodukt direkt in der Folgereaktion eingesetzt.

Ausbeute: 0.83 g (84% d. Th., 79% Reinheit)

LC-MS (Methode 9): R, = 2.39 min; MS (ESIpos): m/z = 270 [M+H] + .

Beispiel 27A

[5-(2-Acetoxyethoxy)pyridin-2-yl]methylen-diacetat

0.83 g des Rohprodukts aus Beispiel 26A werden mit 5 ml (53.00 mmol) Essigsäureanhydrid versetzt und ohne weiteres Lösungsmittel 3 h bei +120 0 C gerührt. Das Reaktionsgemisch wird dann auf 0 0 C gekühlt und mit 2 ml gesättigter wässriger Natriumhydrogencarbonat-Lösung versetzt. Die wässrige Phase wird zweimal mit je 5 ml Dichlormethan extrahiert und die vereinigten organi-

schen Phasen über Magnesiumsulfat getrocknet. Nach Entfernen des Lösungsmittels wird das Rohprodukt ohne weitere Reinigung in der Folgereaktion eingesetzt.

Ausbeute: 0.80 g (44% d. Th., 44% Reinheit)

LC-MS (Methode 11): R 1 = 1.62 min; MS (ESIpos): m/z = 312 [M+H] + .

Beispiel 28A

5-(2-Hydroxyethoxy)pyridin-2-carbaldehyd

100 mg des Rohprodukts aus Beispiel 27A werden in 2 ml Dioxan gelöst und mit 0.48 ml (1.93 mmol) einer 4 M Lösung von Chlorwasserstoff-Gas in Dioxan versetzt. Es wird 1 h bei +100 0 C gerührt. Das Reaktionsgemisch wird danach am Rotationsverdampfer eingeengt und der Rückstand in 2 ml Wasser aufgenommen. Es wird mit 0.7 ml 1 N Natronlauge neutralisiert und insgesamt dreimal mit je 4 ml Diethylether extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden über Magnesiumsulfat getrocknet. Nach Entfernen des Lösungsmittels wird das Rohprodukt ohne weitere Reinigung in der Folgereaktion eingesetzt.

Ausbeute: 42 mg (64% d. Th., 82% Reinheit)

LC-MS (Methode 9): R, = 1.96 min; MS (ESIpos): m/z = 168 [M+H] + .

Beispiel 29A

2'-Amino-5-(2-hydroxyethoxy)-6 l -mercapto-2,4'-bipyridin-3',5'-dicarbonitril

40 mg des Rohproduktes aus Beispiel 28A und 48 mg (0.48 mmol) Cyanothioacetamid werden in 0.5 ml trockenem Ethanol gelöst und mit 48 mg (0.48 mmol) 4-Methylmorpholin versetzt. Das Reaktionsgemisch wird für insgesamt 4 h zunächst bei O 0 C, dann unter langsamem Erwärmen auf RT gerührt. Das Lösungsmittel wird am Rotationsverdampfer entfernt, der Rückstand auf Diatomeen-Erde aufgezogen und an Kieselgel 60 (Laufmittel: Gradient Cyclohexan/Ethylacetat 20:1 → 5:1) chromatographisch aufgereinigt. Das so erhaltene Produkt wird ohne weitere Reinigung in der Folgereaktion eingesetzt.

Ausbeute: 23 mg (15% d. Th., 50% Reinheit)

LC-MS (Methode 8): R 4 = 1.22 min; MS (ESIpos): m/z = 314 [M+H] + .

Beispiel 3OA

6- { [(4i?)-2,2-Dimethyl- 1 ,3-dioxolan-4-yl]methoxy } nicotinaldehyd

7.47 g (56.51 mmol) i?-(-)-2,3-Dimethyl-l,3-dioxolan-4-methanol werden in 80 ml trockenem DMF vorgelegt und mit 4.76 g (42.39 mmol) Kalium-tert.-butylat versetzt. Es wird 15 min bei RT nachgerührt. Anschließend werden 4.00 g (28.26 mmol) 6-Chlornicotinaldehyd zugegeben. Die Reaktionsmischung wird 12 h bei RT gerührt. Der Ansatz wird dann auf ein Gemisch aus 100 ml Ethylacetat und 100 ml wässr. Natriumhydrogencarbonat-Lösung gegossen. Die Phasen werden getrennt, und die organische Phase wird zweimal mit je 30 ml Wasser gewaschen. Die organische Phase wird über Magnesiumsulfat getrocknet und das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer ent-

fernt. Der Rückstand wird mittels Säulenchromatographie an Kieselgel 60 (Laufmittel-Gradient: Cyclohexan/Ethylacetat 50:1 — > 2:1) aufgereinigt. Das so erhaltene Produkt wird ohne weitere Reinigung in der Folgestufe eingesetzt.

Ausbeute: 1.91 g (23% d. Th., 82% Reinheit)

LC-MS (Methode 14): R, = 1.33 min; MS (ESIpos): m/z = 238 [M+H] + .

Beispiel 31A

2 l -Amino-6-{[(4λ)-2,2-dimethyl-l,3-dioxolan-4-yl]methoxy}-6'- mercapto-3,4'-bipyridin-3',5'-di- carbonitril

1.91 g (8.06 mmol) der Verbindung aus Beispiel 3OA und 1.61 g (16.12 mmol) Cyanothioacetamid werden in 18 ml Ethanol vorgelegt und mit 1.63 g (16.12 mmol) 4-Methylmorpholin versetzt. Das Reaktionsgemisch wird 4 h bei 78°C gerührt und anschließend weitere 8 h bei RT. Nach Entfernen des Lösungsmittels am Rotationsverdampfer wird der Rückstand mittels Säulenchromatographie an Kieselgel 60 (Laufmittel-Gradient: Dichlormethan/Ethanol 50:1 → 5:1) aufgereinigt. Das so er- haltene Produkt wird ohne weitere Reinigung in der Folgestufe eingesetzt.

Ausbeute: 1.54 g (31% d. Th., 63% Reinheit)

LC-MS (Methode 14): R, = 1.43 min; MS (ESIpos): m/z = 384 [M+H] + .

Beispiel 32A

2'-Amino-6'-({[2-(4-chloφhenyl)-l,3-oxazol-4-yl]methyl}t hio)-6-{[(4R)-2,2-dimethyl-l,3-dioxo- lan-4-yl]methoxy}-3,4'-bipyridin-3',5'-dicarbonitril

200 mg (0.32 mmol) des Rohprodukts aus Beispiel 3 IA, 90 mg (0.36 mmol) 4-(Chlormethyl)-2-(4- chlorphenyl)-l,3-oxazol sowie 82 mg (0.97 mmol) Natriumhydrogencarbonat werden in 3.4 ml trockenem DMF zusammengegeben und 20 h bei RT gerührt. Der Ansatz wird danach direkt über präparative HPLC (Säule: YMC GEL ODS-AQ S-5 / 15 μm; Laufmittel-Gradient: Acetonitril/ Wasser 10:90 → 95:5) gereinigt.

Ausbeute: 95 mg (51% d. Th.)

LC-MS (Methode 14): R, = 2.41 min; MS (ESIpos): m/z = 575 [M+H] + .

Beispiel 33A

2'-Amino-6'-( { [2-(4-chlorphenyl)- 1 ,3-oxazol-4-yl]methyl} thio)-6- { [(45)-2,2-dimethyl- 1 ,3-dioxo- lan-4-yl]methoxy}-3,4'-bipyridin-3',5'-dicarbonitril

Die Titelverbindung wird analog zu Beispiel 32A ausgehend von S-(-)-2,3-Dimethyl-l,3-dioxolan- 4-methanol hergestellt.

Ausbeute: 82 mg (57% d. Th.)

LC-MS (Methode 8): R 4 = 3.03 min; MS (ESIpos): m/z = 575 [M+H] + .

Beispiel 34A

2-(4-Chlorphenyl)-4,5-dimethyl-l,3-oxazol-3-oxid

1.00 g (9.89 mmol) Diacetylmonoxim und 1.53 g (10.88 mmol) 4-Chlorbenzaldehyd werden in 2 ml (34.94 mmol) Eisessig vorgelegt. Dann wird für 30 min Chlorwasserstoff-Gas unter Eiskühlung des Reaktionsgemisches eingeleitet. Anschließend wird das Reaktionsgemisch mit 10 ml Di- ethylether versetzt. Es fallt ein Niederschlag aus, der abgesaugt und zweimal mit je 2 ml Diethyl- ether gewaschen wird. Der Niederschlag wird in ca. 5 ml Wasser suspendiert und die Suspension mit wässrigem Ammoniak basisch gestellt. Es wird dann viermal mit je 10 ml Dichlormethan extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden über Magnesiumsulfat getrocknet, und das Lösungsmittel wird am Rotationsverdampfer entfernt. Das so erhaltene Produkt wird ohne weitere Reinigung in der Folgestufe eingesetzt.

Ausbeute: 1.85 g (84% d. Th.)

LC-MS (Methode 12): R, = 2.29 min; MS (ESIpos): m/z = 224 [M+H] + .

Beispiel 35A

4-(Chlormethyl)-2-(4-chlorphenyl)-5-methyl- 1 ,3-oxazol

1.00 g (4.47 mmol) der Verbindung aus Beispiel 34A werden in 15 ml Chloroform vorgelegt und vorsichtig mit 1.5 ml (16.10 mmol) Phosphorylchlorid versetzt. Das Reaktionsgemisch wird 30 min unter Rühren zum Rückfluss erhitzt. Der Ansatz wird dann auf 0 0 C abgekühlt und durch Zugabe von wässrigem Ammoniak schwach basisch gestellt. Das Gemisch wird dreimal mit je 20 ml Ethylacetat extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden zweimal mit je 5 ml Wasser gewaschen und anschließend über Magnesiumsulfat getrocknet. Das Lösungsmittel wird am Rotationsverdampfer entfernt. Das so erhaltene Produkt wird ohne weitere Reinigung in den Folgereaktionen eingesetzt.

Ausbeute: 1.33 g (96% d. Th., 78% Reinheit)

1 H-NMR (400 MHz, DMSO-(I 6 ): δ = 7.95 (d, 2H), 7.60 (d, 2H), 4.77 (s, 2H), 2.44 (s, 3H).

LC-MS (Methode 8): R, = 2.80 min; MS (ESIpos): m/z = 242 [M+H] + .

Beispiel 36A

2-(4-Chlorphenyl)-5-ethyl-4-methyl-l,3-oxazol-3-oxid

1.00 g (8.69 mmol) 2,3-Pentandion-2-oxim und 1.34 g (9.55 mmol) 4-Chlorbenzaldehyd werden in 2 ml (34.94 mmol) Eisessig vorgelegt. Dann wird für 30 min Chlorwasserstoff-Gas unter Eiskühlung des Reaktionsgemisches eingeleitet. Anschließend wird das Reaktionsgemisch mit 10 ml Di- ethylether versetzt. Es fällt ein Niederschlag aus, der abgesaugt und zweimal mit je 2 ml Diethyl-

ether gewaschen wird. Der Niederschlag wird in ca. 5 ml Wasser suspendiert und die Suspension mit wässrigem Ammoniak basisch gestellt. Es wird dann viermal mit je 10 ml Dichlormethan extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden über Magnesiumsulfat getrocknet, und das Lösungsmittel wird am Rotationsverdampfer entfernt. Das so erhaltene Produkt wird ohne weitere Reinigung in der Folgestufe eingesetzt.

Ausbeute: 1.6 g (76% d. Th.)

1 H-NMR (400 MHz, DMSOd 6 ): δ = 8.42 (d, 2H), 7.63 (d, 2H), 2.76 (q, 2H), 2.10 (s, 3H), 1.24 (t, 3H).

LC-MS (Methode 15): R, = 1.67 min; MS (ESIpos): m/z = 238 [M+H] + .

Beispiel 37A

4-(Chlormethyl)-2-(4-chlorphenyl)-5-ethyl-l,3-oxazol

1.00 g (4.21 mmol) der Verbindung aus Beispiel 36A werden in 15 ml Chloroform gelöst und vorsichtig mit 1.4 ml (15.15 mmol) Phosphorylchlorid versetzt. Es wird zum Rückfluss erhitzt und 30 min bei dieser Temperatur gerührt. Der Ansatz wird dann auf 0 0 C abgekühlt und mit wässrigem Ammoniak schwach basisch gestellt. Das Reaktionsgemisch wird dreimal mit je 20 ml Ethylacetat extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden einmal mit 10 ml Wasser gewaschen und anschließend über Magnesiumsulfat getrocknet. Das Lösungsmittel wird am Rotationsverdampfer entfernt und der Rückstand im Vakuum im Trockenschrank getrocknet. Das so erhaltene Produkt wird ohne weitere Reinigung in den Folgereaktionen eingesetzt.

Ausbeute: 1.2 g (84% d. Th., 74% Reinheit)

1 H-NMR (400 MHz, DMSO-(I 6 ): δ = 7.96 (d, 2H), 7.60 (d, 2H), 4.77 (s, 2H), 2.85 (q, 2H), 1.23 (t, 3H).

LC-MS (Methode 15): R, = 2.56 min; MS (ESIpos): m/z = 256 [M+H] + .

Beispiel 38A

2'-Chlor-6'-({[2-(4-chlorphenyl)-l,3-thiazol-4-yl]methyl} thio)-6-(2-hydroxyethoxy)-3,4'-bipyridin- 3',5'-dicarbonitril

225 mg (1.92 mmol) Isopentylnitrit sowie 258 mg (1.92 mmol) Kupfer(II)-chlorid werden in 18 ml Acetonitril vorgelegt und mit 500 mg (0.96 mmol) der Verbindung aus Beispiel 19 versetzt. Das Reaktionsgemisch wird 2 h bei 60 0 C gerührt. Nach dem Abkühlen werden 19 ml 1 N Salzsäure zugesetzt. Die wässrige Phase wird zweimal mit je 30 ml Ethylacetat extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden über Magnesiumsulfat getrocknet und das Lösungsmittel am Rotationsver- dampfer entfernt. Der Rückstand wird mittels Säulenchromatographie an Kieselgel 60 (Laufmittel: Cyclohexan/Ethylacetat 10:1) aufgereinigt. Das so erhaltene Produkt wird ohne weitere Reinigung in den Folgereaktionen eingesetzt.

Ausbeute: 535 mg (84% d. Th., 81% Reinheit)

LC-MS (Methode 13): R, = 1.48 min; MS (ESIpos): m/z = 541 [M+H] + .

Ausführungsbeispiele:

Beispiel 1

2'-Amino-6'-[({2-[(3-chlor-4-fluoφhenyl)amino]-l,3-thiaz ol-4-yl}methyl)thio]-6-(2-hydroxy- ethoxy)-3,4'-bipyridin-3',5'-dicarbonitril

209 mg (0.67 mmol) 4-Fluor-3-chlorphenylthioharnstoff und 89 mg (0.70 mmol) 1,3-Dichloraceton werden in 5 ml DMF gelöst und die Reaktionslösung 3 h bei 80 0 C gerührt. Nach dem Abkühlen werden 209 mg (0.67 mmol) der Verbindung aus Beispiel 2A und 224 mg (2.67 mmol) Natrium- hydrogencarbonat zugegeben und der Ansatz weitere 20 h bei RT gerührt. Das Gemisch wird dann über einen Papierfilter filtriert und das Filtrat mit ges. Natriumhydrogencarbonat-Lösung (5 ml) versetzt. Die wässrige Phase wird mit Essigsäureethylester extrahiert (dreimal je 5 ml). Die vereinigten organischen Phasen werden über Natriumsulfat getrocknet und das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer entfernt.

Ausbeute: 107 mg (29% d. Th.)

1 H-NMR (400 MHz, DMSCKI 6 ): δ = 10.43 (s, IH), 8.40-7.90 (br. s, 2H), 8.34 (s, IH), 7.88-7.97 (m, 2H), 7.51-7.43 (m, IH), 7.33 (t, IH), 7.06-6.98 (m, 2H), 4.88 (t, IH), 4.49 (s, 2H), 4.39-4.30 (m, 2H), 3.78-3.68 (m, 2H).

LC-MS (Methode 2): R 4 = 2.42 min; MS (ESIpos): m/z = 554 [M+H] + .

Beispiel 2

2 I -Amino-6'-[({2-[(4-fluoφhenyl)amino]-l,3-thiazol-4-yl}methy l)thio]-6-[(2-hydroxyethyl)amino]- S^'-bipyridin-S'jS'-dicarbonitril

18 mg (0.10 mmol) 4-Fluorphenylthioharnstoff und 13 mg (0.10 mmol) 1,3-Dichloraceton werden in 2 ml DMF gelöst und die Reaktionslösung 3 h bei 80 0 C gerührt. Nach dem Abkühlen werden

89 mg (0.09 mmol, 33% Reinheit) der Verbindung aus Beispiel 4A und 32 mg (0.38 mmol) Natriumhydrogencarbonat zugegeben und der Ansatz weitere 20 h bei RT gerührt. Das Gemisch wird dann über einen Papierfilter filtriert und das Filtrat direkt über präparative HPLC (Säule:

YMC GEL ODS-AQ S-5 / 15 μm; Laufmittelgradient: Acetonitril/Wasser 10:90 → 95:5) gereinigt.

Die erhaltene Produktfraktion wird mit ges. Natriumhydrogencarbonat-Lösung (5 ml) versetzt und mit Essigsäureethylester extrahiert (dreimal je 5 ml). Die vereinigten organischen Phasen werden über Magnesiumsulfat getrocknet und das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer entfernt.

Ausbeute: 18 mg (35% d. Th.)

1 H-NMR (300 MHz, DMSOd 6 ): δ = 10.24 (s, IH), 8.13 (d, IH), 7.67-7.59 (m, 2H), 7.56 (dd, IH), 7.27-7.19 (m, IH), 7.19-7.09 (m, 2H), 6.96 (s, IH), 6.61 (d, IH), 4.77 (t, IH), 4.44 (s, 2H), 3.59- 3.51 (m, 2H), 3.49-3.35 (m, 2H).

LC-MS (Methode 3): R 4 = 1.83 min; MS (ESIpos): m/z = 519 [M+H] + .

Die in der folgenden Tabelle 1 aufgeführten Beispiele werden aus den entsprechenden Ausgangsverbindungen analog zu Beispiel 1 hergestellt:

Tabelle 1

(t,

Beispiel 19

2'-Amino-6'-({[2-(4-chlorphenyl)-l,3-thiazol-4-yl]methyl} thio)-6-(2-hydroxyethoxy)-3,4'-bi- pyridin-3',5'-dicarbonitril

63 mg (0.26 mmol) 4-Chlormethyl-(2-(4-chlorphenyl)thiazol, 100 mg (0.23 mmol) der Verbindung aus Beispiel 2A und 78 mg (0.93 mmol) Natriumhydrogencarbonat werden in 1.5 ml DMF gelöst und die Reaktionslösung 20 h bei RT gerührt. Der Ansatz wird anschließend über einen Papierfilter filtriert und das Filtrat direkt über präparative HPLC (Säule: YMC GEL ODS-AQ S-5 / 15 μm; Laufrnittelgradient: Acetonitril/Wasser 10:90 -» 95:5) chromatographisch gereinigt. Man erhält die Titelverbindung als einen beigefarbenen Feststoff.

Ausbeute: 67 mg (55% d. Th.)

1 H-NMR (400 MHz, DMSOd 6 ): δ = 8.40-8.01 (br. s, 2H), 8.35 (d, IH), 7.98-7.88 (m, 3H), 7.58 (d, 2H), 7.00 (d, IH), 4.88 (t, IH), 4.63 (s, 2H), 4.37-4.31 (m, 2H), 3.77-3.70 (m, 2H).

LC-MS (Methode 8): R, = 2.76 min; MS (ESIpos): m/z = 521 [M+H] + .

Die in der folgenden Tabelle 2 aufgeführten Beispiele werden aus den entsprechenden Ausgangsverbindungen analog zu Beispiel 19 hergestellt:

Tabelle 2

Beispiel 33

N-[2'-Amino-6'-({[2-(4-chlorphenyl)-l,3-thiazol-4-yl]meth yl}thio)-3',5'-dicyano-3,4'-bipyridin-6- yljacetamid

15 mg (0.03 mmol) der Verbindung aus Beispiel 2OA werden in 0.7 ml trockenem DMF gelöst und mit 10 mg (0.04 mmol) 4-(Chlormethyl)-2-(4-chlθφhenyl)-l,3-thiazol sowie 1 1 mg (0.14 mmol) Natriumhydrogencarbonat versetzt. Das Reaktionsgemisch wird 8 h bei RT gerührt. Der Ansatz wird dann auf 2 ml gesättigte wässrige Natriumhydrogencarbonat-Lösung gegossen und die wäss- rige Phase dreimal mit je 5 ml Ethylacetat extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden über Magnesiumsulfat getrocknet und das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer entfernt.

Ausbeute: 3 mg (17% d. Th.)

1 H-NMR (400 MHz, DMSO-Cl 6 ): δ = 10.79 (s, IH), 8.48 (d, IH), 8.44-8.02 (br. s, 2H), 8.20 (d, IH), 7.99 (dd, IH), 7.97-7.90 (m, 3H), 7.57 (d, 2H), 4.64 (s, 2H), 2.14 (s, 3H).

LC-MS (Methode 8): R, = 2.64 min; MS (ESIpos): m/z = 518 [M+H] + .

Beispiel 34

2'-Amino-6'-({[2-(4-chloφhenyl)-l,3-thiazol-4-yl]methyl} thio)-5-(2-hydroxyethoxy)-2,4'-bipyri- din-3',5'-dicarbonitril

23 mg des Rohprodukts aus Beispiel 29A werden in 0.7 ml trockenem DMF gelöst und mit 11 mg (0.04 mmol) 4-(Chlormethyl)-2-(4-chlorphenyl)-l,3-thiazol sowie 12 mg (0.14 mmol) Natriumhydrogencarbonat versetzt. Das Reaktionsgemisch wird 8 h bei RT gerührt. Der Ansatz wird dann auf 2 ml gesättigte wässrige Natriumhydrogencarbonat-Lösung gegossen und die wässrige Phase dreimal mit je 4 ml Ethylacetat extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden über Magnesiumsulfat getrocknet und das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer entfernt. Der Rückstand

wird über präparative HPLC (Säule: YMC GEL ODS-AQ S-5 / 15 μm; Laufinittelgradient: Aceto- nitrilAVasser 10:90 → 95:5) gereinigt.

Ausbeute: 4 mg (21% d. Th.)

1 H-NMR (400 MHz, DMSOd 6 ): δ = 8.47 (d, IH), 8.40-7.87 (br. s, 2H), 7.98-7.90 (m, 3H), 7.74 (d, IH), 7.64-7.58 (m, IH), 7.58-7.53 (m, 2H), 4.97 (t, IH), 4.64 (s, 2H), 4.19 (t, 2H), 3.79-3.71 (m, 2H).

LC-MS (Methode 8): R, = 2.58 min; MS (ESIpos): m/z = 521 [M+H] + .

Die in der folgenden Tabelle 3 aufgeführten Beispiele werden aus den entsprechenden Ausgangsverbindungen analog zu Beispiel 34 hergestellt:

Tabelle 3

Beispiel 42

2'-Amino-6'-( { [2-(4-chlorphenyl)- 1 ,3-oxazol-4-yl]methyl} thio)-6- { [(25)-2,3-dihydroxypropyl]- oxy}-3,4'-bipyridin-3',5'-dicarbonitril

95 rag (0.17 mmol) der Verbindung aus Beispiel 32A werden in 4 ml Essigsäure gelöst. Anschließend werden 2 ml Wasser hinzugegeben. Die Reaktionslösung wird 12 h bei RT gerührt. Das Lösungsmittel wird danach am Rotationsverdampfer entfernt und der Rückstand direkt über präpa- rative HPLC (Säule: YMC GEL ODS-AQ S-5 / 15 μm; Laufmittel-Gradient: Acetonitril/Wasser 10:90 — > 95:5) gereinigt. Falls erforderlich, kann eine weitere Reinigung durch HPLC-Chromato- graphie an chiraler Phase erfolgen [Säule: Daicel Chiralpak AS 10 μm, 250 mm x 20 mm; Eluent: Isohexan/Ethanol 60:40 (v/v); Fluss: 15 ml/min; Temperatur: 40 0 C; Detektion: 220 nm].

Ausbeute: 70 mg (79% d. Th.)

1 H-NMR (400 MHz, DMSO-d«): δ = 8.40-8.02 (br. s, 2H), 8.37 (s, IH), 8.34 (d, IH), 7.98 (d, 2H), 7.91 (dd, IH), 7.61 (d, 2H), 7.01 (d, IH), 4.96 (d, IH), 4.67 (t, IH), 4.43 (s, 2H), 4.38 (dd, IH), 4.21 (dd, IH), 3.87-3.79 (m, IH), 3.36 (t, 2H).

LC-MS (Methode 14): R, = 1.85 min; MS (ESIpos): m/z = 535 [M+H] + .

Beispiel 43

2'-Amino-6'-({[2-(4-chlorphenyl)-l ,3-oxazol-4-yl]methyl}thio)-6-{[(2/?)-2,3-dihydroxypropyl]- oxy}-3,4'-bipyridin-3',5'-dicarbonitril

Die Titelverbindung wird analog zu Beispiel 42 ausgehend von 81 mg (0.14 mmol) der Verbindung aus Beispiel 33A hergestellt. Die Reinigung des Rohprodukts erfolgt gleichfalls wie in Beispiel 42 beschrieben.

Ausbeute: 66 mg (87% d. Th.)

1 H-NMR (400 MHz, DMSO-d«): δ = 8.41-8.02 (br. s, 2H), 8.38 (s, IH), 8.33 (d, IH), 7.98 (d, 2H), 7.90 (dd, IH), 7.61 (d, 2H), 7.01 (d, IH), 4.97 (d, IH), 4.68 (t, IH), 4.43 (s, 2H), 4.38 (dd, IH), 4.21 (dd, IH), 3.88-3.79 (m, IH), 3.44 (t, 2H).

LC-MS (Methode 14): R, = 1.84 min; MS (ESIpos): m/z = 535 [M+H] + .

Beispiel 44

2'-({[2-(4-Chlorphenyl)-l,3-thiazol-4-yl]methyl}thio)-6-( 2-hydroxyethoxy)-6'-pyrrolidin-l-yl-3,4'- bipyridin-3',5'-dicarbonitril

150 mg (0.28 mmol) der Verbindung aus Beispiel 38A werden in 3 ml trockenem THF vorgelegt und mit 39 mg (0.56 mmol) Pyrrolidin versetzt. Das Reaktionsgemisch wird 10 h bei RT gerührt. Der Ansatz wird anschließend mit 2 ml Wasser versetzt und direkt über präparative HPLC (Säule: YMC GEL ODS-AQ S-5 / 15 μm; Laufmittel-Gradient: Acetonitril/Wasser 10:90 → 95:5) gereinigt.

Ausbeute: 135 mg (85% d. Th.)

1 H-NMR (400 MHz, DMSOd 6 ): δ = 8.35 (d, IH), 7.98-7.90 (m, 3H), 7.69 (s, IH), 7.58 (d, 2H), 7.01 (d, IH), 4.89 (t, IH), 4.71 (s, 2H), 4.37 (t, 2H), 3.90-3.79 (br. s, 4H), 3.74 (q, 2H), 2.00-1.88 (br. s, 4H).

LC-MS (Methode 13): R, = 1.52 min; MS (ESIpos): m/z = 575 [M+H] + .

Die in der folgenden Tabelle 4 aufgeführten Beispiele werden aus den entsprechenden Ausgangsverbindungen analog zu Beispiel 44 hergestellt:

Tabelle 4

Die in der folgenden Tabelle 5 aufgeführten Beispiele werden aus den entsprechenden Ausgangsverbindungen analog zu Beispiel 34 hergestellt:

Tabelle 5

B. Bewertung der pharmakologischen und physiologischen Wirksamkeit

Die pharmakologische und physiologische Wirkung der erfindungsgemäßen Verbindungen kann in folgenden Assays gezeigt werden:

B-I. Indirekte Bestimmung des Adenosin-Agonismus über Genexpression

Zellen der permanenten Linie CHO (Chinese Hamster Ovary) werden stabil mit der cDNA für die Adenosin-Rezeptor-Subtypen Al, A2a und A2b transfiziert. Die Adenosin-Al -Rezeptoren sind über Gj-Proteine und die Adenosin-A2a- und A2b-Rezeptoren über G s -Proteine an die Adenylat- cyclase gekoppelt. Entsprechend wird die cAMP-Bildung in der Zelle inhibiert bzw. stimuliert. über einen cAMP-abhängigen Promotor wird danach die Expression der Luziferase moduliert. Der Luziferase-Test wird mit dem Ziel hoher Sensitivität und Reproduzierbarkeit, geringer Varianz und guter Eignung für die Durchführung auf einem Robotersystem optimiert durch Variation mehrerer Testparameter, wie z.B. Zelldichte, Dauer der Anzuchtphase und der Testinkubation, Forskolin- Konzentration und Medium-Zusammensetzung. Zur pharmakologischen Charakterisierung der Zellen und zum Roboter-gestützten Substanz-Screening wird das folgende Testprotokoll verwen- det:

Die Stammkulturen werden in DMEM/F12-Medium mit 10% FCS (fötales Kälberserum) bei 37°C unter 5% CO 2 gezüchtet und jeweils nach 2-3 Tagen 1 :10 gesplittet. Testkulturen werden mit 2000 Zellen pro Napf in 384-well-Platten ausgesät und ca. 48 Stunden bei 37°C angezogen. Dann wird das Medium durch eine physiologische Kochsalzlösung (130 mM Natriumchlorid, 5 mM Kalium- chlorid, 2 mM Calciumchlorid, 20 mM HEPES, 1 mM Magnesiumchlorid-Hexahydrat, 5 mM Natriumhydrogencarbonat, pH 7.4) ersetzt. Die in DMSO gelösten zu testenden Substanzen werden in einer Verdünnungsreihe von 5 x 10 '11 M bis 3 x 10 "6 M (Endkonzentration) zu den Testkulturen pipettiert (maximale DMSO-Endkonzentration im Testansatz: 0.5%). 10 Minuten später wird Forskolin zu den Al -Zellen zugegeben und anschließend werden alle Kulturen für vier Stunden bei 37°C inkubiert. Danach wird zu den Testkulturen 35 μl einer Lösung, bestehend zu 50% aus Lyse-Reagenz (30 mM Dinatriumhydrogenphosphat, 10% Glycerin, 3% TritonXIOO, 25 mM TrisHCl, 2 mM Dithiotreitol (DTT), pH 7.8) und zu 50% aus Luciferase-Substrat-Lösung (2.5 mM ATP, 0.5 mM Luciferin, 0.1 mM Coenzym A, 10 mM Tricin, 1.35 mM Magnesiumsulfat, 15 mM DTT, pH 7.8) zugegeben, ca. 1 Minute geschüttelt und die Luciferase-Aktivität mit einem Kamerasystem gemessen. Bestimmt werden die EC 50 -Werte, d.h. die Konzentrationen, bei denen bei der Al -Zelle 50% der Luciferase-Antwort inhibiert bzw. bei den A2b- und A2a-Zellen 50% der maximalen Stimulierbarkeit mit der entsprechenden Substanz erreicht sind. Als Referenzverbindung dient in diesen Experimenten die Adenosin-analoge Verbindung NECA (5-N-Ethylcarbox- amido-adenosin), die mit hoher Affinität an alle Adenosin-Rezeptor-Subtypen bindet und eine

agonistische Wirkung besitzt [Klotz, K.N., Hessling, J., Hegler, J., Owman, C, KuIl, B., Fredholm, B.B., Lohse, M. J., "Comparative pharmacology of human adenosine receptor Subtypes - characteri- zation of stably transfected receptors in CHO cells", Naunyn Schmiedebergs Arch. Pharmacol. 357. 1-9 (1998)].

In der folgenden Tabelle 1 sind die EC 50 -Werte repräsentativer Ausführungsbeispiele für die Rezeptorstimulation an Adenosin Al-, A2a- und A2b-Rezeptor-Subtypen aufgeführt:

Tabelle 1

B-2. Untersuchung an isolierten Gefäßen

Aus narkotisierten Ratten wird die Arteria caudalis präpariert und in eine konventionelle Apparatur zur Messung isolierter Gefäße eingespannt. Die Gefäße werden in einem Wärmebad perfundiert und mit Phenylephrin kontrahiert. Das Maß der Kontraktion wird über einen Kontraktionsmesser ermittelt. Zu den vorkontrahierten Gefäßen werden Testsubstanzen gegeben und die Abnahme der Kontraktion der Gefäße gemessen. Eine Abnahme der Kontraktion entspricht einer Dilatation der Gefäße. Als EC 50 -WeIt einer Testsubstanz bzgl. ihrer relaxierenden Eigenschaften wird die Konzentration angegeben, bei der die Kontraktion der Gefäße um 50% verringert ist.

B-3. Blutdruck- und Herzfrequenz-Messungen an wachen Ratten

Wachen SHR (spontaneously hypertensive rats)-Ratten, die einen internen Sender tragen, der dauerhaft sowohl Blutdruck als auch Herzfrequenz messen kann (telemetrische Erfassung von hämodynamischen Parametern), werden Testsubstanzen in verschiedenen Dosierungen oral verab- reicht. Anschließend werden über 24 Stunden Blutdruck und Herzfrequenz und deren Veränderungen aufgezeichnet.

B-4. Blutdruck- und Herzfrequenz-Messungen an wachen Krallenaffen

Wachen Krallenaffen, die einen internen Sender tragen, der dauerhaft sowohl Blutdruck als auch Herzfrequenz messen kann (telemetrische Erfassung von hämodynamischen Parametern), werden Testsubstanzen in verschiedenen Konzentrationen oral verabreicht. Anschließend werden über 6-24 Stunden Blutdruck und Herzfrequenz und deren Veränderungen aufgezeichnet.

B-5. Bestimmung der Löslichkeit

Benötigte Reagenzien:

• PBS-Puffer pH 7.4: 90.00 g NaCl p.a. (z.B. Fa. Merck, Art.-Nr. 1.06404.1000), 13.61 g KH 2 PO 4 p.a. (z.B. Fa. Merck, Art.-Nr. 1.04873.1000) und 83.35 g 1 N NaOH (z.B. Fa. Bernd

Kraft GmbH, Art. -Nr. 01030.4000) in einen 1 Liter-Messkolben einwiegen, mit Wasser auffüllen und ca. 1 Stunde rühren;

• Acetatpuffer pH 4.6: 5.4 g Natriumacetat x 3 H 2 O p.a. (z.B. Fa. Merck, Art.-Nr. 1.06267.0500) in einen 100 ml-Messkolben einwiegen, in 50 ml Wasser lösen, mit 2.4 g Eisessig versetzen,

auf 100 ml mit Wasser auffüllen, pH- Wert überprüfen und falls notwendig auf pH 4.6 einstellen;

• Dimethylsulfoxid (z.B. Fa. Baker, Art.-Nr. 7157.2500);

• destilliertes Wasser.

Herstellung der Kalibrierlösungen:

Herstellung der Ausgangslösung für Kalibrierlösungen (Stammlösung): In ein 2 ml Eppendorf- Safe-Lock Tube (Fa. Eppendorf, Art. -Nr. 0030 120.094) werden ca. 0.5 mg der Testsubstanz genau eingewogen, zu einer Konzentration von 600 μg/ml mit DMSO versetzt (z.B. 0.5 mg Substanz + 833 μl DMSO) und bis zur vollständigen Lösung mittels eines Vortexers geschüttelt.

Kalibrierlösung 1 (20 μg/ml): 34.4 μl der Stammlösung werden mit 1000 μl DMSO versetzt und homogenisiert.

Kalibrierlösung 2 (2.5 μg/ml): 100 μl der Kalibrierlösung 1 werden mit 700 μl DMSO versetzt und homogenisiert.

Herstellung der Probenlösungen:

Probenlösung für Löslichkeit bis 10 g/l in PBS-Puffer pH 7.4: In ein 2 ml Eppendorf-Safe-Lock Tube (Fa. Eppendorf, Art.-Nr. 0030 120.094) werden ca. 5 mg der Testsubstanz genau eingewogen und zu einer Konzentration von 5 g/l mit PBS-Puffer pH 7.4 versetzt (z.B. 5 mg Substanz + 500 μl PBS-Puffer pH 7.4).

Probenlösung für Löslichkeit bis 10 g/l in Acetatpuffer pH 4.6: In ein 2 ml Eppendorf-Safe-Lock Tube (Fa. Eppendorf, Art.-Nr. 0030 120.094) werden ca. 5 mg der Testsubstanz genau eingewogen und zu einer Konzentration von 5 g/l mit Acetatpuffer pH 4.6 versetzt (z.B. 5 mg Substanz + 500 μl Acetatpuffer pH 4.6).

Probenlösung für Löslichkeit bis 10 g/l in Wasser: In ein 2 ml Eppendorf-Safe-Lock Tube (Fa. Eppendorf, Art.-Nr. 0030 120.094) werden ca. 5 mg der Testsubstanz genau eingewogen und zu einer Konzentration von 5 g/l mit Wasser versetzt (z.B. 5 mg Substanz + 500 μl Wasser).

Durchführung:

Die so hergestellten Probenlösungen werden 24 Stunden bei 1400 rpm mittels eines temperierbaren Schüttlers (z.B. Fa. Eppendorf Thermomixer comfort Art.-Nr. 5355 000.011 mit Wechselblock Art-Nr. 5362.000.019) bei 20 0 C geschüttelt. Von diesen Lösungen werden jeweils 180 μl

abgenommen und in Beckman Polyallomer Centrifuge Tubes (Art.-Nr. 343621) überfuhrt. Diese Lösungen werden 1 Stunde mit ca. 223.000 x g zentrifugiert (z.B. Fa. Beckman Optima L-90K Ultracentrifuge mit Type 42.2 Ti Rotor bei 42.000 rpm). Von jeder Probenlösung werden 100 μl des überstandes abgenommen und 1 :5, 1 : 100 und 1 :1000 mit dem jeweils verwendeten Lösungs- mittel (Wasser, PBS-Puffer 7.4 oder Acetatpuffer pH 4.6) verdünnt. Es wird von jeder Verdünnung eine Abfüllung in ein geeignetes Gefäß für die HPLC-Analytik vorgenommen.

Analytik:

Die Proben werden mittels RP-HPLC analysiert. Quantifiziert wird über eine Zwei-Punkt-Kalibra- tionskurve der Testverbindung in DMSO. Die Löslichkeit wird in mg/1 ausgedrückt. Analysen- sequenz: 1) Kalibrierlösung 2.5 mg/ml; 2) Kalibrierlösung 20 μg/ml; 3) Probenlösung 1:5; 4) Probenlösung 1 :100; 5) Probenlösung 1 :1000.

HPLC-Methode für Säuren:

Agilent 1100 mit DAD (G1315A), quat. Pumpe (G1311A), Autosampier CTC HTS PAL, Degaser (G1322A) und Säulenthermostat (G1316A); Säule: Phenomenex Gemini C18, 50 mm x 2 mm, 5 μ; Temperatur: 40 0 C; Eluent A: Wasser/Phosphorsäure pH 2; Eluent B: Acetonitril; Flussrate: 0.7 ml/min; Gradient: 0-0.5 min 85% A, 15% B; Rampe: 0.5-3 min 10% A, 90% B; 3-3.5 min 10% A, 90% B; Rampe: 3.5-4 min 85% A, 15% B; 4-5 min 85% A, 15% B.

HPLC-Methode für Basen:

Agilent 1100 mit DAD (G1315A), quat. Pumpe (G1311A), Autosampier CTC HTS PAL, Degaser (G1322A) und Säulenthermostat (G1316A); Säule: VDSoptilab Kromasil 100 Cl 8, 60 mm x 2.1 mm, 3.5 μ; Temperatur: 30 0 C; Eluent A: Wasser + 5 ml Perchlorsäure/l; Eluent B: Acetonitril; Flussrate: 0.75 ml/min; Gradient: 0-0.5 min 98% A, 2% B; Rampe: 0.5-4.5 min 10% A, 90% B; 4.5-6 min 10% A, 90% B; Rampe: 6.5-6.7 min 98% A, 2% B; 6.7-7.5 min 98% A, 2% B.

C. Ausführungsbeispiele für pharmazeutische Zusammensetzungen

Die erfindungsgemäßen Verbindungen können folgendermaßen in pharmazeutische Zubereitungen überführt werden:

Tablette:

Zusammensetzung:

100 mg der erfmdungsgemäßen Verbindung, 50 mg Lactose (Monohydrat), 50 mg Maisstärke (nativ), 10 mg Polyvinylpyrrolidon (PVP 25) (Fa. BASF, Ludwigshafen, Deutschland) und 2 mg Magnesiumstearat.

Tablettengewicht 212 mg. Durchmesser 8 mm, Wölbungsradius 12 mm.

Herstellung:

Die Mischung aus erfindungsgemäßer Verbindung, Lactose und Stärke wird mit einer 5%-igen Lösung (m/m) des PVPs in Wasser granuliert. Das Granulat wird nach dem Trocknen mit dem Magnesiumstearat 5 Minuten gemischt. Diese Mischung wird mit einer üblichen Tablettenpresse verpresst (Format der Tablette siehe oben). Als Richtwert für die Verpressung wird eine Presskraft von 15 kN verwendet.

Oral applizierbare Suspension:

Zusammensetzung:

1000 mg der erfindungsgemäßen Verbindung, 1000 mg Ethanol (96%), 400 mg Rhodigel ® (Xanthan gum der Firma FMC, Pennsylvania, USA) und 99 g Wasser.

Einer Einzeldosis von 100 mg der erfindungsgemäßen Verbindung entsprechen 10 ml orale Suspension.

Herstellung:

Das Rhodigel wird in Ethanol suspendiert, die erfindungsgemäße Verbindung wird der Suspension zugefügt. Unter Rühren erfolgt die Zugabe des Wassers. Bis zum Abschluß der Quellung des Rhodigels wird ca. 6 h gerührt.

Oral applizierbare Lösung:

Zusammensetzung:

500 mg der erfindungsgemäßen Verbindung, 2.5 g Polysorbat und 97 g Polyethylenglycol 400. Einer Einzeldosis von 100 mg der erfindungsgemäßen Verbindung entsprechen 20 g orale Lösung.

Herstellung:

Die erfindungsgemäße Verbindung wird in der Mischung aus Polyethylenglycol und Polysorbat unter Rühren suspendiert. Der Rührvorgang wird bis zur vollständigen Auflösung der erfϊndungs- gemäßen Verbindung fortgesetzt.

i.v.-Lösung:

Die erfindungsgemäße Verbindung wird in einer Konzentration unterhalb der Sättigungslöslichkeit in einem physiologisch verträglichen Lösungsmittel (z.B. isotonische Kochsalzlösung, Glucose- lösung 5% und/oder PEG 400-Lösung 30%) gelöst. Die Lösung wird steril filtriert und in sterile und pyrogenfreie Injektionsbehältnisse abgefüllt.