SMUKALSKI, Ralf (Am Stadtrand 3, Guben, 03172, DE)
| Patentansprüche 1. Betriebsverfahren für einen Streckrichter, der ein ein- gangsseitiges Förderelement (1), ein Biegeelement (2) und ein ausgangsseitiges Förderelement (3) umfasst, - wobei dem Biegeelement (2) vom eingangsseitigen Förderelement (1) mit einer Eingangsgeschwindigkeit (vi) ein Band (6), insbesondere ein Metallband (6), zugeführt wird, - wobei das Band (6) vom ausgangsseitigen Förderelement (3) mit einer Ausgangsgeschwindigkeit (v2) aus dem Biegeelement (2) abgeführt wird, - wobei die Ausgangsgeschwindigkeit (v2) größer als die Eingangsgeschwindigkeit (vi) ist, so dass das Band (6) plastisch gestreckt wird, - wobei das Band (6) im Biegeelement (2) mittels an das Band (6) angestellter Rollen (10) des Biegeelements (2) alternierend nach oben und unten ausgelenkt wird, - wobei das eingangsseitige Förderelement (1) auf einen eingangsseitigen Geschwindigkeitssollwert (vi*) und das aus- gangsseitige Förderelement (3) auf einen ausgangsseitigen Geschwindigkeitssollwert (v2*) geregelt werden, - wobei die Eingangsgeschwindigkeit (vi) und die Ausgangsgeschwindigkeit (v2) erfasst werden und aus ihnen ein Elonga- tionsistwert (e) für das Band (6) ermittelt wird, - wobei der Elongationsistwert (e) und ein Elongationssoll- wert (e*) einem Elongationsregler (15) zugeführt werden, der anhand der ihm zugeführten Werte (e, e*) einen Zugsollwert (Z*) ermittelt, - wobei der Zugsollwert (Z*) auf einen maximalen Zugsollwert (ZMAX*) begrenzt wird, - wobei ein Zugistwert (Z) erfasst wird, - wobei der Zugistwert (Z) und der auf den maximalen Zugsollwert (ZMAX*) begrenzte Zugsollwert (Z*) einem Zugregler (16) zugeführt werden, der anhand der ihm zugeführten Werte (Z, Z*) einen Geschwindigkeitszusatzsollwert (δv*) ermittelt, - wobei der Geschwindigkeitszusatzsollwert (δv*) auf den aus- gangsseitigen Geschwindigkeitssollwert (v2*) aufgeschaltet wird. 2. Betriebsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Elongationsregler (15) als PI-Regler ausgebildet ist . 3. Betriebsverfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Zugregler (16) als P-Regler oder als PI-Regler ausgebildet ist. 4. Betriebsverfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der ausgangsseitige Geschwindigkeitssollwert (v2*) durch Multiplizieren des eingangsseitigen Geschwindigkeitssollwerts (vi*) mit dem Elongationssollwert (e*) ermittelt wird. 5. Computerprogramm für eine Steuereinrichtung (4) eines Streckrichters, wobei das Computerprogramm Maschinenbefehle (22) umfasst, die von der Steuereinrichtung (4) unmittelbar abarbeitbar sind, wobei die Abarbeitung der Maschinenbefehle (22) durch die Steuereinrichtung (4) bewirkt, dass die Steuereinrichtung (4) den Streckrichter gemäß einem Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche betreibt. 6. Computerprogramm nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass es auf einem mobilen Datenträger (24) gespeichert ist. 7. Computerprogramm nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass es in der Steuereinrichtung (4) gespeichert ist. 8. Steuereinrichtung für einen Streckrichter, wobei die Steuereinrichtung derart ausgebildet ist, dass sie mindestens einen Betriebsmode aufweist, in dem sie den Streckrichter gemäß einem Betriebsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 be- treibt. 9. Streckrichter für ein Band (6), insbesondere ein Metallband ( 6) , - wobei der Streckrichter ein eingangsseitiges Förderelement (1), ein Biegeelement (2) und ein ausgangsseitiges Förderelement (3) umfasst, - wobei das Band (6) dem Biegeelement (2) vom eingangsseiti- gen Förderelement (1) zuführbar ist, - wobei das Band (6) vom ausgangsseitigen Förderelement (3) aus dem Biegeelement (2) abführbar ist, - wobei das Band (6) im Biegeelement (2) mittels an das Band (6) angestellter Rollen (10) des Biegeelements (2) alternierend nach oben und unten auslenkbar ist, - wobei der Streckrichter eine Steuereinrichtung (4) nach An- spruch 8 aufweist. |
Betriebsverfahren für einen Streckrichter mit überlagerter Elongationsregelung und unterlagerter Zugregelung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Betriebsverfahren für einen Streckrichter, der ein eingangsseitiges Förderelement, ein Biegeelement und ein ausgangsseitiges Förderelement um- fasst, - wobei dem Biegeelement vom eingangsseitigen Förderelement mit einer Eingangsgeschwindigkeit ein Band, insbesondere ein Metallband, zugeführt wird,
- wobei das Band vom ausgangsseitigen Förderelement mit einer Ausgangsgeschwindigkeit aus dem Biegeelement abgeführt wird,
- wobei die Ausgangsgeschwindigkeit größer als die Eingangsgeschwindigkeit ist, so dass das Band plastisch gestreckt wird,
- wobei das Band im Biegeelement mittels an das Band ange- stellter Rollen des Biegeelements alternierend nach oben und unten ausgelenkt wird,
- wobei das eingangsseitige Förderelement auf einen eingangsseitigen Geschwindigkeitssollwert und das ausgangsseitige Förderelement auf einen ausgangsseitigen Geschwindigkeits- sollwert geregelt werden.
Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Computerprogramm für eine Steuereinrichtung eines Streckrichters, wobei das Computerprogramm Maschinenbefehle umfasst, die von der Steuereinrichtung unmittelbar abarbeitbar sind, wobei die Abarbeitung der Maschinenbefehle durch die Steuereinrichtung bewirkt, dass die Steuereinrichtung den Streckrichter gemäß einem derartigen Betriebsverfahren betreibt.
Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin eine Steuereinrichtung für einen Streckrichter, wobei die Steuereinrichtung derart ausgebildet ist, dass sie mindestens einen Betriebs- mode aufweist, in dem sie den Streckrichter gemäß einem derartigen Betriebsverfahren betreibt.
Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung einen Streck- richter für ein Band, insbesondere ein Metallband,
- wobei der Streckrichter ein eingangsseitiges Förderelement, ein Biegeelement und ein ausgangsseitiges Förderelement um- fasst,
- wobei das Band dem Biegeelement vom eingangsseitigen För- derelement zuführbar ist,
- wobei das Band vom ausgangsseitigen Förderelement aus dem Biegeelement abführbar ist,
- wobei das Band im Biegeelement mittels an das Band angestellter Rollen des Biegeelements alternierend nach oben und unten auslenkbar ist,
- wobei der Streckrichter eine Steuereinrichtung aufweist.
Ein derartiges Betriebsverfahren und der zugehörige Streckrichter sind aus der US 4,819 470 A bekannt.
Aus der DE OS 1 602 589 ist ein Betriebsverfahren für einen Streckrichter bekannt, der ein eingangsseitiges Förderelement, ein Biegeelement und ein ausgangsseitiges Förderelement umfasst. Dem Biegeelement wird vom eingangsseitigen Förder- element mit einer Eingangsgeschwindigkeit ein Metallband zugeführt. Das Metallband wird vom ausgangsseitigen Förderelement mit einer Ausgangsgeschwindigkeit aus dem Biegeelement abgeführt. Das Metallband wird im Biegeelement mittels an das Band angestellter Rollen nach unten ausgelenkt.
Aus der GB 2 045 129 B ist ein Betriebsverfahren für einen Streckrichter bekannt, der ein eingangsseitiges Förderelement, ein Biegeelement und ein ausgangsseitiges Förderelement umfasst. Dem Biegeelement wird vom eingangsseitigen Förder- element mit einer Eingangsgeschwindigkeit ein Band zugeführt. Das Band wird vom ausgangsseitigen Förderelement mit einer Ausgangsgeschwindigkeit aus dem Biegeelement abgeführt. Die Ausgangsgeschwindigkeit ist größer als die Eingangsgeschwin- digkeit, so dass das Band plastisch gestreckt wird. Das Band wird im Biegeelement mittels an das Band angestellter Rollen des Biegeelements alternierend nach oben und unten ausgelenkt. Es wird ein Zugistwert erfasst, der einem Zugregler zugeführt wird.
Aus der US 5,687,595 A ist ein Betriebsverfahren für einen Streckrichter bekannt, der ein eingangsseitiges Förderelement, ein Biegeelement und ein ausgangsseitiges Förderelement umfasst. Dem Biegeelement wird vom eingangsseitigen Förderelement mit einer Eingangsgeschwindigkeit ein Band zugeführt. Das Band wird vom ausgangsseitigen Förderelement mit einer Ausgangsgeschwindigkeit aus dem Biegeelement abgeführt. Die Ausgangsgeschwindigkeit ist größer als die Eingangsgeschwin- digkeit, so dass das Band plastisch gestreckt wird. Das Band wird im Biegeelement mittels an das Band angestellter Rollen des Biegeelements alternierend nach oben und unten ausgelenkt.
Bei Streckrichtern besteht oftmals keine mechanische Kopplung des eingangsseitigen Förderelements und des ausgangsseitigen Förderelements über ein Getriebe oder eine Welle. Die einzige mechanische Kopplung der Förderelemente miteinander besteht über das Band.
Streckrichter der obenstehend beschriebenen Art werden in der Regel alternativ im Zugregelmode oder im Elongationsregelmode betrieben. Im Zugregelmode erfolgt keine Elongation des Bandes. Die Ausgangsgeschwindigkeit ist gleich der Eingangsge- schwindigkeit . Auch stimmen die korrespondierenden Geschwindigkeitssollwerte überein.
Im Elongationsregelmode wird im Stand der Technik der Bandzug nicht geregelt. Der Bandzug wird jedoch auf Einhalten eines Absolutwertes überwacht. Überschreitet der absolute Bandzug einen maximal zulässigen Bandzug, wird der Elongationssoll- wert reduziert, um den Bandzug wieder zu senken. Unterschreitet der absolute Bandzug den maximal zulässigen Bandzug, wird der Elongationssollwert langsam über eine Rampenfunktion wieder auf den ursprünglichen Elongationssollwert erhöht.
Im Stand der Technik kommt es oftmals vor, dass diese Sicher- heitsfunktion zu Schwingungen im Elongationssollwert und im aktuellen Bandzug führt. Trotz verschiedener Rampenfunktionen, Einschaltverzögerungen, Ausschaltverzögerungen und anderen logischen Funktionen kommt es im Stand der Technik - zumindest bei bestimmten Materialien - zu einem ständigen Wech- sei zwischen Reduzieren und Erhöhen des Elongationssollwerts . Diese Schwingung findet im Stand der Technik oftmals über mehrere Minuten statt.
Ein weiteres Problem des Standes der Technik besteht darin, dass während gemeinsamer Änderungen der Geschwindigkeitssollwerte, also beim Beschleunigen und Abbremsen des Bandes, starke Abweichungen der tatsächlichen Istelongation vom Elongationssollwert auftreten.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, Möglichkeiten zu schaffen, mittels derer auf einfache Weise Schwingungen im aktuellen Bandzug und im Elongationssollwert abgefangen werden können und nach Möglichkeit auch die Abweichungen in der Istelongation während Beschleunigungs- und Verzögerungsvorgängen reduziert werden können.
Die Aufgabe wird durch ein Betriebsverfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Betriebsverfahrens sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche 2 bis 4.
Erfindungsgemäß werden bei dem Betriebsverfahren zusätzlich zu den eingangs genannten Maßnahmen folgende Maßnahmen ergriffen :
- Die Eingangsgeschwindigkeit und die Ausgangsgeschwindigkeit werden erfasst, wobei aus ihnen ein Elongationsistwert für das Band ermittelt wird. - Der Elongationsistwert und ein Elongationssollwert werden einem Elongationsregler zugeführt
- Der Elongationsregler ermittelt anhand der ihm zugeführten Werte, also anhand des Elongationsistwerts und des Elonga- tionssollwerts, einen Zugsollwert.
- Ein Zugistwert wird erfasst.
- Der Zugsollwert wird auf einen maximalen Zugsollwert begrenzt .
- Der Zugistwert und der auf den maximalen Zugsollwert be- grenzte Zugsollwert werden einem Zugregler zugeführt, der anhand der ihm zugeführten Werte, also anhand des Zugistwerts und des begrenzten Zugsollwerts, einen Geschwindigkeitszusatzsollwert ermittelt.
- Der Geschwindigkeitszusatzsollwert wird auf den ausgangs- seitigen Geschwindigkeitssollwert aufgeschaltet .
Der Elongationsregler und der Zugregler können nach Bedarf ausgebildet sein. Bevorzugt ist derzeit, dass der Elongationsregler als PI-Regler ausgebildet ist und dass der Zugreg- ler als P-Regler oder als PI-Regler ausgebildet ist.
In einer weiter bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, dass der ausgangsseitige Geschwindigkeitssollwert durch Multiplizieren des eingangsseitigen Geschwindigkeitssollwerts mit dem Elongationssollwert ermittelt wird.
Die Aufgabe wird weiterhin durch ein Computerprogramm mit den Merkmalen des Anspruchs 5 gelöst. Erfindungsgemäß bewirkt die Abarbeitung der Maschinenbefehle durch die Steuereinrichtung, dass die Steuereinrichtung den Streckrichter gemäß einem erfindungsgemäßen Betriebsverfahren betreibt.
Das Computerprogramm kann auf einem mobilen Datenträger ge- speichert sein. Alternativ kann es in der Steuereinrichtung gespeichert sein. Weiterhin wird die Aufgabe durch eine Steuereinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 8 gelöst. Erfindungsgemäß ist die Steuereinrichtung derart ausgebildet, dass sie mindestens einen Betriebsmode aufweist, in dem sie den Streckrichter gemäß einem erfindungsgemäßen Betriebsverfahren betreibt.
Schließlich wird die Aufgabe durch einen Streckrichter mit den Merkmalen des Anspruchs 9 gelöst. Erfindungsgemäß weist der Streckrichter eine Steuereinrichtung der zuletzt be- schriebenen Art auf.
Weitere Vorteile und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den Zeichnungen. Es zeigen in Prinzipdarstellung:
FIG 1 einen Streckrichter nebst zugehöriger Steuereinrichtung und
FIG 2 eine mögliche Ausgestaltung der Steuereinrichtung des Streckrichters von FIG 1.
Gemäß FIG 1 umfasst ein Streckrichter ein eingangsseitiges Förderelement 1, ein Biegeelement 2, und ein ausgangsseitiges Förderelement 3. Das eingangsseitige Förderelement 1 und das ausgangsseitige Förderelement 3, gegebenenfalls auch das Bie- geelement 2, werden von einer Steuereinrichtung 4 gesteuert.
Das eingangsseitige Förderelement 1 ist in der Regel als S- Rollensatz ausgebildet. Es kann zwei oder mehr als zwei Rollen 5a bis 5d aufweisen. Dargestellt ist in FIG 1 eine Aus- gestaltung des eingangsseitigen Förderelements 1 mit vier
Rollen 5a bis 5d. Diese Ausgestaltung ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung üblich, aber nicht zwingend.
Die Rollen 5a bis 5d des eingangsseitigen Förderelements 1 sind zumindest teilweise angetrieben. Insbesondere die Rolle 5d, das heißt die dem Biegeelement 2 unmittelbar vorgeordnete Rolle 5d, ist angetrieben. Das eingangsseitige Förderelement 1 führt dem Biegeelement 2 ein Band 6 zu. Das Band 6 ist in der Regel ein Metallband 6, beispielsweise ein Stahl-, Aluminium- oder Kupferband. In manchen Fällen kann das Band 6 auch als Textilband ausgebil- det sein.
Das Zuführen des Bandes 6 zum Biegeelement 2 erfolgt mit einer Eingangsgeschwindigkeit vi. Zu diesem Zweck ist ein ein- gangsseitiger Geschwindigkeitsregler 7 vorhanden, dem die Eingangsgeschwindigkeit vi und ein eingangsseitiger Geschwindigkeitssollwert vi* zugeführt werden. Der eingangsseitige Geschwindigkeitsregler 7 bewirkt, dass das eingangsseitige Förderelement 1 auf den eingangsseitigen Geschwindigkeitssollwert vi geregelt wird. Er gibt zu diesem Zweck ein geeig- netes Stellsignal Sl an das eingangsseitige Förderelement 1 aus. Beispielsweise kann er einen Antrieb der Rolle 5d entsprechend ansteuern.
Auch das ausgangsseitige Förderelement 3 ist in der Regel als S-Rollensatz ausgebildet. Analog zum eingangsseitigen Förderelement 1 kann der S-Rollensatz zwei oder mehr als zwei Rollen 8a bis 8d aufweisen. Dargestellt sind in FIG 1 vier Rollen 8a bis 8d. Diese Ausgestaltung ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung üblich, aber nicht zwingend.
Die Rollen 8a bis 8d des ausgangsseitigen Förderelements 3 sind zumindest teilweise angetrieben. Insbesondere die innerste Rolle 8a, das heißt die dem Biegeelement 2 unmittelbar nachgeordnete Rolle 8a, ist angetrieben.
Mittels des ausgangsseitigen Förderelements 3 wird das Band 6 aus dem Biegeelement 2 abgeführt. Das Abführen erfolgt mit einer Ausgangsgeschwindigkeit v2. Zu diesem Zweck ist ein ausgangsseitiger Geschwindigkeitsregler 9 vorhanden, dem die Ausgangsgeschwindigkeit v2 und ein ausgangsseitiger Geschwindigkeitssollwert v2* zugeführt werden. Der ausgangsseitige Geschwindigkeitsregler 9 bewirkt, dass das ausgangsseitige Förderelement 3 auf den ausgangsseitigen Geschwindigkeits- Sollwert v2* geregelt wird. Er gibt zu diesem Zweck ein geeignetes Stellsignal S2 an das ausgangsseitige Förderelement 3 aus. Beispielsweise kann er einen Antrieb der Rolle 8a entsprechend ansteuern.
Auch das Biegeelement 2 weist eine Anzahl von Rollen 10 auf. Dargestellt sind in FIG 1 fünf derartige Rollen 10. Die Anzahl an Rollen 10 des Biegeelements 2 könnte jedoch alternativ größer oder kleiner als fünf sein. Die Rollen 10 sind in der Regel nicht angetrieben. Sie könnten jedoch angetrieben sein. Die Rollen 10 des Biegeelements 2 sind an das Band 6 angestellt. Mittels der Rollen 10 wird das Band 6 im Biegeelement 2 alternierend nach oben und unten ausgelenkt.
Der Streckrichter ist in der Regel unter anderem in einem
Zugregelmode betreibbar. Im Zugregelmode ist der ausgangsseitige Geschwindigkeitssollwert v2* gleich dem eingangsseitigen Geschwindigkeitssollwert vi*. Mittels eines Zugerfassungselements 11 wird ein Zugistwert Z erfasst, der im Band 6 zwi- sehen den Förderelementen 1, 3 herrscht. Der Zugistwert Z wird auf einen Zugsollwert Z* geregelt.
Der Zugregelmode kann auch im Rahmen der vorliegenden Erfindung möglich sein. Dies ist jedoch nicht von Bedeutung. Ent- scheidend ist, dass der Streckrichter (zumindest unter anderem) in einem Elongationsregelmode betreibbar ist. Der Elon- gationsregelmode wird nachstehend näher erläutert.
Im Elongationsregelmode ist der ausgangsseitige Geschwindig- keitssollwert v2* größer als der eingangsseitige Geschwindigkeitssollwert vi*. Hiermit korrespondierend ist auch die Ausgangsgeschwindigkeit v2 größer als die Eingangsgeschwindigkeit vi. Der Geschwindigkeitsunterschied zwischen der Ausgangsgeschwindigkeit v2 und der Eingangsgeschwindigkeit vi ist hierbei derart, dass das Band 6 zwischen den Förderelementen 1, 3 plastisch gestreckt wird. Wie bereits erwähnt, werden die Eingangsgeschwindigkeit vi und die Ausgangsgeschwindigkeit v2 erfasst. Die Erfassung erfolgt mittels entsprechender Geschwindigkeitserfassungsele- mente 12, 13. In der Regel werden die Geschwindigkeiten vi, v2 der äußeren Rollen 5a, 8d erfasst. Die erfassten Geschwindigkeiten vi, v2 werden jedoch nicht nur den Geschwindigkeitsreglern 7, 9 zugeführt, sondern auch einem Elongations- ermittler 14, der anhand der Eingangsgeschwindigkeit vi und der Ausgangsgeschwindigkeit v2 einen Elongationsistwert e für das Band 6 ermittelt.
Der Elongationsistwert e und ein Elongationssollwert e* (mit e* > 1) werden einem Elongationsregler 15 zugeführt. Der Elongationsregler 15 ermittelt anhand der ihm zugeführten Werte e, e* einen Zugsollwert Z*.
Der Elongationsregler 15 kann beliebig ausgebildet sein, beispielsweise als P-Regler, als PI-Regler, als PID-Regler, als PTl-Regler oder als PT2-Regler. Üblicherweise ist der Elonga- tionsregler 15 als PI-Regler ausgebildet.
Der Zugsollwert Z* wird einem Zugregler 16 zugeführt. Zwischen dem Elongationsregler 15 und dem Zugregler 16 ist jedoch ein Begrenzungselement 17 angeordnet. Das Begrenzungs- element 17 begrenzt den Zugsollwert Z* auf einen maximalen
Zugsollwert ZMAX*. Der maximale Zugsollwert ZMAX* ist derart bestimmt, dass er oberhalb der Streckgrenze des Bandes 6 liegt, aber unterhalb eines Wertes, ab dem - insbesondere in Lagern der Rollen 10 des Biegeelements 2 - übermäßiger Ver- schleiß auftritt. Dem Zugregler 16 wird daher zugeführt
- der Zugsollwert Z*, wenn der Zugsollwert Z* kleiner als der maximale Zugsollwert ZMAX* ist, und
- anderenfalls der maximale Zugsollwert ZMAX*.
Dem Zugregler 16 wird weiterhin der Zugistwert Z zugeführt. Der Zugistwert Z kann hierbei mittels des Zugerfassungsele- ments 11 oder anderweitig mittels eines anderen, nicht dargestellten Zugerfassungselements erfasst werden.
Der Zugregler 16 ermittelt anhand der ihm zugeführten Werte Z und Z* bzw. Z und ZMAX* einen Geschwindigkeitszusatzsollwert δv* . Der Zugregler 16 kann zu diesem Zweck beliebig ausgebildet sein. Die obigen Ausführungen zur Ausbildung des Elonga- tionsreglers 15 sind analog anwendbar. Üblicherweise ist der Zugregler 16 entweder als P-Regler oder als PI-Regler ausge- bildet. Beide Ausgestaltungen sind in FIG 1 dargestellt. Da beide Ausgestaltungen jedoch alternativ zueinander stehen, sind beide Ausgestaltungen in FIG 1 nur gestrichelt dargestellt.
Der Geschwindigkeitszusatzsollwert δv* wird einem Aufschaltelement 18 zugeführt. Dem Aufschaltelement 18 wird weiterhin der ausgangsseitige Geschwindigkeitssollwert v2* zugeführt. Das Aufschaltelement 18 schaltet den Geschwindigkeitszusatzsollwert δv* auf den ausgangsseitigen Geschwindigkeitssoll- wert v2* auf.
Der ausgangsseitige Geschwindigkeitssollwert v2* kann prinzipiell auf beliebige Weise ermittelt werden. Insbesondere kann der ausgangsseitige Geschwindigkeitssollwert v2* zunächst gleich dem eingangsseitigen Geschwindigkeitssollwert vi* gesetzt werden oder sich vom eingangsseitigen Geschwindigkeitssollwert vi* um einen festen Wert unterscheiden. Vorzugsweise jedoch werden der eingangsseitige Geschwindigkeitssollwert vi* und der Elongationssollwert e* einem Multiplizierer 19 zugeführt. Der Multiplizierer 19 ermittelt durch Multiplizieren des eingangsseitigen Geschwindigkeitssollwerts vi* mit dem Elongationssollwert e* den ausgangsseitigen Geschwindigkeitssollwert v2*.
Es ist möglich, dass die Steuereinrichtung 4 entsprechend der Darstellung in FIG 1 in Hardware aufgebaut ist. Oftmals jedoch ist die Steuereinrichtung 4 entsprechend der Darstellung von FIG 2 als softwareprogrammierbare Steuereinrichtung aus- gebildet. In diesem Fall weist die Steuereinrichtung 4 einen Prozessor 20 auf, der ein Computerprogramm 21 abarbeitet. Das Computerprogramm 21 bestimmt in diesem Fall die Wirkungsweise der Steuereinrichtung 4.
Das Computerprogramm 21 umfasst gemäß FIG 2 Maschinenbefehle 22, die von der Steuereinrichtung 4 (genauer: vom Prozessor 20 der Steuereinrichtung 4) unmittelbar abarbeitbar sind. Die Abarbeitung der Maschinenbefehle 22 durch die Steuereinrich- tung 4 bewirkt, dass die Steuereinrichtung 4 den Streckrichter so betreibt, wie dies obenstehend in Verbindung mit FIG 1 erläutert wurde.
Zum Zeitpunkt des Abarbeitens der Maschinenbefehle 22 muss das Computerprogramm 21 in einem internen Speicher 23 der
Steuereinrichtung 4 hinterlegt sein. Zu diesem Zeitpunkt ist das Computerprogramm 21 also in der Steuereinrichtung 4 gespeichert. Das Zuführen des Computerprogramms 21 zur Steuereinrichtung 4 kann jedoch auf verschiedene Weise erfolgen.
So ist es beispielsweise möglich, das Computerprogramm 21 vorab in dem internen Speicher 23 zu speichern und den internen Speicher 23 erst danach, also nach dem Abspeichern des Computerprogramms 21 im internen Speicher 23, in die Steuer- einrichtung 4 einzusetzen. Alternativ ist es möglich, das
Computerprogramm 21 auf einem mobilen Datenträger 24 zu speichern. In diesem Fall muss die Steuereinrichtung 4 eine entsprechende Schnittstelle für den mobilen Datenträger 24 aufweisen. Der mobile Datenträger 24 kann nach Bedarf ausgebil- det sein. Beispielsweise kann er als CD-ROM, als SD-Speicherkarte oder entsprechend der Darstellung in FIG 2 als USB- Memorystick ausgebildet sein.
Wiederum alternativ ist es möglich, das Computerprogramm 21 der Steuereinrichtung 4 über eine Rechner-Rechner-Verbindung 25 zuzuführen. In diesem Fall muss die Steuereinrichtung 4 über eine entsprechende Schnittstelle zur Rechner-Rechner- Verbindung 25 verfügen. Die Rechner-Rechner-Verbindung 25 kann beispielsweise ein LAN oder ein größeres Rechnernetz sein, insbesondere das World Wide Web.
Die vorliegende Erfindung weist viele Vorteile auf. So kann insbesondere ein stabiles, schwingungsfreies Verhalten des Streckrichters erreicht werden. Auch können die starken Abweichungen zwischen Elongationssollwert e* und Elongation- sistwert e, die im Stand der Technik auftreten, deutlich reduziert werden. Bei Versuchen konnten die Abweichungen auf ca. 20 % der vorherigen Abweichung reduziert werden. Auch folgt der Elongationsistwert e bei einer Änderung des Elonga- tionssollwerts e* schnell und ohne nennenswertes Überschwingen dem Elongationssollwert e*. Der Streckrichter läuft stabiler. Im Ergebnis ist somit eine deutliche Produktions- und Qualitätsverbesserung erreichbar.
Die obige Beschreibung dient ausschließlich der Erläuterung der vorliegenden Erfindung. Der Schutzumfang der vorliegenden Erfindung soll hingegen ausschließlich durch die beigefügten Ansprüche bestimmt sein.
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