MÜLLER, Ralf (Herderstraße 1d, Mittweida, 09648, DE)
| Patentansprüche 1. Optoelektronischer Neigungssensor zur Bestimmung der Neigung einer Bezugsebene (06) gegenüber der Horizontalen, umfassend : - einen Sensorkörper mit einer Flüssigkeitsschicht (11), deren freie Oberfläche einen zur Bezugsebene (06) kipp¬ baren Horizont darstellt und eine optische Grenzfläche (12) zum angrenzenden Medium bildet; - mindestens eine unterhalb der Flüssigkeitsschicht (11) angeordnete Lichtquelle (02), zur Emission eines Licht¬ strahls (14) auf die Grenzfläche (12) durch die Flüssig¬ keitsschicht (11) hindurch; - mindestens eine optische Sensorfläche (03, 04) zur Detek- tion des von der Grenzfläche (12) reflektierten Lichtstrahls (14')/ die unterhalb der Flüssigkeitsschicht (11) angeordnet ist; und - eine Auswerteeinheit zur Bestimmung der Neigung der Bezugsebene (06) in Abhängigkeit von der durch die opti¬ sche Sensorfläche (03, 04) empfangenen Lichtmenge; dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Lichtquelle (02) und der Flüssigkeitsschicht (11) ein Ablenkelement (09) zur Ablenkung oder ersten Totalreflexion des Lichtstrahls (14) angeordnet ist, sodass der Lichtstrahl (14) im Ergebnis dieser Ablenkung oder ersten Totalreflexion gegenüber der Grenzfläche (12) derart geneigt ist, dass eine zweite Totalreflexion an der Grenzfläche (12) eintritt, sowohl in geneigter als auch nicht geneigter Lage. 2. Neigungssensor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Lichtstrahl als Ringlichtstrahl (14) geformt ist. 3. Neigungssensor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle (02) eine Ringlinse und/oder eine ringförmige Blende zur Formung des Lichtstrahls (14) umfasst . 4. Neigungssensor nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle (02) in einer Kavität eines Silizium-Substrates angeordnet ist und den Licht¬ strahl (14) mit einer senkrecht zur Bezugsebene ausgerichteten Strahlachse aussendet. Neigungssensor nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die optische Sensorfläche durch mindestens zwei Photodioden (03, 04) gebildet ist, die gemeinsam mit der Lichtquelle (02) auf einem Siliziumsub strat angeordnet sind. 6. Neigungssensor nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die detektierte Lichtmenge der beiden Photodioden (03, 04) bei Fehlen einer Neigung der Bezugsebene (06) im Wesentlichen gleich ist, während bei Vorhandensein einer Neigung die Lichtmenge in den Photodioden (03, 04) gegen- läufig verändert ist. Neigungssensor nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die die optische Sensorfläche durch eine Vielzahl segmentförmiger Photodioden (03, 04) gebildet ist, die konzentrisch um die Lichtquelle (02) angeordnet sind, wobei jeweils zwei diametral angeordnete Photodioden (03, 04) ein Sensorsignal liefern. 8. Neigungssensor nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Ablenkelement (09) durch eine Kavität in einer lichtdurchlässigen Ablenkschicht (08) gebildet ist, die sich zwischen der Lichtquelle (02) und der Flüssigkeitsschicht (11) erstreckt. 9. Neigungssensor nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Ablenkelement (09) kegelstumpfförmig ist, wobei eine zur Lichtquelle gerichtete Deckfläche des Kegelstump¬ fes einen Durchmesser aufweist, der kleiner als der Durchmesser des Ringstrahles (14) ist, und eine zur Flüssig¬ keitsschicht (11) gerichtete Basisfläche des Kegelstumpfes einen Durchmesser aufweist, der größer ist als der Durchmesser des Ringstrahls (14) . 10. Neigungssensor nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Kavität mit einem Gas, einem Vakuum oder einer Flüssigkeit, insbesondere der die Flüssigkeitsschicht (11) bildenden Flüssigkeit gefüllt ist. |
Die Erfindung betrifft einen optoelektronischen Neigungssensor zur Bestimmung der Neigung einer Bezugsebene gegenüber der horizontalen Lage, insbesondere zur gleichzeitigen Erfassung von Neigungen um zwei Achsen gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
Ein gattungsgemäßer optischer Neigungssensor umfasst einen mit einer Flüssigkeit teilweise gefüllten Sensorkörper, wobei die Flüssigkeitsschicht eine optische Grenzfläche (z.B. Flüssig ¬ keit-Luft) bereitstellt, die einen Horizont bildet. Am Sensor ¬ körper ist beispielsweise als Bodenfläche die Bezugsebene ausgebildet, deren Neigung bestimmt werden soll. Weiterhin ist eine Lichtquelle zur Emission eines die Flüssigkeit durchlau ¬ fenden und auf die Grenzfläche gerichteten Lichtstrahles vorgesehen. Eine optische Sensorfläche, welche der Detektion des von der Grenzfläche reflektierten Lichtstrahls dient, ist innerhalb oder außerhalb des Sensorkörpers angeordnet.
Schließlich ist eine Auswerteeinheit zur Bestimmung der
Neigung der Ebene in Abhängigkeit von der durch die optische Sensorfläche empfangenen Lichtmenge vorgesehen.
Die DE 198 19 610 Cl beschreibt einen optischen Neigungsmes ¬ ser, bei dem ein Gehäuse mit einer transparenten Flüssigkeit gefüllt ist, welche die Richtung eines optischen Strahlenbündels neigungsabhängig ändert. Es ist eine Lichtquelle zur Beleuchtung einer Struktur oder zur Erzeugung eines Lichtpunk- tes vorgesehen, welche einen Lichtstrahl auf die Grenzfläche
Flüssigkeit-Luft derart richtet, dass seine Reflexion auf eine Sensorfläche auftrifft und dort detektiert wird. Die optischen Mittel zur Abbildung der Struktur oder des Lichtpunktes oder - flecks sind auf der Unterseite des Bodens des Gehäuses ange ¬ ordnet oder sind Bestandteil dieses Bodens. Weiterhin sind diese optischen Mittel aus einem einzigen, das Licht ein- und auskoppelnden und die Struktur oder den Lichtpunkt abbildenden Element gebildet.
Die DE 20 2007 002 771 Ul beschreibt einen zweiachsigen optischen Neigungsmesser mit einer LED als Strahlungsquelle, einem Gehäuse mit einer einen Horizont ausbildenden Flüssigkeit, einem Sensor zum Empfangen der Strahlung sowie mit optischen Mitteln mit einem Strahlengang zur Abbildung der Strahlung auf dem Sensor. Die Vorrichtung umfasst weiterhin eine Auswerteeinheit zur Bestimmung der Neigung aus den vom Sensor abgegebenen Signalen. Die optischen Mittel bilden eine Marke auf dem Sensor derart ab, dass aus der Lage der Marke auf dem Sensor die Neigung in zwei orthogonalen Achsen bestimmbar ist. Die Strahlung soll bei Reflexion am Flüssigkeitshorizont im
Wesentlichen senkrecht reflektiert werden. Bei dem senkrechten Auftreffen des Lichtstrahls auf die Grenzfläche am Flüssig ¬ keitshorizont ist zu erwarten, dass ein Großteil des Lichts nicht reflektiert sondern an der Grenzfläche mehr oder weniger stark gebrochen austritt.
Die FR 2 868 834 Bl beschreibt einen zweiachsigen Neigungs ¬ sensor, der einen abschnittsweise sphärisch geformten Sensorkörper umfasst, in welchem eine einen Horizont ausbildende Flüssigkeit angeordnet ist. Der Sensorkörper besitzt an seiner Rotationsachse eine Lichtstrahlquelle, welche einen Ringlicht ¬ strahl auf die Flüssigkeitsoberfläche leitet. Dieser wird an der Oberfläche reflektiert und mittels Sensoren detektiert. Die Sensoren sind außerhalb des Sensorkörpers angeordnet. Der Sensorkörper umfasst vier Fenster, durch welche die reflektierten Lichtstrahlen auf die Sensoren auftreffen können. Die Fenster sind entweder an der Unterseite des Sensorkörpers oder an der sphärischen Mantelfläche vorgesehen. Die Sensoren verkörpern dabei Nord-Süd- bzw. Ost-West-Achsen. Es sind ebenso Neigungsmessgeräte mit Libellen bekannt. Für eine zweidimensionale Messung werden Dosenlibellen verwendet. Ein Neigungssensor mit einer solchen Dosenlibelle ist
beispielsweise in der DE 10 2005 056 736 B4 beschrieben. Zur elektronischen Ermittlung der Neigung bei einer Dosenlibelle ist eine Strahler-Empfänger-Baugruppe oberhalb des Deckglases angeordnet, wobei das vom Strahler ausgesendete Licht an der Grenzfläche Deckglas-Luftblase bei zentrierter Luftblase zumindest teilweise total reflektiert wird. Der Nachteil der Libellensensoren ist insbesondere darin begründet, dass die Oberfläche, an der die Liebelle anliegt, in einem bestimmten
Radius gekrümmt ist. Die Krümmung ist dabei den Anforderungen an die Empfindlichkeit der Libelle angepasst und wird durch Schleifen hergestellt, was die Oberfläche in einem gewissen Maße aufraut, wodurch die Gasblase zum Springen neigen kann und die Genauigkeit des Sensors beeinträchtigt. Aufgrund der
Form der Gasblase und der Krümmung des Deckglases ergibt sich eine nichtlineare Kennlinie des Sensors. Außerdem ist die Größe der Gasblase von der Temperatur des Sensors abhängig, was sich ungünstig auf den Einsatzbereich solcher Sensoren auswirkt.
Aus der Zeitschrift „Technisches Messen" Ausgabe 75, 2008, ist eine Laser basierte Strahler-Empfänger-Baugruppe mit integ ¬ rierter Mikrooptik zur Messung von Streulicht bekannt. Die Strahler-Empfänger-Baugruppe ist in einem quadratischen Sili ¬ ziumsubstrat realisiert, in welchem rotationssymmetrisch
Photodiodensegmente eingebracht sind. Diese umgeben eine zentrale Tiefenätzung in der sich ein Laser befindet. Auf dem Siliziumsubstrat wird ein Abstandsmedium aufgebracht, welches aus einem für die Wellenlänge des Lasers undurchlässigen Glas besteht. Über dem Laser und über den Photodioden ist der
Abstandshalter mit Durchbrüchen versehen. So werden Quelle und Empfänger voneinander optisch isoliert. Im zentralen Bereich des Durchbruchs ist eine Mikrooptik untergebracht. Der Sensor wird durch einen Optikträger komplettiert. Dieser besteht zum einen aus einem Träger aus chemisch beständigem Material. Zum anderen sind auf der Unterseite dieses Trägers lichtundurch- lässige und strukturierbare Blenden aufgebracht. Auf dieser
Blendenstruktur befindet sich die Mikrooptik. Sie hat die Form eines Rings mit radial symmetrischem asphärischem Querschnitt (Ringlinse) . Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen optoelektro ¬ nischen Neigungssensor auf der Basis einer horizontbildenden Flüssigkeit zu schaffen, welcher eine genaue Detektion der Neigung einer Bezugsebene gegenüber der Horizontalen gestattet, vorzugsweise in Bezug auf zwei die Lage der Bezugsebene eindeutig definierender Achsen. Der Neigungssensor soll robust gegen Umgebungseinflüsse und relativ aufwandsarm herstellbar sein .
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Neigungssensor mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Ein erfindungsgemäßer Neigungssensor zur Bestimmung der
Neigung einer Bezugsebene gegenüber der horizontalen Lage umfasst zunächst in bekannter Weise einen mit einer Flüssig- keit teilweise gefüllten Sensorkörper, der in seinem Inneren eine einen Horizont bildende optische Grenzfläche (z.B. Flüs ¬ sigkeit-Luft) aufweist. An einer Oberfläche des Sensorkörpers ist die Bezugsebene ausgebildet, deren Neigung bestimmt werden soll. Der Sensor umfasst weiterhin mindestens eine Lichtquelle zur Emission eines Lichtstrahls auf die Grenzfläche durch die Flüssigkeit hindurch. Eine optische Sensorfläche zur Detektion des von der Grenzfläche reflektierten Lichtstrahls ist inner- halb des Sensorkörpers angeordnet. Eine Auswerteeinheit bestimmt die Neigung der Bezugsebene in Abhängigkeit von der durch die optische Sensorfläche empfangenen Lichtmenge.
Erfindungsgemäß ist zwischen der Lichtquelle und der Flüssig- keit ein Ablenkelement vorgesehen, durch welches der Licht ¬ strahl ein erstes Mal total reflektiert wird, bevor nach
Durchlaufen der Flüssigkeit eine zweite Totalreflexion an der optischen Grenzfläche stattfindet. Die Vorteile der Erfindung sind insbesondere darin zu sehen, dass durch das flache Auftreffen des Lichtstrahls auf die Grenzfläche eine nahezu vollständige Totalreflexion garantiert ist. Es geht nur sehr wenig Licht durch Streuung oder Brechung an der Grenzfläche verloren, sodass eine Strahler-Empfänger- Baugruppe preiswert herstellbar ist.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird der Lichtstrahl als Ringlichtstrahl gebildet. Vorzugsweise umfasst die Lichtstrahlquelle eine Ringlinse und/oder eine Ringförmige Blende zur Formung des Lichtstrahls.
Bei einer zweckmäßigen Ausführungsform ist die Lichtquelle in einer Kavität eines Siliziumsubstrates angeordnet und senk ¬ recht zur Ebene des Sensors ausgerichtet. Diese Ausgestaltung lässt sich mit leicht handhabbaren Herstellungsverfahren preiswert erzeugen. In einer vorteilhaften Ausführungsvariante ist die optische Sensorfläche durch mindestens zwei Photodioden gebildet, die gemeinsam mit der Lichtquelle auf dem Siliziumsubstrat ange ¬ ordnet sind. Durch geeignete Prozessschritte können sämtliche aktiven Bauteile unmittelbar auf einem Trägersubstrat ausge ¬ bildet werden. Die mindestens zwei Photodioden sind dabei diametral links und rechts der Lichtquelle angeordnet. Beim Fehlen einer Neigung der Bezugsebene ist die detektierte
Lichtmenge der beiden Photodioden im Wesentlichen gleich, während beim Vorhandensein einer Neigung die Lichtmenge an den
Photodioden gegenläufig verändert ist.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist die optische Sensorfläche durch eine Vielzahl segmentförmiger Photo- dioden gebildet, die Konzentrisch um die Lichtquelle herum angeordnet sind. Dabei bilden jeweils zwei diametral angeord ¬ nete Photodioden ein Paar, das ein Sensorsignal liefert. Als Signal kann die Differenz der beiden Photoströme herangezogen werden .
Das Ablenkelement zur Herstellung der ersten Totalreflexion ist bei der Verwendung eines Ringlichtstrahles vorzugsweise kegelstumpfförmig ausgeführt und zentriert mit der Lichtquelle angeordnet, wobei eine zur Lichtquelle gerichtete Deckfläche des Kegelstumpfes einen Durchmesser aufweist, der kleiner als der Durchmesser des Ringstrahles ist, und eine zur Flüssig ¬ keitsschicht gerichtete Basisfläche des Kegelstumpfes einen Durchmesser aufweist, der größer ist als der Durchmesser des Ringstrahls, sodass der Ringstrahl vollständig an der Mantel- fläche des Ablenkelements in Richtung zur Grenzfläche reflek ¬ tiert wird. Der Winkel des Kegelstumpfes wird dabei so gewählt, dass je nach verwendeten Medien mindestens der nach dem snelliusschen Brechungsgesetz ermittelte Grenzwinkel als Einfallswinkel des Lichtstrahls erreicht wird.
Das Ablenkelement ist in einer bevorzugten Ausführungsform als eine Kavität in einer lichtdurchlässigen Schicht gebildet. Die lichtdurchlässige Schicht ist dabei vorzugsweise aus einem Acrylglas hergestellt. An der Oberseite der lichtdurchlässigen Schicht ist das Ablenkelement durch eine Vertiefung mit der Form eines Kegelstumpfes versehen. Über dieser lichtdurchläs- sigen Schicht ist im Sensor nun die Flüssigkeit angeordnet, wobei die Flüssigkeit auch die Vertiefung in der lichtdurchlässigen Schicht ausfüllt.
In einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist die Kavität in der lichtdurchlässigen Schicht mit einem Gas gefüllt oder mit Vakuum versehen. Dies könnte in der Weise geschehen, dass auf die lichtdurchlässige Schicht eine dünne Glasplatte beispielsweise geklebt wird. Über dieser Platte kann dann eine beliebige Flüssigkeit angeordnet werden.
Aufgrund der Möglichkeit der Strukturierung der Schichten sowie der bereits erwähnten Materialien, lässt sich der Sensor komplett auf einem Wafer aufbauen, sodass besonders kleine und leichte Sensoren hergestellt werden können.
Die Erfindung und ihre Einzelheiten werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1: eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Neigungssensors mit einem flüssigkeitsgefüllten Ablenkelement in einem Querschnittsschichtmodell; Fig. 2: einen Strahlengang in einer y-z-Ebene in horizontaler Lage einer Bezugsebene;
Fig. 3: eine Ausführungsform einer optischen Sensorfläche;
Fig. 4: eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensors mit einem gasgefüllten Ablenkelement;
Fig. 5: den Verlauf der detektierten Lichtmenge an den opti- sehen Sensorflächen.
Fig. 1 zeigt den beispielhaften Aufbau einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Neigungssensors in einem Querschnittsschichtmodell. Der Sensor umfasst eine opto- elektronische Strahler-Empfänger-Baugruppe 01 mit einer integ ¬ rierten Mikrooptik zur Formung eines Ringlichtstrahles. Die Strahler-Empfänger-Baugruppe ist aus einem Siliziumsubstrat hergestellt. Im Zentrum des Siliziumsubstrates ist eine Kavi- tät eingebracht. In dieser Kavität ist als Lichtquelle ein vertikal emittierender Laser 02 angeordnet. Diametral zum
Laser 02 sind eine erste Photodiode 03 und eine zweite Photo ¬ diode 04 angeordnet. An der Unterseite der Strahler-Empfänger- Baugruppe 01 ist eine Bezugsebene 06 ausgebildet, deren
Neigung gegenüber der Horizontalen durch den Neigungssensor bestimmt werden kann. Dazu wird der Neigungssensor mit der
Bezugsebene 06 auf die auszumessende Fläche oder Ebene aufge ¬ legt oder fest montiert. Die Neigung des Sensors entspricht dann der Neigung der zu vermessenden Fläche. Oberhalb der Strahler-Empfänger-Baugruppe 01 ist eine optisch transparente Deckschicht 07 vorzugsweise aus Borofloat ausge ¬ bildet. Borofloat ist ein Borosilikatglas , mit hervorragenden optischen Eigenschaften. Die Deckschicht 07 dient zunächst dem Schutz der Strahler-Empfänger-Baugruppe Ol und der Formgebung des gewünschten Ringlichtstrahls, indem eine Ringlinse 05 als Mikrooptik an der Unterseite der Deckschicht 07 ausgebildet ist und in die Kavität hineinragt. An der Unterseite der Deck- schicht 07 können außerdem lichtundurchlässige und struktu ¬ rierbare Blenden und Linsen zur weiteren Formung des Ringlichtstrahls und zur optischen Trennung von Sender und Empfänger vorgesehen sein. Das Spezialglas der Deckschicht 07 ist aber auch chemisch beständig. Damit eignet es sich hervorragend dafür, verschie ¬ dene Flüssigkeiten in dem Neigungssensor zu verwenden bzw. andere Schichten optisch anzukoppeln. Oberhalb der lichtdurchlässigen Deckschicht 07 ist eine weitere lichtdurchlässige Ablenkschicht 08 vorzugsweise aus einem Acrylglas vorgesehen. In dieser lichtdurchlässigen
Ablenkschicht 08 ist ein Ablenkelement 09 vorgesehen, dass als z.B. kegelstumpfförmige Kavität in der lichtdurchlässigen Ablenkschicht 08 ausgebildet ist. Bei abgewandelten Ausfüh ¬ rungsformen können die Deckschicht 07 und die Ablenkschicht 08 einstückig ausgebildet sein.
Oberhalb der Ablenkschicht 08 befindet sich eine Flüssigkeit 11, welche eine optische Grenzfläche 12 z.B. zu einer Luft ¬ schicht 13 ausbildet. Die Flüssigkeit 11 kann in einem Behäl ¬ ter angeordnet sein, der als flächige Vertiefung in der
Ablenkschicht 08 ausgearbeitet ist. Die Luftschicht 13 kann durch ein Gas, durch Vakuum oder durch eine weitere Flüssig- keit, die mit der ersten Flüssigkeit 11 nicht mischbar ist, gebildet sein. Wesentlich ist dabei, dass durch unterschied ¬ liche Brechungsindizes die optische Grenzfläche 12 an der Oberfläche der Flüssigkeit 11 vorhanden ist, die aufgrund der Schwerkraft ihre horizontal ausgerichtete Lage auch bei einer Neigung des Sensors beibehält. Der hier dargestellte Sensor funktioniert beispielsweise mit Wasser als Flüssigkeit 11 und den daraus resultierenden Brechzahlen. Es können aber auch andere Flüssigkeit verwendet werden, beispielsweise um durch höhere Viskosität eine Dämpfung bei der Verkippung zu errei ¬ chen (siehe dazu Fig. 4) .
Der Neigungssensor ist in den Figuren in der horizontalen Lage dargestellt, sodass die Bezugsebene 06 und die Grenzfläche 12 parallel sind. In Fig. 1 sind Beispielwerte angegeben, um die Dicke der einzelnen Schichten in Z-Richtung zu verdeutlichen (alle Angaben in mm) .
In Fig. 2 ist ein typischer Strahlengang in dem in Fig. 1 dargestellten Sensor in horizontaler Lage dargestellt. Ein vom Laser 02 emittierter und durch eine Mikrooptik geformter Ringlichtstrahl 14 wird nach dem Übergang in die lichtdurchlässige Deckschicht 08 zweimal total reflektiert. Die erste Total ¬ reflexion findet an der Mantelfläche des Ablenkelementes 09 statt (Grenzfläche: Deckschicht 08 - Flüssigkeit 11 im Ablenk ¬ element 09) . Die zweite Totalreflexion findet an der Grenz ¬ fläche 12 (Flüssigkeit 11 - Luft 13) statt. Nach der zweiten Totalreflexion gelangt die reflektierte Strahlung 14' auf die Photodioden 03, 04 bzw. auf die anderen Bereiche eines absorbierenden Bodens in der Strahler-Empfänger-Einheit 01. Wird der Sensor geneigt, verändert die Flüssigkeitsoberfläche ihre Lage zur Fläche der ersten Totalreflexion am Ablenkelement 09 bzw. die Lage zur Bezugsebene 06. Es resultiert der Messef ¬ fekt: Die Photoströme der beiden Photodioden 03, 04 kommen in einem gegenläufigen Betrag aus dem Gleichgewicht. Als Sensorsignal kann die Differenz der beiden Photoströme herangezogen werden . Es ist darauf hinzuweisen, dass bei abgewandelten Ausführungs ¬ formen die erste Totalreflexion durch eine optisch Beugung oder Brechung ersetzt werden kann, um den Auftreffwinkel des Lichtstrahls auf die Grenzfläche 12 in der Weise einzustellen, dass in allen Betriebslagen des Sensors dort eine Totalrefle ¬ xion sichergestellt ist. Beispielsweise lässt sich dies mit einer in die Mikrooptik der Strahler-Empfänger-Einheit Ol integrierten Ablenkeinheit erreichen. Die Nutzung eines räum- lieh abgesetzten Ablenkelements gestattet jedoch eine beson ¬ ders flache Bauweise und in Y-Richtung eine geringe Ausdehnung des Sensors.
Fig. 3 zeigt eine beispielhafte Ausführungsform zweier diamet- ral angeordneter Sensorelemente 03 und 04. Die Sensorelemente
03 und 04 sind kreissektorförmig ausgebildet. Das Layout der beiden Sensorelemente 03, 04 wurde so gewählt, dass der äußere Radius der Segmente in etwa dem Radius der maximalen Bestrahlungsstärke des Ringlichtstrahls entspricht.
Fig. 4 zeigt eine abgewandelte Ausführungsform des Sensors, bei der eine von der Brechzahl her beliebige Flüssigkeit verwendet werden kann. Dazu ist das Volumen innerhalb des Ablenkelementes 09 mit einem Gas gefüllt oder mit Vakuum versehen. Dazu wird beispielsweise auf die Ablenkschicht 08 eine dünne Glasplatte 16 geklebt. Oberhalb dieser Glasplatte 16 kann dann eine beliebige Flüssigkeit eingefüllt werden. In der hier dargestellten Abbildung ist keine Flüssigkeit eingezeichnet. Der Strahlengang 14 in Fig. 4 zeigt, dass sich an der Grenzfläche 12' zwischen Glasplatte 16 und der Luftschicht
13 eine Totalreflexion einstellt. Damit kann diese Glasplatte mit einer beliebigen Flüssigkeit überschichtet werden, es kommt dann zur Totalreflexion an der Flüssigkeitsoberfläche und zum angestrebten Messeffekt. Die horizontale Lage der Detektoren 03, 04 muss der Brechzahl der Flüssigkeit und der Füllstandshöhe angepasst werden. Die Eigenschaften der Flüssigkeit wie Ausdehnungskoeffizient,
Gefrierpunkt, Temperaturabhängigkeit, Brechzahl, Dampfdruck, Viskosität, Absorptionskoeffizient, Alterung und so weiter müssen berücksichtigt und auf den jeweiligen Einsatzzweck des Sensors abgestimmt werden.
Fig. 5 zeigt den Verlauf der optischen Leistung auf den
Sensorelementen 03, 04 über einen Neigungswinkelbereich von 0 bis 0,3°. Dabei wurde die Sensorkennlinie für die Neigung um eine Achse aufgenommen. Die Bestrahlungsstärkeverteilung ist in der Ebene der Detektoren dargestellt. Dabei zeigt die untere Kurve den Verlauf der optischen Leistung auf dem Detektor 03, während die obere Kennlinie den Verlauf der optischen Leistung auf dem Detektor 04 zeigt. Die Neigung der Fläche 06 erfolgte dabei gegen den Uhrzeigersinn. Der Laser sendet eine optische Leistung von 1 mW aus. Im austarierten Zustand empfängt jeder der beiden Detektoren eine optische Leistung von ca. 61,4 yW. Dies entspricht bei einer Sensitivität von 0,6 A/W einem Photostrom von 36,84 μΑ. Prinzipiell wird als Sensorsignal die Differenz der Photoströme vom Detektor 03 und 04 vorgeschlagen. Es sei daran erinnert, dass mit dem Sensor
Neigungen um beide Achsen der Bezugsebene 06 bestimmt werden können, insbesondere durch Verwendung weiterer Detektoren, die um 90° verdreht angeordnet sind. Bezugszeichenliste :
01 Strahler-Empfänger-Einheit
02 vertikal emittierender Laser / Lichtquelle
03 erste Photodiode
04 zweite Photodiode
05 Ringlinse
06 Bezugsebene
07 lichtdurchlässige Deckschicht
08 lichtdurchlässige Ablenkschicht
09 Ablenkelement
10
11 Flüssigkeitsschicht
12 Grenzfläche
13 Luftschicht
14 Ringlichtstrahl
15
16 Glasplatte
Next Patent: NONWOVEN STORAGE FILTERS FOR GENERAL ROOM AND PROCESS VENTILATION AND AIR CONDITIONING TECHNOLOGY
