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Title:
OVERSPRAYING OF EMPTIES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1991/010514
Kind Code:
A1
Abstract:
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Desinfektion und Reinigung in der Lebensmittel- und Getr�nkeindustrie, wobei man ein an sich bekanntes Gleitmittel zur �berduschung von Leergut, Maschinen und/oder Maschinenteilen verwendet. Das Reinigungs- und Desinfektionsmittel auf der Basis von Aminen und gegebenenfalls �blichen Verd�nnungsmitteln oder Hilfs- bzw. Zusatzstoffen enth�lt mindestens ein sekund�res und/oder terti�res Amin und/oder ein Salz derartiger Amine, wobei der Anteil der Amine an der Gesamtformulierung 1 bis 100 Gew.-% betr�gt.

Inventors:
Falter, Wolfgang (Todtleger 23, Lichtenbusch, B-4731, BE)
Schmitz, Karl-heinz (H�gelstra�e 40, D�sseldorf 13, D-4000, DE)
Application Number:
PCT/EP1991/000017
Publication Date:
July 25, 1991
Filing Date:
January 07, 1991
Export Citation:
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Assignee:
Henkel, Kommanditgesellschaft Auf Aktien (DE)
Falter, Wolfgang (Todtleger 23, Lichtenbusch, B-4731, BE)
Schmitz, Karl-heinz (H�gelstra�e 40, D�sseldorf 13, D-4000, DE)
International Classes:
A23G9/30; A61L2/18; B08B3/08; C10M133/04; C10M173/02; C11D1/40; C11D3/30; C11D3/48; (IPC1-7): B08B3/08; C10M133/04; C11D1/40; C11D3/30
Attorney, Agent or Firm:
Henkel, Kommanditgesellschaft Auf Aktien (TFP-Patentabteilung, D�sseldorf, D-40191, DE)
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Claims:
P a t e n t a n s p r ü c h e
1. Verfahren zur Desinfektion und Reinigung in der Lebensmittel und Getränkeindustrie, dadurch gekennzeichnet, daß man ein an sich bekanntes Gleitmittel auf Basis von A inen und gegebenenfalls üb¬ lichen Verdünnungsmitteln oder Hilfs bzw. Zusatzstoffen, das min¬ destens' ein sekundäres und/oder tertiäres Amin und/oder ein Salz derartiger Amine enthält, wobei der Anteil der Amine an der Gesamt¬ formulierung 1 bis 100 Gew.% beträgt, zur Überduschung von Leergut, Maschinen und/oder Maschinenteilen verwendet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Leergut Getränkeflaschen, insbesondere Glasflaschen oder Kunststoffflaschen, Dosen, Gläser, Fässer und/oder Getränkecontainer überduscht.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Maschinenteile KronkorkenStempel, FüllerStempel, Depalettierer und/oder Palettierer überduscht.
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens ein sekundäres Amin der allgemeinen Formeln (Ia) oder (Ib) RNHR1 (Ia) RN+H Rl X (Ib) einsetzt, wobei die Reste R und R* jeweils unabhängig voneinander bedeuten: einen substituierten oder unsubstituierten, linearen oder ver¬ zweigten, gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten Alkylrest mit 6 bis 22 CAtomen, der als Substituenten minde¬ stens einen Amin, Imin, Hydroxy, Halogen und/oder Carboxy rest aufweisen kann, einen substituierten oder unsubstituierten Phenylrest, der als Substituenten mindestens einen Amin, Imin, Hydroxy, Halo¬ gen, Carboxy und/oder einen linearen oder verzweigten, ge¬ sättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten Alkylrest mit 6 bis 22 CAtomen aufweisen kann, und X" ein Anion aus der Gruppe Amidosulfonat, Nitrat, Halogenid, Sulfat, Hydrogencarbonat, Carbonat, Phosphat oder R2C00" bedeutet, wobei der Rest R2 für Wasserstoff, einen substituierten oder unsubstituierten, linearen oder ver¬ zweigten Alkylrest mit 1 bis 20 CAtomen oder Alkenylrest mit 2 bis 20 CAtomen, die als Substituenten mindestens einen Hydroxy, Amin oder Iminrest aufweisen können, oder einen substituierten oder unsubstituierten Phenylrest, der als Substituenten einen Alkylrest mit I bis 20 CAtomen aufweisen kann, steht.
5. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens, ein sekundäres Diamin der allgemeinen Formeln (Ila), (Ilb) oder (IIc) RNH(CH2)3NH2 (Ila) RNH (CH2)3N+H3 X ( I I b ) RN+H2 (CH2)3N+H3 2X" ( I Ic) einsetzt, wobei die Reste R und X" jeweils die für die allgemeinen Formeln (Ia) und (Ib) angegebenen Bedeutungen haben.
6. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens ein tertiäres Amin der allgemeinen Formeln (lila) oder (Illb) RNR3R4 (πia) RN+HR3R4 X (Illb) einsetzt, wobei die Reste R und X" jeweils die für die allgemeinen Formeln (Ia) und (Ib) angegebenen Bedeutungen haben und die Reste R3 und R4 jeweils unabhängig voneinander bedeuten: einen substituierten oder unsubstituierten, linearen oder ver¬ zweigten Alkylrest mit 1 bis 20 CAtomen oder Alkenylrest mit 2 bis 20 CAtomen, die als Substituenten mindestens einen Hydroxy, Amin oder Iminrest aufweisen können, oder einen substituierten oder unsubstituierten Phenylrest, der als Substituenten einen Alkylrest mit 1 bis 20 CAtomen aufweisen kann.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß man min¬ destens ein tertiäres Amin der allgemeinen Formeln (IVa) oder (IVb) RN(CH3)2 (IVa) RN+H(CH )2 X (IVb) einsetzt, wobei die Reste R und X" jeweils die für die allgemeinen Formeln (Ia) und (Ib) angegebenen Bedeutungen haben.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekenn¬ zeichnet, daß die Reste R, R , R2, R3, R4 und X" in den allgemeinen Formeln die folgenden Bedeutungen aufweisen: R und R1 stehen jeweils unabhängig voneinander für einen line¬ aren oder verzweigten, gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten Alkylrest mit 12 bis 18 CAtomen, R3 und R4 stehen jeweils unabhängig voneinander für einen li¬ nearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 6 CAtomen oder Alkenylrest mit 2 bis 6 CAtomen, X" steht für den Rest R2C00", wobei R2 Wasserstoff, CH3, H0CH2 oder CH3CH(0H) bedeutet.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekenn¬ zeichnet, daß man 5 bis 40 Gew.%, insbesondere 10 bis 20 Gew.%, an Aminen und 95 bis 60 Gew.%, insbesondere 90 bis 80 Gew.%, Wasser und/oder Hilfs bzw. Zusatzstoffe, jeweils bezogen auf die Gesamtformulierung, einsetzt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß man als Hilfs bzw. Zusatzstoff Lösungsvermittler einsetzt.
11. Verfahren nacch Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß man als Hilfs bzw. Zusatzstoff nichtionische und/oder anionische Tenside einsetzt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 11, dadurch gekenn¬ zeichnet, daß man einen pHWert im Bereich von 4 bis 11, vorzugs¬ weise im Bereich von 5 bis 8, einstellt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 11, dadurch gekenn¬ zeichnet, daß man eine dynamische Viskosität von weniger als 300 mPa.s, vorzugsweise im Bereich von 20 bis 100 mPa.s einstellt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 13, dadurch gekenn¬ zeichnet, daß man a) 2 bis 10 Gew.% eines sekundären Amins der allgemeinen Formeln (Ilb) und/oder (IIc), b) 2 bis 10 Gew.% eines tertiären Amins der allgemeinen Formeln Illb) und/oder (IV)b, c) Rest: Wasser und gegebenenfalls Hilfs bzw. Zusatzstoffe, einsetzt, wobei die Komponenten a und b im Gewichtsverhältnis von a zu b wie 1 : 2 bis 3 : 1, vorzugsweise 2 : 1, vorliegen.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekenn¬ zeichnet, daß man das Reinigungs und Desinfektionsmittel daneben für die Schmierung als Kettengleitmittel für automatische Ketten und Bandschmieranlagen einsetzt.
Description:
Leerqutüberduschunq

Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung eines Schmier¬ mittels auf Basis von A inen und gegebenenfalls üblichen Verdün¬ nungsmitteln oder Hilfs- bzw. Zusatzstoffen, welches mindestens ein sekundäres und/oder tertiäres Amin und/oder Salze derartiger Amine enthält zur Überduschung von Leergut, Maschinen und/oder Maschinen¬ teilen zur Reinigung und Desinfektion in der Lebensmittel- und Ge¬ tränkeindustrie.

Insbesondere finden die erfindungsgemäßen Schmiermittel hier Ver¬ wendung zum Reinigen und Desinfizieren von Leergut, vorzugsweise Getränkeflaschen, Glas- und Kunststoffflaschen, Dosen, Gläser, Fässer und Getränkecontainer (KEG) sowie Maschinen und Maschinen¬ teilen.

Die Hygieneketten in der Ernährungsindustrie werden durch verlän¬ gerte Distributions- und Verteilwege immer länger. Daher muß der Hygiene bei der Verarbeitung und Verpackung von Lebensmitteln immer mehr Bedeutung zugemessen werden. Besonders problematisch sind Mehrwegsysteme, wie sie z.B. in der Getränkeindustrie schon lange weltweit praktiziert werden, da von dem zurückgenommenen Leergut eine große Infektionsgefahr ausgeht. Durch die Übertragung von

Mikroorganismen aus der Luft des Abfüll- und Verpackungsraums auf das gereinigte Leergut und auf den Maschinenpark, insbesondere die

Abfüllmaschine selbst, kann das abzufüllende Nahrungsmittel infi¬ ziert werden.

Desinfektionsmaßnahmen an der Abfüllmaschine selbst sind während des Betriebs problematisch, da das Desinfektionsmittel die Origi-

nalität des Nahrungsmittels beeinträchtigen kann. Es müssen daher Vorbeugungsmaßnahmen getroffen werden, um möglichst wenig Keim¬ material von außen in den Abfüllprozeß zu schleppen. Sinnvoll ist daher eine Reduktion des Keimgehaltes schon an dem Ort, wo das in¬ fizierte Leergut in den Abfüllraum geführt wird.

Zu diesem Zwecke sind Leergutüberdüsungssyste e zur Reduktion des Luftkeimgehaltes bekannt. Es wird ein Wasser-Desinfektionsmittel¬ gemisch auf das in die Abfüllhalle einkommende Leergut gesprüht. Die Zeit, die das Desinfektionsmittel besitzt, bis es in der zen¬ tralen Reinigungsmaschine wieder abgeduscht wird, ist ausreichend, um eine deutliche Keimreduktion zu erzielen. Die anhaftenden Desin¬ fektionsmittelreste werden dann durch die Flaschenwäsche wieder vollständig entfernt. Technisch vermeidbare Desinfektionsmittel¬ rückstände sind somit ausgeschlossen.

Obwohl diese Idee sicher eine hygienische Teilmaßnahme darstellt, hat dieses Konzept seit seiner Einführung keine große Akzeptanz gefunden. Prinzipielle Nachteile des Standes der Technik zur Leer- gutüberduschung sind:

- sehr hoher apparativer Aufwand;

- Verschlechterung der Arbeitssicherheit durch zusätzliches Des¬ infektionsmittel direkt am Arbeitsplatz (Arbeitssicherheit - handling von Kanistern, Verwechslungsgefahr, MAK-Werte);

- Verschlechterung des Prozeßablaufs durch Reaktion des Desin¬ fektionsmittels mit Inhaltsstoffen der Additive in der Reini¬ gungsmaschine;

- Verschlechterung der Gesamtökologie durch zusätzliche Abwasser¬ belastung durch mittel bis stark wassergefährdende Desinfek¬ tionsmittel;

- im Verhältnis zum Aufwand geringer Effekt.

Aufgabe des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es, diese Nachteile des derzeitigen Standes der Technik mit den positiven Hygiene- Aspekten der Leergutüberduschung zu verknüpfen.

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit insbesondere ein Verfahren zur Desinfektion und Reinigung in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man ein an sich bekanntes Gleitmittel einsetzt. Hierbei handelt es sich um ein Mittel auf der Basis von Aminen und gegebenenfalls üblichen Ver¬ dünnungsmitteln oder Hilfs- bzw. Zusatzstoffen, das mindestens ein sekundäres und/oder tertiäres Amin und/oder ein Salz derartiger Amine enthält, wobei der Anteil der Amine an der Gesamtformulierung 1 bis 100 Gew.-% beträgt. Mit diesen Mitteln werden Leergut, Ma¬ schinen und/oder Maschinenteile überduscht.

Zu diesem Zweck kann dann das normale Sprüh- und VerteilSystem für Kettengleitmittel erweitert werden. Derartige Kettengleitmittel sind in der älteren deutschen Patentanmeldung P 39 05 548.5 be¬ schrieben. Diese eignen sich in der für die Transportbandschmierung erforderlichen Konzentration auch für die Leergutüberduschung. Die Wirksamkeit dieser Mittel ist überraschenderweise nicht nur auf die Applikation in zentralen Transportbandsystemen beschränkt. Bei An¬ wendung zur Leergutüberduschung zeigten sich gegenüber den herkömm¬ lichen Alternativen große Verfahrensvorteile.

Zur Anwendung der Kettengleitmittellösung zur Leergutüberduschung sei die notwendige Ausführung beispielhaft an einem Flaschenkeller der Getränkeindustrie erläutert. Das in den Flaschenkeller auf Pa¬ letten hereinkommende Leergut wird depalettiert. Die so vereinzel¬ ten Getränkekästen mit schmutzigem Leergut können über separate Düsenstöcke, die an das vorhandene zentrale Schmiermittelsystem angeflanscht sind, beaufschlagt werden. Vorteilhaft für Getränke-

kästen hat sich eine versetzte Anordnung von zwei Düsenstöcken bewährt. Diese sind mit jeweils drei Düsen zur Überduschung und einem Durchsatz von ca. 20 1/h zur Überschwallung der Kästen und des Mündungsbereichs der Flaschen und mit je zwei Düsen zur seit¬ lichen Besprühung der Kästen ausgestattet. Die seitlichen Düsen benötigen eine geringere Kapazität von etwa 8 bis 10 1/h. Somit ergibt sich ein Gesamtverbrauch von etwa 160 1/h je Kastenlinie. Bei einer Konzentration von etwa 0,2 bis 0,4 %, bezogen auf übliche Schmiermittel- bzw. Desinfektionsmittelkonzentrate, die beispiels¬ weise 15 Gew.-% Wirksubstanz enthalten, ergibt sich insgesamt ein sehr geringer Chemikalienbedarf von nur 0,32 bis 0,64 1/h.

Zu beachten ist gegebenenfalls die Dosierart des Kettengleitmit¬ tels. Bei Betrieben, die die Bandschmierlösung kontinuierlich applizieren, kann die Versorgung der Leergutüberduschung an belie¬ biger Stelle abgezweigt werden, bei alternierendem Puls-Pause-Be¬ trieb muß vor dem Taktventil die Lösung in einer separaten Leitung zur Überduschungsstation geführt werden. In diesem Fall muß der Düsenstock mit einem separaten Magnetventil versehen werden, das mit dem Bandvortrieb synchron geschaltet ist. Im Fall der konti¬ nuierlichen Kettengleitmitteldosage kann dieses zusätzliche Ventil entfallen. Im Vergleich zum Stand der Technik sind die Kosten für eine solche Modifikation sehr gering bei deutlicher Verbesserung des Hygienestandards.

Die Vorteile dieses neuen Systems zur Leergutüberduschung mit einem bekannten Kettengleitmittel liegen auf der Hand:

sehr geringer zusätzlicher apparativer Aufwand; - zusätzliche Düsenstöcke mit Zuleitung bei Dauerdosage des Schmiermittels;

Verbesserung der Arbeitssicherheit;

- die Kettengleitmittellösung wird üblicherweise automatisch über eine mengenproportionale Dosierstation im gesamten

Flaschenkeller an die Verbrauchsorte verteilt. Es entfällt daher das handling von Kanistern, da die Kettengleitmittel in Fässern, Containern oder Tankzügen angeliefert und auto¬ matisch ohne manuellen Kontakt dosiert werden;

- keine Verwechslungsgefahr, wenn ein Produkt für verschiedene Anwendungen verwendet wird;

- die verwendeten Produkte sind ökologisch besonders vorteil¬ haft und zeichnen sich inbesondere durch geringe Abwasser¬ belastung aus: pH-neutral, P-frei, nitratfrei, komplexie- rungsmittelfrei, geringer CSB-Wert (chemischer Sauerstoff-Bedarf) (280 mg/g), keine Lösevermittler, geringe Wassergefährdung, da Wassergefährdungsklasse 1 = wenig wassergefährdend; zusätzliche anwendungstechnische Vorteile:

- Abbau von Verunreinigung im Sprüh- und VerteilSystem;

- geeignet für alle bekannten Materialien, wie Glas, Kunst¬ stoff (PET, PC, PVC, PE, PP, etc.) und Metalle;

- hohe Reinigungsaktivität, Schleimbildner werden aktiv ab¬ gebaut;

- C02~unabhängig, daher besonders für kohlensaure Getränke ge¬ eignet;

- Wirksamkeit weitgehend pH-Wert-unabhängig;

- wasserqualitätsunabhängig, sowohl Wasserhärte- als auch an- ionenunabhängig;

- für harte, weiche, enthärtete Wässer geeignet, Wassertem¬ peratur-unabhängig;

- Produkte sind schaumfrei, aktiv korrosionsinhibierend, ge¬ ruchlos, Konzentration einfach bestimmbar und damit univer¬ sell einsetzbar;

die durch dieses erfindungsgemäße Verfahren erzielte Verbesse¬ rung des Hygiene-Standards steht in einem sehr positiven Ver¬ hältnis zum apparativen und damit finanziellen Aufwand.

Insgesamt bietet die vorliegende Erfindung einen Vorteil bei der Vermeidung sekundärer Reinfektionsquellen. Die Anwendung des Ver¬ fahrens im Flaschenkeller wurde dabei nur beispielhaft am Beispiel Leergutüberduschung im Flaschenkeller eines Getränkgeabfüllbetriebs gewählt, da dort zur Zeit der Marktbedarf und die Reinfektionsge- fahr am größten sind. Nach gleicher Bauart können aber auch alle anderen sekundären Reinfektionsquellen preiswert und erfolgreich nach diesem erfindungsgemäßen Verfahren eliminiert werden. Bei¬ spielhafte Anwendungen sind: Leergutüberduschung im Flaschen- und Faßkeller, Leergutüberduschung KEG- und Containeranlage, Reinigung und Desinfektion von Kronkorken-Stempel, Füller-Stempel und De- palettierer, Palettierer.

Ein weiteres bevorzugtes Anwendungsgebiet des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Außenreinigung und Desinfektion über ein zen¬ trales Niederdruckschaumsystem. In Nahrungsmittelbetrieben werden immer häufiger Niederdruckschaumsysteme zur Außenreinigung von Apparaten und Maschinen verwendet. Dabei werden sowohl mobile als auch zentrale Dosierstationen mit Satelliten verwendet. Die zen¬ tralen Schaumsysteme sind teilweise mit fest installierten, auto¬ matischen Systemen ausgestattet, die nach Produktionsablauf oder in Pausen automatisch eine Außenreinigung der Maschinen und Anlagen in Gang setzen. Dabei wird ein komplettes Hygieneprogramm durchlaufen. Da in Abfü11betrieben der Getränkeindustrie, Milchwirtschaft u.a. Transportbänder mit zentraler "Schmiermittelversorgung" vorhanden sind, kann das erfindungsgemäße Verfahren auch in solchen Schaum¬ anlagen verwendet werden. Zur Verschäumung muß bei Bedarf die Luft-

ansaugöffnung der Geräte geöffnet werden oder ein spezieller Schaumverstärker zugesetzt werden. Derart ausgestattet kann der gesamte Abfüll- und Verpackungsbereich mit lediglich einem Hygieneprodukt ausgestattet und betrieben werden. Die Einsparungen und Verbesserungen der Hygiene- und Arbeitssicherheit sind sehr groß.

Die erfindungsgemäß einzusetzenden Reinigungs- und Desinfektions¬ mittel auf Basis von A inen und gegebenenfalls üblichen Verdün¬ nungsmitteln oder Hilfs- bzw. Zusatzstoffen enthalten mindestens ein sekundäres und/oder tertiäres Amin und/oder ein Salz derartiger Amine, wobei der Anteil der Amine an der Gesamtformulierung 1 bis 100 Gew.-% beträgt. Sie sind aus der älteren deutschen Patentanmel¬ dung P 3905 548.5 als Kettengleitmittel bekannt.

Gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird als Reinigungs- und Desinfektionsmittel mindestens ein sekundäres Amin der allgemeinen Formeln (Ia) oder (Ib)

R-NH-R 1 (Ia) R-N+H2-R 1 X- (Ib)

eingesetzt, wobei die Reste R und R- jeweils unabhängig voneinander bedeuten:

- einen substituierten oder unsubstituierten, linearen oder ver¬ zweigten, gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen, der als Substituenten minde¬ stens einen Amin-, Imin-, Hydroxy-, Halogen- und/oder Carboxy- rest aufweisen kann,

- einen substituierten oder unsubstituierten Phenylrest, der als Substituenten mindestens einen Amin-, Imin-, Hydroxy-, Halo¬ gen-, Carboxy- und/oder einen linearen oder verzweigten, ge-

sättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen aufweisen kann, und X' ein Anion aus der Gruppe Amidosulfonat, Nitrat, Halogenid, Sulfat, Hydrogencarbonat, Carbonat, Phosphat oder

R2-C00-

bedeutet, wobei der Rest R 2 für

- Wasserstoff,

- einen substituierten oder unsubstituierten, linearen oder ver¬ zweigten Alkylrest mit 1 bis 20 C-Atomen oder Alkenylrest mit 2 bis 20 C-Atomen, die als Substituenten mindestens einen Hydroxy-, Amin- oder Iminrest aufweisen können, oder

- einen substituierten oder unsubstituierten Phenylrest, der als Substituenten einen Alkylrest mit 1 bis 20 C-Atomen aufweisen kann, steht.

In den vorstehend genannten allgemeinen Formeln (Ia) und (Ib) kom¬ men als Substituenten R und R* somit die folgenden Reste in Frage: n-Hexyl, n-Heptyl, n-Octyl, n-Nonyl, n-Decyl, n-Undecyl, n-Dodecyl, n-Tridecyl, n-Tetradecyl, n-Pentadecyl, n-Hexadecyl, n-Heptadecyl, n-Octadecyl, n-Nonadecyl, n-Eicosyl, n-Uneicosyl und n-Docosyl so¬ wie die verzweigtkettigen Isomere der genannten Alkylreste. An¬ stelle der gesättigten Alkylreste können R und R- auch die ent¬ sprechenden - einfach oder mehrfach - ungesättigten Alkylreste be¬ deuten, die gleichfalls linear oder verzweigt sein können. Die vorstehend angeführten Reste können auch substituiert sein, wobei als Substituenten eine oder mehrere Amin-, Imin-, Hydroxy-, Halo¬ gen- oder Carboxygruppen in Frage kommen. Darüber hinaus können die Reste R und R 1 auch Phenylreste bedeuten, die gleichfalls mit einer oder mehreren Amin-, Imin-, Hydroxy-,. Halogen- oder Carboxygruppen

substituiert sein können. Auch Alkylphenylreste kommen für R und R- in Frage, wobei der Alkylrest 6 bis 22 C-Atome enthalten und gleichfalls linear oder verzweigt, gesättigt oder einfach oder mehrfach ungesättigt sein kann. Als Halogensubstituenten sind in allen Fällen Chlor oder Brom bevorzugt.

Als Beispiele für sekundäre Amine vom Typ der allgemeinen Formel (Ia), die im Rahmen der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden, seien genannt: Dicocosfettalkyl-amin, Distearyl-amin und Ditalg- fettalkyl-amin.

Als Anion X" kommen - neben den bereits angeführten anorganischen Anionen - auch Anionen organischer Säuren vom Typ R 2 -C00~ in Frage. Der Rest R 2 kann hierbei auch Wasserstoff und niedere Alkyl- bzw. Alkenylreste bedeuten; im übrigen gelten hierfür die vorstehenden Erläuterungen zu R und R- in analoger Weise.

Als Beispiele für organische Anionen X" vom Typ R 2 -C00" seien ge¬ nannt: Formiat, Acetat, Oleat, Glycolat, Lactat, Gluconat, Benzoat und Salicylat.

Als Beispiele für sekundäre Amine vom Typ der allgemeinen Formel (Ib), die gleichfalls im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevor¬ zugt eingesetzt werden, kommen die vorstehend angeführten Verbin¬ dungen vom Typ der allgemeinen Formel (Ia) in Form ihrer Salze mit den zuvor genannten organischen Anionen in Frage.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält das einzusetzende Reinigungs- und Desinfektionsmittel min¬ destens ein sekundäres Diamin der allgemeinen Formeln (Ila), (Ilb) oder (IIc)

R-NH- (CH 2 )3NH 2 (Ha)

R-NH-(CH 2 ) 3 N + H 3 x- ( I I b)

R-N + H2-(CH 2 )3-N + H 3 2X" ( IIc)

wobei die Reste R und X" jeweils die vorstehend für die allgemeinen Formeln (Ia) und (Ib) angegebenen Bedeutungen haben.

Als Beispiele für sekundäre Diamine vom Typ der allgemeinen Formeln (Ha), (IIb) und (IIc), die im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugt sind, seien genannt: N-Lauryl-propylendiamin und N- Talgfettalkyl-propylendiamin, jeweils in Form der freien Amine so¬ wie in Form der Acetat-Salze.

Gemäß einer dritten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird mindestens ein tertiäres Amin der allgemeinen Formeln (lila) oder (Illb)

R-NR 3 R 4 (lila)

R-N + HR 3 R 4 X" (Illb)

eingesetzt, wobei die Reste R und X" jeweils die für die allge¬ meinen Formeln (Ia) und (Ib) angegebenen Bedeutungen haben und die Reste R3 und R 4 jeweils unabhängig voneinander bedeuten: - einen substituierten oder unsubstituierten, linearen oder ver¬ zweigten Alkylrest mit 1 bis 20 C-Atomen oder Alkenylrest mit 2 bis 20 C-Atomen, die als Substituenten mindestens einen Hydroxy-, Amin- oder Iminrest aufweisen können, oder

- einen substituierten oder unsubstituierten Phenylrest, der als Substituenten einen Alkylrest mit 1 bis 20 C-Atomen aufweisen kann.

Für die Reste R 3 und R 4 gelten wieder sinngemäß diejenigen Erläu¬ terungen, die vorstehend im Zusammenhang mit den Resten R und R- gemacht worden sind.

Als Beispiele für tertiäre Amine vom Typ der allgemeinen Formeln (lila) und (Illb), die im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevor¬ zugt sind, seien genannt: N,N-Dipropyl-N-laurylamin und das ent¬ sprechende Acetat-Salz.

Im Rahmen dieser dritten Ausführungsform ist es ferner bevorzugt, daß mindestens ein tertiäres Amin der allgemeinen Formeln (IVa) oder (IVb)

R-N(CH 3 ) 2 (IVa)

R-N + H(CH 3 ) 2 X- (IVb)

eingesetzt wird, wobei die Reste R und XT jeweils die für die all¬ gemeinen Formeln (Ia) und (Ib) angegebenen Bedeutungen haben.

Als Beispiele für tertiäre Amine vom Typ der allgemeinen Formeln (IVa) und (IVb), die im Rahmen der Erfindung gleichfalls bevorzugt sind, seien genannt: N,N-Dimethyl-N-laurylamin, N,N-Dimethyl-N- hexadecylamin, N,N<-Dimethyl-N-cocosfettalkylamin, N,N-Dimethyl-N- cetylamin sowie die entsprechenden Acetat-Salze.

Sekundäre und tertiäre Amine, die den vorstehend angegebenen all¬ gemeinen Formeln entsprechen, können nach literaturbekannten Ver-

fahren hergestellt werden und werden im übrigen auch zum Teil als Handelsprodukte angeboten, beispielsweise von der Firma Hoechst AG, Frankfurt am Main, Deutschland, unter der Bezeichnung GENAMIN R oder von der Firma Lonza, Basel, Schweiz, unter der Bezeichnung L0NZABAC R 12.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden sekundäre und/oder tertiäre Amine der vorstehend angeführten allgemeinen Formeln (Ia) bis (IVb) eingesetzt, wobei die Reste R, R- , R 2 , R 3 , R 4 und X" die folgenden Bedeutungen aufweisen:

- R und R- stehen jeweils unabhängig voneinander für einen line¬ aren oder verzweigten, gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten Alkylrest mit 12 bis 18 C-Atomen,

- R 3 und R 4 stehen jeweils unabhängig voneinander für einen li¬ nearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 6 C-Atomen oder Alkenylrest mit 2 bis 6 C-Atomen,

- X" steht für den Rest R 2 -C00", wobei R 2 Wasserstoff, CH -, H0-CH - oder CH 3 -CH(0H)- bedeutet.

Im Sinne der Erfindung sind ferner solche Mittel bevorzugt, die 5 bis 40 Gew.-%, insbesondere 10 bis 20 Gew.-%, an sekundären und/oder tertiären Aminen und/oder Salzen derartiger Amine so¬ wie

95 bis 60 Gew.-%, insbesondere 90 bis 80 Gew.-%, Wasser als Ver¬ dünnungsmittel und gegebenenfalls Hilfs- bzw. Zusatzstoffe, jeweils bezogen auf die Gesamtformulierung, enthalten.

Die einzusetzenden Mittel zeigen in Form ihrer wäßrigen Lösungen entweder Klarlöslichkeit oder Opaleszenz.

Als Hilfs- und/oder Zusatzstoffe im Sinne der vorliegenden Erfin¬ dung kommen insbesondere Lösungsvermittler in Betracht, beispiels-

weise Alkohole, Polyalkohole, Ether oder Polyether, insbesondere Isopropanol, Butylglykol, Butyldiglykol oder Ethylenglykolether. Die Menge des zu verwendenden Lösungsvermittlers richtet sich im Einzelfall nach dem eingesetzten Amin, der Fachmann wird im Ein¬ zelfall die erforderliche Menge an Lösungsvermittler durch Auspro¬ bieren ermitteln. Im allgemeinen sind Zusätze an Lösungsvermittler im Bereich von 5 bis 20 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtformulierung, hinreichend.

Als Hilfs- und/oder Zusatzstoffe im Sinne der vorliegenden Erfin¬ dung kommen ferner insbesondere nichtionische und/oder anionische Tenside in Betracht, beispielsweise alkoxylierte Fettamine, Fett¬ alkohole, alkoxylierte Fettalkohole und in hydrophilen Lösungsmit¬ teln lösliche Alkylbenzolsulfonate. Im allgemeinen sind Tensid- Zusätze im Bereich von 5 bis 10 Gew.-%, bezogen auf die Gesamt¬ formulierung, hierfür ausreichend.

Die erfindungsgemäß einzusetzenden Mittel weisen vorzugsweise einen pH-Wert im Bereich von 4 bis 11, insbesondere im Bereich von 5 bis 8, auf. Sofern der pH-Wert nicht bereits in diesem Bereich liegt, kann er durch Zugabe einer Säure, vorzugsweise einer Säure mit dem vorstehend definierten Anion X", beispielsweise mit Essigsäure oder Ameisensäure, auf den gewünschten Wert eingestellt werden.

Im Sinne der Erfindung ist es ferner bevorzugt, daß die Mittel eine dynamische Viskosität von weniger als 300 mPa.s, insbesondere von weniger als 150 mPa.s und besonders bevorzugt im Bereich von 20 bis 100 mPa.s - jeweils ' bei 20 °C - aufweisen. Eine gesonderte Einstel¬ lung der Viskosität auf die genannten Werte ist im allgemeinen nicht erforderlich bzw. erfolgt gegebenenfalls durch Zusatz geeig¬ neter Mengen des Verdünnungsmittels Wasser oder eines Lösungsver¬ mittlers.

Die erfindungsgemäßen Mittel lassen sich durch einfaches Vermischen der Aminkomponenten, gegebenenfalls unter Zusatz von Wasser und der genannten Hilfs- bzw. Zusatzstoffe, herstellen.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthalten die einzusetzenden Mittel: a) 2 bis 10 Gew.-% eines sekundären Amins der allgemeinen Formeln (Ilb) und/oder (IIc), b) 2 bis 10 Gew.-% eines tertiären Amins der allgemeinen Formeln (Illb) und/oder (IV)b, c) Rest: Wasser und gegebenenfalls Hilfs- bzw. Zusatzstoffe, wobei die Komponenten a und b im Gewichtsverhältnis von a zu b wie 1 : 2 bis 3 : 1, vorzugsweise 2 : 1, vorliegen.

Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung der vorstehend beschriebenen Mittel in Form einer 5 bis 40 Gew.-%igen, vorzugsweise 1 bis 10 Gew.-%igen, wäßrigen Lösung als Reinigungs¬ und Desinfektionsmittel in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.

Die erfindungsgemäßen Produkte verursachen keine Spannungsrißkorro¬ sion und können daher für PET und PC-Gebinde problemlos eingesetzt werden. (PET = Polyethylenterephthalat, PC= Polycarbonat). Beson¬ ders bevorzugt für klar-wasserlösliche Konzentrate sind pH-Werte < 8,5.

Ausführunαsbeispiel

Die nachfolgenden Testergebnisse zeigen die Wirkung der Reinigungs¬ und Desinfektionsmittel bei einer Reihe von Mikroorganismen, die in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie häufig vorkommen.

Versuchsbedinqunqen

Das Mittel wurde in den Einsatzkonzentrationeπ von 0,15 und 0,3 % bei Einwirkungszeiten von 10 Minuten im Suspensionstest gegenüber getränkeschädlichen Bakterien und Hefen getestet. Die Einwirkungs¬ temperaturen lagen entsprechend der Praxisverhältnisse bei 10 °C und 20 °C. Bei den Versuchen bei 10 °C wurde zusätzlich eine or¬ ganische Belastung (3 % Zusatz einer 10 %igen Bierwürze) berück¬ sichtigt. Bei dieser Temperatur wurden die Teststämme in der lag- Phase eingesetzt, während die Versuche mit Einwirkungstemperaturen von 20 °C mit logarithmisch wachsenden Zellen durchgeführt wurden. Die Ausgangskeimzahlen wurden auf 10^ bis 10* Zellen pro Milliliter eingestellt. Zur genauen Ermittlung der Keimzahlen wurden Verdün¬ nungsreihen mittels NBB- bzw. OFS-Agar-Gußplatten bzw. entsprechen¬ de Membranfilterkulturen angesetzt. Der Nachweis auf überlebende Keime erfolgte duch Membranfiltration der gesaraten Testlösung nach erfolgter Desinfektionsmittelinaktivierung.

Eingesetzt wurde ein 15 Gew.-%iges wäßriges Konzentrat von Lauryl- propylendiammoniumacetat, das entsprechend verdünnt wurde. Das Schema des Suspensionstests gibt die Versuchsdurchführung wieder (Seite 32).

Bedeutung der Testorαanismen

Bei den Hefen wurden sowohl bierschädliche, als auch limonaden¬ schädliche Teststämme berücksichtigt. Dabei handelt es sich aus¬ schließlich um Originalisolate aus der Praxis. Diese Stämme hatten sich bei früheren Versuchen meist als sehr resistent gegenüber Des¬ infektionsmaßnahmen erwiesen. Die Ergebnisse können daher als reprä

ERSATZBLATT

sentativ auch für den Abtötungserfolg gegenüber anderen, in der Getränkeindustrie auftretenden Hefearten angesehen werden.

Als bierschädliche Art wurde Saccharomyces cerevisiae subsp. dia- staticus überprüft. Der vorliegende Stamm neigt relativ stark zur Ausbildung von Ascosporen, die höhere Resistenzen aufweisen als die vegetativen Zellen. Diese übervergärende Hefe ist wesentlich wider¬ standsfähiger als Kulturhefen und vergleichbar mit anderen in der Brauerei auftretenden Fremdhefen.

Als typische Schädlinge in der AFG-Branche wurden die drei Arten Saccharomyces cerevisiae, Zygosaccharomyces bailii und Hansenula anomala überprüft.

S. cerevisiae ist eine säuretolerante, fruchtspezifische Hefe, die sowohl Limonaden als auch Fruchtsäfte verderben kann. Sie bildet Ascosporen und kommt sehr häufig im Milieu der Getränkeherstellung vor.

Z. bailii ist ebenfalls sehr säuretolerant und ist zusätzlich auch sehr unempfindlich gegenüber Konservierungsstoffen (Benzoesäure, Sorbinsäure, Ameisensäure). Die Art zeichnet sich noch zusätzlich durch eine hohe Osmotoleranz aus, so daß auch Infektionen in Fruchtkonzentraten und Zuckersirupen möglich sind. Z. bailii bildet ebenfalls Ascosporen und gehört zu den widerstandsfähigsten Hefen der Getränkeindustrie. Die Art ist vor allem in der Fruchsaft- branche von Bedeutung und wirkt sich bei Infektionen ähnlich aus wie S. cerevisiae.

Bei den beiden Arten werden also nicht nur Geschmacks- und Geruchs¬ fehler hervorgerufen, sondern auch hohe C0 2 -Drucke bis hin zu Bomba-

gen sowie Trübungsinstabilitäten infolge von pektolytischer Aktivi¬ tät.

Hansenula anomala ist sowohl in der Brauerei als auch in der AFG- Branche ein häufiger Kontaminant. Diese Art tritt aber nur in stil¬ len Getränken als Schädling in Erscheinung, so z.B. in Fruchsäften, wo durch die Bildung von Amylacetat und anderen unerwünsachten Stoffwechselprodukten äußerst unangenehme Geruchs- und Geschmacks¬ fehler hervorgerufen werden. H. anomala bildet ebenfalls Ascosporen und ist bei Desinfektionsmaßnahmen repräsentativ für die Abtötung von Kahmhefen.

Bei den Bakterien wurden die drei obligat bierschädlichen Arten Lactobacillus lindneri, Lactobacillus frigidus sowie Pedioccus dam- nosus getestet. Besonders die beiden Laktobazillen sind sehr wider¬ standsfähig gegenüber Desinfektionsmaßnahmen. L. lindneri weist eine hohe Resistenz gegenüber Desinfektionsmitteln auf. L. frigidus bildet Schleimkapseln und ist dadurch insgesamt besser geschützt. Diese drei Arten sind repräsentativ für die Abtötungseffizienz bei allen bierschädlichen Bakterien.

Als Vertreter der Gram-negativen Begleitflora wurde schließlich noch Enterobacter cloacae getestet. Diese Art bildet ebenfalls

Schleimkapseln und gehört deshalb zu den resistentesten Entero- bacteriaceen und ist deshalb auch als Maßstab für die Abtötung von Escherichia coli, Coliformen Bakterien und anderen Fäkalindikatoren zu bewerten.

Wirkung bei brauereispezifischen Mikroorganismen

Das Mittel zeigte sowohl bei bierschädlichen Hefen als auch bei bierschädlichen Bakterien und Enterobacter cloacae eine ausgezeich-

nete Wirkung. So konnte bei einer Gebrauchskonzentration von 0,3 % auch bei der kürzesten Einwirkungszeit von 10 Minuten bei allen Testorganismen ein 100 %iger Abtötungserfolg erzielt werden. Auch bei einer Konzentration von 0,15 % wurden die Keime quantitativ abgetötet.

Diese Ergebnisse wurden sowohl bei lag- als auch bei log-Phase- Kulturen erzielt und gelten auch für die Einwirkungstemperaturen von 10 und 20 °C. Auch eine organische Belastung von 3 % Würze in den Testlösungen beeinträchtigte den Abtötungserfolg nicht.

Wirkung bei Schädlingen der Fruchtsaftindustrie

Auch gegenüber getränkeschädlichen Hefen der AFG-Branche und Fruchtsaftindustrie wurde ein 100 %iger Abtötungserfolg erzielt. Diese Ergebnisse gelten sowohl für die bevorzugte Konzentration von 0,3 % als auch für die Konzentration von 0,15 %. Eine quantitative Abtötung wurde sowohl bei Kulturen der lag- als auch der log-Phase erzielt. Durch niedrigere Einwirkungstemperaturen von 10 °C und organische Belastung des Testsubstrates wurden keine Beeinträchti¬ gungen der Effizienz festgestellt.

Bewertung der Ergebnisse

Das getestete Desinfektionsmittel zeigte unter allen Testbedingun¬ gen und gegenüber allen getränkeschädlichen Testorganismen (Brau¬ erei und Getränkeindustrie) einen 100 %igen Abtötungseffekt.

Versuch

Keim: S. diastaticus S. diastaticus

Wachstumsphase/physiol. Zustand: log lag

Einwirkungstemperatur: 20 °C 10 °C

(+ org. Belastg.)

Ausgangskeimzahl/ml: 3,0 . 10 7 1,3 . 10 6

Konzentration: 0,15 %

Einwirkzeit 10 min: 0 0

Einwirkzeit 20 min: 0 0

Konzentration: 0,3 %

Einwirkzeit 10 min: 0 0

Einwirkzeit 20 min: 0 0

Keimreduzierung (%): 100 100

Versuch

(+ org. Belastg. )

Ausgangskeimzahl/ml: 5,0 . 10 6 2,4 . 10 6

Konzentration: 0,15 %

Einwirkzeit 10 min: 0 2

Einwirkzeit 20 min: 0 0

Konzentration: 0,3 %

Einwirkzeit 10 min: 0 0

Einwirkzeit 20 min: 0 0

Keimreduzierung (%): 100 100

Versuch

Keim: L. lindneri L. lindneri

Wachstumsphase/physiol. Zustand: log lag

Einwirkungstemperatur: 20 °C 10 °C

(+ org. Belastg.)

Ausgangskeimzahl/ml: 3,6 . 10 6 7,0 . 10 6

Konzentration: 0,15 %

Einwirkzeit 10 min: 0 0

Einwirkzeit 20 min: 0 0

Konzentration: 0,3 %

Einwirkzeit 10 min: 0 0

Einwirkzeit 20 min: 0 0

Keimreduzierung (%): 100 100

Versuch 7 8

Keim: P. damnosus P. damnosus

Wachstumsphase/physiol. Zustand: log lag

Einwirkungstemperatur: 20 °C 10 °C

(+ org. BeTastg.)

Ausgangskeimzahl/ml: 6,5 . 10? 2,5 . 10?

Konzentration: 0,15 %

Einwirkzeit 10 min: 0 0

Einwirkzeit 20 min: 0 0

Konzentration: 0,3 %

Einwirkzeit 10 min: 0 0

Einwirkzeit 20 min: 0 0

Keimreduzierung (%): 100 100

Versuch 9 10

Keimreduzierung (%): 100 100

Versuch 11 12

Ausgangskeimzahl/ml : 3,0 . 106 2,6 . lO?

Konzentration: 0,15 Einwirkzeit 10 min: 0 0 Einwirkzeit 20 min: 0 0

Konzentration: 0,3 % Einwirkzeit 10 min: 0 0 Einwirkzeit 20 min: 0 0

Keimreduzierung (%): 100 100

Versuch 13 14

Keim: H. anomala H. anomala

Wachstumsphase/physiol. Zustand: log lag

Einwirkungstemperatur: 20 °C 10 °C

(+ org. Belastg.)

Ausgangskeimzahl/ml: 1,4 . 10 8 2,0 . 10 7

Konzentration: 0,15 %

Einwirkzeit 10 min: 0 0

Einwirkzeit 20 min: 0 0

Konzentration: 0,3 %

Einwirkzeit 10 min: 0 0

Einwirkzeit 20 min: 0 0

Keimreduzierung (%): 100 100

Versuch 15 16

Keim: S. cerevisiae S. cerevisiae

Wachstumsphase/physiol. Zustand: log lag Einwirkungstemperatur: 20 °C 10 °C (+ org. Belastg.)

Ausgangskeimzahl/ml : 8,8 . 106 2,5 . 10 7

Konzentration: 0,15 Einwirkzeit 10 min: 0 0 Einwirkzeit 20 min: 0 0

Konzentration: 0,3 - Einwirkzeit 10 min: 0 0 Einwirkzeit 20 min: 0 0

Keimreduzierung (%): 100 100