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Title:
OVERTEMPERATURE PROTECTION DEVICE FOR AN ELECTRICAL PROTECTIVE SWITCHING DEVICE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2013/014133
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a current-independent overtemperature protection device for an electrical protective switching device, in particular for a multi-pole, electronic low-voltage switching device. A temperature-sensitive element, preferably a bimetallic element 200, which is situated outside the conductor tracks of the protective switching device is used to provide overtemperature protection. When a predefinable device temperature is exceeded, the temperature-sensitive element, on account of a temperature-related change in shape, engages in the switching mechanism of the protective switching device, in particular by means of a switching catch. A lock is unlatched and the contact apparatus of the protective switch is opened without the current-dependent tripping apparatus being activated.

Inventors:
DAUER, Klaus (Weimarer Str. 9, Koblenz, 56075, DE)
BAUJAN, Guenter (Am Suedhang 3, Troisdorf, 53844, DE)
WINZEN, Lothar (St. Josefstrasse 17, Unkel, 53572, DE)
JUELICH, Anke (Marienstrasse 1, Niederkassel, 53859, DE)
Application Number:
EP2012/064441
Publication Date:
January 31, 2013
Filing Date:
July 23, 2012
Export Citation:
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Assignee:
EATON ELECTRICAL IP GMBH & CO. KG (Airport Center Schönefeld, Mittelstrasse 5-5a, Schönefeld, 12529, DE)
DAUER, Klaus (Weimarer Str. 9, Koblenz, 56075, DE)
BAUJAN, Guenter (Am Suedhang 3, Troisdorf, 53844, DE)
WINZEN, Lothar (St. Josefstrasse 17, Unkel, 53572, DE)
JUELICH, Anke (Marienstrasse 1, Niederkassel, 53859, DE)
International Classes:
H01H71/32; H01H71/16; H01H71/18; H01H71/40; H01H71/56
Foreign References:
US5608367A
DE102009017100A1
DE102006005697A1
EP1225612A2
DE3840063A1
DE102009017100A1
US5608367A
DE102005037437A1
Attorney, Agent or Firm:
LEADBETTER, Benedict (Eaton Industries Manufacturing GmbH, Route de la Longeraie 7, Morges, CH-1110, CH)
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Claims:
Patentansprueche

1. Stromunabhängige Übertemperaturschutzeinrichtung für ein elektrisches Schutzschaltgerät, insbesondere für ein mehrpoliges, elektronisch ausgestaltetes Niederspannungsschaltgerät, umfassend mindestens

• einen Auslöseapparat,

• einen Betätigungsapparat (10, 30, 40),

• einen Schaltkontakte umfassenden Kontaktapparat,

· eine zwischen Auslöse- und Betätigungsapparat (10, 30, 40) und Kontaktapparat eingebaute Schaltklinke (80), deren Beaufschlagung vom Auslöse- und/oder

Betätigungsapparat eine Öffnung der Schaltkontakte auslöst,

weiterhin ist außerhalb von Strombahnen des Schutzschaltgeräts ein temperatursensitives Element (200) vorhanden, welches auf Erwärmung des Schutzschaltgeräts durch einen Schutzschaltgerätedefekt ausgelegt ist, und bei durch einen Schaltgerätedefekt auftretender Erwärmung und bei Überschreiten einer einstellbaren Schalttemperatur durch

temperaturbedingte Formänderung in die Schaltmechanik (30) des Schutzschaltgeräts eingreift, wodurch ohne in Aktiontreten des stromabhängigen Auslöseapparats die Öffnung der Schaltkontakte erfolgt.

2. Übertemperaturschutzeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das temperatursensitive Element (200) auf eine Schalttemperatur variabel oder fest einstellbar ist.

3. Übertemperaturschutzeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Eingriff des temperatursensitiven Elements (200) auf die

Schaltklinke (80) des Schutzschaltgeräts erfolgt.

4. Übertemperaturschutzeinrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch

gekennzeichnet, dass eine Betätigungsnase (81) an der Schaltklinke (80) des

Schutzschaltgeräts angeordnet ist, die bei Überschreiten der Schalttemperatur vom

temperatursensitiven Element (200) beaufschlagt wird, wobei die Öffnung der Schaltkontakte des Schutzschalters durch Schlossentklinkung ausgelöst wird.

5. Übertemperaturschutzeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung des temperatursensitiven Elements (200) im Schutzschaltgerät derart vorgenommen ist, dass die Formänderung des temperatursensitiven Elements (200) in einem Temperaturbereich unterhalb der Schalttemperatur ohne Berührung mit Komponenten des Schutzschaltgeräts stattfinden kann. 6. Übertemperaturschutzeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das temperatursensitive Element ein Bimetallstreifen (200) ist.

7. Übertemperaturschutzeinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Bimetallstreifen (200) als Flachstreifen ausgebildet ist, mit einem Festende (202) im

Schutzschaltgerät ortsfest (113) gelagert ist und mit einem Schwenkende der Schaltklinke

(80) des Schutzschalters zugewandt ist und so in die Schaltmechanik eingreifend gelagert ist.

8. Übertemperaturschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch

gekennzeichnet, dass das temperatursensitive Element (200) aus einer

Formgedächtnislegierung hergestellt ist.

9. Übertemperaturschutzeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schutzschaltgerät einen ersten Auslöse- (10) und

Betätigungsapparat (30, 40) aufnehmenden Bauraum (Bl) und einen zweiten, Kontaktapparat aufnehmenden Bauraum (B2) umfasst,

dass zwischen erstem (Bl) und zweitem Bauraum (B2) eine als Fläche ausgebildete Schlossbasis (110) vorhanden ist,

dass ein von Auslöse- (10) und/oder Betätigungsapparat (30, 40) betätigter Mitnehmer (36) die Schlossbasis (110) durchragt und in mögliche Anlage an einen ersten

Hebelarm (80') einer in einer Achse (KA) parallel zur Schlossbasis (110) gelagerten

Schaltklinke (80) gelangt,

dass das temperatursensitive Element (200) als Flachstreifen ausgebildet ist, an einem Festende (202) ortsfest gelagert ist und mit einem Schwenkende in mögliche Anlage an den ersten Hebelarm (80') der Schaltklinke (80) gelangt.

10. Übertemperaturschutzeinrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass im Gehäuse des Schutzschaltgeräts ein Doppelsteg (113) ausgebildet ist, der einen Schlitz freigibt, in welchen das Festende (202) des temperatursensitiven Elements (200) festgelegt ist.

Description:
UEBERTEMPERATURSCHUTZEINRICHTUNG FUER EIN ELEKTRISCHES

SCHUTZSCHALTGERAET

Die Erfindung betrifft eine stromunabhängige Übertemperaturschutzeinrichtung für ein elektrisches Schutzschaltgerät, insbesondere für ein mehrpoliges, elektronisch ausgestaltetes Niederspannungsschaltgerät.

Bekannt sind stromabhängige thermische Überlastauslöser bei elektrischen

Schutzschaltgeräten (zum Beispiel EP 1225612 AI, oder DE 3840063 AI). Hierbei werden thermosensitive Elemente, insbesondere Bimetallstreifen eingesetzt, die vom Betriebsstrom unmittelbar oder mittelbar über Wandler oder vergleichbare Elemente beheizt werden. Diese Überlastauslöser lösen über das temperatursensitive Element bei Überschreiten eines eingestellten Stromwerts verzögert den Schutzschalter über Schlossentklinkung aus. Diese Geräte dienen dem Schutz eines elektrischen Verbrauchers.

Ein weiterer thermischer Überlastauslöser ist in der DE 10 2009 017100 AI dargestellt. Hier ist ein Bimetallstreifen von einem stromdurchflossenen Heizband umwickelt, welches den Bimetallstreifen indirekt beheizt. Bei Überschreiten eines bestimmten Stroms biegt der Bimetallstreifen so aus, dass dabei die Verklinkungsstelle entklinkt.

Gemäß US 5 608 367 A umfasst ein Schutzschaltgerät ein Bimetallelement, das mit magnetisch permeablem Material umwickelt ist. Das Bimetallelement wird über induktive Einkopplung erwärmt. Die magnetische Induktion, welche die Erwärmung bewirkt, ist proportional dem vom Schutzschalter überwachten Strom; also stromabhängig.

Heutige Niederspannungsschaltgeräte umfassen teure elektronische Komponenten, die temperaturempfindlich sind. Falls in solchen Niederspannungsschaltgeräten Gerätedefekte auftreten, können nicht unerhebliche Schäden, bzw. Kosten entstehen, durch Zerstörung des Schutzgeräts oder indirekt durch Schäden an einem Verbraucher durch Versagen des Schutzgeräts. Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein elektronisch ausgestaltetes Schutzschaltgerät derart auszustatten, dass das Schutzschaltgerät bei einem internen Schaltgerätedefekt gegen Überhitzung, geschützt ist. Die Lösung der Aufgabe wird in einem Hauptanspruch formuliert. Weitergehende vorteilhafte Ausgestaltungen finden sich in zugehörigen Unteransprüchen.

Der Kern der Erfindung liegt darin, dass ein Schutzschaltgerät mit einem Uberhitzungsschutz ausgestattet ist. Ein außerhalb der Strombahnen des Schutzschaltgeräts liegendes

temperatursensitives Element veranlasst bei Überschreiten einer vorgebbaren

Gerätetemperatur die Öffnung der Schaltkontakte durch Schlossentklinkung. Die

Abschaltaktion des temperatursensitiven Elements ist einstellbar, wobei die das Abschalten verursachende Temperatur als , Schalttemperatur' durch Form und Lagerung des

temperatursensitiven Elements definierbar ist.

Das temperatursensitive Element wird weder vom Betriebsstrom durchflössen, noch von einem in seiner Nähe befindlichen Bauelement (indirekt) erwärmt. Die vom

temperatursensitiven Element bewirkte Öffnung der Schaltkontakte erfolgt ohne in

Aktiontreten des stromabhängigen Auslöseapparats. Die Erfindung dient dem thermischen Schutz des Schutzschaltgeräts selbst; und nicht primär dem Schutz eines Verbrauchers.

Mit temperatursensitiv ist gemeint, dass eine temperaturbedingte Änderung von Länge und/oder Gestalt des Elements stattfindet. Vorzugsweise wird hierzu ein Bimetallelement eingesetzt, welches durch Formänderung in die Schaltmechanik des Schaltgeräts eingreift.

Mögliche Schäden an einem Schutzschaltgerät können durch Defekte der Elektronik

(beispielsweise Fehlfunktion vom watchdog der Elektronik oder Defekte des Auslöseblocks verursacht sein. Beispielsweise haben korrodierte Löt- oder Schweißstellen einen erhöhten Widerstand. Durch die Verminderung des Leitwerts an solchen Kontaktstellen erfolgt eine allmähliche Erwärmung, ohne wesentliche Änderung des Betriebsstroms. Bei einer solchen Erwärmung wird mit dem Gegenstand der Anmeldung der Betriebsstrom abgeschaltet und das Gerät vor einer Zerstörung bewahrt. Das Schutzschaltgerät umfasst mindestens einen Auslöse- und Betätigungsapparat und einen Kontaktapparat. Das Schutzschaltgerät ist weiters so aufgebaut, dass zur Aufnahme des Auslöse- und Betätigungsapparats und zur Aufnahme des Kontaktapparats je ein separater Bauraum vorhanden ist.

Zwischen Auslöse- und Betätigungsapparat und Kontaktapparat liegt eingebaut eine

Schaltklinke, deren Beaufschlagung vom Auslöse- und/oder Betätigungsapparat eine

Schlossentklinkung auslöst.

Die in Unteransprüchen formulierten Merkmale können gemeinsam oder getrennt als bevorzugte Ausführungsformen realisiert sein. Einzelne Details werden im Folgenden aufgezählt.

Als besondere Merkmale der Erfindung sollen angeführt werden:

• als temperatursensitives Element ist vorzugsweise ein Bimetallelement als

Flachstreifen eingesetzt,

• das Bimetallelement ist endseitig ortsfest gelagert,

• der Bimetallflachstreifen ist so eingebaut, dass er bei zulässigen Betriebstemperaturen (- 40 °C bis 120 °C oder höher) ohne räumliche Behinderung und ohne Berührung von Komponenten des Schutzschaltgeräts ausschwenken kann,

• bei thermischer Auslenkung des temperatursensitiven Elements (des Bimetallstreifens) wird bei einer einstellbaren Schalttemperatur der Kontaktapparat des Schaltgeräts geöffnet (Entklinkungsvorgang),

• erfindungsgemäß wird die Schaltklinke in Auslöserichtung betätigt; die Kontakte öffnen,

• an der Schaltklinke ist eine Betätigungsnase für das Schwenk-Ende des

Bimetallstreifens angeordnet,

• die Achse der Schaltklinke liegt parallel zu einer als Fläche ausgebildeten

Schlossbasis,

• der Bimetallstreifen ist in einem Bauraum unterhalb der Schlossbasis angeordnet,

• die Schaltklinke hat ihre Drehlagerstelle ebenfalls im Bauraum unterhalb der

Schlossbasis,

• der Bimetallstreifen ist konstruktiv so gestaltet, dass durch thermische Auslenkung bei einer Temperatur („Schalttemperatur") oberhalb einer normalbetriebsbedingten Gerätetemperatur (zum Beispiel 150 °C) das Schwenk-Ende des Bimetallstreifens die Schaltklinke betätigt.

Das temperatursensitive Element stellt eine Art internes Thermometer dar, welches als Überhitzungsschutz eingesetzt wird. Der Eingriff des temperatursensitiven Elements erfolgt auf die Schaltklinke des Schutzschaltgeräts, wenn eine maximal für den Dauerbetrieb zulässige Temperatur des Schutzschalters überschritten wird. Die Auslenkung des

Schwenkendes des Bimetallsstreifens erfolgt unterhalb der maximal zulässigen Temperatur, also innerhalb normaler Betriebstemperaturen ohne Berührung mit Komponenten des S chutzschalters .

An der Schaltklinke des Schutzschaltgeräts ist eine Betätigungsnase angeordnet, die bei Überschreiten der Schalttemperatur vom temperatursensitiven Element beaufschlagt wird, wobei die Schlossentklinkung des Schutzschalters ausgelöst wird.

Die Anordnung des temperatursensitiven Elements im Schutzschaltgerät ist derart vorgenommen, dass die Formänderung des temperatursensitiven Elements in einem

Temperaturbereich unterhalb der Schalttemperatur ohne räumliche Behinderung stattfinden kann.

Der Bimetallstreifen ist vorzugsweise als Flachstreifen ausgebildet. Er ist mit einem Festende im Schutzschaltgerät ortsfest gelagert und mit einem Schwenkende der Schaltklinke des Schutzschalters zugewandt, wo er in die Schaltmechanik (Anschlag auf die Schaltklinke) eingreifend gelagert ist.

Zwischen erstem und zweitem Bauraum ist eine als Fläche ausgebildete Schlossbasis vorhanden. Ein von Auslöse- und Betätigungsapparat betätigter Mitnehmer durchragt die Schlossbasis und gelangt in mögliche Anlage zur Schaltklinke. Die Schaltklinke ist in einer Achse parallel zur Schlossbasis gelagert.

Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem folgenden, erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel, wobei in den Figuren dargestellt ist. Fig. 1 : Einzelheiten eines Schutzschaltgeräts mit vergrößerter Darstellung der Schaltklinke und

Fig. 2: Details der Einbaulage des Bimetallstreifens.

Fig. 1 zeigt Einzelheiten als Explosionszeichnung eines mehrpoligen Schutzschaltgeräts, wobei ein Gehäuse aus Formstoff weggelassen ist. Die Einzelheiten der Fig. 1 betreffen den Betätigungs- und Auslöseapparat des Schaltgeräts, wobei die Einzelheiten und die Abbildung im wesentlichen aus der DE 102005037437 AI entnommen sind. In dieser

Figurenbeschreibung wird nur soweit auf Einzelheiten, Bauelemente und deren Funktionen Bezug genommen, wie dies zum Verständnis der erfindungsgemäßen Anordnung notwendig ist.

Die dargestellten Einzelheiten und Bauelemente liegen oberhalb und unterhalb einer mit 110 bezeichneten Schlossbasis. Die Schlossbasis 110 trennt einen ersten, oberen Bauraum Bl von einem zweiten, unteren Bauraum B2. Betätigungs- und Auslöseapparat des Schutzschaltgeräts liegen im ersten Bauraum. Der zweite Bauraum B2 umfasst im wesentlichen den

Kontaktapparat des Schutzschalters, Anschluss- und Erweiterungskontakte und beispielsweise Rastelemente zum Aufsetzen auf Hutschienen.

Der Betätigungsapparat umfasst im wesentlichen eine Betätigungswelle 40, 45, die über einen Drehknopf 42 manuell aktiviert wird. Die Betätigungswelle ist ein mehrteiliger

Zusammenbau aus Welle 44 und Aufsteckwelle 60, welche auf der Antriebsachse 45 aufgesteckt sind.

Wichtige Teile des Auslöseapparats sind: Auslöseeinheit 10 mit Gehäuse 11; Magnetspule 12 mit Magnetanker 14 und ein (im Innern der Auslöseeinheit befindlicher) Permanentmagnet. Wesentliche Funktion des Auslöseapparats besteht in der mechanischen Kraftspeicherung für die Bewegung des Doppelarmhebels 30 während des Ausschaltens.

Die Auslöseeinheit 10 ist über mindestens ein Befestigungsmittel (Schraub-, Steck- oder Klemmmittel) (hier ein Aufsteckzapfen 19) mit Befestigungsgegenmitteln (hier Loch 119 auf der Schlossbasis 110) fixiert. Die räumliche Zuordnung des Aufsteckzapfens 19 mit dem Loch 119 ist durch die Linie AA wiedergegeben. Magnetanker 14 und Doppelarmhebel 30 stehen in formschlüssiger Wirkverbindung über die Nut 15 am Auslösestößel und der Gabel 35 am Doppelarmhebel 30, so dass die Bewegung des Magnetankers jeweils auf den Doppelarmhebel 30 übertragen wird. Die mit der linearen Bewegung (LI, L2) des Magnetankers verbundene Drehbewegung (Hl, H2) des

Doppelarmhebels 30 hat etwa einen Winkelbereich von 25° bis 30°. Der Doppelarmhebel 30 ist achsparallel zur Betätigungswelle 44 und der Magnetanker 14 senkrecht zum

Doppelarmhebel 30 gelagert. Am Doppelarmhebel 30 ist ein Mitnehmer 36 angeordnet. Der Mitnehmer 36 durchgreift das Fenster 111 in der Schlossbasis 110.

Der Schutzschalter wird am Drehknopf 42 betätigt, mit dem eine AUS- und eine EIN-Stellung mit einer Drehung von 90° schaltbar ist. In der Funktion "manuell Einschalten" wird die Welle 40 mit 90° Rechtsdrehung aus der Stellung AUS in Richtung D2 bewegt, wobei der Doppelarmhebel die Bewegung H2 vollführt. Hierbei wird der Anker 14 linear mit LI bewegt. In der Funktion "manuell Ausschalten" wird die Welle 40 mit 90° Linksdrehung aus der Stellung EIN in Richtung Dl bewegt, wobei der Doppelarmhebel die Bewegung Hl vollführt. Hierbei wird der Anker 14 linear mit L2 bewegt. Die Betätigungswelle löst im Schalterantriebsmechanismus das Schloss und öffnet die Schaltkontakte. Zur manuellen Ausschaltung reicht eine kurze Drehung in Gegenrichtung, um das Schloss zu betätigen.

Im ausgeschalteten Zustand des Schutzschalters, dort sind Schaltschloss und Schaltkontakte offen, ist es nicht möglich, unmittelbar den Schutzschalter in den eingeschalteten Zustand zu versetzen. Der mechanische Kraftspeicher der Auslöseeinheit 10 muss vorerst gespannt werden.

In der Funktion "Auslöseeinheit spannen" wird mit einer Linksdrehung Dl des Drehknopfs 42 (und der Betätigungswelle 40, 45) um Achse HA aus der AUS-Position um etwa 20° bis 30° (also in Gegenrichtung zur EIN-Schaltbewegung) der Auslöseapparat aktiviert. Über diese manuelle Betätigung wird der mechanische Kraftspeicher (Auslösereinheit 10) in die

Einschalt- Stellung überführt. Der Magnetanker 14 wird an einen Permanentmagneten (in der Auslöseeinheit 10) herangeführt und dort magnetisch gehalten. Nach dem Spannen des Auslöseapparats steht der Doppelarmhebel 30 gemeinsam mit dem Mitnehmer 36 in fester Position. Nach dem Vorgang , Spannen' kuppelt der Rasthaken 84 der Schaltklinke 80 an einen nicht dargestellten Stützhebel des Kontaktapparats. Eine vergrößerte Darstellung der Schaltklinke 80 findet sich zusätzlich in Fig. 1. Die

Schaltklinke 80 ist als zweiarmiger Hebel (80', 80") ausgebildet und drehbar gelagert. Die Drehachse KA liegt parallel zur Schlossbasis 110.

Am unteren Ende des zweiten Hebelarms 80" greift die Rückstellfeder 85 an, die die

Schaltklinke in Richtung auf einen Stützhebel im Kontaktapparat belastet. Beim Spannen des Schutzschalters kommt es zwischen dem Stützhebel des Kontaktapparats und dem Rasthaken 84 der Schaltklinke 80 zu einer Verrastung. An der Schaltklinke 80 ist am oberen Hebelarm 80' eine Kontaktkalotte 82 vorhanden, die vom Mitnehmer 36 beaufschlagt werden kann.

Bei Betätigung des Mitnehmers 36 vom Auslöseapparat (über Kontaktkalotte 82) oder durch thermische Auslenkung des Bimetallstreifens (über Anschlagnase 81) und Mitnahme der Schaltklinke gegen die Kraft der Rückstellfeder 85 kommt es zum Entklinkungs Vorgang. Die Bewegung der Schaltklinke löst die Verrastung zwischen Stützhebel und Rasthaken und der Kontaktapparat öffnet.

Die Auslösung (Fehleröffnung) durch ein elektromagnetisches, oder elektronisches

Steuermodul geschieht bei ausreichend hoher Bestromung der Wicklung der Auslösespule 12. Die magnetische Anziehung des Permanentmagneten wird geschwächt und der Magnetanker 14 löst sich unterstützt durch die Kraft der Speicherdruckfeder (in Fig. 1 nicht erkennbar) ab (mit Bewegung L2). Beim automatischen Ausschalten im Fehlerfall und Öffnen der

Schaltkontakte wird zwangsweise die Betätigungswelle 40, 45 mitbewegt. Bei der Betätigung des Mitnehmers 36 gegen die Kraft der Rückstellfeder 85 beim

Entklinkungsvorgang durch Anschlag auf die Kontaktkalotte 82 verliert der Stützhebel die Rastung am Rasthaken und der Kontaktapparat öffnet.

In gleicher Weise arbeitet die Überhitzungssicherung durch den Bimetallsstreifen.

Bei Überschreiten einer voreinstellbaren Schalttemperatur, die oberhalb einer im

Normalbetrieb und zulässigen Temperatur des Schutzschalters liegt, gelangt das freie

Schwenkende des Bimetallstreifens an die Anschlagnase 81 der Schaltklinke 80.

Beispielsweise kann eine Temperatur von etwa 150 °C als Schalttemperatur eingestellt sein, welche die zulässige maximale Temperatur für den Dauerbetrieb des Schutzschalters darstellt. Die Schalttemperatur lässt sich bei einem Schutzschaltgerät einmalig fest einrichten, oder sie lässt sich verstellbar einstellen. Dies geschieht durch die besondere Ausbildung und Lagerung des Bimetallsstreifens. Die maximal zulässige Temperatur ist im wesentlichen von der thermischen Dauerbelastbarkeit der im Schutzschaltgerät eingesetzten Kunststoffe und von der dauerthermischen Belastbarkeit der elektronischen Komponenten abhängig.

Durch Berührung der Anschlagnase 81 bewegt sich die Schaltklinke gegen die Kraft der Rückstellfeder 85 aus der Verrastung des Rasthakens mit dem Stützhebel. Es kommt zwangsweise zur Entklinkung und zur Abschaltung des Schutzschalters, ohne dass der übliche stromabhängige Auslösemechanismus in Aktion tritt.

In der Fig. 2 sind Details der Einbaulage des Bimetallstreifens 200 sichtbar. In der gezeigten Ausführungsform ist im Schutzschalter ein Doppelsteg 113 ausgebildet, der nach Innen einen Schlitz freigibt. Der Bimetallstreifen 200 ist an seinem Festende 202 in dem Schlitz festgelegt. Der Bimetallstreifen kann auf seiner gesamten Länge als Flachstreifen ausgelegt sein oder er kann am Festende verdickt ausgebildet sein, wobei die Verdickung im Schlitz eingeschoben ist. Das verdickte Ende 202 sitzt in dem Schlitz des Doppelstegs 113. Andere Befestigungsmöglichkeiten liegen darin, den Flachstreifen am Festende mit Schrauben oder Stifte zu befestigen. Die angesprochenen Befestigungsarten sind nur beispielhaft zu verstehen, wobei andere geeignete Befestigungsmöglichkeiten vom Fachmann leicht eingerichtet werden können.

Bezugszeichen

Bl erster Einbauraum für Auslöse- und Betätigungseinheit oberes Gehäuseteil B2 zweiter Einbauraum für Kontaktapparat unteres Gehäuseteil

AA Befestigungsachse

HA Achse der Betätigungswelle

MA Magnetankerachse

KA Achse für Klinke

SS Achse des Doppelarmhebels

LI L2 Linearbewegung des Magnetankers

Dl D2 Drehbewegung der Antriebswelle (EIN, AUS)

Hl H2 Drehrichtung des Doppelarmhebels

10 Auslöseeinheit (mechan. Kraftspeicher)

11 Kunststoffgehäuse und Halter für Auslöseeinheit

12 Auslösespule (Tauchankerspule)

14 Magnetanker

15 Betätigungsachse für Schalterantrieb

18 Lager

19 Aufsetzzapfen

30 Doppelarmhebel (Auslösehebel)

32 erster Arm des Doppelarmhebels

33 Ende des ersten Arms (Antriebsseite)

34 zweiter Arm des Doppelarmhebels (Auslöserseite)

35 Mitnehmergabel

36 Mitnehmer

40 Antriebswelle

42 Drehknopf

44 Betätigungswelle

45 Antriebsachse

46 Anschlag/Mitnehmer

60 Aufsteckwelle

62 Mitnehmerstachel

80 Schaltklinke ' 80" erster und zweiter Hebelarm

Anschlagnase für Bimetall an Schaltklinke oder Schaltklinke

Kontaktkalotte für Mitnehmer 36

Sperrhaken

Rückstellfeder

0 Schlossbasis = Oberseite des zweiten Einbauraums

1 Fenster in Oberseite 110 für Durchgriff Mitnehmer 36

2 vordere Seitenflächen des zweiten Einbauraums

3 Doppelsteg

9 Loch, Aufsetzöffnung für Zapfen 19

' 60" 6Γ, 61" Mitnehmernase(n)

' 67" Federdraht-Ende(n)

0 temperatursensitives Element (Bimetallstreifen)

2 Lagerstelle Ausnehmung (Schlitz) Halterung für Festende Bimetallstreifen