DURT, Alexander (Schornstrasse 36, Inning, 82266, DE)
KILINCSOY, Uemit (Parsberger Strasse 5, Lupburg, 92331, DE)
FRANZ, Matthias (Reischenharter Strasse 4, Brannenburg, 83098, DE)
DURT, Alexander (Schornstrasse 36, Inning, 82266, DE)
KILINCSOY, Uemit (Parsberger Strasse 5, Lupburg, 92331, DE)
| Auflage für einen Sitz Patentansprüche 1. Auflage für einen Sitz, gekennzeichnet durch - ein Abstandsgebilde (10), dessen parallel zueinander angeordnete Lagen (12) durch Abstandsfäden (14) miteinander verbunden sind, - eine fluiddichte Hülle (20) zur Aufnahme des Abstandsgebildes (10), wobei die Hülle (20) im Wesentlichen aus zwei etwa parallel zueinander angeordneten Materialbahnen (22) besteht, die an ihren seitlichen Randbereichen miteinander verbunden sind und - wenigstens einen Anschluss (26), über den die Menge des Fluids im Inneren der Hülle (20) beeinflussbar ist. 2. Auflage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflage (2) auf ihrer einem Sitzbenutzer (S) zugewandten Materialbahn (22) eine Deckschicht aus einem textilen Material, aus Leder oder dergleichen aufweist. 3. Auflage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflage (2) unterhalb der Deckschicht eine Hinterfütterung aus einem nachgiebigen Material aufweist. 4. Sitz mit wenigstens einer Auflage nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflage (2) auf einer ungepolsterten Tragstruktur (40) des Sitzes (30) angeordnet ist. 5. Sitz nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflage (2) oder die Auflagen (2) einen wesentlichen Teil der Sitzfläche (32) und/oder der Rückenlehne (34) der Tragstruktur (40) des Sitzes (30) überdeckt bzw. überdecken. 6. Sitz nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass an der Sitzfläche (32) des Sitzes (30) wenigstens zwei hintereinander angeordnete Auflagen (2) und/oder an der Rückenlehne (34) des Sitzes (30) wenigstens drei übereinander angeordnete Auflagen (2) vorgesehen sind. 7. Sitz nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass an der Sitzfläche (32) und/oder an der Rückenlehne (34) des Sitzes (30) wenigstens zwei Auflagen (2) nebeneinander vorgesehen sind. 8. Sitz nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschluss (26) mit einer Absperreinrichtung (50) versehen ist und/oder an eine Fördereinrichtung (62) zur Zufuhr von Fluid in die Auflage (2) bzw. zum Entfernen von Fluid aus der Auflage (2) angeschlossen ist. 9. Sitz nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschluss (26) mit einem Sensor (64) zur Erfassung des in der Auflage (2) herrschenden Drucks des Fluids verbunden ist. 10. Verfahren zur Anpassung der Kontur eines Sitzes (30) nach einem der Ansprüche 4 bis 9, mit wenigstens einer mit Luft befüllten Auflage (2), die mit einer Absperreinrichtung (50) verbunden ist, wobei - vor dem Einsitzen eines Sitzbenutzers (S) die Absperreinrichtung (50) geöffnet wird, so dass ein Ausgleich mit der Umgebungsluft stattfindet und nach erfolgtem Einsitzen des Sitzbenutzers (S) die Absperreinrichtung (50) geschlossen wird. 11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Absperreinrichtung (50) vor dem Einsitzen eines weiteren Sitzbenutzers (S) geöffnet wird. 12. Verfahren zur Anpassung der Kontur eines Sitzes (30) nach einem der Ansprüche 4 bis 9, mit wenigstens einer Auflage (2), die mit einer Fördereinrichtung (62) für ein Fluid verbunden ist, wobei vor dem Einsitzen eines Sitzbenutzers (S) die Auflage (2) mit dem Fluid befüllt ist, nach dem Einsitzen des Sitzbenutzers (S) die Fördereinrichtung (62) das Fluid zumindest teilweise aus der Auflage (2) entfernt und der Zustand der reduzierten Fluidmenge durch Schließen einer Absperreinrichtung (50) oder durch Absperren mittels der Fördereinrichtung (62) beibehalten wird. 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Absperreinrichtung (50) vor dem Einsitzen eines weiteren Sitzbenutzers geöffnet (S) wird und/oder die Fördereinrichtung (62) Fluid in die Auflage (2) einbringt. 14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge des aus der Auflage (2) zu entfernenden Fluids einstellbar ist, um die Härte der Auflage (2) zu verändern. 15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung einer Stützwirkung für eine Körperpartie des Sitzbenutzers (S) das Fluid mit Überdruck in die Auflage (2) eingebracht wird. 16. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung einer Massage- und/oder Mobilisierungswirkung für eine Körperpartie des Sitzbenutzers (S) das Fluid in die Auflage (2) periodisch variierend eingebracht und aus der Auflage (2) periodisch variierend entfernt wird. |
Die Erfindung betrifft eine Auflage für einen Sitz.
Bekannte Sitze, beispielsweise in Kraftfahrzeugen, bestehen aus einer Tragstruktur sowie gepolsterten Auflagen, gegebenenfalls unter Zwischenschaltung weiterer Komponenten. Um die Ergonomie und den Komfort beispielsweise bei Fahrzeugsitzen zu verbessern, sind üblicherweise Verstellmöglichkeiten vorgesehen, um zum Beispiel die Neigung der Sitzfläche und/oder der Rückenlehne, die Breite der Rückenlehne etc. zu verändern. Außerdem können zusätzliche Einrichtungen, wie eine Lordosenstütze oder eine Massageeinrichtung, vorgesehen sein.
Die Verstellmöglichkeiten sollen eine bestmögliche Anpassung des Sitzes an die physiologisch individuelle Form der Wirbelsäule und des Bewegungsapparates des Sitzbenutzers realisieren, um einen möglichst guten Sitzkomfort zu gewährleisten. Ein Maximum an Komfort wird dann erreicht, wenn die Sitzfläche und die Rückenlehne möglichst kongruent und homogen mit der physiologischen Form des Menschen übereinstimmen.
Hierzu ist es beispielsweise aus der DE 10 2006 032 891 A1 bekannt, auf einer Tragstruktur eines Sitzes ein Polster mit einem losen Füllmaterial oder mit einem Fluid aufzulegen, das mit Hilfe magnetischer oder elektrischer Felder, durch das Anlegen elektrischen Stroms, durch Erwärmung oder durch hydraulische Anregung umverteilbar ist, um auf diese Weise die Form der Sitzfläche und der Rückenlehne an die physiologische Form des Sitzbenutzers anzupassen. Des Weiteren ist in der DE 695 05 131 T2 eine Auflage für einen Sitz beschrieben, die als so genanntes "Vakuumkissen" mit einem rieselfähigen Schüttgut ausgestaltet ist, wobei sich die Auflage an die Körperform des Sitzbenutzers anpassen kann, indem ein mehrschichtiges System durch Beaufschlagung mit Druckluft auf den Sitzbenutzer zubewegt wird.
Nachteilig bei den bekannten Systemen ist deren beträchtliches Bauvolumen und Gewicht.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Auflage für einen Sitz, insbesondere einen Sitz für ein Kraftfahrzeug, bereitzustellen, die sich durch einen einfachen Aufbau und ein geringes Gewicht bei geringem Bauraumbedarf auszeichnet.
Diese Aufgabe wird durch eine Auflage mit den Merkmalen des Anspruchs 1 erfüllt. Anspruch 4 beschreibt einen Sitz mit einer erfindungsgemäßen Auflage. Die Ansprüche 10 und 12 betreffen Verfahren zur Anpassung der Kontur eines derartigen Sitzes.
Grundgedanke der Erfindung gemäß Anspruch 1 ist es, ein an sich bekanntes Abstandsgebilde mit parallel zueinander angeordneten Lagen, die durch Abstandsfäden miteinander verbunden sind, in eine fluiddichte Hülle einzubringen. Die Hülle weist eine Schlauchleitung oder einen Anschluss für eine Schlauchleitung auf, um die Menge des Fluids im Inneren der Hülle beeinflussen zu können.
Bevorzugt sind die parallel zueinander angeordneten Lagen als Gewirkelagen ausgebildet. Selbstverständlich kann das Abstandsgebilde jedoch anstelle von Gewirkelagen jede Art anderer geeigneter Materiallagen aufweisen, wie beispielsweise Gewebelagen.
Abstandsgebilde, wie oben beschrieben, sind beispielsweise aus der DE 90 16 062 U1 , der EP 0 529 671 B1 und der DE 10 2006 023 357 A1 bekannt. Derartige textile Abstandsgebilde zeichnen sich durch ihre elastischen Polstereigenschaften bei einer Druckbelastung auf die Oberfläche des Gewirkes aus. Sie werden in mehrschichtig aufgebauten Matratzen, in Polsterbezügen und dergleichen eingesetzt. Durch die erfindungsgemäße Integration der bekannten Abstandsgebilde in eine fluiddichte Hülle mit einem Anschluss für eine Schlauchleitung wird die Möglichkeit geschaffen, die Form des Abstandsgebildes, die sich unter der Belastung eines Sitzbenutzers ergibt, "einzufrieren", indem nach erfolgter Belastung der Auflage die Schlauchleitung abgesperrt wird bzw. ein Unterdruck im Inneren der Hülle aufgebracht wird. Somit kann mit einer vergleichsweise dünn gestalteten Auflage eine exakte Konturanpassung an die Körperform eines Sitzbenutzers erreicht werden, die sich von selbst durch das Einsitzen ergibt und nachfolgend fixiert wird. Soll auf dem Sitz ein anderer Sitzbenutzer Platz nehmen, wird die Fixierung der Auflage aufgehoben und eine neue Konturanpassung an die Körperform des nachfolgenden Sitzbenutzers vorgenommen.
Die Auflage weist auf ihrer Außenseite eine Deckschicht auf, die der Deckschicht bekannter Auflagen entspricht, also aus einem textilen Material, aus Leder oder dergleichen besteht. Zur Erhöhung des Sitzkomforts kann unterhalb der Auflage eine Hinterfütterung aus einem nachgiebigen Material, wie beispielsweise eine Schaumstoffschicht, vorgesehen sein.
In bevorzugter Anwendung der Erfindung findet die Auflage auf einer ungepolsterten Tragstruktur eines Sitzes Anwendung, insbesondere auf einer Tragstruktur, wie sie in der Patentanmeldung der Anmelderin mit dem Titel "Verfahrung zur Erzeugung einer Tragstruktur für einen Sitz" beschrieben ist. Der Offenbarungsgehalt dieser Patentanmeldung, die denselben Zeitrang wie die vorliegende Anmeldung hat, wird hiermit vollumfänglich in die vorliegende Anmeldung einbezogen.
Durch die Kombination einer gemäß der Patentanmeldung "Verfahrung zur Erzeugung einer Tragstruktur für einen Sitz" erzeugten Tragstruktur mit der erfindungsgemäßen Auflage wird ein körperkonturierter Sitz bereitgestellt, der einen sehr guten Sitzkomfort ermöglicht. In besonders vorteilhafter Weise ergibt sich der hohe Sitzkomfort bereits bei einer erfindungsgemäßen Auflage mit nur geringer Dicke, also geringem Abstand der beiden Gewirkelagen des Abstandsgebildes, da durch die Konturierung der Tragstruktur bereits eine Anpassung an die Körperform der in Frage kommenden Sitzbenutzer erreicht wird. Die Auflage bedeckt vollständig oder zumindest nahezu vollständig den gesamten Bereich der Sitzfläche und/oder der Rückenlehne der Tragstruktur und bildet somit die unmittelbare Stützfläche für den Sitzbenutzer. Zur Erhöhung des Sitzkomforts sind bevorzugt mehrere Auflagen vorgesehen, die zusammen den Bereich der Sitzfläche und der Rückenlehne abdecken.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist der Bereich der Sitzfläche in wenigstens zwei, bevorzugt in drei hintereinander angeordnete Auflagen untergliedert. In analoger Weise ist der Bereich der Rückenlehne beispielsweise in drei Auflagen übereinander untergliedert. Grundsätzlich kann auch eine höhere oder eine geringere Anzahl von Auflagen gewählt werden.
Die Auflagen können in der Breitenerstreckung der Sitzfläche und/oder der Rückenlehne unterteilt sein, so dass sich eine Rechts-/Links-Unterteilung ergibt, wodurch für die beiden Körperhälften eine individuelle Sitzanpassung erfolgen kann. Selbstverständlich kann zur Optimierung der Konturanpassung auch eine feinere Unterteilung gewählt werden, unter Abwägung mit den damit verbundenen Kosten.
In einer vereinfachten Ausführungsform der Erfindung kann je Körperhälfte im Bereich der Sitzfläche und/oder der Rückenlehne nur eine einzige Auflage vorgesehen sein.
Eine Fixierung der durch einen Sitzbenutzer erzeugten Kontur einer erfindungsgemäßen Auflage kann bereits dadurch erfolgen, dass eine Absperreinrichtung in der Schlauchleitung der Auflage aktiviert wird, sobald der Sitzbenutzer das Abstandsgebilde komprimiert und die Luft aus dem Inneren der fluiddichten Hülle zumindest teilweise verdrängt hat. Durch das reduzierte Luftvolumen im Inneren der fluiddichten Hülle kann sich das Abstandsgebilde bei Entlastung infolge der eingezogenen Hülle nicht wieder in seine Ausgangsform zurückbilden, so dass die Kontur des Abstandsgebildes fixiert wird.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann an eine oder an mehrere Auflagen eine Fördereinrichtung angeschlossen sein, mit der ein Fluid aus dem Inneren der Auflage(n) abgezogen werden kann (Saugpumpe). Durch den Unterdruck im Inneren der Auflage(n) wird eine verbesserte Konturanpassung der Auflage(n) während des Einsitzens des Sitzbenutzers erreicht. Auch bleibt bei angelegtem Unterdruck die Kontur der Auflage(n) nach dem Verlassen des Sitzes besser erhalten als dies ohne Fördereinrichtung der Fall ist. Außerdem kann durch das Maß des Unterdruckes bei besetztem Sitz die Härte der Auflage(n) reguliert werden. Hierdurch kann beispielsweise eine Konfiguration der Sitzhärte in der Abstufung „Komfort" - „Normal" - „Sport" realisiert werden. Grundsätzlich ist mit einem größeren Unterdruck eine größere Härte der Auflage(n) verbunden, da der Unterdruck die Hülle der Auflage(n) stärker zusammenzieht, wodurch das elastische Abstandsgebilde komprimiert wird.
Andererseits kann mittels einer Fördereinrichtung ein Fluid in das Innere der Auflage(n) eingebracht werden (Druckpumpe). Hierdurch wird eine schnellere und vollständigere Rückstellung der Auflage(n) in ihre ursprüngliche unkonturierte Form bei unbesetztem Sitz erreicht als dies bei einer Selbstrückstellung der Auflage(n) nach Beendigung der Belastung durch den Sitzbenutzer der Fall ist. Ferner kann durch eine als Druckpumpe arbeitende Fördereinrichtung ein Überdruck in der Auflage bzw. in den Auflagen erzeugt werden, um die Anlagefläche partiell zu verhärten und/oder eine Stellbewegung in Richtung des Sitzbenutzers zu erzeugen. Durch diese Körperstützungsfunktion kann beispielsweise eine Lordosenstütze erzeugt werden. Auch können durch eine komplexere Ansteuerung einer oder mehrerer Fördereinrichtungen in Verbindung mit einer Mehrzahl von Auflagen Massage- und Mobilisierungseffekte erzeugt werden.
Bei dem Fluid handelt es sich bevorzugt um Luft. Die Auflage kann bzw. die Auflagen können jedoch auch mit einem anderen Fluid als Luft, beispielsweise mit einem Gemisch aus Wasser und Ethylenglykol oder mit einer ölartigen Flüssigkeit geringer Viskosität, befüllt sein.
Das Fluid, insbesondere ein flüssiges Medium, kann temperiert werden, so dass durch das angewärmte bzw. gekühlte Fluid zumindest in der Phase des Einsitzens ein Komfortgewinn für den Sitzbenutzer erreicht wird. In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann in zumindest einer Schlauchleitung einer Auflage ein Drucksensor vorgesehen sein, um in Verbindung mit einer Steuerungs- oder Regelungseinheit gezielt den Fluiddruck im Inneren der Hülle zu steuern bzw. zu regeln. Hierdurch kann die Konturanpassung der Auflage an den Sitzbenutzer weiter verbessert werden. Außerdem können hierdurch die bereits oben erwähnten Körperunterstützungs-, Massage- und/oder Mobilisierungsfunktionen realisiert werden. Bei Massageeinrichtungen können mittels einer Steuerungs- oder Regelungseinheit unterschiedliche Funktionsmuster, beispielsweise eine in Längs- oder Höhenrichtung des Sitzes verlaufende Massagewelle, realisiert werden. Bevorzugt werden die Funktionsmuster periodisch wiederholt.
Soweit eine Fördereinrichtung vorgesehen ist, wirkt diese bevorzugt auf alle oder zumindest auf eine Mehrzahl der Auflagen. Die Auflagen sind über Schlauchleitungen und gegebenenfalls Ventile mit der Fördereinrichtung verbunden.
Mögliche Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Auflage in schematischer Schnittdarstellung,
Fig. 2 einen unbesetzten Sitz mit erfindungsgemäßen Auflagen in schematischer Seitenansicht,
Fig. 3 den Sitz von Fig. 2 unter Belastung durch einen Sitzbenutzer und
Fig. 4 den Sitz von Fig. 2 in schematischer Perspektivdarstellung, mit zusätzlichen Steuerungselementen.
Fig. 1 zeigt den Aufbau einer erfindungsgemäßen Auflage 2 für einen in seiner Gesamtheit mit 30 bezeichneten Sitz (siehe Fig. 2). Die Auflage 2 setzt sich aus einem Abstandsgebilde 10 und einer Hülle 20 zusammen. Das an sich bekannte Abstandsgebilde 10 weist eine obere und eine untere Lage 12 auf (jeweils als Gewirkelage ausgebildet), zwischen denen Abstandsfäden 14 angeordnet sind. Derartige Abstandsgebilde 10 sind als handelsübliche Produkte beispielsweise der Firma Müller Textil GmbH erhältlich. Für die nachfolgend beschriebene Erfindung ist die konkrete Ausführung des Abstandsgebildes 10 ohne Bedeutung.
Das Abstandsgebilde 10 ist in eine in ihrer Gesamtheit mit 20 bezeichnete fluiddichte Hülle eingebracht, so dass eine Art Blase mit einer versteifenden Einlage entsteht. Die Hülle 20 setzt sich aus einer oberen Materialbahn 22 und einer dazu parallelen unteren Materialbahn 22 zusammen. Die beiden Materialbahnen 22 sind an ihren Randbereichen umlaufend miteinander verschweißt (Schweißnaht 24) und schließen somit das Abstandsgebilde 10 luftdicht im Inneren der Hülle 20 ein. Die Hülle 20 weist einen Anschluss 26 für eine Schlauchleitung 28 auf.
Die Fig. 2 bis 4 zeigen einen Sitz 30, der mit einer Mehrzahl von Auflagen 2 versehen ist. Der Sitz 30 ist in einen Bereich der Sitzfläche 32 und in einen Bereich der Rückenlehne 34 unterteilt. Die tragende Struktur des Sitzes 30 wird von einer einteiligen Tragstruktur 40 gebildet, die übergangslos die beiden Bereiche 32 und 34 miteinander verbindet. Die Tragstruktur 40 ist dreidimensional konturiert. In den Bereichen der Sitzfläche 32 und der Rückenlehne 34 sind mehrere Auflagen 2 vorgesehen, so dass die Kontur in den verschiedenen Abschnitten, in denen der Körper eines Sitzbenutzers S am Sitz 30 anliegt, individuell angepasst werden kann. Grundsätzlich sind die rechte Hälfte R und die linke Hälfte L des Sitzes 30 spiegelbildlich aufgebaut. Sowohl der Bereich der Sitzfläche 32 als auch der Bereich der Rückenlehne 34 ist horizontal und vertikal in jeweils drei Bereiche unterteilt, so dass sich insgesamt eine Unterteilung in zwölf Auflagen 2 ergibt. Die Sitzfläche 32 ist hierbei in einen vorderen Bereich V, einen mittleren Bereich M und einen hinteren Bereich H untergliedert. Dementsprechend erfolgt eine Aufteilung der Rückenlehne 34 in einen unteren Bereich U, einen mittleren Bereich M und einen oberen Bereich O. Optional sind Auflagen 2 in den seitlichen Wangenbereichen W möglich, sowohl im Bereich der Sitzfläche 32 als auch im Bereich der Rückenlehne 34, wie mit gestrichelten Linien dargestellt.
Fig. 2 zeigt die Auflagen 2 im unbelasteten Ausgangszustand, mit geöffnetem Anschluss 26, so dass im Inneren der Auflagen 2 Umgebungsdruck herrscht. Die der Tragstruktur 40 des Sitzes 30 abgewandten oberen Materialbahnen 22 der Auflagen 2 verlaufen in etwa parallel zur Kontur der Tragstruktur 40.
Wie aus Fig. 3 hervorgeht, werden bei Belastung durch einen Sitzbenutzer S die Auflagen 2 einschließlich der innen liegenden Abstandsgebilde 10 zusammengedrückt, in jeweils unterschiedlichem Maß, je nach lokal vom Sitzbenutzer S aufgebrachtem Anlagedruck. Hierbei wird das Volumen der Hülle 20 verringert und ein Teil der sich im Inneren der Hülle 20 befindlichen Luft über den Anschluss 26 und die Schlauchleitung 28 aus der Hülle 20 herausgedrückt. Dieser Zustand der komprimierten Auflage 20 kann durch Verschließen einer Absperreinrichtung 50 (siehe Fig. 4) fixiert werden, indem aufgrund der reduzierten Luftmenge im Inneren der Hülle 20 nach dem Verlassen des Sitzes 30 durch den Sitzbenutzer S eine Rückdehnung auf das ursprüngliche Volumen nicht möglich ist. Damit steht ein Sitz 30 zur Verfügung, dessen Anlageflächen auch ohne Sitzbelegung exakt der durch den Sitzbenutzer S vorgegeben Kontur entsprechen.
Soll ein anderer Sitzbenutzer S auf dem Sitz 30 Platz nehmen, werden die Absperreinrichtungen 50 geöffnet, so dass sich im Inneren der Auflagen 2 der Umgebungsluftdruck einstellt und die Auflagen 2 ihre Ausgangslage, wie in Fig. 2 dargestellt, einnehmen.
Wie aus dem Ausführungsbeispiel der Fig. 4 hervorgeht, werden die Absperreinrichtungen 50 von einer Steuereinheit 60 angesteuert. Außerdem ist eine als Pneumatikpumpe ausgebildete Fördereinrichtung 62 vorgesehen, durch die der Druck im Inneren der Auflagen 2 verändert werden kann. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist für jede Auflage 2 eine separate Absperreinrichtung 50 vorgesehen, so dass die jeweiligen Auflagen 2 einzeln und unabhängig voneinander angesteuert werden können. Zusätzlich können an den Schlauchleitungen 28 Drucksensoren 64 zur Erfassung des Drucks im Innern der Auflagen 2 vorgesehen sein. Damit kann ein Signal, das den Druck im Inneren der Auflagen 2 repräsentiert, der Steuereinheit 60 als Regelgröße zugeführt werden, um beispielsweise in Abhängigkeit vom Gewicht eines Sitzbenutzers 2 eine individuelle Einstellung der Sitzhärte vornehmen zu können. Zusammenfassend lässt sich die Erfindung wie folgt beschreiben: Ein Sitz 30 setzt sich aus einer Tragstruktur 40 und einer Mehrzahl von Auflagen 2 zusammen. Die Auflagen 2 überdecken den gesamten Bereich der Sitzfläche 32 und der Rückenlehne 34 des Sitzes 30. Jede der Auflagen 2 wird von einem textilen Abstandsgebilde 10 gebildet, das in einer fluiddichten Hülle 20 aufgenommen ist. Die Hülle 20 weist einen Anschluss 26 für eine Schlauchleitung 28 auf. Vor dem Einsitzen eines Sitzbenutzers S auf dem Sitz 30 ist die Schlauchleitung 28 zur Umgebungsluft offen. Unter der Krafteinwirkung durch den Sitzbenutzer S wird die Auflage 2 und damit das Abstandsgebilde 10 zusammendrückt, wobei gleichzeitig Luft aus dem Inneren der Auflage 2 verdrängt wird. Hierdurch erfahren die Auflagen 2 eine Konturierung entsprechend der Körperform des Sitzbenutzers S. Nach dem Einsitzen kann diese Konturierung der Auflagen 2 fixiert werden, indem eine Absperreinrichtung 50 in der Schlauchleitung 28 versperrt wird und somit das reduzierte Luftvolumen im Inneren der Auflage 2 von der Umgebungsluft getrennt wird. Auf diese Weise bleibt die Konturierung der Auflagen 2 des Sitzes 30 erhalten, wenn der Sitzbenutzer S den Sitz 30 verlassen hat.
