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Title:
PAPER BAG AND PRODUCTION METHOD FOR A PAPER BAG
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2016/180513
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a paper bag (10) for bulk goods such as cement, gypsum, granular material, animal feed, or the like, comprising a bottom (2) and an upper part (3) opposite the bottom, wherein, by adding the side parts (5), the bottom and/or the upper part is folded around side folding lines (4) and glued, in particular in the form of a rose bottom or block bottom, wherein at least one glue or adhesive (11) that can be activated after the application is provided for gluing the side parts, which at least one glue or adhesive is applied continuously at least from one side folding line (4) to at least the opposite side folding line (4) of the side parts.

Inventors:
SCHULTE, Gerhard (Pollender Straße 16, Lindlar/Frielingsdorf, 51789, DE)
Application Number:
EP2016/000640
Publication Date:
November 17, 2016
Filing Date:
April 20, 2016
Export Citation:
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Assignee:
DY-PACK VERPACKUNGEN GUSTAV DYCKERHOFF GMBH (Im Ruttenberge 1, Wenden-Gerlingen, 57482, DE)
International Classes:
B65D30/08; B31B50/62; B65D30/18; B65D30/24
Foreign References:
DE202010010512U12010-10-28
EP1858769B12008-10-08
DE102007015099A12008-10-02
DE102009036556A12011-02-17
Attorney, Agent or Firm:
KIRCHNER, Veit (LORENZ SEIDLER GOLSSEL, Rechtsanwalte Patentanwalte Partnerschaft mbBWidenmayerstraße 23, München, 80538, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Papiersack für Schüttgut wie Zement, Gips, Granulat, Tierfutter o. Ä., mit einem Boden und mit einem dem Boden gegenüberliegenden Oberteil, wobei Boden und/oder Oberteil durch Zulegen der Seitenteile um Seitenfalzlinien gefaltet und verklebt sind, insbesondere in Form eines Kreuz- oder Blockbodens, dadurch gekennzeichnet,

dass zur Verklebung der Seitenteile wenigstens ein nach der Aufbringung aktivierbares Klebe- oder Haftmittel vorgesehen ist, das zumindest von einer Seitenfalzlinie bis mindestens zur gegenüberliegenden Seitenfajzlinie der Seitenteile durchgängig aufgetragen ist.

2. Papiersack nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass sich die wenigstens eine aufgetragene Klebe- oder Haftmittelfläche über wenigstens eine der Seitenfalzlinien hinaus erstreckt, vorzugsweise bis unmittelbar zur Kante der Endeinschläge oder darüber hinaus.

3. Papiersack nach einem der- vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere streifenartige und parallel zueinander verlaufende Klebe- oder Haftmittelflächen vorgesehen sind, wobei vorzugsweise pro Eckeinschlag wenigstens zwei parallel verlaufende Streifen vorgesehen sind.

4. Papiersack nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine nicht durchgängige Klebe- oder Haftmittelfläche bzw. Klebe- oder Haftmittelstreifen vorgesehen ist, deren/dessen Teilabschnitte zumindest auf die Seitenfalzlinien und/oder die Mittelfalzlinie fallen.

5. Papiersack nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Klebemittel eine Nassgummierung ist, die durch Liquidoder Dampfzugabe, idealerweise Wasser oder Wasserdampf, aktivierbar ist bzw. das Haftmittel eine Siegelmasse, insbesondere eine Kaltsiegelmasse ist.

6. Papiersack nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Faltung des Bodens und/oder Oberteils zusätzlich mittels eines gesondert aufgetragenen Leims, insbesondere auf Basis eines Stärke- Wasser-Gemischs, verklebt ist, wobei dieser Leimauftrag die Falzlinien ausspart.

7. Papiersack nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Leim und die Klebe- oder Haftmittelflächen in Falzrichtung alternierend aufgetragen sind.

8. Papiersack nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Folie zum Verschluss des Papiersackes mittels des Klebe- oder Haftmittels und/oder des Leims mit den Seitenteilen und/oder Endeinschlägen verklebt ist.

9. Papiersack nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie die aufgetragene Klebe- oder Haftmittelfläche vollständig oder teilweise abdeckt. Verfahren zur Herstellung eines Papiersackes mit einem gefalteten Boden und/oder Oberteil gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das aktivierbare Klebe- und/oder Haftmittel auf eine Papierrolle bzw. Papierbahn zur Herstellung der Papiersäcke aufgetragen und/oder aufgedruckt wird und anschließend im Bodenleger der Boden und/oder das Oberteil gefaltet wird.

Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass im Bodenleger ein Stärke-Wassergemisch aufgetragen wird, so dass ein alternierender Kle- be-/Haftmittel und Stärkebereich entsteht, insbesondere alternierend in Richtung der Seitenfalz- bzw. Mittelfalzlinien.

Verfahren nach einem der Ansprüche 10 oder 11 , dadurch gekennzeichnet, dass eine Aktivierung des vorab aufgetragenen Klebemittels im Bodenleger durch Zugabe von Wasser und/oder Wasserdampf aktiviert wird, insbesondere durch die Auftragung des Stärke-Wassergemischs.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass auf den gefalteten noch aufgeklappten Boden- und/oder Oberteilbereich eine Folie zur luftdichten Sackverschließung mittels des aufgebrachten Klebe- und/oder Haftmittels und/oder des Stärke-Wasser- Gemischs aufgeklebt wird.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Klebe- und/oder Haftmittel über einen Druckzylinder taktmäßig auf die Papierbahn bzw. Papierrolle aufgetragen wird, insbesondere erfolgt der Auftrag in einer Flexodruckmaschine.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 13 der 14, dadurch gekennzeichnet, dass die aufgeklebte Folie die aufgebrachte Klebe- und/oder Haftmittelfläche vollständig oder nur teilweise abdeckt.

Description:
Papiersack und Herstellungsverfahren für einen Papiersack

Die Erfindung betrifft einen Papiersack für insbesondere feinkörniges Schüttgut, wie Zement, Gips, Granulat, Tierfutter oder ähnliches, mit einem Boden und mit einem dem Boden gegenüberliegenden Oberteil, wobei Boden und/oder Oberteil durch Zulegen der Seitenteile um Seitenfalzlinien gefaltet und verklebt sind, insbesondere in Form eines Kreuz- oder Blockbodens. Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein spezielles Herstellungsverfahren für einen derartigen Papiersack.

Gattungsgemäße Papiersäcke sind bekannt, beispielsweise aus der EP 1 858 769 B1. Im Handel verbreitet sind insbesondere die üblichen Größen 5 Kilo, 10 Kilo o- der 25 Kilo. Sie weisen eine oder mehrere Papierlagen auf, die aus Papier oder einem Papierverbund und/oder beschichtetem Papier gebildet sind. Es können auch Lagen aus anderen Materialien vorhanden sein, so zum Beispiel eine Kunststofffolie, wie im Fall der EP 1 858 769 B1.

Hergestellt werden derartige Papiersäcke in der Regel aus Endlos-Papierbahnen, deren Längsränder schlauchartig verklebt werden. Zur Bildung der Säcke wird der Schlauch in Abschnitte geeigneter Länge geschnitten und an den offenen Enden der Schlauchabschnitte werden Boden und Oberteil gefaltet und verklebt, um den Papiersack boden- und/oder kopfseitig zu verschließen. Üblicherweise wird hier eine Kreuz- oder Blockbodenfaltung gewählt, wobei in der Regel zur Erleichterung der Faltung im Bereich der Falzlinien eine Rillung oder ähnlich vorgenommen wird. Die Faltteile werden mittels eines Leims, üblicherweise einem Stärke- Wassergemisch, verklebt. Aus herstellungstechnischen Gründen muss jedoch der verwendete Leim im Bereich der Falzlinien ausgespart werden. Diese Einschränkung ist dadurch begründet, dass der Leim im Bereich der Falzlinien bzw. im Randbereich zu einer Verschmutzung der Produktionsmaschine zur Papiersackherstellung führen würde und eine fortlaufende Produktion der Papiersäcke so nicht möglich wäre. Insbesondere beim Aufbringen einer Rillung im Bereich der Falzlinien würde ein in diesem Bereich vorhandener Leimauftrag zu einer starken Verschmutzung der in der Maschine zur Rillung eingesetzten Werkzeuge führen. Darüber hinaus muss beim Auftrag des Stärke-Leimmusters auch ein gewisser Mindestabstand von den Kanten bzw. Seitenrändern des Bodens/Oberteils eingehalten werden, da ansonsten ebenfalls eine Verschmutzung und Verklebung gewisser Maschinenteile droht.

Durch die Leimaussparung verbleibt jedoch ein nichtverklebter Bereich entlang der Falzlinien und Kanten/Seitenränder im Boden und/oder Oberteil des Papiersackes. Dadurch können Kanäle entstehen, die den Austritt des staubförmigen Füllgutes auch nach dem Verschließen des Sackes ermöglichen.

Weiterhin bewirkt das Zulegen des Bodens/Oberteils eine gewisse Papierstauchung, wodurch Wellungen des Papiers sowie Falten und Verschiebungen im Bereich der Stoßkanten der Bodenmitte, auch Bodenmittellinie genannt, entstehen. Auch diese Wellen, Falten sowie Kanten können mit dem Stärkeleim nicht vollständig verklebt werden, da dieser nicht vollständig eindringt und nicht bis zur Falzkante reicht. Dies bedingt eine zusätzliche Kanalbildung neben den Kanälen der Falzlinien, die die Austrittmenge des Füllgutes erhöhen. Die vorliegende Erfindung befasst sich daher mit der Aufgabe, staubdichtere Papiersäcke bereitzustellen.

Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Papiersack gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch ein Herstellungsverfahren gemäß den Merkmalen des Anspruchs 10. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Papiersackes sowie des Verfahrens sind Gegenstand der sich an die jeweiligen unabhängigen Ansprüche anschließenden abhängige Ansprüche.

Die Erfindung geht von einem gattungsgemäßen Papiersack mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 aus. Erfindungsgemäß ist zur Verklebung der Seitenteile wenigstens ein nach der Aufbringung aktivierbares Klebe- oder Haftmittel vorgesehen, wobei dessen Auftragungsfläche zumindest von einer Seitenfalzlinie bis mindestens zur gegenüberliegenden Seitenfalzlinie der Seitenteile durchgängig verläuft. Erfindungswesentlich ist die Aufbringung einer durchgängigen Klebe- bzw. Haftmittelspur von einer Seitenfalzlinie zur gegenüberliegenden Seitenfalzlinie, die Flächenform, -stärke ist beliebig, wobei sich als bevorzugt eine Streifenform herausstellt.

Ferner ist entscheidend, dass die Aufbringung direkt innerhalb der Seitenfalzlinien beginnt und bis mindestens zur gegenüberliegenden Seitenfalzlinie verläuft. Damit wird eine durchgehende Verklebung beim Zusammenlegen des Papiersackes erreicht und die vorgenannte nachteilige Kanalbildung lässt sich effektiv verhindern. Die nachträgliche Aktivierung erlaubt die Aufbringung zu Beginn des Herstellungsprozesses. Im deaktivierten Zustand besteht somit keine Gefahr, dass einzelne Maschinen während des nachfolgenden Herstellungsprozesses verschmutzen. Eine Aktivierung erfolgt vorzugsweise erst unmittelbar vor dem endgültigen Zusammenlegen des Papiersackes. Einzelne Falzlinien sowie Randbereiche müssen demnach nicht - wie bei der Verwendung von einem Stärkeleim bekannt - ausgespart werden, sondern können vollständig mit dem Klebe- bzw. Haftmittel versehen werden. Als Seitenfalzlinien werden diejenigen Falzlinien verstanden, um die die Seitenklappen zugelegt werden. Bei der Kreuz- und Blockbodenfaltung wird entlang der beiden Seitenklappenfalzlinien zum Schluss gefaltet, sodass diese Falzlinien zum Sackäußeren führen. An den äußeren Bereichen der Seitenklappenfalzlinien befinden sich die Endeinschläge, die beim Kreuzboden als nach außen spitze Eckeinschläge und beim Blockboden als trapezförmige Einschläge ausgebildet sind. Die Seitenteile werden um die Seitenfalzlinien nach innen gefaltet, um diese mittels des Klebe- oder Haftmittels mit den Endeinschlägen und/oder miteinander zu verkleben.

Vorteilhafterweise ist in jedem Endbereich der Seitenfalzlinien, d.h. im Bereich der beiden Endeinschläge, wenigstens eine durchgängige Klebe- oder Haftmittelfläche vorgesehen. Insgesamt können sowohl am Bodenteil als auch am Oberteil jeweils mindestens zwei, vorzugsweise vier durchgängige Auftragsflächen des Klebe- bzw. Haftmittels vorgesehen sein. Sofern eine Integration eines Ventils zum Befüllen des Papiersackes vorgesehen ist, kann auf das Aufbringen von Klebe- bzw. Haftmittel im Bereich des Ventilschlauchs verzichtet werden.

Vorzugsweise erstreckt sich wenigstens eine Klebe- bzw. Haftmittelfläche zwischen den Endbereichen der jeweiligen Seitenfalzlinien, insbesondere quer zur Bodenmittellinie, die zwischen den jeweiligen Seitenfalzlinien liegt und durch die Zusammenlegung der Seitenteile verschlossen werden soll.

Denkbar ist es ebenfalls, dass die aufgebrachte Klebe- oder Haftmittelfläche über wenigstens eine der Seitenfalzlinien hinausverläuft, vorzugsweise bis unmittelbar zur Kante der Endeinschläge oder darüber hinaus auf dessen Rückseite.

Bevorzugt ist auch eine Aufbringung mehrerer streifenartiger und parallel zueinander verlaufender Klebe- und/oder Haftmittelflächen, vorzugsweise sind im Bereich jedes Endeinschlages des Oberteils und/oder Bodens wenigstens zwei parallelverlaufende Streifen vorgesehen. Ergänzend kann zudem eine nicht durchgängige Klebe- oder Haftmittelfläche bzw. - streifen vorgesehen sein, dessen Teilabschnitte zumindest auf die Seitenfalzlinien und/oder die Mittelfalzlinie fallen. Die Aufbringung eines derartigen Klebemusters aus wenigstens zwei parallel verlaufenden Klebe- oder Haftmittelstreifen, idealerweise in Kombination mit einem nichtdurchgängigen Klebe- bzw. Haftmittelstreifen, ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn zur Verklebung der Seitenteile ergänzend ein andersartiger Klebestoff zum Einsatz kommt. Die Verklebeflächen mit unterschiedlichen Klebstoffarten können sich überschneiden oder getrennt nebeneinander angeordnet sein.

Vorzugsweise sind zur festen und stabilen Verklebung Boden- und/oder Oberteil bzw. deren Falzteile zusätzlich mit einem gesondert aufgetragenen, gegebenenfalls andersartigen Leim verklebt, insbesondere auf Basis eines Stärke- Wassergemisches, wobei dieser Leim nicht im Bereich der Falzlinien sowie nicht im Randbereich der Seitenteile oder Einschläge aufgetragen ist, also der Leimauftrag diese Bereiche ausspart. Besonders vorteilhaft ist dabei die Aufbringung des erfindungsgemäßen Klebemittels und/oder Haftmittels in Bereichen benachbart zum Leimauftrag. Ideal ist eine alternierende Auftragung des Leims und des verwendeten Klebe- und/oder Haftmittels in Falzrichtung. Beispielsweise werden in Falzlinienrichtung nebeneinander liegenden Bereiche der Seitenteile abwechselnd mit dem Stärkeleim oder dem Klebe- bzw. Haftmittel mit den Einschlägen verklebt. Durch diese Vorgehensweise lassen sich die Vorteile beider Klebetypen in jedem relevanten Bereich der Verklebung ausnutzen. Die Verklebung mit Stärkeleim auf Papier sorgt für eine besonders gute und mechanische feste Verklebung, da eine gute Verfaserung der verklebten Papierschichten erreicht wird und die Verklebung dringt besonders tief in das Papier ein. Die Verklebung mit dem verwendeten Klebe- bzw. Haftmittel ist demgegenüber nicht so fest, sorgt jedoch durch die quer zur Bodenmi- tellinie durgängige Auftragung für eine flächenmäßig vollständige Verklebung, wodurch die nachteilige Kanalbildung vermieden bzw.- die entstehenden Kanäle der Stärkeleimverklebung verschlossen werden. Bevorzugt wird als Klebemittel eine Nassgummierung bzw. sog. Briefumschlagleim verwendet, die durch Liquid oder Dampfzugabe, insbesondere Wasser oder Wasserdampf aktivierbar sind. Diese Eigenschaft hat den Vorteil, dass der Klebstoff, d.h. die Nassgummierung bzw. der Briefumschlagleim, nach dem Aufbringen auf dem Papiersack deaktivierbar ist, beispielsweise durch Trocknung, um Verschmutzungen der Produktionsmaschinen während der Herstellung zu vermeiden. Unmittelbar vor oder nach dem Falten kann der Klebstoff dann aktiviert werden.

Als Haftmittel kann beispielsweise eine Siegelmasse, vorzugsweise eine Kaltsiegelmasse eingesetzt werden, die beim Zusammendrücken von mit der Siegelmasse versehenen Flächen aktiviert wird und dann klebend wirkt. Eine Aufbringung von Liquid oder Dampf ist in diesem Fall nicht notwendig. Vorstellbar ist ebenfalls die Verwendung eines Heißklebers, der durch Kühlung deaktiviert und mit nachfolgender Wärmezuführung reaktiverbar ist.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann wenigstens eine Folie zum Verschluss des Papiersackes mittels des Klebe- und/oder Haftmittels und/oder des aufgetragenen Leims mit den Seitenteilen und/oder den Endeinschlägen verklebt sein. Die Einbringung einer solchen Folie, auch als Innenriegel bezeichnet, insbesondere einer wasser- und staubdichten Folie, dient zur Realisierung einer besonders bevorzugten Schließung des Papiersackes. Der eigentliche staubdichte Sack- verschluss erfolgt demnach nicht mehr durch das Zusammenlegen der Seitenteile, sondern lediglich durch die Aufbringung der Folie. Zu Transportzwecken werden bevorzugt jedoch auch die Seitenteile wie bekannt zusammengelegt und verklebt.

Die den Innenriegel bildende Folie kann vorzugsweise aus Papier und/oder beschichtetem Papier und/oder Kunststoff und/oder einer Metallfolie gebildet sein. Der Innenriegel kann die aufgetragene Klebe- und/oder Halthaftmittelfläche entweder teilweise oder auch vollständig abdecken. Bei der teilweisen Abdeckung kann der überschüssige Klebe- oder Haftmittelbereich für die Verklebung der Seitenteile dienen. 00640

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Neben dem erfindungsgemäßen Papiersack betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen Papiersackes mit einem gefalteten Boden und/oder Oberteil. Erfindungsgemäß wird vor dem Falten des Bodens bzw. des Oberteils ein Klebe- und/oder Haftmittel auf eine Papierrolle bzw. Papierbahn zur Herstellung der Papiersäcke aufgetragen und/oder aufgedruckt. Der Auftrag des Klebe- und/oder Haftmittels erfolgt derart, sodass sich ein erfindungsgemäßer Papiersack gemäß der vorliegenden Erfindung bzw. einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ergibt. Erst nach dem Auftragen der Klebe- und/oder Haftmittelfläche auf die Papierrolle bzw. Papierbahn wird der Papiersack anschließend im Bodenleger gefaltet und verklebt, wobei die Aktivierung des verwendeten Klebe- und/oder Haftmittels erst unmittelbar vor bzw. beim Zusammenlegen bzw. Verkleben der Seitenteile erfolgt.

Ferner wird bevorzugt im Bodenleger ein Wasserstärke-Gemisch aufgetragen, sodass ein Verklebebereich mit alternierenden Klebe-/Haftmittel- und Stärkeleimflächen entsteht, insbesondere alternierend in Richtung der Seitenfalz- bzw. Bodenmittellinien.

Die Aktivierung des vorab aufgetragenen Klebemittels im Bodenleger kann gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens durch die Zugabe von Wasser und/oder Wasserdampf aktiviert werden. Bei der Verwendung eines Wasserstärke- Gemisches zur Verklebung der Seitenteile ist es zweckmäßig, durch diese Wasserzugabe gleichzeitig das aufgetragene Klebemittel im Bodenleger zu aktivieren. Zusätzlich oder alternativ kann ebenfalls eine Wasserdampfzugabe per Druckdüse erfolgen.

In einem optionalen Verfahrensschritt kann auf den gefalteten jedoch noch aufgeklappten Boden- und/oder Oberteilbereich wenigstens ein Innenriegel zur luftdichten Sackverschließung mittels des aufgebrachten Klebe- und/oder Haftmittels und/oder des Stärke-Wassergemisches aufgeklebt werden. Die Aufbringung des Klebe- und/oder Haftmittels auf die Papierbahn bzw. Papierrolle erfolgt vorzugsweise über einen Druckzylinder, der taktmäßig die gewünschte Flächenform aufdruckt, sodass sich das erfindungsgemäße Klebe- bzw. Haftmittelmuster ergibt. Die Aufbringung dieses Klebe- und/oder Haftmittels erfolgt vorteilhaft mit Hilfe einer Flexodruckmaschine.

Größe und Form der Auftragsfläche sowie die Auftragsstärke des Klebe- bzw. Haftmittels kann variabel gestaltet werden, beispielsweise in Abhängigkeit der verwendeten Materialien und/oder der Produktionsanlage und/oder des beabsichtigten Abwendungszweckes des hergestellten Papiersackes, d.h. in Abhängigkeit des gewünschten Füllgutes.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird während des Verfahrens das gewählte Klebe- bzw. Haftmittel nach dem Auftragen für eine nachfolgende Rillung oder anderweitige Bearbeitung der Falzlinien deaktiviert, so beispielsweise durch aktive oder passive Trocknung des aufgebrachten Klebemittels, sodass nachfolgend für die Rillung oder anderweitige Bearbeitung eingesetzte Maschinenteile bzw. -Werkzeuge nicht durch den in diesem Bereich vorhandenen Klebstoff verschmutzt werden. Nach dieser Rillung bzw. Bearbeitung, d.h. wenn keine Maschinenteile bzw. Werkzeuge mehr in Kontakt mit den Falzlinien kommen, kann der Klebstoff aktiviert werden. In einer anderen bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann als Klebemittel auch ein Heißkleber verwendet werden, der durch Wärmezufuhr aktiviert werden kann. Besonders bevorzugt wird der Heißkleber warm bzw. heiß auf den Papiersack aufgebracht und nach der Aufbringung zunächst in Wege der Kühlung deaktiviert. Später erfolgt dann für das Zulegen bzw. Verschließen des Bodens bzw. Oberteils die Aktivierung des Heißklebers durch Wärmezufuhr.

Wenn bevorzugt eine Siegelmasse, insbesondere Kaltsiegelmasse verwendet wird, kann die Klebewirkung dadurch aktiviert werden, dass Flächen, die mit der Kaltsiegelmasse bedeckt sind, zusammengedrückt werden. Dazu ist die Kaltsiegelmasse nicht nur zwischen den Seitenfalzlinien aufzubringen, sondern zudem auch auf den Bereichen der Seitenteile aufzutragen, die auf die entsprechende Fläche zwischen den Falzlinien gedrückt wird.

Weitere Vorteile und Eigenschaften der Erfindung werden im Folgenden anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Es zeigen:

Figur 1 : eine schematische Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Papiersack mit Boden und Oberteil,

Figur 2: eine Draufsicht auf den offenen Boden eines Papiersackes gemäß dem

Stand der Technik,

Figur 3: eine Draufsicht auf den offenen Boden des erfindungsgemäßen Papiersackes,

Figur 4: eine schematische Darstellung eines Ausschnittes einer Papierbahn zur

Herstellung eines erfindungsgemäßen Papiersackes,

Figur 5: eine weitere Draufsicht auf den erfindungsgemäßen Papiersack mit offenem Boden und

Figur 6: eine Draufsicht auf den geschlossenen Boden des erfindungsgemäßen

Papiersackes.

Figur 1 zeigt den erfindungsgemäßen Papiersack 10 mit einem Kreuzboden 2 und einem Oberteil 3, wobei der Boden 2 und das Oberteil 3 auf der Vorderseite 9 des Papiersackes 10 gefaltet sind. Nicht erkennbar ist dabei die Rückseite des Sacks 10, die unter der Vorderseite 9 liegt. Im Oberteil 3 ist ein Ventilschlauch 50 zum Befüllen des Papiersackes 10 eingesetzt. Der Papiersack kann zwei oder mehr Papier- bzw. Materialschichten umfassen. Die konkrete Ausgestaltung des Papiersackes 10, d.h. die verwendete Anzahl an Papier- bzw. Materiallagen ist für die Ausführung der Erfindung unerheblich, weshalb nicht näher darauf eingegangen wird. Im Oberteil kann ein an sich bekanntes Ventil 50 zum Befüllen des Sackes vorgesehen sein.

Zur Verdeutlichung der Vorteile der vorliegenden Erfindung wird zunächst ein offenes teilgefaltetes Bodenteil 2 eines konventionellen Papiersackes 1 betrachtet, das in Figur 2 dargestellt ist. Zu sehen ist eine Detailaufnahme des Sackbodens 2 des konventionellen Papiersackes 1 mit Kreuzboden. In der Figur 2 ist der Kreuzboden 2 jedoch nicht zugefaltet, sondern die Seitenklappen 5 sind aufgeklappt und die Eckeinschläge 6 erkennbar. Für die Faltung des Kreuzbodens werden beide Seitenklappen 5 in Pfeilrichtung 7 nach innen geklappt und zwar entlang der jeweiligen Seitenklappenfalzlinien 4, die mit einer Bodenrillung versehen sind.

Zur Verklebung des Kreuzbodens, d.h. der beiden Seitenklappen 5, ist flächig ein Leim 8 aus einem Stärke-Wassergemisch bereichsweise auf den entsprechenden Oberflächen aufgebracht, um die obere Seitenklappe 5 mit den Eckeinschlägen 6 und die untere Seitenklappe 5 mit der Oberfläche der bereits eingeklappten Seitenklappe 5 zu verkleben. Weiterhin ist in Figur 2 erkennbar, dass im Bereich der gerillten oberen und unteren Seitenklappenfalzlinien 5 der Leim 8 ausgespart ist und dieser Bereich damit leimfrei verbleibt. Selbiges gilt für die Randbereiche der Eckeinschläge 6 als auch der Seitenklappen 5, der äußere Rand bleibt durchgehend leimfrei.

Diese Aussparung hat den technischen Hintergrund, dass während der Produktion, insbesondere beim Erstellen der Bodenrillung entlang der Falzlinien 4, kein Leim auf die dazu notwendigen Produktionswerkzeuge gelangen darf bzw. bei einer Aufbringung des Leims im Randbereich es zu einer Verschmutzung darunter liegender Maschinenteile kommen würde. Aufgrund der Aussparung im Leimauftrag 8 entlang der Falzlinien 4 und im Randbereich entsteht jedoch nachteilig ein luft- und staubdurchlässiger Kanal, aus dem Füllgut vom Sackinneren über die in Figur 6 markier 1 ten Sackkanten 20 sowie den Austritt 21 der Bodenmittellinie 4" nach außen dringen kann. Verstärkt wird die Kanalbildung dadurch, dass beim Zuklappen des Bodens eine Stauchung des Papiers auftritt, wodurch es zusätzlich zu einer Wellung des Papiers sowie zur Faltenbildung und Verschiebung im Bereich der Stoßkanten der Bodenmittellinie 4" kommt. Diese Wellen und Falten sowie Kanten können mit dem Stärkeleim 8 nicht vollständig verklebt werden, da dieser nicht vollständig eindringt und nicht bis zur Falzkante reicht.

Der erfindungsgemäße Lösungsansatz ist in Figur 3 verdeutlicht. Die Darstellung zeigt ebenfalls eine Detailaufnahme eines offenen teilgefalteten Kreuzbodens 2 des erfindungsgemäßen Papiersackes 10. Die gegenüber dem Stand der Technik identischen Merkmale des Kreuzbodens 2 werden mit identischen Bezugszeichen versehen. Die erfindungsgemäße Nassgummierung 11 wird durchgängig zwischen den beiden Seitenfalzlinien 4 der Seitenteile 5 aufgebracht. Insbesondere werden die markanten Stellen im Bereich der Seitenfalzlinien 4, der Einschnitte 4' sowie möglicher Papierfalten speziell im Bereich der Bodenmitte 4" luftdicht geschlossen, sodass ein Austritt des Füllgutes bei geschlossenem Papiersack 10 verhindert wird.

In der Darstellung gemäß Figur 3 ist weiter ersichtlich, dass die Nassgummierung 11 in einem speziellen Klebemuster auf die Eckeinschläge 6 des Bodens 2 aufgebracht ist. Insbesondere erstrecken sich zwei parallele durchgehende Klebestreifen 11' sowie ein unterbrochener Klebestreifen 11" von einer Seitenfalzlinie 4 zur gegenüberliegenden Seitenfalzlinie 4. Endseitig sind die Klebestreifen 11', 11 " über eine vollflächige Klebefläche 11 "' miteinander verbunden.

Diese vorteilhafte Anordnung der Klebefläche 11 dient zur Erreichung einer in Richtung der Mittelfalzlinie 4" alternierenden Aufbringung von aktivierbarem Klebstoff 11 und konventionellem Stärkeleim 8, wodurch vorteilhaft die positiven Eigenschaften beider Klebemittel 8, 11 ausgenutzt werden können. Der Stärkeleim 8 wird wie bisher mit dem Muster gemäß Figur 2 aufgetragen. Als Klebstoff wird im Ausführungsbeispiel eine Nassgummierung 11 vorgeschlagen, als Alternativen sind jedoch auch die Verwendung Siegelmasse, insbesondere Kaltsiegelmasse, bzw. eines Heißklebers denkbar.

Das Herstellungsverfahren zur Produktion des erfindungsgemäßen Papiersackes 10 mit den staubdicht verschlossenen Falzlinien 4, 4" soll im Nachfolgenden erläutert werden. Der Klebstoff in Form der Nassgummierung bzw. der Kaltsiegelmasse wird in einer Flexodruckmaschine taktmäßig über einen Druckzylinder auf eine Papierrolle bzw. Papierbahn 100 aufgetragen, wie sie in Figur 4 dargestellt ist. Der Klebstoff 11 wird dabei im Bereich der Papierbahn 100 aufgetragen, sodass dieser später im nachfolgenden Prozess der Bodenfaltung das in Figur 3 dargestellte Klebemuster 11 ergibt.

Die Größe und Form der Auftragsfläche sowie die Auftragsdicke des aktivierbaren Klebstoffes 11 bzw. der Kaltsiegelmasse kann variabel gestaltet werden, so zum Beispiel in Abhängigkeit des verwendeten Materials für die Herstellung des Papiersackes 10 oder des verwendeten Herstellungsprozesses bzw. in Abhängigkeit des ausgewählten Füllgutes für den produzierten Papiersack 10.

Im nächsten Schritt wird die Papierbahn 100 in der sogenannten Schlauchmaschine in Längsrichtung überlappend zusammengeschlagen und verklebt und so zu einem Schlauch geformt und dann auf geeignete Länge geschnitten. Die mit dem Klebstoff 11 oder Kaltsiegelmasse vorgedruckten Schlauchabschnitte werden nachfolgend zum Bodenleger des Herstellungsprozesses befördert. Am Bodenleger werden die Sackböden 2, wie in der Figur 3 dargestellt, gefaltet und es wird das bekannte Leimgemisch 8 zur Verklebung des Kreuzbodens 2, wie in Figur 5 dargestellt, auf die Seitenteile 5 sowie die Eckeinschläge 6 aufgebracht. Der verwendete Leim 8 basiert auf einem Stärke-Wassergemisch, wobei während der Aufbringung darauf zu achten ist, dass dieser im Bereich der Seitenklappenfalzlinien 4 sowie den Randbereichen der Seitenklappen 5 und der Eckeinschläge 6 ausgespart ist. Ebenfalls am Bodenleger wird entlang der Seitenklappenfalzlinien 4 eine Bodenril- lung erzeugt. Die zur Aktivierung des Klebstoffes 11 nötige Befeuchtung erfolgt durch das aufgetragene Stärke-Wassergemisch 8. Diese wird dadurch erreicht, dass der Klebstoff 11 durch die Kapillarwirkung des Papiers aktiviert wird. Das im Stärkeleim 8 enthaltene Wasser verbreitet sich im Papier und diffundiert zu den Klebstoffstellen 11 , wodurch diese angelöst und nach Art eines Briefumschlagleims klebend gemacht werden.

Optional kann die Befeuchtung des Klebstoffes 11 durch eine geeignete Düse mittels Wasserdampf unterstützt werden.

Der zugelegte Kreuzboden 2 des erfindungsgemäßen Papiersackes 10 ist nunmehr im Bereich der Seitenklappenfalzlinien 4, des Bodenmittelkanals 4" und der Randbereiche 4' gut verschlossen, sodass insbesondere im Bereich der markierten Sackkanten 20 der Figur 6 kein Füllgut mehr entweichen kann. Der Sack 10 wird dadurch deutlich staubdichter und verhindert somit eine Verschmutzung der Abfüllanlage beim Kunden, sowie eine Verschmutzung der gefüllten Säcke 10 auf der Palette.

Das Oberteil 3 kann in analogerweise zum Boden 2 ausgestaltet sein.

Bevorzugt kann vor dem Zusammenlegen der Seitenteile 5 zusätzlich ein sogenannter Innenriegel aufgebracht werden, der das Bodenteil 2 des Papiersackes 0 luftdicht verschließt. Ein derartiger Innenriegel besteht beispielsweise aus einer Kunststofffolie, die entweder vollständig die Klebeflächen des Klebstoffes 11 überdeckt bzw. alternativ nur teilweise auf gewisse Flächen des Klebstoffes 11 geklebt wird. Die Verklebung erfolgt jedenfalls derart, sodass die Öffnung des Bodenteils 2 vollständig luftdicht als auch staubdicht mithilfe der Folie verklebt wird. Die Seitenteile 5 tragen zur staubdichten Verschließung des Papiersackes nichts bei, sondern die Faltung dient lediglich der optischen Gestaltung des Papiersackes 10 zu Transportzwecken. Wenn ein Innenriegel verwendet wird, könnte grundsätzlich auch auf die Gummierung 11 verzichtet werden. Bei der Verwendung eines Innenriegels kann insbesondere so vorgegangen werden, dass auf dem Innenriegel ein Stärkeleimrahmen aufgebracht wird, der dann auf den geöffneten Boden 2 geklebt wird. Dann kommt der Stärkeleim direkt vollflächig auf den Boden 2, sodass keine Gummierung notwendig ist. Eine weitere Variante kann derart ausgestaltet sein, dass durch einen Innenriegel die Gummierung 11 für die Bodenverklebung nur teilweise abgedeckt wird. Der nichtabgedeckte Teil wird dann bei der Zulegung des Bodens 2 verklebt.