GRAETER, Frieder (Gartenstraße 50, Köln, 50996, DE)
VAN DE VENNE, Olaf (Tulpenweg 32, Rösrath, 51503, DE)
WORRINGER, Stefan (835 Cole Street 2, San Francisco, California, 94117, US)
BÜNING, Daniel (Hohenzollerstr. 67, Essen, 45128, DE)
GRAETER, Frieder (Gartenstraße 50, Köln, 50996, DE)
VAN DE VENNE, Olaf (Tulpenweg 32, Rösrath, 51503, DE)
WORRINGER, Stefan (835 Cole Street 2, San Francisco, California, 94117, US)
| Patentansprüche Parabolspiegelwaschfahrzeug (1) umfassend ein frei verfahrbares, lenkfähiges und motorgetriebenes Trägerfahrzeug (2) mit einem auf einer Ladefläche angeordneten Waschflüssigkeitstank (3) und einer am Trägerfahrzeug (2) angeordneten und einen Tragarm (6) aufweisenden Waschvorrichtung (5), mit welcher Waschflüssigkeit aus dem Waschflüssigkeitstank (3) auf eine zu reinigende Parabolspiegeloberfläche (10} aufbringbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Waschvorrichtung (5) an dem Trägerfahrzeug (2} befestigt ist und einen mit mindestens drei Bewegungsfreiheitsgraden ausgestatteten und/oder zumindest teilweise um mindestens zwei Achsen {IIa, IIb, 11c, lld) verschwenkbaren Tragarm (6) aufweist. Parabolspiegelwaschfahrzeug {1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Waschvorrichtung {5) nach Art eines Industrieroboters, insbesondere Knickarmroboters, mit einem um bis zu sechs Rotationsachsen bewegbaren Tragarm (6) ausgebildet . ist . Parabolspiegelwaschfahrzeug (1} nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet, dass der Tragarm (6) an der Frontpartie des Trägerfahrzeugs (2) angeordnet ist. 4 . Parabolspiegelwaschfahrzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragarm (6) quer zur Fahrzeuglängsachse verschiebbar an dem Trägerfahrzeug (2) angeordnet ist. 5. Parabolspiegelwaschfahrzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Tragarm (6) ein Reinigungsdüsen (8) und/oder Reinigungsbürsten (9) aufweisender Reinigungskopf (7) angeordnet ist. Parabolspiegelwaschfahrzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Reinigungskopf (7) mehrere Reinigungsbürstenreihen umfasst, wobei benachbarte Reinigungsbürstenreihen abwechselnd jeweils mit steif ausgebildeten und weich ausgebildeten Reinigungsbürstenelementen ausgestattet sind. Parabolspiegelwaschfahrzeug (1) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Reinigungskopf (7) austauschbar an dem Tragarm (6) angeordnet ist. Parabolspiegelwaschfahrzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Reinigungskopf (7) und/oder dem Tragarm (6) dessen/deren Bewegung (en) steuernde Ultraschallsensoren mit zugehöriger Steuerung zugeordnet sind. Parabolspiegelwaschfahrzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragarm (6) hydraulisch verstellbar ausgebildet ist. Parabolspiegelwaschfahrzeug (1) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydraulik des Tragarms (6) mit der den Ultraschallsensoren zugehörigen Steuerung in Wirkverbindung steht. Parabolspiegelwaschfahrzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf oder an dem Trägerfahrzeug (2) ein einen erhöhten Waschflüssigkeitsdruck erzeugendes Pumpsystem angeordnet ist, das mit dem Waschflüssigkeitstank (3) Wirkverbindung steht. Parabolspiegelwaschfahrzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägerfahrzeug (2) ein allradgetriebenes Kraftfahrzeug ist. 13. Parabolspiegelwaschfahrzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragarm (6} als Teleskopausleger ausgebildet ist. |
Die Erfindung richtet sich auf ein
Parabolspiegelwaschfahrzeug umfassend ein frei verfahrbares , lenkfähiges und motorgetriebenes Fahrzeug mit einem auf einer Ladefläche angeordneten Waschflüssigkeitstank und einer am Fahrzeug angeordneten Waschvorrichtung, mittels welcher Waschflüssigkeit aus dem Waschflüssigkeitstank auf eine zu reinigende Parabolspiegeloberfläche aufbringbar ist.
Solarkraftwerke mit Parabolrinnenkollektoren werden üblicherweise in warmen, sonnenreichen Gegenden, insbesondere Wüstengegenden, errichtet. In diesen Gegenden stellen umherfliegender und aufgewirbelter Staub oder Sand Verschmutzungspartikel dar, die sich auf den Parabolspiegeln eines Parabolrinnenkollektorkraftwerkes niederschlagen. Durch die Sand- oder Staubablagerungen auf den Spiegelsegmenten sinkt deren Reflektivität . Damit wird weniger Sonnenlicht auf das in der Brennlinie der Spiegelsegmente angeordnete Absorberrohr mit dem darin fließenden Wärmeträgermedium reflektiert, so dass dadurch insgesamt die
Kraftwerkseffizienz sinkt. Um den Wirkungsgrad des Kraftwerks hoch zu halten und die durch die Verschmutzung der Spiegel um 0,1% - 2% pro Tag verminderte Reflektivität zu beseitigen, ist daher die regelmäßige Reinigung des Solarfeldes und der Spiegelflächen, in der Regel ein- bis zweimal pro Woche, elementarer Bestandteil der regelmäßigen Wartungsarbeiten in einem Solarkraftwerk. Aus der Praxis sind neben der manuellen Reinigung der Spiegelsegmente mittels Sprühlanzen und Handbürsten auch bei der Reinigung eingesetzte Parabolspiegelwaschfahrzeuge bekannt. Eine Reinigungsmethode besteht darin, von einem Lastwagen aus mit Hochdruckdüsen gegen den Spiegel eines Parabolrinnenkollektors zu sprühen. Hierbei sind an einer Vorrichtung mehrere feststehende oder rotierende Düsen angeordnet, die beim Vorbeifahren Waschflüssigkeit unter Hochdruck auf die Spiegeloberfläche sprühen. Der Abstand zur Spiegeloberfläche wird dabei entweder durch die Position des Fahrzeuges zum Kollektor gesteuert oder mit Hilfe von Ultraschallsensoren und elektronischer Steuerung automatisch konstant gehalten. Ein auf einem von den Lastwagen gezogenen Anhänger oder auf dem Lastwagen selbst montierter Wassertank mit angeschlossener Wasserpumpe versorgen die
Waschvorrichtung mit der notwendigen Waschflüssigkeit und dem notwendigen Druck.
Bei einer anderen Reinigungsmethode ist auf einem Fahrzeug ein Auslegearm angeordnet, dessen Reinigungskopf Bürsten umfasst, die beim Vorbeifahren des Fahrzeugs an einem Spiegelsegment über die Spiegeloberfläche gezogen werden. Düsen vor, zwischen und hinter den Bürstenreihen sprühen ergänzend Wasser unter Hochdruck auf die Spiegeloberfläche. Der Auslegearm wird von einer Person bedient und von dieser manuell in Position gebracht und gehalten. Wassertank, Wasserpumpe und Bediener sind auf einem Anhänger untergebracht, der von einer Zugmaschine gezogen wird.
Bei den aus der Praxis bekannten Reinigungsmethoden finden als Trägerfahrzeug serienmäßige Lastkraftwagen oder Traktoren mit Anhänger Verwendung. Diese sind lang und schwer, verteilen ihr hohes Gewicht auf geringe Reifenflächen und sind dadurch unhandlich. Auch besteht die Gefahr, dass sich das Fahrwerk aufschaukelt. Insbesondere zwischen den parallel angeordneten Reihen von Parabolspiegelkollektoren müssen die Trägerfahrzeuge aber unter beengten Bedingungen wenden und manövrieren können. Ein weiterer Nachteil der bekannten Reinigungsmethoden besteht darin, dass die Waschvorrichtung und das Trägerfahrzeug von jeweils einer Person betätigt werden. Der Fahrer des Trägerfahrzeuges kann somit die Waschvorrichtung nicht unmittelbar überwachen und damit auf einen eventuellen Fehler an der Waschvorrichtung nicht unverzüglich reagieren. Schließlich besteht ein weiterer Nachteil darin, dass aufgrund der manuellen Bedienung der Waschvorrichtung Fehlbetätigungen oder ein Aufsetzen auf die Spiegeloberfläche erfolgen können, da der schwere und träge Tragarm manuell gesteuert wird.
Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, eine Lösung zu schaffen, die es ermöglicht, die Präzision der durchzuführenden Reinigungstätigkeit zu verbessern.
Bei einem Parabolspiegelwaschfahrzeug der eingangs näher bezeichneten Art wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Waschvorrichtung an dem Trägerfahrzeug befestigt ist und einen mit mindestens drei Bewegungsfreiheitsgraden ausgestatteten und/oder zumindest teilweise um mindestens zwei Achsen verschwenkbaren Tragarm aufweist .
Aufgrund des mit mehreren Bewegungsfreiheitsgraden ausgestatteten und/oder zumindest teilweise um mindestens zwei Achsen verschwenkbaren Tragarms ist es möglich, die Präzision der durchzuführenden Reinigungstätigkeiten zu verbessern. Der nach Art eines Auslegerarmes > eines Baggerarmes ausgebildete Tragarm umfasst beispielsweise zwei Tragarmabschnitte, die einerseits um eine Achse verschwenkbar miteinander verbunden sind und von denen ein Tragarmabschnitt um eine zweite Achse verschwenkbar am Trägerfahrzeug angeordnet ist. Hierdurch lässt sich, wie von Baggern bekannt, ein Auslegearm ausgestalten, der beispielsweise mit einer Hydraulik und dadurch mit einer verbesserten Steuer- und Manövrierbarkeit ausstattbar ist. Ein solcher Arm lässt sich präziser steuern, als die aus ' der Praxis bekannte manuelle Steuerung eines schweren und trägen Auslegearms. Darüber hinaus lassen sich nun alle für die Ausbildung des Parabolspiegelwaschfahrzeuges notwendigen Einrichtungs- , Ausrüstungs- und Vorrichtungsgegenstände auf einem Trägerfahrzeug anordnen, so dass dadurch die Manövrierfähigkeit des Fahrzeugs weiter erhöht wird, weil beispielsweise kein Anhänger mehr notwendig ist. Außerdem kann in Kombination der beschriebenen Vorteile nun sowohl das Fahrzeug als auch die Waschvorrichtung mit zugeordnetem Tragarm von einer Person gefahren bzw. betätigt werden. Hierdurch werden Bedienfehler reduziert, da der Fahrer sowohl auf das Fahrzeug als auch auf die Waschvorrichtung einwirken kann .
Dadurch, dass nun alle für die Ausbildung des Parabolspiegelwaschfahrzeuges wichtigen Komponenten auf dem Trägerfahrzeug angeordnet sind, kann dieses relativ klein und kompakt und insbesondere mit einem gegenüber üblichen Lastkraftwagen deutlich geringeren Radstand ausgebildet sein. Eine besonders gute Beweglichkeit und ein verbesserter Automatisierungsgrad lässt sich in Ausgestaltung der Erfindung dadurch erreichen, dass die Waschvorrichtung nach Art eines Industrieroboters, insbesondere Knickarmroboters, mit einem um bis zu sechs Rotationsachsen bewegbaren Tragarm ausgebildet ist.
Die Gefahr von Unfällen und der Beschädigung von mit dem Parabolspiegelwaschfahrzeug zu reinigenden Spiegeloberflächen lassen sich weiterhin dadurch reduzieren, dass der Tragarm an der Frontpartie des Trägerfahrzeugs angeordnet ist, was die Erfindung in Ausgestaltung vorsieht. Hierdurch wird die Übersichtlichkeit für den Fahrer verbessert, da er dann gleichzeitig die Fahrstrecke und die Reinigungsstrecke einsehen und den sich in seinem Sichtbereich befindlichen Tragarm beobachten kann. Dies unterstützt die einfache und sichere Bedienung des Parabolspiegelwaschfahrzeuges. Hierbei ist es bei der Ausbildung der Beweglichkeit des Tragarmes weiterhin von Vorteil, wenn der Tragarm quer - vorzugsweise senkrecht - zur Fahrzeuglängsachse verschiebbar an diesem angeordnet ist. Weiterhin lässt sich hierdurch auf einfache Art und Weise eine Abstandsregelung ausbilden, die dafür Sorge trägt, dass durch Querverschiebung des Tragarmes die Waschvorrichtung konstant mit ihrem Reinigungskopf oder ihrer Waschvorrichtung an der Spiegeloberfläche auch dann positioniert ist, wenn das Fahrzeug nicht exakt parallel zu dem jeweils zu reinigenden Sonnenkollektor fährt, sondern beispielsweise aufgrund von Bodenunebenheiten ausweichende Lenkbewegungen vollzogen werden müssen. In Weiterbildung sieht die Erfindung vor, dass an dem Tragarm ein Reinigungsdüsen und/oder Reinigungsbürsten aufweisender Reinigungskopf angeordnet ist. Hierbei ist es dann gemäß weiterer Ausgestaltung der Erfindung von Vorteil, wenn der Reinigungskopf mehrere Reinigungsbürstenreihen umfasst, wobei benachbarte Reinigungsbürstenreihen abwechselnd jeweils mit steif ausgebildeten und weich ausgebildeten
Reinigungsbürstenelementen ausgestattet sind.
Hierbei ist es gemäß Weiterbildung der Erfindung von Vorteil, wenn der Reinigungskopf austauschbar an dem Tragarm angeordnet ist. Hierdurch ist es möglich, den Reinigungskopf je nach gewünschtem Anwendungszweck schnell und unkompliziert zu wechseln, so dass beispielsweise eine Bürste als Reinigungsvorrichtung oder die Kombination von Bürsten und Düsen oder auch Düsen alleine als eigentliche Reinigungsvorrichtung zum Einsatz kommen und schnell gewechselt werden können. Ein solcher Umbau durch Austausch des Reinigungskopfes macht einen flexiblen Umbau von einem gängigen Reinigungsverfahren auf ein anderes Reinigungsverfahren möglich. Um eine automatische Abstandsregelung zur zu reinigenden Spiegeloberfläche realisieren zu können zeichnet sich die Erfindung weiterhin dadurch aus, dass dem Reinigungskopf und/oder dem Tragarm dessen/deren Bewegung (en) steuernde Ultraschallsensoren mit zugehöriger Steuerung zugeordnet sind. Mit einer Ultraschallabstandsüberwachung lässt sich während der Fahrt des Parabolspiegelwaschfahrzeuges automatisch der Abstand der Bürsten oder Düsen der Waschvorrichtung zur Spiegeloberfläche regulieren und auf dem gewünschten Maß halten. Die Gefahr einer Kollision der Waschvorrichtung mit der Spiegeloberfläche ist dadurch deutlich reduziert. Gleichzeitig lassen sich dadurch höhere Fahrgeschwindigkeiten des Parabolspiegelwaschfahrzeuges realisieren.
Von besonderem Vorteil ist es hierbei, wenn der Tragarm hydraulisch verstellbar ausgebildet ist, wodurch sich die Erfindung ebenfalls auszeichnet. Mit einer hydraulischen Steuerung des Tragarmes, beispielsweise durch an diesem oder Teilabschnitten von diesem angeordnete Hydraulikzylinder mit Ausschubstange, lässt sich eine flexible und schnelle Positionierung des Tragarms relativ zur zu reinigenden Spiegeloberfläche erreichen. Insbesondere sind dadurch auch während der Fahrt notwendig werdende Korrekturen aufgrund sich ergebender Veränderungen der Relativpositionen von Parabolspiegelwaschfahrzeug und zu reinigender
Spiegeloberfläche schnell auch während der Fahrt ausgleichbar. Darüber hinaus ergibt sich die Möglichkeit, dass eine Hydraulik es ermöglicht, beispielsweise mittels eines Joysticks sowohl den Tragarm als auch das Trägerfahrzeug zu steuern.
Ganz besonders zweckmäßig ist es hierbei dann, dass die Hydraulik des Tragarms mit der den Ultraschallsensoren zugehörigen Steuerung in Wirkverbindung steht. Dies ermöglicht die Ausbildung eines weiter erhöhten Automatisierungsgrades und insbesondere die fehlerfreie, gegebenenfalls computerunterstützte Steuerung von Fahrzeug und Waschvorrichtung bzw. Tragarm durch eine Person und die Vermeidung von Bedienfehlern.
Um mit dem Parabolspiegelwaschfahrzeug auch Waschflüssigkeit mit einem ausreichend hohen Druck auf eine zu reinigende Spiegeloberfläche aufsprühen zu können, zeichnet sich die Erfindung weiterhin dadurch aus, dass auf oder an dem Trägerfahrzeug ein einen erhöhten Waschflüssigkeitsdruck erzeugendes Pumpsystem angeordnet ist, das mit dem Waschflüssigkeitstank in Wirkverbindung steht.
Da das Gelände, auf welchem Parabolrinnenkollektoren aufgestellt sind, nicht unbedingt exakt eben und mit einer rutschfesten Oberfläche ausgebildet ist, ist es gemäß Weiterbildung der Erfindung zweckmäßig, wenn das Trägerfahrzeug ein ailradgetriebenes Kraftfahrzeug ist.
Um eine über die mögliche Verschiebung quer zur Fahrzeuglängsachse hinausgehende Bewegbarkeit des Tragarmes insbesondere in Querrichtung zum Trägerfahrzeug, aber auch um insgesamt eine Variabilität bezüglich der mit dem Tragarm zu überbrückenden Distanz zu realisieren, sieht die Erfindung schließlich auch vor, dass der Tragarm als Teleskopausleger ausgebildet ist. Die Erfindung ist nachstehend anhand einer Zeichnung beispielhaft näher erläutert. Diese zeigt in
Fig. 1 in Draufsicht in schematischer Darstellung ein
Parabolspiegelwaschfahrzeug, Fig. 2 schematischer Darstellung einen
Parabolspiegel in Reinigungsstellung und in
Fig . 3 in schematischer Darstellung eine Frontansicht eines Parabolspiegelwaschfahrzeugs .
Das insgesamt mit 1 bezeichnete Parabolspiegelwaschfahrzeug besteht aus einem frei verfahrbaren, lenkfähigen und motorgetriebenen Trägerfahrzeug 2, bei welchem es sich beim Ausführungsbeispiel um ein allradgetriebenes Kraftfahrzeug handelt, das kompakt, d.h. relativ schmal und mit einem relativ kurzen Radstand versehen, ausgebildet ist. Das Trägerfahrzeug 2 ist somit von der Größe her kleiner als ein üblicher Standardlastkraftwagen ausgebildet. Auf der Ladefläche des Trägerfahrzeugs 2 ist ein
Waschflüssigkeitstank 3 angeordnet. An der Frontseite des Trägerfahrzeugs 2 ist eine Frontanbauplatte 4 befestigt, an welcher eine Waschvorrichtung 5 quer und senkrecht zur Fahrzeuglängsachse verschiebbar befestigt ist. Die Waschvorrichtung 5 umfasst einen Tragarm 6 und einen an einem Ende daran befestigten Reinigungskopf 7. Im
Ausführungsbeispiel nach der Fig. 1 umfasst der Reinigungskopf 7 Bereiche mit Sprühdüsen 8 und als Reinigungsbürste 9 ausgebildete Bereiche. Die Waschvorrichtung 5 steht in Wirkverbindung mit dem Waschflüssigkeitstank 3, so dass mittels der Waschvorrichtung 5 Waschflüssigkeit aus dem Waschflüssigkeitstank 3 auf eine zu reinigende Parabolspiegeloberfläche 10 (siehe Fig. 2 und 3} aufbringbar ist.
Die Waschvorrichtung 5 ist über die Frontanbauplatte 4 an dem Trägerfahrzeug 2 befestigt und umfasst den Tragarm 6, der mit mindestens drei Bewegungsfreiheitsgraden ausgestattet und mit Teilarmbereichen 6a, 6b um vertikal ausrichtbar ausgebildete erste und zweite Achsen IIa, IIb und um horizontal ausrichtbar ausgebildete dritte und vierte Achsen 11c, lld verschwenkbar ausgebildet ist. Hierbei ist der Teilarmbereich 6a des Tragarms 6 um die Achsen IIa und 11c verschwenkbar im Bereich der Frontanbauplatte 4 am Trägerfahrzeug 2 angeordnet. Um die Achsen IIb und lld verschwenkbar sind die Teilarmbereiche 6a und 6b miteinander verbunden und relativ zueinander verschwenkbar. Weitere, nicht dargestellte Achsen sind am waschvorrichtungsseitigen Ende des Teilarmbereiches 6b ausgebildet, um welche der Reinigungskopf 7 relativ zum Teilarmbereich 6b und damit zum Tragarm 6 verschwenkbar an dem Tragarm 6 befestigt und gelagert ist.
In nicht dargestellter Art und Weise können die Waschvorrichtung 5 und der Tragarm 6 nach Art eines Industrieroboters, insbesondere eines Knickarmroboters, mit einem um bis zu sechs Rotationsachsen bewegbaren Tragarm ausgebildet sein.
Der Tragarm 6 ist an der Frontpartie des Trägerfahrzeuges 2 an der Frontanbauplatte 4 quer und senkrecht zur Fahrzeuglängsachse verschiebbar angeordnet. Der an dem Tragarm 6 angeordnete Reinigungskopf 7 ist austauschbar an dem Tragarm 6 befestigt. Im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 3 ist der Tragarm 6 nach Art eines Auslegers eines Schaufelbaggers ausgebildet und hydraulisch betätigbar. Hierzu weist das Trägerfahrzeug 2 eine nicht dargestellte Hydraulikpumpe auf, die über Hydraulikleitungen 12, 13 mit dem Tragarm 6 sowie einer heckseitigen Wasserpumpe 14 verbunden ist. Die ebenfalls hydraulisch angetriebene Wasserpumpe 14 bringt die aus dem Waschflüssigkeitstank 3 angesaugte Waschflüssigkeit auf einen solchen Druck, dass aus den Sprühdüsen 8 Waschflüssigkeit mit hohem Druck abgegeben werden kann. Die Wasserpumpe 14 ist Bestandteil eines auf dem Trägerfahrzeug 3 angeordneten Pumpsystems zur Erzeugung eines erhöhten Waschtlüssigkeitsdrucks . In nicht dargestellter Weise sind dem Tragarm 6, der Waschvorrichtung 5 und dem Reinigungskopf 7
Ultraschallsensoren zugeordnet, mit welchen die Relativposition des Reinigungskopfes 7 und/oder des Tragarmes 6 zur zu reinigenden Parabolspiegeloberfläche 10 detektierbar ist. Bei dieser Detektion mit Ultraschallsensoren werden die entstehenden elektrischen Signale einer zugehörigen und zugeordneten Steuerung zugeleitet, in welcher die Signale derart verarbeitet werden, dass damit eine erleichterte, gegebenenfalls automatisierte Steuerung der Bewegungen des Tragarmes 6 des Reinigungskopfes 7 ermöglicht ist. Insbesondere steht vorzugsweise über ein Steuerungselement auch die Hydraulik des Trägerfahrzeuges 2 mit der den Ultraschallsensoren zugehörigen Steuerung in Wirkverbindung.
Insgesamt sind auf dem Parabolspiegelwaschfahrzeug 1 alle Einrichtungselemente, Ausrüstungselemente und
Vorrichtungselemente und Komponenten angeordnet, die benötigt werden, um damit eine Reinigung von Parabolspiegeloberflächen 10 eines Parabolrinnenkollektors eines Solarkraftwerkes durchführen zu können.
Zusätzlich zu den { Schwenk- ) Achsen IIa, IIb, 11c, lld kann der Tragarm 6 in einem oder beiden seiner Teilbereich (e) 6a, 6b teleskopförmig ausfahrbar ausgebildet sein, so dass der Tragarm 6 dann insgesamt als Teleskopausleger ausgebildet ist. Andererseits müssen aber auch nicht immer alle vier Achsen lla-lld realisiert sein. So ist es möglich, auch lediglich die Achsen 11c und lld auszubilden oder wie bei der Ausführungsform nach Fig. 3 die Achsen IIa, 11c und lld vorzusehen.
Heckseitig sind an dem Trägerfahrzeug 2 noch eine Heckzapfwelle 15, ein . Heckdreipunkt 16 und eine Heckzugöse 17 ausgebildet. Hierbei ist die Heckzapfwelle 15 ebenfalls hydraulisch angetrieben.
Die Fig. 2 zeigt in schematischer Seitenansicht einen Schnitt durch einen Parabolrinnenkollektor 18, der ein Traggerüst 19 mit darauf aufgebrachter Parabolspiegeloberfläche 10 aufweist. Andeutungsweise ist auch das in der Brennlinie des Parabolrinnenkollektors 18 angeordnete Absorberrohr 20 dargestellt. Um eine Rotationsachse 21 ist der Parabolrinnenkollektor 18 verschwenkbar, so dass er zur Reinigung in die in Fig. 2 dargestellte Position verschwenkbar ist. In dieser Position wird die Parabolspiegeloberfläche 10 des Reinigungskopfes 7 des längs am Parabolrinnenkollektor 18 vorbeifahrenden Parabolspiegelwaschfahrzeuges 1 gereinigt. Hierbei überstreicht der Reinigungskopf lediglich die untere, unterhalb der in Fig. 2 gestrichelt dargestellten Linie 22 befindliche Teiloberfläche des Spiegelelementes. Die ungefähre Position des Parabolspiegelwaschfahrzeuges 1 zur Parabolspiegeloberfläche 10 ist schematisch aus der Fig. 3 ersichtlich. Hierbei ist der Tragarm 6 einmal mittig in nach oben zeigender Position am Trägerfahrzeug 2 dargestellt und einmal in einer außenseitigen Position mit dem Trägerarm 6 in voller Auszugsposition dargestellt. Dies zur Verdeutlichung, dass einerseits der Tragarm 6 an der Frontanbauplatte 4 mittels eines verfahrbaren Tragelementes 23 quer zur Fahrzeuglängsachse verfahrbar ist und andererseits die Teilarmbereiche 6a, 6b in unterschiedliche Relativpositionen zueinander und zum Trägerfahrzeug 2 bringbar und verschwenkbar sind. Zur Verstellung des Tragarmes 6 in verschiedene Positionen ist dieser mit mehreren Hydraulikzylindern 24 ausgestattet, wie dies von Auslegern beispielsweise eines Schaufelbaggers bekannt ist. Da die Reinigung der Parabolspiegeloberflächen 10 üblicherweise nachts erfolgt, weist das
Parabolspiegelwaschfahrzeug Schweinwerfer 25 auf, mittels welcher die zu reinigende Parabolspiegeloberfläche 10 ausleuchtbar ist.
Bei dem Trägerfahrzeug 2 handelt es sich um ein geländegängiges, insbesondere allradgetriebenes Kraftfahrzeug mit geringem Radstand und relativ geringer Durchfahrtshöhe.
Das Parabolspiegelwaschfahrzeug 1 weist alle für die Reinigung einer Parabolspiegeloberfläche notwendigen Reinigungskomponenten wie einen Waschausleger, d.h. einen Tragarm 6 mit Reinigungskopf 7, einen Waschflüssigkeitstank 3, eine Wasserpumpe 14 sowie die notwendige Instrumentierung und das notwendige Regel- und Steuerungssystem auf. Insbesondere sind die einzelnen Komponenten so über eine Steuerung steuerbar, dass sowohl das Fahren des Fahrzeuges als auch die Betätigung der Waschvorrichtung 5 von einer auf dem Fahrersitz des Trägerfahrzeuges 2 sitzenden Bedienperson während der Fahrt des Parabolspiegelwaschfahrzeuges 1, beispielsweise mittels eines Joysticks, erfolgen kann.
Die Wasserpumpe 14 ist so ausgelegt, dass sie aus dem Waschflüssigkeitstank 3 Waschflüssigkeit mit einem Druck von bis zu 200 bar und einem Volumenstrom von bis zu 100 1 pro Minute in den Reinigungskopf 7 Pumpen kann. Der Tragarm 6 weist mindestens zwei Teilarmbereiche 6a, 6b auf, die einen vorzugsweise an die Parabelbiegung der
Parabolspiegeloberfläche 10 angepasst ausgeformten
Reinigungskopf 7 tragen. Mittels des Ultraschallsensor- Abstandhaltesystems wird der Reinigungskopf 7 derart gesteuert, dass sichergestellt ist, dass die Düsen 8 die Glasoberfläche nicht berühren. Die Bürsten 9 hingegen reinigen die Spiegeloberfläche mechanisch und liegen deshalb auf der Parabolspiegelober läche 10 auf.
