| 1. | Mittels Blattfedern ortsfest abgestütztes und paral¬ lel geführtes Schwing oder Rütteltragorgan mit einem dieses in Schwingungen versetzenden Antrieb, dadurch gekennzeichnet, daß je ein Schwingungserzeuger (4, 5) veränderlicher Frequenz, deren Amplitude bis auf 0 einstellbar und deren Phasenlagen regelbar sind, mit einem Ende (7, 8) einer Hebelschwinge (6) verbunden ist, daß ein Ende (7) der Hebelschwinge (6) mit dem Schwingungs¬ tragorgan (1) in Verbindung steht, und daß zwischen den Enden (7, 8) der Hebelschwinge (6) an dieser ein Antriebsgestänge (10) angelenkt ist, das mit den Blattfedern (2, 17) zwischen dem Schwingungstragorgan (1) und der ortsfesten Abstützung (3) der Blattfedern in Antriebsverbindung steht. |
| 2. | Schwingungsorgan nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Blattfedern (2, 17) Kniegelenk edern sind. |
| 3. | Schwingungsorgan nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Blattfedern (2, 17) einer Kniegelenk¬ feder gleich lang sind. |
| 4. | Schwingungsorgan nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Antriebsgestänge (10) mit den Kniegelenkfedern in den Kniegelenkstellen (11 ) in Antriebsverbindung steht. |
| 5. | Schwingungsorgan nach einem der Ansprüche .1 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Antriebsgestänge (10) in der Mitte (15) der Hebelschwinge (6) angelenkt ist. |
| 6. | Schwingungsorgan nach einem der Ansprüche 1 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlenkstellen (3, 12) der Blattfedern (2, 17) an der ortsfesten Abstützung (3) und/oder am Schwin¬ gungstragorgan (1 ) der Federneigung (13) entsprechend geneigte Anschlagflächen (14) aufweisen, gegen die jeweils ein Federende festgespannt ist. |
| 7. | Schwingungsorgan nach einem der Ansprüche 1 6, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Schwingungserzeuger (4, 5) ein Kurbeltrieb mit einstellbarem Kurbelarm ist. |
| 8. | Schwingungsorgan nach einem der Ansprüche 1 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungserzeuger (4, 5) hydraulisch und/oder pneumatische Anlagen, elektrische vorzugsweise elek¬ tromagnetische oder elektrodynamische Anlagen und Un¬ wuchterreger für eine gerichtete Bewegung sind. |
| 9. | Schwingungsorgan nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Schwingungserzeuger (4, 5) ein Doppelexzenter¬ antrieb (16) ist. |
| 10. | Schwingungsorgan nach einem der Ansprüche 1 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Schwingungstragorgan (1) ein Schwing oder Rütteltisch oder ein Schwingsförderer ist. |
Die Erfindung betrifft ein Schwingungs- oder Rüttel- tragorgan nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Es sind bereits mit einem Zwangslaufantrieb versehene, mittels Blattfedern parallel geführte Schwingrinnen oder Schwingtische mit Blattf derparallelführung bekannt. Die schwingenden Tragorgane sind mittels Blatt-federn dabei ortsfest abgestützt. Als Schwing- oder Rütteltisch ausgebildete Schwingungstragorgane werden bekanntlich verwendet, um Instrumente unter Schwingungs- oder Rüttel¬ bedingungen zu eichen bzw. zu prüfen.
Die bekannten Rüttel- oder Schwingtische sind derart gestaltet, daß sie entweder definierte Schwingungsbe- wegungen in der Tischebene oder senkrecht zu dieser ausü¬ ben. Bei der Prüfung und Eichung von Instrumenten ist es deshalb erforderlich, diese von einem Tisch, der nur definierte Horizontalschwingungen ausführt, auf einen anderen Tisch zu stellen, der nur definierte Vertikal- Schwingungen ausführt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein parallel geführtes Schwingungs- oder Rütteltragorgan zu schaffen, das variabel überlagerbare Vertikal- und Horizontal¬ bewegungen durchführen kann.
Erfindungsge äß wird diese Aufgabe durch die technische Lehre des Patentanspruchs 1 gelöst.
Mittels der Schwingungserzeuger können abhängig oder unabhänging voneinander periodische Bewegungen des Schwingungstragorgans mit jeweils beliebig im voraus einstellbaren oder auch im Betrieb regelbaren Frequenzen, Amplituden oder Phasenlagen erzeugt werden, ohne daß zusätzlich zu betätigende mechanische Koppelelemente verwendet werden müssen. Wenn ein Schwingungserzeuger still gesetzt wird oder wenn dessen Amplitude auf 0 eingestellt wird, so kann entweder eine reine Schwin¬ gungsbewegung in der Ebene des Schwingungstragorgans durchgeführt werden oder eine reine Schwingungsbewegung senkrecht zu dieser Ebene. Durch eine entsprechende Rege¬ lung des Betriebes beider Schwingungserzeuger, können in beliebiger Weise diese Schwingungen überlagert werden.
Eine besonders einfache und wirkungsvolle Ausführungsform wird dadurch gebildet, daß die Blattfedern Kniegelenkfe¬ dern sind. Dabei kann es vorteilhaft sein, daß die ein¬ zelnen Blattfedern einer Kniegelenkfeder gleich lang sind. Das Antriebsgestänge wird in vorteilhafter Weise mit den Kniegelenkfedern in den Kniegelenkstellen in Antriebsverbindung gebracht. Dabei kann das Antriebs¬ gestänge in der Mitte der Hebelschwinge angelenkt werden.
Bei Kniegelenkf dern sollten die Anlenkstellen der Blatt¬ edern an der ortsfesten Abstützung und/oder .am Schwin¬ gungstragorgan so gestaltet sein, daß diese Blattfedern in einfachster Weise eine der Kniegelenkkonfiguration entsprechende Neigungslage einnehmen können. Der Feder¬ neigung sind entsprechend geneigte Anschlagflächen vor¬ gesehen, gegen die jeweils ein Federende, beispielsweise durch Verschrauben, festgespannt ist.
Die Schwingungserzeuger können pneumatisch oder hydrau¬ lisch betätigte Anlagen sein. Es ist aber auch möglich, elektrische Schwingungserzeuger, beispielsweise Schwing¬ spulenaggregate zu verwenden.
Ein besonders einfacher Aufbau wird dadurch erzielt, daß jeder Schwingungserzeuger ein Kurbeltrieb mit einem ein¬ stellbaren Kurbelarm ist. Bei dieser Ausführungsform kann insbesondere mit sehr niedrigen Frequenzzahlen gearbeitet werden, was häufig erwünscht ist. Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Kurbeltrieb ein Doppelexzenterantrieb ist. Bei dieser Ausführungsform kann insbesondere eine einfache Amplitudenänderung bis auf 0 durchgeführt wer¬ den.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sollen in der folgen¬ den Beschreibung unter Bezugnahme auf die Fig. der Zeich¬ nung erläutert werden.
Es ze igen :
Fig. 1 Eine schematische Prinzipskizze des Aufbaus des Schwingungs- oder Rütteltragorgans,
Fig. eine Schnittansicht einer Federeinspannung und
Fig. 3 eine schematische Ansicht einer Ausführungsform eines Schwingungserzeugers.
In Fig. 1 ist ein Schwingungs- oder Rütteltragorgan 1 dargestellt. Dieses Schwingungs- oder Rütteltragorgan 1 kann beispielsweise ein Rütteltisch sein. Dieses Schwingungs- oder Rütteltragorgan 1 ist über Blattfedern 2, 17 bei 3 ortsfest abgestützt und wird gleichzeitig parallel geführt.
Es sind zwei getrennte Schwingungserzeuger 4 und 5 vor¬ gesehen. Jeder Schwingungserzeuger 4, 5 ist mit je einem Ende 7, 8 einer Hebelschwinge 6 verbunden. Bei der Darstellung in Fig. 1 ist das obere Ende 7 der Hebel¬ schwinge ό noch über ein Gestänge 9 mit dem Schwingungs¬ tragorgan 1 verbunden.
Zwischen den beiden Enden 7, 8 der Hebelschwinge 6 ist bei 15 ein Antriebsgestänge 10 angelenkt. Dieses An- triebsgestänge 10 erstreckt sich zu den Kniegelenkfedern hin und ist an den Kniegelenkstellen 11 mit den Blattfe¬ dern 2, 17 derart verbunden, daß eine Antriebsbewegung übertragen werden kann.
Wenn bei der dargestellten Ausführungsform der Schwin¬ gungserzeuger 5 außer Betrieb ist oder wenn dessen Amplitude auf den Wert 0 heruntergefahren ist, so bildet das Ende 8 der Hebelschwinge 6 einen Fixpunkt. Wenn der Schwingungserzeuger 4 betätigt wird, so wird von diesem die Hebelschwinge 6 um den Fixpunkt 8 herum verschwenkt. Diese Verschwenkungsbewegung wird über das Gestänge 9 auf die Anlenkstelle 12 am Schwingungstragorgan und gleich¬ zeitig von der Mitte 15 der Hebelschwinge 6 auf das Antriebsgestänge 10 und von diesem über die Kniegelenk¬ stellen 11 auf die Blattfedern 2 und 17 übertragen. Die Kombination der Antriebe über das Gestänge 9 und das Antriebsgestänge 10 bewirkt, daß das Schwingungstragorgan 1 eine Schwingbewegung in seiner Ebene, d. h. beim darge- stellten Ausführungsbeispiel eine horizontale Schwingbe- ωegung durchführt.
Wird andererseits der Schwingungserzeuger 4 nicht be¬ trieben oder wird dessen Schwingungsamplitude auf 0 heruntergefahren, so bildet das Ende 7 der Hebelschwinge 6 einen Fixpunkt. Wird nun der Schwingungserzeuger 5 in Betrieb genommen, so wird über die Hebelschwinge 6 , die um den Fixpunkt 7 herum schwingt und das Antriebsge¬ stänge 10 der Blattfedern 2, 17 derart betätigt, daß das Schwingungstragorgan 1 eine Schwingbewegung senkrecht zu seiner Erstreckungsebene, d. h. beim dargestellten Aus¬ führungsbeispiel eine Schwingbewegung in senkrechter Richtung durchführt.
Bei gleichzeitiger Betätigung beider Schwingungserzeuger 4 und 5 können zwei zueinander senkrecht gerichtete
Schwingungsbewegungen im Schwingungstragorgan 1 erzeugt werden, wobei eine variabel einstellbare und vorher be¬ stimmbare Überlagerung vorbestimmter Schwingungen möglich ist. Frequenzen, Amplituden und Phasenlagen sind den ge¬ wünschten Betriebsbedingungen entsprechend in einfachster Weise einstellbar.
Fig. 2 zeigt eine Federeinspannung für das Ende einer Blattfeder.
Wie Fig. 1 zeigt, haben die Blattfedern 2 und 17, da sie Teile einer Kniegelenkfederanordnung sind, im Bereich ihrer Anlenkung eine bei 13 veranschaulichte Neigung gegenüber einer Einspannungsebene. An der Einspannstelle können deshalb Anschlag lächen 14 vorgesehen sein, die eine der Federneigung 13 entsprechende Neigung haben. Gegen diese Anschlagfläche 14 kann, wie Fig. 2 zeigt, ein Blattfederende angelegt und beispielsweise mittels einer Verschraubung festgespannt werden.
Fig. 3 zeigt schematisch einen Doppelexzenterantrieb 16.
Der Doppelexzenterantrieb 16 weist eine in einer Kreis¬ scheibe 18 gelagerte zweite Kreisscheibe 19 auf. Die zweite Kreisscheibe 19 trägt einen Kurbelzapfen 20. An diesem ist ein Gestänge 21 angelenkt, dessen Ende 7 mit der Hebelschwinge 6 verbunden ist. Die Amplitude eines derartigen Doppelexzenterantriebes 16 wird durch eine Verdrehung der Kreischeibe 19 innerhalb der Kreisscheibe 18 eingestellt. Wenn der Kurbelzapfen 20 beim Drehpunkt der Kreisscheibe 18 ist, wird die Amplitude- dieses Doppelexzenterantriebs 16 zu 0.
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