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Patent Searching and Data


Title:
PARTIALLY PERFORATED MICROSTRUCTURED MOLDED BODY AND METHOD FOR PRODUCING THE SAME
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/035937
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a partially perforated microstructured molded body (01) such as it can for example be used to cultivate biological cells or for use as a sieve structure. The invention further relates to a method for producing a molded body (01) of the above type. The method according to the invention comprises a first step during which a deformable film (01) is made available. In a second step, the film (01) is partially stretched, thereby forming stretched sections (02; 03) in which the film (01) has a reduced thickness. Limitation of the stretching to some sections (02; 03) of the film (01) results in undeformed sections (07) of the film (01) remaining. The method according to the invention further comprises a step during which microstructures (03) are formed in at least some of the thinner stretching sections (02; 03) of the film. Pores are produced in at least one of the thinner stretching sections (03) of the film (01), while at least some of the undeformed sections (07) remain impermeable. The undeformed sections (07) of the film (01) remain impermeable since no continuous pores are produced in said sections.

Inventors:
SCHOBER, Andreas (Hornschuchpromenade 2, Fürth, 90762, DE)
HAMPL, Jörg (Julius-Leber-Ring 37, Erfurt, 99087, DE)
WEISE, Frank (Ziolkowskistraße 22, Ilmenau, 98693, DE)
Application Number:
EP2010/052351
Publication Date:
March 31, 2011
Filing Date:
February 24, 2010
Export Citation:
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Assignee:
TECHNISCHE UNIVERSITÄT ILMENAU (Ehrenbergstraße 29, Ilmenau, 98693, DE)
SCHOBER, Andreas (Hornschuchpromenade 2, Fürth, 90762, DE)
HAMPL, Jörg (Julius-Leber-Ring 37, Erfurt, 99087, DE)
WEISE, Frank (Ziolkowskistraße 22, Ilmenau, 98693, DE)
International Classes:
B26F1/26; A61F13/15; B01D67/00; B26F1/31; B26F1/36; B29C59/02; B29C59/16; C12M3/06
Attorney, Agent or Firm:
ENGEL, Christoph K. (Engel Patentanwaltskanzlei, Marktplatz 6, Suhl, 98527, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Herstellung eines teilweise perforierten

mikrostrukturierten Formkörpers (Ol; 23), die folgenden Schritte umfassend:

- Bereitstellen einer verformbaren Folie (Ol; 23);

- partielles Verstrecken der Folie (Ol; 23), wodurch

verdünnte Verstreckungsbereiche (02; 03; 32; 33) der Folie (01; 23) entstehen und unverformte Bereiche (07) der Folie (01; 23) erhalten bleiben;

- Ausformen von Mikrostrukturen (03; 33) in zumindest

einigen der verdünnten Verstreckungsbereiche (02; 03; 32; 33) der Folie (01; 23); und

- Erzeugen von Poren (12) in zumindest einem der verdünnten Verstreckungsbereiche (03; 33) der Folie (01; 23), wobei zumindest einige der unverformten Bereiche (07) der Folie (01; 23) undurchlässig bleiben.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Erzeugen der Poren (12) in dem zumindest einen der

verdünnten Verstreckungsbereiche (03; 33) dadurch erfolgt, dass ein Perforationsverfahren zur Erzeugung von Poren (12) auf zumindest einige der unverformten Bereiche (07) und auf zumindest einige der verdünnten Verstreckungsbereiche (02; 03; 32; 33) der Folie (01; 23) angewendet wird, wobei

Parameter des Perforationsverfahrens so bemessen werden, dass Poren (12) in den unverformten Bereichen (07) nicht entstehen .

3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Perforationsverfahren die folgenden Teilschritte umfasst:

- Bestrahlen der einigen der unverformten Bereiche (07) und den einigen der verdünnten Verstreckungsbereiche (02; 03; 32; 33) der Folie (01; 23) mit einer

ionisierenden Strahlung (34) zur Erzeugung von

Ionendurchschüssen in der Folie (01; 23), wobei die Intensität der ionisierenden Strahlung (34) so bemessen wird, dass nur in den der Bestrahlung (34) ausgesetzten verdünnten Verstreckungsbereichen (03; 33)

Ionendurchschüsse entstehen; und

- Ätzen der Folie, wodurch aus den Ionendurchschüssen

durchgängige Poren (12) entstehen.

4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass beim Bestrahlen der Folie (01; 23) diese mit einer Maske (36) bedeckt wird.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch

gekennzeichnet, dass das partielle Verstrecken und das Ausformen der Mikrostrukturen (03; 33) die folgenden

Teilschritte umfasst:

- Verwenden eines Thermoplasts als Material für die Folie (01; 23);

- Einlegen der Folie (01; 23) zwischen eine erste

Formhälfte (21) und eine zweite Formhälfte (22), wobei die zweite Formhälfte (22) eine makrostrukturierte

Hohlform (28) aufweist, in welcher mikrostrukturierte Hohlformen (29) ausgebildet sind;

- Abdichten der ersten Formhälfte (21) gegenüber der Folie (01; 23); - Zusammenpressen der ersten Formhälfte (21) und der zweiten Formhälfte (22) mit der dazwischen befindlichen Folie (Ol; 23);

- Erwärmen der Folie (Ol; 23) bis mindestens zu einer

Glasübergangstemperatur des Thermoplasts;

- Erzeugen eines Überdruckes zwischen der ersten

Formhälfte (21) und der Folie (Ol; 23), wodurch die Folie (Ol; 23) in die makrostrukturierte Hohlform (28) und in die mikrostrukturierten Hohlformen (29) gepresst und gleichzeitig verstreckt wird; und

- Abkühlen der Folie (01; 23) .

Mikrostrukturierter Formkörper (01; 23), umfassend eine Folie (01; 23), die in unverformte Bereiche (07) und verdünnte Verstreckungsbereiche (02; 03; 32; 33) geteilt ist, wobei zumindest in einigen der verdünnten

Verstreckungsbereichen (03; 33) Mikrostrukturen (03; 33) ausgebildet sind, wobei Poren (12) zumindest in einem der verdünnten Verstreckungsbereiche (03; 33) ausgebildet sind, und wobei zumindest einige der unverformten Bereiche (07) undurchlässig sind.

Mikrostrukturierter Formkörper (01; 23) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdünnung in den Verstreckungsbereichen (02; 03; 32; 33) der Folie (01; 23) beginnend an Rändern der unverformten Bereiche (07) bis die Mikrostrukturen (03; 33) zunehmend ausgebildet ist, wobei die Poren (12) nur in Regionen (08) der verdünnten Verstreckungsbereiche (03; 33) vorhanden sind, die eine Dicke aufweisen, die kleiner als eine Grenzdicke ist.

8. Mikrostrukturierter Formkörper (Ol; 23) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass einige Teilbereiche (08) der Mikrostrukturen (03; 33) eine Dicke aufweisen, die kleiner als die Grenzdicke ist, wobei andere Teilbereiche (11) der Mikrostrukturen (03; 33) eine Dicke aufweisen, die

mindestens so groß wie die Grenzdicke ist.

9. Mikrostrukturierter Formkörper (01; 23) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass Teilbereiche der

Mikrostrukturen (03; 33), die durch andere Teilbereiche der Mikrostrukturen (03; 33) verdeckt sind, undurchlässig sind.

10. Mikrostrukturierter Formkörper (01; 23) nach einem der

Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die

verdünnten Verstreckungsbereiche (02; 03; 32; 33) in einer Makrostruktur (02; 32) der Folie (01; 23) ausgebildet sind.

Description:
Teilweise perforierter mikrostrukturierter Formkörper und Verfahren zu dessen Herstellung

Die vorliegende Erfindung betrifft einen teilweise perforier ¬ ten mikrostrukturierten Formkörper, wie er beispielsweise zur Kultivierung von biologischen Zellen oder als Siebstruktur verwendet werden kann. Im Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Formkörpers.

Die DE 102 03 250 Cl zeigt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Mikrostrukturierung von Polymerfolien. Die zu strukturierende Folie wird auf eine Temperatur unterhalb des Glaspunktes des Folienmaterials vorgeheizt und zusammen mit zumindest einer eine Prägestruktur aufweisenden Werkzeugplatte zwischen zwei auf eine Temperatur oberhalb des Glaspunktes aufgeheizten Walzen hindurchgeführt. Die Walzen werden gleichzeitig gegen ¬ einander gedrückt, um die Prägestruktur in die Folie einzuprä ¬ gen. Die Werkzeugplatte wird nach einer Abkühlung wieder von der Folie getrennt.

Aus der DE 10 2007 050 976 AI ist ein Verfahren zur Umformung einer Folie bekannt, bei welchem die umzuformende Folie fest mit einer Formkulisse, die mindestens einen Durchbruch

aufweist, verbunden wird. Anschließend werden Bereiche der umzuformenden Folie einer physikalischen oder chemischen Modifikation unterworfen. Die mit der Formkulisse verbundene Folie wird in ein Formwerkzeug eingelegt und mit einem Druckmedium beaufschlagt, welches die Folie in den Durchbruch der Formku- lisse einformt.

Die DE 10 2004 035 267 B3 zeigt einen mikrostrukturierten Formkörper und ein Verfahren zu dessen Herstellung. Der Form- körper besteht aus einer Folie, in die mindestens eine Hohl ¬ struktur eingebracht ist. Die Hohlstruktur weist bevorzugt eine Omega-Struktur auf. Der gesamte Formkörper, d. h. sowohl die Folie als auch die Hohlstrukturen weisen eine Vielzahl von Poren auf, deren Durchmesser bevorzugt einen Wert zwischen 10 nm und 10 ym annimmt. Die Poren sind statistisch über den gesamten Formkörper, d. h. über die Folie und die Hohlstruktu ¬ ren verteilt, wobei es vorkommen kann, dass sich einzelne Poren überlappen. Die Fig. 7 der DE 10 2004 035 267 B3 lässt deutlich erkennen, dass die Poren sowohl in der Hohlstruktur als auch in unverformten Bereichen der Folie ausgebildet sind. Zur Einbringung der Poren wird die Folie mit einer ionisierenden Strahlung beaufschlagt. Die Ionen hinterlassen latent vorhandene Spuren, welche durch einen Ätzvorgang zu Poren führen. Ein Nachteil dieser Lösung besteht zunächst darin, dass die Poren im gesamten Formkörper ausgebildet sind. Um zu verhindern, dass die Poren im gesamten Formkörper gebildet werden, wird ferner vorgeschlagen, eine Maske zu verwenden, um die Bestrahlung mit Ionen auf bestimmte Bereiche der Folie zu begrenzen. Die Maske muss die mit Poren zu versehenden Berei ¬ che exakt abbilden, wodurch ein erhöhter Aufwand erforderlich ist .

Die Aufgabe der Erfindung besteht ausgehend vom Stand der Technik darin, einen mikrostrukturierten Formkörper sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung bereitzustellen, welcher nur teilweise perforiert ist und aufwandsarm herstellbar ist.

Die genannte Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Herstellung eines teilweise perforierten mikrostrukturierten Formkörpers gemäß dem beigefügten Anspruch 1 gelöst. Die Aufgabe wird weiterhin durch einen mikrostrukturierten Formkörper gemäß dem beigefügten nebengeordneten Anspruch 6 gelöst. Das erfindungsgemäße Verfahren dient der Herstellung eines mikrostrukturierten Formkörpers, welcher beispielsweise zur Kultivierung von biologischen Zellen oder als Siebstruktur verwendet werden kann. Der herzustellende Formkörper ist teil ¬ weise perforiert, d. h. dass nur einige Bereiche des Formkör ¬ pers Poren aufweisen. Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst zunächst einen Schritt, bei welchem eine verformbare Folie bereitgestellt wird. Die Dicke der Folie kann weitgehend beliebig gewählt werden, beispielsweise im Bereich zwischen

1 ym und 1 mm. In einem weiteren Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Folie partiell verstreckt, beispielsweise dadurch, dass einige Bereiche der Folie ausgedehnt werden, indem diese Bereiche in eine auszufüllende Hohlform gepresst werden. Es entstehen Verstreckungsbereiche, in denen die Folie eine verringerte Dicke aufweist. Die verringerte Dicke wird in vielen Fällen innerhalb des Verstreckungsbereiches nicht konstant sein, sondern sich hin zu einem Bereich der maximalen Verstreckung verringern. Das Beschränken des Verstreckens auf einige Bereiche der Folie führt dazu, dass unverformte Berei ¬ che der Folie erhalten bleiben. In diesen unverformten Bereichen hat sich die Dicke der Folie nicht oder nur unwesentlich verändert. Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst weiterhin einen Schritt, bei welchem Mikrostrukturen in zumindest eini- gen der verdünnten Verstreckungsbereiche der Folie ausgeformt werden. Bei den Mikrostrukturen kann es sich beispielsweise um Omega-Strukturen oder um Kanäle handeln. Das partielle

Verstrecken der Folie und das Ausformen von Mikrostrukturen können gemeinsam erfolgen, beispielsweise indem die Folie in eine auszufüllende Hohlform gepresst wird. Erfindungsgemäß werden Poren in zumindest einem der verdünnten Verstreckungsbereiche der Folie erzeugt, während zumindest einige der unverformten Bereiche undurchlässig bleiben. Die unverformten Bereiche der Folie bleiben undurchlässig, da in diesen Berei ¬ chen keine durchgehenden Poren erzeugt werden. Bevorzugt bleiben alle unverformten Bereiche der Folie undurchlässig. Auch werden die Poren bevorzugt in allen der verdünnten Verstre- ckungsbereiche der Folie erzeugt, insofern diese Bereiche eine

Dicke aufweisen, die kleiner als eine Grenzdicke ist, und insofern diese Bereiche nicht verdeckt oder in anderer Weise unzugänglich sind. Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, dass ein partielles Perforieren, d. h. ein beschränktes Erzeugen von Poren, allein dadurch ermöglicht ist, dass die Folie partiell verstreckt wird, wodurch die Folie Bereiche mit unterschiedlichen Dicken aufweist. Die Unterschiedlichkeit der Dicke der Folie wird ausgenutzt, um die Perforation der Folie auf einige Bereiche der Folie zu beschränken. Hingegen bleiben die unverformten Bereiche der Folie nahezu oder vollständig undurchlässig. Das Erzeugen der Poren in dem zumindest einen der verdünnten

Vollstreckungsbereiche erfolgt bevorzugt dadurch, dass ein Perforationsverfahren zur Erzeugung von Poren auf zumindest einige der unverformten Bereiche und auf zumindest einige der verdünnten Verstreckungsbereiche der Folie angewendet wird, wobei Parameter des Perforationsverfahrens so gemessen werden, dass Poren in den unverformten Bereichen nicht entstehen. Das Perforationsverfahren wird bevorzugt auf die gesamte Folie angewendet. Ein oder mehrere Parameter des Perforationsverfahrens, wie beispielsweise eine Intensität oder eine Kraft werden so bemessen, dass vollständige Poren nur in Bereichen der Folie entstehen, deren Dicke kleiner als die Grenzdicke ist. Bereiche der Folie, die eine Dicke aufweisen, die mindes ¬ tens so groß wie die Grenzdicke ist, können durch das Perfora- tionsverfahren mit den gewählten Parametern nicht oder zumindest nicht vollständig durchstoßen werden, sodass keine durch ¬ gehenden Poren entstehen. Bei dem Perforationsverfahren kann es sich um ein beliebiges mechanisches oder chemisches Verfah- ren handeln, welches zur Erzeugung von Poren einer Folie geeignet ist und derart eingestellt werden kann, dass die Porenentstehung von der Dicke der Folie abhängig ist.

Das Perforationsverfahren umfasst bevorzugt einen Teilschritt, bei welchem die einigen der unverformten Bereiche und der zumindest eine der verdünnten Verstreckungsbereiche der Folie mit einer ionisierenden Strahlung bestrahlt werden, wodurch Ionendurchschüsse in der Folie erzeugt werden. Die Intensität der ionisierenden Strahlung wird so bemessen, dass nur in den der Bestrahlung ausgesetzten verdünnten Verstreckungsbereichen vollständige Ionendurchschüsse entstehen. In den unverformten Bereichen der Folie, deren Dicke größer als die Grenzdicke ist, gelangen die Ionen nicht vollständig durch die Folie, sodass keine durchgängigen Ionendurchschüssen entstehen. Die Ionen werden bereits in der Oberfläche der Folie oder in einem mittleren Bereich der Folie aufgehalten, sodass allenfalls Ioneneinschüsse entstehen. Die Ionendurchschüsse führen dazu, dass eine Struktur des Werkstoffs der Folie im Bereich des jeweiligen Ionendurchschusses über die gesamte Dicke der Folie zerstört wird. In einem weiteren Schritt des Perforationsverfahrens wird die Folie geätzt, beispielsweise dadurch, dass die Folie in ein Ätzbad gelegt wird. Das Ätzen der Folie führt dazu, dass der Werkstoff der Folie im Bereich der Ionendurchschüsse entfernt wird, sodass durchgängige Poren mit einem Durchmesser von beispielsweise 2 ym entstehen.

Bei einer besonderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird beim Bestrahlen der Folie die Folie mit einer Maske bedeckt, um die mit Poren zu versehenden Bereiche zusätzlich zu beschränken. Mit der Maske kann beispielsweise verhindert werden, dass Poren in ausgewählten der verdünnten Verstreckungsbereiche, die eine Dicke aufweisen, die kleiner als die Grenzdicke ist, entstehen. Die Maske ist erfindungs ¬ gemäß jedoch nicht notwendig, um zu gewährleisten, dass Poren in den unverformten Bereichen der Folie nicht entstehen.

Das partielle Verstrecken und das Ausformen der Mikrostruktu- ren in der Folie erfolgt bevorzugt durch einen thermoplasti ¬ schen Verformungsvorgang. Der thermoplastische Verformungsvorgang erfordert, dass ein Thermoplast als Material für die Folie verwendet wird. Die Folie ist zwischen eine erste Form ¬ hälfte und eine zweite Formhälfte zu legen. Die zweite Form- hälfte weist eine makrostrukturierte Hohlform auf, in welcher mikrostrukturierte Hohlforen ausgebildet sind. Die erste Form ¬ hälfte ist gegenüber der Folie abzudichten, wodurch ein abgetrennter Hohlraum zwischen der ersten Formhälfte und der Folie entsteht. Die erste Formhälfte und die zweite Formhälfte sind mit der dazwischen befindlichen Folie zusammenzupressen. Das

Abdichten der ersten Formhälfte gegenüber der Folie und das Zusammenpressen der ersten Formhälfte und der zweiten Formhälfte können gemeinsam erfolgen, beispielsweise dadurch, dass die Folie gegen eine Dichtung auf der ersten Formhälfte gepresst wird. In einem weiteren Teilschritt wird die Folie bis mindestens zu einer Glasübergangstemperatur des Thermo- plasts erwärmt, sodass die Folie thermoplastisch verformbar wird. Es wird ein Überdruck zwischen der ersten Formhälfte und der Folie erzeugt, wodurch die Folie in die makrostrukturierte Hohlform und in die mikrostrukturierten Hohlformen gepresst wird. Dies führt gleichzeitig dazu, dass die Folie verstreckt wird. Die Verstreckung ergibt sich insbesondere durch die Makrostruktur, die zu einer deutlichen Dehnung der Folie führt. Die makrostrukturierte Hohlform kann im einfachsten Fall quaderförmig ausgebildet sein, wobei das Ausformen der Quaderform insbesondere dazu dient, die zu verformenden Berei ¬ che der Folie aus der ursprünglichen Position herauszuziehen, wodurch die zu verformenden Bereiche gedehnt und verstreckt werden, sodass es zu einer Ausdünnung kommt. Bereiche der Folie, die außerhalb der makrostrukturierten Hohlform angeordnet sind, werden nicht verformt. Dabei kann es sich beispiels ¬ weise um einen rechteckartigen Begrenzungsrahmen handeln, welcher die quaderförmige Hohlform begrenzt. In einem weiteren

Teilschritt ist die Folie abzukühlen, sodass die Temperatur der Folie unter die Glasübergangstemperatur des Thermoplasts sinkt und die Folie ihre erhaltene Form beibehält.

Der erfindungsgemäße mikrostrukturierte Formkörper umfasst zunächst eine Folie, aus welcher er im einfachsten Fall voll ¬ ständig gebildet ist. Die Folie ist in unverformte Bereiche und in verdünnte Verstreckungsbereiche geteilt. Die Folie kann beispielsweise eine rechteckige Grundform aufweisen, deren Rahmen unverformt ist, während ein rechteckförmiger Innenbe ¬ reich verstreckt ist und eine geringere Dicke aufweist. Zumin ¬ dest in einigen der verdünnten Verstreckungsbereiche sind Mikrostrukturen ausgebildet. Beispielsweise können die Mikro ¬ strukturen matrixartig im rechteckförmigen Innenbereich der Folie angeordnet sein. Zumindest in einem der verdünnten

Verstreckungsbereiche sind Poren ausgebildet. Bei den Poren handelt es sich um Löcher, welche beispielsweise einen Durch- lass von Gasen oder Flüssigkeiten ermöglichen. Zumindest einige der unverformten Bereiche weisen keine Poren auf und sind dadurch undurchlässig. Bevorzugt weist keiner der unver ¬ formten Bereiche Poren auf, wodurch die unverformten Bereiche sämtlich undurchlässig sind. Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen mikrostrukturierten Formkörpers besteht darin, dass er in einem hohen Maße an die vorgesehene Anwendung angepasst sein kann, insbesondere dadurch, dass er nur dort Poren aufweist, wo diese erforderlich sind, und folglich keine Poren dort aufweist, wo sie ggf. die vorgesehene Anwendung beeinträchtigen.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen mikrostrukturierten Formkörpers ist die Verdünnung in den Verstreckungsbereichen der Folie beginnend an den Rändern der unverformten Bereiche bis in die Mikrostrukturen zunehmend ausgebildet. Die Poren sind nur in denjenigen Regionen der verdünnten Verstreckungsbereiche vorhanden, die eine Dicke aufweisen, die kleiner als die Grenzdicke ist. Folglich kann es auch Regionen der verdünnten Verstreckungsbereiche geben, die keine Poren aufweisen, da die Dicke der Folie in diesen Regionen mindestens so groß wie die Grenzdicke ist. Es kann weiterhin Regionen der verdünnten Verstreckungsbereiche geben, die eine Dicke aufweisen, die kleiner als die Grenzdicke ist, jedoch keine Poren aufweisen, da diese Regionen beispielsweise verdeckt angeordnet sind. Je nach gewähltem Herstellungsverfahren können die unverformten Bereiche und diejenigen Regionen der verdünnten Verstreckungsbereiche, die keine Poren aufweisen, Ansätze von Poren, beispielsweise in Form von winzigen Kratern aufweisen. Die Ansätze der Poren bilden jedenfalls keine durchgängigen Poren aus.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen mikrostrukturierten Formkörpers weisen nur einige Teilbereiche der Mikrostrukturen Poren auf. Dies ist dadurch bedingt, dass diese Teilbereiche der Mikrostrukturen eine Dicke aufweisen, die kleiner als die Grenzdicke ist, während andere Teilberei ¬ che der Mikrostrukturen eine Dicke aufweisen, die mindestens so groß wie die Grenzdicke ist. Bei dieser Ausführungsform des erfindungsgemäßen mikrostrukturierten Formkörpers sind die Poren nur in denjenigen Teilbereichen der Mikrostrukturen vorhanden, in denen sie für die beabsichtigte Anwendung benö- tigt werden.

Der erfindungsgemäße mikrostrukturierte Formkörper ist bevor ¬ zugt derart ausgeführt, dass Teilbereiche der Mikrostrukturen, die durch andere Teilbereiche der Mikrostrukturen verdeckt sind, undurchlässig sind, da sie keine Poren aufweisen. Die

Ausbildung der Mikrostrukturen führt dazu, dass die verschiedenen Teilbereiche der Mikrostrukturen unterschiedliche Orientierungen aufweisen. Einige der Teilbereiche weisen eine

Orientierung senkrecht zur Orientierung der gesamten Folie auf. Aus einem Blickwinkel senkrecht zur Haupterstreckungs- fläche der Folie sind daher nicht alle Teilbereiche der Mikro ¬ strukturen erkennbar, da sie beispielsweise wegen der senkrecht ausgerichteten Orientierung oder auch durch andere Teilbereiche der Mikrostrukturen verdeckt sind. Die verdeckten Teilbereiche der Mikrostrukturen weisen keine Poren auf, was einerseits durch die Herstellung bedingt sein kann und ande ¬ rerseits einer individuell an die vorgesehene Anwendung ange- passten Ausführung dienen kann. Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen mikrostrukturierten Formkörpers sind die verdünnten Verstre- ckungsbereiche innerhalb einer Makrostruktur der Folie ausge ¬ bildet. Die Makrostruktur kann beispielsweise die Form eines Quaders oder eines Zylinders aufweisen, wobei die verdünnten Verstreckungsbereiche insbesondere im Bereich der Grundfläche des Quaders bzw. des Zylinders ausgebildet sind. Die Makro ¬ struktur kann insbesondere dazu dienen, den mikrostrukturierten Formkörper in einen unverformten Bereich außerhalb der Makrostruktur und in einen verdünnten Verstreckungsbereich innerhalb der Makrostruktur zu teilen.

Weitere Vorteile, Einzelheiten und Weiterbildungen der Erfin- dung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung mehrerer

Ausführungsformen der Erfindung, unter Bezugnahme auf die Zeichnung. Es zeigen:

Fig. 1: eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungs- gemäßen mikrostrukturierten Formkörpers in einer

Schnittansieht ;

Fig. 2: ein Detail des in Fig. 1 gezeigten mikrostrukturierten Formkörpers;

Fig. 3: eine Mikrostruktur des in Fig. 1 gezeigten Formkör- pers;

Fig. 4: ein Detail der in Fig. 3 gezeigten Mikrostruktur mit

Poren;

Fig. 5: ein Detail der in Fig. 3 gezeigten Mikrostruktur mit

Kratern; Fig. 6: ein erster Schritt einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung eines teilweise perforierten mikrostrukturierten Formkörpers ;

Fig. 7: ein zweiter Schritt der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens;

Fig. 8: ein dritter Schritt der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens;

Fig. 9: ein vierter Schritt der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens; Fig. 10: ein fünfter Schritt der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens;

Fig. 11: ein sechster Schritt der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens;

Fig. 12: ein siebter Schritt der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens; und

Fig. 13: ein achter Schritt der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens. Fig. 1 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungs ¬ gemäßen mikrostrukturierten Formkörpers 01 in einer Schnittansicht. Der erfindungsgemäße mikrostrukturierte Formkörper 01 ist durch eine Folie aus Polycarbonat gebildet. Der mikro ¬ strukturierte Formkörper 01 weist eine Makrostruktur 02 und Mikrostrukturen 03 auf. Die einzelnen Mikrostrukturen 03 bilden Kavitäten aus, die matrixförmig angeordnet sind. Die durch die Mikrostrukturen 03 gebildeten Kavitäten dienen der Kultivierung von biologischen Zellen. Die Makrostruktur 02 führt dazu, dass der Bereich der Mikrostrukturen 03 versetzt angeordnet ist. Ein durch einen Kreis gekennzeichnetes Detail

06 des erfindungsgemäßen mikrostrukturierten Formkörpers 01 ist in Fig. 2 gezeigt. Der mikrostrukturierte Formkörper 01 weist außerhalb der Makrostruktur 02 und außerhalb der Mikro ¬ strukturen 03 einen unverformten Bereich 07 auf.

Fig. 2 zeigt das Detail 06 des in Fig. 1 gezeigten mikrostrukturierten Formkörpers 01. Im unverformten Bereich 07 weist die den mikrostrukturierten Formkörper 01 bildende Folie eine Dicke von etwa 100 ym auf. Die Folie 01 ist durch die Makro- struktur 02 und durch die die Mikrostrukturen 03 bildenden

Kavitäten verstreckt, wodurch die Dicke der Folie 01 beginnend von dem unverformten Bereich 07 über die Makrostruktur 02 bis in die Kavitäten 03 hinein kontinuierlich abnimmt. In einem unteren Bereich 08 der gezeigten Kavität 03, welcher zur

Veranschaulichung durch eine schraffierte Fläche markiert ist, beträgt die Dicke der Folie 01 nur einen Bruchteil der Dicke der Folie 01 im unverformten Bereich 07.

Fig. 3 zeigt die in Fig. 2 gezeigte Mikrostruktur 03 in einer weiteren Detailansicht. Die Dicke der Folie 01 nimmt auch noch innerhalb der Kavität 03 deutlich ab. Ein durch einen Kreis markierter Bereich 09 der Kavität 03 ist im Detail in Fig. 4 gezeigt. Ein durch einen Kreis markierter Bereich 11 der Kavität 03 ist im Detail in Fig. 5 gezeigt.

Fig. 4 zeigt den Bereich 09 der in Fig. 3 gezeigten Kavität 03 im Detail. Die Folie 01 ist in einem Bereich der Kavität 03 im

Schnitt gezeigt, in welchem die Dicke der Folie 01 minimal ist. In diesem Bereich weist die Folie 01 eine Vielzahl an Poren 12 auf. Die Poren 12 können beispielsweise dem Durchlass von Gasen oder Flüssigkeiten dienen. Die Poren 12 weisen einen Durchmesser von etwa 2 ym auf.

Fig. 5 zeigt den Bereich 11 der in Fig. 3 gezeigten Kavität 03 im Detail. In dem Bereich 11 besitzt die Folie 01 eine in der Kavität 03 maximal auftretende Dicke. In dem Bereich 11 sind Krater 13 ausgebildet, welche durch Ansätze von Poren gebildet sind. Jedenfalls sind die Krater 13 nicht durchgängig, sodass Flüssigkeiten oder Gase, welche in die Krater 13 eintreten, nicht durch die Folie 01 gelangen können. Fig. 6 zeigt einen ersten Schritt einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung eines teilweise perforierten mikrostrukturierten Formkörpers. Im ersten Schritt der bevorzugten Ausführungsform des erfin- dungsgemäßen Verfahrens werden eine erste Formhälfte 21 und eine zweite Formhälfte 22 sowie eine verformbare Folie 23 bereitgestellt. Die ersten Formhälfte 21 und die zweite Form ¬ hälfte 22 bestehen aus einem festen temperaturbeständigen Material, wie beispielsweise Glas oder Metall. Die erste Form ¬ hälfte 21 weist gegenüber der Folie 23 eine Ausnehmung 24 auf, um einen Hohlraum zwischen der Folie 23 und der ersten Formhälfte 21 schaffen zu können. Dieser durch die Ausnehmung 24 gebildete Hohlraum kann mithilfe von Dichtelementen 26 gegenüber der Folie 23 abgedichtet werden. In der ersten Formhälfte 21 ist ein erster Kanal 27 ausgebildet, welcher vom äußeren der ersten Formhälfte 21 zur Ausnehmung 24 führt. Die zweite Formhälfte 22 weist eine durch eine Ausnehmung gebildete makrostrukturierte Hohlform 28 auf. Die makrostrukturierte Hohlform 28 weist im Wesentlichen die Form eines flachen

Quaders auf. Innerhalb der makrostrukturierte Hohlform 28, nämlich in einer Grundfläche der Quaderform der makrostrukturierte Hohlform 28 sind mikrostrukturierte Hohlformen 29 ausgebildet. Die makrostrukturierte Hohlform 28 und die mikro ¬ strukturierten Hohlformen 29 bilden eine Negativform des herzustellenden mikrostrukturierten Formkörpers. Bei den mikrostrukturierten Hohlformen 29 handelt es sich um Vertiefungen mit einem Durchmesser von etwa 300 ym. Übliche Mikrostrukturen weisen Abmessungen im Bereich von einigen ym bis einigen mm auf. In der zweiten Formhälfte 22 ist ein zweiter Kanal 31 ausgebildet, welcher vom äußeren der zweiten Formhälfte 22 zu einem mit der Folie 23 in Kontakt tretenden

Bereich der zweiten Formhälfte 22 führt.

Die Folie 23 besteht aus Polycarbonat . Als Material für die Folie 23 eignen sich auch andere thermoplastische Polymere. Fig. 7 zeigt einen zweiten Schritt der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens. Die erste Formhälfte 21 und die zweite Formhälfte 22 werden mit der dazwi ¬ schen angeordneten Folie 23 aufeinander zu gepresst. Hierdurch wird die Folie 23 gegen die Abdichtung 26 gepresst, wodurch in der Ausnehmung 24 ein abgedichteter Hohlraum entstanden ist. Über den Kanal 27 wird ein großer Unterdruck in dem in der Ausnehmung 24 gebildeten Hohlraum erzeugt, sodass dort ein technisches Vakuum vorhanden ist. In gleicher Weise wird über den zweiten Kanal 31 ein großer Unterdruck zwischen der zweiten Formhälfte 22 und der Folie 23 geschaffen, wodurch in der durch eine Ausnehmung gebildeten Makrostruktur 28 ebenfalls ein technisches Vakuum vorhanden ist. Die erste Formhälfte 21 und die zweite Formhälfte 22 werden erwärmt, wodurch auch die Folie 23 erwärmt wird.

Fig. 8 zeigt einen dritten Schritt der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens. Durch das Erwärmen der ersten Formhälfte 21 und der zweiten Formhälfte 22 hat die

Folie 23 eine Temperatur erreicht, welche über der Glasüber ¬ gangstemperatur des Polycarbonats von etwa 160°C liegt. Die Folie 23 ist damit in einen fließfähigen Zustand überführt. Das zuvor in dem durch die Ausnehmung 24 gebildeten Hohlraum vorhandene technische Vakuum ist nunmehr abgebaut und statt ¬ dessen wird durch den ersten Kanal 27 ein Gasstrom in den durch die Ausnehmung 24 gebildeten Hohlraum geleitet, welcher einen hohen dynamischen Druck aufweist. Hierdurch wirkt auf die Folie 23 ein Druckimpuls, welcher über eine Zeitdauer von einigen Sekunden aufrechterhalten wird. Der Druckimpuls führt dazu, dass die Folie 23 in Richtung der makrostrukturierten Hohlform 28 und in Richtung der mikrostrukturierte Hohlformen 29 gepresst wird. Fig. 9 zeigt einen vierten Schritt der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens. Nachdem der über den ersten Kanal 27 eingeleitete Gasstrom dazu geführt hat, dass ein Druckimpuls über mehrere Sekunden auf die Folie 23 wirkte, wurde die Folie 23 vollständig durch die makrostruktu ¬ rierte Hohlform 28 und durch die mikrostrukturierten Hohlformen 29 ausgeformt. Die Folie 23 hat nunmehr vollständig die Form der zweiten Formhälfte 22 angenommen.

Nachdem die Folie 23 vollständig ausgeformt wurde, werden die erste Formhälfte 21 und die zweite Formhälfte 22 abgekühlt, beispielsweise dadurch, dass keine weitere Wärme zugeführt wird. Die erste Formhälfte 21 und die zweite Formhälfte 22 können zum Zwecke des Abkühlens der Umgebungstemperatur oder auch einem Kühlmittel ausgesetzt werden.

Fig. 10 zeigt einen fünften Schritt der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens. Der über den ersten Kanal 27 eingeleitete Gasstrom wurde eingestellt. Über den ersten Kanal 27 und über den zweiten Kanal 31 erfolgt nunmehr eine Belüftung, wodurch das Abkühlen der ersten Formhälfte 21, der zweiten Formhälfte 22 und der Folie 23

beschleunigt wird.

Fig. 11 zeigt einen sechsten Schritt der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens. Die erste Formhälfte 21 und die zweite Formhälfte 22 werden voneinander getrennt, sodass die ausgeformte Folie 23 entnommen werden kann. Die ausgeformte Folie 23 hat nunmehr eine Temperatur erreicht, die unter der Glasübergangstemperatur liegt, sodass eine plastische Verformung der Folie 23 vorliegt. Die Folie 23 weist nunmehr eine Makrostruktur 32 und Mikrostrukturen 33 auf .

Um das Herausnehmen der ausgeformten Folie 23 zu erleichtern, kann, nachdem die erste Formhälfte 21 von der zweiten Formhälfte 22 entfernt wurde, ein leichter Gasdruck über den zweiten Kanal 31 geleitet werden, sodass die ausgeformte Folie 23 von der zweiten Formhälfte 22 weggepresst wird. Auch kann die Folie 23 in einen Spannrahmen (nicht gezeigt) eingespannt sein, wodurch die Entnahme aus der ersten Formhälfte 21 und aus der zweiten Formhälfte 22 vereinfacht ist.

Die in den Figuren 6 bis 11 gezeigten Schritte des erfindungs ¬ gemäßen Verfahrens können alternativ auch in einem so genann- ten Roll-to-Roll-Betrieb organisiert werden. Eine die Folie 23 aufnehmende Rolle (nicht gezeigt) weist hierfür bevorzugt Abstandshalter auf, um eine Zerstörung der Mikrostrukturen 33 zu verhindern, wenn die Folie 23 aufgerollt wird. Fig. 12 zeigt einen siebten Schritt der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens. Bei diesem Schritt werden die Mikrostrukturen 33 der Folie 23 einer Schwerionen- strahlung 34 ausgesetzt. Hierfür eignet sich beispielsweise ein Synchrotron (nicht gezeigt) , aus welchem Schwerionen, insbesondere Goldionen in einem definierten Winkel auf die

Mikrostrukturen 33 geschossen werden können. Die Schwerionen der Schwerionenstrahlung 34 verfügen über eine diskrete Energie, die es ihnen erlaubt, ein Hindernis mit einer diskreten Dicke zu durchdringen. Ist die Dicke des Hindernisses zu groß, treten die Schwerionen nicht durch das Material hindurch. Die durch die Mikrostrukturen 33 der Folie 23 hindurch tretenden Schwerionen zerstören die Kristallstruktur des Polycarbonats auf den Bahnen der Schwerionen. Teilbereiche der Mikrostruktu- ren 33, die eine größere Dicke aufweisen, werden von den

Schwerionen nicht durchdrungen.

Die Mikrostrukturen 33 der Folie 23 sind mit einer Maske 36 bedeckt, sodass die Schwerionen der Schwerionenstrahlung 34 nur ausgewählte Teilbereiche der Mikrostrukturen 33 erreichen. Die Maske 36 ist für das erfindungsgemäße Verfahren nicht unbedingt erforderlich. Mithilfe der Maske 36 können die

Krater 13 (gezeigt in Fig. 5) in den Teilbereichen der Folie 23, welche eine größere Dicke aufweisen, vermieden werden.

Fig. 13 zeigt einen achten Schritt der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens. Die ausgeformte und mit Schwerionen bestrahlte Folie 23 wird in ein Ätzbad 37 gelegt. Als Flüssigkeit für das Ätzbad 37 eignet sich

beispielsweise eine 5-molare Natriumlauge mit 10% Methanol, welche auf eine Temperatur von 45°C erhitzt wurde. An denjeni ¬ gen Stellen der Folie 23, die von den Schwerionen der Schwerionenstrahlung 34 (gezeigt in Fig. 12) durchschossen wurden, entstehen durchgängige Poren 12 (gezeigt in Fig. 4) . Die Größe der Poren 12 kann über die Ätzzeit eingestellt werden.

Beispielsweise beträgt der Durchmesser der Poren 12 ca. 2 ym nach einer Ätzzeit von 30 Minuten. Abschließend ist die ausgeformte und geätzte Folie 23 aus dem

Ätzbad 37 herauszunehmen und zu spülen. Es liegt nunmehr ein teilweise perforierter mikrostrukturierter Formkörper vor, welcher durch die Folie 23 gebildet wird. Bezugszeichenliste

01 mikrostrukturierter Formkörper (Folie)

02 Makrostruktur

03 Mikrostruktur (Kavitäten)

04

05

06 Detail

07 unverformter Bereich

08 unterer Bereich der Kavität

09 Bereich mit minimaler Dicke

10

11 Bereich mit maximaler Dicke

12 Poren

13 Krater

21 erste Formhälfte

22 zweite Formhälfte

23 Folie (mikrostrukturierter Formkörper) 24 Ausnehmung

25

26 Dichtelemente

27 erster Kanal

28 makrostrukturierte Hohlform

29 mikrostrukturierte Hohlformen

30

31 zweiter Kanal

32 Makrostruktur

33 Mikrostrukturen

34 Schwerionenstrahlung

35

36 Maske

37 Ätzbad