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Title:
PARTICLE-MODIFIED NANOFIBERS AND MESOFIBERS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/077372
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to composite fibers comprising ionically functionalized nanofibers or mesofibers and oppositely charged ionically functionalized particles which are applied to the surface of the fibers, a method for producing said composite fibers, and the use thereof. The nanofibers or mesofibers are composed of non-ionic polymers, carbon, polyelectrolytes, ionomers, ceramic materials, or metals. Production of the composite fibers according to the invention: polyelectrolytes and ionomers naturally have ionic groups on the surface; with the other fiber materials, ionic groups are produced, treated with a particle dispersion comprising oppositely charged, ionically functionalized particles, resulting in nanofibers or mesofibers, to the surface of which particles are applied. The ionically functionalized particles are preferably mesoparticles or nanoparticles and are selected from among non-ionic polymer particles, ionic polymer particles, ionomer particles, metal particles, carbon materials, pigments, magnetic particles, biological particles. The composite fibers according to the invention comprising ionically functionalized mesofibers or nanofibers and, on the surface thereof, oppositely charged ionically functionalized particles can be used for filter media and separation media, for finishing fabrics, releasing active substances, thermally insulating, protecting plants, in solar energy, sensor technology, and as thermoelectric materials, for example.

Inventors:
GREINER, Andreas (Stockwiesenweg 12, Amöneburg, 35287, DE)
STOILJKOVIC, Aleksandar (1300 klapara 13, Pirot, 18300, RS)
Application Number:
DE2007/002225
Publication Date:
July 03, 2008
Filing Date:
December 11, 2007
Export Citation:
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Assignee:
PHILIPPS-UNIVERSITÄT MARBURG (Biegenstrasse 10, Marburg, 35037, DE)
GREINER, Andreas (Stockwiesenweg 12, Amöneburg, 35287, DE)
STOILJKOVIC, Aleksandar (1300 klapara 13, Pirot, 18300, RS)
International Classes:
D01D5/00; D01F6/22; D01F11/04; D06M23/08
Attorney, Agent or Firm:
RIECHERT, Anne (TransMIT GmbH, Kerkrader Str. 3, Giessen, 35394, DE)
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Claims:

Patentansprüche

1. Kompositfasern umfassend ionisch funktionalisierte Nano- oder Mesofasern und gegensinnig geladene ionisch funktionalisierte Partikel, welche auf der Oberfläche der Nano- oder Mesofasern aufgebracht sind.

2. Kompositfasern gemäß Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Nano- oder Mesofasern ionisch funktionalisierte elektrogesponnene Fasern sind.

3. Kompositfasern gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nano- oder Mesofasern aus einem ionisch funktionalisierten nichtionischen Polymer bestehen.

4. Kompositfasern gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeich- net. dass das nichtionische Polymer ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend

Polystyrolen, Poly-(p-xylylenen), Polyvinylchlorid, Polyestem, Polyethern, PoIy- olefinen, Polycarbonaten, Polyurethanen, natürlichen Polymeren, Polycarbon- säuren, Polysulfonsäuren, sulfatierten Polysacchariden, Polylactonen, Polylac- tiden, Polyglycosiden, Polyamiden, Polyamidimiden, Polyvinylalkoholen, PoIy- vinylidenfluoriden, Poly-α-Methylstyrolen, Polymethacrylaten, Polyacrylnitrilen, Poly-(p-xylylen), Polyacrylamiden, Polyimiden, Polyphenylenen Polysilanen, Polysiloxanen, Polybenzimidazolen, Polybenzthiazolenen, Polyoxazolen, PoIy- sulfiniden, Polyesteramiden, Polyarylenvinylenen, Polyetherketonen, Polyurethanen, Polysulfonen, Ormocerenen, Polyacrylaten, Siliconen, vollaromati- sehen Copolyestern, Poly-N-vinylpyrrolidonen, Polyhydroxyethylmethacrylaten, Polymethylmethacrylaten, Polyethylenterephthalaten, Polymethacrylnitrilen, Polyvinylacetaten, Polyharnstoff, Neopren, Buna N, Polybutadien, Polytetraflu- orethylen, Zellulose, Zelluloseacetat, α-Olefinen, Vinylsulfonsäuren, Maleinsäuren, Alginaten oder Collagenen, Carbonfasern.

5. Kompositfaser gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Nano- oder Mesofaser eine ionisch funktionalisierte Keramik- oder Metallfaser ist.

6. Kompositfaser gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Nano- oder Mesofaser eine Polyelektrolytfaser oder eine lonomerfa- ser ist.

7. Kompositfaser gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die ionisch funktionalisierten Partikel ausgewählt sind aus der Gruppe ionisch funktionalisierte nicht ionische Polymerpartikel, ionische Polymerpartikel, lonomerpartikel, ionisch funktionalisierte Metallpartikel, ionisch funktionalisierte Carbonmaterialien, ionisch funktionalisierte Pigmente, biologische Partikel.

8. Kompositfaser gemäß einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die ionisch funktionalisierten Partikel kompakt, sphärisch, hohl und gefüllt, hohl und ungefüllt, isotrop, anisotrop, schichtweise aufgebaut, eine Gradientenstruktur aufweisend, himbeerartig oder janusartig aufgebaut sind.

9. Kompositfaser gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die ionisch funktionalisierten Partikel organisch, anorganisch, polymer, superhydrophob, superhydrophil, antibakteriell, fungizid, biokompatibel, farbig, wärmeleitfähig, elektrisch leitfähig, thermoelektrisch, elektrisch isolierend, chemisch reaktiv und/oder proteinbindend sind.

10. Kompositfaser gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die ionisch funktionalisierten Partikel magnetisch sind, ausgewählt aus der Gruppe ferromagnetische Partikel, antiferromagnetische Partikel, ferri- magnetische Partikel, superparamagnetische Partikel.

11. Kompositfaser gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die ionisch funktionalisierten Partikel monodispers sind.

12. Verfahren zur Herstellung von Kompositfasern gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11 , dadurch gekennzeichnet, dass ionisch funktionalisierte Meso- oder Na- nofasern mit einer Dispersion umfassend gegensinnig geladene ionisch funktionalisierte Partikel in Kontakt gebracht werden.

13. Verfahren zur Herstellung von Kompositfasern gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Partikeldispersion ionisch funktionalisierte Partikel gemäß einem der Ansprüche 7 bis 11 sowie ein wässriges oder nicht wässri- ges Lösungsmittel umfasst.

14. Verfahren zur Herstellung von Kompositfasern gemäß einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den ionisch funktionali- sierten Meso- oder Nanofasern um umfunktionalisierte Fasern handelt.

15. Verwendung von Kompositfasern gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11 zur Herstellung von Filter- und Separationsmedien.

16. Verwendung von Kompositfasern gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11 zur Herstellung von Textilfasem.

17. Verwendung von Kompositfasern gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11 zur Herstellung von elektronischen Speichermedien, Piezoelektrika, Piezomagne- tika oder Sensoren.

Description:

Patentanmeldung

Partikelmodifizierte Nano- und Mesofasern

Die vorliegende Erfindung betrifft Partikel-Faser-Komposite umfassend Nano- oder Mesofasern und auf deren Oberfläche aufgebrachte Partikel sowie Verfahren zur Herstellung dieser Partikel-Faser-Komposite.

Beschreibung und Einleitung des allgemeinen Gebietes der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft die Gebiete makromolekulare Chemie, Verfahrenstechnik und Materialwissenschaften.

Stand der Technik

Nano- und Mesofasern gewinnen zunehmend an Bedeutung als Filtrations- und Separationsmedien, in Textilherstellung, Optik, Elektronik, Biotechnologie, Pharmazie und Medizin. Besonderes Interesse gilt solchen Fasern, die durch Zusatz weiterer Stoffe, beispielsweise durch Zusatz von Partikeln, gezielt mit bestimmten chemischen, physikalischen und/oder biologischen Eigenschaften ausgestattet werden können.

Die DE 199 10 021 C1 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Formkörpern, bei dem eine Polymerlösung enthaltend fein verteilte Zusatzstoffe und eine weitere Polymerlösung ohne Zusatzstoffe simultan extrudiert werden.

Die DE 43 21 289 A1 und die DE 43 07 398 A1 offenbaren Elektretfasern mit verbesserter Ladungsstabilität, Verfahren zu ihrer Herstellung, und Textilmaterial enthaltend diese Textilfasern. Dabei wird ein fadenbildendes Polymerisat oder Po- lykondensat mit einem Ladungssteuerungsmittel gemischt und mittels Nass- oder Trockenspinnverfahren zu Filamenten versponnen.

In der DE 31 31 073 A1 werden Fasern mit Zusatzstoffen beschrieben, wobei die- ser Zusatzstoff kontrolliert abgegeben werden soll. Hierzu wird der Zusatzstoff in einer Lösung der polymeren Verbindung dispergiert und das Gemisch zu Fasern versprüht. Die Zusatzstoffe werden dabei sowohl in die sich bildenden Fasern eingelagert als auch an deren Oberfläche angelagert. Die Herstellung von Fasern mit Durchmessern im Meso- und Nanobereich ist mittels Versprühen von Polymer- lösungen allerdings nicht möglich.

Die DE 697 32 770 T2 beschreibt ferroelektrische Fasern und deren Anwendungen als Filtermedien. Hierfür wird ein ferroelektrisches Material destrukturiert, mit einem thermoplastischen Polymer gemischt und anschließend durch Schmelz- extrusion oder Lösungsspinnen zu Fasern verarbeitet.

In der DE 696 33 817 T2 wird ein Verfahren zur Herstellung von Fasern enthaltend feine Metallteilchen offenbart. Es werden zunächst Fasern aus Acrylonitril gebildet und mit Hydrazin vernetzt. Dann werden Carboxylgruppen eingeführt, gefolgt von der Aufbringung von Metallionen. Zuletzt werden die Metallionen zu Me- tallpartikeln reduziert, die auf der Faser präzipitieren.

Die DE 694 25 969 T2 beschreibt antistatische Fasern für Textilien. Hierbei werden ein Polymer und eine Dispersion von Zinkoxid-Stabpartikeln separat vorbereitet und während des Spinnprozesses oder unmittelbar danach gemischt. Die Fa- serbildung erfolgt mittels Schmelz-, Nass- oder Trockenspinnen; und es sind im Allgemeinen höchst kristalline Polymere gewünscht.

Schließlich beschreibt die WO 2005/118925 A1 feldantwortende superparamag- netische Kompositnanofasern. Hierbei werden eine Polymerlösung und eine Parti- keldispersion gemischt und nach dem Mischen elektroversponnen. Die Partikel sind bevorzugt superparamagnetisch oder ferromagnetisch. Bei Fasern, die gemäß dieser Offenbarung erhalten werden, befindet sich allerdings nur ein geringer Anteil der magnetischen Partikel auf der Faseroberfläche; der Hauptanteil der Partikel sitzt im Faserinnern.

Die im Stand der Technik offenbarten partikelhaltigen Fasern sowie die Verfahren zu ihrer Herstellung liefern in keinem Fall Fasern, die kleine Durchmesser (im Mik- ro- und Nanometerbereich) aufweisen und zudem ausschließlich an der Faseroberfläche partikelmodifiziert sind.

Zur Herstellung von Nano- und Mesofasem sind dem Fachmann eine Vielzahl an Verfahren bekannt, von denen dem Elektrospinnverfahren („Electrospinning") derzeit die größte Bedeutung zukommt. Bei diesem Verfahren, welches beispielsweise von D.H. Reneker, H. D. Chun in Nanotechn. 7 (1996), Seite 216 f. beschrieben

ist, wird eine Polymerschmelze oder eine Polymerlösung an einer als Elektrode dienenden Kante einem hohen elektrischen Feld ausgesetzt. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, daß die Polymerschmelze oder Polymerlösung in einem elektrischen Feld unter geringem Druck durch eine mit einem Pol einer Spannungsquelle verbundene Kanüle extrudiert wird. Aufgrund der dadurch erfolgenden elektrostatischen Aufladung der Polymerschmelze oder Polymerlösung entsteht ein auf die Gegenelektrode gerichteter Materialstrom, der sich auf dem Wege zur Gegenelektrode verfestigt. In Abhängigkeit von den Elektrodengeometrien werden mit diesem Verfahren Vliese bzw. so genannte Nonwovens oder En- sembles geordneter Fasern erhalten.

Die vorliegende Erfindung liefert dagegen Partikel-Komposit-Fasem, bei denen sich die Partikel ausschließlich auf der Oberfläche der Kompositfasern befinden. Für das Aufbringen der Partikel auf die Faseroberfläche werden im Gegensatz zum Stand der Technik keine molekularen Lösungen von Partikel bildenden Substanzen verwendet, sondern es werden partikuläre Dispersionen mit ionische funktionalisierten Nano- oder Mesofasem in Kontakt gebracht. Das erfindungsgemäße Verfahren unterscheidet sich daher vom etablierten Layer-by-Layer- Verfahren, denn bei letzterem werden Schicht für Schicht Polyelektrolyte gegen- sinniger Ladung aufgebracht, wofür immer molekular gelöste Polyelektrolyte eingesetzt werden.

Aufgabe Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, neuartige Partikel-Faser-Komposite sowie Verfahren zu ihrer Herstellung bereitzustellen.

Lösung der Aufgabe

Die Aufgabe der Bereitstellung neuartiger Partikel-Faser-Komposite wird erfin- dungsgemäß gelöst durch Kompositfasern umfassend ionisch funktionalisierte Nano- oder Mesofasem und gegensinnig geladene ionisch funktionalisierte Partikel, welche auf der Oberfläche der Nano- oder Mesofasem aufgebracht sind.

Die Aufgabe, Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Partikel-Faser- Komposite bereitzustellen, wird erfindungsgemäß gelöst, indem ionisch funktiona- lisierte Nano- oder Mesofasem mit einer Dispersion umfassend gegensinnig geladene ionisch funktionaliserte Partikel behandelt werden.

Nano- oder Mesofasern können mit neuartigen chemischen oder physikalischen Eigenschaften ausgestattet werden, wenn die Fasern selbst ionisch funktionali- siert sind und gegensinnig geladene ionisch funktionalisierte Partikel auf ihrer O- berfläche aufgebracht werden. Dabei bedecken die Partikel die Faseroberfläche mindestens teilweise. Unter vollständiger Bedeckung ist dabei eine Kompositfaser zu verstehen, auf deren Oberfläche sich eine Monolage aus Partikeln befindet, welche die Faseroberfläche vollständig bedeckt. Derartige Komposite umfassend Nano- oder Mesofasern und ausschließlich auf deren Oberfläche aufgebrachte Partikel sind bislang nicht bekannt.

Dabei werden entweder solche Nano- oder Mesofasern eingesetzt, deren Oberfläche bereits ionisch funktionalisiert ist, oder die Oberfläche der Nano- und Mesofasern wird zunächst ionisch funktionalisiert, bevor sie mit einer Dispersion umfassend gegensinnig geladene Partikel in Kontakt gebracht werden.

„Ionisch funktionalisiert" bedeutet im Rahmen der vorliegenden Erfindung, dass sich auf der Oberfläche der Nano- oder Mesofasern sowie der Partikel ionische oder ionisierbare funktionelle Gruppen befinden, wobei die Ladung der Partikel gegensinnig zur Ladung der Meso- oder Nanofasem ist: Erfindungsgemäße Kom- positfasern weisen entweder anionisch funktionalisierte Nano- oder Mesofasern sowie kationisch funktionalisierte Partikel auf oder umgekehrt.

Nachfolgend werden Nano- oder Mesofasern sowie Partikel als „ionisch funktionalisiert" bezeichnet, wenn sich auf deren Oberfläche ionische Gruppen befinden, und zwar unabhängig davon, ob es sich beim Vorhandensein dieser ionischen Gruppen um eine intrinsische Eigenschaft des Faser- oder Partikelmaterials handelt, oder ob die ionische Funktionalisierung der Oberfläche nachträglich geschieht. Des Weiteren wird die Bezeichnung „ionisch funktionalisiert" sowohl für anionische als auch auf kationische funktionalisierte Oberflächen verwendet.

Bei den erfindungsgemäßen Nano- oder Mesofasem handelt es sich um Fasern ausgewählt aus der Gruppe nichtionische Polymere, Kohlenstoff, Polyelektrolyte, lonomere, keramische Materialien (Keramikfasern) oder Metalle (Metallfasern).

Die Nano- oder Mesofasern können beispielsweise durch Schmelzspinnen, Lösungsspinnen, Gelspinnen, Dispersionsspinnen oder Reaktionsspinnen hergestellt werden. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist das Elektrospinnen aus Lösungen oder Dispersionen besonders bevorzugt. Alle genannten Spinnverfahren sind dem Fachmann bekannt und können, ohne den Schutzbereich der Patentansprüche zu verlassen, verwendet werden. Die Technik des Elektrospinnens ist in Fig. 1 schematisch dargestellt. In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei den erfindungsgemäßen Nano- oder Mesofasern um elektrogesponnene Fasern mit einem Durchmesser zwischen 10 μm und 20 μm. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei den erfindungsgemäßen Nano- oder Mesofasern um elektrogesponnene Fasern mit einem Durchmesser zwischen 1 μm und 10 μm.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei den erfindungsgemäßen Nano- oder Mesofasern um elektrogesponnene Fasern mit einem Durchmesser zwischen 5 nm und 1 μm.

Erfindungsgemäß werden nichtionische Polymere ausgewählt aus Polystyrolen, Poly-(p-xylylenen), Polyvinylchlorid, Polyestern, Polyethern, Polyolefinen, Polycar- bonaten, Polyurethanen, natürlichen Polymeren, Polycarbonsäuren, Polysulfon- säuren, sulfatierten Polysacchariden, Polylactonen, Polylactiden, Polyglycosiden, Polyamiden, Polyamidimiden, Polyvinylalkoholen, Polyvinylidenfluoriden, Poly-α- Methylstyrolen, Polymethacrylaten, Polyacrylnitrilen, Poly-(p-xylylen), Polyacrylamiden, Polyimiden, Polyphenylenen Polysilanen, Polysiloxanen, Polybenzimidazo- len, Polybenzthiazolenen, Polyoxazolen, Polysulfiniden, Polyesteramiden, Polya- rylenvinylenen, Polyetherketonen, Polyurethanen, Polysulfonen, Ormocerenen, Polyacrylaten, Siliconen, vollaromatischen Copolyestern, Poly-N-vinylpyrrolidonen, Polyhydroxyethylmethacrylaten, Polymethylmethacrylaten, Polyethylenterephtha- laten, Polymethacrylnitrilen, Polyvinylacetaten, Polyharnstoff, Neopren, Buna N,

Polybutadien, Polytetrafluorethylen, Zellulose, Zelluloseacetat, α-Olefinen, Vinyl- sulfonsäuren, Maleinsäuren, Alginaten oder Collagenen.

Des Weiteren kann es sich bei den erfindungsgemäßen Nano- oder Mesofasern um nichtionische Polymerfasern aus der Gruppe der Carbonfasern (Kohlenstofffasern) handeln.

Meso- und Nanofasern aus Keramik oder Metallen werden erfindungsgemäß aus den entsprechenden Precursormaterialien hergestellt. Dem Fachmann ist be- kannt, welche Precursoren er auswählen muss, wie er daraus Meso- und Nanofasern herstellt und wie er die Fasern bestehend aus Precursormaterialien in die entsprechenden Keramik- oder Metall-Nano- und Mesofasern überführen kann. Er kann diese Kenntnisse anwenden, ohne den Schutzbereich der Patentansprüche zu verlassen.

Polyelektrolyte sind Polymere, die an jeder Repetiereinheit ionische Gruppen tragen. Damit die Polyektrolyteigenschaften hervortreten, muss es zur Dissoziation kommen, die jedoch selbst in Wasser eingeschränkt sein kann. Durch entsprechende Zusätze, z. B. Säuren oder Basen, kann die Dissoziationsfähigkeit und damit die Polyektrolytstärke gesteigert werden. Werden gegensinnig geladene Po- lyektrolyte eingesetzt, kann es unter Ladungsausgleich zur Bildung von Polyektro- lytenkomplexen kommen, die in der Regel nur schwer wieder hydrolysierbar sind.

Es gibt eine Reihe technisch verfügbarer Polyelektrolyte bzw. Polymere, die durch Säuren- bzw. Basenbehandlung Polyektrolytcharakter annehmen. Beispielsweise, aber nicht erschöpfend, seien genannt: Positiv geladene Polyektrolyte: Polyvinylamin, Poly(diallyldimethyl- ammoniumchlorid), Polypyridin, Polyethylenimin.

Negativ geladene Polyelektrolyte: Polyacrylsäure, Polyalkohol, Polystyrolsulfon- säure.

Dem Fachmann sind zahlreich weitere Polyelektrolyte bekannt. Er kann sie einsetzen, ohne den Schutzbereich der Patentansprüche zu verlassen.

lonomere sind Polymere, die aus Makromolekülen zusammengesetzt sind, wobei ein kleiner, aber signifikanter Anteil der sich wiederholenden Einheiten (d.h. der Monomere) ionische und/oder ionisierbare Gruppen aufweist, lonomere im Sinne der vorliegenden Erfindung sind beispielsweise, aber nicht erschöpfend, Ethyleni- onomere (z.B. Poly(ethylen-co-methacrylsäure)), Perfluorosulfonationomere, alky- lierte Styrolionomere, Polyacrylsäureionomere, Poly(arylenether-phosphonium- bromid)-ionomere, Poly(arylenether-phosphonium)-ionomere, NLO-Ionomere und Poly(arylenether-phosphonium)-NLO-ionomere, wobei NLO für „nonlinear optical polymers" (nichtlineare optische Polymere) steht.

Die Partikel, welche auf der Oberfläche der Meso- oder Nanofasern aufgebracht sind, werden ausgewählt aus der Gruppe nicht ionische Polymerpartikel, ionische Polymerpartikel, lonomerpartikel, Metallpartikel, Carbonmaterialien, Pigmente, magnetische Partikel, biologische Partikel.

Dabei werden entweder solche Partikel eingesetzt, bei denen mindestens die Oberfläche bereits ionisch funktionalisiert ist, oder die Oberfläche der Partikel wird zunächst ionisch funktionalisiert, bevor sie mit ionisch funktionalisierten Nano- oder Mesofasem gegensinniger Ladung in Kontakt gebracht werden. Partikel, bei denen mindestens die Oberfläche ionisch funktionalisiert ist, werden nachfolgen als „ionisch funktionalisierte Partikel" bezeichnet.

In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei den auf der Oberfläche der Meso- oder Nanofasern aufgebrachten Partikel um ionisch funktionalisierte Meso- oder Nanopartikel.

Unter Mesopartikeln werden Partikel verstanden, deren größte Längenausdehnung größer als 1 μm und kleiner oder gleich 1.000 μm beträgt. Unter Nanopartikeln werden Partikel verstanden, deren größte Längenausdehnung größer oder gleich 1 nm und kleiner oder gleich 1.000 nm beträgt.

Die geometrische Form der ionisch funktionalisierten Partikel, welche auf der O- berfläche der Meso- oder Nanofasern aufgebracht sind, ist kompakt, sphärisch, hohl und gefüllt, hohl und ungefüllt, isotrop, anisotrop, schichtweise aufgebaut, eine Gradiententstruktur aufweisend, himbeerartig oderjanusartig.

Die ionisch funktionalisierten Partikel, welche auf der Oberfläche der Meso- oder Nanofasem aufgebracht sind, weisen mindestens eine der nachfolgend genannten Eigenschaften auf: organisch, anorganisch, polymer, superhydrophob, superhydrophil, antibakteriell, fungizid, biokompatibel, farbig, wärmeleitfähig, elekt- risch leitfähig, thermoelektrisch, elektrisch isolierend, chemisch reaktiv (beispielweise basisch oder sauer), proteinbindend. Dabei können die Partikel auch mehrere dieser genannten Eigenschaften aufweisen, sofern sich die Eigenschaften nicht gegenseitig ausschließen. Dem Fachmann ist bekannt, welche dieser Eigenschaften nicht gleichzeitig vorliegen können, beispielsweise im Falle des Gegen- satzpaares

„elektrisch leitfähig / elektrisch isolierend".

In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei den ionisch funktionalisierten Partikeln um ionisch funktionalisierte n Polymermikropartikel oder ionisch funktionalisierte Polymemanopartikel, beispielsweise um ionisch funktionalisierte Partikel aus Polystyrol, Polyacrylat, Polyurethan, Polybutadien, Polyisopren, Naturkautschuk, vernetzte Polyacrylsäure, vernetztes Polyethylenimin, Polytetraflu- orethylen.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei den ionisch funktionalisierten Partikeln um Metallpartikel, beispielsweise aus Silber, Gold, Chrom, Eisen, Palladium, Platin, Nickel, Kobalt, Kupfer, Vanadium, oder um Metalllegierungen.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei den Partikeln um ionisch funktionalisierte Carbonmaterialien, beispielsweise um ionisch funktionalisierte Rußpartikel und/oder ionisch funktionalisierte Carbonnanoröhren.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei den Partikeln um ionisch funktionalisierte Farbpigmente.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei den Partikeln um biologische Partikel, beispielsweise um Enzyme, Viren, Zellen, Bakterien oder Antikörper.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei den Partikeln um ionisch funktionalisierte magnetische Partikel ausgewählt aus der Gruppe fer- romagnetisch, antiferromagnetisch, ferrimagnetisch und superparamagnetisch. Dem Fachmann ist bekannt, welche Substanzen die genannten magnetischen Eigenschaften aufweisen.

In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich um ionisch funktionalisierte monodisperse Partikel. Unter „monodispers" werden dabei solche Partikel verstanden, deren durchschnittliche Partikelgröße einen Variationskoeffizienten klei- ner oder gleich 10 % aufweist.

Die erfindungsgemäßen Partikel-Faser-Komposite werden hergestellt, indem ionisch funktionalisierte Nano- oder Mesofasem mit einer Dispersion umfassend gegensinnig geladene ionisch funktionalisierte Partikel in Kontakt gebracht wer- den.

Handelt es sich bei den Nano- oder Mesofasern um Polyelektrolyte oder lonomere gemäß den obigen Definitionen, so weist die Oberfläche dieser Fasern bereits ionische Gruppen auf und kann direkt mit einer Dispersion umfassend ionisch funk- tionalisierte Partikel in Kontakt gebracht werden.

Handelt es sich bei den Nano- oder Mesofasem um nichtionische Polymere, Carbonfasern, Keramik- oder Metallfasern, so müssen diese zunächst ionisch funkti- onalisiert werden. Dem Fachmann ist bekannt, wie er Nano- oder Mesofasern ionisch funktionalisie- ren kann. Für die ionische Funktionalisierung von nichtionische Polymeren oder Carbonfasern eignen sich beispielsweise, aber nicht erschöpfend Sulfonierung, Plasmabehandlung und Oxidation. Metall- und Keramikfasern lassen sich beispielsweise durch Silanisierung ionisch funktionalisieren, und Fasern aus Edelme- tallen werden vorteilhaft durch Behandlung mit Thiolatlösungen ionisch funktiona- lisiert.

Handelt es sich bei den Partikeln um nichtionische Polymere, lonomere oder biologische Partikel, so ist mindestens die Oberfläche dieser Partikel ionisch funktio-

nalisiert. Derartige Partikel können direkt dispergiert und anschließend mit gegensinnig geladenen Meso- oder Nanofasem in Kontakt gebracht werden.

Handelt es sich bei den Partikeln um nicht ionische Polymerpartikel, Metallpartikel, Carbonmaterialien, Pigmente oder magnetische Partikel, so müssen diese zunächst ionisch funktionalisiert werden. Die ionische Funktionalisierung derartiger Partikel geschieht bevorzugt durch Behandlung der Partikel mit einem ionischen Tensid. Dabei werden die Partikel mit anionischen Tensiden behandelt, wenn sie auf die Oberfläche einer kationisch funktionalisierten Meso- oder Nanofaser auf- gebracht werden sollen. Sollen die Partikel dagegen auf die Oberfläche einer anionisch funktionalisierten Meso- oder Nanofaser aufgebracht werden, so werden die Partikel kationisch funktionalisiert.

Die Tenside haften dabei auf der Oberfläche der Partikel und bilden eine geladene Schicht. Dem Fachmann sind Aniontenside und Kationtenside bekannt, und er weiß, wie er Partikel mit diesen Tensiden behandeln muss, um eine ionisch funktionalisierte Schicht auf der Oberfläche der Partikel herzustellen.

In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die ionisch funktionalisierten Meso- oder Nanofasern zunächst umfunktionalisiert, bevor sie mit einer Partikeldispersion in Kontakt gebracht werden. Unter Umfunktionalisierung ist die Umkehrung der Ladung der Faseroberfläche zu verstehen. Dies geschieht bevorzugt, indem die ionisch funktionalisierten Meso- oder Nanofasern zunächst mit einer Lösung in Kontakt gebracht werden, welche gegensinnig geladene Ionen enthält oder beim Kontakt mit den ionisch funktionalisierten Nano- oder Mesofasem gegensinnig geladene Ionen bildet. „Gegensinnig geladen" bezieht sich dabei auf die Ladung der bereits ionisch funk- tinoalisierten Oberfläche.

Die Lösung, welche gegensinnig geladene Ionen enthält oder beim Kontakt mit den ionisch funktionalisierten Nano- oder Mesofasern gegensinnig geladene Ionen bildet, enthält oder bildet somit

- Kationen, falls die ionischen oder ionisierbaren funktionellen Gruppen auf der Oberfläche der Nano- oder Mesofasem anionisch sind und

- Anionen, falls die ionischen oder ionisierbaren funktionellen Gruppen auf der Oberfläche der Nano- oder Mesofasem anionisch sind.

Meso- oder Nanofasern mit anionisch funktionalisierten Oberflächen werden auf diese Weise kationisch umfunktionalisiert und umgekehrt.

Dem Fachmann ist bekannt, welche Substanzen er einsetzen muss, um Kationen bzw. Anionen bildende Lösungen einzusetzen. Beispielsweise sind Lösungen von Polyethylenimin geeignet, um Kationen zu bilden, und solche von Polyacrylsäure, um Anionen zu bilden. Das Lösungmittel ist dabei Wasser oder ein Wasser enthaltendes homogenes Gemisch.

Umfunktionalisierte Meso- oder Nanofasern werden anschließend mit Dispersionen umfassend gegensinnig geladene ionisch funktionalisierte Partikel umgesetzt, um die erfindungsgemäßen Partikel-Faser-Komposite zu erhalten. Der Begriff „gegensinnige" Ladung der Partikel bezieht sich dabei auf die Ladung der Meso- oder Nanofasern nach der Umfunktionalisierung. So werden gemäß dieser Ausführungsform entweder a) anionisch funktionalisierte Meso- oder Nanofasern kationisch umfunktionalisiert und anschließend mit Dispersionen umfassend anionisch funktionalisierte Partikel umgesetzt oder b) kationisch funktionalisierte Meso- oder Nanofasern anionisch umfunktionalisiert und anschließend mit Dispersionen umfassend kationisch funktionalisierte Partikel umgesetzt.

Die erfindungsgemäß einzusetzende Partikeldispersion enthält Partikel, wie sie oben definiert wurden, in einer wässrigen oder nicht wässrigen Dispersion. Bevorzugt beträgt die Konzentration der Partikel in der Dispersion 0,01 Gew.-% bis 70 Gew.-%, besonders bevorzugt 10 Gew.-% bis 50 Gew.-%.

Eine Dispersion im Sinne der vorliegenden Erfindung bezeichnet im Einklang mit dem Lehrbuchwissen eine Mischung von mindestens zwei nicht miteinander mischbaren Phasen, wobei eine der wenigstens zwei Phasen flüssig ist. In Abhängigkeit von dem Aggregatzustand der zweiten bzw. weiteren Phase werden Dispersionen in Aerosole, Emulsionen und Suspensionen unterteilt, wobei die zweite oder weitere Phase bei Aerosolen gasförmig, bei Emulsionen flüssig und bei Suspensionen fest ist. Die in einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäß einzusetzenden Dispersionen umfassend Polymermikropartikel oder Polymemanopartikel werden in der Fachsprache auch als Latex bezeichnet. Erfindungsgemäß wird ein Partikel-Flüssigkeitsgemisch als Dispersion bezeichnet, wenn die Löslichkeit der Partikel in der Flüssigkeit weniger als 0,1 Gew.-% beträgt.

Die vorliegende Erfindung gestattet es, von Nano- und Mesofasem auf vielfältige Art und Weise chemisch, physikalisch und/oder biologisch zu modifizieren. Da die Modifikation erfolgt, indem Partikel ausschließlich auf der Faseroberfläche angebracht werden, lässt sich das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen der Kompositfasern gezielt erhöhen und/oder einstellen.

Die erfindungsgemäßen Partikel-Faser-Komposite eignen sich für Anwendungen in der Filtration, Separation (beispielsweise in Membranen), für die Ausrüstung von Textilien, die Freisetzung von Wirkstoffen, das Tissue Engineering, ferner für Wärmedämmung, Pflanzenschutz, Solarenergie, Sensorik und den Einsatz in Thermoelektrika.

So können die erfindungsgemäßen Partikel-Faser-Komposite beispielsweise Partikel enthalten, die ein Zielmolekül für einen Bindungspartner darstellen. Derartige Komposite eignen sich besonders für Anwendungen in Biotechnologie, Pharmazie und Medizin, z. B. für Filtrations- und Separationsanwendungen, um die besagten Bindungspartner an die erfindungsgemäßen Komposite zu binden. Bei diesen Bindungspartnern kann es sich etwa um Protein, Glykoproteine, DNA, RNA oder Zellfraktionen handeln.

Bei Partikeln, die ein Zielmolekül für potenzielle Bindungspartner darstellen, handelt es sich beispielsweise um Antikörper, Antikörperfragmente, Biotin, Avidin, Streptavidin, einen Metallionenchelator, einen Enzymkofaktor, eine Nukleinsäure, Protein A, Protein G, eine Zelle oder ein Zellfragment.

Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Partikel-Faser-Komposite können Fasern für Textilien auf vielfältige Weise ausgerüstet werden, beispielsweise antistatisch, antibakteriell, hydrophob oder hypoallergen.

Des Weiteren können die erfindungsgemäßen Partikel-Faser-Komposite als Filtermedien oder semipermeable Membranen bei großtechnischen Prozessen verwendet werden. Hierfür sind insbesondere solche erfindungsgemäßen Komposite geeignet, die magnetische Partikel enthalten.

Erfindungsgemäße Partikel-Faser-Komposite können außerdem in elektronischen Speichermedien, Piezoelektrika, Piezomagnetika und Sensoren verwendet werden.

Ausführungsbeispiele

Beispiel 1:

Partikel-Faser-Komposite aus Polystyrolfasern und Polystyrolpartikeln mit 335 nm Durchmesser

10 mg elektogesponnener Polystyrolfasern werden 5 Minuten mit 98 %iger Schwefelsäure bei Raumtemperatur behandelt. Anschließend werden die behandelten, anionisch funktionalisierten Fasern mit Wasser neutral gewaschen. Dann werden die Fasern mit einer wässrigen Polyethyleniminlösung (1 mg/ml, 0,5 mol NaCI) 20 Minuten behandelt. Anschließend werden die so erhaltenen, kationisch umfunktionalisierten Fasern mit Wasser gewaschen. Zuletzt werden die Fasern mit einer wässrigen Dispersion von Polystyrollatexpartikeln (Durchmesser 335 nm) behandelt und anschließend 24 Stunden getrocknet. Die Polystyrollatexpartikel sind mit anionischen Tensiden ionisch funktionalisiert. Es werden Partikel- Faserkomposite wie in Fig. 3 gezeigt erhalten.

Beispiel 2:

Partikel-Faser-Komposite aus Polystyrolfasern und Polystyrolpartikeln mit 100 nm Durchmesser

Die Partikel-Faser-Komposite werden wie in Beispiel 1 beschrieben hergestellt, allerdings wird eine wässrige Dispersion von Polystyrollatexpartikeln mit 100 nm Durchmesser verwendet. Die Polystyrollatexpartikel sind mit anionischen Tensiden ionisch funktionalisiert. Es werden Partikel-Faserkomposite wie in Fig. 4 ge- zeigt erhalten.

Bezugszeichenliste

1 Spannungsquelle

2 Kapillardüse 3 Spritze

4 Polyelektrolytlösung

5 Gegenelektrode

6 Faserbildung

7 Fasermatte 8 elektrogesponnene Faser aus einem nichtionischen Polymer

9 sulfonierte Faser (anionisch funktionalisierte Faser)

10 sulfonierte, mit Polyimid behaftete Faser (kationisch umfunktionalisierte Faser)

11 Faser-Partikel-Komposit

Abbildungslegenden Fig. 1

Fig 1 zeigt eine schematische Darstellung einer zur Durchführung des erfindungsgemäßen Elektrospinnverfahrens geeigneten Vorrichtung. Die Vorrichtung umfasst eine Spritze 3, an deren Spitze sich eine Kapillardüse 2 befindet. Diese Kapillardüse 2 ist mit einem Pol einer Spannungsquelle 1 verbun- den. Die Spritze 3 nimmt die zu verspinnenden Polyelektrolytlösungen 4 auf. Gegenüber dem Ausgang der Kapillardüse 2 ist in einem Abstand von etwa 20 cm eine mit dem anderen Pol der Spannungsquelle 1 verbundene Gegenelektrode 5 angeordnet, die als Kollektor für die gebildeten Fasern fungiert. Während der Betriebs der Vorrichtung wird an den Elektroden 2 und 5 eine Span- nung zwischen 18 kV und 35 kV eingestellt und die Polyelektrolytlösung 4 unter einem geringen Druck durch die Kapillardüse 2 der Spritze 3 ausgetragen. Auf Grund der durch das starke elektrische Feld von 0,9 bis 2 kV/cm erfolgenden elektrostatischen Aufladung der Polyelektrolyte in der Lösung entsteht ein auf die

Gegenelektrode 5 gerichteter Materialstrom, der sich auf dem Wege zur Gegenelektrode 5 unter Faserbildung 6 verfestigt, infolge dessen sich auf der Gegene- lekrode 5 Fasern 7 mit Durchmessern im Mikro- und Nanometerbereich abscheiden.

Fig. 2

Fig. 2 stellt schematisch die Herstellung von Partikel-Faser-Kompositen dar, bei denen die Faser aus einem nichtionischen Polymer besteht, das zunächst ionisch funktionalisiert und dann umfunktionalisiert wird.

Die elektrogesponnene Faser aus einem nichtionischen Polymer (8) wird zunächst sulfoniert. Die sulfonierte und damit anionisch funktionalisierte Faser (9) wird im nächsten Schritt mit einer Polyimidlösung versetzt, um sie kationisch zu funktiona- lisieren (10). Zuletzt wird die Faser mit einer anionisch funktionalisierten Partikel- dispersion in Kontakt gebracht, wodurch die Partikel auf der Faseroberfläche gebunden werden und Partikel-Faser-Komposite (11) entstehen.

Fig. 3 Fig. 3 zeigt digitalmikroskopische Aufnahmen von Polystyrolfasern, die mit Polystyrolpartikeln von 335 nm Durchmesser belegt sind.

Fig. 3a): Die gepunktete Linie am rechten unteren Bildrand entspricht 30 μm. Fig. 3b): Die gepunktete Linie am rechten unteren Bildrand entspricht 3 μm.

Fig. 4

Fig. 4 zeigt digitalmikroskopische Aufnahmen von Polystyrolfasern, die mit Polystyrolpartikeln von 100 nm Durchmesser belegt sind. Fig. 4a): Die gepunktete Linie am rechten unteren Bildrand entspricht 30 μm. Fig. 4b): Die gepunktete Linie am rechten unteren Bildrand entspricht 3 μm.