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Title:
PASSIVE COMPONENT FOR DETECTING AN ELECTRIC OVERLOAD IN ELECTRICALLY ROTATING MACHINES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/063423
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a passive component for ascertaining the quality and the state of the insulation system of an electric motor. The passive component is used in particular to create a forecast prior to the failure of the motor, for example a breakdown between two phases. The invention for the first time provides a passive component, such as a test strip, which is used to detect, in a visual manner for example, the loads acting on the insulation system, such as the winding for example, as a result of partial discharges and/or voltage spikes during the operation of an electric machine.

Inventors:
HELLER, Janis (Schafhofstraße 15, Bad Neustadt, 97616, DE)
KATZENBERGER, Tobias (Hofgasse 1, Bad Königshofen STT Untereßfeld, 97631, DE)
MALEIKA, Marek (Taubenweg 14, Fürth, 90766, DE)
PLOCHMANN, Bastian (Nägeleinsgasse 26, Neustadt an der Aisch, 91413, DE)
Application Number:
EP2018/075561
Publication Date:
April 04, 2019
Filing Date:
September 21, 2018
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Werner-von-Siemens-Straße 1, München, 80333, DE)
International Classes:
G01R13/00; G01R13/12; G01R31/02; G01R31/06; G01R31/12; G01R31/34; H01B3/40; H02K3/30; H02K3/40; H02K15/12
Domestic Patent References:
WO2016146446A12016-09-22
Foreign References:
US7659728B12010-02-09
EP3082233A12016-10-19
CH486149A1970-02-15
DE102004034550A12006-02-09
DE102014219844A12016-03-31
US5550631A1996-08-27
EP3175462A12017-06-07
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Claims:
Patentansprüche

1. Passive Komponente, ein Substrat und daran zumindest zwei Leiterbahnen umfassend, dergestalt, dass das Substrat eine elektrisch isolierende Brücke zwischen zumindest zwei Phasen einer elektrisch rotierenden Maschine bildet und die Leiterbahnen an jeweils eine Phase gekoppelt sind, damit an der elektrisch isolierenden Brücke die gleiche elektrische Span¬ nung wie im Isolationssystem der Maschine anliegt, so dass die Spannungsbelastung der passiven Komponente der Spannungsbelastung des Isolationssystems entspricht.

2. Passive Komponente nach Anspruch 1, die in Form eines Teststreifens vorliegt.

3. Passive Komponente nach Anspruch 1 oder 2, die im Klemmkasten eines Motors vorgesehen ist.

4. Passive Komponente nach einem der vorhergehenden Ansprü- che, wobei die Leiterbahnen aus einem Verbundwerkstoff sind.

5. Passive Komponente nach einem der vorhergehenden Ansprü¬ che, wobei die Form und Lage der Leiterbahnen auf dem Sub¬ strat so gewählt ist, dass bei der Betriebsspannung der elektrisch rotierenden Maschine keine Teilentladung über die Leiterbahnen der passiven Komponente stattfindet.

6. Passive Komponente nach einem der vorhergehenden Ansprü¬ che, wobei der Verbundwerkstoff ein Epoxidharz, das mit elektrisch leitfähigem Füllstoff mindestens bis zur Perkola- tionsschwelle gefüllt ist, umfasst.

7. Passive Komponente nach Anspruch 6, wobei der Verbundwerkstoff einen Farbstoff umfasst, der unter Zufuhr von elektri- scher Energie die Farbe wechselt.

8. Passive Komponente nach einem der Ansprüche 6 oder 7, wo¬ bei der Verbundwerkstoff einen Farbstoff umfasst, der unter Zufuhr von elektrischer, respektive thermischer, Energie zersetzbar ist.

9. Passive Komponente nach einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei der Farbstoff ausgewählt ist aus der Gruppe der aromatischen Heterocyclen .

10. Passive Komponente nach einem der Ansprüche 6 bis 9, wo¬ bei der Farbstoff ausgewählt ist aus der Gruppe folgender Strukturen 1 bis 6:

Struktur 2

Struktur 3, Struktur 4

Polymethinkationen

Struktur 5, Struktur 6

Polymethin anionen

wobei

R1 für - CH - , - konjugiertes Alkyl, -Aryl, -N-, -P-, -S-, -

0-, sowie beliebige Kombinationen dieser Substituenten steht; R2 und R3 jeweils gleich oder verschieden sein können und für beliebige Alkyl- und Aryl-Substituenten, mit oder ohne Halo- genid-Substitution stehen und die Kationen oder Anionen zu den Polymethinionen einzeln oder in Kombination vorliegen und ausgewählt sind aus den folgenden ionogenen Gruppen:

- Einwertige anorganische oder organische Kationen, insbe¬ sondere Metallkationen

- Zweiwertige Kationen, insbesondere Erdalkalikationen

- Organische stickstoffhaltige Kationen

- Trimethylhydrogenammmonium

- Triethylhydrogenammonium

- Halogenid-Anionen, wie Cl~; Br~;

- Tetrafluoroboratanion BF4~;

- Hexfluorophosphatanion PF6~;

- Organische Anionen einfacher Wertigkeit.

11. Passive Komponente nach einem der vorhergehenden Ansprü- che, wobei der elektrisch leitfähige Füllstoff im Verbund¬ werkstoff plättchenförmig und/oder globular vorliegt.

12. Passive Komponente nach einem der vorhergehenden Ansprüche wobei der elektrisch leitfähige Füllstoff im Verbundwerk- Stoff hell und/oder farblos ist.

13. Passive Komponente nach einem der vorhergehenden Ansprü¬ che, wobei der Quadratwiderstand der jeweiligen Leiterbahn bei einer Schichtdicke im Bereich von 50 ym bis 500ym im Be- reich von 102 bis 107 liegt.

14. Passive Komponente nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die zumindest eine Leiterbahn mit einer Schichtdicke im Bereich von 70ym bis 200ym mit einem Quadratwiderstand im Be- reich von 103 bis 105 Ohm hat.

15. Passive Komponente nach einem der vorhergehenden Ansprü¬ che, die durch Bedrucken, Besprühen, Dispensen und/oder Prägen des Substrats mit dem ungehärteten Verbundwerkstoff her- stellbar ist.

Description:
Beschreibung

Passive Komponente zum Nachweis elektrischer Überbeanspru ¬ chung in elektrisch rotierenden Maschinen

Die Erfindung betrifft eine passive Komponente, um die Quali ¬ tät und den Zustand des Isolationssystems eines elektrischen Motors festzustellen. Dies dient insbesondere dazu, eine Prognose vor dem Ausfall des Motors, beispielsweise eine Durchschlag zwischen zwei Phasen, zu erstellen.

Drei-Phasen-Elektromotoren für Netzspannungen von - beispielsweise - bis zu 690V werden typischerweise mittels eines Umrichters betrieben oder befinden sich in einem Um- richter-gespeisten Umfeld. Dies ist sinnvoll, um gezielte Spannungswerte in Form von Rechteckspannungen zu erzeugen, damit die Drehzahl beliebig steuerbar ist und ein möglichst effizienter Betrieb des Motors möglich ist. Das Prinzip eines Umrichters ist, nach dem Stand der Technik, in Figur 1 gezeigt. Figur 1 zeigt die Wandlung 5 einer Sinusschwingung 7 über eine Frequenzsteuerung 6 in eine Rechteckspannung 2, die im Wechselstrommotor 1 in mechanische Energie 3 durch die Energiewandlung 4 gewandelt wird.

Zu erkennen ist, wie Rechteckspannungen 2 im Wechselstrommotor 1 in mechanisch nutzbare Energie 3 gewandelt werden.

Da es sich bei Rechteckspannungen 2 um eine Vielzahl überla- gerter Sinusschwingungen 7 mit sehr hohen Frequenzen handelt, wie in einschlägigen Lehrbüchern über Fourier-Transformation näher erläutert ist, kommt es im Flankenbereich zu Puls ¬ artigen Überspannungen, die als Wellen durch die Wicklungen des Isolationssystems laufen. Das Isolationssystem selbst um- fasst nach dem Stand der Technik beispielsweise einen Metall ¬ draht, insbesondere Kupferdraht, der lackisoliert ist, wobei der Lack beispielsweise auf Basis eines Polyesterimids ,

Amidimid-Polymers gebildet ist. Darüber befinden sich her- kömmlich Flächenisolierstoffe, die beispielsweise Mehr ¬ schichtlaminate auf Polyester- und/oder Meta-Aramidbasis auf ¬ gebaut sind, und mit einem Imprägnier- und/oder Tränkharz, beispielsweise einem Polyesterharz, das vorzugsweise gefüllt ist, vergossen sind. Trotz dieser ausgefeilten Isolationssysteme kommt es immer wieder zu Erosionen, weil das Isolations ¬ system doch nicht für die auftretenden Überspannungen, welche ein Vielfaches der Betriebs-Spannungen betragen können, ausgelegt ist.

Aufgrund der Tatsache, dass sich in einem realen Isolierauf ¬ bau Poren und Spalten im Mikrometer- bis Millimeter-Maßstab befinden, deren Anzahl durch den realen Fertigungsvorgang des Isolationssystems, also Imprägnierung, Tränkung, Verguss zwar minimiert, aber nicht komplett verhindert werden können, kommt es bei Spannungsüberhöhungen notgedrungen zu Teilentladungen. Diese zünden aufgrund der meist niedrigeren Dielektrizitätskonstante in den Fehlstellen (Feldverdrängung) gemäß dem Paschen-Gesetz bei Normaldruck ab einer gewissen Feld- stärke, wie in Figur 2 gezeigt ist, also Spannung pro Poren ¬ durchmesser durch einen Lawineneffekt der Ladungsträger, wie in Figur 3 zu sehen ist.

Figur 2 zeigt eine Graphik, die den Zusammenhang, der durch das Paschen-Gesetz formuliert wurde, darstellt.

Figur 3 zeigt das Schema von der Entstehung von Teilentladungen durch Lawineneffekt. Organische Isolierstoffe, wie beispielsweise die oben genann ¬ ten Imprägnierharze, die in den Isolationssystemen eingesetzt werden, werden durch die Energie der Teilentladungen sukzessive degradiert, so dass es zu einer Schädigung des Isolati ¬ onssystems bevorzugt in vorhandenen Fehlstellen kommt und diese vergrößert bis es zu einem Ausfall kommt.

Die Qualität und der Zustand des Isolationssystems eines Mo ¬ tors sind von außen schwer quantitativ festzustellen, was letztendlich eine Prognose vor dem eigentlichen Totalausfall - beispielsweise in Form eines Durchschlags zwischen zwei Phasen oder zur Erde oder zweier Drähte - bei laufender Maschine nicht möglich macht. Nach einem Totalausfall kann zwar durch Ausbau der Wicklungen aus dem Ständerpaket und durch optische Betrachtung der Schädigungsverlauf und der Schädi ¬ gungs-Mechanismus nachvollzogen werden, es kann aber meist keine Aussage über eine mögliche überhöhte Fremdspannung im Verbrauchernetz, wie beispielsweise Spannungsspitzen durch Umrichter-Betrieb oder zu hohe Betriebsspannung, gemacht wer ¬ den .

Daher besteht der Bedarf, während des Betriebs Informationen über überhöhte Betriebsspannung und Spannungsspitzen zu be- kommen, um ein besseres technisches Verständnis des bean ¬ spruchten Isolationssystems zu erlangen.

So ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine passive Komponente zur Verfügung zu stellen, die ohne Eingriff an den im Betrieb befindlichen Motor anschließbar ist und eine Aussage darüber liefert, welche Belastungen das Isolationssystem bereits ausgesetzt ist und/oder bereits ausgesetzt war.

Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand der vorliegenden An- meidung, wie er in den Ansprüchen, der Beschreibung und den Figuren offenbart ist, gelöst.

Dementsprechend ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung ei ¬ ne passive Komponente, ein Substrat und daran zumindest zwei Leiterbahnen umfassend, dergestalt, dass das Substrat eine elektrisch isolierende Brücke zwischen zumindest zwei Phasen einer elektrisch rotierenden Maschine bildet und die Leiterbahnen an jeweils eine Phase gekoppelt sind, damit an der elektrisch isolierenden Brücke die gleiche elektrische Span- nung wie im Isolationssystem der Maschine anliegt, so dass die Spannungsbelastung der passiven Komponente der Spannungsbelastung des Isolationssystems entspricht. Nach einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung lässt sich der Zustand der Leiterbahnen über einen Farbstoff, der in den Leiterbahnen integriert ist, ablesen. Dabei lassen sich beispielsweise über die Ausbreitung und Ausprägung des Farbumschlages Rückschlüsse auf die Intensität und Wirkungs ¬ dauer von Überspannungen und somit Teilentladungen in den Wicklungen des Motors ziehen, weil sich der organische Farb ¬ stoff durch den lokalen Energieeintrag zersetzt können durch die Farbänderung des Verbundwerkstoffes und/oder der Leiter- bahn die Dauer und die Intensität der Überspannung im laufenden Betrieb des Motors aufgezeichnet und ausgewertet werden. Totalausfälle werden damit vermieden.

Allgemeine Erkenntnis der Erfindung ist, dass sich im An- Schlussbereich des Motors, beispielsweise dem Klemmbrett, dem Klemmkasten und/oder dem Verteiler mehrere, beispielsweise 3 Phasen befinden. Diese sind voneinander isoliert und somit kann von den einzelnen Phasen-Anschlüssen die Spannungsdifferenz abgegriffen werden, welche in dem Isolationssystem, bei- spielsweise in den Wicklungen, vorliegt. Deshalb ist es mög ¬ lich durch Leiterbahnen in einer Struktur, welche im mittleren Bereich isolierend ist und abhängig vom Radius und Ab ¬ stand je nach anliegender Spannung Teilentladungen zündet, durch geschickte Wahl von Signalen, beispielsweise einem Farbstoff, der durch Teilentladungen zerstört und damit farb ¬ los wird, festzustellen, wann Spannungsspitzen an den Phasenanschlüssen und damit am Isolationssystem auftreten.

Die Leiterbahnen liegen dabei auf einem elektrisch isolieren- den Substrat, dass eine elektrisch isolierende Brücke zwi ¬ schen den Phasenanschlüssen bildet.

Das Substrat kann in Form eines Plättchens und/oder einer Fo ¬ lie vorliegen und ist beispielsweise aus üblichen Flächeniso- lierstoffen hergestellt, insbesondere wie Mehrschichtlaminate auf Polyester- und/oder Meta-Aramidbasis hergestellt sein. Diese können beispielsweise auch mit Glasfasern verstärkt sein . Nach einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung liegt die passive Komponente in Form eines einfachen Teststreifens vor, der zwischen zwei Phasen im Klemmkasten einer elektri- sehen Maschine auch während des Betriebs ohne Aufwand an ¬ bringbar, beispielsweise anklebbar und/oder anschraubbar ist, wobei die Geometrie der zumindest zwei Leiterbahnen, die je ¬ weils an einen Phasenanschluss im Klemmkasten gekoppelt sind, so gewählt ist, dass ein Bereich der passiven Komponente zwi- sehen den Leiterbahnen elektrisch isoliert ist und so kein Kurzschluss zwischen den Leiterbahnen entsteht.

Auf und/oder unter das Substrat werden zur Herstellung der passiven Komponente beispielsweise zwei Leiterbahnen aus ei- nem Verbundwerkstoff, der bis mindestens zur Perkolations- schwelle mit elektrisch leitfähigem Füllstoff gefüllt ist, angeordnet. Beispielsweise hat der Verbundwerkstoff auf dem Substrat einen Quadratwiderstand bei einer Schichtdicke von ca 50ym bis 500ym unter lOOkOhm. Bei zu großem Quadratwider- stand ergibt sich - abhängig von der Geometrie - das Problem, dass die Spannungsspitzen bereits in einer der Leiterbahnen oder in beiden abgebaut werden.

Für den Fall, dass als Signal oder Skala ein Farbumschlag ei- nes in das Leiterbahn-Material integrierten Farbpigments ge ¬ wählt wird, ist es günstig, wenn der elektrisch leitfähige Verbundwerkstoff, aus dem die Leiterbahnen hergestellt sind, selbst hell und/oder farblos ist. Dazu eignen sich insbesondere Imprägnier- oder Vergussharze, die selbst farblos sind und mit hellen leitfähigen oder teilleitfähigen Partikeln gefüllt sind.

Beispielsweise werden als Harze die für die Imprägnierung üb ¬ lichen Epoxidharze entweder mit Säureanhydrid-haltigen Här- tern, wie es im Moment noch Stand der Technik ist und/oder mit säureanhydridfreien Härtern, wie Ammonium-, Sulphonium-, Phosphonium- und/oder Iodoniumhärtern, sowie Härtern aus tertiären Aminen, Imidazol- und/oder Pyrazolverbindungen, ein- gesetzt. Diese sind weitläufig und beispielsweise auch aus der EP 3175462 bekannt.

Die Füllstoffpartikel sind bevorzugt plättchenförmige

und/oder sphärische Partikel, beispielsweise auf Glimmerbasis und/oder Quarzmehlbasis. Diese sind - wiederum beispielsweise - mit einem hellen, dotierten Metalloxid beschichtet und da ¬ mit leitfähig gemacht. Die Füllstoffpartikel können auch unbeschichtet vorliegen und/oder nur aus dotiertem Metalloxid gemacht sein.

So hergestellte Leiterbahnen sind farblos oder zumindest ganz hell, so dass sie durch Zugabe von Farbstoff auch in ganz ge ¬ ringen Mengen farbig gemacht werden können. Im Betrieb wird der Farbstoff durch Teilentladungen oder Spitzenspannungen zersetzt und die Farbe der Leiterbahn verschwindet wieder. Damit ist dann eine Aussage über die Belastung des Isolati ¬ onssystems während des Betriebs möglich. Es können alle Arten von Farbstoffen hier eingesetzt werden, welche in dem Ver- bundwerkstoff und/oder in dem Material des Substrats zur Her ¬ stellung der Leiterbahnen integrierbar sind und durch Teilentladungen ihre optischen Eigenschaften ändern oder degradiert werden. Beispielsweise eine folgende Zusammensetzung eignet sich als Mischung zur Herstellung einer Leiterbahn:

0,3 bis 7 Gew%, insbesondere 0,7 bis 5 Gew% und insbesondere 0,8 bis 2,5 Gew% an Farbstoff;

5 bis 50 Vol% an Füllstoff, insbesondere 20 bis 50 Vol% an Füllstoff, jedenfalls Füllstoff in einer Menge, in der er überperkolär, also oberhalb der Perkolationsschwelle, vor ¬ liegt ;

Epoxidharz in einer Menge, dass ein Verdrucken mit oder ohne Lösungsmittel möglich ist, beispielsweise eine Menge von min ¬ destens 15 Gew%, insbesondere mindestens 20 Gew% und bevor ¬ zugt mindestens 30 Gew% . Als Beispiel sei die Herstellung einer Leiterbahn beschrie ¬ ben :

ca. 1 Gew% an Farbstoff,

- ca. 50 Gew% an Füllstoff aus dotiertem Zinnoxid und - 49 Gew% Epoxidharz mit Härter

Werden zu einem Rakelfähigen Gemisch verarbeitet und dann mittels Rakel auf das Substrat aufgebracht.

Die Aufbringung der Leiterbahnen auf und/oder unter dem Sub- strat kann über Drucken, Siebdrucken, Dispenser-Drucken, Pinseln, Prägen, Sprühen und/oder Dispensen erfolgen.

Bei der passiven Komponente nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung liegt der Quadratwiderstand der jeweiligen Lei- terbahn bei einer Schichtdicke im Bereich von 50 ym bis 500ym im Bereich von 10 2 bis 10 7 , insbesondere kann ein Quadratwiderstand im Bereich von 10 3 bis 10 5 Ohm bei einer Schichtdi ¬ cke im Bereich von 70ym bis 200ym vorliegen.

Beispielsweise liegt eine durch Drucken aufgebrachte Leiter- bahn mit einem Quadratwiderstand bei einer Schichtdicke von lOOym von ca. 10 4 Ohm vor.

In Figur 4 ist eine entsprechend hergestellte passive Kompo ¬ nente in Form eines Teststreifens 13 dargestellt. Zu erkennen sind die beiden Leiterbahnen 10,11, die an jeweils eine Phase U, V angeschlossen sind. Zwischen den beiden Leiterbahnen 10,11 liegt der mittige Bereich 12, der freiliegendes Sub ¬ strat zeigt und elektrisch isoliert ist. Abhängig vom Radius und dem Abstand der beiden Leiterbahn-Enden zünden hier je nach anliegender Spannung Teilentladungen 14, die den Farbstoff 15, der in den Leiterbahnen 10,11 integriert ist und diese farbig macht, zersetzen. Durch den Farbumschlag der Leiterbahnen kann bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel das Vorliegen einer Spannungsspitze oder einer Teilentladung nachgewiesen werden.

Bei der hier gezeigten Ausführungsform der Erfindung liegen die beiden Leiterbahnen auf der gleichen Seite des Substrats, sie können jedoch auch auf gegenüberliegenden Seiten des Substrats liegen, so dass die Teilentladung durch das Substrat hindurch erfolgt, respektive zündet. Nach einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist die Geometrie der beiden Leiterbahnen, insbesondere deren Ab ¬ stand und Radius so an das jeweils zu untersuchende Isolati ¬ onssystem angepasst, dass bei Betriebsspannung des Motors ge ¬ rade noch keine Teilentladungen einsetzen. Durch verschiedene Geometrien der Leiterbahnen können bei gleicher Spannung unterschiedliche Feldstärken erzeugt und somit eine feine Dif ¬ ferenzierung des Schädigungsvorgangs durch optische Analyse erstellt werden. Es ist nach einer Ausführungsform der Erfindung beispielsweise vorgesehen, dass der Meßstreifen zwischen zwei Phasen in das Klemmbrett des Motors integriert ist. Damit liegt am Meß ¬ streifen die gleiche elektrische Spannung an wie im Isolati ¬ onssystem und daher ist bei auftretenden Spannungsspitzen ei- ne Zündung der Teilentladung möglich, die über Farbverlust detektierbar ist.

In einem Test wurde eine Versuchsspannung von 6kV über mehrere Stunden hinweg angelegt, wodurch der integrierte Farbstoff lokal degradiert wurde. Bei Verringerung der Dauer und der

Intensität war der Radius des Farbumschlags kleiner, aber im ¬ mer scharf zu erkennen. Die Ausbreitung und die Ausprägung des Farbumschlags läßt somit Rückschlüsse auf die Intensität und Wirkungsdauer von Überspannungen und somit Teilentladun- gen im Isolationssystem zu.

Als Farbstoff werden folgende Verbindungen beispielsweise eingesetzt, wie z.B. in den Strukturen 1 bis 6, die in den Figuren 5 bis 7 zu sehen sind, gezeigt.

Der Substituent R 1 steht dabei für CH, konjugierten

Alkylspacer, also einen Alkylsubstituenten mit Doppelbindung (en), sowie Stickstoff, Schwefel, Phosphor, Sauerstoff und weitere Substituenten, die eine Konjugation zwischen dem Donor und Akzeptor der Polymethine ermöglichen und damit sowohl eine kräftige Färbung als auch eine Stabilität des Mole ¬ küls bewirken, steht.

Die Reste R 2 und R 3 können gleich oder ungleich sein und stehen für beliebige Alkyl- und Aryl-Substituenten auch mit Chlorid- und/oder Fluorid-Substituenten, sowie weitere Gruppen, die beispielsweise die Bildung von Polymethin-Kationen und/oder Polymethin-Anionen begünstigen.

Möglicherweise werden auch Polymethin-Kationen oder

Polymethin-Anionen in Form ihrer Salze eingesetzt, wobei der oder die jeweilige (n) Gegenspieler einzeln oder in beliebigen Kombinationen ausgewählt sein können aus der Gruppe folgender Ionen :

Kationen :

- Einwertige anorganische oder organische Kationen, insbe ¬ sondere Metallkationen

- Zweiwertige Kationen, insbesondere Erdalkalikationen

- Organische stickstoffhaltige Kationen

- Trimethylhydrogenammmonium

- Triethylhydrogenammonium

Anionen :

- Halogenid-Anionen, wie Cl ~ ; Br ~ ;

- Tetrafluoroboratanion BF 4 ~ ;

- Hexfluorophosphatanion PF 6 ~ ;

- Organische Anionen einfacher Wertigkeit

Durch die vorliegende Erfindung wird erstmals eine passive Komponente wie ein Teststreifen zur Verfügung gestellt, durch die während des Betriebs einer elektrischen Maschine die Be ¬ lastungen, die durch Teilentladungen und/oder Spannungsspit- zen auf das Isolationssystem wie beispielsweise die Wicklung wirken, - beispielsweise optisch - erfassbar sind.