HÖLSCHER, Tobias (Tegelweg 22 D, Paderborn, 33102, DE)
HÖLSCHER, Klaus (An der Eiche 11, Bad Lippspringe, 33175, DE)
SCHNEIDER, Hans-Jürgen (An der Striegis 5, 9600 Oberschöna, DE)
HÖLSCHER, Tobias (Tegelweg 22 D, Paderborn, 33102, DE)
HÖLSCHER, Klaus (An der Eiche 11, Bad Lippspringe, 33175, DE)
| Zu einem Wärmedämmstoff selbst aushärtende Paste Ansprüche : 1. Zu einem Wärmedämmstoff selbst aushärtende Paste, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gemisch aus Alkali-Aluminat und/oder aus Erdalkali-Aluminat, Stell- und Stabilisierungsmitteln durch Zugabe von Wasser auf eine pump-, spritz-, spachtel- und/oder streichfähige Viskosität eingestellt ist. 2. Paste nach Anspruch 1 , gekennzeichnet durch eine durch Zugabe von Wasser und/oder eines Abbindeverzögeres einstellbare Topfzeit zwischen 15 Minuten und 3 Stunden. 3. Paste nach Anspruch 3 , dadurch gekennzeichnet dass die Paste bei Raumtemperatur abbindet . 4. Paste nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach Aushärten der Paste der erhaltene Wärmedämmstoff eine Temperaturbeständigkeit von wenigstens 13000C aufweist. 5. Paste nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach Aushärten der Paste der erhaltene Wärmedämmstoff eine Rohdichte zwischen 0,3 g/cm3 und 1,0 g/cm3 aufweist. 6. Paste nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach Aushärten der Paste der erhaltene Wärmedämmstoff eine Porosität zwischen 60% und 90% aufweist. 7. Paste nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach Aushärten der Paste der erhaltene Wärmedämmstoff eine Wärmeleitfähigkeit zwischen 0,15 W/m*K und 0,7 W/m*K aufweist. 8. Paste nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gemisch aufweist : - ein granulat- und/oder pulverförmiges Alkali-Aluminat und/oder ein Erdalkali-Aluminat, - einen CaO-freien Binder, - einen Verflüssiger und - einen Abbindeverzögerer. 9. Paste nach Anspruch 8 , dadurch gekennzeichnet, dass das Alkali-Aluminat und/oder Erdalkali-Aluminat eine Korngröße kleiner 15 mm aufweist. 10. Paste nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Gemisch einen Anteil des Granulats zwischen 60 M.-% und 85 M.-% aufweist. 11. Paste nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 10, gekennzeichnet durch einen hydraulischen Binder. 12. Paste nach Anspruch 11, gekennzeichnet durch einen Binder auf Tonerdebasis. 13. Paste nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 10, gekennzeichnet durch einen organischen Binder. 14. Paste nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Binder ein Phenolharz ist . 15. Paste nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Binder ein Feuerfestmaterial ist. 16. Paste nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Gemisch einen Anteil des Binders zwischen 1 M.-% und 6 M.-% aufweist. 17. Paste nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Verflüssiger ein Polycarboxylatether ist . 18. Paste nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche 8 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Gemisch einen Anteil des Verflüssigers zwischen 1 M.-% und 5 M.-% aufweist. 19. Paste nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche 8 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Abbindeverzögerer eine L (+) -Weinsäure ist. 20. Paste nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Gemisch einen Anteil des Abbindeverzδgerers zwischen 1 M.-% und 5 M.-% aufweist. 21. Paste nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Wasser-Gemischverhältnis zwischen 1 und 1,6. 22. Paste nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stabilisierungsmittel ein Faserstoff ist. 23. Paste nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass der Faserstoff eine Zellulose, ein Papierfangstoff und/oder ein Naturfaserstoff ist. 24. Paste nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil des Stabilisierungsmittels bis zu 3,5 M.-% beträgt. 25. Paste nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ihre Verwendung als Füllung für Fehlstellen in Feuerfestauskleidungen. 26. Paste nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche 1 bis 24 , gekennzeichnet durch ihre Ausbildung als Feuerfestbeton und dessen Verwendung. 27. Paste nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche 1 bis 24, gekennzeichnet durch ihre Verwendung in ausgehärteter, stückiger Form als Füllstoff in einem Feuerfestbeton. 28. Paste nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche 1 bis 24, gekennzeichnet durch ihre Verwendung als Klebstoff. 29. Paste nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche 1 bis 24, gekennzeichnet durch ihre Verwendung als aufgetragene Schutzschicht hochtemperatur- und/oder feuerbelasteter Bauteile. 3O.Anker einer Feuerfestauskleidung, gekennzeichnet durch eine Beschichtung nach Anspruch 29. 31. Anker nach Anspruch 30, dadurch gekennzeichnet, dass der pastenbeschichtete Anker von einer Hülse umschlossen ist. 32. Anker nach Anspruch 31, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse aus einem Alkali-Aluminat oder einem Erdalkali- Aluminat ist. 33. Anker nach Anspruch 31 oder 32, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse mehrfach axial sich erstreckende Trennfugen aufweist. 34. Anker nach einem oder mehreren der Ansprüche 31 bis 33, dadurch gekennzeichnet, dass der Innendurchmesser der Hülse wenigstens das Doppelte des Durchmessers des Ankers beträgt . 35. Anker nach einem oder mehreren der Ansprüche 31 bis 34, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse und die von der Hülse umgriffene Beschichtung in die Feuerfestauskleidung eingelassen sind. |
Die Erfindung betrifft eine zu einem Wärmedämmstoff selbst aushärtende Paste. Es ist hinlänglich bekannt, bei Bauwerken die
Temperaturfestigkeit von Brandschutzplatten, Stahlträgern oder dergleichen durch feuerhemmende, gegebenenfalls
feuerfeste Anstriche und Beschichtungen zu erhöhen. Diese vielfach auf Alkalisilikaten basierenden Anstriche bzw.
Beschichtungen neigen jedoch zu einer Rissbildung, wenn sie erhöhten Temperaturen ausgesetzt werden. Es werden deshalb die Alkalisilikate, zumeist als Suspension vorliegend, mit Fasern versetzt, gemäß der DE AS 1471020 oder der DE 1471020 mit Silikatfasern, gegebenenfalls mit Mineralstoffen wie Schiefermehl, bekannt aus der DE AS 1198271 oder anderen anorganischen Komponenten, wie in der DE 3512515 Al
erläutert .
Die vornehmlich auf Silikaten von Natrium und Kalium
basierenden Anstriche und Beschichtungen mögen zwar über eine begrenzte Zeit temperaturbeständig und feuerhemmend sein, sie sind jedoch grundsätzlich nicht geeignet, in Feuerungsanlagen Verwendung zu finden, in denen regelmäßig Temperaturen deutlich über 1000 0 C auftreten. Um diesen hohen Temperaturen wirksam zu begegnen, sind diese Feuerungsanlagen zumeist mit Feuerfestauskleidungen wie Feuerfestausmauerungen aus
Schamotte und/oder aus Calciumsilikatmaterialien und/oder aus Alumosilikatmaterialien und/oder aus Feuerfestbetonen und - massen versehen. Letztere sind zum Teil mit Siliciumcarbid angereichert. Neben den konventionellen Brennstoffen wie Gas, Kohle oder Öl kommen in diesen Feuerungsanlagen bei der Zement- und
Kalkherstellung, bei der Erzeugung metallurgischer Produkte, bei dem Betrieb konventioneller Dampfkraftwerke oder bei Müllverbrennungsanlagen zunehmend Sekundärbrennstoffe zur Verbrennung, unter anderen Altreifen, Altδle und Fette,
Lösungsmittel, Kunststoffe und Haushaltsrestmüll.
Grundsätzlich können hier unter Sekundärbrennstoffen alle bei einer Verbrennung Wärmeenergie generierende Stoffe verstanden werden.
Als problematisch erweist sich bei deren Verbrennung, dass in die Verbrennungsgase bei Temperaturen um 1300 0 C
Alkaliverbindungen eingebracht werden, die eine
Feuerfestausmauerung aus Schamotte und/oder
Calciumsilikatmaterialien und/oder aus
Alumosilikatmaterialien und/oder aus Feuerfestbetonen
angreifen. Typische Versagensmerkmale der
Feuerfestausmauerung und/oder Auskleidungen sind
Aufblühungen, Risse und Abbruche.
Neben der Feuerfestauskleidung selbst werden durch die
Alkaliverbindungen in Form von korrosiven Gasen, Dämpfen, deren Kondensaten, Schmelzen, Salzen oder wässrigen Lösungen auch Stahlkonstruktionen in sehr hohem Maß und insbesondere auch sehr schnell angegriffen. Hiervon sind die tragenden Stahlanker der Feuerungsanlagen betroffen, die bei einem Versagen regelmäßig zu einem Totalausfall der Feuerungsanlage führen.
Eine gängige Gegenmaßnahme besteht darin, die
Feuerungsanlagen in einem derart hohen Temperaturbereich zu betreiben, dass die Temperatur der betroffenen Ofenbauteile wie die Feuerfestausmauerung über den Taupunkten der
Alkaliverbindungen liegt. Hierdurch wird einer Schädigung der Feuerfestauskleidung sowie der Stahlkonstruktionen durch Alkalikondensatbildung entgegengewirkt. Es wird durch diese Maßnahme allerdings der Brennstoffenergiebedarf um über 30% erhöht .
Noch kritischer als der erhöhte Energiebedarf, gar als
Sicherheitsrisiko muss die durch diese Maßnahme erhöhte
Temperatur der die Ofenanlage tragenden Bauteile gesehen werden, beispielsweise Stahlanker, insbesondere in den
Vorwärmern und den Kalzinatoren, da die Steifigkeit der
Stahlanker drastisch reduziert wird und damit die statische Stabilität und Standsicherheit der gesamten Feuerungsanlagen in Frage gestellt wird. Vor diesem technischen Hintergrund macht die Erfindung es sich zur Aufgabe, durch geeignete Maßnahmen die Langlebigkeit und Sicherheit kritischer Ofenkomponenten wie die
Feuerfestauskleidung und/oder Stahlanker insbesondere durch eine Schutzschicht zu erhöhen, die gegenüber korrosiven
Verbindungen von Alkalien in Form von Dämpfen, Schmelzen und Kondensaten sowie wässrigen Lösungen, gleichzeitig gegenüber Chlor- und Schwefelverbindungen sowie auch gegenüber Dämpfen von Metallen wie Zink und Blei weitgehend resistent ist.
Darüber hinaus soll eine derartige Schutzschicht aus
thermisch und effizient energetischer Betrachtung nur eine geringe Wärmeleitfähigkeit aufweisen.
Gelöst wird diese technische Problematik durch eine zu einem hochtemperaturfesten Wärmedämmstoff selbst aushärtende Paste, die gemäß des Anspruchs 1 auf ein Gemisch aus Alkali-Aluminat und/oder aus Erdalkali-Aluminat , Stell- und
Stabilisierungsmittel abstellt, dass durch Zugabe von Wasser auf eine pump-, spritz-, spachtel- und/oder streichfähige Viskosität eingestellt ist. Die Vorteile einer derartigen Paste liegen auf der Hand. So kann sie als Füllung für Fehlstellen in
Feuerfestauskleidungen, in ausgehärteter, stückiger Form als alkaliresistenter Füllstoff in angewandten Feuerfestbetonen oder durch ihre Ausbildung als Feuerfestbeton selbst
Verwendung finden. Bei einem derartigen Feuerfestbeton ist die Beständigkeit gegenüber Alkalien deutlich erhöht und wird hierdurch die Lebensdauer von Hochtemperaturanlagen bspw. in der Zement- oder Kalkherstellung um wenigstens das Doppelte erhöht.
Darüber hinaus wird durch die Zugabe des Granulats eine
Reduzierung der Wärmeleitfähigkeit des Feuerfestbetons erreicht und damit einhergehend eine Reduzierung der
thermischen Belastung und der Korrosion einer
Feuerfestauskleidung insgesamt sowie deren Stahlanker und dessen tragende Elemente. Ferner wird hierdurch der
Energieverbrauch bei gleichbleibender Produktqualität bspw. eines Zements oder Kalks gesenkt.
Weiter bevorzugt kann die Paste nach der Erfindung als aufgetragene Schutzschicht hochtemperatur- und/oder
feuerbelasteter Bauteile wie die der angesprochenen Anker Verwendung finden, wobei deren Geometrie keinerlei Rolle spielt.
Überraschenderweise hat sich darüber hinaus gezeigt, dass die Paste nach der Erfindung als hochtemperaturfester Klebstoff verwendbar ist, insbesondere für ein Verkleben von massiven Teilen aus Alkali-Aluminat oder aus Erdalkali-Aluminat .
Die einstellbare Konsistenz der Paste nach der Erfindung sowie eine durch Zugabe von Wasser und/oder eines
Abbindeverzögeres einstellbare Topfzeit zwischen 15 Minuten und 3 Stunden erlaubt eine maschinelle Verarbeitung der Paste nach der Erfindung mit herkömmlichen
Putzauftragsvorrichtungen. Eine übliche, manuelle
Verarbeitung der Paste ist naturgemäß ebenfalls möglich. Von Vorteil ist ferner, dass die Paste bei Raumtemperatur abbindet . Auch großflächige Reparaturen wie eine Beschichtung oder auch das Verschließen und Abdichten von Fugen und
Spalten in der Feuerfestauskleidung kann so in einem Zuge vorgenommen werden. Nach der hydraulischen Bindung und spätestens mit dem Trocknen während der Anfahrphase der
Feuerungsanlage ist die Paste zu einem hochtemperaturfesten Wärmedämmstoff ausgehärtet, der über 1300 0 C
temperaturbeständig ist . Darüber hinaus hat der nach Aushärten der Paste erhaltene Wärmedämmstoff eine Rohdichte zwischen 0,3 g/cm 3 und
1,0 g/cm 3 aufweisend, somit vergleichsweise leicht, und eine Porosität zwischen 60% und 90% aufweisend, wobei die hohe, feine Porosität zum einen nur eine geringe Wärmeleitfähigkeit zwischen 0,15 W/m*K und 0,7 W/m*K zulässt sowie
Kristallkeimen und/oder Phasengrenzen nur kurze
Wachstumsstrecken zur Verfügung stellt, so dass sich auch durch Temperaturwechselbelastungen keine tiefen Risse oder Spalten bilden können.
Bei einer bevorzugten Zusammensetzung der Paste nach der Erfindung ist vorgesehen, dass das Gemisch ein
granulat- und/oder pulverförmiges Alkali-Aluminat und/oder ein granulat- und/oder pulverfδrmiges Erdalkali-Aluminat, einen CaO-freien Binder, einen Verflüssiger und einen
Abbindeverzögerer aufweist .
Das Alkali-Aluminat, beispielsweise gemäß DE 10 2005 052 380 Al, sollte, als Granulat vorliegend, eine Korngröße kleiner als 15 mm aufweisen, als fein aufgemahlenes Pulver eine
Korngröße kleiner als 63 μm.
Ebenso kann ein Granulat auf der Basis eines
Erdalkali-Aluminats verwendet werden, wie in der DE 10 2009 055723.7 vorgeschlagen.
Der Anteil des jeweiligen Aluminats an dem Gemisch sollte dabei zwischen 60 M.-% und 85 M.-% liegen. Ein Verschneiden beider Aluminate ist ebenfalls möglich.
Neben einem hydraulischen Binder, vorzugsweise auf einer Tonerdebasis, insbesondere auch ein Feuerfestmaterial wie ein Feuerfestbeton bspw. auf Tonerdebasis, kann alternativ auch ein organischer Binder, beispielsweise auf Phenolharzbasis, Verwendung finden.
Wird ausgehärtete Paste als stückiger Füllstoff einem
Feuerfestbeton zugesetzt oder wird als Binder eine
Feuerfestmasse verwendet, kann deren Anteil bzw. der des
Granulats über 60 M.-% betragen. Ansonsten sollte das Gemisch einen Anteil des Binders zwischen 1 M.-% und 6 M.-%
aufweisen. Wird ein hydraulischer, handelsüblicher Binder, Alphabond 300, verwendet werden, liegt der Anteil des Binders an dem Gemisch vorzugsweise bei 4,5 M.-%.
Bevorzugt ist als Verflüssiger ein Polycarboxylatether (PCE) vorgesehen, dessen Anteil an dem Gemisch zwischen 1 M.-% und 5 M.-% liegen sollte, bei einem PCE3, einem
Polycarboxylatether der dritten Generation vorzugsweise bei 3,6 M.-%.
Der Anteil des Abbindeverzδgerers liegt zwischen 1 M.-% und 5 M.-%, bei der Verwendung von L (+) -Weinsäure als
Abbindeverzδgerer wird ein Anteil von 3,6 M.-% bevorzugt. Die Wasserzugabe ist wenig kritisch, jedoch sollte, um eine breiartige Konsistenz zu erhalten, das
Wasser-Gemischverhältnis zwischen 1 und 1,6 liegen,
insbesondere bei 1,5.
Als Stabilisierungsmittel werden, wie üblich, Faserstoffe wie eine Zellulose, bspw. eine Methylzellulose zur Anwendung kommen, deren Anteil bis zu 3,5 M.-% betragen kann. Ebenso können Papierfangstoffe oder Naturfaserstoffe bspw. auf der Basis von Hanf, Schilf, Palmen oder dergleichen Verwendung finden.
Von besonderem Vorteil ist die Verwendung der
erfindungsgemäßen Paste als auch nachträglich aufbringbare Schutzschicht auf temperatur- und/oder feuerbelastete
Bauteile, völlig unabhängig von deren Geometrie.
Dabei wird insbesondere an statisch tragende Anker, hier vorzugsweise aus legiertem Stahl oder Gußstahl, gedacht, die mit einer derartigen Beschichtung versehen werden können. In Weiterbildung des Erfindungsgedankens kann vorgesehen sein, dass ein derart pastenbeschichteter Anker zusätzlich von einer Hülse umschlossen ist, bevorzugt aus einem Aluminat, insbesondere aus einem Alkali-Aluminat und/oder einem
Erdalkali-Aluminat, wobei in der Regel zunächst die Hülse auf den Anker geschoben wird und anschließend der Zwischenraum zwischen Anker und Hülseninnenwand mit der Paste nach der Erfindung verfüllt wird.
Es wird zwar bevorzugt, dass diese Hülse einstückig,
rohrartig ausgebildet ist, beispielsweise durch eine spanende Bearbeitung oder durch Gießen gefertigt, sie kann jedoch auch mehrfach axial sich erstreckende Trennfugen aufweisen, so dass sie beispielsweise auch nach einer Krümmung eines Ankers um diesen gelegt werden kann.
In konstruktiver Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der
Innendurchmesser der Hülse wenigstens das Doppelte des
Durchmessers des Ankers beträgt .
Des weiteren sollte die Wandstärke der Hülse mindestens 10 mm betragen.
Als eine weitere Maßnahme ist vorgesehen, dass die Hülse und die von der Hülse umgriffene Beschichtung in die
Feuerfestauskleidung in Richtung der heißen Seite eingelassen sind. Die Länge der Beschichtung mit Hülse sollte derart bemessen sein, dass die Einlasstiefe wenigstens 20 mm
beträgt, so dass eine thermodynamische Sperre ausgebildet wird, durch die eine Diffusion oder Kondensation der
korrosiven Alkali- und Salzverbindungen und damit deren
Einwirkung auf den Anker unterbunden wird. Die tragenden Stahlkonstruktionen werden so in einem hohen Maß geschützt.
Dazu trägt die geringe Wärmeleitfähigkeit von ca. 0,15 W/m*K bis 0,7 W/m*K der Beschichtung und der Hülse bei, da sich warmseitig eine höhere Temperatur im Anker einstellt, die über dem Taupunkt der korrosiven Gase liegt.
Die vorzüglichen, korrosionshemmenden Eigenschaften der Paste nach der Erfindung zeigt ein Korrosionstest auf, bei dem einer Paste gemäß der voranstehend erläuterten
Zusammensetzung 30 M.% einer der aggressivsten Salzmischungen aus Kaliumkarbonat, K 2 CO 3 , Kaliumsulfat, K 2 SO 4 und
Kaliumchlorid, KCl, im Verhältnis 1:1:1 zugegeben und zu einer Tablette mit einem Durchmesser von 50 mm und einer Stärke von 10 mm unter einem Druck von 40 MPa verpresst wurde. Nach einer thermischen Behandlung bei 1300 0 C über 5 Stunden zeigte sich nach der Abkühlung der Tablette keinerlei Korrosion. Die gemessene Dehnung/Schwingung betrug weniger als 1,2 %. Eine durch den Einsatz der formbaren, alkalibeständigen Paste nach der Erfindung erfolgte Sanierung kann die Lebensdauer der durch Alkaliangriffe beanspruchten Hochtemperaturanlagen in einfacher Weise und äußerst wirtschaftlich erhöhen und es kann nach der erfolgten Sanierung der thermische
Energieaufwand durch Absenkung der Verbrennungstemperatur und damit auch der Ausstoß an umweltschädigendem CO 2 effizient reduziert werden.
Darüber hinaus erlaubt eine derart sanierte Feuerungsanlage die Erhöhung des Anteils der Sekundärbrennstoffe als
Energieträger von derzeit etwa 70 % auf bis zu 100 %.
