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Patent Searching and Data


Title:
PHOTON PAIR SOURCE AND METHOD FOR ITS PRODUCTION
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/012268
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a method for the production of a photon pair source, which generates entangled photon pairs, having at least one quantum dot, wherein in the method the operational behaviour of the photon pair source is determined by adjusting the fine structure splitting of the excitonic energy level of the at least one quantum dot. It is provided according to the invention for the fine structure splitting of the excitonic energy level to be adjusted by depositing the at least one quantum dot on a {111} crystal surface of a semiconductor substrate.

Inventors:
WINKELNKEMPER, Momme (Urbanstrasse 137, Berlin, 10967, DE)
SCHLIWA, Andrei (Fritz-Reuter-Strasse 42, Storkow, 15859, DE)
BIMBERG, Dieter (Hackländerweg 28, Berlin, 14089, DE)
Application Number:
DE2009/001025
Publication Date:
February 04, 2010
Filing Date:
July 20, 2009
Export Citation:
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Assignee:
TECHNISCHE UNIVERSITÄT BERLIN (Strasse des 17. Juni 135, Berlin, 10623, DE)
WINKELNKEMPER, Momme (Urbanstrasse 137, Berlin, 10967, DE)
SCHLIWA, Andrei (Fritz-Reuter-Strasse 42, Storkow, 15859, DE)
BIMBERG, Dieter (Hackländerweg 28, Berlin, 14089, DE)
International Classes:
H01S5/34
Attorney, Agent or Firm:
FISCHER, Uwe (Moritzstrasse 22, Berlin, 13597, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zum Herstellen einer verschränkte Photonenpaare erzeugenden Photonenpaarquelle mit mindestens einem Quanten- punkt, wobei bei dem Verfahren das Betriebsverhalten der Photonenpaarquelle durch ein Einstellen der Feinstrukturaufspaltung des exzitonischen Energieniveaus des zumindest einen Quantenpunkts festgelegt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Einstellen der Feinstrukturaufspaltung des exzitonischen Energieniveaus dadurch erfolgt, dass der zumindest eine Quantenpunkt auf einer { 111} -Kristallfläche eines Halbleitersubstrats abgeschieden wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein vertikales Aspektverhältnis des Quantenpunkts zwischen

0,05 und 0,7, insbesondere zwischen 0,15 und 0,5, hergestellt wird.

3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis zwischen der Höhe des Quantenpunkts und dem Durchmesser des Quantenpunkts - an der Auflagefläche auf dem Halbleitersubstrat - zwischen 0,05 und 0,7 eingestellt wird.

4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Quantenpunkt aus einem Mischkristall her- gestellt wird, wobei der Mischkristall In (Ga) As-Material aufweist, das in einen Ga (In, Al) As-Kristall eingebaut ist.

5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Quantenpunkt aus einem Mischkristall hergestellt wird, wobei der Mischkristall In (Ga) P-Material aufweist, das in einen Ga (In, Al) P-Kristall eingebaut ist.

6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Quantenpunkt aus einem Mischkristall hergestellt wird, wobei der Mischkristall In (Ga) As-Material auf- weist, das in einen In (Ga, Al) P-Kristall eingebaut ist.

7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Quantenpunkt aus einem Mischkristall mit InxGai_xAs-Material, wobei x zwischen 0,3 und 1 liegt, hergestellt wird.

8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Quantenpunkt mit einem Durchmesser - an der Auflagefläche auf dem Halbleitersubstrat - zwischen 5 nm und 50 nm, insbesondere zwischen 10 nm und 20 nm, hergestellt wird.

9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Quantenpunkt mit einer dreieckigen, sechseckigen oder runden Kontur, insbesondere senkrecht zur {111} -Fläche des Substrats gesehen, hergestellt wird.

10. Photonenpaarquelle zum Erzeugen verschränkter Photonenpaare mit zumindest einem Quantenpunkt, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Quantenpunkt auf einer {111}- Kristallflache eines Halbleitersubstrats abgeschieden ist.

11. Photonenpaarquelle nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis zwischen der Höhe des Quantenpunkts und dem Durchmesser des Quantenpunkts - an der Auflagefläche auf der {111} -Kristallfläche des Halbleitersubstrats - zwischen 0,05 und 0,7, insbesondere zwischen 0,15 und 0,5, liegt.

12. Photonenpaarquelle nach einem der vorangehenden Ansprüche 10-11, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Quantenpunkt und/oder das Halbleitersub- strat aus einem Mischkristall besteht, der aufweist:

- In (Ga) As-Material, das in einen Ga (In, Al) As-Kristall eingebaut ist, und/oder

- In (Ga) P-Material, das in einen Ga (In, Al) P-Kristall eingebaut ist, und/oder - In (Ga) As-Material, das in einen In (Ga, Al) P-Kristall eingebaut ist, und/oder

- InxGai-xAs-Material, wobei x zwischen 0,3 und 1 liegt.

13. Photonenpaarquelle nach einem der vorangehenden Ansprüche 10-12, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser des Quantenpunkts - an der Auflagefläche auf der { 111 }-Kristallflache des Halbleitersubstrats - zwischen 5 nm und 50 nm, insbesondere zwischen 10 nm und 20 nm, beträgt.

14. Photonenpaarquelle nach einem der vorangehenden Ansprüche 10-13, dadurch gekennzeichnet, dass der Quantenpunkt eine dreieckige, sechseckige oder runde Kontur, insbesondere senkrecht zur {111} -Fläche des Halbleitersubstrats gesehen, aufweist.

Description:
Beschreibung

Photonenpaarquelle und Verfahren zu deren Herstellung

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren mit den Merkmalen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Ein derartiges Verfahren ist aus der Internationalen Patentanmeldung WO 2007/062625 A2 bekannt. Bei diesem vorbekannten Verfahren wird eine verschränkte Photonenpaare erzeugende

Photonenpaarquelle hergestellt, indem ein oder mehrere Quantenpunkte auf einem Substrat abgeschieden werden. Um zu erreichen, dass die Photonenpaarquelle verschränkte Photonenpaare erzeugen kann, wird die Feinstrukturaufspaltung des ex- zitonischen Energieniveaus des bzw. der Quantenpunkte möglichst klein eingestellt. In der genannten Druckschrift wird empfohlen, für die Feinstrukturaufspaltung einen Bereich zwischen -100 μeV und +100 μeV vorzusehen, um die Erzeugung verschränkter Photonenpaare zu ermöglichen. Erreicht wird eine solche Feinstrukturaufspaltung gemäß der Lehre der Druckschrift dadurch, dass eine Atomanzahl pro Quantenpunkt zwischen 800 und 5000 Atomen eingestellt wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen einer verschränkte Photonenpaare erzeugenden Photonenpaarquelle anzugeben, das sich noch einfacher und reproduzierbarer als bisherige Verfahren durchführen lässt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte

Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in Unteransprüchen angegeben. Danach ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass das Einstellen der Feinstrukturaufspaltung des exzitonischen Energieniveaus der Quantenpunkte dadurch erfolgt, dass diese auf einer {111} -Kristallfläche eines Halbleitersubstrats abgeschieden werden. Unter einer { 111 }-Kristallflache werden die (Hl)- orientierte Kristallfläche des Substrats sowie alle anderen Kristallflächen verstanden, die zu der (111) -orientierten Kristallfläche äquivalent sind.

Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist darin zu sehen, dass bei diesem die Feinstrukturaufspaltung stets Null, zumindest stets nahezu Null, ist. Dieser Sachverhalt wurde erfinderseitig durch theoretische Untersuchungen festgestellt, bei denen die exzitonischen Zustände der Quan- tenpunkte mittels der so genannten Konfigurations-

Wechselwirkungsmethode (nachfolgend kurz CI-Methode genannt) berechnet wurden. Dabei wurde der Mehrteilchen-Hamilton- Operator in eine Basis aus antisymmetrisierten Produkten aus Einteilchenwellenfunktionen (Slater-Determinaten) entwickelt. Die Einteilchenzustände wurden mittels der so genannten 8- Band-k p-Theorie unter Berücksichtigung der realen 3D- Geometrie, der durch das Stranski-Krastanow Wachstumsverfahren bedingten Gitterverzerrung und der hier entscheidenden piezoelektrischen Effekte berechnet. Die aus der Quantenche- mie abgeleitete CI-Methode ist sehr exakt und berücksichtigt neben den direkten Coulomb- und Korrelationseffekten auch die hier auftretenden Austauschterme. Mittels dieser Methode wurde erfinderseitig die Feinstrukturaufspaltung von auf (Hl)- Substrat platzierten Quantenpunkten modelliert, wobei die Quantenpunkte selbst als rotationssymmetrisch angenommen wurden. Variiert wurden das vertikale Aspektverhältnis (Verhältnis Höhe zu Breite) , die Quantenpunktgröße und der mittlere Indiumanteil im Quantenpunkt. Aus Symmetrieüberlegungen konn- te abgeleitet werden, dass für jeden Quantenpunkt auf einem (111) -Substrat mit einer mindestens dreizähligen Symmetrieachse senkrecht zur (111) -Ebene die Feinstrukturaufspaltung verschwinden muss. Dies deckt sich auch mit numerischen Simu- lationen, die erfinderseitig durchgeführt wurden. Erfinder- seitig wurde dabei außerdem festgestellt, dass es aufgrund der Gittersymmetrie bei einer { 111 } -Kristalloberfläche keine orthogonal zueinander stehenden Anisotropierichtungen für die Ad-atom-Mobilitäten gibt, die zum Wachstum eines in lateraler Richtung elongierten Quantenpunkts führen könnte. Bei einer "perfekten" { 111 } -Oberfläche ist also stets mit einer C3v- Symmetrie des Quantenpunkts - d.h. der entstehende Quantenpunkt besitzt eine dreizählige Symmetrieachse - und damit mit einem Wegfall der Feinstrukturaufspaltung zu rechnen. Abwei- chungen davon sind ausschließlich statistischer (zufälliger) Natur und technisch zu vernachlässigen.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, dass ein durch Verspannung des Quan- tenpunkts entstehendes piezoelektrisches Feld für den Quantenpunkt keine symmetriereduzierende Wirkung entfaltet und somit die C3v-Symmetrie und damit die Feinstrukturaufspaltung auch im Falle einer Verspannung und bei Auftreten eines piezoelektrischen Felds erhalten bleibt.

Ein dritter wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens beruht darauf, dass die Symmetrie des unterliegenden Kristallgitters des Halbleitersubstrats mit der C3v-Symmetrie des Quantenpunkts verträglich ist und demgemäß also keine symmetrieerniedrigende Wirkung entfalten kann. Aufgrund der Verwendung einer { 111} -Substratfläche weist das quantenmechanische Confinement-Potential ebenfalls mindestens eine C3v- Symmetrie auf, so dass die Feinstrukturaufspaltung verschwin- den muss und sich demgemäß verschränkte Photonenpaare erzeugen lassen.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Ver- fahrens ist darin zu sehen, dass sich mit diesem in sehr einfacher Weise Photonenpaarquellen für eine Dateiverschlüsselung, welche auf quantenmechanischen Prinzipien basiert, herstellen lassen. Bei verschränkten Photonenpaaren beeinflusst die Messung eines Photons direkt das Messergebnis für das an- dere Photon des jeweiligen Photonenpaares, selbst wenn dieses weit entfernt ist. Ein potentieller "Mithörer" müsste, um an Informationen zu gelangen, ein eigenes Messgerät in die Übertragungsleitung stellen und würde damit zwangsläufig durch seine Messung die Verschränktheit der Photonenpaare aufheben, die Photonenübertragung also verändern. Dies wiederum macht sich in den Polarisationsmessungen am Ort des Empfängers bemerkbar, so dass ein Abhören bemerkt werden kann.

Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens ist vor- gesehen, dass das vertikale Aspektverhältnis des Quantenpunkts zwischen 0,05 und 0,7, insbesondere zwischen 0,15 und 0,5, liegt. Beispielsweise wird das Verhältnis zwischen der Höhe des Quantenpunkts und dem Durchmesser des Quantenpunkts

- an der Auflagefläche auf dem Halbleitersubstrat - zwischen 0,05 und 0,7 eingestellt.

Der zumindest eine Quantenpunkt und/oder das Halbleitersubstrat bestehen vorzugsweise aus einem Mischkristall, der aufweist: - In (Ga) As-Material, das in einen Ga (In, Al) As-Kristall eingebaut ist,

- In (Ga) P-Material, das in einen Ga (In, Al) P-Kristall eingebaut ist, - In (Ga) As-Material, das in einen In (Ga, Al) P-Kristall eingebaut ist, und/oder

- In x Gai- x As-Material, wobei x zwischen 0,3 und 1 liegt.

Der Durchmesser des Quantenpunkts - an der Auflagefläche auf dem Halbleitersubstrat - wird vorzugsweise zwischen 5 nm und 50 nm, insbesondere zwischen 10 nm und 20 nm, gewählt.

Die Kontur des Quantenpunkts - senkrecht zur {111} -Fläche des Substrats gesehen - ist bevorzugt dreieckig, sechseckig oder rund.

Die Erfindung bezieht sich außerdem auf eine Photonenpaar- quelle zum Erzeugen verschränkter Photonenpaare mit zumindest einem Quantenpunkt.

Erfindungsgemäß ist diesbezüglich vorgesehen, dass der zumindest eine Quantenpunkt auf einer { 111 } -Kristallfläche eines Halbleitersubstrats abgeschieden ist.

Bezüglich der Vorteile der erfindungsgemäßen Photonenpaar- quelle sei auf die obigen Ausführungen im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren verwiesen, da die Vorteile der erfindungsgemäßen Photonenpaarquelle denen des erfin- dungsgemäßen Verfahrens im Wesentlichen entsprechen.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Photonenpaarquelle sind in Unteransprüchen angegeben.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert; dabei zeigen beispielhaft

Fig. 1 ein schematisches Energiediagramm, Fig. 2 einen Vergleich zwischen der Photonenstatistik verschiedener Photonenquellen,

Fig. 3 piezoelektrische Felder im Vergleich,

Fig. 4 eine (001)- und eine (111) -Substratorientierung,

Fig. 5 Bindungsenergien im Vergleich und

Fig. 6 ein Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Photonenpaarquelle .

In der Figur 1 ist zur allgemeinen Erläuterung ein schemati- sches Energiediagramm für ein Exziton (X) und ein Biexziton

(XX) in einem Quantenpunkt dargestellt. Man erkennt die Feinstrukturaufspaltung FSS des exzitonischen Zustandes, die sich zu Eχi - Eχ 2 ergibt. Die beiden senkrecht aufeinander stehenden Polarisationsrichtungen sind mit den Bezugszeichen π+ und π- bezeichnet. Eine Emission verschränkter Photonenpaare lässt sich erreichen, wenn die Feinstrukturaufspaltung FSS möglich klein ist, also beispielsweise zwischen -100 μeV und +100 μeV liegt. Es werden hierzu Photonen aus der Biexziton → Exziton → 0 Zerfallskaskade verwendet. Ein zu großer energe- tischer Abstand zwischen den zwei vorhandenen exzitonischen

Zuständen würde die Verschränktheit der emittierten Photonenpaare verhindern.

Die Figur 2 zeigt zur allgemeinen Erläuterung einen Vergleich zwischen der Photonenstatistik einer klassischen Photonen¬

quelle, die nach der Poisson-Statistik p(n) = —e Lichtquanten aussendet, und einer Einzelphotonenquelle, wie sie zum Beispiel mit Quantenpunkten realisiert sein kann. p(n) gibt die Wahrscheinlichkeit an, n Photonen in einem Puls zu finden; p bezeichnet die mittlere Anzahl von Photonen pro Puls. Diese Befunde lassen sich auf Photonenpaarquellen zum Erzeugen von Paaren verschränkter Photonen übertragen.

Die Figur 3 zeigt einen Vergleich der piezoelektrischen Felder (1. und 2. Ordnung) von Quantenpunkten, die auf einer (111) -Fläche (links) und auf einer (001) -Fläche (rechts) platziert wurden. Man erkennt die unterschiedliche Ausgestaltung der piezoelektrischen Felder, die dazu führt, dass bei einem Wachstum eines Quantenpunkts auf einer (111) -Fläche die Feinstrukturaufspaltung stets Null beträgt, und die auch dazu führt, dass sich bei einem Wachstum auf einer (001) -Fläche eine Feinstrukturaufspaltung von Null nur sehr schwer erreichen lässt.

In der Figur 4 sind zur allgemeinen Erläuterung die (001)- und die (111) -Kristallorientierung nochmals in einer dreidimensionalen Darstellung gezeigt.

In der Figur 5 sind für Ausführungsbeispiele von Photonenpaarquellen die Bindungsenergien des Biexzitons (gestrichel- te, gekrümmte Linie) relativ zum Exziton (auf 0 gesetzt, durchgehende Linie bei 0 meV) gezeigt. Man erkennt, dass sich die Differenz zwischen der Biexzitonübergangsenergie und der Exzitonübergangsenergie, also die Biexzitonbindungsenergie, bei konstanter Feinstrukturaufspaltung gleich Null durch ge- eignete Parameterwahl der Quantenpunkte beeinflussen lässt. Die Fig. 5 zeigt die Bindungsenergien für folgende Fälle: (a) Für den Fall der Variation der Quantenpunktgröße, von 10,2 nm bis 20,4 nm Durchmesser. Das vertikale Aspektverhältnis beträgt 0, 17.

(b) Für den Fall der Variation des vertikalen Aspektverhält- nisses zwischen 0,17 und 0,5 bei konstantem Volumen. Der

Durchmesser der flachsten Struktur beträgt hier beispielsweise 17,0 nm.

(c) Für den Fall der Variation des Gehaltes von InAs im Quantenpunkt zwischen 100% (0% GaAs) und 30% (70% GaAs) . Diejeni- ge Quantenpunktstruktur, die in allen drei Serien gemeinsam auftaucht, ist jeweils mit einem Pfeil gekennzeichnet.

Die Quantenpunktgröße, das vertikale Aspektverhältnis und die chemische Komposition des Systems werden vorzugsweise als Pa- rameter verwendet, um optimale Eigenschaften der Photonen- paarquellen nach den jeweiligen Einsatzanforderungen zu erreichen. Folgende Parameter, einzeln oder in Kombination, sind als vorteilhaft anzusehen:

Das vertikale Aspektverhältnis der Quantenpunkte liegt zwischen 0,05 und 0,7, insbesondere zwischen 0,15 und 0,5. - Das Verhältnis zwischen der Höhe der Quantenpunkte und dem Durchmesser der Quantenpunkte liegt zwischen 0,05 und 0,7. Der Durchmesser der Quantenpunkte liegt zwischen 5 nm und 50 nm, insbesondere zwischen 10 nm und 20 nm. - Die Quantenpunkte weisen eine dreieckige, sechseckige oder runde Kontur auf.

Das Substrat und/oder die Quantenpunkte bestehen aus einem Mischkristall, der aufweist:

- In (Ga) As-Material, das in einen Ga (In,Al) As-Kristall eingebaut ist, und/oder

In (Ga) P-Material, das in einen Ga (In, Al) P-Kristall eingebaut ist, und/oder - In (Ga) As-Material, das in einen In (Ga,Al) P-Kristall eingebaut ist, und/oder In x Gai- x As-Material, wobei x zwischen 0,3 und 1 liegt.

Die Figur 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine Photonen- paarquelle in einer dreidimensionalen Sicht. Man erkennt, wie die Quantenpunktschicht in eine Kavität eingebettet ist. Am oberen sowie am unteren Ende befinden sich DBR-Spiegel DBR (DBR: Distributed Bragg Reflector = verteilter Bragg- Reflektor) . Die Oxidapertur 10 dient zur Manipulation des

Strompfades und damit der zielgerichteten räumlichen Selektion von einzelnen Quantenpunkten.

Die Einbettung in eine Kavität ermöglicht es, die entstehen- den Photonenpaare P gerichtet und effizient aus der Photonen- paarquelle auszukoppeln. Ähnlich wie bei vertikal emittierenden Lasern ist die Kavität vorzugsweise so ausgestaltet, dass die Energie der verschränkten Photonen in Resonanz mit den Kavitätsmoden ist. Basierend auf dem Purcell-Effekt wird da- mit die Rate der spontanen Emission hinaufgesetzt und zudem die Auskopplungseffizienz erhöht. Die Metallkontakte sind mit dem Bezugszeichen 20 gekennzeichnet.

Eine solche Photonenpaarquelle könnte beispielsweise einen Bestandteil eines photonischen Netzes zur Übermittlung quan- tenkryptographisch verschlüsselter Daten bilden, z.B. mittels des Eckert-Protokolls (A. Eckert, J. Rarity, P. Tapster, M. Palma, Phys . Rev. Lett.69, S.1293 ff (1992)).