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Title:
PHOTOVOLTAIC MODULES HAVING REFLECTIVE ADHESIVE FILMS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2009/071703
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to photovoltaic modules, which comprise a laminate made of a) a transparent front cover, b) one or more photosensitive semiconductor layers, c) at least one adhesive film, and d) a rear cover, wherein at least one adhesive film is finished as reflective.

Inventors:
KARPINSKI, Andreas (Am Pützchen 18, Odenthal, 51519, DE)
KELLER, Uwe (Kurfürstenallee 74, Bonn, 53177, DE)
HENKEL, Michael (Henschelweg 1, Troisdorf, 53840, DE)
Application Number:
EP2008/067041
Publication Date:
June 11, 2009
Filing Date:
December 08, 2008
Export Citation:
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Assignee:
KURARAY EUROPE GMBH (Brüningstrasse 50, Frankfurt am Main, 65926, DE)
KARPINSKI, Andreas (Am Pützchen 18, Odenthal, 51519, DE)
KELLER, Uwe (Kurfürstenallee 74, Bonn, 53177, DE)
HENKEL, Michael (Henschelweg 1, Troisdorf, 53840, DE)
International Classes:
H01L31/048; H01L31/052
Attorney, Agent or Firm:
KISTERS, Michael (Kuraray Europe, Patents and TrademarksMülheimer Strasse 26, Troisdorf, 53840, DE)
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Claims:

Patentansprüche

1. Photovoltaikmodul, umfassend ein Laminat aus a) einer transparenten Frontabdeckung b) einer oder mehreren photosensitiven Halbleiterschichten c) mindestens einer Klebefolie und d) einer rückwärtigen Abdeckung dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Klebefolie reflektierend ausgerüstet ist.

2. Photovoltaikmodul nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die reflektierende Klebefolie eine Reflexion nach DIN EN 410 von mindestens 15 % aufweist.

3. Photovoltaikmodul nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, dass die reflektierende Klebefolie reflektierende Pigmente enthält.

4 Photovoltaikmodul nach einem der Ansprüche 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass die reflektierende Klebefolie eine reflektierende Zwischenschicht enthält.

5. Photovoltaikmodul nach Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, dass die reflektierende Zwischenschicht aus einer me t a 11 b e s c h i ch t e t e n Polymerfolie gesteht.

6. Photovoltaikmodul nach einem der Ansprüche 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, dass die reflektierende Klebefolie aus mindestens einer pigmentfreien und mindestens einer pigmenthaltigen Teilschicht besteht.

7. Photovoltaikmodul nach einem der Ansprüche 1 bis 6 dadurch gekennzeichnet, dass die reflektierende Klebefolie weichmacherhaltiges Polyvinylacetal enthält.

8. Photovoltaikmodul nach einem der Ansprüche 1 bis 7 dadurch gekennzeichnet, dass die reflektierende Klebefolie aus mindestens einer pigmentfreien und mindestens einer pigmenthaltigen Teilschicht besteht und diese Teilschichten das gleiche polymere Material enthalten.

9. Photovoltaikmodul nach Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet, dass als polymeres Material weichmacherhaltiges Polyvinylacetal oder weichmacherhaltiges Polyvinylbutyral eingesetzt wird.

10. Photovoltaikmodul nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass als reflektierendes Pigment ein oder mehrere Weißpigmente der Gruppe Titandioxid, Lithopone, Bariumsulfat, Zinkoxid, Zinksulfid und Bleicarbonat und/oder ein oder mehrere Metalle der Gruppe Al, Zn, Cr, oder Ti eingesetzt werden.

11. Photovoltaikmodul nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die photosensitiven Halbleiterschichten b) mit mindestens einer, nicht reflektierenden Klebefolie mit der transparenten Frontabdeckung a) verklebt ist.

Description:

Beschreibung

Photovoltaikmodule mit reflektierenden Klebefolien

Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft die Herstellung von Photovoltaikmodulen unter Verwendung von Sonnenlicht-Reflektierenden Klebefolien, insbesondere von weichmacherhaltigen Folien auf Basis von Polyvinylacetal .

Stand der Technik

Photovoltaikmodule bestehen aus einer photosensitiven Halbleiterschicht, die zum Schutz gegen äußere Einflüsse mit einer transparenten Abdeckung versehen wird. Als photosensitive Halbleiterschicht können monokristalline Solarzellen oder polykristalline, dünne Halbleiterschichten auf einem Träger eingesetzt werden. Dünnschicht-Solarmodule bestehen aus einer pho t o s en s i t i ven Ha Ib 1 e i t e r s chi ch t , die auf eine meist t r a n s p a r e n t e P l a t t e z . B . d u r c h Au f d a mp f e n , Gasphasenabscheidung, Sputtern oder Nassabscheidung aufgebracht ist.

Beide Systeme werden häufig zwischen eine Glasscheibe und eine rigide, hintere Abdeckplatte z.B. aus Glas oder Kunststoffen mit Hilfe eines transparenten Klebers laminiert.

De r t r a n s p a re n t e Kleber muss die photosensitive

Halbleiterschicht und deren elektrische Verbindungsleitungen vollständig umschließen, UV-stabil und Feuchtigkeitsunempfindlich sein und nach dem Laminierprozess vollständig blasenfrei sein.

Als transparente Kleber werden häufig aushärtende Gießharze oder vernetzbare, auf Ethylenvinylacet at (EVA) basierende

Systeme eingesetzt, so wie beispielsweise in DE 41 22 721 Cl oder DE 41 28 766 Al offenbart.

Eine Alternative zu aushärtenden Klebesystemen ist der Einsatz von weichmacherhaltigen Folien auf Basis von Polyvinylacetalen wie das aus der Verbundglasherstellung bekannte

Polyvinylbutyral (PVB) . Die Solarzelleneinheiten werden mit einer oder mehreren PVB-Folien bedeckt und diese unter erhöhtem

D r u c k u n d e r h ö h t e r T e m p e r a t u r m i t den gewüns chten Abdeckmaterialien zu einem Laminat verbunden.

Verfahren zur Herstellung von Solarmodulen mit Hilfe von PVB- Folien sind z. B. durch DE 40 26 165 C2, DE 42 278 60 Al, DE 29 237 70 C2, DE 35 38 986 C2 oder US 4,321,418 bekannt. Die Verwendung von PVB-Folien in Solarmodulen als Verbund- sicherheitsverglasungen ist z.B. in DE 20 302 045 Ul, EP 1617487 Al, und DE 35 389 86 C2 offenbart.

Das auf die photosensitive Schicht der Solarmodule auftretende Sonnenlicht durchdringt diese teilweise und geht für eine

Umwandlung in elektrische Energie verloren. Um den Wirkungsgrad von Solarmodulen zu verbessern, werden diese häufig mit einer reflektierenden Rückseite ausgerüstet. Hierzu werden z.B. eine

Spiege 1 s chicht oder reflektierende Pigmente in Form einer zusätzlichen Schicht auf die Module aufgebracht. Dieses

Verfahren ist aufwändig, da so in das Solarmodul eine zusätzliche Schicht eingebraucht werden muss. Zudem dürfen die elektrisch leitfähigen Spiegelschichten oder reflektierende

Pigmente nicht in Kontakt mit der photosensitiven Schicht treten, da sonst die Gefahr von Kurzschlüssen besteht.

Ein zunehmend wichtiger werdendes Merkmal der Klebefolien für Photovoltaikmodule ist deren elektrische Leitfähigkeit, da mit zunehmender Leistungsfähigkeit der photosensitiven

Halbleiterschichten bei gleichzeitigem Einsatz auch unter humiden Umweltbedingungen immer höhere Anforderungen an die Isolationsfähigkeit der Folie gestellt werden.

Ladungsverluste oder gar Kurzschlüsse der Halbleiterschicht müssen auch unter extremen Witterungsbedingungen wie tropische Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit oder starke UV-Strahlung über die gesamte Lebensdauer des Moduls vermieden werden. Photovoltaikmodule werden dem nach IEC 61215 einer Vielzahl von Tests unterzogen (Damp heat test, wet leakage current test) um Verlust ströme der Module zu reduzieren. Um dies zu erreichen, müssen die Klebefolien einen möglicht hohen spezifischen Widerstand aufweisen

Aufgabe

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, Photovoltaikmodule in konstruktiv einfacher Weise mit einer reflektierenden Schicht zur Leistungsseigerung auszurüsten.

Wie b ereits ausgeführt, weisen viele der bekannten Photovoltaikmodule Klebeschichten auf. überraschenderweise wurde gefunden, dass diese Klebeschichten in einfacher Weise mit reflektierenden Eigenschaften ausgestattet werden können.

Darstellung der Erfindung

Ge genstand der vorliegenden Erfindung sind daher Photovoltaikmodule, umfassend a) eine transparenten Frontabdeckung b) eine oder mehrere photosensitive Halbleiterschicht c) mindestens eine Klebefolie und d) eine rückwärtige Abdeckung wobei mindestens eine Klebefolie reflektierend ausgerüstet ist.

Durch die diffus reflektierend ausgerüstete Klebefolie wird ein Teil des Lichts, das die photosensitive Halbleiterschicht

durchdringt, wieder auf diese zurückreflektiert, sodass sich die Effektivität des Moduls erhöht.

Entscheidend für die Effizienzverbesserung der erfindungsgemäßen Photovoltaikmodule ist der Strahlungsreflexionsgrad bzw. die Reflexionseigenschaften der reflektierenden Klebefolie. Dieser wird, wie in den Beispielen angegeben, an glatten (d.h. abgepressten) Folien gemäß DIN EN

410 bestimmt und beträgt mindestens 15 % oder 25 %, mindestens jedoch 30 %, bevorzugt mindestens 50 % und insbesondere mindestens 70 %.

Solche Messungen können auf einem UV/VIS-Spektrometer „Lambda 950" des Herstellers Perkin-Elmer durchgeführt werden. Nach DIN EN 410 wird der Strahlungsreflexionsgrad im Wellenlängenbereich 300 - 2500 nm bestimmt.

Photovoltaikmodule, die einen prinzipiellen Aufbau Glas/ photosensitive HalbleiterSchicht/erfindungsgemäße reflektierende Klebefolie/Glas aufweisen, zeigen einen Leistungsgewinn von ca. 0,5 bis 5 % gegenüber einem gleich aufgebauten Photovoltaikmodul ohne reflektierende Klebefolie (d.h. mit einer Klebefolie gleicher Zusammensetzung aber ohne reflektierende Eigenschaften) .

Mit der erfindungsgemäß eingesetzten reflektierenden Klebefolie können Photovoltaikmodule gleicher Leistung eine um die Leistungssteigerung kleinere Fläche aufweisen.

Bevorzugt enthält die Klebefolie reflektierende Pigmente oder eine reflektierende Zwischenschicht. Unter Reflektion wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Reflektion der für die photosensitive Halbleiterschicht in elektrische Energie umwandelbare Strahlung, in der Regel die Strahlung im UV-

Bereich, dem Wellenlängenbereich des sichtbaren Lichts und des nahen IR-Bereichs, verstanden.

Als reflektierende Pigmente sind insbesondere die sogenannten Weißpigmente, dass heißt Pigmente mit einem Brechungsindex von mehr als 1,8 gut geeignet. Hierzu zählen ein oder mehrere

Weißpigmente der Gruppe Titandioxid, Lithopone, Bariumsulfat,

Zinkoxid, Zinksulfid und Bleicarbonat . Alternativ oder zusätzlich können als reflektierende Pigmente auch ein oder mehrere Metalle der Gruppe Al, Zn, Cr, oder Ti eingesetzt werden. Siliziumdioxid ist für den erfindungsgemäßen Einsatz nicht geeignet.

Im Rahmen der Erfindung können diese Pigmente auch auf einem Trägermaterial abgeschieden sein, welches in die Klebefolie eingebracht ist. Gleichermaßen können metallische Partikel oder mit Metall beschichtete Partikel als reflektierende Pigmente verwendet werden.

Die Zwischenschicht kann zwischen zwei Klebefolien einlaminiert sein, sodass sich an den Außenseiten die gewünschte Klebewirkung ergibt. Als reflektierende Zwischenschicht kann eine metallbeschichtete Polymerfolie, z.B. eine mit Al, Zn, Cr, oder Ti usw. besputterte PET-Folie eingesetzt werden. Folien dieser Art sind aus dem Automobilbau zur Reduzierung der Sonneneinstrahlung in den Fahrzeuginnenraum bekannt. Bevorzugt reflektiert die Folie eingestrahltes Licht diffus.

Alternativ kann die Zwischenschicht aus mindestens einer pigmentfreien und mindestens einer pigmenthaltigen Teilschicht bestehen. So können z.B. die außen liegenden Teilschichten eine Klebewirkung bewirken, währen die innen liegende, die reflektierenden Pigmente enthaltende Teilschicht für die Reflexion der Strahlung sorgt.

Folien mit mehreren Teilschichten können durch Zusammenlegen von vorgefertigten Teilschichten oder durch Coextrusion der Teilschichten in einem Arbeitsgang hergestellt werden.

Der Anteil der reflektierenden Pigmente in der reflektierenden Klebefolie oder auf der reflektierend beschichteten Polymerfolie beträgt bevorzugt 0.1 bis 25 Gew.%, insbesondere 1 bis 20 Gew.%, besonders bevorzugt 1 bis 10 Gew.%. Ist die Klebefolie aus pigmentfreien und pigmenthaltigen Teilschichten aufgebaut, so bezieht sich dieser Wert auf die Gesamtfolie, sodass in der pigmenthaltigen Teilschicht entsprechend der Dickenverteilung höhere Konzentrationen eingesetzt werden können .

Im Fall, das die Zwischenschicht aus mindestens einer pigmentfreien und mindestens einer pigmenthaltigen Teilschicht besteht, können diese Teilschichten jeweils eine unterschiedliche oder gleiche Zusammensetzung bzw. polymere Materialien enthalten.

Als Material für die reflektierenden Klebe- und Teilschichten können die für Verbundverglasungen bekannten Materialien eingesetzt werden, wie z.B. PVC, Geniomer (Polydimethylsiloxan/Harnstoff-Copolymer) , Silikone, Polyurethan, Ethylen/Vinylacetat, Epoxydgießharze, Ionomere (SentryGlass plus) , Polyolefine oder insbesondere weichmacherhaltige Polyvinylacetale oder Polyvinylbutyrale .

Die weichmacherhalt iges Polyvinylacetal enthaltenden Folien enthalten bevorzugt unvernetztes Polyvinylbutyral (PVB) , das durch Ace t al i s ierung von Polyvinylalkohol mit Butyraldehyd gewonnen wird.

Der Einsatz von vernetzten Polyvinylacetalen, insbesondere vernetzten! Polyvinylbutyral (PVB) ist ebenso möglich. Geeignete vernetzte Polyvinylacetale sind z.B. in EP 1527107 Bl und WO

2004/063231 Al (thermische Selbstvernetzung von Carboxylgruppenhaltigen Polyvinylacetalen), EP 1606325 Al (mit

Polyaldehyden vernetzte Polyvinylacetale) und WO 03/020776 Al

(mit Glyoxylsäure vernetzte Polyvinylacetale) beschrieben. Auf die Offenbarung dieser Patentanmeldungen wird vollumfänglich

Bezug genommen.

Es ist auch möglich, die Ace t al i s ierung mit anderen oder weiteren Aldehyden mit 5-10 Kohlenstoffatomen (z.B. wie Valeraldehyd) durchzuführen.

Als Polyvinylalkohol können im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch Terpolymere aus hydrolysierten Vinylacetat/Ethylen-Copolymeren eingesetzt werden. Diese Verbindungen sind in der Regel zu mehr als 98% hydrolysiert und enthalten 1 bis 10 Gew. auf Ethylen basierende Einheiten (z.B. Typ „Exceval" der Kuraray Europe GmbH) .

Polyvinylacetale enthalten neben den Acetaleinheiten noch aus Vinylacetat und Vinylalkohol resultierende Einheiten. Die erfindungsgemäß verwendeten Polyvinylacetale weisen bevorzugt einen Polyvinylalkoholanteil von weniger als 21 Gew.%, weniger als 18 Gew.%, weniger als 16 Gew.% oder insbesondere weniger als 14 Gew.% auf. Ein Polyvinylalkoholanteil von 12 Gew.% sollte nicht unterschritten werden.

Der Po 1 yviny 1 ace t a t an t e i 1 liegt bevorzugt unter 5 Gew.%, bevorzugt unter 3 Gew.% und insbesondere unter 2 Gew.% Aus dem Polyvinylalkoholanteil und dem Restacetatgehalt kann der Acetalisierungsgrad rechnerisch ermittelt werden.

Die erfindungsgemäß eingesetzten Folien weisen bei einer Umgebungsfeuchte von 85% rF bei 23°C bevorzugt einen spezifischen Widerstand von mindestens 1E+11 ohm*cm, bevorzugt mindestens 5E+11 ohm*cm, bevorzugt 1E+12 ohm*cm, bevorzugt 5E+12 ohm*cm, bevorzugt 1E+13, bevorzugt 5E+13 ohm*cm, bevorzugt 1E+14 ohm*cm auf.

Bevorzugt weisen die erfindungsgemäß eingesetzten Folien, insbesondere solche auf Basis von weichmacherhaltigem Polyvinylacetal, einen Weichmachergehalt von maximal 40 Gew.%, 35 Gew.%, 32 Gew.%, 30 Gew.%, 28 Gew.%, 26 Gew.%, 24 Gew.%, 22 Gew.%, 20 Gew. %, 18 Gew. %, 16 Gew. % auf, wobei ein Weichmachergehalt von 15 Gew.% aus Gründen der Verarbeitbarkeit der Folie nicht unterschritten werden sollte (jeweils bezogen auf die gesamte Folienformulierung) . Erfindungsgemäße Folien bzw. Photovoltaikmodule können einen oder mehrere Weichmacher enthalten .

Grundsätzlich geeignete Weichmacher für die erfindungsgemäß eingesetzten Folien auf Basis von Polyvinylacetalen sind eine oder mehrere Verbindungen ausgewählt aus den folgenden Gruppen:

- Ester von mehrwertigen aliphatischen oder aromatischen Säuren, z.B. Dialkyladipate wie Dihexyladipat, Dioctyladipat, Hexylcyclohexyladipat, Mischungen aus Heptyl- und Nonyladipaten, Diisononyladipat, Heptylnonyladipat sowie Ester der Adipinsäure mit cy c 1 o a 1 ipha t i s chen oder Etherbindungen enthaltenden Esteralkoholen, Dialkylsebazate wie Dibu t y 1 seba z a t sowie Ester der Sebazinsäure mit c y c 1 o a 1 ipha t i s che n oder Etherbindungen enthaltenden Esteralkoholen, Estern der Phthalsäure wie Butylbenzylphthalat oder Bis-2-butoxyethylphthalat

- Ester oder Ether von mehrwertigen aliphatischen oder aromatischen Alkoholen oder Oligoetherglykolen mit einem oder mehreren unverzweigen oder verzweigten aliphatischen

oder aromatischen Substituenten, wie z.B. Estern von Di-, Tri- oder Tetraglykolen mit linearen oder verzweigten ali- phatischen oder cycloaliphatischen Carbonsäuren; Als Beispiele für letztere Gruppe können dienen Diethylenglykol- bis- (2-ethylhexanoat ) , Triethylenglykol-bis- (2-ethyl- hexanoat) , Triethylenglykol-bis- (2-ethylbutanoat) , Tetra- ethylenglykol-bis-n-heptanoat , Triethylenglykol-bis-n- heptanoat, Triethylenglykol-bis-n-hexanoat, Tetraethylen- glykoldimethylether und/oder Dipropylenglykolbenzoat - Phosphate mit aliphatischen oder aromatischen Esteralkoholen wie z.B. Tris (2-ethylhexyl) phosphat (TOF), Triethylphosphat, Diphenyl-2-ethylhexylphosphat , und/oder Trikresylphosphat - Ester der Zitronensäure, Bernsteinsäure und/oder Fumarsäure

Gut geeignet als Weichmacher für die erfindungsgemäß eingesetzten Folien auf Basis von Polyvinylacetalen sind eine oder mehrere Verbindungen ausgewählt aus der folgenden Gruppe Di-2-ethylhexylsebacat (DOS), Di-2-ethylhexyladipat (DOA), Dihexyladipat (DHA), Dibutylsebacat (DBS), Triethylenglykol- bis-n-heptanoat (3G7), Tetraethylenglykol-bis-n-heptanoat (4G7), Triethylenglykol-bis-2-ethylhexanoat (3GO bzw. 3G8) Tetraethylenglykol-bis-n-2-ethylhexanoat (4GO bzw. 4G8) Di-2- butoxyethyladipat (DBEA) , Di-2-butoxyethoxyethyladipat (DBEEA) Di-2-butoxyethylsebacat (DBES) , Di-2-ethylhexylphthalat (DOP) , Di-isononylphthalat (DINP) Triethylenglykol-bis-isononanoat, Triethylenglykol-bis-2-propylhexanoat , Tris (2- e t h y l h e x y l ) p h o s p h a t ( T O F ) , 1 , 2- Cyclohexandicarbonsäurediisononylester (DINCH) und Dipropylenglykolbenzoat .

Ganz besonders geeignet als Weichmacher für die erfindungsgemäß eingesetzten Folien auf Basis von Polyvinylacetalen sind Weichmacher, deren Polarität, ausgedrückt durch die Formel 100 x O/ (C+H) kleiner/gleich 9.4 ist, wobei O, C und H für die

Anzahl der Sauerstoff-, Kohlenstoff- und Wasserstoff atome im jeweiligen Molekül steht. Die nachfolgende Tabelle zeigt erfindungsgemäß einsetzbare Weichmacher und deren

Polaritätswerte nach der Formel 100 x O/ (C+H) .

Name Abkürzung 100 x O/ (C+H)

Di-2-ethylhexylsebacat (DOS) 5, 3

1, 2-Cyclohexandicarbonsäurediisononylest :eerr ((DDIINNCCHH)) 5, 4

Di-2-ethylhexyladipat (DOA) 6, 3 Di-2-ethylhexylphthalat (DOP) 6, 5

Dihexyladipat (DHA) 7, 7

Dibutylsebacat (DBS) 7, 7

Triethylenglykol-bis-2-propylhexanoat 8, 6

Triethylenglykol-bis-i-nonanoat 8, 6 Di-2-butoxyethylsebacat (DBES) 9, 4

Triethylenglykol-bis-2-ethylhexanoat (3G8) 9, 4

Das Haftungsvermögen von Polyvinylacetalfolien an Glas wird üblicherweise durch die Zugabe von Haftungsregulatoren wie z. B. die in WO 03/033583 Al offenbarten Alkali- und/oder Erdalkalisalze von organischen Säuren eingestellt. Als besonders geeignet haben sich Kaliumacetat und/oder Magnesiumacetat herausgestellt. Zudem enthalten Polyvinylacet ale aus dem Herstellungsprozess häufig Alkali- und/oder Erdalkalisalze von anorganischen Säuren, wie z.B. Natriumchlorid.

Da Salze ebenfalls einen Einfluss auf den spezifischen Widerstand haben, ist der Einsatz von weichmacherhaltigen, auf Polyvinylacetal basierenden Folien mit weniger als 50 ppm, besonders bevorzugt mit weniger als 30 ppm und insbesondere mit weniger als 20 ppm Metallionen zweckmäßig. Dies kann durch entsprechende Waschverfahren des Polyvinylacetals und durch die Verwendung besonders gut wirkender Antihaftmittel wie die dem

Fachmann bekannten Magnesium-, Calzium- und/oder Zinksalze organischer Säuren (z.B. Acetate) erreicht werden.

Weiterhin kann die möglicherweise vom Wassergehalt der Folie abhängende Ionenbeweglichkeit und damit der spezifische Widerstand durch den Zusatz von pyrogener Kieselsäure beeinflusst werden. Bevorzugt enthalten die weichmacherhaltigen, auf Polyvinylacetal basierenden Folien 0.001 bis 15 Gew.%, bevorzugt 2 bis 5 Gew.% pyrogenes Siθ2.

Die prinzipielle Herstellung und Zusammensetzung von Folien auf Basis von Polyvinylacetalen ist z. B. in EP 185 863 Bl, EP 1 118 258 Bl WO 02/102591 Al, EP 1 118 258 Bl oder EP 387 148 Bl beschrieben .

Die Laminierung der Photovoltaikmodule erfolgt unter Verschmelzung der Folien, so dass ein blasen- und schlierenfreier Einschluss der photosensitiven Halbleiterschicht mit den Folien erhalten wird.

Die Gesamtdicke der Klebefolien liegt üblicherweise bei 0.38, 0.51, 0.76, 1.14, 1.52 oder 2.28 mm.

Erfindungsgemäß eingesetzte Folien füllen während des Laminierprozesses die an den photosensitiven

Halbleiterschichten bzw. deren elektrischen Verbindungen vorhandenen Hohlräume aus.

Die transparente Frontabdeckung besteht in der Regel aus Glas oder PMMA. Die rückwärtige Abdeckung des erfindungsgemäßen Photovoltaikmoduls kann aus Glas, Kunststoff oder Metall oder deren Verbünden bestehen, wobei mindestens einer der Träger transparent sein kann. Es ist ebenfalls möglich, einen oder beide Abdeckungen als Verbundverglasung (d. h. als Laminat aus

mindestens zwei Glasscheiben und mindestens einer PVB-Folie) oder als Isolierverglasung mit einem Gaszwischenraum auszuführen. Selbstverständlich ist auch die Kombination dieser Maßnahmen möglich.

Die in den Modulen eingesetzten photosensitiven Halbleiterschichten müssen keine besonderen Eigenschaften besitzen. Es können mono-, polykristalline oder amorphe Systeme eingesetzt werden.

Werden erfindungsgemäße Dünnschicht-Solarmodule hergestellt, so sind die photosensitiven Halbleiterschichten in der Regel direkt auf die transparente Frontabdeckung aufgebracht und mit der rückwärtigen Abdeckung durch mindestens eine erfindungsgemäße Klebefolie verklebt.

Im Fall der Herstellung von kristallinen oder geträgerten Solarmodulen müssen die Solarmodule von Klebefolien eingekapselt werden, d.h. dass die photosensitiven Halbleiterschichten b) mit mindestens einer, nicht reflektierenden Klebefolie mit der transparenten Frontabdeckung a) und die rückwärtigen Abdeckung d) durch mindestens eine erfindungsgemäße Klebefolie verklebt sind. Diese Folien weisen bevorzugt bis auf die reflektierenden Pigmente eine gleiche Zusammensetzung wie reflektierende Klebefolien auf.

Zur Laminierung des so erhaltenen Schichtkörpers können die dem Fachmann geläufigen Verfahren mit und ohne vorhergehende Herstellung eines Vorverbundes eingesetzt werden.

So genannte Autoklavenprozesse werden bei einem erhöhten Druck von ca. 10 bis 15 bar und Temperaturen von 130 bis 145 0 C über ca. 2 Stunden durchgeführt. Vakuumsack- oder Vakuumring-

verfahren z.B. gemäß EP 1 235 683 Bl arbeiten bei ca. 200 mbar und 130 bis 145 0 C

Vorzugsweise werden zur Herstellung der erfindungsgemäßen Photovoltaikmodule Vakuumlaminatoren eingesetzt. Diese bestehen aus einer beheizbaren und evakuierbaren Kammer, in denen

Verbundverglasungen innerhalb von 30 - 60 Minuten laminiert werden können. Verminderte Drücke von 0,01 bis 300 mbar und

Temperaturen von 100 bis 200 0 C, insbesondere 130 - 160 0 C haben sich in der Praxis bewährt.

Alternativ kann ein so oben beschrieben zusammengelegter Schichtkörper zwischen mindestens einem Walzenpaar bei einer Temperatur von 60 bis 150 0 C zu einem erfindungsgemäßen Modul verpresst werden. Anlagen dieser Art sind zur Herstellung von Verbundverglasungen bekannt und verfügen normalerweise über mindestens einen Heiztunnel vor bzw. nach dem ersten Presswerk bei Anlagen mit zwei Presswerken.

Erfindungsgemäße Photovoltaikmodule können als Fassadenbauteil, Dachflächen, Wintergartenabdeckung, Schallschutzwand, Balkonoder Brüstungselement oder als Bestandteil von Fensterflächen verwendet werden.

Messmethoden:

Die Messung des spezifischen Durchgangswiderstandes der Folie erfolgt gemäß DIN IEC 60093 bei definierter Temperatur und Umgebungsfeuchte (23 0 C und 85 % rLF) nachdem die Folie wenigstens 24h bei diesen Bedingungen konditioniert wurde. Zur Durchführung der Messung wurde eine Plattenelektrode Typ 302 132 von der Firma Fetronic GmbH sowie ein Widerstandsmessgerät ISO-Digi 5kV von der Firma Amprobe verwendet. Die PrüfSpannung betrug 2,5 kV, die Wartezeit nach Anlegen der Prüfspannung bis zur Messwerterfassung 60 sek. Damit ein ausreichender Kontakt

zwischen den flachen Platten der Messelektrode und der Folie gewährleistet ist, sollte deren Oberflächenrauhikgkeit R z bei Messung nach DIN EN ISO 4287 nicht größer als 10 μm sein, d.h. gegebenenfalls muss die Originaloberfläche der PVB-Folie vor der Widerstandsmessung durch thermisches Umprägen geglättet werden .

Der Polyvinylalkohol- und Polyvinylalkoholacetatgehalt der Polyvinylacetale wurde gemäß ASTM D 1396-92 bestimmt. Der Wasser- bzw. Feuchtegehalt der Folien wird mit der Karl- Fischer-Methode bestimmt.

Zur Messung der Re f 1 e k t i o n s e i ge n s chaften wurde die gegebenenfalls ursprünglich aufgeraute Oberfläche der Klebefolien zunächst zwischen zwei Lagen PET-Folie unter Erwärmen geglättet. Dieser Vorbehandlungsschritt kann natürlich bei Klebefolien entfallen, welche bereits eine glatte Oberfläche aufweisen, bzw. es kann sinnvoll sein, die Oberfläche an einer anderen Schicht als PET zu glätten, falls dieses zu stark mit der Klebefolie verklebt und schlecht abgezogen werden kann. Nach Entfernen der PET-Folie wurde dieser Seite der Klebefolie die Reflexion von Licht der Wellenlänge 380 - 780 nm an einem Spektrophotometer Hitachi U- 3410 nach DIN EN 410 unter einem Winkel von 8° bestimmt.

F ü r d i e a n g e f ü h r t e n B e i s p i e l e w u r d e d e r Strahlungsref lexionsgrad einer glatten bzw. geglätteten Seite der Klebefolie auf einem UV/VIS-Spektrometer „Lambda 950" des Herstellers Perkin-Elmer im Wellenlängenbereich 300 - 2500 nm bestimmt. Weil die Messung an einem planen Muster durchgeführt werden soll , kann die Klebefolie zur Messung auf einen transparenten Träger, z.B. einem Stück Glas befestigt werden.

Beispiele :

Es wurden weichmacherhaltige Polyvinylbutyralfolien mit reflektierendem Pigment auf ihre Eignung als reflektierende Klebefolie in Photovoltaikmodule untersucht.

So wies eine kommerziell von der Kuraray Europe GmbH erhältliche Folie des Typs „Trosifol Colour Wl 7" (Dicke 0.38 mm) mit ca. 1 Gew.% Tiθ2 eine Reflexion von Licht wie oben beschrieben von 68,7 % auf. Ein mit dieser Folie hergestelltes Photovoltaikmodul mit dem Aufbau Glas/ photosensitive Halbleiterschicht/,,Trosifol Colour W17"/Glas wiesen eine um 0,75% gesteigerte Leistung gegenüber einem anlogen Modul mit handelsüblicher PVB-Folie ohne Pigment auf.

Es wurden ein- oder mehrschichtig aufgebaute Folien auf Basis von weichmacherhal tigern Polyvinylbutyral mit den in den folgenden Tabellen aufgeführten Zusammensetzungen homogen oder partiell mit Titandioxid pigmentiert. Die dreischichtigen Folien wurden durch Coextrusion unter Verwendung eines Feedblock-Verteilers erhalten. Bei den dreischichtigen Folien ist nur die innen liegende Schicht mit Titandioxid als reflektierendem Pigment versehen, während die äußeren Schichten im Wesentlichen nur aus PVB und Weichmacher bestehen und transparent sind. In beiden Fällen, ein- oder mehrschichtig aufgebauten Klebefolien, kann das Weiß- bzw. das metallisch reflektierende Pigment, zunächst im Weichmacher suspendiert und dann zusammen mit dem PVB-Harz zur Folie bzw. der Folienschicht extrudiert werden oder aber als Feststoff direkt in die Einzugszone des Extruders dosiert werden. Für die Beispiele wurden die Pigmente direkt in den laufenden Extruder dosiert.

Mit dieser Folie hergestellte Photovoltaikmodul mit dem Aufbau Glas/ photosensitive Halbleiterschicht/reflektierende Folie /Glas wiesen um eine 0,7 - 1,5 % gesteigerte Leistung gegenüber

einem baugleichen Modul mit einer Folie gleicher Zusammensetzung aber ohne Pigmentzusatz auf.

Die Folien bestanden aus weichgemachtem Polyvinylbutyral (PVB) mit dem angegebenen Polyvinylalkoholgehalt (PVOH) in Gew.% und einem Polyvinylacetatgehalt von ca. 1 Gew.% auf.

Weiterhin bedeuten:

HOMBITAN oberflächenbehandeltes TiO 2 vom Rutiltyp, Hersteller: Sachleben Chemie

KRONOS 2226 oberflächenbehandeltes TiO 2 vom Rutilytp, Hersteller: Kronos Titan GmbH

KRONOS 2450 oberflächenbehandeltes TiO 2 vom Rutilytp,

Hersteller: Kronos Titan GmbH IS Einschichtfolie

3S Dreischichtfolie

* Anteil in der Mittelschicht