LAMBERTZ, Bodo, W. (Etzelstrasse 25, Pfäffikon, CH-8808, CH)
Patentansprüche
1. Bekleidungsstück für sportliche Aktivitäten, insbesondere zum Wandern, Bergsteigen oder Skilaufen, das im Bereich der Schulter mit Elementen zur Polsterung von Tragriemen versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die
Elemente (2) eine Struktur aufweisen, sodass zwischen Tragriemen und Elementen eine Hinterlüftung des Tragriemens (6) bewirkt ist.
2. Bekleidungsstück nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Elemente (2) eine Rillenstruktur (3) aufweisen.
3. Bekleidungsstück nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rillen (31) horizontal ausgerichtet sind.
4. Bekleidungsstück nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rillen (32) vertikal ausgerichtet sind.
5. Bekleidungsstück nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rillen (31 , 32) unterbrochen ausgeführt sind.
6. Bekleidungsstück nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Elemente (2) eingestrickt sind.
7. Bekleidungsstück nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass weitere Elemente (4) im Bereich der Hüfte vorgesehen sind.
8. Bekleidungsstück nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass weitere Elemente (5) auf dem Rücken vorge- sehen sind. |
Bekleidungsstück
Die Erfindung betrifft ein Bekleidungsstück für sportliche Aktivitäten, insbesondere zum Wandern, Bergsteigen oder Skilaufen, das im Bereich der Schulter mit EIe- menten zur Polsterung von Tragriemen versehen ist.
Bekleidungsstücke der eingangs genannten Art sind an sich bekannt (vgl. bspw. DE 17 88 002 U und DE 18 18 701 U). Sie weisen im Bereich der Schultern zusätzliche Polster auf, die einen Schutz gegen die Belastung von Tragriemen, bei- spielsweise von Rucksäcken oder Umhängetaschen, bewirken sollen. Die Polster sind relativ dünn ausgebildet und weisen eine glatte Oberflächenstruktur auf. Sie bieten einen Minimalschutz gegen die Belastung der Tragriemen.
Heutige Tragriemen von Rucksäcken oder Umhängetaschen sind zudem mit Polstern versehen, sodass bereits die Rucksäcke oder Umhängetaschen für eine geringere Belastung der Schultern Sorge tragen (vgl. bspw. DE 202 21 522 U1 ). Darüber hinaus ist es mittlerweile üblich, bei Rucksäcken auch im Bereich der Hüften Gurte anzuordnen, um eine hohe Passgenauigkeit
sowie eine Sicherung gegen Verrutschen beim Wandern, Skilaufen, oder dergleichen zu bewirken.
Die oben genannten Bekleidungsstücke sowie die heutigen Tragriemen bieten zwar einen Schutz gegen die von den Tragriemen hervorgerufenen Belastungen. Allerdings führen sie insbesondere bei starker körperlicher Anstrengung bzw. bei warmen Witterungsbedingungen zu einem sehr hohen Schweißanfall im Bereich der Tragriemen. Dies ist dadurch bewirkt, dass durch das Aufliegen der Tragriemen auf dem Kleidungsstück dieses auf die Haut des Sportlers gedrückt wird. Eine Möglichkeit der Belüftung ist dadurch ausgeschlossen. Dies gilt sowohl für Bekleidungsstücke, die mit den bekannten Polstern versehen sind, als auch für Tragebehältnisse, die mit gepolsterten Tragriemen versehen sind. Der hohe Schweißanfall führt zu einem Aufquillen der Haut. Da jedoch die Haut im trockenen Zustand am widerstandsfähigsten ist, verliert sie bei hohem Schweißanfall an mechanischem Widerstand, wodurch die Haut anfälliger auf mechanische Belastung, beispielsweise durch Tragriemen, reagiert.
Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Bekleidungsstück für sportliche Aktivitäten, insbesondere zum Wandern, Bergsteigen oder Skilaufen, zu schaffen, welches eine verbesserte Klimatisierung im Bereich der Tragriemen bereitstellt und damit die Widerstandsfähigkeit der Haut erhält. Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass die Elemente eine Struktur aufweisen, sodass zwischen Tragriemen und Elementen eine Hinterlüftung des Tragriemens bewirkt ist.
Mit der Erfindung ist ein Bekleidungsstück für sportliche Aktivitäten geschaffen, bei dem auch bei hoher sportlicher Anstrengung sowie bei warmen Witterungsbedingungen die Schweißbildung gemindert ist. Dies ist dadurch bewirkt, dass die Struktur der Elemente eine Luftzirkulation ermöglicht, da die Tragriemen nicht durchgängig auf dem Kleidungsstück aufliegen. Infolgedessen sind auch die Bereiche unter den Tragriemen infolge der Be- bzw. Hinterlüftung von der Frischluft erreichbar, wodurch die Schweißbildung reduziert ist. Dadurch bleibt die Haut tro-
ckener und mechanisch widerstandsfähiger. Zugleich fördert dies die Verdunstung anfallenden Schweißes.
In Weiterbildung der Erfindung weisen die Elemente eine Rillenstruktur auf. Die Rillenstruktur beinhaltet den wesentlichen Vorteil, dass sie ein hohes Maß an Beweglichkeit und Elastizität bei gleichzeitig relativ hoher Stabilität bereitstellt. Dies ist insbesondere bei großer sportlicher Anstrengung von Vorteil, da hierdurch die Beweglichkeit des Sportlers nicht eingeschränkt ist, gleichzeitig aber die erfindungsgemäße Belüftung gewährleistet ist. Die Rillenstruktur bietet zudem ein Höchstmaß an Entlastung gegen mechanische Belastung durch die Riemen. Außerdem ist die Trockenhaltung der Haut gewährleistet, was die mechanische Widerstandsfähigkeit der Haut erhält.
In Ausgestaltung der Erfindung sind die Rillen horizontal ausgerichtet. Diese Aus- richtung ist insbesondere in den Bereichen vorteilhaft, in denen die Tragriemen im Wesentlichen vertikal verlaufen. Auf diese Weise ist ein seitliches Einströmen von Luft unter den Tragriemen möglich.
In anderer Ausgestaltung der Erfindung sind die Rillen vertikal ausgerichtet. Diese Ausrichtung findet im Wesentlichen in den Bereichen Anwendung, in denen die Tragegurte horizontal ausgerichtet sind, beispielsweise im Bereich der Hüftgurte.
Vorteilhaft sind die Elemente in das Bekleidungsstück eingestrickt. Hierdurch ist eine optimale Anpassung der Struktur an die Kleidungsstücke sowie die Körper- form des das Bekleidungsstück tragenden Sportlers möglich. Gleichzeitig kann hierdurch eine Abstimmung auf die erforderliche Elastizität des jeweiligen Kleidungsstücks bewirkt werden.
Bevorzugt sind weitere Elemente im Bereich der Hüfte vorgesehen. Diese EIe- mente dienen der Polsterung gegen die bei Rucksäcken üblicherweise vorhandenen Hüftgurte. Gleichzeitig bieten sie auch eine Polsterung gegen die Gurte so genannter Hüfttaschen.
äußerst bevorzugt sind weitere Elemente auf dem Rücken vorgesehen. Hierdurch ist eine Polsterung über die gesamte Anlagefläche des Rucksacks möglich. Gleichzeitig ist eine Hinterlüftung des gesamten Rückenbereichs unter dem Ruck- sack hervorgerufen, sodass auch in diesem Bereich die Schweißbildung reduziert ist.
Andere Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den übrigen Unteransprüchen angegeben. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend im Einzelnen beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 die schematische dreidimensionale Vorderansicht eines Bekleidungsstücks;
Fig. 2 die dreidimensionale Darstellung der rückwärtigen Ansicht des in Fi- gur 1 dargestellten Bekleidungsstücks und
Fig. 3 die abschnittsweise Darstellung eines Schnitts durch ein erfindungsgemäßes Element zur Polsterung mit Tragriemen im Bereich der Schulter.
Das als Ausführungsbeispiel gewählte Bekleidungsstück für sportliche Aktivitäten, insbesondere zum Wandern, Bergsteigen oder Skilaufen, ist im Ausführungsbeispiel ein T-Shirt. In Abwandlung des Ausführungsbeispiels kann es sich selbstverständlich auch um ein ärmelloses Shirt (sog. Singlet) oder ein Oberhemd, eine Bluse, eine Jacke oder dergleichen handeln.
Das Bekleidungsstück 1 ist im Bereich der Schulter mit Elementen 2 zur Polsterung von Tragriemen versehen. Die Elemente 2 weisen eine Struktur auf, durch die zwischen Tragriemen 6 und Element 2 eine Be- bzw. Hinterlüftung des Tragriemens bewirkt ist. Im Ausführungsbeispiel weisen die Elemente 2 eine Rillen- Struktur 3 auf. Die Elemente 2 sind im Ausführungsbeispiel in das Bekleidungsstück 1 eingestrickt. In Abwandlung des Ausführungsbeispiels besteht auch die
Möglichkeit, eine gestrickte Struktur zu verwenden oder die Struktur zusätzlich an dem Bekleidungsstück anzuordnen, beispielsweise durch einen Klettverschluss.
Zusätzlich zu den in dem Bereich der Schulter vorgesehenen Elementen 2 sind im Ausführungsbeispiel weitere Elemente 4 im Bereich der Hüfte sowie Elemente 5 auf dem Rücken des Bekleidungsstücks 1 vorgesehen. Die Elemente 4 bewirken einen Schutz insbesondere gegen Scheuerbewegungen eines Hüftgurtes bei gleichzeitiger Hinterlüftung des Gurtes. Die Elemente 5 bewirken einen Schutz insbesondere gegen Druckstellen aller möglichen Rucksacktypen. Gleichzeitig bewirken die Elemente 5 eine Hinterlüftung des Rucksacks im Bereich des Rückens. Die Elemente 4 und 5 weisen ebenso wie das Element 2 im Ausführungsbeispiel die Rillenstruktur 3 auf.
Die Rillenstruktur 3 besteht aus im Wesentlichen horizontal ausgerichteten Rillen, die mit 31 bezeichnet sind, sowie aus im Wesentlichen vertikal ausgerichteten Rillen, die mit 32 gekennzeichnet sind. Die horizontal ausgerichteten Rillen 31 befinden sich im Bereich der Schultern sowie auf dem Rücken; die vertikal ausgerichteten Rillen 32 sind im Bereich der Hüfte sowie des Beckens angeordnet. Zwischen den Rillen 31 , 32 ist jeweils ein Rillengrund 33 vorgesehen, der in der Regel aus dem Material des Bekleidungsstücks 1 hergestellt ist. Durch den Rillengrund 33 ist die Dehnbarkeit des Bekleidungsstücks 1 gewährleistet, sodass durch das Vorsehen der Elemente 2 die Bewegungsfreiheit nicht beeinträchtigt ist.
Die Rillenstruktur 3 ist bereichsweise auf dem Kleidungsstück 1 vorsehen. Die Breite bzw. Länge der Rillen 31 , 32 hängt von dem jeweiligen Ort ihrer Anordnung ab. Dabei ist zu beachten, dass die Wirkungsweise der Rillenstruktur 3 ein Höchstmaß an Effektivität erzielt, soweit die Struktur über die Breite des Tragriemens, Hüftriemens bzw. Rucksacks hinausragt, sodass durch die hervorstehenden Enden der Rillenstruktur 3 Luft unter den Tragriemen, Hüftgurt oder Rucksack gefördert werden kann, wodurch die Hinterlüftung erzielt ist. Gleichzeitig bewirkt die mit einem übermaß vorgesehene Rillenstruktur 3 im Verhältnis zu Tragriemen, Hüftgurt oder Rucksack, dass eine breitflächige Polsterung erzielt ist, die in jedem
FaIIe auch bei einem möglicherweise erfolgenden Verrutschen des Rucksacks oder der Tasche zuverlässigen Schutz bietet.
Zwischen zwei benachbarten Rillen 31 oder 32 sowie dem Rillengrund 33 findet die Zufuhr von Frischluft statt. Da die Rillenstruktur 3 bereichsweise von dem Tragriemen 6, dem Hüftgurt oder dem Rucksack abgedeckt ist, ist eine Art Kanal geschaffen, der eine Hinterlüftung des Riemens, Gurts oder Rucksacks ermöglicht (vgl. Figur 3).
Die Rillen 31 , 32 sind unterbrochen ausgeführt, wodurch Bahnen 34 und 35 hervorgerufen sind. Die Bahnen 34 sind im Bereich der Schultern, die Bahnen 35 auf dem Rücken angeordnet. Die Bahnen 34 und 35 trennen die Struktur 3 in verschiedene Bereiche. Dabei bewirkt die Anordnung der Bahnen 34 eine Trennung der auf der Schulter vorgesehenen Rillen von den auf dem Rücken und der Brust vorgesehenen Rillen. Dadurch ist eine Entkoppelung der Bereiche geschaffen, die ein Höchstmaß an Bewegungsfreiheit zulässt. Die Bahn 35 führt ebenfalls zu einer Verbesserung der Bewegungsfreiheit, beinhaltet aber zusätzlich den Vorteil, dass bei getragenem Rucksack auf dem Rücken ein durchgängiger Kanal geschaffen ist, da der Rucksack auf der Struktur aufliegt. Hierdurch ist eine weitere Verbesse- rung der Be- bzw. Hinterlüftung hervorgerufen.
Die Elemente 2, 4 und 5 einschließlich der Rillenstruktur 3 weisen eine Stabilität auf, die ein vollständiges Zusammendrücken unter der Last eines Rucksacks einschließlich dessen Trage- und Hüftgurtes verhindern, wie dies exemplarisch Fi- gur 3 zu entnehmen ist. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass der Trage- bzw. Hüftgurt sowie der Rucksack selbst sich immer in einem Abstand zum Rillengrund befinden, sodass die Be- bzw. Hinterlüftung durch das auf die Elemente/Rillen wirkende Gewicht nicht unterbrochen werden kann.
Durch die Zufuhr der Luft aufgrund der Be- bzw. Hinterlüftung ist die Schweißbildung deutlich gemindert, wodurch das Tragegefühl wesentlich verbessert ist. Zugleich ist die Verdunstung anfallenden Schweißes gefördert. Hierdurch ist ein
Aufquillen der Haut verhindert, sodass ein Verlust an mechanischem Widerstand der Haut vermieden ist. Die Leistungsfähigkeit des jeweiligen Sportlers ist dadurch erhöht.
In Abwandlung des Ausführungsbeispiels kann auch eine andere als die Rillenstruktur 3 Verwendung finden. So ist beispielsweise eine noppenartige Struktur ebenso möglich. Auch andere Formen der Struktur sind möglich. So ist beispielsweise die Anbringung einer sternförmigen Anordnung der Rillen denkbar. Entscheidend ist lediglich, dass die Struktur einerseits einen Schutz gegen mechani- sehe Belastungen in Form von Auflagern bereitstellt, andererseits eine Be- bzw. Hinterlüftung zulässt.
