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Patent Searching and Data


Title:
PIECE OF FURNITURE AND METHOD FOR ASSEMBLING A PIECE OF FURNITURE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/008869
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a piece of furniture (100), in particular a piece of seating furniture, comprising a base part (104) on which a movable furniture part (101, 102, 103) is pivotably mounted via at least one pivot fitting (1), wherein the at least one pivot fitting (1) is fixed to the base part (104) by a first lever (2) and is fixed to the movable furniture part (101, 102, 103) by a second lever (3) which is arranged pivotably with respect to the first lever (2), the second lever (3) being fixed to a molded body (4) having a plurality of hollow chambers (7), which molded body forms a core of the movable furniture part (101, 102, 103). The molded body can have in particular a recess for receiving the second lever. The invention furthermore relates to a method for assembling a piece of furniture.

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Inventors:
GRATHWOL STEFFEN (DE)
Application Number:
EP2020/068443
Publication Date:
January 21, 2021
Filing Date:
July 01, 2020
Export Citation:
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Assignee:
HETTICH FRANKE GMBH & CO KG (DE)
International Classes:
A47C7/54; A47C5/12; A47C7/38; A47C7/50
Foreign References:
US5375914A1994-12-27
EP2532275A12012-12-12
DE102015113749A12017-02-23
DE102017110253A12018-11-15
DE20005850U12000-07-20
DE202008001323U12008-04-03
Attorney, Agent or Firm:
DANTZ, Jan et al. (DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Möbel (100), insbesondere Sitzmöbel, mit einem Basisteil (104), an dem über mindestens einen Schwenkbeschlag (1 ) ein bewegbares Möbelteil (101 , 102, 103) verschwenkbar gelagert ist, wobei der mindestens eine Schwenkbeschlag (1 ) mit einem ersten Hebel (2) an dem Basisteil (104) festgelegt ist und mit einem zweiten, zu dem ersten Hebel (2) ver schwenkbar angeordneten Hebel (3) an dem bewegbaren Möbelteil (101 , 102, 103) festgelegt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Hebel (3) an einem mit einer Vielzahl von Hohlkammern (7) versehenen Form körper (4) fixiert ist, der einen Kern des bewegbaren Möbelteils (101 , 102, 103) bildet.

2. Möbel nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass in dem Form körper (4) eine Tasche (20) zur Aufnahme zumindest eines Teils des zwei ten Hebels (3) ausgebildet ist.

3. Möbel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite He bel (3) in der Tasche (20) klemmend und/oder rastend fixiert ist.

4. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Formkörper (4) eine aus Stegen (8) gebildete Ver steifungsstruktur ausgebildet ist und zwischen den Stegen (8) die Hohl kammern (7) angeordnet sind.

5. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Formkörper (4) im Wesentlichen plattenförmig ausge bildet ist und aus mehreren Einzelteilen (40, 41 , 42) zusammengesetzt ist.

6. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Formkörper (4) ein Schlitz (43) ausgebildet ist, durch den der erste Hebel (2) durchgeführt ist.

7. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Formkörper (4) an zwei gegenüberliegenden Seiten eine im Wesentlichen glatte oder gitterförmige Oberfläche (5, 6) aufweist.

8. Möbel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Oberflächen (5, 6) eine unterschiedliche Elastizität durch die Formgebung des Formkörpers (4) besitzen.

9. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Formkörper (4) oder die Einzelteile (40, 41 , 42) des Formkörpers (4) durch Spritzgießen, Extrusion oder im 3D-Druck herge stellt sind.

10. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der Flohlkammern (7) an dem Formkörper (4) bezogen auf das Gesamtvolumen über 50 % beträgt, insbesondere zwi schen 60 % und 95 %.

11. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Formkörper (4) an seiner Außenseite von einer flexib len Abdeckung umgeben ist.

12. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das bewegbare Möbelteil (101 , 102, 103) über zwei oder mehr Schwenkbeschläge (1 ) an dem Basisteil (104) verschwenkbar gela gert ist.

13. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das bewegbare Möbelteil (101 , 102, 103) als Armlehne, Fußteil oder Kopfstütze ausgebildet ist.

14. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Basisteil (104) als Sitz oder Rückenteil eines Polster möbels oder eines Fahrzeugsitzes ausgebildet ist.

15. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Formkörper (4) ein Zusatzbauteil, wie eine Anzei ge, eine Bedieneinheit und/oder eine Steuerung fixiert ist.

16. Möbel (100), insbesondere Sitzmöbel, mit einem Basisteil (104) und min destens einem Möbelteil (101 , 102, 103), das mit dem Basisteil (104) über einen Bewegungsbeschlag oder einen Verbindungsbeschlag verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Möbelteil aus einem mit einer Vielzahl von Hohlkammern (7) versehenen Formkörper (4) besteht, der ei nen Kern des Möbelteils bildet.

17. Verfahren zur Montage eines Möbels, insbesondere Sitzmöbels, mit den folgenden Schritten:

- Bereitstellen eines Basisteils und Festlegen eines Hebels eines

Schwenkbeschlages an dem Basisteil;

- Herstellen eines aus einem oder mehreren Einzelteilen (40, 41 , 42) ge bildeten Formkörpers (4) durch Spritzgießen, Extrudieren oder im 3D- Druck mit einer Vielzahl von Hohlkammern, und

- Aufstecken des Formkörpers (4) auf einen zweiten Hebel des Schwenk beschlages und Fixieren des Formkörpers an dem zweiten Hebel zur verschwenkbaren Lagerung des Formkörpers (4) an dem Basisteil (104).

Description:
Möbel und Verfahren zur Montage eines Möbels

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Möbel, insbesondere Sitzmöbel, mit ei nem Basisteil, an dem über mindestens einen Schwenkbeschlag ein bewegba res Möbelteil verschwenkbar gelagert ist, wobei der mindestens eine Schwenk beschlag mit einem ersten Hebel an dem Basisteil festgelegt ist und mit einem zweiten, zu dem ersten Hebel verschwenkbar angeordneten Hebel an dem be wegbaren Möbelteil festgelegt ist, und Verfahren zur Montage eines Möbels.

Die DE 10 2015 113 749 A1 offenbart einen Schwenkbeschlag für ein Polster möbel, bei dem zwei Hebel relativ zueinander drehbar gelagert sind, wobei die beiden Hebel über einen Klemmmechanismus stufenlos in unterschiedlichen Winkelpositionen relativ zueinander fixiert werden können. Dies ermöglicht ei nen flexiblen Einsatz des Schwenkbeschlages für Armlehnen, Fußteile, Seiten lehnen oder andere bewegbare Möbelteile.

Ein anderer Schwenkbeschlag ist in der DE 10 2017 1 10 253 A1 gezeigt, der ebenfalls zwei relativ zueinander drehbare Hebel umfasst, die über einen Klemmmechanismus zur Fixierung der Hebel in unterschiedlichen Winkelstel lungen festsetzbar sind. Der Klemmmechanismus umfasst mindestens eine Sperrklinke und ein Ritzel. Bei solchen Schwenkbeschlägen werden die Hebel an dem bewegbaren Möbelteil über eine Platte, beispielsweise ein Holzbrett, miteinander verbunden und dann mit Polsterschaum umgeben, der unter einer Abdeckung angeordnet wird. Die Herstellung solcher gepolsterter bewegbarer Möbelteile erfordert dabei viele Arbeitsschritte, und der Einsatz unterschiedli cher Materialien ist im Hinblick auf die spätere Entsorgung nachteilig.

Bewegbare Möbelteile nach dem bekannten Stand der Technik bestehen zu meist aus einem Holzbrett als Trägerelement von Schaumstoffen, einer Schicht Watte und Bezugsstoffen. An diese Holzbretter werden dann mittels Schrauben an den zuvor im Holzbrett eingebrachten Einschlagmuttern die Schwenkbe schläge angeschraubt. Dieser bekannte Aufbau ist einerseits bezüglich der Ge staltung des Möbelteils unflexibel und andererseits erfordert er sehr aufwändige Herstellungsschritte wie z.B. das Aufkleben von Schaumstoffen.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Möbel mit einem

Schwenkbeschlag zu schaffen, bei dem das bewegbare Möbelteil effektiv mon- tiert werden kann. Ferner soll ein optimiertes Verfahren zur Montage eines Mö bels bereitgestellt werden. Eine weitere Aufgabe besteht darin, den Aufbau und die Herstellung eines Möbelteils einfacher, flexibler und für eine vereinfachte Montage geeignet zu gestalten.

Diese Aufgabe wird mit einem Möbel mit den Merkmalen des Anspruches 1 und einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches 17 gelöst.

Bei dem erfindungsgemäßen Möbel ist der zweite Hebel des Schwenkbeschla ges an einem mit einer Vielzahl von Hohlkammern versehenen Formkörper fi xiert, der einen Kern des bewegbaren Möbelteils bildet. Dieser Formkörper ist an einem oder mehreren Schwenkbeschlägen verschwenkbar gelagert und kann, je nach Anwendungsfall, unterschiedliche Formen aufweisen, wobei auf grund der Vorsehung von Hohlkammern ein geringes Eigengewicht vorhanden ist. Dadurch entfällt der Aufbau des Kerns des bewegbaren Möbelteils aus ei ner Vielzahl unterschiedlicher Materialien, die miteinander verbunden werden müssen. Der Formkörper kann aus einem einzigen Material bestehen, insbe sondere aus Kunststoff, wobei dem Kunststoff auch Füllstoffe zugegeben wer den können, wie lignozellulosehaltige Fasern, Recyclingfasern aus Kunststoff oder Baumwolle oder pulverförmige Stoffe.

Vorzugsweise ist in dem Formkörper eine Tasche zur Aufnahme zumindest ei nes Teils des zweiten Hebels ausgebildet. Der zweite Hebel kann dann teilwei se oder vollständig in die Tasche eingesteckt werden und wird dort vorzugs weise klemmend oder rastend fixiert. Dadurch kann der Formkörper an dem zweiten Hebel werkzeuglos montiert werden. Hierfür können an der Tasche entsprechende Klemmkonturen, wie eine keilförmige Klemmkontur, oder ein biegbarer Raststeg mit einem Vorsprung ausgebildet sein, der in eine Ausspa rung an dem Hebel eingreift. Die Verbindung kann entweder unlösbar oder auch lösbar gestaltet sein, beispielsweise indem der biegbare Raststeg durch einen Entriegelungshebel wieder aus dem formschlüssigen Eingriff ausgeho ben wird.

Der Formkörper weist vorzugsweise eine aus Stegen gebildete Versteifungs struktur auf, wobei die Stege die Hohlkammern umgeben. Der Formkörper kann dabei einstückig hergestellt sein oder aus mehreren Einzelteilen zusam mengesetzt werden. Das Zusammensetzen aus Einzelteilen hat den Vorteil, dass der Formkörper je nach Anwendungsfall in unterschiedlichen Längen oder Breiten zusammengesetzt werden kann. Dabei kann der Formkörper vorteilhaft Bereiche mit einer höhere Stegdichte und Bereiche mit einer geringeren Steg dichte aufweisen. Insbesondere in den Bereichen, die als Auflagefläche für Kopf, Arme oder Beine konzipiert sind, kann durch eine geringere Stegdichte eine größere Federung des Formkörpers erzielt werden, was den Auflagekom fort erhöht. Wohingegen in den Bereichen, in denen die Taschen zur Aufnahme zumindest eines Teils des zweiten Flebels angeordnet sind, zur Versteifung ei ne höhere Stegdichte sehr vorteilhaft ist.

In einer weiteren Ausgestaltung ist an dem Formkörper ein Schlitz ausgebildet, durch den der erste Flebel durchgeführt ist. Der Schlitz kann sich dabei an einer abgerundeten Kante des Formkörpers über einen vorbestimmten Winkelbe reich erstrecken, um den Formkörper relativ zu dem ersten Flebel verschwen- ken zu können.

Der Formkörper weist vorzugsweise an zwei gegenüberliegenden Seiten eine glatte Oberfläche auf. Diese Oberfläche kann als Auflage dienen, wobei vor zugsweise eine unterschiedliche Elastizität durch die Formgebung des Form körpers an den Oberflächen vorhanden ist. Eine Oberfläche kann elastischer ausgebildet sein, also bei einem vorbestimmten Anpressdruck sich stärker elastisch verformen als die andere Oberfläche. Dadurch kann festgelegt wer den, welche Oberfläche als Stützfläche und welche Oberfläche als elastische Oberfläche eingesetzt wird. Dies kann durch Anpassung der Versteifungsstruk tur erfolgen, die auf einer Seite zu einer höheren Steifigkeit führt als auf der ge genüberliegenden Seite.

Der Formkörper oder seine Einzelteile werden vorzugsweise durch Spritzgie ßen, Extrudieren oder im 3D-Druck hergestellt. Dabei kann der Anteil der Hohl kammern an dem Formkörper bezogen auf das Gesamtvolumen über 50 % be tragen, beispielsweise zwischen 60 % und 95 %. Dadurch kann der Formkörper ein relativ geringes Eigengewicht besitzen und schon die Geometrie ausbilden, die das bewegbare Möbelteil ungefähr einnehmen soll. Der Formkörper kann dabei unmittelbar das bewegbare Möbelteil ausbilden, also von außen zugäng lich sein. Vorzugsweise wird allerdings eine flexible Abdeckung um den Form körper aufgebracht. Eine solche flexible Abdeckung kann beispielsweise ein Überzug aus Leder, einem textilen Material oder einem elastischen Kunststoff sein, der die äußere Oberfläche des bewegbaren Möbelteils ausbildet. An dem Formkörper kann dabei optional auch ein weiteres Bauteil fixiert sein, wie eine Anzeige mit einem Bildschirm, eine Bedieneinheit und/oder eine Steuerung, beispielsweise wenn in das bewegbare Möbelteil ein Medium oder eine Appli- kation integriert werden soll. Hierfür kann an dem Formkörper eine entspre chende Aufnahme ausgebildet sein.

Das bewegbare Möbelteil kann über zwei oder mehr Schwenkbeschläge an dem Basisteil verschwenkbar gelagert sein. Dabei kann das bewegbare Möbel teil als Armlehne, Fußteil oder Kopfstütze ausgebildet sein. Das Basisteil kann beispielsweise ein Sitz eines Polstermöbels oder eines Fahrzeugsitzes sein. Ferner kann das Basisteil auch ein Behandlungsstuhl sein, an dem ein beweg bares Möbelteil verschwenkbar gelagert ist.

Vorzugsweise kann der Formkörper ein geringes Eigengewicht ohne Schwenk beschlag aufweisen, beispielsweise von weniger als 350 g, insbesondere zwi schen 50 g und 250 g.

Der Formkörper kann mit dem Schwenkbeschlag für unterschiedliche Anwen dungsfälle eingestzt werden, insbesondere auch in Fahrzeugen. Der Begriff "Möbel" soll daher nicht einschränkend verstanden werden, sondern auch Ab lagen, Armlehnen oder andere bewegbare Bauteile umfassen, die in Fahrzeu gen oder Schiffen oder Flugzeugen verbaut werden.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein Basisteil bereitgestellt, an dem ein erster Hebel eines Schwenkbeschlages festgelegt wird. Ein zweiter Hebel des Schwenkbeschlages wird in einen Formkörper eingesteckt, der eine Viel zahl von Hohlkammern aufweist und durch Spritzgießen, Extrudieren oder im 3D-Druck hergestellt ist. Dadurch vereinfacht sich die Montage des Formkör pers, da dieser lediglich auf einen oder mehrere Hebel aufgesteckt wird. Der Formkörper kann dann optional mit einer flexiblen Abdeckung umgeben wer den, um das Möbel fertigzustellen.

Bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung können unterschiedliche Arten von Schwenkbeschlägen verwendet werden. Neben Schwenkbeschlägen, bei de nen der erste Hebel und der zweite Hebel über einen Klemmmechanismus ge geneinander um eine Drehachse verstellt werden, können beispielsweise auch andere Schwenkbeschläge verwendet werden, die zusätzlich zur Schwenkbe wegung translatorische Bewegungen des zweiten Hebels zum ersten Hebel ermöglichen, wie dies beispielhaft bei der DE 20005850U oder der

DE202008001323U1 der Fall ist. Dann kann der zweite Hebel auch als transla torisch zum Schwenkbeschlag verfahrbarer Hebel oder als Winkelstück gestal- tet sein. In diesen Fällen erfolgt das Verschwenken mittels einer Rotation oder einer Kombination aus Rotation und Translation.

Im Rahmen der Erfindung ist auch die Verwendung von Schwenkbeschlägen, bei denen das Verschwenken mittels einem anderen mechanischen Prinzip er folgt, wie beispielsweise dem eines Viergelenks oder eines Mehrgelenkmecha nismus, möglich.

Unabhängig von der in Anspruch 1 angegebenen Lösung kann die Erfindung auch ein Möbel betreffen, insbesondere ein Sitzmöbel, umfassend ein Basisteil und mindestens ein Möbelteil, das mit dem Basisteil über einen Bewegungsbe schlag oder einen Verbindungsbeschlag verbunden ist, wobei das Möbelteil aus einem mit einer Vielzahl von Hohlkammern versehenen Formkörper be steht, der einen Kern des Möbelteils bildet. Der Formkörper kann gemäß dem unten dargestellten Ausführungsbeispiel ausgebildet sein, allerdings ohne den Schwenkbeschlag. Der Bewegungsbeschlag kann als Linearführung, Auszugs führung oder Schiebebeschlag ausgebildet sein. Dadurch kann der Formkörper auch für verschiebbare Kopfstützen oder andere Möbelteile eingesetzt werden. Diese Erfindung kann auch bei starren Möbelteilen zum Einsatz kommen, so dass der Formkörper nur über einen Verbindungbeschlag fixiert ist, beispiels weise in einem feststehenden Rückenteil. Dann könnten beispielsweise die Gurte welche an den Rückenteilen angetackert werden, entfallen. Ferner wür den auch hier der Schaumstoff und die Watte entfallen.

Ein weiteres Ausführungsbeispiel wäre auch der Einsatz der Erfindung in einem Sitzteil eines Möbels. Dabei kann das Möbelteil mit dem Formkörper an einem Korpus festgeschraubt oder am Korpus aufgesteckt werden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

Figur 1 eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen

Möbels;

Figur 2 eine perspektivische Ansicht des bewegbaren Möbelteils mit zwei Schwenkbeschlägen;

Figur 3 eine Schnittansicht durch den Formkörper der Figur 2; Figur 4 eine perspektivische Explosionsdarstellung des beweg baren Möbelteils der Figur 2;

Figuren 5A und 5B zwei Detailansichten eines Einzelteils des Formkörpers, und

Figur 6 eine Ansicht eines modifizierten Einzelteils.

Ein Möbel 100 ist als Sitzmöbel ausgebildet und umfasst ein Basisteil 104, das eine Sitzfläche und ein Gestell zum Abstützen oder Befestigen des Basisteils 104 aufweist. Das schematisch dargestellte Möbel 100 besitzt ein bewegbares Möbelteil 101 , das als verschwenkbares Kopfteil ausgebildet ist und über einen oder mehrere Schwenkbeschläge 1 mit einer Rückenlehne des Basisteils 104 verbunden ist. Ferner ist an gegenüberliegenden Seiten ein bewegbares Mö belteil 102 als Seitenteil vorgesehen, das ebenfalls über einen oder mehrere Schwenkbeschläge 1 mit einem Gestell des Basisteils 104 verbunden ist. Ein weiteres bewegbares Möbelteil 103 ist als Fußteil ausgebildet und über einen oder mehrere Schwenkbeschläge 1 mit dem Basisteil 104 verbunden. Dabei ist bei allen bewegbaren Möbelteilen 101 , 102 und 103 ein erster Flebel 2 eines Schwenkbeschlages 1 an dem Basisteil 104 festgelegt, während ein zweiter Flebel 3, der schwenkbar an dem ersten Flebel 2 gelagert ist und in unter schiedlichen Winkelpositionen fixiert werden kann, jeweils an dem bewegbaren Möbelteil 101 , 102 oder 103 festgelegt. Das Möbel 100 kann als Polstermöbel, wie Sessel, Sofa, Bett ausgebildet sein, aber auch als Fahrzeug- oder Flug zeugsitz oder als Behandlungsstuhl. Die bewegbaren Möbelteile können insbe sondere auch in Wohnmobilen, Schiffen oder anderen Fahrzeugen eingesetzt werden.

In Figur 2 ist ein Formkörper 4 gezeigt, der einen Kern eines bewegbaren Mö belteils 101 , 102 oder 103 bildet und über zwei Schwenkbeschläge mit dem Basisteil 104 verbunden ist. Der Formkörper 4 besteht aus einer Vielzahl von Einzelteilen 40, 41 und 42, die zu einer Einheit zusammengesetzt sind. Die Einzelteile 40, 41 und 42 können dabei ineinandergesteckt, über Befesti gungsmittel aneinander festgelegt sein oder miteinander verklebt werden.

An dem Formkörper 4 ist im Bereich des Schwenkbeschlages 1 ein Schlitz 43 ausgebildet, an dem der erste Flebel 2 des Schwenkbeschlages 1 durchgeführt ist. Bei einem Verstellen des Formkörpers 4 durch Drehen des Schwenkbe schlages 1 verschwenkt der Formkörper 4 relativ zu dem ersten Flebel 2, und der Schlitz 43 ist entsprechend um einen gewissen Winkelabschnitt in dem Formkörper 4 ausgespart.

In Figur 3 ist der Formkörper 4 im Schnitt dargestellt. Der Formkörper 4 um fasst eine Vielzahl von Flohlkammern 7, die von Stegen 8 einer Versteifungs struktur umgeben sind. Die Stege 8 der Versteifungsstruktur können fachwerk artig angeordnet sein, um den Formkörper 4 zu stützen, wobei der Formkörper 4 an gegenüberliegenden Seiten jeweils eine im Wesentlichen glatte Oberflä che 5 und 6 aufweist. Die Oberflächen 5 und 6 werden durch die aus Stegen 8 gebildete Versteifungsstruktur gestützt. Der Anteil der Flohlkammern 7 bezogen auf das Gesamtvolumen des Formkörpers 4 beträgt über 50 %, beispielsweise zwischen 70 % und 95 %. Insofern kann der Formkörper 4 bei großem Volu men mit geringem Eigengewicht hergestellt werden. Der Formkörper 4 oder die Einzelteile 40, 41 und 42 des Formkörpers werden dabei vorzugsweise durch Spritzgießen, Extrudieren oder im 3D-Druck hergestellt.

An dem Formkörper 4 sind zwei Taschen 20 ausgebildet, die eine Quer schnittsgeometrie besitzen, die im Wesentlichen der Querschnittsgeometrie des Flebels 3 entspricht. Der Flebel 3 ist plattenförmig ausgebildet, und die Ta schen 20 sind entsprechend mit rechteckigem Querschnitt versehen. Der Flebel 3 kann klemmend oder rastend an den Taschen 20 des Formkörpers 4 fixiert werden, so dass eine werkzeugfreie Montage möglich ist. Optional kann der Flebel 3 auch mit dem Formkörper 4 verklebt oder festgeschraubt werden.

Der Flebel 3 kann auch eine andere Geometrie aufweisen, beispielsweise kann er als L-förmiges Winkelstück gestaltet sein, wobei dann die Tasche 20 eben falls eine korrespondierende Geometrie aufweist.

Jedes Einzelteil 40 umfasst Verbindungsmittel 9, die als verdickte Leisten aus gebildet sind, die an FHaltem ittel 10 eines benachbarten Einzelteils 40, 41 oder 42 fixiert werden können durch Verrasten, Flaftreibung oder Einschieben. Die FHaltem ittel 10 sind beispielsweise als Nut ausgebildet, die die Verbindungsmit tel 9 umgreifen. Diese Verbindungsmittel 9 und FHaltem ittel 10 sind sowohl zwi schen den Einzelteilen 40 als auch zwischen den Einzelteilen 41 vorgesehen, wobei die Einzelteile 41 randseitig angeordnet sind. An den Einzelteilen 41 ist an der Stirnseite eine durch Stege begrenzte Nut 16 ausgebildet, in der weitere Bauteile fixiert werden können, beispielsweise eine Naht einer flexiblen Abde ckung für den Formkörper 4. Auch zwischen den Einzelteilen 40 sind im Be- reich der Oberfläche 5 Schlitze ausgebildet. Zudem dienen die schlitzförmigen Nuten 16 der Erhöhung der Beweglichkeit des Einzelteils 40.

Die Oberflächen 5 und 6 besitzen eine unterschiedliche Elastizität bei Aufbrin gen eines Anpressdruckes. Dies liegt darin begründet, dass die Versteifungs struktur aus den Stegen 8 im Bereich benachbart zu der Oberfläche 5 anders ausgebildet ist als benachbart zu der Oberfläche 6. Benachbart zu der Oberflä che 6 ist ein zusätzlicher Verstärkungssteg 11 vorgesehen, der benachbart zu der Oberfläche 5 fehlt. Dadurch ist die Oberfläche 5 bei einem Anpressdruck elastischer ausgebildet als die Oberfläche 6, was beispielsweise genutzt wer den kann, um die Federeigenschaften an der Oberfläche 5 optimal an den Ein satzzweck anzupassen.

In Figur 4 ist der Formkörper in einer Ansicht bei der Montage gezeigt. Die zwei Schwenkbeschläge 1 umfassen die beiden Flebel 2 und 3, die um eine Achse 12 drehbar gelagert sind und in unterschiedlichen Winkelpositionen zueinander fixiert werden können, wie dies in der DE 10 2017 110 253 A1 und DE 10 2015 113 749 A1 offenbart ist. Der in dem Ausführungsbeispiel dargestellte

Schwenkbeschlag 1 ist nur beispielhaft. Es können auch andere Arten von Schwenkbeschlägen oder Schwenkbeschlägen mit zusätzlicher Linearbewe gung verwendet werden.

Der stegförmige Hebel 3 wird bei der Montage in eine Tasche 20 eingesteckt und dort fixiert oder eingepresst, die an dem Einzelteil 41 des Formkörpers 4 ausgebildet ist. Im mittleren Bereich zwischen den beiden randseitigen Einzel teilen 41 sind zwei mittlere Einzelteile 40 vorgesehen, die durch Einschieben der Verbindungsmittel 9 an den Haltemitteln 10 aneinander festgelegt werden können, wobei je nach Anwendungsfall die Anzahl der Einzelteile 40 im mittle ren Bereich variiert werden kann, um die Länge des Formkörpers 4 zu verän dern. An gegenüberliegenden Seiten sind an den Längskanten des Formkör pers 4 Einzelteile 42 vorgesehen, die randseitig angeordnet sind. Die beiden Einzelteile 42 auf der Seite der Schwenkbeschläge 1 umfassen den Schlitz 43 zur Durchführung des Hebels 2 im Bereich einer gerundeten Kante. Der Schlitz 43 oder die Freimachung wird benötigt, damit der Schwenkbeschlag 1 ver- schwenken kann. Der Hebel 2 braucht durch das Verschwenken einen Frei raum, da diese sonst am Einzelteil 42 anschlagen würde.

Auf der gegenüberliegenden Seite sind ebenfalls Einzelteile 42 vorgesehen, die über Stopfen 13 und 14 an den Einzelteilen 40 und 41 festgelegt werden. Die Stopfen 13 und 14 besitzen eine Querschnittskontur, die der Kontur von Hohl kammern 7 an den Einzelteilen 40 und 41 angepasst ist, so dass die Stopfen 13 und 14 klemmend an den Einzelteilen 40 und 41 festlegbar sind. Optional können die Stopfen 13 und 14 auch an den Einzelteilen 40 und 41 verklebt o- der verschraubt werden.

In den Figuren 5A und 5B ist ein an den Längskanten angeordnetes Einzelteil 42 des Formkörpers 4 im Detail dargestellt. Es ist erkennbar, dass an der ge rundeten Kante eine schlitzförmige Aufnahme 15 ausgebildet ist, in die ein Bau teil eingesteckt werden kann, beispielsweise eine Naht oder ein Schnelleinhän geprofil einer flexiblen Abdeckung, die den Formkörper 4 umgibt. Ferner sind die Stopfen 13 und 14 erkennbar, die in die Hohlkammern an den Einzelteilen 40 und 41 einfügbar sind.

In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Formkörper 4 aus acht Einzel teilen 40, 41 und 42 zusammengesetzt. Die Zahl der Einzelteile kann natürlich variiert werden, je nach Größe und Gestalt des Formkörpers 4. In dem darge stellten Ausführungsbeispiel ist der Formkörper 4 im Wesentlichen plattenför mig mit einer ebenen glatten Oberfläche 5 an der Oberseite und einer ebenen glatten Oberfläche 6 an der Unterseite ausgebildet. Auch andere Geometrien eines Formkörpers 4 können verwendet werden, beispielsweise in gebogener Form oder winkelförmig.

In Figur 6 ist ein modifiziertes Einzelteil 40' für einen Formkörper dargestellt. Das Einzelteil 40' umfasst wie bei dem vorhergehenden Ausführungsbeispiel Verbindungsmittel 9 in Form von Leisten, die an U-förmigen Haltemittel 10 ei nes benachbarten Einzelteils 40‘, 40, 41 oder 42 fixiert werden können. Die Oberflächen 5' und 6' sind nicht glatt sondern gitterförmig ausgebildet. Sie kön nen ebenfalls eine unterschiedliche Elastizität bei Aufbringen eines Anpress druckes besitzen.

Ein erfindungsgemäßer Formkörper 4 kann auch für ein unbewegliches Möbel teil, insbesondere ein Kopf-, ein Armteil oder ein Rückenteil eingesetzt werden. Durch den modularen Aufbau und das geringe Gewicht wird bei gleichzeitiger Verbesserung der Auflageeigenschaften ein optimiertes und individuell gestalt bares Sitzmöbel geschaffen. Die ansonsten starren Möbelteile können über Stangen eventuell höhenverstellbar mit dem Basisteil verbunden werden. Dabei können die Stangen analog zu den Hebeln 3 werkzeuglos in dem Formkörper 4 fixiert sein. Die Stangen bilden dann eine Verbindungsbeschlag aus. Neben Kopfteilen, Armteilen und Fußstützen kann auch ein Rückenteil einen erfindungsgemäßen Formkörper 4 bzw. ein erfindungsgemäßes bewegbares Möbelteil darstellen.

Die Flebel 2 und 3 können auch statt einer reinen Drehbewegung um eine Ach se eine kombinierte Dreh- und Schiebbewegung ausführen. Ferner können die Flebel auch über einen Mehrgelenkmechanismus verschwenkbar zueinander angeordnet sein.

Der Formkörper kann im Bereich der Flohlräume auch gefüllt sein. Ferner kann der Formkörper einen Körper mit luftgefüllter Folie oder eine Folie mit Stoffres ten als flexible Struktur aufweisen. Wenn die Teile des Formkörpers 3D Gedruckt werden, können die Oberflächen gitterförmig sein oder eine Wabenstruktur haben, um eine Gewichtseinsparung sowie eine noch bessere Federeigenschaft zu erreichen.

Bezugszeichenliste

1 Schwenkbeschlag

2 Hebel

3 Hebel

4 Formkörper

5, 5‘ Oberfläche

6, 6‘ Oberfläche

7 Hohlkammer

8 Steg

9 Verbindungsmittel

10 Haltemittel

11 Verstärkungssteg

12 Achse

13 Stopfen

14 Stopfen

15 Aufnahme

16 Nut

20 Tasche

40, 40' Einzelteil

41 Einzelteil

42 Einzelteil

43 Schlitz

100 Möbel

101 Möbelteil

102 Möbelteil

103 Möbelteil

104 Basisteil