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Title:
PILOTED MOTOR VEHICLE HAVING AN EMERGENCY CALL SYSTEM AND METHOD FOR OPERATING AN EMERGENCY CALL SYSTEM OF A PILOTED MOTOR VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/197146
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a piloted motor vehicle (10) having an emergency call system comprising: a manual one-button operating device (22); a control device (24) coupled to the manual one-button operating device (22); a transceiver device (26) coupled to the control device (24), wherein at least a first telephone number is stored in the control device (24) and the control device (24) is designed to establish a communication link to the first telephone number by means of the transceiver device (26) upon actuation of the one-button operating device (22). The invention also relates to a system comprising such a motor vehicle (10), an external server device (44) and a mobile terminal (42). The invention further relates to a corresponding method for operating an emergency call system for a piloted motor vehicle (10).

Inventors:
SCHÖN TORSTEN (DE)
Application Number:
EP2019/057482
Publication Date:
October 17, 2019
Filing Date:
March 26, 2019
Export Citation:
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Assignee:
AUDI AG (DE)
International Classes:
H04W4/90; G05D1/00; H04M1/725; H04W4/40; H04W4/44; H04W76/50
Domestic Patent References:
WO2017205961A12017-12-07
WO2017198434A12017-11-23
Foreign References:
US20170316533A12017-11-02
US9157752B12015-10-13
GB2426154A2006-11-15
DE4421508A11994-12-01
DE29706223U11997-07-17
DE102015118662A12017-05-04
DE10135576A12003-02-13
DE102007053347A12009-05-20
DE102017112172A12017-12-07
DE102011110457A12013-01-17
DE102009036488A12011-02-10
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Claims:
PATENTANSPRÜCHE:

1 . System aus einem Kraftfahrzeug (10) , einer externen Servervorrich- tung (44) und einem mobilen Endgerät (42), wobei das Kraftfahrzeug ein Notrufsystem aufweist, umfassend eine im Kraftfahrzeug angeord- nete manuelle Bedienvorrichtung (22), eine mit der manuellen Bedien- vorrichtung (22) gekoppelte Steuervorrichtung (24), eine mit der Steu- ervorrichtung (24) gekoppelte Sende-/Empfangsvorrichtung (26), wobei in der Steuervorrichtung (24) mindestens eine erste Telefonnummer hinterlegt ist, wobei die Steuervorrichtung (24) ausgelegt ist, bei Betäti gung der Bedienvorrichtung (22) mittels der Sende-/Empfangs- vorrichtung (26) eine Kommunikationsverbindung zu der ersten Tele- fonnummer aufzubauen,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Kraftfahrzeug als pilotiertes Kraftfahrzeug ausgebildet ist, wobei auf dem mobilen Endgerät (42) eine Applikation ausführbar ist, die ausgelegt ist, die externe Servervorrichtung (44) zu kontaktieren, um das pilotierte Kraftfahrzeug (10) an einen vorgebbaren Ort zu or- dern,

wobei die manuelle Bedienvorrichtung als Ein-Knopf-Bedienvorrichtung ausgebildet ist,

wobei in der externen Servervorrichtung (44) zugeordnet zu dem mobi- len Endgerät (42) zumindest die erste Telefonnummer gespeichert ist, wobei die Applikation ausgelegt ist, ein Laden zumindest der ersten Te- lefonnummer von der externen Servervorrichtung (44) in die Steuervor- richtung (24) des georderten pilotierten Kraftfahrzeugs (10) zu veran- lassen.

2. System nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Kommunikationsverbindung einen Audio- und/oder einen Videoan- ruf umfasst.

3. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass

in der Steuervorrichtung (24) eine Vielzahl von weiteren Telefonnum- mern hinterlegt ist, denen eine jeweilige Priorität zugewiesen ist, wobei die Steuervorrichtung (24) ausgelegt ist, entsprechend der jeweiligen Priorität eine Kommunikationsverbindung zu einer der weiteren Tele- fonnummern aufzubauen, wenn der Versuch des Aufbaus einer Kom- munikationsverbindung zu der ersten Telefonnummer nicht erfolgreich war.

4. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Steuervorrichtung (24) ausgelegt ist, die manuelle Ein-Knopf- Bedienvorrichtung (22) auf ein über die Sende-/Empfangsvorrichtung (26) empfangenes Steuersignal hin freizuschalten oder zu sperren.

5. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Applikation weiterhin ausgelegt ist, ein Freischalte- oder Sperrsignal für die manuelle Ein-Knopf-Bedienvorrichtung (22) an die externe Ser- vervorrichtung (44) zu senden, wobei die externe Servervorrichtung (44) ausgelegt ist, ein entsprechendes Steuersignal zu erzeugen und an die Sende-/Empfangsvorrichtung (26) des Kraftfahrzeugs (10) zu senden.

6. Verfahren zum Betreiben eines Notrufsystems eines pilotierten Kraft- fahrzeugs (10), folgende Schritte umfassend:

a) in einer externen Servervorrichtung (44) wird zugeordnet zu einem mobilen Endgerät (42) zumindest eine erste Telefon- nummer gespeichert;

b) ein Benutzer (40) ordert mit dem mobilen Endgerät (42) ein pilotiertes Kraftfahrzeug (10) an einen vorgebbaren Ort (Schritt S5);

c) zumindest die erste, dem mobilen Endgerät (42) (40) zuge- ordnete Telefonnummer wird von der externen Servervorrich- tung (44) an eine Steuervorrichtung (24) des pilotierten Kraft- fahrzeugs (10) übertragen (Schritt S6); und

d) nach dem Betätigen einer im pilotierten Kraftfahrzeug (10) angeordneten Ein-Knopf-Bedienvorrichtung (22) wird eine Kommunikationsverbindung zumindest zu der ersten Telefon- nummer aufgebaut (Schritte S7, S8).

7. Nachrüstbare manuelle Ein-Knopf-Bedienvorrichtung für ein System nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

dadurch gekennzeichnet,

dass sie einen Gurt oder einen Klettverschluss umfasst zur Befestigung an einer Mittelarmlehne zwischen den hinteren Sitzen des Kraftfahr- zeugs, wobei die Ein-Knopf-Bedienvorrichtung über eine NFC- Verbindung, insbesondere Bluetooth, mit der Steuervorrichtung des Kraftfahrzeugs koppelbar ist.

8. Pilotiertes Kraftfahrzeug für ein System nach einem der Ansprüche 1 bis 5.

Description:
Pilotiertes Kraftfahrzeug mit einem Notrufsystem sowie Verfahren zum Be- treiben eines Notrufsystems eines pilotierten Kraftfahrzeugs

BESCHREIBUNG:

Die vorliegende Erfindung betrifft ein pilotiertes Kraftfahrzeug mit einem Notrufsystem, ein System aus einem pilotierten Kraftfahrzeug, einer externen Servervorrichtung und einem mobilen Endgerät sowie ein Verfahren zum Betreiben eines Notrufsystems eines pilotierten Kraftfahrzeugs.

In einem vollpilotiert, das heißt Level 4- oder Level 5-pilotiert, fahrenden Fahrzeug ist es möglich, dass Eltern ihre Kinder selbstständig zu einem Ziel fahren lassen, ohne sie zu begleiten. Die Kinder sind während der Fahrt alleine: Dabei können Angstsituationen auftreten. Ein Griff zum Smartphone, um ein Elternteil anzurufen, kann in einer Angst- oder Notfallsituation oder unter Stress für ein Kind zu kompliziert sein oder zu lange dauern.

Aus der GB 2 426 154 A ist ein aufklappbares Dreitastentelefon bekannt, welches für die Verwendung durch Kinder vorgesehen ist. Das genannte Telefon bietet die Möglichkeit einer sofortigen Kommunikation zwischen dem Mobiltelefon des Kindes und den Telefonen dreier weiterer möglicher Kon- takte auf Knopfdruck. Das Telefon kann nur die dort registrierten Nummern anrufen und nur Anrufe von diesen Nummern empfangen.

Aus der DE 44 21 508 A1 , welche zur Formulierung des Oberbegriffs von Patentanspruch 1 herangezogen wurde, ist ein System zum Herbeiholen von Hilfe für Personen oder Insassen von Fahrzeugen bekannt, die ein Mobiltele- fon mit sich führen. Das Fahrzeug ist mit einer Notrufauslöseelektronik aus- gestattet, die das Mobiltelefon beim Erkennen eines vorbestimmten Auslöse- signals derart in Gang setzt, dass das Mobiltelefon ein Notsignal aussendet, das von einer mit diesem in Verbindung stehenden Mobilfunk- Betriebseinrichtung empfangen und an einen Rettungsdienst weitergeleitet wird. Die Notrufauslöse-Elektronik kann nicht nur durch Beschädigungs- oder Verzögerungssensoren am Fahrzeug oder am Mobiltelefon betätigbar sein, sondern auch manuell durch Betätigung eines Schalters von einem Fahrzeu- ginsassen oder Helfer.

Die DE 297 06 223 U1 offenbart ein Telefongerät mit wenigstens einer in einem Tastenfeld vorgesehen Zielwahltaste, die nach Wunsch des Besitzers mit einer Rufnummer eines Empfängers belegbar ist. Von dem Gerät kann ein Benutzer zwar angerufen werden und bestimmte Zielwahlempfänger erreichen; er hat jedoch nicht die Möglichkeit eine Selbstwahl vorzunehmen. In einem Ausführungsbeispiel umfasst das Telefongerät zwei Zielwahltasten, wobei eine Zielwahltaste beispielsweise das Elternhaus betreffen kann, wenn ein Kind von außerhalb anruft. Die zweite Zielwahltaste kann beispielsweise mit der Rufnummer des Vaters oder der Mutter im Büro belegt sein.

Die DE 10 2015 118 662 A1 betrifft ein Verkehrssystem für den individuellen Nahverkehr umfassend eine Anzahl von elektrisch angetriebenen Fahrzeu- gen, bei dem ein Fahrzeugpool mit einer erforderlichen Anzahl genormter Kleinfahrzeuge vorgesehen ist, die nicht einem individuellen Halter zugeord- net sind, wobei jedes dieser Fahrzeuge ein autonom fahrendes Fahrzeug mit eigenem Elektroantrieb und eigenen Lenkeinrichtungen ist und eine zentrale Steuerungseinheit für den Fahrzeugpool vorgesehen ist, mit der eine Person, die ein Fahrzeug benötigt, zur Anforderung eines Fahrzeugs über bevorzugt drahtlose erste Kommunikationsmittel in Verbindung tritt, wobei das angefor- derte Fahrzeug selbstständig zu dem Ort, zu dem es angefordert wurde, fährt und wobei personenbezogene Nutzungsberechtigungsmittel vorgese- hen sind, die einer Person die Möglichkeit geben, zur Anforderung eines Fahrzeugs aus dem Fahrzeugpool mit der zentralen Steuerungseinheit in Kontakt zu treten.

Die DE 101 35 576 A1 betrifft ein Verfahren und ein Telekommunikationsge- rät zum Aufbau eines sicheren Verbindungsweges zu einem Notrufdienst, bei dem ein Notruf auch in solchen Fällen an den Notrufdienst gesendet werden kann, wenn die Verbindung zur zugeordneten Zentrale oder zu deren Über- wachungseinrichtung aus irgendwelchen Gründen nicht aufgebaut werden kann. Zu diesem Zweck werden mehrere Notrufadressen in einer Prioritäts- liste gespeichert.

Die DE 10 2007 053 347 A1 betrifft ein mobiles Kommunikationsendgerät mit mindestens einem konfigurierbaren Betätigungselement zum Aufbau einer Kommunikation, wobei das Kommunikationsendgerät Mittel zum Empfang einer Nachricht aufweist, wobei das Betätigungselement durch eine empfan- gene Textnachricht konfigurierbar ist. In einer einfachsten Ausgestaltung wird unter Konfiguration ein Sperren beziehungsweise Entsperren des Betäti- gungselements verstanden.

Die DE 10 2017 112 172 A1 betrifft ein System zur proaktiven Bereitstellung von Infotainment an Passagiere von autonom fahrenden Fahrzeugen. Dabei umfasst eine externe Kommunikation das Senden einer Mitteilung betreffend einen Status des Passagiers oder des autonomen Fahrens an ein Gerät beziehungsweise eine Vorrichtung eines Dritten.

Aus der DE 10 2011 110 457 A1 ist ein integriertes Taxi-Notrufsystem für Direktvermittlung via Smartphone bekannt. Der Zweck besteht darin eine Situation schnellstmöglich zu beruhigen und eine Straftat zu verhindern. Es soll eine Alarmanlage für Taxis bereitgestellt werden, die bei einem Überfall automatisch einen Notruf mit Bild versenden kann. Dazu wird ein eigenes Smartphone in ein Gehäuse integriert und im Falle einer Notfallsituation kann sowohl am Lenkrad als auch am Armaturenbrett sowie an der Fahrertür ein Alarm ausgelöst werden. Anhand eines einzigen Knopfdrucks werden Live- bilder aus dem Innenraum des Fahrzeugs an eine Notrufzentrale gesendet.

Aus der DE 10 2007 053 347 A1 ist ein mobiles Kommunikationsgerät mit programmierbaren Tasten bekannt. Ein Betätigungselement ist als Notfallbe- tätigungselement zur Anwahl einer Notruf-Telefonnummer und/oder Senden einer Notruf-Nachricht ausgebildet. Aus der DE 10 2009 036 488 A1 ist ein Fahrzeug und ein Verfahren zum Betreiben eines abgestellten Fahrzeugs bekannt. Dabei dient ein mobiles Endgerät einer Person außerhalb des abgestellten Fahrzeugs zum Aufbau einer Kommunikationsverbindung zu einem Kleinkind innerhalb des abge- stellten Fahrzeugs.

Wird in einem pilotierten Fahrzeug eine Kindersicherung nicht aktiviert, um zum Beispiel beim Brand des Fahrzeugs einem Kind die Flucht aus dem Fahrzeug zu ermöglichen, ergibt sich jedoch dadurch das Problem, dass das Kleinkind in einer Angstsituation aus dem Fahrzeug flüchten und sich dabei im Verkehr in Gefahr bringen kann.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht deshalb darin, den pilotier ten Transport von Kleinkindern sicherer zu machen.

Die Aufgabe wird gelöst durch die Gegenstände der unabhängigen Pa- tentansprüche.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass ein Kleinkind mit hoher Zuverlässigkeit an einem gefährlichen Verlassen des pilotierten Fahrzeugs gehindert werden kann, wenn es in einer Angstsituation auf eine möglichst einfache Art und Weise Kontakt mit einer Vertrauensperson, ins- besondere einem Elternteil, aufnehmen kann. Diese Kontaktaufnahme muss derart einfach gestaltet sein, dass sie ein Kleinkind auch in einer stressbela- denen Angstsituation zuverlässig vornehmen kann. Erfindungsgemäß um- fasst deshalb das Notrufsystem eine manuelle Ein-Knopf-Bedienvorrichtung, eine mit der manuellen Ein-Knopf-Bedienvorrichtung gekoppelte Steuervor- richtung sowie eine mit der Steuervorrichtung gekoppelte Sende-/Empfangs- vorrichtung. In der Steuervorrichtung ist mindestens eine erste Telefonnum- mer hinterlegt, wobei die Steuervorrichtung ausgelegt ist, bei Betätigung der Ein-Knopf-Bedienvorrichtung mittels der Sende-/Empfangsvorrichtung eine Kommunikationsverbindung zu der ersten Telefonnummer aufzubauen. Im Gegensatz zur Betätigung eines Smartphones ist eine manuelle Ein- Knopf-Bedienvorrichtung für ein Kleinkind auch in einer Stresssituation ohne Weiteres zu bedienen. Die Nachrüstung einer derartigen manuellen Ein- Knopf-Bedienvorrichtung ist auf einfache Weise möglich: Diese kann über Bluetooth oder eine andere NFC-Verbindung mit dem Fahrzeug, und insbe- sondere mit der Steuervorrichtung des Fahrzeugs gekoppelt sein, wobei eine derartige Ein-Knopf-Bedienvorrichtung mittels eines Gurts oder Klettver- schlusses an einer Mittelarmlehne zwischen den hinteren Sitzen eines Kraft- fahrzeugs befestigt sein kann. Auf diese Weise kann auch ein in einem Kin- dersitz gesichertes Kleinkind zuverlässig die Ein-Knopf-Bedienvorrichtung bedienen.

Kinder, welche im Fahrzeug Angst haben, weil sich beispielsweise aufgrund einer Baustelle die übliche Route ändert oder etwas Unvorhersehbares pas- siert, können durch die vorliegende Erfindung direkt und besonderes einfach Kontakt mit einer Vertrauensperson, beispielsweise den Eltern, aufnehmen. Den Kleinkindern, aber auch den Eltern, wird somit ein deutliches Sicher- heitsgefühl gegeben, wenn Kinder alleine derartige Mobilitätslösungen in Anspruch nehmen.

Die zu der ersten Telefonnummer aufzubauende Kommunikationsverbindung umfasst bevorzugt einen Audio- und/oder einen Videoanruf. Wenngleich ein Audioanruf für die Zwecke der vorliegenden Erfindung bereits ausreichend ist, kann ein Kleinkind noch besser beruhigt werden, wenn es zusätzlich seine Vertrauensperson visuell wahrnehmen kann. Während die Audio- Ausgabe über üblicherweise in einem Kraftfahrzeug verbaute Lautsprecher erfolgen kann, ist es besonders bevorzugt, wenn die Videoausgabe über eine von den Hintersitzen eines Kraftfahrzeugs aus einsehbare Anzeigevor- richtung ausgegeben wird, beispielsweise auf einem auf der Rückseite einer Kopfstütze eines der Vordersitze montierten Bildschirm.

Bevorzugt ist in der Steuervorrichtung eine Vielzahl von weiteren Telefon- nummern hinterlegt, denen eine jeweilige Priorität zugewiesen ist, wobei die Steuervorrichtung ausgelegt ist, entsprechend der jeweiligen Priorität eine Kommunikationsverbindung zu einer der weiteren Telefonnummern aufzu- bauen, wenn der Versuch des Aufbaus einer Kommunikationsverbindung zu der ersten Telefonnummer nicht erfolgreich war. Auf diese Weise ist sicher- gestellt, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit in einer Angstsituation eine Ver- trauensperson von dem Kleinkind kontaktiert werden kann, beispielsweise in der Reihenfolge Mutter, Vater, Oma 1 , Opa 1 , Oma 2, Opa 2, Kindergärtne- rin, usw.

Bevorzugt handelt es sich bei dem pilotierten Kraftfahrzeug um ein Kraftfahr- zeug, das Level 4- oder Level 5-pilotiert ist. Level 4 bezeichnet eine Hochau- tomatisierung, bei der die Führung des Fahrzeugs dauerhaft von einem Fahrzeugsystem übernommen wird. Werden die Fahraufgaben vom Fahr- zeugsystem nicht mehr bewältigt, kann der Fahrer aufgefordert werden, die Führung zu übernehmen. Level 5-pilotierte Fahrzeuge zeichnen sich aus durch eine Vollautomatisierung. Es ist kein Fahrer erforderlich. Außer dem Festlegen des Ziels und dem Starten des Systems ist kein menschliches Eingreifen erforderlich.

Level 4- und Level 5-pilotierte Kraftfahrzeuge sind daher besonders geeignet zum unbegleiteten Transport von Kleinkindern, beispielsweise zur oder von der Schule bzw. zum oder vom Kindergarten.

Bevorzugt ist die Steuervorrichtung ausgelegt, die manuelle Ein-Knopf- Bedienvorrichtung auf ein über die Sende-/Empfangsvorrichtung empfange- nes Steuersignal hin freizuschalten oder zu sperren. Diese Maßnahme trägt dem Umstand Rechnung, dass die Ein-Knopf-Bedienvorrichtung besonders leicht zugänglich sein muss, um einem Kleinkind die Bedienung zu ermögli- chen. Für den Fall, dass mit dem pilotierten Kraftfahrzeug jedoch kein Klein- kind transportiert wird, kann deshalb die Ein-Knopf-Bedienvorrichtung ge- sperrt werden, um den ungewollten Aufbau einer Kommunikationsverbindung zu verhindern. Umgekehrt kann beim Ordern eines pilotierten Kraftfahrzeugs zum Transport eines Kleinkinds die Ein-Knopf-Bedienvorrichtung auf diese Weise besonders einfach freigeschaltet werden. Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein System aus einem erfindungsge- mäßen pilotierten Kraftfahrzeug, einer externen Servervorrichtung und einem mobilen Endgerät. Dabei ist auf dem mobilen Endgerät eine Applikation ausführbar, die ausgelegt ist, die externe Servervorrichtung zu kontaktieren, um ein pilotiertes Kraftfahrzeug an einen vorgegebenen Ort zu ordern. Mit anderen Worten läuft beispielsweise auf einem Smartphone eine App, mittels der ein pilotiertes Kraftfahrzeug an einen vorgebbaren Ort bestellt werden kann, wobei die App bevorzugt ausgelegt ist, mittels des pilotierten Kraftfahr- zeugs ein Kleinkind zu transportieren. Auf diese Weise kann ein pilotiertes Kraftfahrzeug gewählt werden, das mit einer erfindungsgemäßen Bedienvor- richtung ausgestattet ist.

In der externen Servervorrichtung ist zugeordnet zu dem mobilen Endgerät zumindest die erste Telefonnummer gespeichert, wobei die Applikation aus- gelegt ist, ein Laden zumindest der ersten Telefonnummer von der externen Servervorrichtung in die Steuervorrichtung des georderten pilotierten Kraft- fahrzeugs zu veranlassen. Die externe Servervorrichtung kann beispielswei- se zu einem bestimmten Car-Sharing-Unternehmen gehören, sodass ein Benutzer die relevanten Telefonnummern mittels der Applikation nur einmalig auf die externe Servervorrichtung dieses Anbieters zu laden braucht, wobei jedes Mal, wenn er ein pilotiertes Kraftfahrzeug bei diesem Car-Sharing- Unternehmen ordert, auf die von ihm hochgeladenen Telefonnummern zu- gegriffen werden kann.

Bevorzugt ist in diesem Zusammenhang die Applikation weiterhin ausgelegt, ein Freischalt- oder Sperrsignal für die manuelle Ein-Knopf-Bedien- vorrichtung an die externe Servervorrichtung zu senden, wobei die externe Servervorrichtung ausgelegt ist, ein entsprechendes Steuersignal zu erzeu- gen und an die Sende-/Empfangsvorrichtung des Kraftfahrzeugs zu senden. Dort wird die Ein-Knopf-Bedienvorrichtung dann entsprechend freigeschaltet oder gesperrt. Auf diese Weise kann mit ein und derselben Applikation ein pilotiertes Kraftfahrzeug geordert werden und ein„Kleinkindmodus“ aktiviert werden, der ein Freischalten der manuellen Ein-Knopf-Bedienvorrichtung bewirkt. Weitere bevorzugte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprü- chen. Die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen pilotierten Kraft- fahrzeug und dem erfindungsgemäßen System beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen und deren Vorteile gelten entsprechend, soweit an- wendbar, für das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben eines Not- rufsystems eines pilotierten Kraftfahrzeugs.

Im Nachfolgenden werden nunmehr Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher be- schrieben. Diese zeigen:

Fig. 1 in schematischer Darstellung ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Systems aus einem erfindungsgemäßen pilotierten Kraftfahrzeug, einer externen Servervorrichtung und einem mobilen Endgerät;

Fig. 2 eine Draufsicht auf das erfindungsgemäße pilotierte Kraftfahr- zeug von Fig. 1 ; und

Fig. 3 ein Signalflussdiagramm für ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum Betreiben eines Notrufsys- tems eines pilotierten Kraftfahrzeugs.

Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung ein erfindungsgemäßes pilotiertes Kraftfahrzeug 10, in dem ein Notrufsystem für ein Kleinkind 12 vorgesehen ist. Das Kraftfahrzeug 10 ist Level 4- oder Level 5-pilotiert, wie an dem nicht besetzten Fahrersitz 14 leicht erkannt werden kann. Auf einem Rücksitz 16 ist ein Kindersitz 18 montiert, in dem das Kleinkind 12 mittels einem nicht dargestellten 5-Punkt-Gurt fixiert ist. Auf einer zwischen den beiden Rücksit- zen 16a, 16b angeordneten Mittelarmlehne 20 ist eine manuelle Ein-Knopf- Bedienvorrichtung 22, ein sogenannter„Mama-Knopf“, angeordnet. Mit der Ein-Knopf-Bedienvorrichtung 22 ist eine Steuervorrichtung 24 des Kraftfahr- zeugs 10 gekoppelt, wobei mit der Steuervorrichtung 24 ihrerseits eine Sen- de-/Empfangsvorrichtung 26 des Kraftfahrzeugs 10 gekoppelt ist. An der Rückseite der Kopfstütze 28 des Vordersitzes 14a ist eine Anzeigevorrich- tung 30, vorliegend ein Monitor, montiert. Am Dachhimmel 32 ist eine Kame- ra 34 angeordnet, die so orientiert ist, dass sie Bilder von dem im Kindersitz 18 platzierten Kleinkind 12 aufzeichnen kann. Am Dachhimmel weiterhin angeordnet ist ein Lautsprecher 36 zur Ausgabe von Audiosignalen sowie ein Mikrofon 38 zur Aufzeichnung von Audiosignalen.

In Fig. 1 weiterhin dargestellt ist ein Elternteil 40 des Kleinkinds 12, wobei das Elternteil 40 ein mobiles Endgerät 42, beispielsweise ein Smartphone, ein Tablet oder dergleichen, mit sich führt. Das mobile Endgerät 42 ist aus- gelegt mit der Sende-/Empfangsvorrichtung 26 des Kraftfahrzeugs 10 sowie mit einer externen Servervorrichtung 44 eines Car-Sharing-Anbieters zu kommunizieren, bevorzugt nach einem der üblichen Mobilfunkstandards.

Das Zusammenwirken der diversen Komponenten wird unter Bezugnahme auf Fig. 3 näher beschrieben: In Schritt S1 lädt sich ein Benutzer eine Appli kation eines Car-Sharing-Anbieters auf sein mobiles Endgerät 42 und instal liert diese Applikation. Daraufhin wird ihm grundsätzlich die Möglichkeit be- reitgestellt, ein Fahrzeug zu ordern und dabei einen Kleinkind-Modus zu aktivieren, siehe Schritt S2. Wenn der Benutzer den Kleinkind-Modus aktivie- ren will, wird er im Schritt S3 aufgefordert, Telefonnummern sortiert nach Priorität einzugeben, die bei Aktivierung der im Kleinkindmodus freigeschal- teten manuellen Ein-Knopf-Bedienvorrichtung 22 anzurufen sind. Die Einga- be erfolgt im Schritt S4. Diese Telefonnummern werden im Server 44 des Car-Sharing-Anbieters hinterlegt.

Im Schritt S5 ordert der Benutzer ein pilotiertes Kraftfahrzeug 10 und gibt dabei an, dass ein Kleinkind 12 transportiert werden soll. Daraufhin wird in Schritt S6 ein geeignetes pilotiertes Kraftfahrzeug 10, d. h. insbesondere mit einer Ein-Knopf-Bedienvorrichtung 22 ausgestattetes Kraftfahrzeug, am gewünschten Übergabeort bereitgestellt und vom Benutzer das Kleinkind 12 auf einem Kindersitz 18, der auf einem Rücksitz 16a des Kraftfahrzeugs 10 montiert ist, fixiert. Weiterhin werden die vom Benutzer in diesem Zusam- menhang auf der externen Servervorrichtung 44 hinterlegten Telefonnum- mern in die Steuervorrichtung 24 des pilotierten Kraftfahrzeugs 10 übertra- gen. Die Ein-Knopf-Bedienvorrichtung 22 wird freigeschaltet.

Wird in Schritt S7 festgestellt, dass das Kleinkind 12 aufgrund einer aufgetre- tenen Angstsituation die Ein-Knopf-Bedienvorrichtung 22 betätigt hat, wird das Signal von der Steuervorrichtung 24 registriert und ein Anruf zu einer ersten in diesem Zusammenhang in der Steuervorrichtung 24 abgespeicher- ten Telefonnummer unter Verwendung der Sende- und Empfangsvorrichtung 26 durchgeführt, siehe Schritt S8. Nimmt die angerufene Vertrauensperson 40 den Anruf über das mobile Endgerät 42 entgegen, wird die Kamera 34, der Lautsprecher 36 sowie das Mikrofon 38 aktiviert um einen Videoanruf mit dem mobilen Endgerät 42 des Benutzers 40 vorzunehmen. Bilder des Be- nutzers 40, die von einer Kamera des mobilen Endgeräts 42 aufgezeichnet werden, werden dem Kleinkind 12 auf der Anzeigevorrichtung 30 präsentiert. Akustische Signale des Benutzers 40 werden über den Lautsprecher 36 wiedergegeben. Der Videoanruf kann durch nochmalige Betätigung der Ein- Knopf-Bedienvorrichtung 22 oder durch Betätigung einer Auflegentaste des mobilen Endgeräts 42 beendet werden, siehe Schritt S9.

Ein Anwendungsbeispiel: Ein Benutzer 40 ist mit seinem Sohn beim Einkau- fen. Dieser hat keine Lust mehr und möchte nach Hause. Der Benutzer 40 bucht mittels seines Smartphones 42 über eine Applikation eines Car- Sharing-Anbieters ein vollpilotiertes Fahrzeug 10 und gibt an von wo nach wo gefahren werden soll. Zudem gibt der Benutzer 40 an, dass bei der Fahrt der Kleinkindmodus aktiviert sein soll. Das Fahrzeug 40 kommt an den ge- buchten Ort und das Kind 12 steigt ein. Durch die Anforderungen ist die Ein- Knopf-Bedienvorrichtung 22 bereits anbieterseitig aktiviert worden. Der Be- nutzer 40 geht weiter einkaufen und das Kraftfahrzeug 10 samt Sohn 12 macht sich auf den Weg zu dessen Zuhause.

Auf dem normalen Weg nach Hause ist Stau und das Kraftfahrzeug 10 fährt deshalb eine andere Route. Das Kleinkind 12 hat die Ursache für den Rou- tenwechsel nicht mitbekommen und bekommt aufgrund der unbekannten Umgebung Angst. Es betätigt die Ein-Knopf-Bedienvorrichtung 22, wodurch automatisch ein Videoanruf zum Vater 40 gestartet wird. Dieser beruhigt den Sohn 12 und erklärt ihm, dass die Route aufgrund eines Staus geändert wurde. Die Meldung hat der Benutzer 40 vorher auf sein mobiles Endgerät 42 vom Car-Sharing-Anbieter gesendet bekommen. Das Kleinkind 12 wird dadurch beruhigt und wird sicher nach Hause gefahren.

Ein Kunde 40, welcher Mobilitätslösungen mit vollpilotierten Kraftfahrzeugen 10 nutzt, hat ein Profil auf einem Server 44 eines Car-Sharing-Anbieters. Über eine Applikation kann eine Dienstleistung gebucht werden. In seinem Profil gibt es die Möglichkeit, den Kleinkind-Modus zu aktivieren. In diesem können weitere Einstellungen vorgenommen werden. Beispielsweise wird eingestellt, was beim Betätigen der Ein-Knopf-Bedienvorrichtung 22 passie- ren soll, entweder ein normales Telefonat oder ein Videoanruf. Zudem wird hinterlegt, welche Telefonnummer angerufen werden soll. Weiter kann min- destens eine Alternativnummer angegeben werden, falls die erste nicht er- reichbar ist.