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Patent Searching and Data


Title:
PLAIN BEARING SYSTEM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2015/144460
Kind Code:
A1
Abstract:
A plain bearing system (1) is disclosed for absorbing radial and/or axial bearing forces and/or tilting moments with a bearing inner ring (4) and a bearing outer ring (2) which interacts with the bearing inner ring (4), wherein at least one sliding surface (10; 12; 34) is configured between the bearing inner ring (4) and the bearing outer ring (2), and, furthermore, at least one movable carrier (14) is provided which is arranged on the bearing inner ring (4) and/or on the bearing outer ring (2), wherein an intermediate chamber (16) which can be loaded with fluid is configured between the at least one movable carrier (14) and the bearing ring (2; 4) which receives the carrier (14), in such a way that the movable carrier (14) can be loaded with a fluid pressure.

Inventors:
BUETTNER, Martin (An der Aspel 22, Schwarzach, 97359, DE)
Application Number:
EP2015/055304
Publication Date:
October 01, 2015
Filing Date:
March 13, 2015
Export Citation:
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Assignee:
AKTIEBOLAGET SKF (S- Göteborg, 41550, SE)
International Classes:
F16C25/04; F16C17/02; F16C17/04; F16C17/10; F16C33/74
Foreign References:
DE102011008958A12012-07-19
EP2306008A22011-04-06
DE1894952U1964-06-18
DE2915088A11980-10-16
EP1467111A22004-10-13
Attorney, Agent or Firm:
KUHSTREBE, Jochen (Gunnar-Wester-Straße 12, Schweinfurt, 97421, DE)
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Claims:
P a t e n t a n s p r ü c h e

Gleitlagersystem

Gleitlagersystem (1) zur Aufnahme von radialen und/oder axialen Lagerkräften und/oder von Kippmomenten mit einem Lagerinnenring (4) und einem mit dem Lagerinnenring (4) zusammenwirkenden Lageraußenring (2), wobei zwischen Lagerinnenring (4) und Lageraußenring (2) mindestens eine Gleitfläche (10; 12; 34) ausgebildet ist, und weiterhin mindestens ein bewegbarer Träger (14) vorgesehen ist, der an dem Lagerinnenring (4) und/oder an dem Lageraußenring (2) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem mindestens einen bewegbaren Träger (14) und dem den Träger (14) aufnehmenden Lagerring (2; 4) ein fluidbeaufschlag- barer Zwischenraum (16) derart ausgebildet ist, dass der bewegbare Träger (14) mit einem Fluiddruck (p) beaufschlagbar ist.

Gleitlagersystem (1) nach Anspruch 1, wobei an dem mindestens einen bewegbaren Träger (14) die mindestens eine Gleitfläche (10) für den Lagerinnenring (4) und/oder den Lageraußenring (2) aufgenommen ist.

Gleitlagersystem (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei zwischen dem Lagerinnenring (4) und dem Lageraußenring (2) mindestens eine weitere zweite Gleitfläche (12; 34) vorgesehen ist.

Gleitlagersystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei mindestens einer der Träger (14) einen Belag mit hohem Reibkoeffizienten aufweist.

5. Gleitlagersystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der bewegbare Träger (14) als bewegbarer Ringkolben oder als Ringsegment ausgebildet ist, wobei vorzugsweise der Ringkolben und/oder das Ringsegment eine Verdrehsicherung aufweisen.

6. Gleitlagersystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in dem Zwi¬ schenraum (16) ein elastisches fluidbeauf schlagbares Element (18) angeordnet ist.

7. Gleitlagersystem (1) nach Anspruch 6, wobei das elastische fluidbeauf schlagbare Element (18) einen gegenüber dem Außenraum abgedichteten Innenraum (20) aufweist, insbesondere einen Balg oder Hydraulikschlauch, wobei der Innenraum (20) mit Druckfluid beaufschlagbar ist.

8. Gleitlagersystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine zum Zwischenraum (16) zeigende Fläche (30) des beweglichen Trägers (14) und/oder eine zum Zwischenraum (16) zeigende Fläche (32) des dem beweglichen Träger (14) zugeordneten Lagerrings (2; 4) konkav ausgebildet ist.

9. Gleitlagersystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der bewegbare Träger (14) ohne Fluidbeauf schlagung im Wesentlichen kraftlos zu dem benachbarten Lagerring (2; 4) geführt ist.

10. Gleitlagersystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die mindestens eine Gleitfläche (10; 12; 34) sphärisch und/oder konisch und/oder zylinderförmig ausgebildet ist.

11. Gleitlagersystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Innenring (4) zumindest ein erstes und ein zweites Innenringteil aufweist.

12. Gleitlagersystem (1) nach Anspruch 11, wobei das erste Innenringteil als Axiallager- innenring oder Schräglagerinnenring oder Radiallagerinnenring und das zweite Innenringteil als Axiallagerinnenring oder Schräglagerinnenring oder Radiallagerinnenring ausgebildet sind.

13. Gleitlagersystem (1) nach Anspruch 11 oder 12, wobei erstes und zweites Innenring teil lösbar oder unlösbar oder integral miteinander verbunden sind.

Description:
B e s c h r e i b u n g

Gleitlagersystem Vorliegende Erfindung betrifft ein Gleitlager System zur Aufnahme von radialen und/oder axialen Lagerkräften und/oder von Kippmomenten mit einem Lagerinnenring und einem mit dem Lagerinnenring zusammenwirkenden Lageraußenring, wobei zwischen Lagerinnenring und Lageraußenring mindestens eine Gleitfläche ausgebildet ist, und weiterhin mindestens ein bewegbarer Träger vorgesehen ist, der von dem Lagerinnenring und/oder dem Lageraußenring aufgenommen ist.

Aus dem Stand der Technik, insbesondere der EP 2306008, ist ein Gleitlagersystem bekannt mit einer ersten und einer zweiten zwischen einem Innenring und einem Außenring angeordneten Gleitfläche, wobei weiterhin am Außenring ein Bremselement angeordnet ist, das auf den Innenring wirkt, und das dessen Beweglichkeit relativ zum Außenring einschränkt. Dabei ist an dem Bremselement ein Kolben angeordnet, der mittels einem Hebel oder anderer mechanisch auf den Kolben einwirkenden Elemente den Kolben mit mehr oder weniger großer Kraft an den entsprechenden Innenring drückt. Dazu ist insbesondere ein Motor vorgesehen, der den Kolben mit der entsprechenden Kraft beaufschlagt.

Nachteilig an diesem bekannten Gleitlagersystem ist jedoch, dass die mechanischen Betätigung svorrichtungen für den Kolben sehr wartungsintensiv und schwierig zu montieren sind. Aufgabe vorliegender Erfindung ist es deshalb, ein möglichst wartungsfreies und einfacher zu montierendes Gleitlager mit Vorspannung bereitzustellen.

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Gleitlager gemäß Patentanspruch 1. Erfindungsgemäß wird ein Gleitlagersystem zur Aufnahme von radialen und/oder axialen Lagerkräften und/oder von Kippmomenten mit einem Lagerinnenring und einem mit dem Lagerinnenring zusammenwirkenden Lageraußenring bereitgestellt. Dabei ist zwischen Lagerinnenring und Lageraußenring mindestens eine Gleitfläche ausgebildet. Weiterhin weist das Gleitlagersystem mindestens einen bewegbaren Träger auf, der von dem Lagerinnenring und/oder dem Lageraußenring aufgenommen ist oder an diesem angeordnet ist. Über diesen bewegbaren Träger kann der Lagerinnenring gegenüber dem Lageraußenring vorgespannt werden, indem der Träger mehr oder weniger stark belastet in Kontakt mit dem entsprechenden Lagerring gebracht wird. Dadurch kann der Lagerring vorgespannt bzw. eine Relativbewegung der Lagerringe zueinander gebremst beziehungsweise blockiert werden. Dabei basiert die Erfindung auf der Idee, zwischen dem mindestens einen bewegbaren Träger und dem den Träger aufnehmenden Lagerring einen fluidbeaufschlag- baren Zwischenraum auszubilden, über den der bewegbare Träger mit einem Fluiddruck beaufschlagbar ist. Über diesen Fluiddruck kann der Träger bewegt werden und die Kon- taktierungsstärke zwischen Träger und dem entsprechenden Lagerring eingestellt werden. Vorteilhafterweise ist über die Bereitstellung des fluidbeaufschlagbaren Zwischenraums eine einfache zu montierende und im Wesentlichen wartungsfreie Möglichkeit geschaffen, den Träger zu bewegen und damit eine Vorspannung bereitzustellen. Zudem ist die Anzahl der zu verbauenden Elemente im Vergleich zu dem aus dem Stand der Technik bekannten Gleitlager deutlich reduziert, so dass das gesamte System weniger störanfällig ist.

Des Weiteren kann erfindungsgemäß über den beweglichen Träger eine Spielfreiheit zwischen den Lagerringen bestimmt werden, so dass Mikrobewegungen im Lager reduziert beziehungsweise vermieden werden. Dadurch weist das Lagersystem vorteilhafterweise eine reduzierte Anfälligkeit gegenüber Materialermüdung auf. Dabei kann außerdem vorgesehen sein, das Lager nur dann für eine Bewegung freizugeben, also den beweglichen Träger nicht oder schwach belastet mit dem entsprechenden Lagerring zu kontaktieren, wenn das Lager betätigt wird. Während Stillstandzeiten kann der bewegbare Träger mit Druckfluid beaufschlagt werden, so dass das Lager in seiner Position festgesetzt ist. Da die Druckbeaufschlagung über Fluid und nicht über mechanische Elemente erfolgt, kann eine derartige Festlegung auch wartungsfrei und materialermüdungsfrei über einen langen Zeitraum aufrechterhalten werden. Gemäß einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist dabei an dem mindestens einen bewegbaren Träger die mindestens eine Gleitfläche für den Lagerinnenring und/oder den Lageraußenring aufgenommen. Dadurch kann an dem Lager eine zuschaltbare Gleitfläche realisiert werden, die für eine bessere Lagerung sorgt.

Alternativ oder zusätzlich kann auch an mindestens einem der bewegbaren Träger ein Belag mit einem hohen Reibkoeffizienten, ein sogenannter Bremsbelag, angeordnet sein. Dadurch kann der bewegbare Träger auch als Bremsvorrichtung ausgebildet sein, der eine Bewegung der Lagerringe zueinander abdämpfen kann. Eine derartige Ausgestaltung ist insbesondere bei Lagern sinnvoll, die bei Stillstand in Position zu halten sind, die durch externe hohe Lasten über das Lagerspiel kippen und/oder die zum Beispiel eine genaue Einstellung von Lageraußenring zu Lagerinnenring benötigen, beispielsweise zur Positionierung einer Turbine in einem Fluidstrom. Wird nun beispielsweise die mit dem Lagerinnenring verbundene Turbine gegenüber dem Lageraußenring verdreht, so kann der erfin- dungsgemäße Bremsbelag an dem bewegbaren Träger dafür sorgen, dass die Turbine positionsgenau orientiert wird, und im Stillstand sicher festgelegt ist und nicht durch externe Kräfte in Stillstandsposition gekippt, gedreht oder anderweitig bewegt wird.

Gemäß einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist zwischen dem Lagerinnen- ring und dem Lageraußenring mindestens eine weitere zweite Gleitfläche vorgesehen. Diese zweite Gleitfläche dient vorzugsweise als Hauptgleitfläche zwischen dem Lagerinnenring und dem Lageraußenring, während beispielsweise die auf dem bewegbaren Träger angeordnete Gleitfläche eine zuschaltbare Gleitfläche darstellt. Gemäß einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist der bewegbare Träger als bewegbarer Ringkolben oder als Ringsegment ausgebildet. Insbesondere die Ausbildung als Ringkolben ermöglicht, den Träger über den gesamten Umfang des Lagerrings gegen den entsprechenden anderen Lagerring zu bewegen, so dass eine möglichst gleichmäßige Druckausübung auf den anderen Lagerring erfolgt. Selbstverständlich kann aber auch eine derartige Druckausübung lediglich von einem Ringsegment oder mehreren umfänglich verteilten Ringsegmenten ausgeübt werden. Bei der Ausbildung als Ringkolben ist zudem vorteilhaft, dass lediglich ein umfänglicher Zwischenraum mit Druckfluid beaufschlagt werden muss, während die einzelnen Zwischenräume an den Ringsegmenten gegebenenfalls einzeln mit Druckfluid beaufschlagt werden müssen. Gemäß einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel weist das erfindungsgemäße Lagersystem in dem Zwischenraum zwischen bewegbarem Träger und dem den Träger aufnehmenden Lagerring ein elastisches mit Fluid beaufschlagbares Element auf. Zwar kann selbstverständlich der Zwischenraum fluiddicht, beispielsweise mittels am Träger angeordneten Dichtungen, ausgebildet werden, es ist jedoch einfacher, in den Zwischenraum ein fluidbeaufschlagbares Element einzubringen, das sich beispielsweise bei Fluidbeauf - schlagung elastisch ausdehnt beziehungsweise verformt und so einen Druck auf den bewegbaren Träger ausüben kann. Beispielsweise kann dabei das elastische Element als eine Membran ausgebildet sein, die sich bei Fluidbeauf schlagung lediglich in Richtung beweglichen Träger ausdehnt und die den Zwischenraum gegenüber dem beweglichen Träger abdichtet.

Insbesondere ist aber vorteilhaft, wenn das elastische fluidbeaufschlagbare Element einen gegenüber dem Außenraum abgedichteten Innenraum aufweist, der mit Druckfluid beaufschlagbar ist. Dabei ist bevorzugt, wenn das elastische fluidbeaufschlagbare Element beispielsweise als Balg oder Schlauch ausgebildet ist. Derartige Bälge bzw. Schläuche sind einfach in den Zwischenraum einzulegen und mit einem Druckfluidzugang verbindbar, mit dem der Balg oder Schlauch mit Druckfluid beaufschlagbar ist.

Um eine besonders gute Kraftübertragung auf den Träger bereitzustellen, kann der Träger zudem an die Form des elastischen Elements angepasst sein. Ist das elastische Element beispielsweise als Balg oder Schlauch ausgebildet, so ist vorteilhaft, wenn der Träger und/oder der den Träger aufweisende Lagerring eine zu dem Schlauch oder Balg zeigende Fläche aufweist, die konkav ausgebildet ist. Dadurch kann zudem einer Beschädigung des elastischen Elements entgegengewirkt werden. Dabei hat die konkave Fläche auch Vorteile, wenn der Zwischenraum selbst mit dem Druckfluid beaufschlagt wird, da beispielsweise eine größere Führungsfläche bereitgestellt wird. Gemäß einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist der bewegliche Träger derart dimensioniert, dass ohne Fluidbeauf schlagung der Träger oder die daran befestigte Gleitfläche bzw. der daran befestigte Bremsbelag keinen Kontakt beziehungsweise kaum druckbelasteten Kontakt zu dem benachbarten Lagerring aufweist. Dadurch kann das er- findungsgemäße Gleitlagersystem als Gleitlagersystem mit zuschaltbarer und variabler Vorspannung ausgebildet werden.

Wie ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel zeigt, kann die Gleitfläche sphärisch und/oder konisch und/oder zylinderförmig ausgebildet sein. Dadurch können Axial- und/oder Radialkräfte und/oder Kippmomente aufgenommen werden.

Dabei ist insbesondere vorteilhaft, wenn der Innenring zumindest ein erstes und ein zweites Innenringteil aufweist. Dadurch können insbesondere Kombinationen aus Schräg- und Axial- und Radiallager ausgebildet werden, die zur Aufnahme von radialen und/oder axialen Lagerkräften sowie zur Aufnahme von Kippmomenten besonders geeignet sind. Eine Zusammenschaltung der Lagertypen kann zum Beispiel Face-to-Face oder Back-to-Back erfolgen. Dazu kann beispielsweise das erste Innenringteil als Axiallagerinnenring oder Schräglagerinnenring oder Radiallagerinnenring und das zweite Innenringteil als Axialla- gerinnenring oder Schräglagerinnenring oder Radiallagerinnenring ausgebildet sein. Dabei sollte jedoch klar sein, dass die zweiteilige Ausbildung zwar selbstverständlich als zwei einzelne Elemente ausgebildet sein kann, wobei das erste Innenringteil mit dem zweiten Innenringteil lösbar und unlösbar verbunden ist, es jedoch auch möglich ist, den Innenring als einstückiges Bauteil zu fertigen, dessen Abmessungen lediglich an die entsprechenden Dimensionierungen des ersten und zweiten Innenringteils angepasst sind.

Weitere Vorteile und bevorzugte Ausführungsbeispiele sind in den Ansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen definiert. Im Folgenden soll die Erfindung anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher beschrieben werden. Dabei sind die Darstellungen rein exemplarischer Natur und sollen nicht den Schutzbereich der Anmeldung festlegen. Dieser wird allein durch die anhängigen Ansprüche definiert. Es zeigen:

Fig. 1: eine schematische perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Gleitlagersystems in Aufsicht;

Fig. 2: eine schematische Schnittdarstellung durch das in Fig. 1 dargestellte Gleitlagersystem; Fig. 3: eine schematische Darstellung einer alternativen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Gleitlagersystems aus Fig. 2;

Fig. 4: eine schematische Darstellung einer weiteren alternativen Ausgestaltung des er- findungsgemäßen Gleitlagersystems aus Fig. 2;

Fig. 5: eine schematische Detaildarstellung der Gleitlagersysteme aus den Fig. 1 bis 4;

Fig. 6: eine schematische Darstellung einer Aufsicht auf den Außenring der in den Fig. 1 bis 5 dargestellten erfindungsgemäßen Gleitlagersysteme;

Fig. 7: eine schematische Darstellung eines Details der erfindungsgemäßen Gleitlagersysteme aus Fig. 1 bis 6;

Fig. 8: eine schematische Darstellung eines weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Gleitlagersystems;

Fig. 9: eine schematische Darstellung eines weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Gleitlagersystems;

Fig. 10: eine schematische Darstellung eines weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Gleitlagersystems;

Fig. 11: eine schematische Darstellung eines weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Gleitlagersystems;

Fig. 12: eine schematische Darstellung eines weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Gleitlagersystems;

Fig. 13: eine schematische Darstellung eines weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Gleitlagersystems.

Im Folgenden werden gleiche bzw. funktionell gleichwirkende Elemente mit denselben Bezugszeichen gekennzeichnet.

Fig. 1 zeigt eine schematische perspektivische Darstellung eines Gleitlagersystems 1 mit einem Außenring 2 und einem Innenring 4, die gegeneinander verdrehbar ausgebildet sind. Dabei weisen der Außenring 2 und der Innenring 4 jeweils Durchbohrungen 6, 8 auf, anhand derer das Gleitlagersystem 1 mit den zu lagernden Bauteilen drehfest verbunden wird. Derartige Gleitlagersysteme 1 kommen insbesondere zur drehbaren Lagerung von Turbinen zum Einsatz, wobei die Turbinen mittels des Gleitlagersystems 1 um ihre Achse, beispielsweise in einen Fluidstrom gedreht werden können. Derartige Turbinen sind beispielsweise in einem Gezeitenkraftwerk oder einem Windkraftwerk verbaut. Fig. 2 zeigt eine schematische Schnittansicht durch das in Fig. 1 dargestellte erfindungsgemäße Gleitlagersystem 1, wobei wiederum der Außenring 2 und der Innenring 4 und die Befestigungsdurchbohrungen 6; 8 dargestellt sind. Wie weiterhin Fig. 2 zu entnehmen, weist das Gleitlagersystem 1 zwischen dem Außenring 2 und dem Innenring 4 zwei Gleitflächen 10, 12 auf, die für eine Verdrehbarkeit von Innenring 4 zu Außenring 2 sorgen.

Weiterhin zeigt Fig. 2, dass der Innenring 4 und der Außenring 2 zweiteilig gefertigt sind, wobei die Zweiteiligkeit des Außenrings 2 notwendig ist, um den Innenring 4 montieren zu können.

Der Innenring 4 kann optional ebenfalls zweiteilig ausgebildet sein, beispielsweise, wie in Fig. 2 dargestellt, als zwei Schräglagerinnenringe, die miteinander lösbar oder unlösbar verbindbar sind. Die Gleitlagerflächen 10, 12 können beispielsweise konisch ausgebildet sein. Es ist jedoch, wie weiter unten noch genauer erklärt wird, auch möglich, andere Gleitlagerflächenformen auszubilden. Zudem kann es sinnvoll sein und ist auch bevorzugt, den Innenring 4 nicht, wie in Fig. 2 dargestellt, zweiteilig auszubilden, sondern, wie Fig. 3 zeigt, einstückig zu fertigen, wodurch eine größere Stabilität erreichbar ist.

Erfindungsgemäß weist das Gleitlagersystem 1 weiterhin einen bewegbaren Träger 14 auf, der in den in Fig. 2, 3 und 4 dargestellten Ausführungsbeispielen in dem Außenring 2 aufgenommen ist. Dabei ist zwischen bewegbarem Träger 14 und Außenring 2 ein Zwischenraum 16 vorgesehen ist, der mit einem Druck p beaufschlagbar ist. Dieser Aufbau ist vergrößert in Fig. 3 und 4 dargestellt, wobei Fig. 3 eine Back-to Back Anordnung und Fig. 4 eine Face-to-Face Anordnung zeigt. Dabei sind deutlich der bewegbare Träger 14 und der zwischen Außenring 2 und bewegbarem Träger 14 ausgebildete Zwischenraum 16 dargestellt. Erfindungsgemäß wird dieser Zwischenraum 16 mit Fluiddruck p beaufschlagt, der es ermöglicht, den bewegbaren Träger 14 in Kontakt mit dem Innenring 4 zu bringen. Dabei kann, wie insbesondere die Detailansicht von Fig. 4 zeigt, in dem Zwischenraum 16 ein Balg 18 oder allgemein ein elastisches Element angeordnet sein, dessen Innenraum 20 mit dem Fluiddruck p beaufschlagbar ist. Es ist jedoch auch möglich, wie in Fig. 3 dargestellt, den Zwischenraum direkt mit einem Druckfluid zu beaufschlagen.

Zudem kann, wie das Ausführungsbeispiel von Fig. 3 zeigt, der Zwischenraum 16 auch mittels Dichtelementen 22, die beispielsweise am beweglichen Träger 14 oder im Außen- ring 2 angeordnet sind, gegenüber einem Lagerspielraum 24 zwischen Innenring 4 und Außenring 2 abgedichtet sein. Dabei kann, wie Fig. 3 weiter zeigt, der Lagerspielraum 24 zu einer Umgebung offen ausgebildet sein, es ist jedoch auch möglich, wie in Fig. 4 dargestellt, an dem Lagerspielraum 24 Dichtlippen 26 vorzusehen, die zudem ein Eindringen von Schmutz, Feuchtigkeit oder Fremdkörpern in das Gleitlager verhindern. Fig. 4 zeigt weiterhin eine Ausgestaltung bei der der Innenring 4 zweiteilig und der Außenring 2 einteilig gefertigt sind.

Erfindungsgemäß kann der Lagerspielraum 24 mithilfe des mit Druck p beaufschlagbaren beweglichen Trägers 14 begrenzt werden, da der bewegliche Träger 14 den Innenring 4 mehr oder weniger fest kontaktieren kann. Dies ist schematisch in Fig. 5a bis 5c dargestellt, wobei ohne Druckbeaufschlagung (siehe Fig. 5a) der Zwischenraum 16 in einem Grundzustand ist, wobei der bewegbare Träger 14 mehr oder weniger druckfrei und gegebenenfalls kontaktfrei zur Kontaktfläche (nicht dargestellt) des gegenüberliegenden Lager- rings geführt ist. Dadurch bringt der bewegliche Träger 14 keine oder nur eine geringe Kraft auf den gegenüberliegenden Lagerring auf, so dass dieser mehr oder weniger frei bewegbar ist. In dem in Fig. 5b dargestellten Ausführungsbeispiel wird eine relativ geringere Fluiddruckkraft auf den beweglichen Träger 14 ausgeübt, was zu einer Vergrößerung des Zwischenraums 16 führt und eine Kontaktkraft des beweglichen Trägers 14 auf den gegenüberliegenden Lagerring bewirkt. Soll der Innenring 4 in seiner Bewegung gegenüber dem Außenring 2 festgeklemmt werden, so kann auch eine besonders große Fluiddruckkraft auf den Träger 14 ausgeübt werden, der sich weiter in Richtung des gegenüberliegenden Lagerrings bewegt, wodurch wiederum der Zwischenbereich 16 vergrößert wird und den Innenring 4 gegenüber dem Außenring 2 festklemmt. Dies ist in der schemati- sehen Darstellung von Fig. 5c dargestellt. Neben der möglichen Festlegung bzw. Festklemmung der Lagerringe zueinander kann über die flexible Beaufschlagung mit Druckflu- id auch ein etwaiger Verschleiß an dem beweglichen Träger 14 beziehungsweise den Lagerringen 2, 4 ausgeglichen werden. Fig. 6 zeigt schematisch eine Aufsicht von innen auf einen Lagerring 2; 4, der einen Zwischenraum 16 zur Aufnahme des beweglichen Trägers 14 zeigt. Dabei ist in dem in Fig. 6 dargestellten Ausführungsbeispiel der Zwischenraum 16 als Ringnut ausgebildet, in der ein als Ringkolben ausgebildeter Träger 14 aufnehmbar ist. Selbstverständlich können statt einer Ringnut mit einem darin aufgenommenen Ringkolben 14 auch einzelne Trägerele- mente umfänglich entlang des Lagerrings 2; 4 angeordnet werden, die jeweils einzeln mit Druckfluid beaufschlagbar sind. Dies kann insbesondere dann vorteilhaft sein, wenn über den Umfang verteilt unterschiedliche Drücke auf die beweglichen Träger 14 aufgebracht werden sollen.

Der Ringkolben 14 selbst kann zudem beispielsweise, wie Fig. 6 zeigt, mit einer Passfeder 34 gegen ein Verdrehen im Lagerring 2; 4 gesichert werden. Alternativ ist auch denkbar, die Verdrehsicherung durch außermittiges Einbringen des Ringkolbens 14 in den Lagerring 2; 4 bereitzustellen. Ebenfalls möglich wäre eine Verdrehsicherung durch einen oval aus- gebildeten Ringkolben 14 oder durch eine andere nicht verdrehbare Kontur des Ringkolbens 14. Selbstverständlich kann auch ganz auf eine Verdrehsicherung verzichtet werden. Ist der Ringkolben 14 aus mindestens einem Ringsegment ausgebildet, kann diese zur Verdrehsicherung auch mit Anschlag im Lagerring 2; 4ausgeführt sein. Wie dem Ausführungsbeispiel von Fig. 6 weiterhin zu entnehmen, ist in der Ringnut 16 ein Balg oder Schlauch 18 aufgenommen, der mit Druckfluid beaufschlagbar ist, und einen Druck auf den beweglichen Träger 14 ausüben kann. Zur Druckbeaufschlagung des Balgs bzw. Schlauchs 18 kann weiterhin an dem Lagerring 2; 4 ein Fluidbeaufschlagungssystem 28 vorgesehen sein, das den Balg 18 mit Druckfluid beaufschlagen kann. Dazu kann in üb- licher Weise ein Ventilsystem angeschlossen sein, das die Fluidbeaufschlagung und den Druck im Balg 18 steuert.

Um eine besonders gute Fluiddruckübertragung von dem Balg 18 auf den beweglichen Träger 14 auszuüben, kann, wie das Ausführungsbeispiel von Fig. 7 zeigt, der bewegliche Träger 14 an einer zum Balg 18 zeigenden Seite 30 konkav ausgebildet sein, so dass der Balg 18 an allen Seiten auf den beweglichen Träger 14 drücken kann. Wie ebenfalls Fig. 7 zu entnehmen ist, kann eine derartige konkave Ausgestaltung auch in dem Außenring 2 bzw. analog im Innenring 4 ausgebildet sein, so dass der Zwischenraum 16 im Querschnitt beispielsweise zumindest teilweise im Wesentlichen ellipsenförmig ausgebildet ist.

Die Fig. 8 bis 13 zeigen weitere Aspekte und unterschiedliche Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Gleitlagersystems 1, wobei jeweils nur auf die Unterschiede eingegangen wird. Fig. 8 zeigt, dass zum einen der Innenring 4 nicht eine symmetrische Ausgestaltung aus zwei Schräglagergleitflächen 10, 12 ausbilden muss, sondern dass es auch möglich ist, das Gleitlagersystem als Kombination aus einem Schräglager und einem Axiallager auszubilden. Weiterhin zeigt Fig. 8, dass wiederum der bewegliche Träger 14 am Außenring 2 an- geordnet ist und das Lagerspiel 24 zwischen Innenring 4 und Außenring 2 beeinflussen kann.

Alternativ zu der Anordnung des beweglichen Trägers 14 in dem Außenring 2 kann es selbstverständlich auch möglich sein, den beweglichen Träger 14 in dem Innenring 4 an- zuordnen, wie das Ausführungsbeispiel von Fig. 9 zeigt. Dazu ist wiederum in dem Innenring 4 ein Zwischenraum 16 ausgebildet, der mit einem Druckfluid beaufschlagbar ist.

Dabei ist für einen Fachmann klar, dass sämtliche in den Figuren gezeigten Ausführungsformen und Merkmale für alle Gleitlagersysteme 1 gelten. Das heißt, dass beispielsweise auch das Lager, das in Fig. 4 gezeigt ist, einen im Innenring 4 angeordneten beweglichen Träger aufweisen kann.

Fig. 10 zeigt ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel vorliegender Erfindung, bei dem der bewegliche Träger 14 und der Zwischenraum 16 nicht gleich dimensioniert sind. Eine derartige Ausgestaltung ist insbesondere dann von Vorteil, wenn, wie Fig. 10 zeigt, der bewegliche Träger 14 gleichzeitig die Gleitfläche 10 trägt. Auch wenn der bewegliche Träger 14 mit einer Gleitfläche 10 ausgestattet ist, so kann trotzdem eine Spielbegrenzung zwischen Außenring 2 und Innenring 4 über ein Zustellen des beweglichen Trägers 14 erreicht werden. Selbstverständlich kann auch der in den vorherigen Figuren dargestellte be- wegliche Träger 14 mit einer Gleitschicht ausgestattet sein.

Alternativ oder zusätzlich kann der bewegliche Träger 14 auch mit einem Reibbelag versehen sein, so dass der bewegliche Träger 14 als Bremselement dienen kann. Insbesondere bei Lagern, die schwere Lasten tragen oder die im Stillstand gegen ein Verdrehen durch externe Kräfte beziehungsweise externe Momente zu sichern sind, kann eine derartige

Bremsfunktion notwendig sein, um den Trägheitskräften bei Bewegung entgegenzuwirken.

Ist der bewegliche Träger 14 nicht als einstückiger Ringkolben, wie Fig. 6 zeigt, ausgebildet, sondern als einzelne Elemente, so ist ebenfalls vorstellbar, dass ein Trägerelement ei- nen Reibbelag und ein anderes Trägerelement eine Gleitfläche trägt, so dass diese unterschiedlich eingesetzt werden können und je nach Anwendung eine Gleitfläche oder ein Bremsbelag mit dem entsprechenden Lagerring in Kontakt gebracht wird. Weiterhin ist vorstellbar, wie das Ausführungsbeispiel von Fig. 11 zeigt, dass auf die Gleitfläche 10 vollständig verzichtet wird. Bei diesem Ausführungsbeispiel weist der Träger 14 lediglich eine Bremsfunktion auf und dient hauptsächlich zum Festlegen der Lagerringe 2, 4 zueinander bei Stillstand. Die Fig. 12 und 13 zeigen weitere Lagerformen, wobei der Innenring aus Fig. 12 die Form von zwei aneinander liegenden Innenringen aufweist und sphärische Gleitflächen 10, 12 darstellt, während Fig. 13 eine Kombination aus axialen und radialen Gleitflächen zeigt. Dabei zeigt insbesondere die Fig. 13, dass weitere Gleitflächen 34 vorgesehen sein können. Wie oben bereits erwähnt, können sämtliche Gleitlagerausgestaltungen die einzelnen besprochenen Elemente in beliebiger Kombination aufweisen.

Insgesamt ermöglicht das erfindungsgemäße Gleitlagersystem ein wunschweise spielfreies Lagersystem, wobei eine variable Vorspannung einstellbar ist. Dadurch kann insbesondere einem Verschleiß sowie Materialermüdung aufgrund von Mikrobewegungen des Lagers entgegengewirkt werden. Zudem ermöglicht das erfindungsgemäße Lagersystem, dass bei Stillstand ein komplettes Festlegen der Lagerringe zueinander ermöglicht ist. Je nach Einsatzort kann zudem das Lager mit Sonderfunktionalitäten, wie beispielsweise einer Korro- sionsschutzbeschichtung oder einer Verschleißsensorik, ausgestattet sein. Zudem kann das Gleitlager als wartungsfreies Gleitlager ausgebildet sein. Es ist jedoch auch möglich, das Gleitlager initial vorzuschmieren, wobei vorzugsweise auf eine möglichst wartungsarme Ausgestaltung geachtet werden kann. Da zudem das Druckmedium in einem Schlauch bzw. Balg geführt werden kann, ist man in der Wahl des Druckmediums relativ frei, da keine Leckage entlang der Dichtungen zu befürchten ist. So ist beispielsweise auch der Einsatz von Wasser oder auch Druckluft möglich. Alternativ ist es auch denkbar, dass ein wartungspflichtiges Gelenklager mit Gleitflächen, die nachzuschmieren sind, in Einsatz kommt. Bezugszeichenliste

1 Gleitlagersystem

2 Außenring

4 Innenring

6, 8 Befestigungsdurchbohrung

10, 12, 34 Gleitfläche

14 beweglicher Träger

16 Zwischenraum

18 Balg

20 Balginnenraum

22 Dichtelement

24 Spiel zwischen Innenring und Außenring

26 Dichtlippe

28 Druckbeaufschlagungssystem

30 konkave Fläche des beweglichen Trägers

32 konkave Fläche des Außenrings

34 Passfeder